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Bundesverwaltungsgericht 24.08.2011 C-1833/2009

24 août 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,756 mots·~14 min·2

Résumé

Zustimmung zur Aufenthaltsbewilligung (Übriges) | Verweigerung der Zustimmung zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung III C­1833/2009 Urteil   v om   2 4 .   Augus t   2011 Besetzung Richterin Marianne Teuscher (Vorsitz), Richter Andreas Trommer, Richterin Ruth Beutler,  Gerichtsschreiber Rudolf Grun. Parteien H._______, vertreten durch lic. iur. Peter Wicki, Rechtsanwalt, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   Vorinstanz.  Gegenstand Verweigerung der Zustimmung zur Verlängerung der  Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung.

C­1833/2009 Sachverhalt: A.  Der  Beschwerdeführer  (geb.  1989,  kosovarischer  Staatsangehöriger),  reiste am 15. Juni 1990 im Alter von rund zehn Monaten zusammen mit  seiner  Mutter  in  die  Schweiz  ein  und  erhielt  im  Rahmen  des  Familiennachzuges per 13. September 1990 eine Aufenthaltsbewilligung.  Diese  wurde  von  der  kantonalen  Migrationsbehörde  regelmässig  verlängert,  letztmals  bis  31.  August  2007.  Er  absolvierte  hier  die  obligatorischen Schulen und das 10. Schuljahr. B.  Am 9. Juli 2001 wurde der Beschwerdeführer wegen Nichtgewährung des  Vortritts  mit  Fahrrad  gegenüber  einer  Fussgängerin  auf  dem  Fussgängerstreifen von der Jugendanwaltschaft Luzern verurteilt, was die  Anordnung einer Verkehrserziehung nach sich zog. Am 6. Februar 2004  wurde  er wegen Mittäterschaft  bei Diebstahl  und Sachbeschädigung  zu  einem  Tag  Arbeitsleistung  verurteilt.  Am  14.  Juli  2006  sprach  ihn  das  Amtsgericht  des  Kantons  Luzern  der  eventualvorsätzlichen  Tötung,  der  mehrfachen  eventualvorsätzlichen  schweren  Körperverletzung,  der  mehrfachen  Entwendung  eines  Personenwagens  zum  Gebrauch,  des  mehrfachen  Führens  eines  entwendeten  Personenwagens,  des  mehrfachen  Führens  eines  Personenwagens  ohne  den  erforderlichen  Führerausweis  und  des  mehrfachen  Mitfahrens  in  einem  entwendeten  Personenwagen  schuldig  und  wies  ihn  für  eine Mindestdauer  von  zwei  Jahren in ein Erziehungsheim ein. Vom 3. Februar 2006 bis 31. Juli 2008 befand sich der Beschwerdeführer  im Rahmen der angeordneten Massnahme im Jugenddorf S._______, wo  er  in der Zeit vom 1. August 2006 bis 31. Juli 2008 die Attestausbildung  als Schreinerpraktiker absolvierte und mit Erfolg abschloss. C.  Mit  Verfügung  vom  11.  Februar  2008  lehnte  das Amt  für Migration  des  Kantons Luzern das Gesuch des Beschwerdeführers vom 17. November  2006  um  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  ab  und  ordnete  die  Wegweisung  aus  dem  Kanton  bzw.  aus  der  Schweiz  auf  Ablauf  der  Massnahme  oder  bei  vorzeitiger  Beendigung  der  Massnahme  bis  spätestens 7. August 2008 an. Zur Begründung wurde  im Wesentlichen  ausgeführt,  aus  seinem Verhalten müsse  geschlossen werden,  dass  er  nicht  gewillt  oder  nicht  fähig  sei,  sich  in  die  im  Gaststaat  geltende  Ordnung einzufügen, wobei sein Verschulden schwer wiege. Obwohl der 

C­1833/2009 Beschwerdeführer heute Reue zeige,  lasse das Verhalten  in den  letzten  Jahren  keinen  anderen  fremdenpolizeilichen  Entscheid  zu,  als  eine  Wegweisung  auszusprechen.  Diese  sei  angemessen  und  lediglich  Konsequenz seines Verhaltens, für das er selber verantwortlich sei. D.  Mit  Urteil  vom  25.  September  2008  hiess  das  Verwaltungsgericht  des  Kantons  Luzern  die  gegen  die  kantonale  Verfügung  erhobene  Beschwerde  gut  und  wies  die  kantonale  Migrationsbehörde  an,  die  Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers zu verlängern. Dabei kam  das  Verwaltungsgericht  zum  Schluss,  dass  die  privaten  Interessen  des  Beschwerdeführers  am  Verbleib  in  der  Schweiz  angesichts  der  zurzeit  günstigen  Prognose  und  seines  hiesigen  familiären  und  persönlichen  Beziehungsnetzes  insgesamt  höher  zu werten  seien  als  das  öffentliche  Interesse an seiner Entfernung. Er sei faktisch ein Ausländer der zweiten  Generation, bei dem von einer Wegweisung bzw. Nichtverlängerung der  Aufenthaltsbewilligung  nur  mit  Zurückhaltung  und  insofern  nur  bei  gewichtigen Gründen Gebrauch zu machen sei. E.  Am 5. November 2008 übermittelte die kantonale Migrationsbehörde dem  BFM  die  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  des  Beschwerdeführers  zur  Zustimmung.  Mit  Schreiben  vom  24.  November  2008  teilte  das  BFM  diesem mit,  es  beabsichtige,  die  Zustimmung  zur  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  zu  verweigern  und  seine  Wegweisung  aus  der  Schweiz  zu  verfügen.  Gleichzeitig  gab  es  ihm  Gelegenheit, sich dazu zu äussern, wovon der Beschwerdeführer am 11.  Dezember 2008 Gebrauch machte. F.  Mit  Verfügung  vom  12.  Februar  2009  verweigerte  die  Vorinstanz  die  Zustimmung  zur  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung,  wies  den  Beschwerdeführer aus der Schweiz weg und setzte ihm eine Ausreisefrist  an. G.  Mit  Rechtsmitteleingabe  vom  20.  März  2009  beantragt  der  Beschwerdeführer die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die  Erteilung  der  Zustimmung  zur  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  ersucht  er  um  Durchführung  einer  öffentlichen Verhandlung (inkl. Partei­ und Zeugenbefragungen). In seiner 

C­1833/2009 Begründung  bringt  er  im  Wesentlichen  vor,  die  Vorinstanz  wäre  verpflichtet  gewesen,  das  Urteil  des  Verwaltungsgerichts  des  Kantons  Luzern beim Bundesgericht anzufechten. Indem sie dies unterlassen und  den  Weg  über  das  Zustimmungsverfahren  gewählt  habe,  liege  ein  Verstoss  gegen  Treu  und  Glauben  und  damit  gegen  Art.  9  der  Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April  1999  (BV,  SR  101)  vor.  Darüber  hinaus  verstosse  dieser  Verfahrensablauf  gegen  die  Grundprinzipien  eines  fairen  Verfahrens  gemäss  Art.  29  BV  (Beschleunigungsgebot,  Verfahrensfairness)  sowie  gegen  die  Rechtsweggarantie.  Im  Übrigen  habe  der  Beschwerdeführer  einen  Anspruch  auf  Verbleib  in  der  Schweiz,  da  seine  hier  gelebten  Beziehungen  in  den  kombinierten  Schutzbereich  des  Privat­  und  Familienlebens  gemäss  Art.  13  BV  bzw.  Art.  8  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  fallen würden. Weil  das  persönliche  Interesse  des  Beschwerdeführers  am  Verbleib  in  der  Schweiz  das  öffentliche Interesse am Schutz der Allgemeinheit deutlich überwiege, sei  die Massnahme der Vorinstanz unverhältnismässig. H.  Mit  Zwischenverfügung  vom  27.  März  2009  wies  das  Bundesverwaltungsgericht die Beweisanträge des Beschwerdeführers auf  Durchführung  einer  öffentlichen  bzw.  mündlichen  Verhandlung  (inkl.  Partei­ und Zeugenbefragungen) ab und räumte  ihm die Möglichkeit ein,  schriftliche  Stellungnahmen  der  betreffenden  Personen  nachzureichen,  wovon er mit Eingabe vom 16. Mai 2009 Gebrauch machte. I.  Die Vorinstanz schliesst  in  ihrer Vernehmlassung vom 17. Juni 2009 auf  Abweisung der Beschwerde. J.  Mit  Replik  vom  31.  August  2009  hält  der  Beschwerdeführer  an  seinen  Begehren und deren Begründung vollumfänglich fest. K.  Nachdem der Beschwerdeführer beim BFM ein Gesuch um Einsicht in die  vorinstanzlichen  Akten  eingereicht  hatte,  stellte  ihm  die  Vorinstanz  ihre  Akten am 21. Oktober 2009 zu, wobei sie ihm zwei als intern bezeichnete  Aktenstücke (Nr. A7 und A8) vorenthielt.

C­1833/2009 L.  In der dagegen erhobenen Rechtsmitteleingabe vom 23. November 2009  (C­7316/2009) beantragte der Beschwerdeführer die Einsicht in sämtliche  Akten,  insbesondere  in  die  Aktenstücke  A7  und  A8,  und  ersuchte  gleichzeitig  um  Sistierung  des  Hauptverfahrens  (C­1833/2009)  bis  zum  Entscheid über die Akteneinsicht. M.  Mit  Zwischenverfügung  vom  27.  November  2009  gab  das  Bundesverwaltungsgericht  dem  Sistierungsantrag  des  Beschwerdeführers  statt  und  gab  der  Vorinstanz  Gelegenheit  zur  Einreichung  einer  Vernehmlassung,  wovon  diese  mit  Eingabe  vom  2.  Dezember  2009 Gebrauch machte  und  die Abweisung  der Beschwerde  beantragte. N.  Am 15. Januar 2010 hiess das Bundesverwaltungsgericht die betreffende  Beschwerde  teilweise gut und gewährte dem Beschwerdeführer Einsicht  in  das  Aktenstück  A8  (Aktennotiz  der  Vorinstanz  über  eine  telefonisch  durchgeführte  Abklärung).  Im  Übrigen  wies  es  die  Einsicht  in  das  Aktenstück  A7  (verwaltungsinternes  Aktenstück  ohne  Beweischarakter)  ab.  Auf  die  dagegen  erhobene  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten trat das Bundesgericht mit Urteil vom 18. Februar 2010  nicht ein, weil die (teilweise) Verweigerung der Akteneinsicht zusammen  mit  der  Hauptsache  zu  rügen  sei  (kein  nicht  wiedergutzumachender  Nachteil). O.  Mit einer weiteren Eingabe vom 17. April 2010 hält der Beschwerdeführer  auch  im  Hauptverfahren  an  seiner  Rüge  der  Gehörsverletzung  im  Zusammenhang mit der verweigerten Einsicht in das Aktenstück A7 fest. P.  Auf die weiteren Vorbringen, die im Verfahren eingereichten Beweismittel,  die  am  21.  April  2011  beigezogenen Akten  des Amts  für Migration  des  Kantons  Luzern  und  die  am  2.  Mai  2011  eingereichte  Kostennote  des  Beschwerdeführers wird, soweit entscheidwesentlich, in den Erwägungen  eingegangen.

C­1833/2009 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht (BVGer), unter  Vorbehalt  der  in  Art.  32  VGG  genannten  Ausnahmen,  Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom  20. Dezember 1968  (VwVG, SR 172.021), die von einer  in Art. 33 VGG  aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter fallen Verfügungen des  BFM  betreffend  Zustimmung  zur  Erteilung  bzw.  Verlängerung  einer  Aufenthaltsbewilligung  und  Wegweisung.  Sofern  kein  Anspruch  auf  Erteilung  bzw.  Verlängerung  einer  Aufenthaltsbewilligung  besteht  und  insoweit  als  die  Verfügung  die  Wegweisung  anordnet,  entscheidet  das  BVGer  endgültig  (Art.  83  Bst.  c  Ziff.  2  und  Ziff.  4  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2. Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem BVGer nach  dem VwVG, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt. 1.3. Der  Beschwerdeführer  ist  als  Verfügungsadressat  zur  Beschwerde  legitimiert  (vgl.  Art.  48  Abs.  1  VwVG).  Auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten (vgl. Art. 49 ff. VwVG). 2.  Mit  Beschwerde  ans  BVGer  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht  einschliesslich  Überschreitung  oder  Missbrauch  des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhaltes  und  –  sofern  nicht  eine  kantonale  Behörde  als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die Unangemessenheit  gerügt werden  (Art.  49  VwVG).  Das  BVGer  wendet  im  Beschwerdeverfahren  das  Bundesrecht von Amtes wegen an. Es  ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG  an  die  Begründung  der  Begehren  nicht  gebunden  und  kann  die  Beschwerde  auch  aus  anderen  als  den  geltend  gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist  grundsätzlich  die  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Entscheides  (vgl.  E.  1.2  des  in  BGE  129  II  215  teilweise publizierten Urteils 2A.451/2002 vom 28. März 2003). 3.  Mit  Inkrafttreten  des Ausländergesetzes  vom 16. Dezember  2005  (AuG,  SR 142.20)  am 1. Januar 2008 wurde das Bundesgesetz  vom 26. März  1931  über  Aufenthalt  und  Niederlassung  der  Ausländer  (ANAG,  BS  1  121) aufgehoben (vgl. Art. 125 AuG i.V.m. Ziff. I Anhang 2 AuG). Da das 

C­1833/2009 der  angefochtenen  Verfügung  zugrunde  liegende  Gesuch  um  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  vor  Inkrafttreten  des  AuG  eingeleitet wurde,  ist gemäss Art. 126 Abs. 1 AuG das bisherige Recht,  d.h. das ANAG und die darauf abgestützten, per 1. Januar 2008 ebenfalls  aufgehobenen  Verordnungen,  anwendbar  (vgl.  Art.  91  der  Verordnung  vom  24. Oktober  2007  über  Zulassung,  Aufenthalt  und  Erwerbstätigkeit  [VZAE, SR 142.201]). Einschlägig sind die Vollziehungsverordnung vom  1. März 1949 zum Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassung der  Ausländer (ANAV, AS 1949 228) und die Verordnung vom 20. April 1983  über  das  Zustimmungsverfahren  im  Ausländerrecht  (nachfolgend:  Zustimmungsverordnung, AS 1983 535). Das  Verfahren  selbst  folgt  grundsätzlich  dem  neuen  Verfahrens­  und  Organisationsrecht (Art. 126 Abs. 2 AuG). 4.  4.1.  Der  Entscheid  über  die  Erteilung  und  Verlängerung  von  Aufenthaltsbewilligungen  fällt  grundsätzlich  in  die  Zuständigkeit  der  Kantone (Art. 15 Abs. 1 und 2 ANAG). Vorbehalten bleibt die Zustimmung  des BFM, wenn das Ausländerrecht eine solche für notwendig erklärt (Art.  18  ANAG).  Die  Zustimmungsbedürftigkeit  des  kantonalen  Entscheids  ergibt  sich  im  vorliegenden  Fall  aus  Art.  1  Abs.  1  Zustimmungsverordnung  in  Verbindung  mit  den  Weisungen  und  Erläuterungen  des  BFM  über  Einreise,  Aufenthalt  und  Arbeitsmarkt  (ANAG­Weisungen,  3.  Aufl.,  Bern,  Mai  2006,  einsehbar  unter:  www.bfm.admin.ch/contentbfm/de/home/dokumentation/rechts­ grundlagen/weisungen  und  kreisschreiben/archiv  weisungen  und  html.  Letztere sehen unter Ziff. 132.4 Bst. b und d vor, dass die Verlängerung  der Aufenthaltsbewilligung von Ausländerinnen und Ausländern dem BFM  zu unterbreiten ist, wenn das BFM die Unterbreitung im Einzelfall verlangt  oder wenn die ausländische Person schwerwiegend straffällig geworden  ist.  Gemäss  Art.  19  Abs.  5  ANAV  darf  eine  entsprechende  kantonale  Bewilligung  sodann  erst  ausgestellt  werden,  wenn  die  Zustimmung  des  BFM vorliegt; sie gilt ansonsten als ungültig. Die Kompetenz des BFM ist  folglich gegeben (zum Ganzen vgl. BGE 130 II 49 E. 2.1 S. 51, BGE 127  II 49 E. 3 S. 51 ff. und BGE 120 Ib 6 E. 3a S. 9 ff.; Verwaltungspraxis der  Bundesbehörden [VPB] 69.76 E. 12, 70.23 E 10). 4.2.  In  casu  ist  der  Beschwerdeführer  zweifellos  in  schwerwiegender  Weise straffällig geworden, was denn von  ihm auch nicht bestritten wird  (vgl. Ziff. 3.5 der Rechtsmitteleingabe vom 20. März 2009). Im Übrigen ist  http://www.bfm.admin.ch/contentbfm/de/home/dokumentation/rechts-grundlagen/weisungen%20und%20kreisschreiben/archiv%20weisungen%20und%20html http://www.bfm.admin.ch/contentbfm/de/home/dokumentation/rechts-grundlagen/weisungen%20und%20kreisschreiben/archiv%20weisungen%20und%20html http://www.bfm.admin.ch/contentbfm/de/home/dokumentation/rechts-grundlagen/weisungen%20und%20kreisschreiben/archiv%20weisungen%20und%20html http://www.bfm.admin.ch/contentbfm/de/home/dokumentation/rechts-grundlagen/weisungen%20und%20kreisschreiben/archiv%20weisungen%20und%20html http://www.bfm.admin.ch/contentbfm/de/home/dokumentation/rechts-grundlagen/weisungen%20und%20kreisschreiben/archiv%20weisungen%20und%20html http://www.bfm.admin.ch/contentbfm/de/home/dokumentation/rechts-grundlagen/weisungen%20und%20kreisschreiben/archiv%20weisungen%20und%20html http://www.bfm.admin.ch/contentbfm/de/home/dokumentation/rechts-grundlagen/weisungen%20und%20kreisschreiben/archiv%20weisungen%20und%20html http://www.bfm.admin.ch/contentbfm/de/home/dokumentation/rechts-grundlagen/weisungen%20und%20kreisschreiben/archiv%20weisungen%20und%20html http://www.bfm.admin.ch/contentbfm/de/home/dokumentation/rechts-grundlagen/weisungen%20und%20kreisschreiben/archiv%20weisungen%20und%20html http://www.bfm.admin.ch/contentbfm/de/home/dokumentation/rechts-grundlagen/weisungen%20und%20kreisschreiben/archiv%20weisungen%20und%20html http://www.bfm.admin.ch/contentbfm/de/home/dokumentation/rechts-grundlagen/weisungen%20und%20kreisschreiben/archiv%20weisungen%20und%20html http://www.bfm.admin.ch/contentbfm/de/home/dokumentation/rechts-grundlagen/weisungen%20und%20kreisschreiben/archiv%20weisungen%20und%20html

C­1833/2009 es  unerheblich,  ob  die  kantonale  Migrationsbehörde  die  Angelegenheit  von  sich  aus  überwiesen  oder  das  BFM  die  Unterbreitung  des  Falles  vorgängig  verlangt  hat.  Indem  die  Vorinstanz  mit  der  angefochtenen  Verfügung die Zustimmung  zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung  verweigerte, hat sie (zumindest konkludent) von ihrer Befugnis Gebrauch  gemacht,  die  Unterbreitung  zur  Zustimmung  im  Einzelfall  zu  verlangen  (vgl.  BGE  127  II  49  E.  3  S.  54).  Entgegen  den  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  hat  das  BFM  diese  Kompetenz  auch,  wenn  ein  kantonales  Gericht  einen  Rechtsanspruch  auf  Erteilung  oder  Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung bejaht hat. Denn der Umstand,  dass  durch  die  Verweigerung  der  Zustimmung  möglicherweise  ein  weiterer  Instanzenzug  durchschritten  werden  muss,  ist  die  unvermeidliche  Konsequenz  des  von  der  Rechtsordnung  vorgesehenen  Ineinandergreifens  von  kantonalen  und  eidgenössischen   Kompetenzen  in diesem Bereich (vgl. BGE 120 Ib 6 E. 3 S. 11 f., bestätigt in BGE 127 II  49 E. 3 S. 54  f.). Von einem Verstoss gegen Treu und Glauben, gegen  die  Grundprinzipien  eines  fairen  Verfahrens  oder  gegen  die  Rechtsweggarantie  kann  daher  keine  Rede  sein.  Obwohl  das  BFM  gemäss Art. 89 Abs. 2 Bst. a BGG in Verbindung mit Art. 14 Abs. 2 der  Organisationsverordnung  vom  17.  November  1999  für  das  Eidgenössische  Justiz­  und  Polizeidepartement  (OV­EJPD,  SR  172.213.1)  zur  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  berechtigt  ist,  macht  es  im  Übrigen  durchaus  Sinn,  das  Zustimmungsverfahren  auch  dann  anzuwenden,  wenn  das  kantonale  Gericht  aus  Sicht  des  BFM  zu  Unrecht  von  einem  bundesrechtlichen  Bewilligungsanspruch ausgeht. Da gemäss Art. 83 Bst. c Ziff. 2 BGG die  Beschwerde  gegen  Entscheide  auf  dem  Gebiet  des  Ausländerrechts  unzulässig ist, wenn weder das Bundesrecht noch das Völkerrecht einen  Anspruch einräumt, wäre das BFM, das den Anspruch ja bestreitet, sonst  gezwungen,  ans  Bundegericht  zu  gelangen,  obwohl  das  Gesetz  bei  fehlendem Anspruch von der Unzulässigkeit der Beschwerde ausgeht. 5.  5.1.  In  formeller  Hinsicht  rügt  der  Beschwerdeführer  auch  nach  der  Zwischenverfügung  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  15.  Januar  2010  und  dem  Urteil  des  Bundesgerichts  vom  18.  Februar  2010  (Nichteintreten),  dass  durch  die  Verweigerung  der  Einsicht  in  das  Aktenstück A7 das rechtliche Gehör verletzt worden sei, weshalb es aus  den  Akten  zu  entfernen  bzw.  vom  Bundesverwaltungsgericht  nicht  zur  Kenntnis  genommen  werden  dürfe.  Wie  bereits  in  der  erwähnten  Zwischenverfügung  ausgeführt,  handelt  es  sich  bei  diesem  Aktenstück 

C­1833/2009 um einen Vorschlag des Sachbearbeiters zu Handen des Sektionschefs  des  BFM  in  Bezug  auf  die  rechtliche  Beurteilung  der  betreffenden  Angelegenheit. Diesem Vorschlag kommt daher  für die Behandlung des  Falles  kein  Beweischarakter  zu  und  er  dient  ausschliesslich  der  verwaltungsinternen  Willensbildung.  Nach  ständiger  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  bleiben  derartige  verwaltungsinternen  Akten  (Anträge,  Mitberichte, Entscheidentwürfe  usw.)  sowohl  vom gesetzlichen als  auch  vom  verfassungsmässigen  Akteneinsichtsrecht  ausgeschlossen  (vgl.  BERNHARD WALDMANN/MAGNUS OESCHGER  in: Waldmann/Weissenberger  [Hrsg.],  Praxiskommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren,  Zürich  2009,  Art.  26  N  63,  mit  Hinweisen  zur  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  und  des  Bundesverwaltungsgerichts). Ein Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt  demnach nicht vor. 5.2.  Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  die  während  des  Rechtsmittelverfahrens  gestellten  Beweisanträge  (Durchführung  einer  öffentlichen  bzw.  mündlichen  Verhandlung  inkl.  Partei­  und  Zeugenbefragungen)  mit  Zwischenverfügung  vom  27.  März  2009  abgewiesen. Der Beschwerdeführer erhielt aber Gelegenheit, schriftliche  Äusserungen  der  betreffenden  Personen  nachzureichen,  was  geschah  (zur antizipierten Beweiswürdigung vgl. Art. 33 Abs. 1 VwVG, BGE 131 I  153 E. 3 S. 157 f. mit Hinweisen oder des Bundesgerichts 1C_460/2008  vom 3.  Februar  2009 E.  3.1,  zur  Subsidiarität  der  Zeugeneinvernahme:  Urteil  des Bundesgerichts  1C_292/2010  vom 5. August  2010 E.  3.2 mit  Verweisen). Der entscheidwesentliche Sachverhalt ergibt sich denn, wie  nachfolgend aufzuzeigen sein wird, in genügender Weise aus den Akten. 6.  6.1.  Gemäss  Art.  4  ANAG  entscheidet  die  zuständige  Behörde,  im  Rahmen  der  gesetzlichen  Vorschriften  und  der  Verträge  mit  dem  Ausland, nach freiem Ermessen über die Bewilligung von Aufenthalt und  Niederlassung.  Auf  die  Erteilung  bzw.  Verlängerung  einer  Aufenthaltsbewilligung besteht grundsätzlich kein Anspruch, es sei denn,  der Ausländer oder seine  in der Schweiz  lebenden Angehörigen können  sich auf eine Sondernorm des Bundesrechts oder eines Staatsvertrages  berufen  (BGE  133  I  185  E.  2.3  S.  189,  131  II  339  E.  1  S.  342  f.  mit  Hinweisen).

C­1833/2009 6.2.  Als  Anspruchsnormen  kommen  Art.  8  Abs.  1  EMRK  sowie  der  inhaltlich  damit  übereinstimmende  Art.  13  Abs.  1  BV  in  Betracht,  die  beide  das  Recht  auf  Achtung  des  Privat­  und  Familienlebens  gewährleisten. Ein Eingriff in den Schutzbereich des Familienlebens liegt  – wie  bereits  die  Vorinstanz  in  der  angefochtenen  Verfügung  und  das  Verwaltungsgericht  des  Kantons  Luzern  im  Urteil  vom  25.  September  2008  zutreffend  festhielten  –  im  Fall  des  Beschwerdeführers  nicht  vor.  Einerseits verfügen seine hier lebenden Familienangehörigen (Eltern und  Geschwister)  nicht  über  ein  gefestigtes  Anwesenheitsrecht  (Schweizer  Bürgerrecht,  Niederlassungsbewilligung  oder  eine  auf  einem  festen  Rechtsanspruch beruhende Aufenthaltsbewilligung;  vgl. BGE 126  II  377  E.  2b  S.  382  mit  Hinweisen).  Andererseits  besteht  zwischen  dem  volljährigen  Beschwerdeführer  und  seinen  Eltern  oder  einem  seiner  Brüder kein besonderes Abhängigkeitsverhältnis, das ihm ausserhalb der  Kernfamilie  einen  Anspruch  auf  Aufenthalt  gestützt  auf  den  Familienschutz  hätte  entstehen  lassen  können.  Zwar  litt  der  Beschwerdeführer  nach  seiner  Straftat  vom  Oktober  2005  an  einer  posttraumatischen  Belastungsstörung  und  war  deshalb  in  einer  ambulanten  psychotherapeutischen  Behandlung.  Gemäss  Bericht  des  Kinder­ und Jugendpsychiatrischen Dienstes des Kantons Luzern (KJPD)  vom  29.  März  2009  konnte  diese  Behandlung  am  9.  Januar  2009  aufgrund  des  günstigen  Krankheitsverlaufs  beendet  werden.  Zudem  arbeitet  er  seit  dem  1.  März  2009  zu  100%  als  Hilfsbodenleger  bei  seinem  Bruder  und  erzielt  ein  monatliches  Einkommen  von  Fr.  3'600.­  brutto  (vgl.  Arbeitsvertrag  vom  20.  April  2009,  Arbeitszeugnis  vom  3.  November  2009  und  Lohnabrechnungen  der Monate  Februar  und März  2010).  Darüber  hinaus  ist  nicht  bekannt,  dass  der  Beschwerdeführer  anderweitig  von  der  Betreuung  und  Fürsorge  seines  Bruders  abhängig  sein soll. Auch wenn er gemäss Bericht des KJPD nach wie vor auf ein  tragfähiges  soziales  Netz  angewiesen  ist,  kann  aufgrund  der  seither  erfolgten  Entwicklung  demnach  nicht  von  einem  relevanten  Abhängigkeitsverhältnis  gesprochen  werden,  wie  es  unabhängig  vom  Alter  namentlich  bei  körperlichen  oder  geistigen  Behinderungen  und  schwerwiegenden Krankheiten vorkommen kann (vgl. BGE 120 Ib 257 E.  1e S. 261 mit Hinweis). 6.3. Der Beschwerdeführer beruft sich auf das ebenfalls von Art. 8 Abs. 1  EMRK  umfasste  Recht  auf  Achtung  des  Privatlebens.  In  seiner  Rechtsprechung geht der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in  Fällen  von  Ausweisungen  erwachsener  Ausländer  der  "zweiten  Generation"  von  einem  kombinierten  Schutzbereich  von  Privat­  und 

C­1833/2009 Familienleben aus  (Hinweise  finden sich  in BGE 122  II 433 E. 3b/aa S.  440 f.; vgl. ferner LUZIUS WILDHABER, The Right to Respect for Private and  Family Life,  in: The Modern World of Human Rights, Essay  in honour of  Thomas Buergenthal, San José / Costa Rica 1996, S. 103 ff., S. 121 ff.).  Dem Recht  auf  Achtung  des  Privatlebens  kann  in  ausländerrechtlichen  Fällen  aber  grundsätzlich  auch  eine  (selbständige)  Auffangfunktion  gegenüber  dem  engeren  Schutzbereich  des  Rechts  auf  Achtung  des  Familienlebens  zukommen,  wenn  qualifizierte  Familienbande  nicht  oder  nicht mehr bestehen (vgl. BGE 126 II 377 E. 2c/aa S. 384 f. und BGE 120  Ib 16 E. 3b S. 21 f.; STEPHAN BREITENMOSER, Das Recht auf Achtung des  Privat­ und Familienlebens in der Schweizerischen Rechtsprechung zum  Ausländerecht, in EuGRZ 1993 S. 537 ff., S. 542). Das Bundesgericht hat  diesbezüglich  allerdings  festgehalten,  aus  dem  Recht  auf  Achtung  des  Privatlebens  geradezu  ein  Anwesenheitsrecht  abzuleiten,  bedürfe  "besonders  intensiver,  über  eine  normale  Integration  hinausgehender  privater  Bindungen  gesellschaftlicher  oder  beruflicher  Natur  bzw.  entsprechender  vertiefter  sozialer  Beziehungen  zum  ausserfamiliären  bzw. ausserhäuslichen Bereich" (Urteil des Bundesgerichts 2C_425/2007  vom 13. November 2007 E. 2.1.2, BGE 130 II 281 E. 3.2.1 S. 286). Das  Bundesgericht  hat  es  auch  abgelehnt,  von  einer  bestimmten  Aufenthaltsdauer  an  schematisierend  eine  solche  besondere  Verwurzelung  in  den  hiesigen  Verhältnissen  anzunehmen  (BGE  130  II  281 E. 3.2.1 S. 286 f. mit Hinweis). Differenziert behandelte das Gericht  indessen  jene  Situationen,  in  denen  von  einem  kombinierten  Schutzbereich  von  Privat­  und  Familienleben  auszugehen  bzw.  im  Rahmen  der  Interessenabwägung  zusätzlich  konkreten,  gefestigten  partnerschaftlichen  Beziehungen  Rechnung  zu  tragen  war.  So  hat  es  insbesondere  die  Möglichkeit  der  Ausweisung  von  hier  strafffällig  gewordenen (erwachsenen) Ausländern der zweiten Generation mit Blick  auf  ihre  "familiären,  sozialen  und  kulturellen  Beziehungen  und  (…)  Wurzeln"  beschränkt  und  bejaht,  dass  die  Garantie  des  Privat­  und  Familienlebens  betroffen  sei  (BGE  130  II  281  E.  3.2.2  S.  287  f.  mit  Hinweisen).  In  der  Praxis  wird  ein  Anspruch  aus  der  kombinierten  Garantie des Privat­ und Familienlebens angenommen bei in der Schweiz  geborenen und aufgewachsenen (erwachsenen) Ausländern der "zweiten  Generation",  wenn  eine  Ausweisung  oder  Nichtverlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  die  Trennung  von  hier  lebenden  Eltern  und  Geschwistern  bedeutet  (BERTSCHI/GÄCHTER, Der Anwesenheitsanspruch  aufgrund der Garantie des Privat­ und Familienlebens, in ZBl 2003 S. 231  f.).

C­1833/2009 6.4.  Der  Beschwerdeführer  kam  im  Alter  von  zehn  Monaten  in  die  Schweiz,  ist hier aufgewachsen, hat hier alle Schulen besucht und nach  erfolgreicher   Ausbildung  zum  Schreinerpraktiker  bis  heute  als  Hilfsbodenleger  gearbeitet.  Er  hat  sozusagen  sein  ganzes  bisheriges  Leben  (über  21  Jahre)  hier  verbracht.  Seine  Eltern,  sämtliche  Geschwister  und Bekannten  leben  in  der  Schweiz  bzw.  in Westeuropa.  Seine ursprüngliche Heimat kennt er nur von wenigen Ferienaufenthalten  (zuletzt  im  Sommer  2003  und  Sommer  2006).  Seit  dem  Tod  der  Grossmutter hat er überhaupt keine Bezugsperson mehr  im Kosovo.  Im  Übrigen  soll  seine  Familie  dort  nur  noch  ein  Stück  Wiesland  ohne  jeglichen Wert besitzen. Wie bereits das Verwaltungsgericht des Kantons  Luzern zutreffend festhielt, ist der Beschwerdeführer daher ohne weiteres  als Ausländer der zweiten Generation zu betrachten. Unabhängig davon,  dass  er  mittlerweile  mündig  ist  und  –  wie  oben  ausgeführt  –  eine  rechtsrelevante  Abhängigkeit  von  seinen  Familienangehörigen  nicht  besteht,  verfügt  er  aufgrund  der  langen  legalen  Aufenthaltsdauer  und  angesichts  des  Fehlens  einer  namhaften  Beziehung  zu  irgendeinem  anderen Staat über eine hinreichend gefestigte Anwesenheit, welche den  kombinierten  Schutzbereich  des  Privat­  und  Familienlebens  von  Art.  8  Abs.  1  EMRK  bzw.  Art.  13  Abs.  1  BV  berührt  und  die  Schweiz  grundsätzlich  verpflichtet,  seine  Aufenthaltsbewilligung  zu  verlängern,  womit  der  Entscheid  hierüber  nicht mehr  allein  im  freien  Ermessen  der  Fremdenpolizeibehörde gemäss Art. 4 ANAG liegt (vgl. BGE 130 II 281 E.  3.3 S. 289). 6.5.  Der  Verlängerungsanspruch  erlischt,  wenn  ein  Ausweisungsgrund  vorliegt. So kann der betroffene Ausländer nach Art. 10 Abs. 1 ANAG aus  der  Schweiz  ausgewiesen  werden,  wenn  er  wegen  eines  Verbrechens  oder  Vergehens  gerichtlich  bestraft  wurde  (Bst.  a),  oder  wenn  sein  Verhalten  im  Allgemeinen  und  seine  Handlungen  darauf  schliessen  lassen,  dass  er  nicht  gewillt  oder  fähig  ist,  sich  in  die  im  Gaststaat  geltende  Ordnung  einzufügen  (Bst.  b).  Die  Ausweisung  soll  jedoch  nur  verfügt werden, wenn die nach Art. 11 Abs. 3 ANAG bzw. Art. 8 Abs. 2  EMRK  gebotene  Interessenabwägung  diese  Massnahme  als  angemessen, d.h. verhältnismässig erscheinen lässt (vgl. BGE 125 II 521  E. 2a S. 523). Dabei sind namentlich die Schwere des Verschuldens des  Ausländers, die Dauer der Anwesenheit sowie die dem Betroffenen und  seiner Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (vgl. Art. 16 Abs.  3 ANAV). Wurde nicht eine Ausweisung angeordnet, sondern – wie hier –  die  Verlängerung  bzw.  Zustimmung  zur  Verlängerung  einer  Aufenthaltsbewilligung  verweigert,  so  ist  ebenfalls  eine 

C­1833/2009 Verhältnismässigkeitsprüfung  nach  den  Kriterien  von  Art.  11  Abs.  3  ANAG in Verbindung mit Art. 16 Abs. 3 ANAV vorzunehmen (Urteile des  Bundesgerichts  2A.539/2006  vom  25.  Januar  2007  E.  2.3  und  2A.473/2001  vom  4.  März  2001  E.  2  mit  Hinweisen).  Zu  beachten  ist  dabei,  dass  die  Bewilligungsverweigerung  eine  etwas  weniger  eingreifende  Massnahme  darstellt  als  die  Ausweisung,  wird  doch  der  betroffenen  ausländischen  Person  nur  im  letzten  Fall  das  Betreten  der  Schweiz vollständig untersagt (Art. 11 Abs. 4 ANAG). 6.5.1.  Ausgangspunkt  und  Massstab  sowohl  für  die  Schwere  des  Verschuldens  als  auch  für  die  fremdenpolizeiliche  Interessenabwägung  ist die vom Strafrichter verhängte Strafe (vgl. 129 II 114 E. 3.1 und 3.2 S.  216  f. mit Hinweisen)  bzw.  die an  ihre Stelle  tretende Massnahme  (vgl.  BGE  125  II  521  E.  3  S.  524  ff.).  Dem  Resozialisierungsgedanken  des  Strafrechts  ist  im  Rahmen  der  umfassenden  fremdenpolizeilichen  Interessenabwägung ebenfalls Rechnung zu  tragen  (BGE 122  II  433 E.  2b  S.  435  f.).  Insbesondere  bei  Gewalt­,  Sexual  oder  Betäubungsmitteldelikten  oder  bei  wiederholter  Delinquenz  verfolgt  das  Bundesgericht bei der Frage der Angemessenheit einer Ausweisung eine  strenge  Praxis  (BGE  130  II  176  E.  4.4.2  S.  190  mit  Hinweisen).  Zurückhaltung  drängt  sich  jedoch  dann  auf,  wenn  es  sich  beim  Betroffenen um eine Person handelt, die ausgesprochen lange hier gelebt  hat.  Solche  Ausländer  dürfen  in  der  Regel  nicht  schon  wegen  einer  einzelnen  Straftat  ausgewiesen  werden,  selbst  wenn  diese  ernsthafter  Natur  ist.  Vielmehr  ist  eine  Ausweisung  grundsätzlich  erst  bei  wiederholten  Straftaten  von  einigem  Gewicht  angebracht.  Unter  Berücksichtigung  aller  entscheidenden  Umstände  kann  zwar  auch  eine  einzelne Verurteilung wegen  einer  besonders  schwerwiegenden Straftat  zur Ausweisung führen, doch ist diese bei sehr langer Anwesenheit in der  Regel  erst  anzuordnen,  wenn  eine  sich  zusehends  verschlechternde  Situation vorliegt, d.h. wenn der Ausländer, statt sich zu bessern, mit der  deliktischen  Tätigkeit  fortfährt  und  sich  namentlich  immer  schwerere  Straftaten  zuschulden  kommen  lässt  (Urteil  des  Bundesgerichts  2A.571/2005  vom 17.  Januar  2006 E.  2.2 mit Hinweisen). Erst  recht  ist  auch  bei  Ausländern  der  zweiten  Generation  von  einer  Ausweisung  zurückhaltend,  mithin  nur  aus  gewichtigen  Gründen  Gebrauch  zu  machen. Indessen ist auch bei einem Ausländer, der hier geboren ist und  sein  ganzes  bisheriges  Leben  in  der  Schweiz  verbracht  hat,  eine  Ausweisung  bzw.  Nichtverlängerung  einer  Aufenthaltsbewilligung  nicht  ausgeschlossen.

C­1833/2009 6.5.2. Das  strafrechtliche Verschulden  des Beschwerdeführers, welches  mit  Urteil  vom  14.  Juli  2006  geahndet  wurde  (Einweisung  in  ein  Erziehungsheim für mindestens zwei Jahre) wiegt schwer. Er verursachte  am 15. Oktober 2005 einen Verkehrsunfall, der zum Tod einer Mitfahrerin  und zu schweren Körperverletzungen der beiden weiteren Mitfahrerinnen  führte.  Das  Jugendgericht  qualifizierte  die  gravierende  Sorgfaltspflichtverletzung  des  Beschwerdeführers  als  eventualvorsätzliches Handeln.  Aufgrund  der  schon  früher  über  längere  Zeit unternommenen Strolchenfahrten mit zuvor planmässig entwendeten  Fahrzeugen  seien  ihm  die möglichen  Folgen  einer  riskanten  Fahrweise  mit  überhöhter Geschwindigkeit  zumindest  in  den Grundzügen  bewusst  gewesen.  Daher  habe  sich  ihm  die  Unfallgefahr  mit  den  möglichen  Folgen  als  so  wahrscheinlich  aufdrängen  müssen,  dass  seine  Bereitschaft,  dieses  Risiko  einzugehen,  eventualvorsätzliches  Handeln  darstelle. Unter Hinweis auf seine zahlreichen schulischen Probleme und  die Erfolglosigkeit der Bestrafung der beiden früheren Gesetzesverstösse  wurde die Fremdplatzierung in einem Erziehungsheim im Interesse einer  nachhaltigen  Resozialisierung  angeordnet.  Zu  Lasten  des  Beschwerdeführers fällt sodann ins Gewicht, dass ihm die Bestrafung der  beiden  früheren Gesetzesverstösse offenbar zu wenig Eindruck machte,  als  dass  er  sich  inskünftig  wohl  verhalten  hätte.  Dabei  scheint  das  Nichtgewähren des Vortritts mit Fahrrad im Jahr 2001 angesichts seines   jugendlichen Alters von elf Jahren noch vernachlässigbar zu sein. Knapp  drei Jahre später musste er aber als Mittäter bei einem Einbruchdiebstahl  (Kasse einer Badeanstalt) zur Rechenschaft gezogen werden, was – wie  auch  die  vor  dem  tragischen  Unfall  bereits  unternommenen  Strolchenfahrten  mit  entwendeten  Personenwagen  –  auf  eine  gewisse,  damals  bestehende  Uneinsichtigkeit  schliessen  lässt.  Dennoch  kann –  wie das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern zutreffend festhielt – von  einer  sich stetig  verschlechternden Situation oder gar einer eigentlichen  Deliktskarriere nicht gesprochen werden. 6.5.3. Dem  öffentlichen  Interesse,  den  Beschwerdeführer  wegen  seiner  Straftaten von der Schweiz fernzuhalten, steht sein privates Interesse am  Verbleib in der Schweiz gegenüber. Entscheidend ins Gewicht fällt dabei,  dass  er  bereits  mit  zehn  Monaten  in  die  Schweiz  gekommen,  hier  aufgewachsen  ist  und  sämtliche  Schulen  hier  besucht  hat.  Wie  oben  ausgeführt,  gilt  er  damit  als  Ausländer  der  zweiten  Generation,  bei  welchen  eine  Ausweisung  bzw.  eine  Nichtverlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung nur zurückhaltend anzuordnen ist. Sein gesamtes  soziales Netz,  seine  engsten Bezugspersonen  und Vertrauten,  darunter 

C­1833/2009 die  nächsten  Verwandten,  befinden  sich  in  der  Schweiz.  Zu  seinem  Heimatland  bestehen  gemäss  Aktenlage  nach  dem  Tod  seiner  Grossmutter  keine  engeren  Bindungen  mehr  und  er  könnte  dort  auch  nicht auf ein verwandtschaftliches Beziehungsnetz zurückgreifen. Hier hat  er  Ende  Juli  2008  mit  Erfolg  seine  Berufsausbildung  absolviert  (Gesamtnote 4.7), wobei ihm ein positives Lehrzeugnis ausgestellt wurde  (pflichtbewusst,  freundlich  und  hilfsbereit).  Seit  über  zwei  Jahren  ist  er  beim  selben  Arbeitgeber  tätig,  der  ihn  als  wertvollen  Mitarbeiter  bezeichnet (vgl. Zeugnis vom 3. November 2009). Berufsbegleitend bildet  er sich an der Handelsschule Luzern weiter (vgl. Anmeldungsbestätigung  vom  3. März  2010).  Zwar  hat  er  wegen  des  tragischen  Verkehrsunfalls  hohe Schulden, die ihn auch inskünftig finanziell schwer belasten werden.  Er  bemüht  sich  aber  aktiv,  diese  Schulden  im  Rahmen  seiner  Möglichkeiten  zu  begleichen.  So  hat  er  mit  der  Haftpflichtversicherung  eine Vereinbarung getroffen und bezahlt auch in regelmässigen Raten die  Verfahrenskosten  zurück.  Für  eine  allfällige  fortgesetzte  Fürsorgeabhängigkeit  bestehen  keine  Anhaltspunkte.  Ebenfalls  massgeblich zu berücksichtigen  ist sein  jugendliches Alter  (16 Jahre)  im  Zeitpunkt  der  Tat.  Die  Strolchenfahrt  vom  Oktober  2005  fällt  in  die  Kategorie  der  Jugenddelinquenz  und  ist  insofern  zu  relativieren  (vgl.  Urteil  des  Europäischen  Gerichtshofs  für  Menschenrechte  [EGMR]  Nr.  42034/04  vom  22. Mai  2008  i.S.  Emre  c.  Schweiz).  Mit  Blick  auf  sein  jugendliches  Alter  im  Tatzeitpunkt  ist  der  vorliegende  Fall  auch  nicht  vergleichbar mit dem Sachverhalt, wie er dem Urteil des Bundesgerichts  2A.591/2005  zugrunde  lag,  wo  eine  Beschwerde  gegen  die  verfügte  Ausweisung  abgewiesen  wurde,  der  betreffende  Ausländer  zur  Tatzeit  aber bereits volljährig gewesen war. Abgesehen davon lag der erwähnte  Entscheid  auch  insofern  anders,  als  es  sich  bei  jenem  Ausländer  nicht  wie in casu um einen der zweiten Generation gehandelt hatte. Weiter gilt  es  zu beachten,  dass der Beschwerdeführer mit  dem Umstand,  für  den  Tod  eines  jungen  Menschen  verantwortlich  zu  sein,  selber  eine  lebenslängliche, schwere Last zu tragen und zu verarbeiten hat. Er litt bis  Mai  2007  denn  auch  an  chronischen  Depressionen  und  bedurfte  intensiver  psychotherapeutischer  Betreuung.  Zu  seinen  Gunsten  ist  zu  berücksichtigen,  dass  er  sich  nach  Einschätzung  seines  behandelnden  Therapeuten vom KJPD seit dem Unfall von seinen Gewohnheiten in der  Vergangenheit  klar  distanziert  habe,  seine Schuldhaftigkeit  einsehe und  Reue zeige. In den jeweiligen Stellungnahmen des KJPD vom 24. August  und  21.  November  2007  ist  ihm  denn  auch  eine  günstige  Prognose  attestiert  worden,  die  mit  einer  Verlängerungsverweigerung  jedoch  gefährdet wäre. Ebenfalls eine günstige Prognose abgegeben haben das 

C­1833/2009 Erziehungsheim  (vgl.  Stellungnahme  des  Jugenddorfs  S._______  vom  22.  August  2007)  und  der  zuständige  Sozialarbeiter  der  Jugendanwaltschaft (vgl. Bericht vom 21. August 2007). 6.5.4. Nach dem Gesagten sind zur Zeit keine Anhaltspunkte ersichtlich,  dass der Beschwerdeführer nicht gewillt oder fähig wäre, sich in die hier  geltende Ordnung einzufügen und sich inskünftig wohl zu verhalten. Auch  wenn  relativierend  einzuräumen  ist,  dass  die  positive  Entwicklung  des  Beschwerdeführers zunächst im Massnahmenvollzug und somit in einem  geschützten Umfeld und unter geordneten Strukturen zustande kam (vgl.  dazu Urteil des Bundesgerichts 2A.16/2007 vom 10. Mai 2007 E. 3.1.2).  Gerade  die  Entwicklung  seit März  2009  in  einem  stabilen  sozialen  und  familiären  Umfeld  (Aufnahme  einer  regelmässigen  Arbeitstätigkeit,  Bemühungen  zur Begleichung  seiner Schulden)  haben gezeigt,  dass  er  einen  Reifungsprozess  durchlaufen  hat,  der  ihn  offenbar  verantwortungsvoller,  reifer,  selbständiger  und  auch  selbstbewusster  gemacht hat. Die damals abgegebenen günstigen Prognosen haben sich  demnach bis jetzt bestätigt. 6.6.  In  umfassender  Abwägung  aller  relevanten  Interessen  kommt  das  Bundesverwaltungsgericht  –  wie  schon  das  Verwaltungsgericht  des  Kantons Luzern – daher zum Schluss, dass die privaten  Interessen des  Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz angesichts der günstigen  Prognose  und  seines  hiesigen  familiären  und  persönlichen  Beziehungsnetzes  insgesamt  höher  du  werten  sind  als  das  öffentliche  Interesse an seiner Entfernung. Allerdings handelt es sich vorliegend um  einen  Grenzfall.  Sollte  der  Beschwerdeführer  trotz  günstiger  Prognose  wiederum  straffällig  werden,  könnte  eine  Ausweisung  oder  eine  Nichtverlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  immer  noch  verfügt  werden. 7.  Die  von  der  Vorinstanz  verfügte  Verweigerung  der  Zustimmung  zur  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  und  Wegeisung  erweist  sich  daher als unverhältnismässig und verletzt Bundesrecht (vgl. Art. 49 Bst. a  VwVG).  Die  Beschwerde  ist  demnach  gutzuheissen,  die  angefochtene  Verfügung  aufzuheben  und  der  Verlängerung  der  kantonalen  Aufenthaltsbewilligung zuzustimmen. 8.  Bei  diesem Ausgang des Verfahrens  sind dem Beschwerdeführer  keine 

C­1833/2009 Kosten  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  VwVG)  und  der  geleistete  Kostenvorschuss  ist  zurückzuerstatten.  Der  obsiegende  Beschwerdeführer,  der  anwaltlich  vertreten  ist,  hat  Anspruch  auf  eine  Parteientschädigung  für  die  ihm  erwachsenen  und  notwendigen  Kosten  (Art.  64  Abs.  1  VwVG  i.V.m.  Art.  7  Abs.  2  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Entgegen der von ihm  am 2. Mai 2011 eingereichten Kostennote (Fr. 4'895.­ zuzüglich Auslagen  von  Fr.  230.­  und  MwSt.  von  Fr.  410.­  total  Fr.  5'535.­)  ist  die  Parteientschädigung  in  Berücksichtigung  der  Streitsache,  deren  rechtlicher  und  tatsächlicher  Schwierigkeit,  der  Notwendigkeit  der  Eingaben  (insbesondere  der  Tatsache,  dass  der  Beschwerdeführer  im  Nebenverfahren  um  Akteinsicht  [C­7316/2009]  nur  teilweise  durchgedrungen  ist)  sowie  der  Bandbreite  der  bislang  ausgerichteten  Entschädigungen  für  vergleichbare  Fälle  nach  Massgabe  des  pflichtgemässen  richterlichen  Ermessens  auf  Fr.  2'800.­  (inkl.  Auslagen  und MwSt.) festzusetzen. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird gutgeheissen. 2.  Die angefochtene Verfügung wird aufgehoben, und der Verlängerung der  Aufenthaltsbewilligung wird die Zustimmung erteilt. 3.  Es  werden  keine  Verfahrenskosten  erhoben.  Der  am  3.  April  2009  bezahlte Kostenvorschuss von Fr. 800.­ wird zurückerstattet. 4.  Die  Vorinstanz  hat  den  Beschwerdeführer  für  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht mit Fr.  2'800.­  (inkl. Auslagen und MwSt.)  zu  entschädigen. 5.  Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)

C­1833/2009 – die  Vorinstanz  (gegen  Empfangsbestätigung;  Akten  Ref­Nr.  […]  zurück) – das Amt für Migration des Kantons Luzern (ad […]) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Marianne Teuscher Rudolf Grun Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden,  sofern  die  Voraussetzungen  gemäss  den Art. 82  ff., 90  ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005  (BGG,  SR  173.110)  gegeben  sind.  Die  Rechtsschrift  hat  die  Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  der  Beschwerdeführer  in  Händen  hat,  beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:

C-1833/2009 — Bundesverwaltungsgericht 24.08.2011 C-1833/2009 — Swissrulings