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Bundesverwaltungsgericht 18.04.2011 B-8061/2010

18 avril 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·3,758 mots·~19 min·2

Résumé

Öffentliches Beschaffungswesen | Submission "Gefahrenbeurteilung und Risikoanalyse betr. Naturgefahren auf Nationalstrassen Los 12: Walensee"

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung II B­8061/2010 Urteil   v om   1 8 .   Ap r i l   2011 Besetzung Richterin Vera Marantelli (Vorsitz), Richter David Aschmann, Richter Bernard Maitre, Gerichtsschreiber Urs Küpfer. Parteien 1. X._______ AG, 2. Y._______ GmbH, beide vertreten durch Rechtsanwältin A._______, Beschwerdeführerinnen, gegen Bundesamt für Strassen ASTRA, 3003 Bern, Vergabestelle. Gegenstand Submission "Gefahrenbeurteilung und Risikoanalyse betr.  Naturgefahren auf Nationalstrassen Los 12: Walensee".

B­8061/2010 Sachverhalt: A.  Das  Bundesamt  für  Strassen,  Abteilung  Strasseninfrastruktur  (ASTRA,  Vergabestelle, Vergabebehörde), schrieb am 7. Juni 2010 unter dem Titel  "Projekt:  45750  –  Gefahrenbeurteilung  und  Risikoanalyse  betreffend  Naturgefahren  auf  Nationalstrassen  Los  12:  Walensee"  im  offenen  Verfahren einen Dienstleistungsauftrag gemäss Gemeinschaftsvokabular  CPV 71351220 ("geologische Beratung") auf simap.ch aus. B.  Am 27. Oktober 2010 veröffentlichte die Vergabestelle auf simap.ch den  Zuschlag  an  die  ARGE  Z._______  (Zuschlagsempfängerin),  zum  Preis  von  Fr.  384'454.80  (inkl.  Mehrwertsteuer,  MWST),  wobei  sie  folgende  Begründung  nannte:  "Art.  13,  Abs.  1,  lit  f  VöB". Mit  Schreiben  gleichen  Datums  orientierte  die  Vergabestelle  die  Ingenieurgemeinschaft  X._______  AG  /  Y._______  GmbH  (Beschwerdeführerinnen),  über  die  Zuschlagserteilung  und  hielt  fest,  sie  sei  von  der  Angebotsprüfung  ausgeschlossen  worden,  weil  sie  weniger  Stunden  als  vorgegeben  offeriert habe  (wobei die Vergabestelle den Ausdruck  "formelle Prüfung"  anfügte).  Für  Details  zur  (anonymisierten)  Auswertung  der  Angebote  verwies die Vergabestelle auf eine dem Schreiben beiliegende Übersicht. C.  Mit  Eingabe  vom  16.  November  2010  fochten  die  Beschwerdeführerinnen,  beide  vertreten  durch  Rechtsanwältin  A._______,  den  Zuschlagsentscheid  vom  27.  Oktober  2010  beim  Bundesverwaltungsgericht an. Sie stellen folgende Rechtsbegehren: "In prozessualer Hinsicht: 1. Der Beschwerde sei – vorerst superprovisorisch und alsdann definitiv – die  aufschiebende Wirkung zu erteilen. 2.  Der  Vergabestelle  seien  jegliche  Vorkehrungen,  die  den  Ausgang  des  Verfahrens  präjudizieren  könnten,  zu  untersagen,  namentlich  sei  ihr  zu  untersagen, den Vertrag mit der Zuschlagsempfängerin abzuschliessen. 3.  Den  Beschwerdeführerinnen  sei  Einsicht  in  sämtliche  Akten  des  Vergabeverfahrens  zu  gewähren,  soweit  nicht  begründete  Geheimhaltungsinteressen geltend gemacht werden. 4. Es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen.

B­8061/2010 In materieller Hinsicht: 5.  Die  Verfügung  vom  27.  Oktober  2010,  nach  der  das  Angebot  der  Beschwerdeführerinnen  für  das  Los  12  (Walensee)  "Gefahrenbeurteilung  und Risikoanalyse betr. Naturgefahren auf Nationalstrassen" vom Verfahren  ausgeschlossen  sei,  sei  aufzuheben,  und  das  Angebot  sei  zur  Bewertung  zuzulassen. 6. 6.1  Der  Zuschlagsentscheid  vom  27.  Oktober  2010  an  die  Zuschlagsempfängerin für das Los 12 (Walensee) "Gefahrenbeurteilung und  Risikoanalyse betr. Naturgefahren auf Nationalstrassen" sei aufzuheben und  es sei den Beschwerdeführerinnen der Zuschlag zu erteilen. 6.2  Eventualiter  sei  der  Zuschlagsentscheid  vom  27.  Oktober  2010  aufzuheben und es sei die Vergabestelle zu verpflichten, unter Einbezug des  Angebotes  der  Beschwerdeführerinnen  eine  neue  Angebotsbewertung  vorzunehmen. 7. Unter Kosten­ und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Vergabestelle." Als  Begründung  bringen  die  Beschwerdeführerinnen  zusammengefasst  vor,  der  Ausschluss  ihres  Angebotes  sei  rechtswidrig,  weil  er  auf  sachfremden Motiven  beruhe  und  unverhältnismässig  sei;  er missachte  den zentralen Grundsatz des Vergaberechts, wonach dem wirtschaftlich  günstigsten Angebot (das die Beschwerdeführerinnen eingereicht hätten)  der Zuschlag zu erteilen sei. D.  Durch  Zwischenverfügung  vom  18.  November  2010  ordnete  das  Bundesverwaltungsgericht  an,  dass  bis  zu  seinem  Entscheid  über  den  Antrag  betreffend  Erteilung  der  aufschiebenden  Wirkung  alle  Vollzugsvorkehrungen,  welche  den  Ausgang  des  hängigen  Beschwerdeverfahrens  präjudizieren  können,  namentlich  der  Vertragsschluss mit der Zuschlagsempfängerin, zu unterbleiben haben. Gleichzeitig ersuchte es die Vergabebehörde, bis zum 2. Dezember 2010  zum  Antrag  der  Beschwerdeführerinnen,  es  sei  der  Beschwerde  die  aufschiebende Wirkung  zu  erteilen,  Stellung  zu  nehmen,  respektive  bis  zum 20. Dezember 2010 zur Beschwerde materiell Stellung zu nehmen. Schliesslich  gab  das  Bundesverwaltungsgericht  in  derselben  Verfügung  der Zuschlagsempfängerin Gelegenheit, bis zum 2. Dezember 2010 zum  Antrag  der  Beschwerdeführerinnen  auf  Erteilung  der  aufschiebenden 

B­8061/2010 Wirkung respektive bis zum 20. Dezember 2010 zur Beschwerde Stellung  zu  nehmen.  Dabei  wies  es  die  Zuschlagsempfängerin  darauf  hin,  dass  sie,  insbesondere  in  Bezug  auf  das  mit  der  Parteistellung  verbundene  Kostenrisiko, als eigentliche Gegenpartei behandelt werde, sofern sie  im  vorliegenden Verfahren formelle Anträge stelle. Aufgrund eines Gesuchs der Vergabebehörde  vom 26. November 2010  erstreckte das Bundesverwaltungsgericht dieser die Frist zur Einreichung  einer  Stellungnahme  zum  Antrag  der  Beschwerdeführerinnen  um  Erteilung der aufschiebenden Wirkung mit Verfügung vom 26. November  2010 bis zum 10. Dezember 2010. E.  Während  die  Zuschlagsempfängerin  keine  Stellungnahme  einreichte,  beantragte  das  ASTRA  in  seiner  Vernehmlassung  vom  10.  Dezember  2010  (eingegangen  beim  Bundesverwaltungsgericht  am  16.  Dezember  2010),  das  Gesuch  um  Gewährung  der  aufschiebenden  Wirkung  sei  abzuweisen; eventualiter sei die Beschwerde abzuweisen. Mit  Zwischenverfügung  vom  17.  Dezember  2010  liess  das  Bundesverwaltungsgericht den Beschwerdeführerinnen ein Exemplar der  Vernehmlassung  der  Vergabestelle  vom  10.  Dezember  2010  (inkl.  Beilagen 1­19 gemäss Aktenverzeichnis zu dieser Vernehmlassung) zur  Kenntnisnahme  zukommen.  Gleichzeitig  verfügte  es,  dass,  soweit  weitergehend,  über  das  Akteneinsichtsgesuch  der  Beschwerdeführerinnen zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werde.  Ausserdem stellte es  fest, dass sich die Zuschlagsempfängerin bis zum  Ablauf  der  ihr  gesetzten  Frist  am  2.  Dezember  2010  nicht  hatte  vernehmen lassen. Das Bundesverwaltungsgericht erwog dabei, dass nach seiner Praxis vor  dem Entscheid über die aufschiebende Wirkung in der Regel kein zweiter  Schriftenwechsel  angeordnet werde  und  es  sich  im  fraglichen Zeitpunkt  nicht aufdrängte,  formell einen solchen anzuordnen. Weiter hielt es  fest,  dass  für  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  wie  zuvor  schon  für  dasjenige  vor  dessen  Vorgängerorganisation  Eidgenössische  Rekurskommission  für  das  öffentliche  Beschaffungswesen  (BRK),  ohne  Zustimmung der Betroffenen insbesondere kein allgemeiner Anspruch auf  Einsichtnahme in Konkurrenzofferten bestehe.

B­8061/2010 F.  Mit  Datum  vom  23.  Dezember  2010  unterbreiteten  die  Beschwerdeführerinnen  dem  Bundesverwaltungsgericht  eine  "freiwillige  Stellungnahme"  zur  Vernehmlassung  des  ASTRA  vom  10.  Dezember  2010. Diese Stellungnahme wurde dem ASTRA am 3.  Januar 2011 zur  Kenntnisnahme zugestellt. G.  Durch  Zwischenentscheid  vom  25.  Januar  2011  erteilte  das  Bundesverwaltungsgericht der Beschwerde die aufschiebende Wirkung. H.  Auf die dargelegten und weitere Vorbringen der Parteien wird, soweit sie  für  den  Entscheid  wesentlich  sind,  in  den  nachfolgenden  Erwägungen  eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  Ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und ob auf eine Beschwerde  einzutreten  ist,  prüft  das  Bundesverwaltungsgericht  von  Amtes  wegen  und  mit  freier  Kognition  (BVGE  2007/6  E.  1  mit  Hinweisen;  BVGE  2008/48, nicht publizierte E. 1.2). 1.1. Gegen  Verfügungen  über  den  Zuschlag  in  Vergabeverfahren  steht  die Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht  offen  (Art.  27 Abs. 1  i.V.m.  Art.  29  lit.  a  des  Bundesgesetzes  über  das  öffentliche  Beschaffungswesen vom 16. Dezember 1994, BöB, SR 172.056.1). Für  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  sind  die  Vorschriften  des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  massgebend,  soweit  das  BöB und das Bundesgesetz über das Bundesverwaltungsgericht vom 17.  Juni 2005 (Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32) nichts anderes  bestimmen (Art. 26 Abs. 1 BöB und Art. 37 VGG). Gemäss Art. 31 BöB  kann  die Unangemessenheit  vor Bundesverwaltungsgericht  nicht  gerügt  werden. 1.2. Das  BöB  erfasst  nur  Beschaffungen,  welche  dem Übereinkommen  vom  15.  April  1994  über  das  öffentliche  Beschaffungswesen  (ÜöB,  SR  0.632.231.422)  unterstellt  sind.  Alle  übrigen  Beschaffungen  sind  in  der  Verordnung  vom  11.  Dezember  1995  über  das  öffentliche 

B­8061/2010 Beschaffungswesen (VöB, SR 172.056.11) geregelt. Die Beschwerde an  das  Bundesverwaltungsgericht  gemäss  dem  5.  Abschnitt  des  BöB  ist  nach  der  Konzeption  dieses  Gesetzes  nur  zulässig  gegen  Beschaffungen,  die  in  den Geltungsbereich  des  BöB  fallen  (e  contrario  Art. 2 Abs. 3 Satz 4 BöB, vgl. auch Art. 39 VöB; BVGE 2008/61 E. 3.1,  2008/48 E. 2.1; Entscheid der BRK vom 11. Oktober 2001, veröffentlicht  in:  Verwaltungspraxis  der  Bundesbehörden,  VPB  66.4,  E.  1b  mit  Hinweisen). 1.3.  Die  Vergabestelle  ist  als  Bundesamt  Teil  der  allgemeinen  Bundesverwaltung  und  untersteht  daher  dem  BöB  (Art.  2  Abs.  1  lit.  a  BöB). 1.4. Gemäss Art. 6 Abs. 1 lit. b BöB i.V.m. Art. 1 lit. b der Verordnung des  EVD  über  die  Anpassung  der  Schwellenwerte  im  öffentlichen  Beschaffungswesen  für  das  zweite Semester  des  Jahres  2010 und das  Jahr 2011 vom 11.  Juni 2010  (SR 172.056.12)  ist das BöB anwendbar,  wenn  der  geschätzte Wert  des  zu  vergebenden Dienstleistungsauftrags  den  Schwellenwert  (ohne  MWST)  von  Fr.  230'000.­  erreicht.  Laut  Publikation vom 27. Oktober 2010 auf simap.ch wurde der Zuschlag zum  Preis von Fr. 384'454.80 erteilt. Demnach wird der für die Anwendbarkeit  des BöB massgebliche Schwellenwert im vorliegenden Fall überschritten. 1.5. Als ausgeschlossene Anbieterinnen sind die Beschwerdeführerinnen  nach  Art.  48  Abs.  1  VwVG  zur  Beschwerde  legitimiert  (vgl.  BVGE  2007/13  E.  1.4;  Zwischenentscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­ 7393/2008 vom 14. Januar 2009 E. 1.4). Frist und Form der Beschwerde  sind  gewahrt  (Art.  50  Abs.  1  und  Art.  52  Abs.  1  VwVG).  Der  Kostenvorschuss wurde fristgerecht bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG). 1.6. Auf die Beschwerde ist daher einzutreten. 2.  Ihre  Rüge  des  rechtswidrigen  Ausschlusses  vom  Vergabeverfahren  begründen die Beschwerdeführerinnen im Wesentlichen wie folgt: Sie hätten die von der Vergabestelle geschätzten Stunden für die Phase  1 der Arbeiten als deutlich zu hoch beurteilt und deshalb statt 2150 nur  1370  Stunden  –  gemäss  ihrem  erwarteten,  realistischen  Aufwand –  angeboten. Das elektronisch abgegebene Preiseingabeformular verlange,  dass  die  Anbieter  in  den  zu  offerierenden  Teilprozessen  Sturz,  Hochwasser  und  Rutschungen  die  von  ihnen  für  die  jeweiligen 

B­8061/2010 Teilarbeiten veranschlagten Stunden zu den jeweiligen Stundenansätzen  eintrügen.  Das  Total  auf  Seite  1  des  Preiseingabeformulars  werde  aus  der  Stundeneingabe  für  diese  Teilprozesse  automatisch  generiert.  Entspreche das  von der Excel­Tabelle  generierte Schlussresultat  genau  der Schätzung der Vergabestelle –  für die hier strittige Phase also 2150  Stunden  –  erscheine  diese  Zahl  schwarz;  alle  anderen  Additionsergebnisse  führten  zu  einer  roten  Zahl.  Weder  in  der  Ausschreibung, noch in den Ausschreibungsunterlagen, noch im Rahmen  der Fragerunde sei ausdrücklich angekündigt worden, dass eine rote Zahl  zum Ausschluss eines Angebotes führe. Die Vergabestelle  habe also  von den Anbietenden  zwar  die  individuelle  Festlegung des Aufwandes von Teilprozessen (die in den elektronischen  Formularen auch individuell hätten eingetragen werden können) verlangt,  um  im  Total  dann  die  von  ihr  geschätzte  Stundenzahl  als  die  einzig  massgebliche zu betrachten, die weder unter­ noch überschritten werden  dürfe.  Letzteres  müssten  die  Beschwerdeführerinnen  auch  aus  der  Beantwortung  einer  Frage  im  Rahmen  der  Fragerunde  zu  Los  11  (Prättigau) schliessen, das mit identischen Unterlagen submittiert worden  sei.  Die  Anbieter  hätten  nach  der  Vorstellung  der  Vergabestelle  also  offensichtlich  so  lange  an  ihren  Teilaufwandschätzungen  "schrauben"  müssen, bis sie exakt "ins Schwarze" getroffen hätten. Das Vorgehen der Vergabestelle  sei  sachlich  nicht  zu  rechtfertigen  und  missachte massgebliche Grundsätze des Vergaberechts – die Wahl des  wirtschaftlich  günstigsten  Angebotes,  die  Gewährleistung  von  Wettbewerb  und  den  wirtschaftlichen  Umgang  mit  öffentlichen  Mitteln.  Dies  gelte  insbesondere  deshalb,  weil  der  Auftrag  –  ebenso  wie  alle  bisherigen Lose – mit einem verbindlichen Kostendach vergeben werden  solle. Die Beauftragung mit einem festen Kostendach bedeute, dass der  Anbieter das Risiko  für  seine Aufwandschätzung  trage: Habe er effektiv  mehr Aufwand,  als durch das Kostendach gedeckt  sei, werde er hierfür  nicht entschädigt. Die  Vorgabe  einer  unveränderlichen  Stundenzahl  für  einen  Dienstleistungsauftrag,  der  nach  effektivem Aufwand  abgerechnet,  aber  nach  oben  durch  ein  festes  Kostendach  begrenzt  werde,  sei  sachlich  unrichtig,  unlogisch  und  unverhältnismässig  und  verletze  insbesondere  den Grundsatz der wirtschaftlichen Verwendung öffentlicher Mittel. Nicht  zu  hören  wäre  die  Vergabestelle  mit  dem  Argument,  dass  dieses  Vorgehen  wegen  der  Vergleichbarkeit  der  Angebote  unumgänglich  sei. 

B­8061/2010 Die Vergleichbarkeit werde einerseits durch das verbindliche Kostendach,  andererseits aber durch die detailliert anzugebende Stundenverteilung für  die Einzelprozesse gewährleistet. Die  Vergabestelle  verhalte  sich  aber  auch  krass  widersprüchlich.  Die  Beschwerdeführerinnen  hätten  beim  Los  […],  für  das  sie  mit  leicht  geänderter Projektorganisation  [Zeitpunkt] den Zuschlag erhalten hätten,  aufgrund  der  exakt  gleich  gestalteten  Ausschreibungsunterlagen  ebenfalls weniger Stunden offeriert als vorgegeben. Ihr Angebot sei nicht  ausgeschlossen  worden;  es  habe  keinerlei  Vorbehalte  oder  Hinweise  gegeben,  und  der  Vertrag  sei  gestützt  auf  die  Offerte  unterzeichnet  worden.  Die  Beschwerdeführerinnen  hätten  deshalb  keinerlei  Anlass  gehabt,  eine  entsprechende  Rechtsfolge  bei  den  nun  zur  Diskussion  stehenden Losen 11 und 12 zu befürchten, entsprechende Nachfragen zu  stellen  oder  einen  Vorbehalt  anzubringen.  Dass  ein  vergleichbares  Vorgehen  je  zum  Ausschluss  habe  führen  können,  sei  den  Beschwerdeführerinnen nicht  angekündigt worden, was auch unter  dem  Aspekt des Vertrauensschutzes zu rügen sei. Die zwingende Vorgabe von Stunden lasse sowohl die unterschiedlichen  Spezialisierungen  der  Anbieter  als  auch  laufende  Arbeiten  bei  anderen  Teilprojekten und dadurch erworbenes Know­how völlig ausser Acht. Es  sei  schlicht  undenkbar,  dass  jeder  Anbieter  von  einem  uniformen  Aufwand  bzw.  gleichen  Kosten  ausgehe  und  ausgehen  könne.  Die  Beschwerdeführerinnen  seien  im  Bereich  der  ausgeschriebenen  Aufgaben hoch spezialisiert  und erfahren. Sie  verfügten als Firmen und  mit Bezug auf ihre Schlüsselpersonen über umfassende Erfahrung in der  Analyse  und  Beurteilung  von  Gefahrenrisiken  im  Zusammenhang  mit  Nationalstrassen,  anderen  Strassen  oder  Bahnen.  Ganz  abgesehen  davon, dass sie für Nationalstrassen ein entsprechendes Projekt, nämlich  […]  bereits  ausgeführt  hätten  (unter  der  früheren  Kompetenzaufteilung  zwischen Bund  und Kantonen  für  die Nationalstrassen  noch  im Auftrag  der Kantone),  bearbeiteten sie aktuell  die Gefahrenkarte  […]  im Auftrag  der Gemeinden […] sowie  im Auftrag des Kantons […] zwei Teilgebiete,  welche sich von […] erstreckten und damit einen hinsichtlich Gefährdung  der  Autobahn  relevanten  Teil  des  Loses  12  abdeckten.  Dies  bedeute  nichts anderes, als dass die Beschwerdeführerinnen zur Zeit genau jene  Gefahren  analysierten  und  bearbeiteten,  die  auch  mit  Bezug  auf  die  Walenseeautobahn relevant seien.

B­8061/2010 Vor  einigen  Jahren  hätten  die  Beschwerdeführerinnen  zudem  die  Gefahrenkarten der Gemeinden […] und […], welche ebenfalls Abschnitte  der  N13  tangierten,  bearbeitet.  Dass  sie  bei  dieser  Ausgangslage  über  verwertbares  Know­how  verfügten,  das  nicht  aus  der  Ausschreibung  selbst  stamme,  sondern  aufgrund  ihres  allgemeinen  Know­hows  aktuell  sei,  erkläre  ohne  Weiteres,  dass  sie  in  der  Lage  seien,  den  entsprechenden  Auftrag  mit  dem  von  ihnen  geschätzten  Aufwand  zu  leisten.  Auf  diese  besondere,  für  die  Auftraggeberin  optimale  Ausgangslage  hätten  die  Beschwerdeführerinnen  sowohl  im  Begleitschreiben  zur  Offerte  als  auch  im  Vorgehensvorschlag,  der  Teil  ihrer Offerte bilde, hingewiesen. Das  Vorgehen  der  Vergabestelle  sei  unverständlich,  missachte  grundlegende  Prinzipien  des  Vergaberechts  und  diskriminiere  Anbietende,  die  eine  wirtschaftlich  günstige  Offerte  einreichen  könnten  und  wollten  und  dies  insbesondere  aufgrund  der  laufenden  Arbeiten  sogar  mit  Vorteil  für  den  Auftraggeber  tun  könnten.  Die  für  die  Beschwerdeführerinnen resultierende Rechtsfolge sei nicht akzeptabel; in  jedem  Fall  sei  das  Vorgehen  aber  überspitzt  formalistisch  und  unverhältnismässig.  Die  Rechtsfolge  sei  im  vorliegenden  Fall  derart  einschneidend,  dass  dieses  Vorgehen  durch  den  Ermessensspielraum  der Vergabestelle nicht mehr gedeckt sein könne. 3.  Die Vergabestelle  erwidert  in  ihrer Vernehmlassung  vom 10. Dezember  2010, die Beschwerdeführerinnen brächten nun ein, es sei weder  in der  Ausschreibung,  noch  in  den  Ausschreibungsunterlagen,  noch  in  der  Fragerunde angekündigt worden, dass eine rote Zahl  im Schlussresultat  zum Ausschluss des Angebotes führe. Dabei verkennten sie, dass in den  Angebotsunterlagen unter "Generelle Bemerkungen zum Angebot" genau  darauf  hingewiesen  worden  sei  und  sie  sich  bewusst  über  diese  Stundenvorgabe  hinweggesetzt  hätten,  um  sich  einen  Preisvorteil  zu  verschaffen.  In  der Kostenzusammenstellung werde bei  den Totalen  für  die Phase 1 und die Phase 2 explizit darauf hingewiesen, dass nur eine  grüne Zahl  der  Anzahl  zu  offerierender  Stunden  entspreche,  ansonsten  eine rote Zahl erscheine. Das im Endbetrag rot erscheinende Total habe  die Anbieter  lediglich optisch darauf hinweisen sollen, dass sie nicht die  vorgegebene Anzahl Stunden eingesetzt hätten. Ausserdem dürfte es für  Ingenieure  keine  grosse  Herausforderung  darstellen,  die  vorgegebene  Anzahl  Stunden  auf  eine  Handvoll  Gefahrenprozesse  aufzuteilen,  ohne 

B­8061/2010 an  den  Aufwandschätzungen  "schrauben"  zu  müssen,  wie  dies  die  Beschwerdeführerinnen ausdrückten. Die  Beschwerdeführerinnen  führten  hingegen  richtig  aus,  dass  die  Ausschreibungsunterlagen  –  mit  Ausnahme  des  losindividuellen  Perimeterplans  und der Gefahrenhinweiskarten –  sowohl  für  Los 11 als  auch  für  Los  12  gleich  seien,  ja  sogar  mit  jenen  aus  Los  10  identisch  seien. Dem Argument, dass sich die Vergabestelle krass widersprüchlich  verhalte,  weil  sie  den  Beschwerdeführerinnen  in  Los  […]  den  Zuschlag  erteilt  habe,  obwohl  sie  auch  in  diesem  Los  weniger  Stunden  offeriert  hätten, könne jedoch nicht gefolgt werden. Es  sei  zutreffend,  dass  die  Beschwerdeführerinnen  im  Los  […]  den  Zuschlag  erhalten  hätten.  Dieser  Zuschlag  sei  jedoch  aufgrund  eines  Fehlers  der  Vergabestelle  und  deswegen  eigentlich  zu  Unrecht  erteilt  worden. Der Vergabestelle sei es bei der Prüfung entgangen, dass nicht  alle Stunden offeriert worden seien. Dies sei erst bei der Ausstellung des  Vertrages  bemerkt  worden,  nachdem  der  Zuschlagsentscheid  bereits  in  Rechtskraft erwachsen sei. In Los […] hätten die Beschwerdeführerinnen  "nur" 269 von 2099 geforderten Stunden weniger, in Los […] sogar nur 66  von  3134 Stunden weniger  angeboten. Entgegen  den Eingaben  zu  Los  […] und Los […] lasse sich die geringere Anzahl Stunden bei den Losen  […]  auch  nicht  schon  allein  aus  dem  Angebotspreis  ableiten.  Die  Beschwerdeführerinnen führten diesbezüglich selber aus, dass sie im Los  12 780 Stunden weniger offeriert hätten. Bei Los 11 seien durch sie von  den geforderten 4080 Stunden  sogar  1160 Stunden weniger  angeboten  worden. Wie  die  Beschwerdeführerinnen  beim  Sachverhalt  richtig  ausführten,  seien  bis  heute  13  Lose  offen  ausgeschrieben  worden.  Bei  allen  Ausschreibungen seien aber die Voraussetzungen mit der vorgegebenen  Anzahl  Stunden  gleich.  Diese  Vorgabe  sei  bewusst  gewählt  worden,  einerseits,  damit  der  Fokus  bei  der  Bewertung  auf  die  fachlichen  Fähigkeiten  der Anbieter  habe  gelegt werden  können  und  andererseits,  damit alle Angebote in Bezug auf die Anzahl Stunden gleichgestellt, also  vergleichbar geblieben seien, ohne dass der totale Angebotspreis für die  Bewertung  vernachlässigt  worden  wäre.  Dass  durch  diese  Stundenvorgabe das fachliche Know­how der Anbieter völlig ausser Acht  gelassen  werde,  wie  die  Beschwerdeführerinnen  behaupteten,  entspreche  daher  nicht  den  Tatsachen.  Die  Beschwerdeführerinnen  hätten  nicht  nur  in  den  Losen  10,  11  und  12  ein  Angebot  eingereicht, 

B­8061/2010 sondern auch bei den Losen 1­5 sowie beim Los 9. Dabei hätten sie  in  den  Losen  1­5  jeweils  eine  höhere  und  in  den  Losen  9,  10,  11  und  12  jeweils  eine  tiefere  Anzahl  Stunden  offeriert.  Ein  Ausschluss  infolge  Abweichung  von  der  Stundenzahl  sei  bei  den  Losen  1­5  jedoch  nicht  vorgenommen worden, weil die Vorgabe von Seiten der Vergabestelle in  diesen Dokumenten  vermutlich  zu wenig  deutlich  hervorgekommen  sei,  was  bei  diversen Angeboten  augenfällig  geworden  sei.  Bei  Los  […]  sei  die  abweichend  offerierte  Anzahl  Stunden  der  Beschwerdeführerinnen  fälschlicherweise  erst  nach  erfolgter  Zuschlagspublikation  bemerkt  worden. Zu erwähnen bleibe, dass kein anderer Anbieter in den Losen 6­ 10 von der vorgegebenen Anzahl Stunden abgewichen sei. Die  Argumente  der  Beschwerdeführerinnen  zum  verbindlichen,  festen  Kostendach  würden  generell  bestritten;  sie  entsprächen  nicht  den  Tatsachen.  Die  Stundenvorgabe  sei  gemacht  worden,  damit  bei  der  Bewertung das fachliche Know­how der Anbieter in den Vordergrund trete  und  alle  Angebote  in  Bezug  auf  die  Anzahl  Stunden  gleichgestellt  gewesen  seien,  ohne  dass  der  totale  Angebotspreis  vernachlässigt  worden wäre. Dies helfe bei der Vergleichbarkeit der Angebote, denn es  sei einfach, ein Angebot mit wenigen Stunden einzureichen und dann mit  Nachforderungen  unter  dem  Titel  der  Unvorhersehbarkeit  den  Preis  aufbessern zu wollen. Dass  den  totalen  Kosten  kein  grosses  Gewicht  bei  der  Bewertung  zukomme, schlage sich auch in der Gewichtung des Preises mit lediglich  20  %  nieder,  was  auch  den  Beschwerdeführerinnen  habe  klar  sein  müssen.  Damit  habe  sich  die  Vergabestelle  zudem  an  die  bundesgerichtliche Rechtsprechung gehalten, wonach auch bei noch so  komplexen Aufträgen eine Preisgewichtung von 20 % am untersten Rand  des Zulässigen sei. Anzufügen  sei,  dass  Herr  B._______,  Geschäftsführer  einer  der  Beschwerdeführerinnen,  Mitglied  des  Verbandes  Schweizer  Geologen  (CHGEOL)  sei.  Die  CHGEOL  habe  für  ihre  Mitglieder  einen  Leitfaden  "Submission  geologischer  Leistungen"  herausgegeben.  In  diesem Werk  würden die Geologen ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ein billiges  Angebot keine Gewähr für eine kostengünstige Abwicklung eines Projekts  biete.  Diesem  Umstand  habe  die  Vergabestelle  mit  der  Vorgabe  der  zwingend zu offerierenden Anzahl Stunden Rechnung getragen. Darüber  hinaus  unterstreiche  die  Vergabestelle  die  geringe  Bedeutung  des  Preises in der Ausschreibung mit der Preisgewichtung von lediglich 20 %.

B­8061/2010 Den  Anbietern  seien  als  Teil  der  Ausschreibungsunterlagen  auch  die  Allgemeinen Bedingungen (AGB) des Bundes für Dienstleistungsaufträge  und  der  Vertragsentwurf  zur  Verfügung  gestellt  worden.  Ziff.  3  "Vergütung"  lasse sich entnehmen, dass der Anbieter die Leistungen zu  Festpreisen  oder  nach  Aufwand  mit  oberer  Begrenzung  der  Vergütung  (Kostendach)  erbringe.  Die  Abrechnungsmethode  nach  Aufwand  mit  Kostendach sei auch in den Vertrag übernommen worden und stehe mit  den  Ausschreibungsunterlagen  völlig  im  Einklang.  Dass  dies  in  der  Ingenieur­  und  Baubranche  üblich  sei,  äussere  sich  auch  in  den  Dokumenten  der  Koordination  der  Bau­  und  Liegenschaftsorgane  des  Bundes (KBOB) und stehe überdies auch nicht  im Widerspruch zur SIA­ Norm 106  (Ordnung  für  Leistungen und Honorare der Geologinnen und  Geologen)  i.V.m.  SIA­Norm  118  (Allgemeine  Bedingungen  für  Bauarbeiten). Die  Beschwerdeführerinnen  hätten  in  die  absolut  genau  gleichen  Abrechnungsmodalitäten  auch  mit  Vertrag  zu  Los  […]  durch  ihre  Unterschriften  eingewilligt.  Wäre  ihnen  das  Abrechnungsmodell  nach  Aufwand  mit  Kostendach  unbekannt  gewesen,  wäre  vermutungsweise  der Vertrag nicht zustande gekommen. Die Arbeiten zu Los […] seien im  Gang,  und  die  Beschwerdeführerinnen  hätten  bereits  umfangreiche  Arbeiten  geleistet.  Die  Vergabestelle  habe  eine  erste  Rechnung  der  Beschwerdeführerinnen  nach  Aufwand  bezahlt  und  eine  zweite  per  30.  November 2010 eingefordert. 4.  In  ihrer  "freiwilligen Stellungnahme"  vom 23. Dezember 2010 halten die  Beschwerdeführerinnen unter anderem Folgendes fest: Die  Vergabestelle  bestreite  grundsätzlich  die  Ausführungen  in  der  Beschwerde nicht, wonach die Beschwerdeführerinnen in Los […] genau  gleich vorgegangen seien wie im angefochtenen Los 12 und ebenfalls die  angegebene Stundenzahl unterschritten hätten; sie behaupte aber, es sei  schlicht ein Fehler gewesen, dass man dies nicht bemerkt habe. Das sei  an sich schon absolut unglaubwürdig, zumal die Vergabestelle ausführe,  man habe ab Los 6 immer dieselben Unterlagen verwendet, welche nach  ihrer Meinung  ja  so  sonnenklar  formuliert  und mit  farblicher Darstellung  didaktisch  hoch  entwickelt  sein  sollten.  Selbst  wenn  aber  ein  Fehler  passiert  wäre,  wäre  die  Vergabestelle  gezwungen  gewesen,  die  Beschwerdeführerinnen spätestens beim Vertragsabschluss über Los […]  über diesen Umstand zu informieren. Dass sie dies getan habe, behaupte 

B­8061/2010 sie  selbst  nicht  einmal.  Ein  solches  Vorgehen  sei  missbräuchlich  und  mache die Verletzung des Vertrauensprinzips noch eklatanter. Die  Darstellung  der  Vergabestelle  widerspreche  jeder  Lebenserfahrung  und sei unglaubwürdig: Die Beschwerdeführerinnen wollten Aufträge der  Vergabestelle akquirieren und ausführen, weil sie deren Kernkompetenz  und  ­geschäft  seien.  Sie  würden  sich  ja  vorsätzlich  selbst  schädigen,  wenn  sie  sich  bei  klarer  Kommunikation  der  Vergabestelle  und  Androhung  eines  Verfahrensausschlusses  nicht  "konform"  verhalten  würden,  zumal  es  ja  technisch  eine  Kleinigkeit  sei,  die  vorgegebene  Stundenzahl mit  entsprechenden  Tarifen  so  zu  kompensieren,  dass  die  für  die  Bearbeitung  notwendigen  finanziellen Mittel  gesichert  seien.  Die  Vermeidung des Ausschlusses wäre also eine äusserst  einfache Sache  gewesen, wenn deren Anordnung auch nur zu vermuten gewesen wäre. Völlig  an  der  Sache  vorbei  gingen  auch  die  Ausführungen  der  Vergabestelle zum "Kostendachvertrag". Die Behauptung, dass man bei  einem  Kostendach  einfach  mit  Nachträgen  arbeiten  könne,  wäre  eine  Bankrotterklärung  eines  Vertragspartners  und  stehe  schlicht  im  Widerspruch zum vorgeschlagenen Vertragsentwurf. In  Anlehnung  an  Art.  32  VwVG  finden  die  Ausführungen  in  dieser  "freiwilligen  Stellungnahme"  Berücksichtigung,  soweit  sie  entscheidrelevant  sind;  die  Durchführung  des  beantragten  zweiten  Schriftenwechsels  erscheint  unter  diesen  Umständen  als  nicht  mehr  angezeigt. 5.  Vorab  muss  geprüft  werden,  ob  bzw.  inwiefern  die  Rügen  der  Beschwerdeführerinnen allenfalls verspätet und damit verwirkt sind. 5.1. Als durch Beschwerde selbständig anfechtbare Verfügungen gelten  nach  Art.  29  BöB  insbesondere  die  Ausschreibung  des  Auftrags  (lit.  b)  und der Zuschlag (lit. a). Einwände, welche die Ausschreibung betreffen,  können  im Rahmen eines Beschwerdeverfahrens gegen einen späteren  Verfügungsgegenstand  grundsätzlich  nicht  mehr  vorgebracht  werden  (BGE  130  I  241  E.  4.3;  vgl.  (betreffend  Eignungskriterien)  Zwischenentscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­1688/2010  vom  19.  Juli  2010  E.  4.3  mit  Hinweisen;  Entscheid  der  Eidgenössischen  Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen, BRK, vom 16.  November  2001,  BRK  2001­011,  publiziert  in:  VPB  66.38,  E.  2c/aa mit 

B­8061/2010 Hinweisen);  dies  gilt  jedenfalls  in  dem  Masse,  wie  Bedeutung  und  Tragweite  der  getroffenen  Anordnungen  ohne Weiteres  erkennbar  sind  (Zwischenentscheid  des Bundesverwaltungsgerichts  B­504/2009  vom 3.  März  2009  E.  5.3  mit  Hinweisen;  MARC  STEINER,  Das  Verfahren  vor  Bundesverwaltungsgericht  in Vergabesachen,  in: Michael  Leupold  et  al.  (Hrsg.), Der Weg zum Recht, Festschrift für Alfred Bühler, Zürich 2008, S.  405  ff.,  S.  412  mit  Hinweisen).  Behauptete  Mängel  in  den  Ausschreibungsunterlagen sind dagegen grundsätzlich nicht selbständig,  sondern  mit  dem  nächstfolgenden  Verfahrensschritt,  der  in  eine  Verfügung  gemäss  Art.  29  BöB  mündet,  in  der  Regel  also  mit  dem  Zuschlag,  anzufechten  (Entscheid  der  BRK  vom  16.  November  2001,  BRK 2001­011, publiziert in: VPB 66.38, E. 3c/cc). 5.2. Während  die  Beschwerdeführerinnen  den  Standpunkt  vertreten,  es  sei nirgends ausdrücklich angekündigt worden, dass die Nichteinhaltung  der  festen  Stundenvorgabe  (bzw.  eine  rote  Zahl)  den  Ausschluss  des  Angebotes  nach  sich  ziehe,  erklärt  die  Vergabestelle,  in  den  Angebotsunterlagen  sei  unter  "Generelle  Bemerkungen  zum  Angebot"  genau darauf hingewiesen worden. 5.3.  In  seinem  Zwischenentscheid  vom  25.  Januar  2011  über  die  Erteilung  der  aufschiebenden  Wirkung  im  vorliegenden  Beschwerdeverfahren  hielt  das  Bundesverwaltungsgericht  fest  (E.  4.2),  nach  Ziff.  3.13  der  simap­Ausschreibung  für  Los  12  vom  7.  Juni  2010  seien  die  Ausschreibungsunterlagen  ab  diesem  Datum  bis  zum  13.  August  2010  auf  simap.ch  verfügbar  gewesen.  Die  Beschwerdeführerinnen  behaupteten  nicht,  dass  die  Ausschreibungsunterlagen  nicht  zeitgleich  mit  der  Ausschreibung  verfügbar gewesen wären, und mindestens prima  facie bestünden auch  keine  anderslautenden  Indizien.  Vor  diesem  Hintergrund  lasse  sich  jedenfalls  auf  ersten  Anschein  hin  feststellen,  dass  die  Ausschreibungsunterlagen  faktisch  Teil  der  Ausschreibung  gewesen  seien. Demzufolge dürften Einwände gegen die Ausschreibung sowie die  Ausschreibungsunterlagen  prima  facie  in  dem  Umfang  nicht  mehr  mit  einer Beschwerde gegen den Zuschlag vorgebracht werden,  in welchem  Bedeutung  und  Tragweite  der  entsprechenden  Anordnungen  ohne  Weiteres erkennbar gewesen seien. 5.4.  Ziff.  3.9  der  Ausschreibungspublikation  des  Loses  12  vom  7.  Juni  2010 nennt folgende Zuschlagskriterien:

B­8061/2010 Kriterium 1: Schlüsselpersonen (Gewichtung 40%) Die  Schlüsselpersonen  im  Angebot  werden  hinsichtlich  folgender  Unterkriterien bewertet: 1.1) Referenzen in Bezug zur Aufgabe resp. zu den Aufgaben im Projekt  und deren Aktualität (Gewichtung 30%) 1.2) Angaben zu Aus­ und Weiterbildung, zu den speziellen Kenntnissen,  zur  Berufserfahrung  in  Bezug  zur  Aufgabe  resp.  zu  den  Aufgaben  im  Projekt Kriterium  2:  Aufgabenanalyse  und  Vorgehensvorschlag  (Gewichtung  40%) Die  Angaben  im  Angebot  werden  hinsichtlich  folgender  Unterkriterien  bewertet: 2.1)  Aufgabenanalyse:  Ausgangslage,  Untersuchungsgebiet,  bekannte  Ereignisse,  Schwerpunkte  der  Arbeit,  Chancen  und  Risiken,  Bezug  zur  Methodik und Risikoanalyse, Vorbehalte (Gewichtung 30%) 2.2)  Vorgehensvorschlag: Organisation,  Vorgehen, Wahl  der Methoden,  Sicherstellung der Qualität der Resultate (Gewichtung 10%) Kriterium 3: Preis (Gewichtung 20%) Für  die  Preisbewertung  gilt:  Das  tiefste  bereinigte  Angebot  erhält  die  maximale  Punktzahl.  Angebote,  deren  Preis  50%  oder  mehr  über  dem  tiefsten  Angebot  liegen,  erhalten  0  Punkte.  Dazwischen  erfolgt  die  Bewertung linear. 5.5.  Die  Beschwerdeführerinnen  erstellten  ihre  Offerte  auf  dem  vom  ASTRA  abgegebenen  Formularsatz  "Gefahrenbeurteilung  und  Risikoanalyse  betreffend  Naturgefahren  auf  Nationalstrassen,  Los  12:  Walensee,  Angebot".  Unmittelbar  nach  dem  Deckblatt  dieses  Formularsatzes  folgt  eine  Seite  mit  den  Überschriften  "Generelle  Bemerkungen  zum  Angebot"  sowie  "Anleitung  zum  Ausfüllen  des  Formulars";  diese  Seite  findet  sich  auch  in  der  Offerte  der  Beschwerdeführerinnen.  Unter  den  generellen  Bemerkungen  zum  Angebot hielt die Vergabestelle insbesondere Folgendes fest:

B­8061/2010 Der Auftraggeber gibt für die zu erbringenden Leistungen eine bestimmte  Stundenanzahl  vor.  Diese  vorgegebenen  Stunden  müssen  zwingend  offeriert werden. Der Bewerber  ist  frei,  die Stundenvorgaben auf Naturgefahrenprozesse,  Phasen und Personen zu verteilen. Die Stunden der Schlüsselpersonen  für Projektleitung und Initialisierung sind pro Naturgefahrenprozess durch  den Auftraggeber vorgegeben. Allfällige weitere  Leistungen,  welche  aus  Sicht  des  Anbieters  vorteilhaft  sind,  werden  in  der  Tabelle  "Zusatzleistungen"  aufgelistet.  Die  Zusatzleistungen müssen grundsätzlich bei dem Auftraggeber zeitgerecht  angemeldet und durch ihn bewilligt werden. Unter  dem  Titel  "Anleitung  zum  Ausfüllen  des  Formulars"  sind  drei  unterschiedlich  eingefärbte  Rechtecke  dargestellt.  Das mittlere,  orange,  weist  folgende  Legende  auf:  "Diese  vorgegebenen  Arbeitsstunden  des  Auftraggebers sind zwingend zu offerieren." Neben  der  soeben  beschriebenen  Seite  enthält  der  Formularsatz  eine  Tabelle  "Kostenzusammenstellung",  eine  Seite  für  die  rechtsgültigen  Unterschriften, eine Tabelle  "Naturgefahrenprozess: Sturz", eine Tabelle  "Naturgefahrenprozess:  Hochwasser/Murgang"  sowie  eine  Tabelle  "Naturgefahrenprozess:  Rutschungen".  Die  Tabellen  für  die  drei  Naturgefahrenprozesse  sind  in  je  zwei  "Arbeitsschritte  /  Leistungen"  (Phase  1:  Gefahrenbeurteilung;  Phase  2:  Risikoanalyse)  sowie  eine  Kategorie "Zusatzleistungen" unterteilt. Phase 1 wiederum besteht jeweils  aus  den  Unterkategorien  "Initialisierung  und  Projektleitung",  "Gefahrenerkennung"  sowie  "Wirkungsanalyse",  Phase  2  aus  den  Unterkategorien "Initialisierung und Projektleitung" sowie "Risikoanalyse". In  der  Tabelle  "Kostenzusammenstellung"  wird  sowohl  bei  Phase  1  als  auch  bei  Phase  2  (je  unterteilt  in  die  Naturgefahrenprozesse  "Sturz",  "Hochwasser  /  Murgang"  und  "Rutschungen")  neben  den  einzelnen,  in  einem orangen Feld aufgeführten Stundenvorgaben bzw. neben dem für  die  Beschwerdeführerinnen  ermittelten  Stundentotal  festgehalten:  "Entspricht die Anzahl offerierter Stunden der Vorgabe erscheint sie grün  [Farbbezeichnung  im  Angebotsformular  bzw.  in  der  Offerte  der  Beschwerdeführerinnen  grün  gedruckt],  sonst  rot  [Farbbezeichnung  im  Angebotsformular  bzw.  in  der  Offerte  der  Beschwerdeführerinnen  rot  gedruckt]".  Das  von  den  Beschwerdeführerinnen  erzielte  Stundentotal 

B­8061/2010 von  1370  (gegenüber  einer  Vorgabe  von  2150  im  unmittelbar  danebenstehenden  orangen  Feld)  für  Phase  1  der  drei  abzudeckenden  Naturgefahrenprozesse erscheint  in  deren Angebot  rot, während  ihr  der  Vorgabe entsprechendes Stundentotal von 260 für Phase 2 grün gedruckt  ist. Das  Wort  "Kostendach"  wird  in  der  Tabelle  "Kostenzusammenstellung"  (Untertabelle  zur  Preisberechnung)  zweimal  erwähnt:  einmal  im  Titel  "Berechnung  des  Angebotspreises  (Kostendach)",  einmal  unter  "Total  Vergütung  nach  Zeitaufwand  mit  Kostendach  (inkl.  Nebenkosten,  inkl.  MWST)". 5.6.  Ziff.  3.1  ("Generelle  Teilnahmebedingungen")  der  Ausschreibungspublikation  bestimmt:  "Abänderungen  der  vom  Auftraggeber  abgegebenen  Unterlagen  sind  nicht  zulässig;  entsprechende Angebote können vom Vergabeverfahren ausgeschlossen  werden." Gemäss dem von den Beschwerdeführerinnen als Beilage 7 zu  ihrer  Beschwerde  eingereichten,  durch  das  ASTRA  abgefassten  Verzeichnis  "Inhalt  der  Ausschreibungsunterlagen"  war  das  Formular  "Angebot" Bestandteil dieser Unterlagen. Der oben dargestellte Wortlaut  der  Angebotsformulare,  wonach  die  vom  Auftraggeber  verlangten  Arbeitsstunden zwingend offeriert werden mussten, lässt kaum Zweifel an  der  Absicht  der  Vergabestelle  zu,  abweichende  Angebote  auszuschliessen. Bekräftigt wird  dies durch die  farbliche Gestaltung der  Formulare, welche die zwingend einzuhaltenden Stundenzahlen in einem  orangen  Feld  hervorhebt  und  Abweichungen  davon mit  der  Signalfarbe  Rot markiert. 5.7.  Was  die  von  den  Beschwerdeführerinnen  angesprochene  Fragerunde  betrifft,  muss  auf  ihre  Beschwerdebeilage  13  verwiesen  werden, welche folgende Frage zu Los 11 (Prättigau) enthält: "Dürfen die  Stundenvorgaben  bei  der  Kostenzusammenstellung  überschritten  werden?", worauf die Vergabestelle antwortete: "Der Auftraggeber gibt für  die  zu erbringenden Leistungen eine bestimmte Stundenzahl  vor. Diese  vorgegebenen  Stunden  müssen  zwingend  offeriert  werden  und  dürfen  nicht  überschritten  werden."  Wie  die  Vergabestelle  und  die  Beschwerdeführerinnen  übereinstimmend  festhalten,  wurde  Los  11  mit  denselben  Angebotsunterlagen  (ausgenommen  die  losindividuellen  Perimeterpläne und Gefahrenhinweiskarten) ausgeschrieben wie Los 12.  Die  Beschwerdeführerinnen  räumen  selbst  ein,  sie  müssten  aus  der  Beantwortung  der  erwähnten  Frage  zu  Los  11  schliessen,  dass  die 

B­8061/2010 Vergabestelle die  im Total von ihr geschätzte Stundenzahl als die einzig  massgebliche  betrachte,  die  weder  unter­  noch  überschritten  werden  dürfe. Demnach  hätten  die  Beschwerdeführerinnen,  die  für  Los  11  ebenfalls  offerierten,  auch  aufgrund  der  zitierten  Antwort  wissen  müssen  (spätestens am 9. Juli 2010; siehe Ziff. 1.3 der Ausschreibung für Los 11  vom 7. Juni 2006, wonach Fragen bis spätestens zu diesem Datum allen  Bezügern  der  Ausschreibungsunterlagen  im  "Forum"  unter  simap.ch  beantwortet würden), dass ihre Offerte wegen der darin vorgenommenen  Abänderung  (bzw.  massiver  Unterschreitung)  der  zwingend  einzuhaltenden  Stundenzahl  vom  Vergabeverfahren  ausgeschlossen  werden  konnte. Sie  verweisen  in  diesem Zusammenhang allerdings auf  die Zuschlagserteilung  zu  ihren Gunsten  bei  Los  […],  bei welchem  ihre  Offerte  ebenfalls,  wenn  auch  in  geringerem  Umfang,  von  der  massgeblichen  Stundenzahl  abwich.  Die  Vergabestelle  führt  diesen  Zuschlag  auf  einen  Fehler  ihrerseits  zurück,  und  sie  lässt  nirgends  durchblicken,  dass  diesbezüglich  eine  eigentliche,  im  Widerspruch  zu  ihren  Ausführungen  stehende  Praxis  bestünde,  die  sie  auch  in  Zukunft  aufrechtzuerhalten gedächte (vgl. zum Gebot  rechtsgleicher Behandlung  nach Art. 8 BV sowie zur Wahrung von Treu und Glauben nach Art. 9 BV  BGE  131  V  20  E.  3.7  mit  Hinweisen;  vgl.  GIOVANNI  BIAGGINI,  BV,  Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Kommentar,  Zürich 2007, Art. 8 N. 12 f. mit Hinweisen sowie RAINER J. SCHWEIZER, in:  Bernhard Ehrenzeller/Philippe Mastronardi/Rainer  J. Schweizer/Klaus A.  Vallender (Hrsg.): Die schweizerische Bundesverfassung, Kommentar, 2.  A., Zürich/St. Gallen 2008, Art. 8 N. 39 ff. mit Hinweisen). 5.8.  Im Sinne eines Zwischenergebnisses  lässt sich  festhalten, dass die  Ausschreibung  selbst  keine  bestimmte  Stundenzahl  vorgibt,  das  entsprechende  Erfordernis  aber  unmissverständlich  aus  den  Ausschreibungsunterlagen hervorgeht. Da Letztere hier zeitgleich mit der  Ausschreibung  auf  simap.ch  verfügbar  waren,  hätten  die  Beschwerdeführerinnen  an  sich  zwar  die  Möglichkeit  gehabt,  den  von  ihnen  gerügten  Mangel  frühzeitig  zu  erkennen  und  ihn  innerhalb  der  Rechtsmittelfrist  gegen die Ausschreibung geltend  zu machen, mussten  sie aus vorangegangenen Losvergaben doch wissen, dass das ASTRA in  der Regel die Einhaltung fixer Stundenzahlen verlangte. Einen  allgemeinen,  aus  Treu  und  Glauben  abgeleiteten  Grundsatz,  wonach  jeder  Verfahrensfehler  durch  die  am  Vergabeverfahren 

B­8061/2010 teilnehmenden  Anbieterinnen  unmittelbar  zu  rügen  wäre,  kennt  aber  bisher  weder  das  Vergaberecht  des  Bundes  noch  die  Rechtsprechung  dazu (siehe BGE 130 I 241 E. 4.3 mit Hinweisen sowie auch die BRK im  Entscheid 2004­017 vom 8. September 2005 E. 3). Die  Frage,  ob  im  hier  zu  beurteilenden  Fall  ein  Fehler  vorlag,  der  so  offensichtlich  war,  dass  er,  um  das  Recht,  die  entsprechende  Rüge  geltend  zu  machen,  nicht  zu  verwirken,  zumindest  gegenüber  der  Vergabestelle  hätte  moniert  werden  müssen  (PETER  GALLI/ANDRÉ  MOSER/ELISABETH  LANG/EVELYNE  CLERC,  Praxis  des  öffentlichen  Beschaffungsrechts, 2. A., 1. Bd., Zürich/Basel/Genf 2007, a.a.O., N. 420  ff.,  mit  Hinweis  auf  BRK  2004­017),  kann  offenbleiben,  da  sich  zeigen  wird,  dass  sich  die  hier  vorgebrachten Rügen  ohnehin  als  unbegründet  erweisen. 6.  Die  Vergabestelle  schloss  das  Angebot  der  Beschwerdeführerinnen  aufgrund  einer  "formellen  Prüfung"  aus,  weil  sie  weniger  Stunden  als  verlangt offeriert hatten. 6.1. Nach Art. 19 Abs. 1 BöB müssen die Anbieter ihre Offerte schriftlich,  vollständig  und  fristgerecht  einreichen.  Dieser  Regel  liegt  der  Gedanke  zugrunde,  dass  die  Vergabestelle  anhand  der  eingereichten  Offerten  direkt  zur  Vergabe  des  Auftrags  schreiten  können  soll  (Zwischenentscheid des Bundesverwaltungsgerichts B­5084/2007 vom 8.  November 2007 E. 3.1.1 mit Verweis auf das Urteil des Bundesgerichts  2P.164/2002 vom 27. November 2002 E. 3.3). Die Entgegennahme eines  Angebots,  das  den  Vorgaben  der  Ausschreibung  bzw.  der  Ausschreibungsunterlagen nicht entspricht,  ist  im Hinblick auf das Gebot  der  Gleichbehandlung  der  Anbieter  und  dasjenige  der  Transparenz  problematisch (BVGE 2007/13 E. 3.1 mit Verweis auf den Entscheid der  BRK  vom  23.  Dezember  2005,  BRK  2005­017,  veröffentlicht  in:  VPB  70.33  E.  2a/aa).  Die  Auftraggeberin  schliesst  zudem  Angebote  und  Anträge  auf  Teilnahme  mit  wesentlichen  Formfehlern  vom  weiteren  Verfahren aus (Art. 19 Abs. 3 BöB). Der  Offerent  ist  indessen  nicht  schon  wegen  unbedeutender  Mängel  seines  Angebots  oder  wegen  eines  Verhaltens  mit  Bagatellcharakter  auszuschliessen  (GALLI/MOSER/LANG/CLERC,  N.  271  ff.  mit  Hinweisen).  Vielmehr  kann  nach  der  Rechtsprechung  der  BRK  gestützt  auf  das  Verbot  des  überspitzten  Formalismus  (Art.  29  Abs.  1  der 

B­8061/2010 Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April  1999, BV, SR 101, sowie etwa BGE 128 II 139 E. 2a) unter Umständen  verlangt  werden,  dass  dem  Anbieter  Gelegenheit  gegeben  wird,  den  Formmangel  zu  beheben  (Zwischenentscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­7393/2008  vom  14.  Januar  2009  E.  3.1;  Entscheid  der  BRK  vom  23.  Dezember  2005,  a.a.O.,  E.  3b/cc).  Diese  Möglichkeit  könnte sich bei entsprechender Konstellation auch aus dem  Grundsatz  von  Treu  und  Glauben  ergeben  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­4366/2009  vom  24.  Februar  2010  E.  7.3  und  7.5;  vgl.  dazu  auch  den  Zwischenentscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts B­3255/2009 vom 4. August 2009). Beim Entscheid darüber, ob ein Angebot von vornherein auszuscheiden  oder aber – allenfalls mittels Rückfragen – zu bereinigen  ist, kommt der  Vergabestelle  nach  der  Rechtsprechung  ein  erhebliches  Ermessen  zu.  Sie muss  aber  in  jedem Fall  alle Anbietenden  gleich  behandeln  (BVGE  2007/13  E.  6.2  mit  Verweis  auf  Aargauische  Gerichts­  und  Verwaltungsentscheide,  AGVE  1998  S.  397  ff.  E.  d/cc/aaa;  Zwischenentscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­7393/2008  vom  14.  Januar  2009  E.  3.2.2.1).  Betrifft  die  Unvollständigkeit  wesentliche  Punkte  des  Angebots,  muss  es  grundsätzlich  ausgeschlossen  werden  (AGVE  1999  S.  341  ff.  E.  3b/ee).  Sobald  der  Ausschlussgrund  ein  gewisses Gewicht aufweist, können festgestellte Mängel ohne Verletzung  des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes oder des Verbots des überspitzten  Formalismus  zum  Ausschluss  führen  (BVGE  2007/13  E.  6.2).  Ein  Ausschluss  aus  formellen  Gründen  ist  namentlich  wegen  eines  unvollständigen  Angebots  oder  wegen  eigenmächtiger  Änderung  der  Angebotsbedingungen  vorgesehen;  dies  auch  dann,  wenn  in  der  Folge  das  wirtschaftlich  günstigste  Angebot  nicht  berücksichtigt  werden  kann  (vgl.  BVGE  2007/13  E.  3.3  mit  Hinweis;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts B­5084/2007 vom 28. Januar 2008 E. 2.1). 6.2. Die Beschwerdeführerinnen  beanstanden,  dass das ASTRA  seinen  Ermessensspielraum  verletzt  habe;  sein  Vorgehen  sei  überspitzt  formalistisch  und  unverhältnismässig.  Wie  in  der  vorangehenden  Erwägung aufgezeigt, kommt der Vergabestelle beim Entscheid darüber,  ob  ein  Angebot  von  vornherein  auszuschliessen  sei,  nach  der  Rechtsprechung  ein  erhebliches  Ermessen  zu.  Geprüft  werden  muss  deshalb,  ob  das  ASTRA  durch  die  Vorgabe  einer  festen  Stundenzahl,  verbunden mit der Möglichkeit des Ausschlusses der betreffenden Offerte 

B­8061/2010 im  Falle  einer  Abänderung  dieser  Stundenzahl,  den  Rahmen  seines  Ermessens überschritt. 6.3. Gemäss unbestrittener Darstellung in der Beschwerdeschrift sind die  ausgeschriebenen Leistungen "nach einer standardisierten Methode und  nach  einheitlichen  und  nachvollziehbaren  Kriterien"  zu  erbringen.  Die  Beschwerdeführerinnen halten  fest,  für die Erstellung des Angebotes  für  Los  12  seien  den  Anbietern  über  simap.ch  vordefinierte  Formulare  abgegeben  worden;  zu  den  Ausschreibungsunterlagen  gehörten  neben  dem Preiseingabeformular sowie weiteren Formularen unter anderem ein  Pflichtenheft,  ein  Konzept  und  Datenmodelle,  welche  Bearbeitungstiefe  sowie  Methode  und  Vorgehen  der  durchzuführenden  Analyse  und  Beurteilung  im  Detail  vorgäben.  Aufgrund  dessen  seien  die  erwarteten  Ergebnisse  der  Arbeiten  exakt  vorgegeben;  einen  eigentlichen  Gestaltungsspielraum  im Vorgehen  hätten  die  Anbieter  nicht,  was  auch  verhindere,  dass  der  Arbeitsaufwand  in  der  Auftragserledigung  gering  gehalten werde. Die vertraglich geschuldete Leistung sei vorliegend exakt  definiert. 6.4.  Laut  ASTRA  wurde  die  Stundenvorgabe  gemacht,  damit  bei  der  Bewertung  das  fachliche  Know­how  der Offerenten  in  den  Vordergrund  trete  und  alle  Angebote  in  Bezug  auf  die  Anzahl  Stunden  gleichgestellt  gewesen  seien,  also  vergleichbar  blieben,  ohne  aber  den  totalen  Angebotspreis  für  die  Bewertung  zu  vernachlässigen.  Mit  der  Stundenvorgabe habe die Vergabestelle ferner dem Umstand Rechnung  tragen  wollen,  dass  ein  billiges  Angebot  keine  Gewähr  für  eine  kostengünstige Abwicklung eines Projekts biete. Dass den totalen Kosten  kein grosses Gewicht bei der Bewertung zukomme, schlage sich auch in  der Gewichtung des Preises mit lediglich 20 % nieder. 6.5.  Im  vorliegenden  Fall,  in  welchem  weitgehend  vorgegebene  Leistungen  zu  erbringen  sind,  hätte  die  Vergabestelle  dem  Kriterium  "Preis"  wohl  auch  ein  bedeutend  höheres  als  das  effektiv  verliehene  Gewicht von 20 % einräumen können. Sie verwendete aber zwei weitere  Zuschlagskriterien, die sie mit je 40 % gewichtete, nämlich das Kriterium  "Schlüsselpersonen"  sowie  das  Kriterium  "Aufgabenanalyse  und  Vorgehensvorschlag".  Darin  widerspiegelt  sich  ihr  Anliegen,  das  Fachwissen  der  Offerenten  und  ihrer  Schlüsselpersonen  in  den  Vordergrund  zu  rücken.  Die  verhältnismässig  tiefe  Gewichtung  des  Kriteriums "Preis" und die Vorgabe einer bestimmten Stundenzahl bilden  eine  Möglichkeit,  fachlich  sowie  qualitativ  hochstehende  Leistungen  zu 

B­8061/2010 beziehen  und  die  Angebote  vergleichbar  zu  machen.  Wer  zu  einem  tieferen  Preis  offeriert  und  diesen  über  einen  möglichst  geringen  zeitlichen  Aufwand  realisiert,  wird  eher Gefahr  laufen,  Abstriche  an  der  geforderten Qualität machen zu müssen. Den  vom  ASTRA  abgegebenen  Angebotsformularen  lässt  sich  entnehmen,  dass  die  Verteilung  der  Stundenzahl  auf  die  einzelnen  Naturgefahrenprozesse bzw. deren Unterkategorien  flexibel  ausgestaltet  war. So konnten die Offerenten wenigstens  in einem gewissen Rahmen  selber bestimmen, wie sie die vorgegebene Gesamtstundenzahl bei der  Ausführung  des  Auftrages  genau  einzusetzen  beabsichtigten.  Dies  wiederum  erlaubte  es  der  Vergabestelle,  Rückschlüsse  auf  die Qualität  der  Angebote  bzw.  der  darin  enthaltenen  Aufgabenanalysen  und  Vorgehensvorschläge  zu  ziehen.  Neben  dem  damit  angesprochenen  Zuschlagskriterium 2 ermöglichte aber auch das ebenfalls mit 40 %, also  stark  gewichtete  Zuschlagskriterium  1  "Schlüsselpersonen"  eine  qualitative Bewertung des jeweiligen Angebotes, zumal hier insbesondere  die  einschlägige  Erfahrung  der  betreffenden  Personen  berücksichtigt  wurde.  Letzteres  zeigt  ferner,  dass  die  unterschiedlichen  Spezialisierungen  und  Erfahrungen  der  Anbietenden  (bzw.  ihrer  Schlüsselpersonen)  entgegen  der  Darstellung  der  Beschwerdeführerinnen nicht "völlig ausser Acht" gelassen wurden. 6.6.  Vor  diesem  Hintergrund  kann  der  Argumentation  der  Beschwerdeführerinnen,  insbesondere  ihrer  Auffassung,  das  Vorgehen  der Vergabestelle sei sachlich nicht zu rechtfertigen und missachte etwa  den Grundsatz  der Wahl  des  wirtschaftlich  günstigsten  Angebotes  (vgl.  Art. 1 Abs. 1 und Art. 21 Abs. 1 BöB), nicht gefolgt werden. Obwohl die  Vorgabe einer zwingenden Gesamtstundenzahl durch das ASTRA, unter  Androhung  des  Ausschlusses  vom  Verfahren,  vielleicht  nicht  die  zweckmässigste Lösung sein mag,  finden sich hier keine Anhaltspunkte  dafür,  dass  die  Vergabestelle  ihr  (weites)  Ermessen missbraucht,  über­  oder  unterschritten  haben  könnte.  Insofern  unterscheidet  sich  der  vorliegende  Fall  von BGE  130  I  241.  Im Übrigen  besteht,  wie  oben  (E.  1.1.)  ausgeführt,  kein  Raum  für  ein  Eingreifen  des  Bundesverwaltungsgerichts,  sofern  die  Vergabestelle  ihren  Ermessensspielraum wahrt (vgl. Art. 31 BöB). 6.7. Mit  ihrer  Offerte  haben  die  Beschwerdeführerinnen  die  zwingende  Stundenvorgabe  des  ASTRA  in  erheblichem  Masse  unterschritten  und  dadurch  die  Angebotsbedingungen  eigenmächtig  geändert.  Nach  der 

B­8061/2010 einleitend  dargestellten  Gerichtspraxis  ist  ihr  Ausschluss  vom  Vergabeverfahren daher nicht zu beanstanden. Die Beschwerdeführerinnen heben ihre Angebote zu den Losen […] und  […]  hervor,  die  ebenfalls  tiefere  als  die  vom  ASTRA  zwingend  vorgegebenen  Stundenzahlen  beinhalteten,  jedoch  nicht  vom  Vergabeverfahren ausgeschlossen worden seien. Eine (ausnahmsweise,  vgl.  BGE  132  II  510  E.  8.6  a.E.)  Gleichbehandlung  im  Unrecht  (siehe  dazu  BIAGGINI,  a.a.O.,  Art.  8  N.  14  f.),  wie  sie  sie  geltend  zu  machen  scheinen, fällt hier aber ausser Betracht, da dies auf eine juristisch nicht  verankerte Gleichbehandlung der Beschwerdeführerinnen mit sich selbst  hinausliefe  (vgl.  SCHWEIZER,  a.a.O.,  Art.  8  N.  42).  Anzeichen  für  eine  Ungleichbehandlung  im  Verhältnis  zu  den  übrigen  Offerenten  bestehen  demgegenüber  keine.  Abgesehen  davon  müsste  ein  Abweichen  der  Vergabestelle  von  den  in  der  Ausschreibung  bzw.  in  den  Ausschreibungsunterlagen  vorgegebenen  Bedingungen  auch  als  Verletzung  des  Transparenzprinzips  gewertet  werden  (siehe  dazu  oben  E. 6.1). 7.  7.1.  Die  Vergabestelle  erklärt  in  ihrer  Vernehmlassung,  die  Beschwerdeführerinnen hätten im Los 12 von den total geforderten 2710  Stunden nur 1930 Stunden offeriert, also 780 Stunden weniger, wodurch  sie die Ausschreibungsunterlagen bzw. –vorgaben abgeändert hätten. Mit  der  Abänderung  hätten  sie  letztlich  wissentlich  eine  Variante  zur  Ausschreibung gebildet. Somit hätten sie sich – wie sie selbst ausführten  – nicht  an  die  Vorgabe  der  Vergabestelle  gehalten  und  eine  eigene  Aufwandschätzung  vorgenommen,  ohne  die  Amtsvariante  ebenfalls  mit  ihrer Eingabe einzureichen. 7.2. Gemäss Art. 22a Abs. 1 VöB steht es den Anbietern frei, zusätzlich  zum  Gesamtangebot  Angebote  für  Varianten  einzureichen;  ausnahmsweise  kann  die  Auftraggeberin  diese  Möglichkeit  in  der  Ausschreibung  beschränken  oder  ausschliessen.  Nach  Art.  22a  Abs.  2  VöB gilt als Variante ein Angebot, mit welchem das Ziel der Beschaffung  auf  andere  Art  als  von  der  Auftraggeberin  vorgesehen  erreicht  werden  kann; nicht als Varianten gelten unterschiedliche Preisarten. Ziff. 2.8 der  Ausschreibung  für  Los  12  bestimmt,  dass  Varianten  nicht  zugelassen  werden.

B­8061/2010 7.3. Wie  sich  aus  der  zitierten  Verordnungsbestimmung  sowie  aus  der  vom  Bundesverwaltungsgericht  weitergeführten  Praxis  der  BRK  (BVGE  2007/13 E.  5.1 mit Hinweisen; Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts B­ 5084/2007 vom 28. Januar 2008 E. 2.1 mit Hinweisen und E. 2.5) ergibt,  hätten  die  Beschwerdeführerinnen,  soweit  sie  zulässigerweise  eine  Variante  einreichten,  der  Vergabestelle  auch  eine  dem  Amtsvorschlag  entsprechende  Grundofferte  mit  der  vorgegebenen  Stundenzahl  unterbreiten müssen, was sie allerdings nicht taten, weshalb ihr Angebot  auch  aus  diesem  Grund  vom  Vergabeverfahren  auszuschliessen  gewesen wäre. 8.  Zusammenfassend  lässt  sich  festhalten,  dass  das  ASTRA  nicht  gegen  Bundesrecht  verstossen  hat  (vgl.  Art.  49  VwVG),  weshalb  die  Beschwerde abzuweisen ist. 9.  Abschliessend  ist  noch  über  die  Verfahrenskosten  und  allfällige  Parteientschädigungen zu befinden. 9.1. Die  Gerichtsgebühr  bestimmt  sich  nach  Umfang  und  Schwierigkeit  der  Streitsache,  Art  der  Prozessführung  und  finanzieller  Lage  der  Parteien (Art. 63 Abs. 4bis VwVG; Art. 2 Abs. 1 des Reglementes über die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  vom  21.  Februar  2008,  VGKE,  SR  173.320.2).  Für  Streitigkeiten  mit  Vermögensinteresse  legt  Art.  4  VGKE  den  Gebührenrahmen  aufgrund  des  Streitwertes  fest.  Im  vorliegenden  Fall  ist  die  Gerichtsgebühr  aufgrund des Streitwertes unter Berücksichtigung der mit diesem Urteil zu  verlegenden  Kosten  für  den  Zwischenentscheid  vom  25.  Januar  2011  über  die  aufschiebende  Wirkung  bzw.  dessen,  dass  der  Vergabestelle  keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 2 VwVG), auf Fr.  2'500.­ festzusetzen. Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei  von  Amtes  wegen  oder  auf  Begehren  eine  Entschädigung  für  ihr  erwachsene  notwendige  und  verhältnismässig  hohe Kosten  zusprechen  (Art.  64  Abs.  1  VwVG).  Als  Bundesbehörde  hat  die  in  der  Hauptsache  obsiegende  Vergabestelle  jedoch  keinen  Anspruch  auf  Parteientschädigung (Art. 7 Abs. 3 VGKE).

B­8061/2010 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die Verfahrenskosten von Fr. 2'500.­ werden den Beschwerdeführerinnen  solidarisch  auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von Fr. 2'500.­ verrechnet. 3.  Parteientschädigungen werden keine zugesprochen. 4.  Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerinnen; – die Vergabestelle; – die Zuschlagsempfängerin (auszugsweise). Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Vera Marantelli Urs Küpfer Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

B­8061/2010 Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30  Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art.  82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005,  BGG,  SR  173.110),  wenn  der  geschätzte Wert  des  zu  vergebenden  Auftrags  den massgebenden  Schwellenwert  erreicht  und  sich  eine  Rechtsfrage  von  grundsätzlicher  Bedeutung stellt  (Art. 83  lit.  f Ziff. 1 und 2 BGG). Die Rechtsschrift  ist  in  einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 20. April 2011

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