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Bundesverwaltungsgericht 23.02.2012 C-2790/2010

23 février 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,220 mots·~11 min·2

Résumé

Zulassungen (inkl. Änderungen) | Sistierung der provisorischen Zulassung für Z._______,Tabletten

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung III C­2790/2010 Urteil   v om   2 3 .   Februar   2012 Besetzung Richterin Franziska Schneider (Vorsitz), Richter Daniel Stufetti, Richterin Elena Avenati­Carpani,  Gerichtsschreiberin Susanne Genner. Parteien X._______ AG,  Beschwerdeführerin,  gegen Swissmedic Schweizerisches Heilmittelinstitut,  Vorinstanz.  Gegenstand Sistierung der provisorischen Zulassung für Z._______,  Tabletten.

C­2790/2010 Sachverhalt: A.  Die  Pharmaunternehmung  X._______  AG  war  seit  1989  Inhaberin  der  Zulassung für das Arzneimittel Z._______, Tabletten (Zulassungsnummer  […]).  Wegen  des  bevorstehenden  Ablaufs  der  Zulassung  am  30.  März  2009 beantragte die X._______ AG mit Gesuch vom 2. September 2008  (act.  25­41)  eine  Verlängerung  der  Zulassung  beim  Schweizerischen  Heilmittelinstitut Swissmedic (nachfolgend: Swissmedic). B.  Mit  Schreiben  vom  11.  Februar  2009  (act.  43)  teilte  Swissmedic  der  X._______ AG mit, die  im Formular  "Volldeklaration" vom 2. September  2008 deklarierte Zusammensetzung des Präparats entspreche nicht  der  im  Formular  "Anmeldung  zur  Registrierung"  vom  23. Januar  1989  angegebenen  Zusammensetzung.  Die  X._______  AG  werde  gebeten,  diese Diskrepanz zu klären. Sollte die X._______ AG beabsichtigen, die  Zusammensetzung  des  Präparats  zu  ändern,  müsste  sie  vor  dem  Inverkehrbringen  der  neuen  Zusammensetzung  ein  formal  korrektes  Gesuch um Änderung der Zusammensetzung stellen. Erst nach erfolgter  Genehmigung  der  Änderung  könne  die  neue  Zusammensetzung  implementiert  werden.  Die  Antwort  der  X._______  AG  samt  den  vollständigen Unterlagen werde bis zum 25. Februar 2009 erwartet. C.  Die X._______ AG nahm mit Schreiben vom 27. Februar 2009 (act. 51­ 53) folgendermassen Stellung:  Die aktuelle Volldeklaration gebe die korrekte Zusammensetzung des zur  Zeit produzierten Präparats wieder. Anstelle von Calciumarachinat werde  Magnesiumstearat eingesetzt. Die Substitution von Calciumarachinat sei  aufgrund  von  Beschaffungsschwierigkeiten  nach  1993  erfolgt.  Der  Einsatz der gleichen Menge Magnesiumstearat habe weiterhin zu einem  spezifikationskonformen  Produkt  geführt.  In  den  Unterlagen  der  X._______  AG  fehle  die  Evidenz,  dass  Swissmedic  diese  Änderung  mitgeteilt worden sei. Die  Menge  mikrokristalliner  Cellulose  sei  im  Formular  vom  23. Januar  1989  nicht  korrekt  angegeben.  Dabei  müsse  es  sich  um  einen  Berechnungsfehler handeln.

C­2790/2010 Damit  das  Dossier  wieder  im  Einklang  mit  den  tatsächlichen  Verhältnissen  stehe,  sende  die  X._______  AG  die  angepassten  Dokumente  "Part  II  A  Zusammensetzung  Fertigprodukt"  und  "Part  II  B  Herstellungsvorschrift".  Nachdem  inzwischen  mehr  als  10  Jahre  vergangen seien, scheine der X._______ AG ein formelles Gesuch nicht  mehr der  richtige Weg zu sein, um die erwähnte Änderung anzuzeigen.  Swissmedic  möge  daher  die  Beurteilung  aufgrund  der  vorliegenden  Korrespondenz  vornehmen,  damit  die  Prüfung  des  Gesuchs  um  Verlängerung der Zulassung fortgesetzt werden könne. D.  Mit  Zwischenverfügung  vom  13.  März  2009  (act.  55­57)  verlängerte  Swissmedic  die  Zulassung  des  Präparats  Z._______,  Tabletten  provisorisch  bis  zum  Abschluss  des  Verfahrens  um  Verlängerung  der  Zulassung.  E.  Mit  Vorbescheid  vom  1.  Mai  2009  (act.  59­69)  teilte  Swissmedic  der  X._______  AG  mit,  es  werde  ein  Überprüfungsverfahren  nach  Art.  16  Abs.  2  des  Heilmittelgesetzes  vom  15. Dezember  2000  (HMG,  SR  812.21) und Art. 58 HMG eröffnet. Die X._______ AG erhielt Gelegenheit,  innert  Frist  zu  den  vorgesehenen  Massnahmen  zur  Wahrung  der  Arzneimittelsicherheit schriftlich Stellung zu nehmen. Auf den Vorbescheid vom 1. Mai 2009 reagierte die X._______ AG nicht. F.  Mit  Zwischenverfügung  vom  17.  Juni  2009  (act.  71­81)  verpflichtete  Swissmedic die X._______ AG, bis zum 31. Dezember ein Gesuch für die  Hilfsstoffänderung  und  ein  Gesuch  um  Änderung  des  Herstellungsverfahrens mit Gegenüberstellung der seit 1993 hergestellten  und der 1989 gemeldeten Zusammensetzung, eine Begründung  für den  Verzicht  einer  Bioäquivalenzstudie  sowie  spezifische  Unterlagen  einzureichen. Swissmedic erwog, weder die Hilfsstoffänderung noch das  Herstellungsverfahren seien von der damals zuständigen Interkantonalen  Kontrollstelle  für  Heilmittel  genehmigt  worden.  Im Unterschied  zum  neu  beschriebenen Herstellungsverfahren, welches auf einer Granulierung mit  Ethanol  beruhe,  sei  das  Präparat  gemäss  der  bislang  genehmigten  Herstellungsvorschrift mit Methylenchlorid granuliert. Das Präparat in der  derzeitigen (nicht genehmigten) Zusammensetzung sei weder hinsichtlich  der  Qualität  noch  hinsichtlich  der  Bioverfügbarkeit  ausreichend  belegt. 

C­2790/2010 Die  X._______  AG  habe  von  der  Gelegenheit,  zu  den  beabsichtigten  Massnahmen Stellung zu nehmen, keinen Gebrauch gemacht. G.  Mit  Vorbescheid  vom  29.  Januar  2010  (act.  83­91)  setzte  Swissmedic  eine  Nachfrist  zur  Einreichung  der  mit  Verfügung  vom  17.  Juni  2009  eingeforderten Unterlagen bis zum 19. Februar 2010. Nach unbenutztem  Ablauf  dieser  Frist  werde  Swissmedic  die  endgültige  Sistierung  der  provisorischen Zulassung von Z._______, Tabletten verfügen und für die  Durchführung  des  besonderen  Verwaltungsverfahrens  eine Gebühr  von  Fr. 2'400.­ auferlegen.  H.  Die X._______ AG  reichte mit Eingabe vom 16. Februar  2010  (act.  93­ 131)  u.a.  ein  Formular  "Gesuch  Zulassung/Änderung"  vom  28.  Januar  2010 (act. 119­125), eine Volldeklaration vom 28. Januar 2010 (act. 115­ 117) und ein Formular "Genehmigungspflichtige Änderung Qualität" vom  28. Januar 2010, S. 1 und 10 von 22 (act. 99­101) ein. I.  Mit  Verfügung  vom  5.  März  2010  (act.  135­145)  ordnete  Swissmedic  Folgendes an: – Die  provisorische  Zulassung  vom  13.  März  2009  für  das  Präparat  Z._______, Tabletten werde sistiert (Dispositiv Ziff. 1). – Der X._______ AG sei es ab Eintritt der Rechtskraft der vorliegenden  Verfügung  untersagt,  das  Präparat  Z._______,  Tabletten  weiter  in  Verkehr zu bringen (Dispositiv Ziff. 2). – Die  Sistierung  der  provisorischen  Zulassung  werde  im  Swissmedic­ Journal publiziert (Dispositiv Ziff. 3). – Damit eine Aufhebung der Sistierung geprüft werden könne, seien die  fehlenden  Unterlagen  bis  zum  30.  August  2010  einzureichen  (Dispositiv Ziff. 4). – Zuwiderhandlungen  gegen  Ziff.  2  der  vorliegenden  Verfügung  könnten gemäss Art. 87 Abs. 1 Bst. g HMG mit Haft oder Busse bis zu  Fr. 50'000.­ bestraft werden (Dispositiv Ziff. 5).

C­2790/2010 – Eine Gebühr von Fr. 3'600.­ für das vorliegende Verfahren werde der  X._______  AG  auferlegt;  zusätzlich  entstehender  Aufwand  werde  nach  Abschluss  des  weiterführenden  Verfahrens  verrechnet  (Dispositiv Ziff. 6). J.  Nach  einer  Korrespondenz  betreffend  die  Sistierungsverfügung  vom  5. März  2010  (act.  147­153)  reichte  die  X._______  AG  zwei  formlose  Wiedererwägungsgesuche  ein  (vgl.  Eingaben  vom  16.  März  2010  [act.  155­157] und vom 9. April 2010 [act. 165­173]). Swissmedic trat auf das  erste  Gesuch  mit  Schreiben  vom  26. März  2010  [act.  159­161])  sinngemäss  nicht  ein.  Auf  die  im Schreiben  der  X._______  AG  vom  9.  April 2010 geäusserte Bitte, "die Sistierung der Zulassung wenn möglich  bis zum 22. April 2010 aufzuheben", reagierte Swissmedic nicht mehr. K.  Am 22. April 2010 erhob die X._______ AG gegen die Verfügung vom 5.  März  2010  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht  mit  den  Anträgen,  die  Sistierung  sei  aufzuheben,  die  Begutachtung  sei  nach  wissenschaftlichen  Grundsätzen  vorzunehmen  anstatt  aufgrund  von  Vermutungen  und  das  Änderungsgesuch  sei  unabhängig  von  der  angefochtenen Verfügung  zu bearbeiten. Neben der Korrespondenz mit  Swissmedic (Beschwerdebeilagen 1, 3­11) reichte die X._______ AG ein  Schreiben der U._______ AG vom 21. April 2010 (Beschwerdebeilage 2)  ein.  Zusätzlich  wurde  ein  Beilagenverzeichnis  zur  Beschwerde  mit  den  Beilagen 1­5 vorgelegt. L.  Mit  Vernehmlassung  vom  31.  Mai  2010  beantragte  Swissmedic,  die  Beschwerde  sei  vollumfänglich  abzuweisen,  soweit  darauf  einzutreten  sei. M.  Mit Replik vom 5. Juli 2010 hielt die X._______ AG an ihrer Beschwerde  fest. Zudem teilte sie mit, sie habe das Änderungsgesuch vom 28. Januar  2010 mit Schreiben an die Vorinstanz vom 5. Juli 2010 (Replikbeilage 1)  zurückgezogen. N.  Der  mit  Zwischenverfügung  vom  9.  Juli  2010  einverlangte  Kostenvorschuss von Fr. 3'500.­ wurde am 26. Juli 2010 bezahlt.

C­2790/2010 O.  Mit Duplik vom 6. September 2010 hielt Swissmedic am Antrag fest, die  Beschwerde  sei  vollumfänglich  abzuweisen,  soweit  darauf  einzutreten  sei. P.  Der  Schriftenwechsel  wurde  mit  Verfügung  vom  9.  September  2010  abgeschlossen. Q.  Am 21. September 2010  reichte die X._______ AG unaufgefordert  eine  Triplik  mit  Beilagen  ein,  insbesondere  einen  Untersuchungsbericht  vom  13.  April  2010  zur  Schmelzpunktbestimmung  von  A._______  nach  Behandlung mit zwei verschiedenen Lösungsmitteln. R.  Mit  Quadruplik  vom  28.  Oktober  2010  hielt  Swissmedic  am  Antrag  auf  Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei, fest. S.  Der  Schriftenwechsel  wurde  mit  Verfügung  vom  8.  November  2010  erneut abgeschlossen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  Das  Bundesverwaltungsgericht  prüft  von  Amtes  wegen,  ob  die  Prozessvoraussetzungen  erfüllt  sind  und  auf  eine  Beschwerde  einzutreten ist (BVGE 2007/6 E. 1 mit Hinweisen). 1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. e VGG und Art. 84 Abs.  1  HMG  ist  das  Bundesverwaltungsgericht  für  die  Behandlung  der  vorliegenden Beschwerde zuständig.  1.2.  Anfechtungsgegenstand  ist  die  Verfügung  der  Vorinstanz  vom  5. März  2010.  Die  für  5  Jahre  erteilte,  am  30.  März  2009  ablaufende  Zulassung  war  mit  Zwischenverfügung  vom  13.  März  2009  bis  zum  Abschluss  des  Verfahrens  um  Erneuerung  der  Zulassung  provisorisch  verlängert worden. Mit  Zwischenverfügung  vom 17.  Juni  2009  hatte  die  Vorinstanz  die Beschwerdeführerin  aufgefordert,  bis  zum 31. Dezember  2009  je ein Gesuch  für die Hilfsstoffänderung und  für die Änderung des 

C­2790/2010 Herstellungsverfahrens samt Unterlagen einzureichen. Das ursprüngliche  Verfahren  um  Erneuerung  der  Zulassung  wurde  somit  in  ein  Verfahren  um  Änderung  der  Zusammensetzung  und  der  Herstellung  umgeleitet.  Weil  die  Beschwerdeführerin  die  Frist  zur  Einreichung  der  Änderungsgesuche  ungenutzt  verstreichen  liess  und  auch  nach  Ansetzung  einer  Nachfrist  nicht  alle  verlangten  Unterlagen  einreichte,  sistierte  die  Vorinstanz  die  provisorisch  erteilte  Zulassung  für  das  Präparat  Z._______,  Tabletten  mit  Verfügung  vom  5.  März  2010  (vgl.  Dispositiv  Ziff.  1).  Dieser  Entscheid  ist  als  Zwischenverfügung  zu  qualifizieren,  weil  das  Verfahren  betreffend  Änderung  der  Zusammensetzung und Änderung des Herstellungsverfahrens noch nicht  abgeschlossen ist.  Gemäss  Art.  46  Abs.  1  Bst.  a  VwVG  sind  selbständig  eröffnete  Zwischenverfügungen  anfechtbar,  wenn  sie  einen  nicht  wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können. Diese Voraussetzung  ist  in  Bezug  auf  die  Sistierung  der  provisorischen  Zulassung  zweifellos  erfüllt,  wird  doch  der  Beschwerdeführerin  ein  bislang  gewährtes  Recht  entzogen.  Die  in  Dispositiv  Ziff.  4  der  Verfügung  vorgenommene  Ansetzung  einer  Frist  zur  Einreichung  fehlender  Unterlagen  muss  als  Instruktionsverfügung betreffend eine allfällige Aufhebung der Sistierung  gelten; sie ist nicht Teil des Anfechtungsgegenstands. Als zusammen mit  Dispositiv  Ziff.  1  angefochten  zu  betrachten  sind  hingegen  die  in  Dispositiv  Ziff.  2  (Verbot  des  Inverkehrbringens),  Ziff.  3  (Publikation  der  Sistierung)  und  Ziff.  6  (Auferlegung  der  Gebühren)  getroffenen  Anordnungen.  1.3.  Die  Beschwerdeführerin  hat  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen.  Sie  ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt und hat an deren Aufhebung oder Änderung ein schutzwürdiges  Interesse. Sie ist daher gemäss Art. 48 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom  20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021)  zur Beschwerdeführung legitimiert. 1.4.  Die  angefochtene  Verfügung  trägt  das  Datum  vom  5.  März  2010  (Freitag). Die Zustellung erfolgte somit  frühestens am 8. März 2010. Die  Frist hat demnach frühestens am 9. März 2010 zu laufen begonnen und  in  Berücksichtigung  des  Fristenstillstands  vom  28.  März  2010  bis  zum  11. April  2010 gemäss Art.  22a Abs.  1 Bst.  a VwVG am 22. April  2010  geendet. Die am 22. April 2010 der Post übergebene Beschwerde wurde  somit  rechtzeitig  eingereicht.  Der  Kostenvorschuss  wurde  innert  der 

C­2790/2010 gesetzten Frist bezahlt, und auch die Formerfordernisse gemäss Art. 52  Abs. 1 VwVG sind erfüllt. Auf die Beschwerde ist demnach grundsätzlich einzutreten. 2.  2.1. Mit  der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht  kann gerügt  werden,  die  angefochtene  Verfügung  verletze  Bundesrecht  (einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens), beruhe  auf  einer  unrichtigen  oder  unvollständigen  Feststellung  des  rechtserheblichen Sachverhalts oder sei unangemessen (Art. 49 VwVG).  2.2.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  gemäss  dem  Grundsatz  der  Rechtsanwendung  von  Amtes  wegen  nicht  an  die  Begründung  der  Begehren  der  Parteien  gebunden  (Art.  62  Abs.  4  VwVG).  Es  kann  die  Beschwerde  auch  aus  anderen  als  den  geltend  gemachten  Gründen  gutheissen  oder  den  angefochtenen  Entscheid  im  Ergebnis  mit  einer  Begründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. FRITZ  GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 212). 3.  Die  Beschwerdeführerin  beantragt,  die  Sistierung  sei  aufzuheben,  die  Begutachtung  sei  nach  wissenschaftlichen  Grundsätzen  vorzunehmen  anstatt  aufgrund  von  Vermutungen,  und  das  Änderungsgesuch  sei  unabhängig von der angefochtenen Verfügung zu bearbeiten. 3.1.  Auf  den  Antrag,  die  Begutachtung  der  Unterlagen  sei  nach  wissenschaftlichen  Grundsätzen  vorzunehmen,  kann  nicht  eingetreten  werden.  Es  handelt  sich  hierbei  um  eine  Beanstandung  der  Beschwerdeführerin  im  Sinn,  dass  die  Vorinstanz  bei  der  Prüfung  der  Zulassungsunterlagen  nicht  die  "richtige"  Methode  angewendet  habe.  Diese  Rüge  stellt  lediglich  eine  Begründung  dar  für  die  Meinung  der  Beschwerdeführerin,  wonach  die  Sistierung  der  Zulassung  zu  Unrecht  angeordnet  worden  sei.  Sie  ist  daher  im  Rahmen  der  Beschwerdebegründung zu würdigen. 3.2. In Bezug auf den Antrag, das Änderungsgesuch sei unabhängig von  der  angefochtenen  Verfügung  zu  bearbeiten,  ist  festzuhalten,  dass  die  Beschwerdeführerin das mit Eingabe vom 16. Februar 2010 eingereichte  Gesuch um Änderung der Zusammensetzung vom 28. Januar 2010 (act.  93­125) mit Schreiben an die Vorinstanz vom 5. Juli 2010 (Replikbeilage 

C­2790/2010 1)  zurückgezogen  hat.  Der  Antrag  ist  somit  in  Bezug  auf  die  Änderung  der  Zusammensetzung  gegenstandslos  geworden.  In  Bezug  auf  die  Änderung  des  Herstellungsverfahrens  ist  das  Verfahren  vor  der  Vorinstanz noch hängig. Es liegt demnach kein Entscheid der Vorinstanz  vor, so dass auf den entsprechenden Antrag nicht einzutreten ist. 3.3. Zu prüfen  ist  daher  lediglich,  ob die Vorinstanz mit Verfügung  vom  5. März  2010  die  provisorische  Zulassung  des  Präparats  Z._______,  Tabletten zu Recht sistiert hat. 4.  Verwendungsfertige Arzneimittel dürfen gemäss Art. 9 Abs. 1 HMG nur in  Verkehr gebracht werden, wenn sie zugelassen sind. Art. 10 Abs. 1 HMG  umschreibt  die  Zulassungsvoraussetzungen;  nach Art.  10 Abs.  1 Bst.  a  HMG hat die gesuchstellende Person zu belegen, dass das Arzneimittel  oder das Verfahren qualitativ hochstehend, sicher und wirksam ist.  4.1. Gemäss Art. 11 Abs. 1 Bst. c HMG muss das Zulassungsgesuch die  für  die  Beurteilung  erforderlichen  Angaben  und  Unterlagen  enthalten,  insbesondere  die  Herstellungsmethode,  die  Zusammensetzung,  die  Qualität  und  die  Haltbarkeit.  Art.  2  der  Arzneimittel­ Zulassungsverordnung  vom  9. November  2001  (AMZV,  SR  812.212.22)  präzisiert  dazu,  dass  das  Zulassungsgesuch  eine  vollständige  Dokumentation  enthalten  muss,  die  dem  aktuellen  Stand  von  Wissenschaft  und  Technik  entspricht  und  Qualität,  Sicherheit  und  Wirksamkeit  des  Arzneimittels  belegt.  Art.  3  AMZV  umschreibt  die  Anforderungen an die Dokumentation über die analytischen, chemischen  und pharmazeutischen Prüfungen. 4.2. Gestützt auf Art. 16 Abs. 1 HMG verfügt das  Institut die Zulassung,  wenn  die  Voraussetzungen  erfüllt  sind;  es  kann  die  Zulassung  mit  Auflagen und Bedingungen verknüpfen. Gemäss Art. 16 Abs. 2 HMG gilt  die Zulassung für  fünf Jahre; das Institut kann den Zulassungsentscheid  während  der  Zulassungsdauer  von  sich  aus  oder  auf  Gesuch  hin  veränderten Verhältnissen anpassen oder widerrufen. Nach Art. 16 Abs.  4  HMG  wird  die  Zulassung  auf  Gesuch  hin  erneuert,  wenn  die  Voraussetzungen weiterhin erfüllt sind. Diese Grundsätze werden in der Verordnung vom 17. Oktober 2001 über  die Arzneimittel (VAM, SR 812.212.21) wiederholt und teilweise präzisiert  (vgl. Art. 2 VAM, Art. 7 VAM, Art. 9 VAM und Art. 9a VAM). Gemäss dem 

C­2790/2010 vorliegend  anwendbaren  Art.  9  Abs.  3  VAM  in  der  Fassung  vom  17.  Oktober 2001 (AS 2001 3420, in Kraft bis 30. September 2010) widerruft  oder  sistiert  das  Institut  die  Zulassung,  wenn  die  Voraussetzungen  des  HMG  nicht  mehr  erfüllt  sind.  Diese  Bestimmung  wurde  anlässlich  der  Teilrevision der VAM vom 8. September 2010 (AS 2010 4039) als Art. 9a  Abs. 1 VAM unverändert übernommen.  4.3. Das Verhältnis von Art. 16 Abs. 2 HMG zu Art. 9 Abs. 3 VAM (in der  bis  zum  30.  September  2010  gültig  gewesenen  Fassung)  bzw.  Art.  9a  Abs. 1 VAM  ist  nicht eindeutig. Dem Wortsinn nach stellt  die Sistierung  einer Zulassung eine mildere Form des Widerrufs dar,  indem im Fall der  Sistierung  die  Zulassung  in  einem  späteren  Zeitpunkt  wieder  aufleben  kann,  sofern  die  Sistierung  aufgehoben  wird.  In  den  gesetzlichen  Grundlagen  finden  sich  jedoch  keine  Hinweise  darauf,  in  welchem  Fall  eine Zulassung zu widerrufen bzw. zu sistieren  ist. Art. 66 Abs. 2 Bst. b  HMG  ordnet  den  Widerruf  und  die  Sistierung  als  Verwaltungsmassnahmen  ein;  nach  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung handelt es sich bei Art. 66 Abs. 2 Bst. b HMG um eine  Kompetenznorm, welche dem Institut das Recht zuerkennt, Verfügungen  zu widerrufen  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  [BGer]  2C_659/2010  vom  16.  Februar  2011  E.  2.1).  Rechtsprechungsgemäss  findet  der Widerruf  einer Zulassung in Art. 16 Abs. 2 HMG in Verbindung mit Art. 66 Abs. 2  Bst. b HMG und Art. 9 Abs. 3 VAM (in der bis zum 30. September 2010  gültig  gewesenen  Fassung)  eine  ausdrückliche  gesetzliche  Grundlage  (vgl. Urteil  des BGer 2A.16/2005 vom 4. August 2005 E. 2.4; Urteil  des  BGer  2A.243/2006  vom  22.  Dezember  2006  E.  2.4;  a.M.  GERHARD  SCHMID/FELIX  UHLMANN,  in:  Eichenberger/Jaisli/Richli  [Hrsg.],  Heilmittelgesetz, Basel 2006, Art. 16, Rz. 18). 5.  Die  Vorinstanz  begründet  die  Sistierung  der  Zulassung  damit,  das  Präparat Z._______, Tabletten sei in der derzeitigen (nicht genehmigten)  Zusammensetzung  weder  hinsichtlich  der  Qualität  noch  der  Bioverfügbarkeit ausreichend belegt. Die mit Zwischenverfügung vom 17.  Juni  2009  verlangten  Unterlagen  seien  entweder  gar  nicht  oder  in  mangelhafter Qualität eingereicht worden. Die  Implementierung  der  Hilfsstoffänderung  (Substitution  von  Calciumarachinat  durch  Magnesiumstearat  als  Gleitmittel)  hätte  nicht  ohne  Genehmigung  der  damals  zuständigen  Interkantonalen  Kontrollstelle für Heilmittel erfolgen dürfen. 

C­2790/2010 Auch  das  Herstellungsverfahren  sei  ohne  behördliche  Genehmigung  geändert worden: Gemäss der am 28. Februar 1995 der Interkantonalen  Kontrollstelle  für  Heilmittel  vorgelegten  Herstellungsvorschrift  sei  das  Präparat  mit  Methylenchlorid  granuliert  worden;  das  neu  beschriebene  Herstellungsverfahren  beruhe  dagegen  auf  einer  Granulierung  mit  Ethanol. Jede dieser beiden Änderungen könnte einen negativen Einfluss auf die  Qualität oder auf die Geschwindigkeit der Freisetzung des Wirkstoffs aus  der  Arzneiform  haben.  Insbesondere  seien  der  Austausch  des  Schmiermittels  mit  einem  Anteil  von  1 %  in  der  Formulierung  und  der  Wechsel  des  zur  Granulierung  verwendeten  Lösungsmittels  von  Methylenchlorid  zu  Ethanol  als  kritisch  zu  beurteilen.  Gemäss  den  einschlägigen  internationalen  Richtlinien  sei  bei  substanziellen  Änderungen der Zusammensetzung oder des Herstellungsprozesses eine  Bioäquivalenzstudie  gefordert,  wenn  der  in­vitro­Nachweis  der  Vergleichbarkeit des Präparats vor und nach der Änderung nicht erbracht  werden könne.  Die  Beschwerdeführerin  sei  jedoch  nicht  in  der  Lage,  den  entsprechenden  Nachweis  mittels  eines  in­vitro­Dissolutionsvergleichs  von  Z._______  vor  und  nach  den  Änderungen  beizubringen.  Ebenso  fehle die direkte Vergleichsmöglichkeit mit einer anderen  in der Schweiz  zugelassenen wirkstoffgleichen Tablette derselben Dosierungsstärke, da  keine  solche  auf  dem Markt  sei.  Um  den Einfluss  der  vorgenommenen  Änderungen auf die Qualität und Wirksamkeit des Präparats beurteilen zu  können,  sei  eine  Bioäquivalenzstudie  erforderlich,  d.  h.  ein  externer  Vergleich in vivo mit einem zugelassenen wirkstoffgleichen Oralpräparat.  Dies  ergebe  sich  aus  der  Notwendigkeit  einer  Neubeurteilung  der  Zulassungsunterlagen,  da  die  Voraussetzungen  gemäss  Heilmittelrecht  nicht mehr erfüllt  seien. Swissmedic habe  im Vorfeld der Sistierung alle  Möglichkeiten  für  einen  Verzicht  auf  eine  Bioäquivalenzstudie  geprüft,  einschliesslich  der  Anwendbarkeit  eines  Biowavers  für  Präparate  der  BCS­Klasse  I  gemäss  BCS­Klassifizierung.  Aufgrund  der  von  der  Beschwerdeführerin  vorgelegten  Ergebnisse  und  Referenzen  zur  Löslichkeit  und  Permeabilität  sei  der  Wirkstoff  A._______  jedoch  der  BCS­Klasse  II  zuzuordnen.  Der  Nachweis  der  Unbedenklichkeit  der  Änderungen  könne  daher  nur  durch  eine  Bioäquivalenzstudie  erbracht  werden. 

C­2790/2010 Die  Beschwerdeführerin  habe  nach  Eröffnung  des  Überprüfungsverfahrens am 1. Mai 2009 9 Monate Zeit gehabt, um den  gesetzmässigen  Zustand  wieder  herzustellen,  habe  diese  Frist  jedoch  nicht genutzt. Die Sistierung der provisorisch erteilten Zulassung sei eine  verhältnismässige  Massnahme  zur  Wiederherstellung  des  gesetzmässigen Zustands.  6.  Demgegenüber  macht  die  Beschwerdeführerin  geltend,  die  beiden  Hilfsstoffe Calciumarachinat und Magnesiumstearat würden sehr ähnliche  chemische und physikalische Eigenschaften aufweisen, so dass nicht mit  einem  Einfluss  auf  die  Bioverfügbarkeit  zu  rechnen  sei.  Da  aber  der  Hilfsstoff  Calciumarachinat  wieder  erhältlich  sei,  werde  die  Beschwerdeführerin zur alten Zusammensetzung zurückkehren. Der  Austausch  der  Granulierflüssigkeit  (Ethanol  statt  Methylenchlorid)  stelle  eine  geringfügige  Änderung  dar.  Es  sei  deshalb  unverhältnismässig,  wissenschaftlich  nicht  begründet  und  für  die  Beurteilung  des  Sachverhalts  nicht  von  Nutzen,  dass  der  Einfluss  der  Änderung  auf  die  Bioverfügbarkeit  mittels  einer  Bioäquivalenzstudie  widerlegt  werden  solle.  Dies  zeige  auch  das  Schreiben  der  U._______  AG  vom  21.  April  2010  (Beschwerdebeilage  2).  Allein  durch  die  Verwendung  einer  Granulierflüssigkeit  könne  die  Zulassung  des  Präparats nicht in Frage gestellt werden. 7.  Die Beschwerdeführerin hat die Änderungen der Zusammensetzung und  des  Herstellungsverfahrens  unbestrittenermassen  weder  der  vormals  zuständigen  Interkantonalen  Kontrollstelle  für  Heilmittel  oder  der  Vorinstanz  gemeldet,  noch  hat  sie  dafür  eine  Genehmigung  erhalten.  Trotzdem hat die Vorinstanz die Zulassung provisorisch erneuert und der  Beschwerdeführerin  Gelegenheit  gegeben,  ein  rechtskonformes  Änderungsgesuch  zu  unterbreiten.  Die  Beschwerdeführerin  ist  dieser  Aufforderung  nicht  nachgekommen,  macht  nun  aber  geltend,  die  Sistierung der provisorisch erteilten Zulassung sei unverhältnismässig.  7.1. Wie  in  E.  4  dargelegt  ist  gemäss  Art.  10  Abs.  1  Bst.  a  HMG  der  Qualitätsnachweis von der gesuchstellenden Partei zu erbringen; gelingt  er  nicht,  so  erfüllt  das  betreffende  Arzneimittel  die  Zulassungsvoraussetzungen  nicht  mehr  mit  der  Folge,  dass  die  Zulassung gestützt auf Art. 9 Abs. 3 VAM (in der bis zum 30. September 

C­2790/2010 2010  gültig  gewesenen  Fassung)  widerrufen  oder  sistiert  werden muss  (vgl. auch Urteil des BGer 2A.16/2005 vom 4. August 2005 E. 2.4). 7.2.  Das  Bundesverwaltungsgericht  auferlegt  sich  bei  der  Ermessensausübung,  der  Anwendung  unbestimmter Rechtsbegriffe  und  der Sachverhaltswürdigung Zurückhaltung, wenn  die Durchdringung  der  Materie  spezialisierte  wissenschaftliche  Kenntnisse  erfordert  (BENJAMIN  SCHINDLER,  in:  Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  Kommentar  zum  Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich/St. Gallen  2008,  Art.  49,  Rz.  9;  BEATRICE  WAGNER  PFEIFFER,  Zum  Verhältnis  von  fachtechnischer  Beurteilung  und  rechtlicher  Würdigung  im  Verwaltungsverfahren  unter  besonderer  Berücksichtigung  der  Bestimmungen  im  revidierten  USG  über  umweltgefährdende  Organismen, in: ZSR n. F. 116 (1997), S. 433 ff., hier S. 441 f.). In Bezug  auf  die  vorliegend  zu  prüfende  Frage,  ob  die  Vorinstanz  den  Qualitätsnachweis  für  das  Präparat  Z._______,  Tabletten  zu  Recht  als  nicht  erbracht  erachtet  hat,  ist  eine  derartige  Zurückhaltung  angezeigt.  Dies  gilt  umso  mehr,  als  die  Vorinstanz  eine  durch  den  Bund  unter  Mitwirkung  der  Kantone  betriebene  öffentlich­rechtliche  Anstalt  mit  eigener  Rechtspersönlichkeit  ist,  welche  im  Medizinalbereich  über  ein  besonderes Fachwissen verfügt (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.2).  7.3.  Im  Überprüfungsverfahren  verlangte  die  Vorinstanz  zum  Nachweis  der  Qualität  des  Präparats  Z._______,  Tabletten,  insbesondere  der  Bioverfügbarkeit,  eine  Bioäquivalenzstudie.  Sinn  und  Zweck  einer  solchen  Studie  im  vorliegenden  Fall  wurden  von  der  Vorinstanz  ausführlich  erläutert  (vgl.  E.  5).  Die  Notwendigkeit  einer  Bioäquivalenzstudie  wird  von  der  Beschwerdeführerin  vehement  bestritten mit  dem  Argument,  die  Änderung  des  Herstellungsverfahrens  stelle eine geringfügige Änderung dar, so dass mit einem Einfluss auf die  Bioverfügbarkeit  nicht  zu  rechnen  sei.  Das  zum  Beweis  dieser  Behauptung  ins  Recht  gelegte  Schreiben  der  U._______  AG  vom  21.  April  2010  (Beschwerdebeilage  2)  stellt  ein  Privatgutachten  dar.  Darin  wird  erläutert,  der  Wirkstoff  A._______  weise  eine  hohe  Löslichkeit  in  Wasser  und  eine  Absorbtion  von  über  85 %  auf.  Es  gebe  keine  Anzeichen,  dass  eine  so  hohe  Bioverfügbarkeit  durch  eine  kleinere  Änderung (d. h. durch den Austausch der Granulierflüssigkeit) beeinflusst  werde. Das von der Vorinstanz vorgeschlagene Präparat F._______ 200  Granulat  sei  als  Referenzprodukt  für  die  Bioäquivalenzstudie  nicht  geeignet. Ein Granulat von 200 mg könne nicht mit einer Tablette von 500  mg  verglichen  werden,  weil  deren  pharmazeutische  Eigenschaften 

C­2790/2010 unterschiedlich  seien.  Da  ein  Referenzprodukt  in  der  Schweiz  nicht  verfügbar sei, könne aus technischen Gründen keine Bioäquivalenzstudie  durchgeführt werden.  7.3.1.  In  ihrer Vernehmlassung  vom 31. Mai  2010  räumt die Vorinstanz  (wie  bereits  in  der  Verfügung  vom  5.  März  2010)  ein,  dass  auf  dem  Schweizer  Markt  keine  wirkstoffgleiche  Tablette  in  der  vorliegenden  Dosierungsstärke (500 mg A._______) erhältlich sei. Die Applikation des  oral zu verabreichenden Präparats F._______ Granulé erlaube es jedoch,  die Dosis an die vorliegende Wirkstoffmenge in der Tablette anzupassen.  Damit werde zwar die Bioäquivalenz nicht direkt  im Vergleich mit einem  Referenzpräparat der gleichen galenischen Form überprüft, hingegen  im  Vergleich  zu  einer  oralen  Lösung,  bei  der  kein Hilfsstoffeinfluss  auf  die  orale Bioverfügbarkeit erwartet werde. 7.3.2.  In  ihrer  Duplik  vom  6.  September  2010  legt  die  Vorinstanz  schliesslich dar, dass die Ankündigung der Beschwerdeführerin, in Bezug  auf  die  Hilfsstoffe  zur  ursprünglichen  Zusammensetzung  (d.  h.  zur  Verwendung  von  Calciumarachinat)  zurückzukehren,  eine  Bioäquivalenzstudie nicht entbehrlich mache. Entgegen der Behauptung  der  Beschwerdeführerin  handle  es  sich  beim  Austausch  der  Granulierflüssigkeit um eine Änderung des Herstellungsprozesses, da die  beiden Lösungsmittel unterschiedliche Eigenschaften aufweisen würden.  Das  ehemals  verwendete  Methylenchlorid  sei  fettlöslich  bzw.  wasserabweisend und nicht wassermischbar. Demgegenüber könne das  nunmehr  verwendete  Ethanolum  ketonatum  den  wasserlöslichen  Wirkstoff  insbesondere  während  der  Granulattrocknung  anlösen.  Zusammen mit dem in der Granulierflüssigkeit gelösten Bindemittel bilde  sich  nach  dem  Trocknen  eine  veränderte  Kristalloberfläche,  wodurch  unter  anderem  die  Wirkstofflöslichkeit  bzw.  Lösungsgeschwindigkeit  negativ  beeinflusst  werden  könne.  Aus  diesen  Gründen  –  und  weil  ein  Dissolutionsvergleich  in  vitro  durch  die  Versäumnisse  der  Beschwerdeführerin  nicht  mehr  möglich  sei  –  könne  auf  eine  Bioäquivalenzstudie nicht verzichtet werden.  7.3.3.  Auf  den  mit  Triplik  vom  21.  September  2010  eingereichten  Untersuchungsbericht  der  Beschwerdeführerin  vom  13.  April  2010  zum  Schmelzpunkt von A._______ nach Behandlung mit zwei verschiedenen  Lösungsmitteln  entgegnet  die  Vorinstanz  Folgendes:  Die  Feststellung,  wonach  unterschiedliche  Granulierflüssigkeiten  keinen  Einfluss  auf  den  Schmelzpunkt hätten, sei zwar ein mögliches Indiz für eine unveränderte 

C­2790/2010 Kristallstruktur,  sage  jedoch  nichts  aus  über  die  Grösse  der  Wirkstoffkristalle.  Es  bleibe  unbekannt,  ob  und  wie  diese  durch  den  Wechsel der Granulierflüssigkeit beeinflusst werde.  8.  8.1.  Die  Vorinstanz  hat  einlässlich  dargelegt,  warum  sie  auf  einer  Bioäquivalenzstudie besteht. Im Überprüfungsverfahren nach Art. 58 Abs.  2 HMG war sie gestützt auf Art. 11 Abs. 1 Bst. c HMG in Verbindung mit  Art. 3 AMZV befugt, eine wissenschaftlich adäquate Dokumentation zum  fraglichen Präparat zu verlangen (vgl. E. 4.1; Urteil des BGer 2A.16/2005  vom  4. August  2005  E.  2).  Die  im  Lauf  des  Beschwerdeverfahrens  vorgebrachten  Argumente  und  Beweismittel  der  Beschwerdeführerin  vermögen den Standpunkt der Vorinstanz, wonach die pharmakologische  Dokumentation  für  das  Präparat  Z._______,  Tabletten  in  der  derzeit  produzierten Form ungenügend ist, nicht zu entkräften (vgl. zum Widerruf  einer Zulassung aufgrund ungenügender Dokumentation auch das Urteil  des BGer  2A.243/2006  vom 22. Dezember  2006 E.  2).  Es  liegen  keine  Anhaltspunkte  vor,  dass  die  Vorinstanz  bei  der  Durchführung  des  Überprüfungsverfahrens  ihr  Ermessen  überschritten  hätte.  Für  das  Bundesverwaltungsgericht  besteht  somit  keine  Veranlassung,  die  Schlussfolgerungen der Vorinstanz in Zweifel zu ziehen.  8.2.  Der  vorinstanzliche  Entscheid  erweist  sich  zudem  als  verhältnismässig.  Die  Sistierung  der  Zulassung  ist  eine  geeignete  Massnahme, um die Arzneimittelsicherheit  zu erhalten. Die Massnahme  ist erforderlich, weil sie das mildeste Mittel zur Erreichung dieses Zwecks  darstellt: Wie in E. 4 dargelegt ist die Sistierung einer Zulassung eine im  Vergleich  zum  Widerruf  mildere  Massnahme.  Zudem  wurde  der  Beschwerdeführerin  zwei  Mal  eine  Nachfrist  gesetzt,  um  die  mit  Vorbescheid  vom  1. Mai  2009  verlangten Unterlagen  einzureichen  (vgl.  Sachverhalt  Bst.  F  und  G).  Mit  Blick  auf  das  öffentliche  Interesse,  welches  der  Arzneimittelsicherheit  zukommt,  ist  die  Sistierung  der  Zulassung  der  Beschwerdeführerin  auch  zumutbar;  deren  privates  Interesse an der Produktion des Arzneimittels vermag das  Interesse der  öffentlichen Gesundheit nicht aufzuwiegen. 9.  Die  vorstehenden  Erwägungen  haben  gezeigt,  dass  die  Sistierung  der  Zulassung  den  gesetzlichen  Bestimmungen  entspricht  und 

C­2790/2010 verhältnismässig ist. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet  und ist daher abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 10.  10.1.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  der  unterliegenden  Beschwerdeführerin  die Verfahrenskosten  zu auferlegen  (Art.  63 Abs.  1  VwVG). Sie sind mit dem einbezahlten Kostenvorschuss von Fr. 3'500.­  zu verrechnen. 10.2.  Die  unterliegende  Beschwerdeführerin  hat  keinen  Anspruch  auf  Parteientschädigung  (Art.  7  Abs.  1  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2] e contrario).

C­2790/2010 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  3'500.­  werden  der  Beschwerdeführerin  auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  einbezahlten  Kostenvorschuss  von  Fr. 3'500.­ verrechnet. 3.  Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4.  Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref­Nr. […]; Gerichtsurkunde) – das Eidgenössische Departement des Innern EDI (Einschreiben) Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Franziska Schneider Susanne Genner Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die  Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren,  deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu  enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit  sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:

C-2790/2010 — Bundesverwaltungsgericht 23.02.2012 C-2790/2010 — Swissrulings