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Bundesverwaltungsgericht 24.08.2011 C-3518/2010

24 août 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,066 mots·~5 min·3

Résumé

Alters- und Hinterlassenenversicherung (Übriges) | AHV (Beitragsüberweisung an den ausländischen Versicherer)

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung III C­3518/2010 Urteil   v om   2 4 .   Augus t   2011 Besetzung Richter Michael Peterli (Vorsitz), Richter Stefan Mesmer,  Richter Francesco Parrino,    Gerichtsschreiberin Sandra Tibis. Parteien X._______, Türkei, Zustelladresse: Y._______,   Beschwerdeführer,  gegen Schweizerische Ausgleichskasse SAK,  Avenue Edmond­Vaucher 18, Postfach 3100,  1211 Genf 2,    Vorinstanz.  Gegenstand AHV (Beitragsüberweisung an den ausländischen  Versicherer).

C­3518/2010 Sachverhalt: A.  Der  am  (…)  1963  geborene,  verheiratete  schweizerisch­türkische  Doppelbürger  X._______  lebt  in  der  Türkei  (SAK­act. 4).  Er  war  in  den  Jahren  1981  bis  2008  in  der  Schweiz  erwerbstätig  und  dadurch  in  der  obligatorischen  Alters­,  Hinterlassenen­  und  Invalidenversicherung  versichert  (SAK­act. 4  und  5).  Mit  Gesuch  vom  20. März  2009  stellte  X._______  über  den  türkischen  Versicherungsträger  bei  der  Schweizerischen  Ausgleichskasse  (nachfolgend:  SAK)  ein  Gesuch  um  Überweisung  von  AHV­Beiträgen  an  den  türkischen  Sozialversicherer  (SAK­act. 4). B.  Mit  Verfügung  vom  19. Januar  2010  wies  die  SAK  das  Gesuch  um  Beitragsüberweisung  ab.  Zur  Begründung  führte  sie  aus,  die  Überweisung  sei  aufgrund  seiner  schweizerisch­türkischen  Staatsbürgerschaft nicht möglich, da schweizerischen Staatsangehörigen  keine Beiträge überwiesen werden könnten. C.  Mit Schreiben vom 8. Februar 2010 erhob X._______ Einsprache gegen  die  Verfügung  vom  19. Januar  2010.  Er  beantragte  die  Aufhebung  der  Verfügung und die Beitragsüberweisung. Zur Begründung  führte er aus,  er  habe  die  Schweiz  definitiv  verlassen  und  werde  gegenüber  der  schweizerischen Versicherung keine Ansprüche mehr geltend machen. D.  Mit Einspracheentscheid vom 22. April 2010 wies die SAK die Einsprache  von  X._______  mit  der  Begründung  ab,  das  Abkommen  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Republik  Türkei  über  Soziale  Sicherheit  vom  1. Mai  1969  (nachfolgend:  Abkommen,  SR 0.831.109.763.1)  sei  für  schweizerisch­türkische  Doppelbürger  nicht  anwendbar, weshalb eine Beitragsüberweisung ausgeschlossen sei. E.  Gegen  den  Einspracheentscheid  vom  22. April  2010  erhob  X._______  (nachfolgend:  Beschwerdeführer)  mit  Eingabe  vom  12. Mai  2010  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht.  Er  beantragte  die  Beitragsüberweisung  an  den  türkischen  Sozialversicherer.  Zur  Begründung  führte  er  aus,  er  werde  auf  alle  Vorteile  aus  der  schweizerischen  Versicherung  verzichten,  damit  die  Beiträge  an  den 

C­3518/2010 türkischen  Versicherer  überwiesen  werden  könnten.  Er  sei  auf  die  Überweisung  angewiesen,  damit  seine  Rente  in  der  Türkei  höher  ausfalle. Ferner machte er geltend, von der SAK sei  ihm bereits vor der  Auswanderung  telefonisch  zugesichert  worden,  dass  eine  Beitragsüberweisung auch bei Doppelbürgern möglich sei. F.  Mit  Eingabe  vom  26. Mai  2010  teilte  der  Beschwerdeführer  dem  Instruktionsrichter seine schweizerische Zustelladresse mit. G.  Mit  Vernehmlassung  vom  12. Juli  2010  beantragte  die  SAK  die  Abweisung  der  Beschwerde,  da  Art. 10a  des  Sozialversicherungsabkommens  zwischen  der  Türkei  und  der  Schweiz  auf Fälle wie denjenigen des Beschwerdeführers nicht anwendbar sei. H.  Mit  Replik  vom  30. August  2010  hielt  der  Beschwerdeführer  an  seinem  Antrag fest. Er wies darauf hin, dass das Abkommen keine Bestimmung  enthalte,  welche  die  Anwendbarkeit  des  Abkommens  auf  Doppelbürger  ausschliesse. I.  Mit Duplik vom 13. Oktober 2010 hielt die SAK ebenfalls an ihrem Antrag  fest. J.  Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Akten  ist – soweit für die Entscheidfindung erforderlich – in den nachfolgenden  Erwägungen einzugehen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.   1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  in  Verbindung  mit  Art. 33  lit. d  VGG  und  Art. 85bis  Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1946 über die Alters­ und  Hinterlassenenversicherung  (AHVG,  SR 831.10)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerden  von  Personen  im  Ausland 

C­3518/2010 gegen  Verfügungen  der  Schweizerischen  Augsgleichskasse.  Es  liegt  keine  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  somit  zur  Beurteilung  der  Beschwerde  zuständig. 1.2. Aufgrund von Art. 3  lit. dbis des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021)  findet  das  VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungsrechtssachen, soweit das  Bundesgesetz  vom  6. Oktober  2000  über  den  Allgemeinen  Teil  des  Sozialversicherungsrechts  (ATSG,  SR 830.1)  anwendbar  ist.  Gemäss  Art. 1 Abs. 1 AHVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die im ersten  Teil geregelte Alters­ und Hinterlassenenversicherung anwendbar, soweit  das AHVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. 1.3.  Der  Beschwerdeführer  ist  durch  den  angefochtenen  Einspracheentscheid  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  dessen Aufhebung oder Änderung, so dass er im Sinne von Art. 59 ATSG  beschwerdelegitimiert ist. 1.4. Da die Beschwerde im Übrigen frist­ und formgerecht (Art. 60 Abs. 1  ATSG  und  Art. 52  Abs. 1  VwVG)  eingereicht  wurde,  ist  darauf  einzutreten. 2.   2.1.  In  zeitlicher  Hinsicht  sind  grundsätzlich  diejenigen  Rechtssätze  massgebend,  die  bei  der  Erfüllung  des  zu  Rechtsfolgen  führenden  Tatbestandes  Geltung  hatten  (vgl.  BGE 130 V 329  E. 2.3).  Somit  sind  vorliegend  die  im  Zeitpunkt  des  Überweisungsgesuchs  vom  20. März  2009  geltenden  Bestimmungen,  namentlich  des  AHVG  und  des  Abkommens, anwendbar. 2.2.  Die  Beschwerdeführenden  können  im  Rahmen  des  Beschwerdeverfahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss  des Missbrauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  sowie die Unangemessenheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG). 2.3.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  gemäss  dem  Grundsatz  der  Rechtsanwendung  von  Amtes  wegen  nicht  an  die  Begründung  der  Begehren  der  Parteien  gebunden  (Art. 62  Abs. 4  VwVG).  Es  kann  die  Beschwerde  auch  aus  anderen  als  den  geltend  gemachten  Gründen 

C­3518/2010 gutheissen  oder  den  angefochtenen  Entscheid  im  Ergebnis  mit  einer  Begründung bestätigen, die von  jener der Vorinstanz abweicht (vgl. Fritz  Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 212). 3.  Vorliegend  ist  strittig  und  vom  Bundesverwaltungsgericht  zu  prüfen,  ob  die  SAK  dem  Beschwerdeführer  zu  Recht  die  Beitragsüberweisung  an  den türkischen Sozialversicherer verweigert hat. 3.1. Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe die Schweiz mit seiner  Ehefrau definitiv verlassen und er werde fortan  in der Türkei  im eigenen  Haus leben. Die Überweisung der Beiträge an die türkische Versicherung  diene zur Erhöhung der türkischen Rente. Er werde keine Leistungen der  schweizerischen Alters­, Hinterlassenen­ und Invalidenversicherung mehr  in  Anspruch  nehmen  respektive  er  verzichte  auf  allfällige  Ansprüche,  sodass einer Überweisung nichts mehr im Weg stehe. 3.2. Die SAK führte dagegen aus, ein Schweizerbürger könne jederzeit in  die  Schweiz  zurückkehren  und  bei  der  öffentlichen Hand Unterstützung  beantragen,  wenn  er  in  eine  Notlage  gerate.  Ferner  sei  bei  einem  Doppelbürger die Voraussetzung der definitiven Ausreise nicht gegeben.  Schliesslich  sei  darauf  hinzuweisen,  dass  ein  Versicherter  nicht  rechtsgültig  auf  allfällige  spätere  Versicherungsleistungen  verzichten  könne. 3.3. Nach Art. 2 Abs. 1 des Abkommens sind die Staatsangehörigen der  einen Vertragspartei sowie deren Angehörige und Hinterlassenen, soweit  diese  ihre  Rechte  von  den  genannten  Staatsangehörigen  ableiten,  in  ihren  Rechten  und  Pflichten  aus  der  Gesetzgebung  der  anderen  Vertragspartei  den  Staatsangehörigen  dieser  Vertragspartei  gleichgestellt, soweit dieses Abkommen und sein Schlussprotokoll nichts  anderes bestimmen. In Abweichung des Gleichbehandlungsgrundsatzes gemäss Art. 1 Abs. 1  des Abkommens besagt Art. 10a Abs. 1 des Abkommens, dass türkische  Staatsangehörige  verlangen  können,  dass  die  zu  ihren Gunsten  an  die  schweizerische  Alters­  und  Hinterlassenenversicherung  entrichteten  Beiträge an die  türkische Sozialversicherung überwiesen werden, sofern  ihnen  noch  keine  Leistungen  aus  der  schweizerischen  Alters­,  Hinterlassenen­  und  Invalidenversicherung  gewährt  worden  sind  und 

C­3518/2010 vorausgesetzt,  dass  sie  die  Schweiz  verlassen  haben,  um  sich  in  der  Türkei oder einem Drittstaat niederzulassen. 3.3.1.  Der  Beschwerdeführer  ist  schweizerischer  und  türkischer  Staatsangehöriger. Strittig und vorweg zu prüfen  ist, ob das Abkommen  auf  den  Beschwerdeführer  als  Doppelbürger  in  casu  Anwendung  findet  und die Beitragsüberweisung somit möglich ist.  Das Bundesgericht hat sich in Bezug auf Leistungsansprüche gegenüber  der Alters­ und Hinterlassenenversicherung von Personen mit mehreren  Staatsangehörigkeiten  mehrfach  geäussert  (vgl.  zum  Ganzen  BGE 120 V 421  E. 2b  mit  Hinweisen).  In  BGE 112 V 89  hat  das  Bundesgericht  in  einer  Leistungsstreitigkeit  ausgeführt,  bei  einem  Doppelbürger,  der  neben  dem  ausländischen  auch  das  Schweizer  Bürgerrecht  besitzt,  finde  zur  Bestimmung  des  massgebenden  Rechts  das  Prinzip  der  überwiegenden  oder  effektiven  Staatsangehörigkeit  Anwendung.  Demnach  ist  in  jedem  Einzelfall  die  Intensität  aller  wesentlichen  Beziehungen  mit  dem  einen  oder  anderen  Staat  zu  berücksichtigen (vgl. BGE 112 V 89 E. 2b). Sofern mindestens bezüglich  eines  der  Staaten  eine  Vereinbarung  mit  der  Schweiz  besteht,  ist  bei  Doppelbürgern mit nichtschweizerischen Bürgerrechten analog zu Art. 23  Abs. 2  des  Bundesgesetzes  vom  18. Dezember  1987  über  das  Internationale  Privatrecht  (IPRG,  SR 291)  die  Angehörigkeit  zu  jenem  Staat entscheidend, mit welchem die Person am engsten verbunden  ist.  Anders  verhält  es  sich  allerdings,  wenn  Leistungsansprüche  von  Angehörigen  zweier  ausländischer  Staaten  zu  beurteilen  sind  und  die  Schweiz  nur  mit  einem  der  beiden  Staaten  ein  Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen hat. In einem solchen Fall  ist  das  Bundesgericht  vom  Grundsatz  der  überwiegenden  Staatsangehörigkeit  abgewichen  und  hat  alternativ  entweder  die  Staatsangehörigkeit  während  des  Zeitraums  der  Entrichtung  von  Beiträgen  an  die  schweizerische  Sozialversicherung  oder  bei  der  Entstehung  des  Leistungsanspruchs  als  ausschlaggebend  bezeichnet  (BGE 119 V 1 E. 2c). Gemäss  den  vorstehenden  Ausführungen  ist  somit  vorliegend  beim  schweizerisch­türkischen  Beschwerdeführer  zu  prüfen,  welches  die  vorwiegende Staatsangehörigkeit  ist. Gestützt auf die Ausführungen der  Vorinstanz  und  des  Beschwerdeführers  ist  davon  auszugehen,  dass  dieser seit April 1996 oder 2000 (vgl. die Angaben in der Beschwerde und  SAK­act. 13)  zusätzlich  zur  türkischen  auch  die  schweizerische 

C­3518/2010 Staatsbürgerschaft besitzt. Der Beschwerdeführer hat während 23 Jahren  in der Schweiz gelebt und lebt nun in der Türkei in seinem eigenen Haus;  seine beiden (erwachsenen) Töchter  leben nach wie vor in der Schweiz.  Es  ist  davon  auszugehen,  dass  beim  Beschwerdeführer  die  türkische  Staatsangehörigkeit  die  vorwiegende  ist,  zumal  er  diese  Staatsangehörigkeit seit seiner Geburt hatte, seine Jugend  in der Türkei  verbracht hatte und nun – obwohl seine Töchter in der Schweiz wohnhaft  sind  –  wieder  mit  seiner  Ehefrau  in  die  Türkei,  seine  Heimat,  zurückgekehrt  ist.  In  Bezug  auf  die  Anwendbarkeit  des  Abkommens  bedeutet  dies  somit,  dass  das  schweizerisch­türkische  Abkommen  auf  den  Beschwerdeführer  anzuwenden  ist  und  –  sofern  auch  die  weiteren  Voraussetzungen  erfüllt  sind –  die  Überweisung  der  Beiträge  an  den  türkischen Sozialversicherer vorzunehmen ist. 3.3.2.  Es  ist  festzustellen,  dass  seitens  des  Beschwerdeführers  keine  Bezüge  von  Leistungen  der  Alters­,  Hinterlassenen­  und  Invalidenversicherung  aktenkundig  sind  (SAK­act. 2),  sodass  die  erste  Voraussetzung gemäss Art. 10a des Abkommens erfüllt ist. 3.3.3.  Ferner  ist  festzuhalten,  dass  der  Beschwerdeführer  mehrfach  versichert  und  auch  auf  dem  Antragsformular  (SAK­act. 2)  mit  seiner  Unterschrift bestätigt hat, dass er die Schweiz am 8. März 2009 definitiv  verlassen  hat.  Entgegen  der  Ansicht  der  SAK  ist  es  auch  einem  Doppelbürger  möglich,  ein  Land  definitiv  zu  verlassen.  Alleine  der  Umstand,  dass  er  die  Möglichkeit  hätte,  wieder  in  die  Schweiz  zurückzukehren,  hindert  den  Beschwerdeführer  nicht  daran,  den  ernst  gemeinten  Beschluss  zu  fassen,  in  die  Türkei  auszuwandern.  Es  sind  jedenfalls keine gegenteiligen Anzeichen vorhanden, sodass mit dem im  Sozialversicherungsrecht  erforderlichen  Beweisgrad  der  überwiegenden  Wahrscheinlichkeit  davon  auszugehen  ist,  der  Beschwerdeführer  habe  die Schweiz definitiv verlassen. 3.3.4.  Zusammenfassend  ist  daher  festzuhalten,  dass  der  Beschwerdeführer  sämtliche  Voraussetzungen  für  die  Beitragsüberweisung gemäss Art. 10a Abs. 1 des Abkommens erfüllt. Die  Beschwerde  ist  somit  gutzuheissen,  der  angefochtene  Einspracheentscheid vom 22. April 2010 ist aufzuheben und die Sache ist  an  die  SAK  zurückzuweisen,  damit  diese  den  Überweisungsbetrag  berechne und ihn dem türkischen Sozialversicherer überweise. 4.  

C­3518/2010 4.1. Das Verfahren ist für die Parteien kostenlos (Art. 85bis Abs. 2 AHVG),  so dass keine Verfahrenskosten zu erheben sind. 4.2. Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Begehren  eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig  hohe  Kosten  zugesprochen  werden  (Art.  64  Abs.  1  VwVG).  Da  dem  obsiegenden  Beschwerdeführer,  welcher  nicht  vertreten  war,  keine  unverhältnismässig  hohen Kosten  entstanden  sind  und  dieser  zu Recht  keinen entsprechenden Antrag gestellt hat, ist keine Parteientschädigung  zuzusprechen  (vgl.  Art. 64  Abs. 1  VwVG  und  Art. 7 ff.  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 4.3.  Die  unterliegende  SAK  hat  keinen  Anspruch  auf  eine  Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario).

C­3518/2010 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen.  Der  angefochtene  Einspracheentscheid vom 22. April 2010 wird aufgehoben, und die Sache  wird  zum  weiteren  Vorgehen  im  Sinn  der  Erwägung 3.3.4  an  die  Vorinstanz zurückgewiesen. 2.  Es  werden  keine  Verfahrenskosten  erhoben,  und  es  wird  keine  Parteientschädigung zugesprochen. 3.  Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref­Nr. …) – das Bundesamt für Sozialversicherungen Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Michael Peterli Sandra Tibis Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat  die  Begehren,  deren  Begründung mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  der  Beschwerdeführer  in  Händen  hat,  beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:

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