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Bundesverwaltungsgericht 22.09.2011 B-8533/2010

22 septembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·4,555 mots·~23 min·2

Résumé

Direktzahlungen und Ökobeiträge | Nachträgliche Verweigerung von landwirtschaftlichen Direktzahlungen für das Jahr 2008

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung II B­8533/2010 Urteil   v om   2 2 .   S ep t embe r   2011 Besetzung Philippe Weissenberger (Vorsitz), Richterin Maria Amgwerd, Richter Stephan Breitenmoser,  Gerichtsschreiberin Patricia Egli. Parteien X._______,   vertreten durch den Zürcher Bauernverband,  Nüschelerstrasse 35, 8001 Zürich, Beschwerdeführer,  gegen Baudirektion Kanton Zürich, Walcheplatz 2, Postfach,  8090 Zürich,    Vorinstanz,  ALN Amt für Landschaft und Natur, Abteilung  Landwirtschaft, Walcheplatz 2, 8090 Zürich,    Erstinstanz.  Gegenstand Nachträgliche Verweigerung von landwirtschaftlichen  Direktzahlungen für das Jahr 2008.

B­8533/2010 Sachverhalt: A.  X._______  (nachfolgend:  Beschwerdeführer)  führt  einen  landwirtschaftlichen  Betrieb  in  Y._______.  Auf  dem  Betrieb  des  Beschwerdeführers wurden am 23.  Januar 2008,  am 12. Februar 2008,  am 7. April 2008 und am 23. Dezember 2008 Kontrollen durchgeführt, bei  denen jeweils Mängel beim Tierschutz festgestellt wurden.  Auf  Grund  der  zwischen  dem  23.  Januar  2008  und  dem  7.  April  2008  festgestellten  Verletzungen  der  Tierschutzgesetzgebung  wurde  der  Beschwerdeführer vom Statthalteramt Winterthur mit Strafverfügung vom  26.  November  2008  zu  einer  Busse  von  Fr. 2'000.−  verurteilt.  Da  kein  Begehren  um  gerichtliche  Beurteilung  gestellt  wurde,  ist  die  Strafverfügung in Rechtskraft erwachsen. Mit Verfügung vom 7. Juli 2010 verweigerte das Amt für Landschaft und  Natur  des  Kantons  Zürich  (nachfolgend:  Erstinstanz)  dem  Beschwerdeführer in Folge der anlässlich der Kontrollen vom 23. Januar  2008, vom 12. Februar 2008, vom 7. April 2008 und vom 23. Dezember  2008  festgestellten  Mängel  beim  Tierschutz  nachträglich  sämtliche  Direktzahlungen für das Jahr 2008 im Gesamtumfang von Fr. 164'546.−.  Davon wurden Fr. 95'630.− mit dem Guthaben 2009 verrechnet und der  Restbetrag in der Höhe von Fr. 68'916.− zurückgefordert. Mit  Rekurs  an  die  Baudirektion  des  Kantons  Zürich  (nachfolgend:  Vorinstanz) vom 10. August 2010 beantragte der Beschwerdeführer, die  Direktzahlungen  für  das  Jahr  2008  seien  nicht  zu  verweigern.  Zur  Begründung  brachte  er  im  Wesentlichen  vor,  das  Verhältnismässigkeitsprinzip  sei  verletzt  und  die  anwendbaren  Bestimmungen  des  Landwirtschaftsgesetzes  würden  falsch  ausgelegt.  Eine  Verletzungsgefahr  für  seine  Tiere  sei  zudem  nicht  nachgewiesen  worden.  Schliesslich  habe  die  Erstinstanz  seine  Argumente  und  Überlegungen nicht oder nur mangelhaft berücksichtigt. Mit Entscheid vom 11. November 2010 wies die Vorinstanz den Rekurs  des Beschwerdeführers ab. Zur Begründung  führte  sie  im Wesentlichen  aus,  das  Sanktionsschema  der  Direktzahlungs­Kürzungsrichtlinie,  die  eine  gänzliche  Streichung  sämtlicher  Direktzahlungen  im  Falle  von  Tierschutzverletzungen  ab  einem  Total  von  110  Punkten  vorsehe,  entspreche  dem  Verhältnismässigkeitsprinzip.  Da  im  vorliegenden  Fall  die  Summe  der  Mängel  nach  Massgabe  der  Direktzahlungs­

B­8533/2010 Kürzungsrichtlinie  eine  Punktzahl  von  148,6  ergeben  habe,  sei  die  Erstinstanz  nach  den  geltenden  rechtlichen  Grundlagen  verpflichtet  gewesen,  die  Direktzahlungen  für  das  betreffende  Jahr  gänzlich  zu  verweigern.  Im  Übrigen  seien  durch  die  Unterlagen  der  Kontrollen  auf  dem Betrieb des Beschwerdeführers wiederholte und erhebliche Mängel  in der Tierhaltung aktenmässig erstellt. B.  Am  10.  Dezember  2010  reichte  der  Beschwerdeführer  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  gegen  diesen  Entscheid  ein.  Er  beantragt die Aufhebung des angefochtenen Entscheids; eventualiter sei  er  aufzuheben  und  zur  Verbesserung  und  neuen  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen.  Zur  Begründung  bringt  der  Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, die Vorinstanz sei nicht oder nur  unzureichend  auf  seine  Vorbringen  eingegangen.  Zudem  rügt  er  eine  Verletzung des Verhältnismässigkeitsprinzips sowie eine unrichtige resp.  ungenügende  Feststellung  des  Sachverhalts.  Im  Weiteren  seien  die  persönlichen und betrieblichen Voraussetzungen bei  der Streichung der  Direktzahlungen  nicht  berücksichtigt  worden,  was  einer  willkürlichen  Handlung gleichkomme. Schliesslich rügt der Beschwerdeführer mit Blick  auf  die Praxis  im Kanton Aargau zur Kürzung der Direktzahlungen eine  Verletzung des Rechtsgleichheitsgebots.  C.  Die  Vorinstanz  liess  sich  mit  Stellungnahme  vom  9.  März  2011  vernehmen.  Sie  beantragt  die  Abweisung  der  Beschwerde.  Zur  Begründung  verweist  sie  auf  ihre  Ausführungen  im  angefochtenen  Entscheid. D.  Am 15. März 2011 reichte die Erstinstanz ihre Vernehmlassung ein, in der  sie  die  Abweisung  der  Beschwerde  beantragt.  Ergänzend  zu  ihren  Ausführungen  in  der  Verfügung  vom  7.  Juli  2010  weist  sie  darauf  hin,  dass  auf  sämtliche  entscheidrelevanten  Vorbringen  ausführlich  eingegangen  worden  sei.  Der  Beschwerdeführer  führe  denn  auch  nicht  substantiiert aus, welche seiner Vorbringen nicht genügend berücksichtigt  worden  seien.  Es  sei  zudem  unbestritten,  dass  das  Verhältnismässigkeitsprinzip bei  jeder staatlichen Handlung zu beachten  sei.  Bei  gravierenden,  wiederholten  Verstössen  gegen  die  Tierschutzgesetzgebung  von  110  und  mehr  Punkten  sei  jedoch  eine  gänzliche  Streichung  der  Direktzahlungen  unumgänglich.  Im  konkreten 

B­8533/2010 Fall  handle  es  sich  zudem  nicht  um  einen  Bagatellfall,  sondern  um  gravierende  Tierschutzverletzungen,  die  vom  Veterinäramt,  der  Polizei  sowie  der  Bio  Test  Agro  AG  jeweils  ausreichend  dokumentiert  worden  seien  (Protokoll,  Fotos,  DVD).  Der  Sachverhalt  sei  daher  genügend  festgestellt  worden. Die  persönlichen Verhältnisse  seien  im Übrigen  bei  einer  Kürzung  von  Direktzahlungen  nicht  zu  beachten.  Würden  die  Anforderungen  des  ökologischen  Leistungsnachweises  nicht  erfüllt,  so  seien  die  Direktzahlungen  unabhängig  von  der  finanziellen  Situation  eines Betriebes zu kürzen. Eine Ungleichbehandlung sei schliesslich mit  Blick auf die Praxis im Kanton Aargau nicht ersichtlich. E.  Das Bundesamt  für  Landwirtschaft  BLW  liess  sich  als  Fachbehörde mit  Eingabe  vom  28.  März  2011  vernehmen.  Die  Fachbehörde  weist  zunächst darauf hin, dass es sich bei der Busse wegen Verletzung von  Tierschutzvorschriften einerseits und der Kürzung oder Verweigerung von  Direktzahlungen andererseits um zwei verschiedene Instrumente handle,  die  unabhängig  voneinander  ergriffen  werden  könnten.  Die  Nichteinhaltung des Tierschutzes, dem ein grosser Stellenwert zukomme,  ziehe unabhängig von einer Busse eine Kürzung oder Verweigerung der  Direktzahlungen  nach  sich.  Das  Mass  der  Kürzung  bzw.  Verweigerung  richte  sich  nach  der  von  der  Landwirtschaftsdirektorenkonferenz  erlassenen Direktzahlungs­Kürzungsrichtlinie. Da es sich vorliegend nicht  um  einen  einmaligen  Bagatellfall,  sondern  um  schwerwiegende  Verfehlungen  handle,  erscheine  die  gänzliche  Streichung  der  Direktzahlungen für das Jahr 2008 als gerechtfertigt. Im Übrigen halte die  Vorinstanz zu Recht fest, dass persönliche und betriebliche Umstände bei  der  Kürzung  bzw.  Verweigerung  der  Direktzahlungen  nicht  zu  berücksichtigen seien. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  Der  angefochtene  Entscheid  der  Baudirektion  des  Kantons  Zürich  vom  11. November  2010  ist  ein  letztinstanzlicher  kantonaler  Entscheid  (§ 19  Abs.  3  i.V.m.  §  42  des  Verwaltungsrechtspflegegesetzes  vom  24. Mai  1959  [VRG,  Systematische  Rechtssammlung  des  Kantons  Zürich,  LS  175.2]  i.V.m. Art. 166 Abs. 2  des  Landwirtschaftsgesetzes  vom 29. April  1998  [LwG,  SR  910.1]),  der  in  Anwendung  von  öffentlichem Recht  des  Bundes erging. Er stellt daher eine Verfügung im Sinne von Art. 5 Abs. 2  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 

B­8533/2010 Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  dar.  Das  Bundesverwaltungsgericht,  das  gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  (VGG,  SR  173.32)  als  Beschwerdeinstanz Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG  beurteilt,  ist  nach  Art. 33  Bst. i  VGG  und  Art. 166  Abs. 2  LwG  für  die  Behandlung  der  vorliegenden  Streitsache  zuständig,  zumal  keine  Ausnahme nach Art. 32 VGG greift. Der  Beschwerdeführer  hat  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen  und  ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt.  Er  hat  zudem ein  als  schutzwürdig  anzuerkennendes  Interesse  an  deren  Aufhebung  oder  Änderung,  weshalb  er  zur  Beschwerde  legitimiert ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Eingabefrist und ­form sind gewahrt  (Art.  50  und  Art.  52  Abs. 1  VwVG),  der  Kostenvorschuss  wurde  fristgemäss  bezahlt  (Art.  63  Abs.  4  VwVG)  und  die  übrigen  Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor (Art. 44 ff. VwVG). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten. 2.  Gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG bindet die Begründung der Begehren die  Beschwerdeinstanz in keinem Falle. Diese Bestimmung ist Ausdruck des  Grundsatzes  der  Rechtsanwendung  von  Amtes  wegen.  Demzufolge  ermittelt die Beschwerdeinstanz im konkreten Fall das einschlägige Recht  selber  und  misst  ihm  den  ihres  Erachtens  richtigen  Sinn  bei,  ohne  in  irgendeiner  Weise  an  die  von  den  Parteien  in  ihren  Eingaben  vorgetragene  Rechtsauffassung  gebunden  zu  sein.  Das  bedeutet  insbesondere, dass die Beschwerdeinstanz befugt ist, eine angefochtene  Verfügung  mittels  Motivsubstitution  zu  schützen,  wenn  die  rechtliche  Begründung  der  Vorinstanz  fehlerhaft  sein  sollte  (vgl.  THOMAS HÄBERLI,  in:  Bernhard  Waldmann/Philippe  Weissenberger  [Hrsg.],  VwVG,  Praxiskommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren,  Zürich/Basel/Genf  2009,  Art.  62,  N.  37  ff.;  MADELEINE  CAMPRUBI,  in:  Christoph  Auer/Markus  Müller/Benjamin  Schindler  [Hrsg.],  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG],  Zürich/St.  Gallen 2008, Art. 62, N. 15). 2.1. Bei  einer Rechtsänderung  finden  bezüglich  des materiellen Rechts  grundsätzlich  diejenigen  Rechtssätze  Anwendung,  die  bei  der  Erfüllung  des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestands  Geltung  haben  oder  hatten  (vgl.  PIERRE  TSCHANNEN/ULRICH 

B­8533/2010 ZIMMERLI/MARKUS MÜLLER,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  3.  Aufl.,  Bern  2009,  § 24  N.  9).  Der  Gesetzgeber  kann  eine  davon  abweichende  Regelung  treffen,  was  er  indessen  im  vorliegenden  Fall  –  soweit  hier  interessierend  –  nicht  getan  hat  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­3405/2007  vom  3.  Juli  2008,  E.  2.2.2 mit  Hinweisen).  2.2.  Der  angefochtene  Entscheid  bezieht  sich  unter  anderem  auf  Sachverhalte, die sich am 23. Januar 2008, am 12. Februar 2008 und am  7. April  2008  ereigneten.  Für  die  Beurteilung  der  tierschutzrechtlichen  Aspekte  dieser  Sachverhalte  sind  das  Tierschutzgesetz  vom  9.  März  1978 (aTschG, AS 1981 562) und die Tierschutzverordnung vom 27. Mai  1981  (aTschV,  AS  1981  572)  massgebend.  Demgegenüber  ist  für  die  Beurteilung  des  Sachverhalts  vom  23.  Dezember  2008  auf  das  am  1.  September  2008  in  Kraft  getretene  neue  Tierschutzgesetz  vom  16.  Dezember  2005  (TSchG,  SR  455)  und  die  am  gleichen Datum  in  Kraft  getretene  Tierschutzverordnung  vom  23. April  2008  (TSchV,  SR  455.1)  abzustellen.  Da  sich  die  zu  beurteilenden  Sachverhalte  im  Jahr  2008  ereigneten, finden für die Kürzung der Direktzahlungen im Übrigen Art. 70  Abs. 1 der Verordnung vom 7. Dezember 1998 über die Direktzahlungen  an  die  Landwirtschaft  (Direktzahlungsverordnung,  DZV)  in  der  Fassung  vom  1.  Januar  2008  (AS  2007  6117,  6124)  und  die  Richtlinie  der  Landwirtschaftsdirektorenkonferenz  zur  Kürzung  der  Direktzahlungen  in  der  Fassung  vom  27. Januar  2005  (Direktzahlungs­Kürzungsrichtlinie)  Anwendung. 2.3. Die Vorinstanz  hat  im  angefochtenen Entscheid  –  abweichend  von  dem in E. 2.1 genannten Grundsatz – zur Beurteilung der anlässlich der  Kontrollen vom 23. Januar 2008, vom 12. Februar 2008 und vom 7. April  2008 festgestellten Mängel auf dem Betrieb des Beschwerdeführers das  neue  Tierschutzgesetz  vom  16.  Dezember  2005  und  die  Tierschutzverordnung  vom  23.  April  2008  angewandt.  Da  sich  die  alte  Tierschutzgesetzgebung  in  den  für  den  vorliegenden  Fall  wesentlichen  Grundsätzen  und  Tatbeständen  jedoch  nicht  von  der  neuen  Tierschutzgesetzgebung  unterscheidet  (vgl.  E.  5),  hat  die  vorliegende  Anwendung  des  alten  Rechts  auf  die  Qualifikation  der  Mängel  keine  Auswirkungen  und  bewirkt  insbesondere  keine  Schlechterstellung  des  Beschwerdeführers. 3.  Der  Beschwerdeführer  rügt  zunächst  sinngemäss  eine  Verletzung  des 

B­8533/2010 rechtlichen Gehörs. Die Vorinstanz  sei  nicht  oder  nur  unzureichend  auf  seine  Vorbringen  eingegangen.  Gemeint  seien  damit  seine  Einwendungen  in  der  Stellungnahme  vom  22.  Dezember  2009  an  die  Erstinstanz, die Begründungen in seiner Replik vom 28. Februar 2010 auf  die  Stellungnahme  des  Veterinäramtes  des  Kantons  Zürich  vom  14.  Januar  2010  sowie die Begründungen  im Rekurs  vom 10. August  2010  gegen die Verfügung der Erstinstanz vom 7. Juli 2010.  3.1.  Der  verfassungsmässige  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  (Art.  29  Abs.  2  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  [BV,  SR  101])  dient  einerseits  der  Sachverhaltsaufklärung  und  stellt  andererseits  ein  persönlichkeitsbezogenes  Mitwirkungsrecht  der  Parteien  dar.  Aus  dem  formellen  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  ergibt  sich  die  Pflicht  der  entscheidenden  Behörde,  ihre  Verfügungen  zu  begründen;  sie  soll  den  Betroffenen anhören, seine Einwände sorgfältig prüfen und diese bei der  Entscheidfindung  angemessen  berücksichtigen.  Die  Begründung  ist  so  abzufassen,  dass  der  Betroffene  den  Entscheid  sachgerecht  anfechten  kann.  Hierzu  müssen  wenigstens  kurz  die  Überlegungen  genannt  werden,  von  denen  sich  die  Behörde  hat  leiten  lassen  und  auf  die  sie  ihren Entscheid stützt  (vgl. BGE 134  I 83 E. 4.1, BGE 129  I 232 E. 3.2,  BGE  126  I  97  E.  2b).  Nicht  erforderlich  ist  hingegen,  dass  sich  der  Entscheid mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und  jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 133 III 439 E.  3.3). Die verfassungsmässige Begründungsdichte ist dabei insbesondere  abhängig  von  der  Dichte  der  Parteivorbringen  (vgl.  BERNHARD  WALDMANN/JÜRG  BICKEL,  in:  Waldmann/Weissenberger,  a.a.O.,  Art.  29,  N. 103). Die Entscheidbegründung darf und soll sich auf die wesentlichen  Elemente beschränken (vgl. BGE 130 II 530 E. 4.3).  3.2.  Insofern  der  Beschwerdeführer  sinngemäss  geltend  macht,  die  Vorinstanz  habe  das  rechtliche  Gehör  verletzt,  indem  sie  seine  Einwendungen  in  der  Stellungnahme  vom  22.  Dezember  2009  an  die  Erstinstanz  und  in  seiner  Replik  vom  28.  Februar  2010  auf  die  Stellungnahme des Veterinäramtes des Kantons Zürich  vom 14.  Januar  2010  nicht  oder  nur  unzureichend  berücksichtigt  habe,  gilt  es  darauf  hinzuweisen, dass es sich dabei um Eingaben des Beschwerdeführers im  Rahmen  des  Verfahrens  vor  Erstinstanz  und  nicht  im  Rekursverfahren  vor  Vorinstanz  handelt.  Da  sich  der  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  jedoch  lediglich  auf  die  Berücksichtigung  der  im  jeweiligen  Verfahren  vorgebrachten  Anträge  und  Stellungnahmen  vor  der  entscheidenden 

B­8533/2010 Instanz bezieht, durfte sich die Vorinstanz bei ihrer Entscheidfindung auf  die  im  Rekursverfahren  vorgebrachten  Begehren  und  Standpunkte  des  Beschwerdeführers  beschränken.  Vorliegend  ist  daher  einzig  zu  prüfen,  ob  die  Vorinstanz  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  in  seiner  Rekursschrift vom 10. August 2010 angemessen berücksichtigt hat.  3.3. Zur Begründung  seines Rekurses  vom 10. August  2010  stützt  sich  der  Beschwerdeführer  im  Wesentlichen  auf  das  Verhältnismässigkeitsprinzip (Ziff. 1), die Auslegung von Art. 70 LwG (Ziff.  2),  die  nicht  nachgewiesene  Verletzungsgefahr  (Ziff.  3)  sowie  die  Nichtberücksichtigung  seiner  Argumente  in  der  Replik  vom  28.  Februar  2010 und des Antrags vom 22. Dezember 2009  (Ziff. 4). Die Vorinstanz  geht  in  ihrer  Entscheidung weitestgehend  auf  diese  Vorbringen  ein.  So  führt  sie unter Hinweis auf die entsprechenden Kontrollrapporte und die  Fotos des Veterinäramtes,  der Polizei  und der Bio Test Agro AG sowie  unter Hinweis auf die Strafverfügung des Statthalteramtes Winterthur vom  26.  November  2008  aus,  dass  die  Kontrollbehörden  im  Jahr  2008  zweifellos  erhebliche  Verstösse  gegen  die  Tierschutzgesetzgebung  auf  dem  Betrieb  des  Beschwerdeführers  festgestellt  hätten.  In  ihren  Ausführungen  geht  die  Vorinstanz  dabei  auch  auf  die  Rüge  des  Beschwerdeführers  ein,  die  Verletzungsgefahr  sei  nicht  nachgewiesen  worden  (vgl. E. 3d).  Im Weiteren  legt  die Vorinstanz  in  ihrem Entscheid  ausführlich  ihre  Auslegung  von  Art.  70  LwG  und  der  Direktzahlungs­ Kürzungsrichtlinie  dar  (vgl.  E.  4a­e)  und  setzt  sich  dabei  mit  den  Vorbringen des Beschwerdeführers zur Auslegung von Art. 70 LwG (vgl.  E.  4e)  sowie  zur  geltend  gemachten  Verletzung  des  Verhältnismässigkeitsprinzips  auseinander  (vgl.  E.  4e­f).  Zwar  geht  die  Vorinstanz  in  ihrem  Entscheid  nicht  ausdrücklich  auf  alle  im  Rekurs  vorgebrachten  Standpunkte  des  Beschwerdeführers  ein.  Insbesondere  nimmt  die  Vorinstanz  zu  der  in  Ziff.  3  des  Rekurses  stichwortartigen  Aufzählung  der  falschen  Angaben  betreffend  Tierbewegungen  und  Tierzahlen  sowie  zu  der  unter  Ziff.  4  vorgebrachten  generellen  Nichtberücksichtigung  seiner  Argumente  in  der  Replik  vom  28.  Februar  2010 und des Antrags vom 22. Dezember 2009 keine Stellung. Dies  ist  denn  aber  auch  mit  Blick  auf  die  bundesgerichtliche  Rechtsprechung  nicht  erforderlich,  da  die  Vorinstanz  nicht  auf  alle  Einwände  des  Beschwerdeführers  einzugehen  braucht,  sondern  sich  auf  die  ihrer  Ansicht nach wesentlichen Argumente beschränken darf. Darüber hinaus  ist  zu  beachten,  dass  die  Begründungsdichte  von  der  Dichte  der  Parteivorbringen  abhängt. Geht  die  Vorinstanz  auf  stichwortartige,  nicht  weiter substantiierte Vorbringen des Beschwerdeführers nicht ein, so liegt 

B­8533/2010 darin  keine  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs.  Der  Beschwerdeführer  war  vielmehr  in  der  Lage,  dem  angefochtenen  Entscheid  alle  wesentlichen  Argumente  der  Vorinstanz  zu  entnehmen  und  konnte  den  Entscheid somit sachgerecht anfechten. Eine Verletzung des Anspruchs  auf rechtliches Gehör liegt daher nicht vor, weshalb sich die Beschwerde  in diesem Punkt als unbegründet erweist.  4.  Grundlage für die Ausrichtung von Direktzahlungen bilden – gestützt auf  Art. 104 Abs. 2 BV – die Art. 70 ff. des LwG sowie die auf Grund dessen  vom Bundesrat  erlassene Verordnung  vom 7. Dezember  1998  über  die  Direktzahlungen an die Landwirtschaft  (Direktzahlungsverordnung, DZV,  SR 910.13). Zwecks Förderung der Landwirtschaft richtet der Bund unter  der  Voraussetzung  des  ökologischen  Leistungsnachweises  (ÖLN)  Bewirtschaftern  und  Bewirtschafterinnen  von  bodenbewirtschaftenden  bäuerlichen  Betrieben  Direktzahlungen  aus  (Art.  70  Abs.  1  LwG  i.V.m.  Art.  1  Abs. 1  DZV).  Der  ökologische  Leistungsnachweis  umfasst  dabei  insbesondere  eine  tiergerechte  Haltung  der  Nutztiere  (Art.  70  Abs.  2  Bst. a  LwG).  Die  Einhaltung  der  für  die  landwirtschaftliche  Produktion  massgeblichen  Bestimmungen  der  Tierschutzgesetzgebung  ist  denn  auch  Voraussetzung  und  Auflage  für  die  Ausrichtung  von  Direktzahlungen (Art. 70 Abs. 4 LwG, Art. 5 DZV).  4.1.  Bewirtschafter  oder  Bewirtschafterinnen,  die  Direktzahlungen  beantragen,  müssen  der  kantonalen  Behörde  den  Nachweis  erbringen,  dass  sie  den  gesamten  Betrieb  nach  den  Anforderungen  des  ökologischen Leistungsnachweises bewirtschaften  (Art.  16 Abs. 1 DZV).  Dieser  Nachweis  ist  mit  dem  schriftlichen  Gesuch  um  Direktzahlungen  einzureichen (Art. 63 Abs. 1 i.V.m. Art. 64 Abs. 1 Bst. b DZV). Der Kanton  oder die von  ihm zum Vollzug beigezogenen Organisationen überprüfen  die vom Bewirtschafter oder der Bewirtschafterin eingereichten Angaben,  die  Einhaltung  der  Bedingungen  und  Auflagen  und  die  Beitragsberechtigung (Art. 66 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 DZV). Der Kanton oder  die  Organisation  teilt  bei  der  Kontrolle  festgestellte  Mängel  dem  Bewirtschafter  oder  der Bewirtschafterin  unverzüglich mit.  Bestreitet  der  Bewirtschafter oder die Bewirtschafterin die Ergebnisse der Kontrolle, so  kann er oder sie  innerhalb der drei  folgenden Werktage verlangen, dass  der Kanton oder die Organisation innerhalb von 48 Stunden eine weitere  Betriebskontrolle  durchführt  (Art.  66  Abs.  5  DZV).  Der  Kanton  stellt  die  Beitragsberechtigung  des Gesuchstellers  fest  und  setzt  den Beitrag  auf  Grund der Verhältnisse am Stichtag fest (Art. 67 Abs. 1 DZV).

B­8533/2010 4.2.  Die  Beiträge  können  gekürzt  oder  verweigert  werden,  wenn  der  Gesuchsteller das Landwirtschaftsgesetz, die Ausführungsbestimmungen  oder die gestützt darauf erlassenen Verfügungen verletzt (Art. 170 Abs. 1  LwG). Die Kürzung  oder Verweigerung  gilt mindestens  für  die  Jahre,  in  denen  der  Gesuchsteller  oder  die  Gesuchstellerin  die  Bestimmungen  verletzt hat (Art. 170 Abs. 2 LwG). Der Bundesrat wird in Art. 170 Abs. 3  LwG  zudem  ermächtigt,  für  die  Kürzungen  der  Direktzahlungen  die  notwendigen  Verordnungsbestimmungen  zu  erlassen.  In  Ausübung  dieser Ermächtigung wird  in Art. 70 Abs. 1 Bst. d DZV in der vorliegend  anwendbaren Fassung bestimmt, dass die Kantone die Beiträge gemäss  der  Direktzahlungs­Kürzungsrichtlinie  der  Landwirtschaftsdirektorenkonferenz  vom  27. Januar  2005  kürzen  oder  verweigern, wenn der Gesuchsteller  die Bedingungen und Auflagen der  Direktzahlungsverordnung  und  weitere  Vorgaben,  die  ihm  auferlegt  wurden,  nicht  einhält  (AS  2007  6117,  6124).  Bei  vorsätzlicher  oder  wiederholter  Verletzung  von  Vorschriften  können  die  Kantone  die  Gewährung  von Beiträgen  bis  höchstens  fünf  Jahre  verweigern  (Art. 70  Abs. 3 DZV). Sind die Voraussetzungen, unter denen ein Beitrag gewährt  wurde, nicht mehr erfüllt  oder werden Auflagen oder Bedingungen nicht  eingehalten, so werden Beiträge ganz oder teilweise zurückgefordert. Zu  Unrecht bezogene Beiträge oder Vermögensvorteile sind unabhängig von  der  Anwendung  von  Strafbestimmungen  zurückzuerstatten  oder  zu  verrechnen (Art. 171 LwG). 4.3. Nach der vorliegend gestützt auf Art. 170 Abs. 3 LwG i.V.m. Art. 70  Abs. 1 Bst. d DZV anzuwendenden Direktzahlungs­Kürzungsrichtlinie hat  der erstmalige Verstoss gegen die  für die  landwirtschaftliche Produktion  massgebenden  Vorschriften  der  Tierschutzgesetzgebung  eine  Kürzung  der Beiträge von Fr. 100.− pro Strafpunkt (bis und mit 109 Punkten) zur  Folge,  mindestens  jedoch  Fr.  200.−  (Direktzahlungs­Kürzungsrichtlinie,  Kapitel  B,  Ziff.  1.2.).  Verstösse  gegen  den  baulichen  und  qualitativen  Tierschutz,  mit  Ausnahme  des  Auslaufs  von  angebundenem  Rindvieh,  werden  mit  mindestens  einem  Punkt  pro  betroffene  Grossvieheinheit  (GVE)  geahndet,  maximal  jedoch  mit  50  Punkten.  Bei  besonders  schwerwiegenden  Fällen  ist  die  Punktzahl  angemessen  zu  erhöhen  (Direktzahlungs­Kürzungsrichtlinie,  Kapitel  B,  Ziff.  1.2.1).  Die  Punktzahl  ist  beim zweiten Verstoss  innerhalb  von drei  Jahren  zu  verdoppeln  und  beim dritten Verstoss innerhalb von drei Jahren zu vervierfachen. Bei 110  und  mehr  Punkten  wird  der  Betrieb  von  den  Direktzahlungen  ausgeschlossen (Direktzahlungs­Kürzungsrichtlinie, Kapitel B, Ziff. 1.2.).

B­8533/2010 5.  5.1. Als Grundsätze hält Art. 2 aTSchG fest, dass Tiere so zu behandeln  sind,  dass  ihren  Bedürfnissen  in  bestmöglicher  Weise  Rechnung  getragen  wird  (Abs.  1).  Wer  mit  Tieren  umgeht,  hat  für  deren  Wohlbefinden zu sorgen, soweit es der Verwendungszweck zulässt (Abs.  2).  Niemand  darf  ungerechtfertigt  einem  Tier  Schmerzen,  Leiden  oder  Schäden zufügen oder es  in Angst versetzen (Abs. 3). Wer ein Tier hält  oder betreut, muss es angemessen nähren, pflegen und ihm soweit nötig  Unterkunft  gewähren  (Art.  3  Abs.  1  aTSchG).  Gemäss  Art.  22  Abs.  1  aTschG  ist  das  Misshandeln,  starke  Vernachlässigen  oder  unnötige  Überanstrengen von Tieren verboten. Unter der Marginalie "Tiergerechte  Haltung" konkretisiert Art. 1 aTSchV, dass Tiere so zu halten sind, dass  ihre  Körperfunktionen  und  ihr  Verhalten  nicht  gestört  werden  und  ihre  Anpassungsfähigkeit  nicht  überfordert  wird  (Abs.  1).  Fütterung,  Pflege  und  Unterkunft  sind  angemessen,  wenn  sie  nach  dem  Stand  der  Erfahrung und den Erkenntnissen der Physiologie, Verhaltenskunde und  Hygiene  den  Bedürfnissen  der  Tiere  entsprechen  (Abs.  2).  Zur  Pflege  bestimmt Art.  3 Abs.  1  aTSchV,  dass  sie  haltungsbedingte Krankheiten  und  Verletzungen  verhindern  sowie  das  arteigene  Pflegeverhalten  der  Tiere ersetzen muss, soweit dieses durch die Haltung eingeschränkt und  für die Gesundheit erforderlich  ist. Art. 3 Abs. 3 aTSchV verpflichtet den  Tierhalter zudem, kranke und verletzte Tiere unverzüglich ihrem Zustand  entsprechend unterzubringen, zu pflegen und zu behandeln oder aber zu  töten. Zum Liegebereich der Tiere konkretisiert Art. 17 aTSchV, dass für  Kälber  bis  vier  Monate,  für  Kühe  und  hochträchtige  Rinder  sowie  für  Zuchttiere  der  Liegebereich  mit  ausreichender  und  geeigneter  Einstreu  versehen werden muss (Abs. 1). Für übriges Rindvieh muss bei Neu­ und  Umbauten  ein  Liegebereich  eingerichtet  werden,  der  mit  ausreichender  und  geeigneter  Einstreu  oder  einem  weichen,  verformbaren  Material  versehen ist (Abs. 2).  5.2.  Das  neue  Tierschutzgesetz  vom  16.  Dezember  2005  (TSchG,  SR 455)  geht  von  den  gleichen  Grundsätzen  wie  das  alte  Tierschutzgesetz  aus.  Insbesondere wurde  durch  das  neue Gesetz  das  Schutzniveau  der  Tiere  weder  gesenkt  noch  erhöht  (vgl.  Botschaft  zur  Revision  des  Tierschutzgesetzes  vom  9.  Dezember  2002  [Botschaft  TSchG],  BBl  2003  657,  665).  Die  Revision  zielte  primär  auf  die  Einführung  ergänzender  Instrumente  für  den  Vollzug  (vgl.  Botschaft  TSchG, BBl 2003 657, 665  f.). Auch nach dem neuen Tierschutzgesetz  hat  jeder,  der  mit  Tieren  umgeht,  ihren  Bedürfnissen  in  bestmöglicher 

B­8533/2010 Weise  Rechnung  zu  tragen  und,  soweit  es  der  Verwendungszweck  zulässt,  für  ihr Wohlergehen  zu  sorgen  (Art.  4 Abs.  1 Bst. a  und Bst.  b  TSchG).  Niemand  darf  ungerechtfertigt  einem  Tier  Schmerzen,  Leiden  oder  Schäden  zufügen,  es  in  Angst  versetzen  oder  in  anderer  Weise  seine  Würde  missachten.  Das  Misshandeln,  Vernachlässigen  oder  unnötige Überanstrengen von Tieren  ist verboten (Art. 4 Abs. 2 TSchG).  Tiere,  die  gehalten  oder  betreut  werden,  müssen  angemessen  ernährt,  gepflegt  und  ihnen  die  für  ihr  Wohlergehen  notwendige  Beschäftigung  und  Bewegungsfreiheit  sowie,  soweit  nötig,  Unterkunft  gewährt  werden  (Art. 6 TschG). In Bezug auf die Pflege konkretisiert Art. 3 Abs. 3 TSchV,  dass sie angemessen  ist, wenn sie nach dem Stand der Erfahrung und  der  Erkenntnisse  der  Physiologie,  Verhaltenskunde  und  Hygiene  den  Bedürfnissen der Tiere entspricht. Das arttypische Körperpflegeverhalten  darf  durch  die  Haltung  nicht  unnötig  eingeschränkt  werden.  Soweit  es  eingeschränkt wird, muss es durch Pflege ersetzt werden  (Art. 5 Abs. 3  TschV). 6.  Der  Beschwerdeführer  bringt  vor,  der  Sachverhalt  sei  unrichtig  resp.  ungenügend  festgestellt  worden.  Im  Entscheid  sei  die  Rede  von  "uneingestreuten  Liegeflächen"  sowie  der  "übermässigen  Verschmutzung".  Bekanntlich  könnten  die  Tiere  je  nach  Zeitpunkt  der  Kontrolle mehr oder weniger verschmutzt sein. Ebenso seien stets auch  Aufstallungssystem  und  Wetterbedingungen  zu  berücksichtigen.  Vorliegend  enthalte  der  angefochtene  Entscheid  keinerlei  Hinweise  auf  das bei der Kontrolle vorherrschende Wetter und äussere sich auch nicht  zum  Aufstallungssystem  oder  zur  Tageszeit  der  Kontrolle.  Ein  Fehlverhalten  in  Bezug  auf  die  vom  Veterinäramt  beanstandeten  "Verletzungsgefahren"  werde  im  Übrigen  in  Abrede  gestellt.  Dass  der  Stall  noch  nicht  ganz  fertig  erstellt  worden  sei,  entspreche  einer  Tatsache.  Dass  dadurch  die  Tiere  einer  grösseren  Gefahr  hätten  ausgesetzt  sein  sollen,  sei  vom  Veterinäramt  nicht  bewiesen  worden.  Auch seien keine effektiven Verletzungen an den Tieren festzustellen. Die  Feststellungen  im  angefochtenen  Entscheid  seien  daher  allesamt  rein  zufällig und dürften nicht als entscheidrelevant betrachtet werden. 6.1.  Im  Verwaltungsverfahren  besteht  grundsätzlich  die  Pflicht  zur  amtlichen  Sachverhaltsfeststellung  (Art.  12  VwVG).  Der  Untersuchungsgrundsatz  schreibt  der  Behörde  die  Abklärung  des  rechtserheblichen Sachverhalts der Streitsache vor. Rechtserheblich sind  dabei  Tatsachen,  welche  die  tatbeständlichen  Voraussetzungen  der 

B­8533/2010 anwendbaren  Rechtsnorm  erfüllen  (vgl.  PATRICK  L.  KRAUSKOPF/KATRIN  EMMENEGGER,  in: Waldmann/Weissenberger,  a.a.O., Art.  12, N. 28). Als  Beweismittel  können  insbesondere Urkunden dienen, worunter Schriften  zu  verstehen  sind,  die  bestimmt  und  geeignet  sind,  eine  Tatsache  von  rechtlicher  Bedeutung  zu  beweisen.  Die  Aufzeichnung  auf  Bild­  oder  Datenträger  steht  der  Schriftform  gleich,  sofern  sie  demselben  Zweck  dient  (vgl.  KRAUSKOPF/EMMENEGGER,  a.a.O.,  Art.  12,  N. 87).  Der  Untersuchungsgrundsatz  wird  rechtlich  dadurch  relativiert,  dass  den  Parteien  auf  Grund  von  Art.  13  VwVG  gewisse  Rüge­  und  Mitwirkungspflichten  bei  der  Sachverhaltsfeststellung  auferlegt  werden.  Die  Parteien  sind  insbesondere  gehalten,  sich  an  der  Feststellung  des  Sachverhalts  zu  beteiligen,  wenn  sie  das  Verfahren  durch  eigenes  Begehren eingeleitet haben (Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG).  6.2.  Im  vorliegenden  Fall  ist  aktenmässig  erstellt,  dass  anlässlich  der  Kontrolle  des  kantonalen  Veterinäramtes  auf  dem  Betrieb  des  Beschwerdeführers  vom  23.  Januar  2008  5  Kälber  ohne  Einstreu  gehalten  wurden  sowie  17  Mutterkühe,  1  Stier  und  21  Stück  Jungvieh  über uneingestreute Liegeflächen verfügten. Sodann hatten  zwei Kälber  im Iglu einen ungenügenden Gehegeanteil und 1 Milchkuh, 3 Mutterkühe,  1  Stier  sowie  16  Masttiere  waren  übermässig  verschmutzt  (vgl.  Kontrollrapport des kantonalen Veterinäramtes vom 23. Januar 2008 mit  Fotos). Bei der Kontrolle vom 12. Februar 2008 wurde sodann im Rapport  der Kantonspolizei festgehalten, dass 2 Kälber im Iglu mit ungenügendem  Gehegeanteil gehalten wurden. Zudem wurde bei diesen beiden Kälbern  wegen  ungenügender  Sicherung  des  Abtrenngitters  eine  Verletzungsgefahr  festgestellt.  Verletzungsgefahr  bestand  auch  für  8  Rinder  wegen  eines  beschädigten  Absperrgitters  bzw.  wegen  vorstehender  Drähte  in  der  Offenfrontbucht.  Im  Rapport  wird  zudem  festgehalten, dass als provisorische Abtrennung vom Milchviehlaufstall in  die  Futtertenne  lediglich  mit  Strohschnüren  zusammengebundene  Holzträmel dienen würden. Diese völlig unzureichende Absperrung weise  eine nicht zu unterschätzende Verletzungsgefahr auf, nur schon aus dem  Grund, dass die Tiere  relativ einfach aus dem Milchviehstall entweichen  könnten (vgl. Rapport der Kantonspolizei vom 11. März 2008 mit Fotos).  Anlässlich einer weiteren Kontrolle des kantonalen Veterinäramtes am 7.  April  2008  wurde  festgestellt,  dass  7  Kälber  und  25  Mutterkühe  über  ungenügende  Einstreu  verfügten  und  16  Rinder  in  uneingestreuter  Liegefläche  gehalten  wurden,  5  Mastmunis  übermässig  verschmutzt  waren  und  ein  vernachlässigtes  krankes  Kalb  vor  Ort  euthanasiert  werden musste (vgl. Kontrollrapport des kantonalen Veterinäramtes vom 

B­8533/2010 7.  April  2008  mit  Fotos).  Diese  Angaben  im  Kontrollrapport  des  Veterinäramtes wurden  vom Beschwerdeführer  unterschriftlich  bestätigt.  Bei  einer  Kontrolle  der  Bio  Test  Agro  AG  vom  23.  Dezember  2008  wurden  4  verschmutzte  Mutterkühe  bemängelt  (vgl.  Kontrollbericht  Bio  Test  Agro  AG  vom  23.  Dezember  2008).  Der  Beschwerdeführer  unterzeichnete  den  Kontrollbericht  der  Bio  Test  Agro  AG  und  ergriff  zudem  kein  Rechtsmittel  gegen  den  gestützt  auf  den  Kontrollbericht  erstellten Entscheid der Bio Test Agro AG vom 9. Januar 2009. 6.3.  Mit  Strafverfügung  vom  26.  November  2008  wurde  der  Beschwerdeführer vom Statthalteramt Winterthur auf Grund der zwischen  dem 23. Januar 2008 und dem 7. April 2008 begangenen Verletzung von  Art. 2, Art. 3 Abs. 1, Art. 22 Abs. 1 i.V.m. Art. 27 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Abs.  2 und Art. 29 Ziff. 1 Bst. a aTSchG, Art. 1 Abs. 1 und Abs. 2 sowie Art. 3  aTSchV  mit  einer  Busse  von  Fr.  2'000.−  bestraft.  Da  der  Beschwerdeführer kein Begehren um gerichtliche Beurteilung gestellt hat,  ist die Strafverfügung in Rechtskraft erwachsen. 6.4. Mit Blick auf die vorstehend in E. 6.2 und E. 6.3 erwähnten Urkunden  hat  als  erstellt  zu  gelten,  dass  auf  dem Betrieb  des Beschwerdeführers  bei  den  Kontrollen  vom  23.  Januar  2008,  vom  12.  Februar  2008,  vom  7. April  2008  und  vom  23.  Dezember  2008  Mängel  in  der  Tierschutzhaltung  festgestellt  wurden,  die  als  Verletzungen  der  einschlägigen  Tierschutzbestimmungen  zu  qualifizieren  sind.  Die  anlässlich  der  Kontrollen  dokumentierten  Zuwiderhandlungen  gegen  die  Tierschutzgesetzgebung weisen im Einzelnen ein unterschiedliches Mass  an  Schwere  auf.  In  einer  Gesamtbetrachtung  sind  sie  jedoch –  insbesondere mit Blick auf die wiederholte Feststellung von Verletzungen  der  gesetzlichen Bestimmungen  bei  den  vier  Kontrollen  im  Jahr  2008 –  als schwerwiegend zu beurteilen.  6.5.  An  dieser  Einschätzung  vermögen  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  nichts  zu  ändern.  Zunächst  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  die  einschlägigen  Bestimmungen  der  Tierschutzgesetzgebung  unabhängig  vom  Zeitpunkt  der  Kontrolle,  vom  Aufstallungssystem  und  von  den  Wetterbedingungen  einzuhalten  sind.  Diese  vom  Beschwerdeführer  vorgebrachten  Faktoren  sind  daher  als  nicht  rechtserheblich  einzustufen.  Damit  gehören  sie  auch  nicht  zu  dem  von  der  Vorinstanz  abzuklärenden  Sachverhalt.  Für  eine  Zuwiderhandlung  der  Tierschutzgesetzgebung  ist  im  Übrigen  auch  nicht  vorausgesetzt,  dass effektive Verletzungen an den Tieren festgestellt werden können. Es 

B­8533/2010 genügt  vielmehr  bereits  die  Schaffung  einer  Verletzungsgefahr  für  die  Tiere  durch  eine  unangemessene  Unterkunft  oder  unangemessene  Pflege  (Art.  1  Abs.  2  und  Art.  3  Abs.  1  aTschV).  Dass  anlässlich  der  Kontrolle  vom  12.  Februar  2008  entgegen  den  Ausführungen  des  Beschwerdeführers  eine  solche  Verletzungsgefahr  für  2  Kälber  durch  eine ungenügende Sicherung des Abtrenngitters,  für 8 Rinder durch ein  beschädigtes  Absperrgitter  bzw.  vorstehende  Drähte  in  der  Offenfrontbucht  und  für  die  Milchkühe  wegen  der  provisorischen  Abtrennung  vom  Milchviehlaufstall  in  die  Futtertenne  bestand,  hat  gestützt  auf  den  in E. 6.2 wiedergegebenen Rapport  der Kantonspolizei  vom  11.  März  2008  und  die  entsprechenden  Fotos  als  aktenmässig  erstellt  zu  gelten.  Einzig  bei  der  konkreten Berechnung  der  Strafpunkte  für die aktenmässig erstellte Verletzungsgefahr  für die Milchkühe wegen  der  provisorischen Abtrennung  vom Milchviehlaufstall  in  die  Futtertenne  ist  festzuhalten,  dass  dem  entsprechenden  Kontrollrapport  der  Kantonspolizei nicht zu entnehmen ist, auf wie viele Kühe sich die durch  die provisorische Abtrennung verursachte Verletzungsgefahr bezieht. Die  von  der  Erst­  und  Vorinstanz  angenommene  Zahl  von  40  betroffenen  Grossvieheinheiten  ist somit durch den Rapport der Kantonspolizei nicht  belegt.  Es  ist  daher  auf  die  vom  Beschwerdeführer  in  seiner  Stellungnahme  vom  22. Dezember  2009  unter  Ziff.  IV/5  vorgebrachte  Angabe  abzustellen,  nach  der  bei  der  Kontrolle  vom  12. Februar  2008  nicht  40,  sondern  nur  37  Milchkühe  im  Stall  waren.  Der  Abzug  in  Strafpunkten für die Kontrolle vom 12. Februar 2008 ist dementsprechend  dahingehend  zu  korrigieren,  als  nicht  40 Milchkühe  à  1.0 GVE  von  der  Verletzungsgefahr betroffen waren, sondern lediglich 37 Milchkühe à 1.0  GVE.  Das  Total  aller  Kontrollen  ist  somit  von  148,6  GVE  oder  148,6  Punkten auf 145,6 Punkte zu reduzieren. Diese Reduktion hat jedoch auf  die  verfügte  gänzliche  Kürzung  der  Direktzahlungen  für  das  Jahr  2008  keine  Auswirkungen,  da  diese  gestützt  auf  die  Direktzahlungs­ Kürzungsrichtlinie  bereits  bei  110  Punkten  vorzunehmen  ist  (Direktzahlungs­Kürzungsrichtlinie, Kapitel B, Ziff. 1.2.). 7.  Der  Beschwerdeführer  rügt  weiter  eine  Verletzung  des  Verhältnismässigkeitsprinzips.  Es  sei  nicht  nachzuvollziehen  und  nicht  zutreffend,  dass  dem  Verhältnismässigkeitsprinzip  bereits  in  der  Direktzahlungs­Kürzungsrichtlinie  Rechnung  getragen  werde.  Dies  komme auch in der Antwort des Bundesrates vom 6. Mai 2009 zur Motion  09.3226n  und  der  zuständigen  Kommission  zum Ausdruck.  Eine  Busse  von  Fr.  2'000.−  zusätzlich  zur  Streichung  der  Direktzahlungen  von  Fr. 

B­8533/2010 164'546.− sei krass unverhältnismässig. Das Verhältnis betrage 1:82. Die  Streichung  werde  zudem  nicht  nur  auf  die  tierbezogenen  Direktzahlungen,  sondern  auch  auf  die  flächenbezogenen  Direktzahlungen wie Flächenbeiträge, Hangbeiträge und Ökobeiträge des  Landwirtschaftsbetriebs  in  der  Bergzone  1  ausgedehnt,  welche  ohne  Zusammenhang  mit  der  Tierhaltung  seien.  Darüber  hinaus  stehe  eine  gänzliche  Streichung  sämtlicher  Direktzahlungen  bei  geringfügigen  Verstössen  gegen  die  Tierschutzgesetzgebung  im  Widerspruch  zum  Verhältnismässigkeitsprinzip.  7.1. Wie das Bundesgericht in seiner Rechtsprechung betont, liegen Sinn  und  Zweck  der  Direktzahlungen  darin,  die  ökologischen  und  gemeinwirtschaftlichen  Leistungen  bodenbewirtschaftender  bäuerlicher  Betriebe  abzugelten,  um  damit  namentlich  die  natürlichen  Lebensgrundlagen zu erhalten und die Kulturlandschaft zu pflegen (Art. 1  lit. b  und  c  sowie  Art.  2  Abs.  1  lit.  b  LwG).  Voraussetzung  der  Beitragszahlung  ist  daher,  dass  diese  ökologischen  und  gemeinwirtschaftlichen  Leistungen  tatsächlich  erbracht  werden.  Ist  dies  nicht  der  Fall,  sind  die  Beiträge  zu  verweigern.  Die  Verweigerung  der  Beiträge  hat  keinen  pönalen  Charakter;  sie  hat  ihren  Grund  vielmehr  darin, dass die Leistungen, welche mit den Zahlungen abgegolten werden  sollen,  nicht  erbracht  werden.  Es  muss  mit  anderen  Worten  ein  Zusammenhang  zwischen  der  Sanktion  (Beitragskürzung  oder  ­ verweigerung)  und  der  verletzten  Bestimmung  bestehen.  So  sind  die  Voraussetzungen  für  eine  Streichung  bzw.  Kürzung  der  tierbezogenen  Beiträge  nach Art.  73  und Art.  74  LwG  zwar  grundsätzlich  erfüllt, wenn  die  Anforderungen  an  eine  tiergerechte  Haltung  nicht  beachtet  werden.  Mit  der  Missachtung  der  Tierschutzvorschriften  kann  jedoch  nicht  die  Verweigerung  sämtlicher  Beiträge  begründet  werden  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts 2C_560/2010 vom 18. Juni 2011, E. 3.2). 7.2.  Im  Nachfolgenden  ist  daher  für  die  dem  Beschwerdeführer  verweigerten Beiträge  für das Jahr 2008 einzeln zu prüfen, ob sie einen  Zusammenhang  mit  den  Verletzungen  der  einschlägigen  Tierschutzbestimmungen aufweisen.  7.2.1.  Zu  den  allgemeinen  Direktzahlungen  zählen  die  Beiträge  für  die  Haltung  Raufutter  verzehrender  Nutztiere  (RGVE­Beiträge),  die  der  Förderung  und  Erhaltung  der  Wettbewerbsfähigkeit  der  Milch­  und  Fleischproduktion  auf  Raufutterbasis  und  einer  flächendeckenden  Nutzung dienen  (Art.  73 Abs. 1 LwG). Ebenso gehören die Beiträge  für 

B­8533/2010 die  Tierhaltung  unter  erschwerenden  Produktionsbedingungen,  die  auf  den  Ausgleich  der  erschwerenden  Produktionsbedingungen  im  Berggebiet und in der voralpinen Hügelzone (Art. 74 Abs. 1 LwG) zielen,  zu den allgemeinen Direktzahlungen. Die Beitragsberechtigung für beide  Arten  von  allgemeinen  Direktzahlungen  setzt  das  Halten  von  Raufuttergrossvieheinheiten voraus (Art. 28 Abs. 1 und Art. 33 Abs. 1 Bst.  b  DZV),  worunter  selbstverständlich  nur  ein  rechtmässiges  Halten  gemeint sein kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_560/2010 vom 18.  Juni  2011,  E.  3.3.1).  Werden  die  Tiere  unter  Missachtung  von  Tierschutzvorschriften  gehalten,  sind  damit  die Voraussetzungen  für  die  RGVE­Beiträge und die Beiträge für die Tierhaltung unter erschwerenden  Produktionsbedingungen  nicht  erfüllt.  Dasselbe  gilt  umso  mehr  für  die  Ethobeiträge,  zu  denen  die  Beiträge  für  besonders  tierfreundliche  Stallhaltungssysteme  (BTS)  und die Beiträge  für  regelmässigen Auslauf  im Freien  (RAUS) zählen  (Art. 1 Abs. 4 Bst. a und b DZV), da diese  für  besonders  tierfreundliche  Produktionsformen  ausgerichtet  werden  (Art.  70  Abs.  3  lit.  b  und  Art.  76a  LwG;  Art.  59  Abs.  1  DZV).  Diese  Voraussetzungen  sind  nicht  erfüllt,  wenn  Tierschutzvorschriften  missachtet werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_560/2010 vom 18.  Juni  2011,  E.  3.3.1).  Gleiches  gilt  zudem  für  die  Beiträge  für  den  biologischen  Landbau,  die  unter  der  Voraussetzung  gewährt  werden,  dass Art. 3, Art. 6­16 und Art. 38­39 der Verordnung vom 22. September  1997  über  die  biologische  Landwirtschaft  und  die  Kennzeichnung  biologisch  produzierter  Erzeugnisse  und  Lebensmittel  (Bio­Verordnung,  SR 910.18) eingehalten werden (Art. 57 DZV). Gemäss Art. 3 Bst. g Bio­ Verordnung  gilt  der  Grundsatz,  dass  die  für  die  landwirtschaftliche  Produktion  massgebenden  Vorschriften  des  Tierschutzgesetzes  zu  beachten  sind.  Werden  die  Tiere  unter  Verletzung  dieser  Tierschutzbestimmungen  gehalten,  sind  damit  die  Voraussetzungen  für  Ausrichtung der Beiträge  für den biologischen Landbau nicht erfüllt. Die  vorstehend genannten Beiträge weisen somit alle einen Zusammenhang  zu  den  Verletzungen  der  einschlägigen  Tierschutzbestimmungen  auf,  weshalb sich die Beschwerde diesbezüglich als unbegründet erweist. 7.2.2.  Demgegenüber  werden  die  Flächenbeiträge  ebenso  wie  die  allgemeinen  Hangbeiträge  für  die  blosse  Bewirtschaftung  von  Flächen  ausgerichtet (Art. 72 und Art. 75 LwG; Art. 4, Art. 27 und Art. 35 DZV) und  damit unabhängig von einer Tierhaltung  (abgesehen von der Einhaltung  der  Höchstbestände,  Art.  2  Abs.  2  lit.  c  DZV).  Wenn  es  für  die  Berechtigung unerheblich  ist, ob überhaupt Tiere gehalten werden, kann  es  auch  keine  Rolle  spielen,  ob  die  Tiere  vorschriftskonform  gehalten 

B­8533/2010 werden.  Es  fehlt  an  einem  sachlichen  Zusammenhang  zwischen  der  Verletzung  von  Tierschutzvorschriften  und  den  Flächenbeiträgen  sowie  den allgemeinen Hangbeiträgen, weshalb diese nicht mit der Begründung  verweigert werden können, Tierschutzvorschriften seien verletzt worden.  Dasselbe  gilt  für  die Beiträge  für  den  ökologischen Ausgleich  und Öko­ Qualitätsbeiträge  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  2C_560/2010  vom  18. Juni 2011, E. 3.3.2): Diese werden unter Voraussetzungen gewährt,  die keinen Zusammenhang mit der Nutztierhaltung aufweisen (Art. 40 ff.  DZV;  Art.  2  ff.  der  Verordnung  vom  4.  April  2001  über  die  regionale  Förderung  der  Qualität  und  der  Vernetzung  von  ökologischen  Ausgleichsflächen in der Landwirtschaft [Öko­Qualitätsverordnung, ÖQV],  SR  910.14).  Sie  können  damit  nicht  mit  der  Begründung,  die  massgebenden  Tierschutzvorschriften  seien  verletzt  worden,  verweigert  werden.  7.3.  Zu  prüfen  bleibt,  ob  in  Bezug  auf  die  in  Ziff.  7.2.1  erwähnten  Beiträge,  die  einen  Zusammenhang  zu  den  Verletzungen  der  einschlägigen  Tierschutzbestimmungen  aufweisen,  die  Rügen  des  Beschwerdeführers betreffend Unverhältnismässigkeit begründet sind. 7.3.1.  Jedes  staatliche  Handeln  muss  gemäss  Art.  5  Abs.  2  BV  im  öffentlichen  Interesse  liegen  und  verhältnismässig  sein.  Gemäss  Lehre  und  Rechtsprechung  umfasst  das  Verhältnismässigkeitsprinzip  drei  Elemente,  die  kumulativ  beachtet  werden  müssen:  Erstens  muss  die  Verwaltungsmassnahme  geeignet  sein,  das  im  öffentlichen  Interesse  angestrebte  Ziel  zu  erreichen.  Zweitens  muss  die  Massnahme  erforderlich  sein,  um  dieses  Ziel  zu  erreichen,  d.h.  sie  hat  zu  unterbleiben,  wenn  eine  gleich  geeignete,  aber mildere Massnahme  für  den  angestrebten  Erfolg  ausreichen  würde.  Drittens  muss  die  Massnahme in Abwägung des öffentlichen Interesses und den durch den  Eingriff  beeinträchtigten  privaten  Interessen  zumutbar  sein  (statt  vieler  vgl. BGE 133 I 77 E. 4.1). 7.3.2. Vorliegend ist unbestritten, dass sich  jedes staatliche Handeln am  Prinzip  der  Verhältnismässigkeit  zu  orientieren  hat,  weshalb  sich  Weiterungen zu den vom Beschwerdeführer vorgebrachten Ausführungen  zur  Motion  09.3226n  –  die  sich  im  Übrigen  nicht  auf  die  vorliegend  anwendbare  Fassung  der  Direktzahlungs­Kürzungsrichtlinie  beziehen –  erübrigen. Das Verhältnismässigkeitsprinzip zielt zudem darauf ab, dass  eine  im  öffentlichen  Interesse  liegende  staatliche  Handlung  in  keinem  Missverhältnis  zu  der  durch  die  Handlung  eingeschränkten  privaten 

B­8533/2010 Rechtsposition steht. Mit Blick auf das Verhältnismässigkeitsprinzip gilt es  somit  nicht  zu  beurteilen,  in  welchem  Verhältnis  zwei  staatliche  Handlungen  zueinander  stehen.  Das  vom  Beschwerdeführer  vorgebrachte  Verhältnis  von  1:82  zwischen  der  vom  Statthalteramt  Winterthur  ausgefällten  Busse  und  der  Streichung  der  Direktzahlungen  für  das  Jahr  2008  ist  dementsprechend  unbeachtlich.  Wie  sich  aus  Art. 171 Abs. 2 LwG ergibt und die Fachbehörde zu Recht betont, handelt  es sich bei der Busse einerseits und der Streichung der Direktzahlungen  andererseits  um  zwei  unterschiedliche  Instrumente,  die  gestützt  auf  unterschiedliche  Rechtsgrundlagen  unabhängig  voneinander  ergriffen  werden.  Das  Vorbringen  des  Beschwerdeführers,  eine  Busse  von  Fr.  2'000.−  zusätzlich  zur  Streichung  der  Direktzahlungen  sei  unverhältnismässig,  stösst  daher  ins  Leere.  Es  ist  zudem  aktenmässig  erstellt, dass auf dem Betrieb des Beschwerdeführers bei den Kontrollen  vom 23. Januar 2008, vom 12. Februar 2008, vom 7. April 2008 und vom  23.  Dezember  2008  Verletzungen  der  einschlägigen  Tierschutzbestimmungen festgestellt wurden. Es handelt sich dabei nicht  um  Bagatellfälle,  sondern  in  einer  Gesamtbetrachtung  um  wiederholte,  schwerwiegende Verstösse gegen die im öffentlichen Interesse stehende  Tierschutzgesetzgebung  (vgl.  E.  6.4).  Die  konkrete  Berechnung  der  Strafpunkte nach der Direktzahlungs­Kürzungsrichtlinie ergibt denn auch  ein  Total  von  145,6 Punkten. Diese Berechnung  erscheint mit  Blick  auf  die  festgestellten  Zuwiderhandlungen  insgesamt  als  angemessen  und  wird vom Beschwerdeführer im Übrigen auch nicht substantiiert bestritten.  Vor  diesem  Hintergrund  ist  festzuhalten,  dass  die  Streichung  der –  tierbezogenen  –  Direktzahlungen  ohne  Zweifel  geeignet  ist,  das  im  öffentlichen  Interesse  stehende  Ziel  der  Einhaltung  der  Tierschutzgesetzgebung zu erreichen. Die Streichung der  tierbezogenen  Direktzahlungen  ist  darüber  hinaus  im  Hinblick  auf  den  angestrebten  Erfolg als erforderlich zu beurteilen. Der Beschwerdeführer war über die  anlässlich  der  Kontrollen  jeweils  festgestellten  Mängel  informiert  und  hätte  daher  die  geeigneten  Massnahmen  für  die  Einhaltung  der  massgeblichen  Bestimmungen  der  Tierschutzgesetzgebung  ergreifen  können.  Da  dieser  Erfolg  jedoch  auch  nach  der  vierten  Kontrolle  innerhalb  eines  Jahres  ausblieb,  ist  die  Streichung  der  tierbezogenen  Direktzahlungen als notwendiges Mittel zu betrachten. Schliesslich ist die  Streichung  der  tierbezogenen  Direktzahlungen  für  das  Jahr  2008  im  vorliegenden  Fall  auch  zumutbar.  Das  öffentliche  Interesse  an  der  Einhaltung der Tierschutzgesetzgebung  ist  äusserst  gewichtig, was sich  bereits  in der verfassungsrechtlichen Ordnung zeigt  (Art. 78 Abs. 4, Art.  80  und  Art.  120  Abs.  2  BV).  Diesem  grossen  Stellenwert  des 

B­8533/2010 Tierschutzes entspricht, dass Bewirtschafter von bodenbewirtschaftenden  bäuerlichen  Betrieben  explizit  zur  Einhaltung  der  Bestimmungen  der  Tierschutzgesetzgebung verpflichtet werden (Art. 70 Abs. 1 i.V.m. Abs. 2  Bst. a, Art. 70 Abs. 4 LwG). Diese Zielsetzung würde unterlaufen, wenn  bei  wiederholten,  schwerwiegenden  Verletzungen  der  Tierschutzgesetzgebung  dennoch  tierbezogene  Direktzahlungen  ausgerichtet würden. Gegen das öffentliche  Interesse an der Einhaltung  der  Tierschutzgesetzgebung  ist  vorliegend  das  wirtschaftliche  Interesse  des  Beschwerdeführers  an  der  Ausrichtung  sämtlicher  Direktzahlungen  für das Jahr 2008 abzuwägen. Dieses  rein wirtschaftliche  Interesse des  Beschwerdeführers  muss  allerdings  angesichts  des  gewichtigen  öffentlichen  Interesses  an  der  Einhaltung  der  Tierschutzbestimmungen  zurücktreten.  7.4.  Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  die  Streichung  der  tierbezogenen  Direktzahlungen  für  das  Jahr  2008  (RGVE­Beiträge,  Beiträge  für  die  Tierhaltung  unter  erschwerenden  Produktionsbedingungen,  Ethobeiträge,  Beiträge  für  den  biologischen  Landbau)  vor  dem  Verhältnismässigkeitsprinzip  standhält.  Die  nicht  tierbezogenen  Direktzahlungen  für  das  Jahr  2008  (Flächenbeiträge,  allgemeine Hangbeiträge, Beiträge für den ökologischen Ausgleich, Öko­ Qualitätsbeiträge) wurden jedoch zu Unrecht verweigert. 8.  Im Weiteren  macht  der  Beschwerdeführer  sinngemäss  eine  Verletzung  der bundesrechtlichen Vorschriften betreffend Kürzung und Verweigerung  von Direktzahlungen  geltend.  Bei  der  Kürzung  oder  gar  Streichung  von  Direktzahlungen  müssten  entgegen  der  Auffassung  der  Vorinstanz  die  persönlichen  und  betrieblichen  Aspekte  berücksichtigt  werden.  Gemäss  Art.  2  DZV  stelle  die  Beitragsberechtigung  für  die  Bewirtschafter  auf  diverse  persönliche  Voraussetzungen  ab,  beispielsweise  die  berufliche  Grundbildung oder  die Altersgrenze  (Art.  2 Abs.  1 Bst.  c, Art.  19 DZV).  Des  Weiteren  seien  zahlreiche  betrieblich  finanzielle  Aspekte  als  Voraussetzung  in  der  Direktzahlungsverordnung  aufgeführt,  wie  beispielsweise  Mindestarbeitsbedarf  (Art.  18  DZV),  Flächen­  und  Tierzahl­Beschränkung  (Art.  20  DZV),  Begrenzung  auf  massgebliches  Einkommen (Art. 22 DZV) und Begrenzung auf massgebliches Vermögen  (Art.  23 DZV). Wenn bei der Berechnung der Direktzahlungssumme die  persönlichen  und  betrieblichen  Aspekte  berücksichtigt  würden,  könnten  diese  bei  der  Direktzahlungskürzung  nicht  ausgeblendet  werden.  Sämtliche  aufgeführten  Grundvoraussetzungen  für  die 

B­8533/2010 Direktzahlungsberechtigung  seien  im  vorliegenden  Fall  eingehalten  worden.  Es  könne  deshalb  nicht  angehen,  dass  sämtliche  Direktzahlungen "nach Schema" gestrichen werden könnten. Das komme  einer willkürlichen Handlung gleich.  8.1.  Gemäss  Art.  170  LwG  können  Beiträge  gekürzt  oder  verweigert  werden,  wenn  der  Gesuchsteller  oder  die  Gesuchstellerin  das  Landwirtschaftsgesetz,  die  Ausführungsbestimmungen  oder  die  gestützt  darauf erlassenen Verfügungen verletzt. Konkretisierend hält Art. 70 Abs.  1 Bst. d DZV  fest, dass Beiträge gekürzt oder verweigert werden, wenn  der  Gesuchsteller  oder  die  Gesuchstellerin  die  Bedingungen  und  Auflagen  der  Direktzahlungsverordnung  und  weitere  Vorgaben,  die  ihm  oder ihr auferlegt wurden, nicht einhält. Diese gesetzliche Regelung stellt  nach  ihrem  klaren  Wortlaut  für  die  Kürzung  und  Verweigerung  der  Beiträge  nicht  auf  die  persönlichen  und  betrieblichen  Aspekte  des  Gesuchstellers  oder  der  Gesuchstellerin  ab.  Die  einschlägigen  bundesrechtlichen Bestimmungen  von Art.  170 LwG und Art.  70 Abs.  1  Bst. d DZV zur Kürzung und Verweigerung von Beiträgen wurden daher  vorliegend  korrekt  angewendet.  An  dieser  Beurteilung  ändert  auch  der  Umstand  nichts,  dass  die  Direktzahlungsverordnung  für  die  Beitragsberechtigung,  Begrenzung  und  Abstufung  der  Direktzahlungen  auf  persönliche  und  betriebliche  Aspekte  abstellt.  Auf  Grund  der  systematischen  Stellung  der  entsprechenden  Bestimmungen  im  ersten  Titel der Direktzahlungsverordnung ist klar, dass solche persönlichen und  betrieblichen  Aspekte  zwar  bei  der  Feststellung  der  Berechtigung,  der  Begrenzung  und  der  Abstufung  von  Direktzahlungen  berücksichtigt  werden,  nicht  jedoch  bei  der  im  vierten  Titel  der  Direktzahlungsverordnung  geregelten  Kürzung  und  Verweigerung  von  Beiträgen.  8.2. Es gilt  jedoch darauf  hinzuweisen,  dass auch bei  der Kürzung und  Verweigerung von Direktzahlungen – wie bei jedem staatlichen Handeln –  das  Verhältnismässigkeitsprinzip  zu  beachten  ist.  Die  vom  Beschwerdeführer  verlangte  Berücksichtigung  der  persönlichen  und  betrieblichen Aspekte erfolgte daher vorliegend bereits  in angemessener  Weise  (vgl.  E. 7.2  ff.).  Dass  die  Streichung  der  Direktzahlungen  nicht  nach Schema, sondern gestützt auf die konkret festgestellten Mängel bei  der  Tierhaltung  auf  dem  Betrieb  des  Beschwerdeführers  und  die  entsprechenden  Strafpunkte  vorgenommen  wurde,  ergibt  sich  zudem  bereits  aus  dem Vorstehenden  (vgl.  E.  6). Weiterungen  zur  im Übrigen 

B­8533/2010 nicht  substantiierten  Rüge  der  Verletzung  des  Willkürverbots  erübrigen  sich daher.  9.  Schliesslich  rügt  der  Beschwerdeführer mit  Blick  auf  den Entscheid  der  Landwirtschaftlichen  Rekurskommission  des  Kantons  Aargau  vom  24. August  2001  eine  Verletzung  des  Rechtsgleichheitsgebots.  Die  Rekurskommission halte in diesem Entscheid Folgendes fest:  "Auch  die  bisherige  Praxis  der  Abteilung  Landwirtschaft  und  der  Landwirtschaftlichen  Rekurskommission  unter  altem  Landwirtschaftsrecht  sah  eine  vollständige  Streichung  vor,  allerdings  nicht  sämtlicher  Direktzahlungen, sondern der IP oder der ergänzenden Direktzahlungen."  Sein  Verhalten  hätte  im Kanton  Aargau  somit  eine  Kürzung,  nicht  aber  eine  Streichung  aller  Direktzahlungen  zur  Folge.  Eine  sich  daraus  ergebende rechtsungleiche Behandlung könne nicht akzeptiert werden. 9.1.  Das  Rechtsgleichheitsgebot  in  Art. 8  Abs. 1  BV  gebietet  einer  Behörde,  Gleiches  nach  Massgabe  seiner  Gleichheit  gleich  und  Ungleiches  nach Massgabe  seiner Ungleichheit  ungleich  zu  behandeln.  Der  allgemeine  Gleichheitssatz  verbietet  einer  Behörde  bei  der  Rechtsanwendung, zwei gleiche tatsächliche Situationen ohne sachlichen  Grund  unterschiedlich  zu  behandeln  (vgl.  ULRICH  HÄFELIN/GEORG  MÜLLER/FELIX  UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  6.  Aufl.,  Zürich/St. Gallen 2010, N. 507 ff.). Eine rechtsungleiche Behandlung liegt  gemäss der Praxis des Bundesgerichts allerdings grundsätzlich nur dann  vor, wenn die gleiche Behörde gleichartige Fälle unterschiedlich beurteilt  (vgl.  BGE  115  Ia  81,  85  E.  3c).  Das Gleichbehandlungsgebot  ist  somit  nicht  verletzt,  wenn  ein  Bundesgesetz  in  verschiedenen  Kantonen  unterschiedlich ausgelegt wird,  solange die verschiedenen Auslegungen  je bundesrechtlich rechtskonform sind (vgl. REGINA KIENER/WALTER KÄLIN,  Grundrechte, Bern 2007, S. 353). 9.2.  Der  vom  Beschwerdeführer  angeführte  Entscheid  wurde  von  der  Landwirtschaftlichen Rekurskommission  des Kantons Aargau  und  damit  nicht  von  der  gleichen  Behörde  wie  der  vorliegend  angefochtene  Entscheid erlassen. Soweit  sich der Beschwerdeführer auf die Praxis  in  einem anderen Kantonen beruft, ist er nicht zu hören, da mit Blick auf die  bundesgerichtliche  Rechtsprechung  das  Gebot  rechtsgleicher  Anwendung des Rechts nur verletzt ist, wenn die gleiche Behörde gleiche  Sachverhalte  unterschiedlich  behandelt.  Darüber  hinaus  gilt  es 

B­8533/2010 festzuhalten,  dass  dem  Entscheid  der  Landwirtschaftlichen  Rekurskommission  des  Kantons  Aargau  einerseits  und  dem  angefochtenen  Entscheid  andererseits  nicht  gleiche  Sachverhalte  zu  Grunde  liegen.  Gegenstand  des  Entscheides  der  Landwirtschaftlichen  Rekurskommission  des  Kantons  Aargau  stellt  die  Streichung  der  Direktzahlungen  auf  Grund  einer  Verletzung  der  Auslaufvorschriften  für  Rindvieh  dar  und  stützt  sich  auf  die  am  1.  Juli  1999  von  der  interkantonalen  Landwirtschaftsdirektorenkonferenz  verabschiedeten  Richtlinien  "Verwaltungsmassnahmen,  Kürzung  der  Direktzahlungen  bei  nicht  vollständiger  Erfüllung  der  Beitragsvoraussetzungen".  Abgesehen  davon,  dass  sich  der  Entscheid  der  Landwirtschaftlichen  Rekurskommission  des  Kantons  Aargau  somit  nicht  auf  die  vorliegend  anwendbare  Direktzahlungs­Kürzungsrichtlinie  vom  27. Januar  2005  stützt,  unterscheidet  sich  auch  die  tatsächliche  Situation  von  der  vorliegend  zu  beurteilenden  in  wesentlicher  Hinsicht.  Die  Landwirtschaftliche Rekurskommission hatte die Frage zu beurteilen, ob  die  Streichung  von  Direktzahlungen  selbst  bei  geringfügigen  Tierschutzverletzungen,  wie  beispielsweise  bei  einem  Mangel  eines  einzigen Auslauftages für Rindvieh (89 statt 90 Tage Auslauf), gegen das  Verhältnismässigkeitsprinzip  verstossen  würde.  Im  vorliegend  zu  beurteilenden  Entscheid  handelt  es  sich  demgegenüber  um  die  Streichung  der  Direktzahlungen  auf  Grund  wiederholter  und  schwerwiegender  Verletzungen  der  Tierschutzgesetzgebung,  die  in  keiner Weise mit dem Fehlen eines einzigen Auslauftages und damit mit  einer  geringfügigen  Tierschutzverletzung  zu  vergleichen  sind.  Die  Erwägungen  der  Landwirtschaftlichen  Rekurskommission  des  Kantons  Aargau  im  Entscheid  vom  24. August  2001  sind  daher  auch  mangels  vergleichbarer  Fälle  unbeachtlich.  Die  vom  Beschwerdeführer  zitierten  Ausführungen  beziehen  sich  schliesslich  explizit  auf  die  Praxis  "unter  altem  Landwirtschaftsrecht"  und  sind  damit  für  den  vorliegend  zu  beurteilenden Fall, auf den das Landwirtschaftsgesetz vom 29. April 1998  Anwendung  findet,  unerheblich.  Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  keine Verletzung des Rechtsgleichheitsgebots vorliegt. 10.  Als  reformatorisches  Rechtsmittel  gestattet  die  Verwaltungsbeschwerde  der Rechtsmittelinstanz,  über die Kassation hinaus,  in  der Sache  selbst  abschliessend  zu  entscheiden,  also  das  streitige  Rechtsverhältnis  zu  regeln (Art. 61 Abs. 1 VwVG). Wenn es um technische Fragen geht, die  besondere  Sachkenntnis  bedingen,  kann  es  jedoch  nicht  Sache  des  Bundesverwaltungsgerichts  sein,  als  erste  Instanz  zu  entscheiden.  Bei 

B­8533/2010 den  Akten  liegt  lediglich  ein  mit  dem  Vermerk  "provisorisch"  gekennzeichnetes  Abrechnungsformular  für  die  den  Beschwerdeführer  betreffenden  Direktzahlungen  für  das  Jahr  2008.  Es  ist  nach  objektiver  Betrachtung  daher  nicht  auszuschliessen,  dass  bei  den  einzelnen  Positionen noch Änderungen  vorgenommen werden.  Im Übrigen obliegt  es  nicht  dem  Bundesverwaltungsgericht,  allfälligen  Verrechnungsansprüchen  –  wie  von  der  Erstinstanz  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  vom  7.  Juli  2010  geltend  gemacht –  vorzugreifen  oder  solche  auszuschliessen.  Die  Sache  ist  daher  vorliegend  an  die  Erstinstanz  zurückzuweisen.  Diese  wird mit  Blick  auf  die  vorstehenden  Erwägungen  die  Kürzungen  der  Direktzahlungen  für  das Jahr 2008 betragsmässig genau festzusetzen haben. Die  Beschwerde  ist  im  Sinne  der  vorstehenden  Erwägungen  teilweise  gutzuheissen.  Der  Entscheid  der  Vorinstanz  vom  11.  November  2010  betreffend  Verweigerung  der  Direktzahlungen  für  das  Jahr  2008  wird  aufgehoben. Ziff.  I  der Verfügung der Erstinstanz  vom 7.  Juli  2010 wird  insoweit  aufgehoben,  als  damit  Direktzahlungen  in  der  Höhe  von   Fr. 164'456.−,  soweit  nicht  tierbezogene  Direktzahlungen  für  das  Jahr  2008 betreffend (Flächenbeiträge, allgemeine Hangbeiträge, Beiträge für  den  ökologischen  Ausgleich),  und  ÖQV­Beiträge  in  der  Höhe  von  Fr.  90.−,  nachträglich  verweigert  werden.  Die  Sache  wird  zur  betragsmässigen  Festsetzung  der  Kürzung  der Direktzahlungen  für  das  Jahr 2008 im Sinne der Erwägungen an die Erstinstanz zurückgewiesen.  Soweit weitergehend  erweist  sich  die Beschwerde  als  unbegründet  und  ist abzuweisen.  11.  Die  Beschwerdeinstanz  auferlegt  in  der  Entscheidungsformel  die  Verfahrenskosten,  bestehend  aus  Spruchgebühr,  Schreibgebühren  und  Barauslagen, in der Regel der unterliegenden Partei. Unterliegt diese nur  teilweise,  so  werden  die  Verfahrenskosten  ermässigt  (Art.  63  Abs.  1  VwVG). Keine Verfahrenskosten werden Vorinstanzen auferlegt  (Art.  63  Abs.  2  VwVG).  Die  Spruchgebühr  richtet  sich  nach  Umfang  und  Schwierigkeit  der  Streitsache,  Art  der  Prozessführung  und  finanzieller  Lage der Parteien (Art. 63 Abs. 4bis VwVG). 11.1.  Da  vorliegend  der  Beschwerdeführer  mit  seinem  Begehren  um  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  nur  teilweise  durchgedrungen  und die Beschwerde im Übrigen abgewiesen wurde, rechtfertigt sich eine  hälftige  Ermässigung  der  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegenden 

B­8533/2010 Verfahrenskosten.  Die  Verfahrenskosten  belaufen  sich  vorliegend  mit  Blick  auf  den  Streitwert,  Umfang  der  Streitsache  und  die  Schwierigkeit  der behandelten Rechtsfragen auf  insgesamt Fr. 5'000.−. Sie werden zu  1/2, ausmachend Fr. 2'500.−, dem Beschwerdeführer unter Anrechnung  des  geleisteten  Kostenvorschusses  von  Fr.  5'000.−  auferlegt.  Der  den  Kostenvorschuss  übersteigende  Betrag  von  Fr.  2'500.−  ist  nach  Eintritt  der  Rechtskraft  des  vorliegenden  Urteils  dem  Beschwerdeführer  zurückzuerstatten. 11.2. Für ihm erwachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten  ist  dem  Beschwerdeführer,  da  er  teilweise  obsiegt,  eine  gekürzte  Parteientschädigung zuzusprechen  (Art.  64 Abs. 1 VwVG, Art.  7 Abs. 2  und  Art. 10  Abs.  2  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,  SR  173.320.2]).  Wurde,  wie  im  vorliegenden  Fall,  keine  Kostennote  eingereicht, setzt das Gericht die Entschädigung auf Grund der Akten fest  (Art. 14 Abs. 2 VGKE). Das Gericht erachtet eine entsprechend gekürzte  Parteientschädigung in Höhe von Fr. 300.− (inkl. MwSt.) als angemessen  (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 2, Art. 9 und Art. 14 VGKE). 11.3.  Im  Übrigen  hat  die  Vorinstanz  über  die  Kosten­  und  Entschädigungsfrage für ihr Verfahren neu zu befinden. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die  Beschwerde  wird  teilweise  gutgeheissen.  Der  Entscheid  der  Vorinstanz  vom  11.  November  2010  betreffend  Verweigerung  der  Direktzahlungen für das Jahr 2008 wird aufgehoben. Ziff. I der Verfügung  der  Erstinstanz  vom  7.  Juli  2010  wird  insoweit  aufgehoben,  als  damit  Direktzahlungen in der Höhe von Fr. 164'456.−, soweit nicht tierbezogene  Direktzahlungen  für  das  Jahr  2008  betreffend  (Flächenbeiträge,  allgemeine Hangbeiträge, Beiträge für den ökologischen Ausgleich), und  ÖQV­Beiträge  in der Höhe von Fr. 90.− nachträglich verweigert werden.  Die Sache wird zur definitiven betragsmässigen Festsetzung der Kürzung  der  Direktzahlungen  für  das  Jahr  2008  an  die  Erstinstanz  zurückgewiesen. Soweit weitergehend wird die Beschwerde abgewiesen.  2.  Dem  Beschwerdeführer  werden  Verfahrenskosten  von  Fr.  2'500.−  auferlegt.  Diese  Verfahrenskosten  werden  nach  Eintritt  der  Rechtskraft  des  vorliegenden  Urteils  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von  Fr. 

B­8533/2010 5'000.− verrechnet. Der den Kostenvorschuss übersteigende Betrag von  Fr. 2'500.−  ist nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils dem  Beschwerdeführer zurückzuerstatten. 3.  Dem  Beschwerdeführer  wird  zulasten  der  Vorinstanz  eine  Parteientschädigung von Fr. 300.− (inkl. MwSt.) zugesprochen. 4.  Die  Sache  wird  zur  Regelung  der  Kostenfolgen  des  vorinstanzlichen  Verfahrens an die Baudirektion Kanton Zürich zurückgewiesen. 5.  Dieses Urteil geht an: – den  Beschwerdeführer  (Gerichtsurkunde;  Beilage:  Rückerstattungsformular) – die Vorinstanz (Gerichtsurkunde) – die Erstinstanz (Gerichtsurkunde) – das Bundesamt für Landwirtschaft BLW (Gerichtsurkunde) – das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement (Gerichtsurkunde) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Philippe Weissenberger Patricia Egli Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die  Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 

B­8533/2010 deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu  enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit  sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 29. September 2011

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