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Bundesverwaltungsgericht 29.11.2011 B-8009/2010

29 novembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,047 mots·~10 min·3

Résumé

Berufsprüfung | Eidg. Staatsexamen 2010 für Ingenieur-Geometerinnen und -Geometer

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung II B­8009/2010 Urteil   v om   2 9 .   No v embe r   2011 Besetzung Richterin Eva Schneeberger (Vorsitz), Richter Ronald Flury, Richterin Vera Marantelli,    Gerichtsschreiber Michael Barnikol. Parteien A._______,  vertreten durch Rechtsanwalt Adrian Schmid, Haidlauf +  Schmid, Hauptstrasse 13, Postfach 907, 4153 Reinach BL, Beschwerdeführer,  gegen Eidgenössische Prüfungskommission für Ingenieur­ Geometerinnen und ­Geometer, c/o Bundesamt für  Landestopografie SWISSTOPO, Seftigenstrasse 264,  3084 Wabern,    Vorinstanz.  Gegenstand Staatsexamen für Ingenieur­Geometerinnen und ­Geometer.

B­8009/2010 Sachverhalt: A.  Im  August  2010  legte  der  Beschwerdeführer  das  Staatsexamen  für  Ingenieur­Geometerinnen  und  ­Geometer  im  Themenkreis  C  (Landmanagement) ab. Bereits  im Jahr 2009 hatte er an dieser Prüfung  teilgenommen,  sie  jedoch  nicht  bestanden.  Mit  Verfügung  vom  11.  Oktober  2010  teilte  ihm  die  Eidgenössische  Prüfungskommission  für  Ingenieur­Geometerinnen  und  ­Geometer  (Vorinstanz)  mit,  dass  er  die  Prüfung nicht bestanden habe. Die schriftliche Prüfung, welche aus einer  Hauptaufgabe  und  einer  schriftlichen  Kurzprüfung  bestand,  wurde  mit  "ungenügend"  (3,5)  bewertet.  Für  die  mündliche  Prüfung  erhielt  der  Beschwerdeführer ebenfalls die Note  "ungenügend". Dieser Prüfungsteil  macht ¼ der Gesamtnote aus. B.  Gegen diese Verfügung erhebt der Beschwerdeführer am 15. November  2010 Beschwerde vor dem Bundesverwaltungsgericht. Er beantragt,  die  angefochtene  Verfügung  sei  aufzuheben  und  er  sei  noch  einmal  kostenlos  zur  Staatsexamensprüfung  für  Ingenieur­Geometerinnen  und  ­Geometer im Themenkreis C zuzulassen. Weiterhin beantragt er Einsicht  in  "sämtliche  interne  Reglemente  und  Beschlüsse  zum  Thema  Durchführung  des  Staatsexamens",  insbesondere  in  das  "Merkblatt  2:  Durchführung  des  Staatsexamens:  Kommissionsbeschlüsse"  des  Geschäftsreglements  der  Vorinstanz.  Er  macht  die  Verletzung  von  Ausstandsbestimmungen  geltend.  Zwei  der  Examinatoren  hätten  ihn  bereits  im  Jahr  2009  bei  seiner  erfolglosen  ersten  Teilnahme  am  Staatsexamen  geprüft.  Einer  dieser  beiden  Examinatoren  sei  auch  während  der  Ausbildung  des  Beschwerdeführers  zum  Ingenieur  FH  an  der  Fachhochschule  Muttenz  dessen  Dozent  gewesen  und  habe  ihn  somit  gekannt.  Es  könne  nicht  ausgeschlossen  werden,  dass  sich  der  Examinator  –  wenn  auch  unbewusst  –  bereits  im  Vorfeld  ein  Bild  des  Beschwerdeführers  gemacht  habe,  welches  möglicherweise  geeignet  gewesen  sei,  die  Bewertung  von  dessen  Leistung  negativ  zu  beeinflussen.  Hierfür  spreche  auch,  dass  die  Examinatoren  in  der  Entscheidbegründung  zur  Prüfung  im  Jahr  2009  ausgeführt  hätten,  der  Beschwerdeführer  habe  eine  "plauderhafte"  Präsentation  abgeliefert.  Diese Formulierung impliziere, dass die Examinatoren ihn nicht als ernst  zu nehmend wahrgenommen hätten. Des Weiteren sei einer der beiden  Examinatoren  Verwaltungsratsmitglied  der  drei  stärksten  Konkurrenten  der Arbeitgeberin des Beschwerdeführers. Im Jahr 2004 hätten diese drei 

B­8009/2010 Unternehmen  eine  Beschwerde  gegen  eine  submissionsrechtliche  Vergabe  an  seine  Arbeitgeberin  eingereicht,  u.a.  mit  der  Begründung,  seine Arbeitgeberin verfüge nicht über genügend qualifiziertes Personal.  Den  Prüfungsanwärtern  sei  im  Vorfeld  nicht  bekannt  gegeben  worden,  wer  die  Prüfungen  abnehmen  werde.  Dies  habe  der  Beschwerdeführer  erst am Morgen des Prüfungsbeginns feststellen können. Es sei ihm nicht  zuzumuten gewesen, die Ausstandsgründe während der Prüfung geltend  zu machen. Ferner bemängelt  der Beschwerdeführer das Vorgehen der  Vorinstanz  anlässlich  einer  Akteneinsichtnahme  am  9. November  2010.  Auf  mehrfache  Nachfrage  hin  sei  ihm  mitgeteilt  worden,  dass  es  kein  Prüfungsreglement  im  eigentlichen  Sinn  gäbe,  die  Vorinstanz  aber  verschiedentlich  gewisse  Verfahrensregeln  beschlossen  habe.  Was  genau  beschlossen  worden  sei,  sei  dem  Beschwerdeführer  aber  nicht  mitgeteilt  worden.  Die  Bestimmungen  seien  ihm  weder  ausgehändigt  worden,  noch  habe  er  die  Möglichkeit  gehabt,  in  diese  Einsicht  zu  nehmen.  Aus  einem  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  sei  zu  entnehmen,  dass  ein  Merkblatt  existiere,  das  Prüfungsverfahrensregeln  enthalte. Da ihm der Inhalt dieses Merkblatts nicht bekannt sei, könne er  nicht  beurteilen,  ob  die  Prüfungen  reglementskonform  durchgeführt  worden seien. Deshalb seien sämtliche Reglemente und Beschlüsse mit  Bezug  zur  nicht  bestandenen  Prüfung  zum  Verfahren  beizuziehen  und  ihm zur Einsicht zuzustellen. Ferner rügt er, dass ihm vor Prüfungsbeginn  die Gewichtung der einzelnen Prüfungen nicht bekannt gegeben worden  sei.  In dem genannten Urteil des Bundesverwaltungsgerichts werde dies  als unzulässig beurteilt. C.   Mit Vernehmlassung vom 17. Januar 2011 beantragt die Vorinstanz, die  Beschwerde  sei  abzuweisen.  Zur  Begründung  führt  sie  an,  es  sei  zwar  zutreffend,  dass  der  Beschwerdeführer  in  beiden  Jahren  in  der  mündlichen Prüfung von den selben Experten befragt worden sei. Da die  Prüfungen in vier Themenkreisen und in den drei Landessprachen durch  fachlich genügend qualifizierte Experten abgenommen werden müssten,  sei  es  nicht  möglich,  für  Prüfungswiederholungen  neue  Expertenteams  zusammenzustellen.  Aus  diesem  Umstand  könne  aber  nicht  die  Schlussfolgerung  gezogen  werden,  dass  sich  der  betreffende  Prüfungsexperte  im Vorfeld der Prüfung ein Bild des Beschwerdeführers  gemacht habe, das geeignet sei, die Bewertung seiner Leistung negativ  zu  beeinflussen.  Auch  aus  der  Begründung  des  Entscheids  über  die  Prüfung des Jahres 2009, wonach die Kurzpräsentation als ungenügend  zu  bewerten  sei,  da  "die  Präsentation  plauderhaft  und  nicht 

B­8009/2010 adressatengerecht"  gewesen sei,  könne keine Voreingenommenheit  der  Examinatoren  abgeleitet  werden.  Diese  Beurteilung  sei  nicht  auf  die  Person  des  Beschwerdeführers,  sondern  auf  die  Art  seines  Vortrags  gerichtet. Der Umstand, dass ein Prüfungsexperte seit Jahren in drei von  fünf  im  Kanton  Basel­Landschaft  bestehenden  Geometerbüros  im  Verwaltungsrat  tätig  sei,  begründe  ebenfalls  keinen  Anschein  der  Befangenheit. Da der Beschwerdeführer erst  seit  Januar 2010  für  seine  derzeitige  Arbeitgeberin  tätig  sei,  könne  er  mit  dem  Beschwerdeverfahren, das die drei Konkurrenzunternehmen gegen sie in  den Jahren 2004 und 2005 geführt hätten, nicht  in Verbindung gebracht  werden.  Es  treffe  auch  nicht  zu,  dass  der  Beschwerdeführer  vor  der  Prüfung nicht über die Gewichtung der einzelnen Prüfungsteile informiert  worden sei. Der Prüfungsleiter habe zu Beginn seiner Erläuterungen zur  Prüfung eine Folie aufgelegt, auf der die Gewichtung aufgeführt gewesen  sei. D.  Nach Einsicht in die Vernehmlassung und deren Beilagen,  insbesondere  auch  in  das  Merkblatt  2  zum  Geschäftsreglement  der  Vorinstanz  (Durchführung  des  Staatsexamens;  Kommissionsbeschlüsse)  hält  der  Beschwerdeführer  mit  Replik  vom  25.  Februar  2011  an  seinen  Rechtsbegehren  fest.  Aufgrund  der  in  diesem  Merkblatt  vorgesehenen  Verfahrensvorschriften  hätten  bei  der  Prüfung  von  Repetenten  mindestens  zwei  Examinatoren  und  ein  zusätzlicher  Experte,  der  als  Zuhörer  an  der  Prüfung  teilnehme,  anwesend  zu  sein.  Bei  seiner  mündlichen  Prüfung  seien  jedoch  nur  zwei  Examinatoren  zugegen  gewesen.  Weder  ein  dritter  Experte,  noch  der  Präsident  oder  ein  Delegierter  hätten  an  der  Prüfung  teilgenommen.  Darin  sei  eine  Verletzung verbindlicher Prüfungsverfahrensregelungen zu erblicken. Des  Weiteren  sei  es  unzulässig,  wenn  die  Gewichtung  der  Prüfungen  erst  unmittelbar  am  Tag  des  Prüfungsbeginns  mitgeteilt  werde,  da  dies  zur  Folge  habe,  dass  diese  Informationen  im  Rahmen  der  Prüfungsvorbereitung,  wo  sie  wichtig  wären,  nicht  mehr  berücksichtigt  werden könnten. E.  Mit  Duplik  vom  11.  März  2011  bestätigt  die  Vorinstanz,  dass  die  mündliche Prüfung des Beschwerdeführers  im Themenkreis C von zwei  Experten  abgenommen wurde  und  keine  dritte  Person  dabei  anwesend  gewesen  sei.  Sie  sieht  darin  jedoch  keinen Grund,  auf  ihren  Entscheid 

B­8009/2010 zurückzukommen. Im Übrigen hält sie an ihrem Vorbringen vollumfänglich  fest. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  Der Entscheid der Vorinstanz vom 11. Oktober 2010 stellt eine Verfügung  im  Sinne  von  Art.  5  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  über  das  Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) dar.  Nach Art. 31 und 33 Bst. f des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005 (VGG, SR 173.32) i.V.m. Art. 5 und 44 VwVG können Verfügungen  der  Vorinstanz  mit  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht  angefochten  werden.  Der  Beschwerdeführer  ist  als  Adressat  der  angefochtenen  Verfügung  durch  diese  berührt  und  hat  somit  ein  schutzwürdiges Interesse an ihrer Aufhebung oder Änderung. Er ist daher  zur  Beschwerdeführung  legitimiert  (Art.  48  Abs.  1  VwVG).  Eingabefrist  und  ­form  sind  gewahrt  (Art.  50  und  52  Abs.  1  VwVG),  der  Kostenvorschuss wurde  fristgemäss bezahlt  (Art.  63 Abs. 4 VwVG) und  es  liegt eine  rechtsgültige Vollmacht des Rechtsvertreters vor. Auch die  übrigen Sachurteilsvoraussetzungen  sind  erfüllt.  Auf  die Beschwerde  ist  daher einzutreten. 2.  Zur selbständigen Ausführung von Arbeiten der amtlichen Vermessung ist  berechtigt,  wer  das  eidgenössische  Staatsexamen  für  Ingenieur­ Geometerinnen  und  Ingenieur­Geometer  (nachfolgend:  Staatsexamen)  erfolgreich bestanden hat und  im Register der  Ingenieur­Geometerinnen  und  Ingenieur­Geometer  eingetragen  ist  (Art.  41  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  über  Geoinformation  vom  5.Oktober  2007  [Geoinformationsgesetz,  GeoIG,  SR  510.62]).  Eine  aus  Vertreterinnen  und  Vertretern  des  Bundes,  der  Kantone  und  der  Berufsorganisationen  zusammengesetzte Behörde des Bundes  führt das Staatsexamen durch  (Art.  42  Abs.  2  GeoIG).  Gestützt  auf  Art.  29  Abs.  3  Bst.  b  und  c  sowie  Art.  41  Abs.  3  GeoIG  enthält  die  Verordnung  über  die  Ingenieur­Geometerinnen  und  Ingenieur­Geometer  vom  21.  Mai  2008  (Geometerverordnung,  GeomV,  SR 211.432.261) Vorschriften über die Zulassung und die Durchführung  des  Staatsexamens  für  Ingenieur­Geometerinnen  und  Ingenieur­

B­8009/2010 Geometer  (Art.  2  ff.  und  9  ff.  GeomV).  Das  Staatsexamen  ist  eine  anwendungsorientierte  Prüfung  in  den  Themenkreisen  amtliche  Vermessung,  Geomatik,  Landmanagement  und  Unternehmensführung  (Art. 9 Abs. 1 GeomV). Die Mitglieder der Geometerkommission sowie die  beigezogenen  Expertinnen  und  Experten  stellen  für  jeden  Themenkreis  fest,  ob die Prüfung bestanden oder nicht bestanden  ist  (Art.  13 Abs. 1  GeomV).  Das  Staatsexamen  gilt  als  bestanden,  wenn  die  Prüfung  in  jedem der vier Themenkreise bestanden ist (Art. 13 Abs. 2 GeomV). Das  Staatsexamen kann einmal wiederholt werden, wobei nur Themenkreise  wiederholt geprüft werden, die nicht bestanden wurden (Art. 15 GeomV). 3.  Nach Art. 49 VwVG kann mit der Verwaltungsbeschwerde die Verletzung  von Bundesrecht, einschliesslich die Überschreitung oder der Missbrauch  des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhaltes  sowie  die  Unangemessenheit  der  angefochtenen Verfügung gerügt werden. Wie der Bundesrat (VPB 62.62  E. 3, 56.16 E. 2.1) und das Bundesgericht (BGE 131 I 467 E. 3.1, 121 I  225  E. 4b,  118  Ia  488  E.  4c,  106  Ia  1  E.  3c)  auferlegt  sich  auch  das  Bundesverwaltungsgericht  bei  der  Überprüfung  von  Examensleistungen  selbst bei Vorliegen eigener Fachkenntnisse Zurückhaltung,  indem es  in  Fragen,  die  seitens  der  Verwaltungsbehörden  naturgemäss  schwer  überprüfbar sind, nicht ohne Not von der Beurteilung der erstinstanzlichen  Prüfungsorgane  und  Experten  abweicht.  Dies  erfolgt,  weil  der  Rechtsmittelbehörde  zumeist  nicht  alle  massgebenden  Faktoren  der  Bewertung bekannt sind und es ihr in der Regel nicht möglich ist, sich ein  zuverlässiges  Bild  über  die  Gesamtheit  der  Leistungen  des  Beschwerdeführers  in  der  Prüfung  und  der  Leistungen  der  übrigen  Kandidaten zu machen. Überdies haben Prüfungen häufig Spezialgebiete  zum Gegenstand,  in denen die Rechtsmittelbehörde über keine eigenen  Fachkenntnisse  verfügt.  Eine  freie  und  umfassende  Überprüfung  der  Examensbewertung würde zudem die Gefahr von Ungerechtigkeiten und  Ungleichheiten  gegenüber  anderen  Kandidaten  in  sich  bergen.  Diese  Zurückhaltung  rechtfertigt  sich  allerdings  nur  bei  der  Bewertung  von  fachlichen  Prüfungsleistungen.  Sind  demgegenüber  die  Auslegung  und  Anwendung  von  Rechtsvorschriften  streitig  oder  werden  Verfahrensmängel im Prüfungsablauf gerügt, hat die Rechtsmittelbehörde  die  erhobenen  Einwendungen mit  uneingeschränkter  Prüfungsdichte  zu  prüfen. Andernfalls würde sie eine formelle Rechtsverweigerung begehen  (BVGE 2007/6 E. 3).

B­8009/2010 4.  Der  Beschwerdeführer  macht  vorliegend  allein  das  Vorliegen  von  Verfahrensmängeln  im  Prüfungsablauf  des  Themenkreises  C  geltend.  Konkret  rügt  er  die  Verletzung  von  Ausstandsbestimmungen  durch  die  Examinatoren  der  mündlichen  Prüfung,  die  Abwesenheit  eines  dritten  Experten  bei  dieser  Prüfung  und,  dass  die  Gewichtung  der  einzelnen  Prüfungsteile nicht rechtzeitig bekannt gegeben worden sei. 4.1.  Mängel  im  Prüfungsablauf  stellen  grundsätzlich  nur  dann  einen  rechtserheblichen Verfahrensmangel dar, wenn sie das Prüfungsergebnis  eines  Kandidaten  in  kausaler Weise  entscheidend  beeinflussen  können  oder  beeinflusst  haben  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­6256/2009  vom  14.  Juni  2010  E.  5.1).  Bei  Bestimmungen  über  die  Zusammensetzung  eines  Prüfungsgremiums  handelt  es  sich  indessen  um  wichtige  Verfahrensregeln,  die  im  Hinblick  auf  die  prozedurale  Rechtssicherheit  streng  zu  befolgen  sind  und  deren  Verletzung  einen  besonders  schwerwiegenden  Verfahrensfehler  begründet.  Im  Zusammenhang  mit  der  Rüge  derartiger  Mängel  muss  eine  kausale  Auswirkung  auf  das  Prüfungsergebnis  daher  nicht  konkret  dargetan  werden  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  2P.26/2003  vom  1.  September  2003 E. 3.4). 4.2.  Nach  ständiger  Praxis  des  Bundesgerichts,  des  Bundesverwaltungsgerichts  sowie  seiner  Vorgängerorganisation,  der  Rekurskommission  des  Eidgenössischen  Volkswirtschaftsdepartements,  sind  behauptete Mängel  im  Prüfungsablauf,  soweit möglich,  sofort,  d.h.  unmittelbar  nach Kenntnisnahme geltend  zu machen. Ansonsten  ist  der  Anspruch  auf  deren  Anrufung  verwirkt  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  2D_7/2011  vom  19.  Mai  2011  E.  4.6;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­2204/2006  vom  28. März  2007  E.  7,  mit  Hinweisen).  Es  kann  rechtsmissbräuchlich  sein  und  gegen  den  allgemeinen  Verfassungsgrundsatz  des  Handelns  nach  Treu  und  Glauben  verstossen,  wenn  ein  Verfahrensfehler  nicht  unverzüglich  vorgebracht  wird,  nachdem  die  betreffende  Person  von  ihm  Kenntnis  erlangt hat. 4.3. Gestützt  auf  die  Kompetenz  zur  Durchführung  des  Staatsexamens  (vgl. Art. 42 Abs. 2 GeoIG und Art. 10 GeomV) hat die Vorinstanz zwar  kein  formelles  Prüfungsreglement,  wohl  aber  das  "Merkblatt  2:  Durchführung  des  Staatsexamens:  Kommissionsbeschlüsse"  (nachfolgend:  Merkblatt  2)  erlassen  und  in  den  Anhang  ihres  http://links.weblaw.ch/BVGer-B-2204/2006

B­8009/2010 Geschäftsreglements  vom  1. September  2010  aufgenommen.  Dieses  Merkblatt  ist  kein  allgemeinverbindlicher  Erlass,  sondern  lediglich  eine  interne Verwaltungsverordnung ohne direkte Aussenwirkung.  Verwaltungsverordnungen  sollen  eine  einheitliche,  gleichmässige  und  sachrichtige  Praxis  des  Gesetzesvollzugs  insbesondere  im  Ermessensbereich  sicherstellen  (vgl.  BGE  128  I  167  E.  4.3,  mit  Hinweisen).  Als  solche  sind  sie  für  die  als  eigentliche  Adressaten  figurierenden  Verwaltungsbehörden  verbindlich,  wenn  sie  nicht  klarerweise  einen  verfassungs­  oder  gesetzeswidrigen  Inhalt  aufweisen  (MICHAEL BEUSCH,  in:  Martin  Zweifel/Peter  Athanas  [Hrsg.],  Kommentar  zum Schweizerischen Steuerrecht, Teil  I/Bd. 2b, Bundesgesetz über die  direkte Bundessteuer  [DBG], 2. Aufl., Basel 2008, Rz. 15  ff. zu Art. 102  DBG);  nicht  verbindlich  sind  sie  dagegen  für  die  Justizbehörden.  Die  Gerichtsbehörden  sollen  Verwaltungsverordnungen  bei  ihrer  Entscheidung  allerdings  mitberücksichtigen,  sofern  diese  eine  dem  Einzelfall  angepasste  und  gerecht  werdende  Auslegung  der  anwendbaren  gesetzlichen  Bestimmungen  zulassen.  Entsprechend  ist  festzuhalten, dass Verwaltungsverordnungen – wie namentlich auch das  im  vorliegenden  Fall  erlassene  Merkblatt  –  nicht  als  verbindliche  Rechtssätze und damit nicht als Bundesrecht im Sinne von Art. 49 Bst. a  VwVG gelten. Hält sich eine Verwaltungsbehörde hingegen  im Einzelfall  zu  Ungunsten  eines  Beschwerdeführers  nicht  an  eine  derartige  Verwaltungsverordnung,  so  liegt  darin  in  der Regel  ein  Verstoss  gegen  eine konstante Praxis und damit ein Verstoss gegen den Grundsatz der  rechtsgleichen Behandlung (vgl. dazu anstatt vieler: BEUSCH, a.a.O., Rz.  15  ff.  zu Art.  102 DBG; ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  6. Aufl.,  Zürich/St.  Gallen/Basel/Genf.  2010, Rz. 507 ff.). Auch wenn das Merkblatt 2 kein eigentliches Prüfungsreglement darstellt,  kann  ein  Verstoss  der  Vorinstanz  gegen  Bestimmungen  dieses  Merkblatts  daher  einen  Verfahrensfehler  darstellen  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts B­6871/2009 vom 16. Juli 2010). 4.4. Gemäss den Bestimmungen des Merkblatts sind an den mündlichen  Prüfungen  mindestens  zwei  Examinatoren  oder  Examinatorinnen  anwesend  (Abschnitt 5 S. 1 des Merkblatts). Abschnitt 4 des Merkblatts  lautet: "Bei mündlichen Prüfungen von Repetent/innen  ist ein zusätzlicher Experte  resp. eine zusätzliche Expertin im Hintergrund als Zuhörer/in anwesend. Dies  http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=3&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=verwaltungsverordnung&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F128-I-167%3Ade&number_of_ranks=0#page167 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=3&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=verwaltungsverordnung&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F128-I-167%3Ade&number_of_ranks=0#page167 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=3&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=verwaltungsverordnung&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F128-I-167%3Ade&number_of_ranks=0#page167 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=3&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=verwaltungsverordnung&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F128-I-167%3Ade&number_of_ranks=0#page167 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=3&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=verwaltungsverordnung&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F128-I-167%3Ade&number_of_ranks=0#page167 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=3&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=verwaltungsverordnung&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F128-I-167%3Ade&number_of_ranks=0#page167 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=3&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=verwaltungsverordnung&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F128-I-167%3Ade&number_of_ranks=0#page167

B­8009/2010 ist  eine  zusätzliche  Gewährleistung  einer  unabhängigen,  fairen  Prüfungsführung.  Der  resp.  die  Kandidat/in  ist  zu  Beginn  der  mündlichen  Prüfung zu informieren. […]" 4.5. In sachverhaltlicher Hinsicht ist unbestritten, dass bei der mündlichen  Prüfung  im  Themenkreis  Landmanagement  kein  dritter  Experte  als  Zuhörer anwesend war, obwohl der Beschwerdeführer diese Prüfung als  Repetent ablegte.  4.6.  Somit  liegt  ein  klarer  Verstoss  gegen  diese  Bestimmung  des  Merkblatts 2 und damit ein Fehler im Prüfungsablauf vor. Dass der dritte  Prüfungsexperte  lediglich  die  Funktion  eines  Zuhörers  gehabt  hätte,  vermag  daran  nichts  zu  ändern.  Bei  der  Festlegung  der  Prüfungsbedingungen  ist  die  Chancengleichheit  aller  Kandidaten  zu  gewährleisten.  Die  Anwesenheit  eines  dritten  Experten  bezweckt,  eine  faire  und  unabhängige  Prüfungsführung  in  besonderem  Mass  sicherzustellen, wie auch das Merkblatt selbst ausdrücklich feststellt. Die  Chancengleichheit aller Repetenten wäre nicht gegeben, wenn in einigen  Prüfungsverfahren solche besonderen Vorkehrungen getroffen würden, in  anderen Verfahren  jedoch nicht. Die Nichteinhaltung dieser Bestimmung  stellt  daher  einen  Verstoss  gegen  den  Grundsatz  der  rechtsgleichen  Behandlung und somit einen relevanten Verfahrensfehler dar.  4.7. Der Beschwerdeführer hat von den Bestimmungen des Merkblattes 2  erst Kenntnis erlangt, nachdem ihm die Beilagen zur Vernehmlassung am  19. Januar 2011 zugesandt wurden. Seine Rüge, das Prüfungsgremium  sei  in  reglementswidriger Weise  unterbesetzt  gewesen,  erscheint  daher  nicht als verspätet, obwohl er sie erstmals in seiner Replik erhoben hat.  5.  Verfahrensfehler  im  Prüfungsablauf  können  nur  dazu  führen,  dass  ein  Beschwerdeführer den betroffenen Prüfungsteil gebührenfrei wiederholen  darf, nicht aber zur Erteilung des Prüfungsausweises. Der Grund hierfür  besteht  darin,  dass  für  die  Erteilung  eines  Diploms  in  jedem  Fall  ein  gültiges und genügendes Prüfungsresultat Voraussetzung ist. Es besteht  ein  gewichtiges  öffentliches  Interesse  daran,  dass  nur  Kandidaten  den  entsprechenden Ausweis erhalten, welche den damit verbundenen hohen  Erwartungen auch nachgewiesenermassen entsprechen. Nach ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner  Vorgängerorganisationen  ist  deshalb  ein  gültiges  und  nachweislich  genügendes  Prüfungsresultat  grundsätzliche  Voraussetzung  für  die  Erteilung  eines Prüfungsausweises.  Liegt wegen Verfahrensfehlern  kein 

B­8009/2010 gültiges  Prüfungsergebnis  vor,  so  ist  diese  Voraussetzung  nicht  erfüllt  und  es  bleibt  in  der  Regel  keine  andere  Lösung,  als  die  betreffende  Prüfung durch den Betroffenen wiederholen zu lassen (BVGE 2010/21 E.  8.1). Beantragt  ein  Beschwerdeführer  –  wie  im  vorliegenden  Fall  –  lediglich  eine  kostenlose  Wiederholung  eines  Prüfungsteils,  so  spielt  es  daher  rechtlich  keine Rolle,  ob  sich  von  seinen Rügen nur  eine oder mehrere  als begründet erweisen.  In Anbetracht der Ausführungen der Vorinstanz erscheint es indessen als  wahrscheinlich,  dass  sich  die  gleichen  Fragen,  welche  Gegenstand  dieser Rügen sind, anlässlich der Wiederholung der mündlichen Prüfung  im  Themenkreis  C  erneut  stellen  werden.  Aus  Gründen  der  Prozessökonomie rechtfertigt es sich daher, auch darauf – wenn auch nur  obiter dictu – kurz einzugehen: 5.1.  Keine  Befangenheit  liegt  bei  Examinatoren  vor,  die  einen  Examenskandidaten nach einem Misserfolg zum zweiten Mal prüfen (vgl.  BGE 121 I 225 E. 3; VPB 68.122 E. 3b/cc). Allein der Umstand, dass der  Beschwerdeführer  von  den  selben  Experten  wiederholt  geprüft  wurde,  begründet daher noch nicht den Anschein der Befangenheit. 5.2. Negative Äusserungen, die sich gegen eine Verfahrenspartei richten,  können  unter  Umständen  den  Anschein  der  Befangenheit  begründen  (z.B.  BGE  127  I  196  E.  2d/e;  Urteile  des  Bundesgerichts  1P.273/2000  vom 19. Juli 2000 E. 2; 1P.208/2001 vom 16. Juli 2001 E. 3b).  Im  vorliegenden  Fall  hatten  die  Examinatoren  anlässlich  der  nicht  bestandenen Prüfung des Jahres 2009 ausgeführt, die Präsentation des  Beschwerdeführers sei "plauderhaft" gewesen. Diese Wertung bezog sich  nicht  auf  die  Person  des  Beschwerdeführers,  sondern  auf  seine  Prüfungsleistung.  Die  Formulierung  ist  nicht  an  sich  unsachlich  oder  ehrverletzend.  Je  nach  Prüfungsleistung  kann  eine  derartige  Beschreibung  durchaus  Teil  einer  unvoreingenommenen  und  fachlich  nachvollziehbaren  Begründung  der  Bewertung  sein.  Die  Verwendung  einer  derartigen  Formulierung  an  sich  ist  daher  nicht  geeignet,  den  betreffenden Prüfungsexaminator als befangen erscheinen zu lassen. 5.3. Der Beschwerdeführer rügt weiter, einer der beiden Examinatoren sei  Verwaltungsratsmitglied  der  drei  stärksten  Konkurrenten  der  Arbeitgeberin des Beschwerdeführers. 

B­8009/2010 Wie bereits dargelegt, müssen Verfahrensfehler unverzüglich vorgebracht  werden, nachdem die betreffende Person von ihnen Kenntnis erlangt hat  (vgl.  E.  4.2).  Auf  die  Ausstandspflicht  eines  Examinators  hätte  sich  der  Beschwerdeführer  ab  dem  Zeitpunkt  berufen  können,  in  dem  ihm  die  Besetzung der Prüfungskommission bekannt gemacht wurde. Zwar kann  von  einem  Kandidaten  nicht  erwartet  werden,  dass  er  unmittelbar  zu  Beginn  einer  mündlichen  Prüfung  Einspruch  gegen  die  anwesenden  Examinatoren erhebt oder sonstige Verfahrensmängel geltend macht, da  er in diesem Fall zumindest subjektiv befürchten müsste, er werde in der  Folge  bei  der Prüfung  einen Nachteil  zu  erleiden  haben  (vgl. Urteil  des  Bundesgerichts  2P.26/2003  vom  1.  September  2003  E.  3.4).  Auch  in  einem derartigen Fall  sind Verfahrensmängel  indessen unmittelbar nach  der  mündlichen  Prüfung  und  nicht  erst  nach  Erhalt  der  negativen  Prüfungsresultate  zu  rügen  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  2D_7/2011  vom 19. Mai 2011 E. 5.4 f).  Wirtschaftliche  Interessen  im  Rahmen  eines  Konkurrenzverhältnisses  können den Anschein der Befangenheit wecken, sofern objektive Gründe  auf  eine  gewisse  Intensität  hindeuten  (BGE  119 V  456 E.  5c;  STEPHAN  BREITENMOSER/MARION  SPORI  FEDAIL,  in:  Bernhard  Waldmann/Philippe  Weissenberger  [Hrsg.],  VwVG  Praxiskommentar,  Zürich/Basel/Genf  2009,  Art.  10  Rz.  82).  Aus  dem  unbestrittenen  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  ergibt  sich,  dass  der  relevante  Markt  für  Geometer  sich  im  Wesentlichen  auf  den  jeweiligen  Kanton  beschränkt.  Es  kann  daher  davon  ausgegangen  werden,  dass  im  Kanton  Basel­Landschaft  zwischen  den  Unternehmen,  bei  denen  der  Examinator  B._______  Organstellung  hat,  und  der  Arbeitgeberin  des  Beschwerdeführers  eine  erhebliche Konkurrenzsituation besteht.  Sollte  der  Beschwerdeführer  bei  der  Wiederholung  der  in  Frage  stehenden  Prüfung  erneut  –  und  diesmal  rechtzeitig  –  entsprechende  Rügen  vorbringen,  so  hätte  die  Vorinstanz  konkret  zu  prüfen,  ob  diese  Konkurrenzsituation  derart  ausgeprägt  ist,  dass  der  Examinator  B._______  im  Fall  des  Beschwerdeführers  als  befangen  angesehen  werden  und  in  den  Ausstand  treten  müsste.  Die  im  vorliegenden  Beschwerdeverfahren angeführten Gründe der Arbeitsökonomie und der  Wirtschaftlichkeit sind in diesem Zusammenhang dagegen nicht relevant.  5.4. Was die Rüge des Beschwerdeführers,  ihm sei die Gewichtung der  Einzelprüfungen  zu  spät  bekanntgegeben  worden,  betrifft,  ist  diese  offensichtlich  unbegründet.  Gemäss  dem  eindeutigen  Wortlaut  des 

B­8009/2010 Merkblatts  muss  die  Gewichtung  "zu  Beginn  jeder  Prüfung  eines  Themenkreises resp. eines Tages" bekanntgegeben werden (Merkblatt 2,  1.  Abschnitt).  Da  dies  unstreitig  erfolgt  ist,  liegt  insofern  kein  Verstoss  gegen das Reglement vor.  Der Beschwerdeführer macht zwar geltend, es sei unzulässig, wenn die  Gewichtung der Prüfungen erst unmittelbar am Tag des Prüfungsbeginns  mitgeteilt würden,  da dies  zur Folge habe,  dass diese  Informationen  im  Rahmen  der  Prüfungsvorbereitung,  wo  sie  wichtig  wären,  nicht  mehr  berücksichtigt werden könnten. Diesbezüglich  ist  indessen  festzustellen,  dass der Beschwerdeführer nicht geltend macht, er habe sich im Vorfeld  der  Prüfung  vergeblich  darum  bemüht,  von  der  Prüfungskommission  diesbezügliche Informationen zu erhalten, und diese seien ihm verweigert  worden.  Selbst  wenn  diese  Rüge  begründet  wäre,  wäre  sie  daher  offensichtlich verspätet. 5.5.    Weitere  Rügen  –  insbesondere  im  Hinblick  auf  die  schriftliche  Prüfung  des  Themenkreises  C  –  hat  der  Beschwerdeführer  nicht  substantiiert geltend gemacht. 6.  Soweit die mündliche Prüfung des Themenkreises C betreffend, erweist  sich die Beschwerde somit als begründet. Der angefochtene Entscheid ist  daher aufzuheben und die Sache  ist an die Vorinstanz zurückzuweisen,  damit  sie  dem  Beschwerdeführer  Gelegenheit  gebe,  die  mündliche  Prüfung  im  Themenkreis  C,  Landmanagement,  kostenlos  und  unter  korrekten  Prüfungsbedingungen  erneut  abzulegen,  und  anschliessend  erneut  über  Bestehen  oder  Nichtbestehen  des  Staatsexamens  für  Ingenieur­Geometerinnen und ­Geometer entscheide. 7.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  gilt  der  Beschwerdeführer  als  teilweise obsiegende Partei. Die Verfahrenskosten sind in der Regel von  der  unterliegenden  Partei  zu  tragen  (Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Keine  Verfahrenskosten werden Vorinstanzen auferlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG).  Somit  sind  reduzierte  Verfahrenskosten  in  der  Höhe  von  Fr.  400.­  zu  erheben.  Diese  sind  mit  dem  vom  Beschwerdeführer  geleistete  Kostenvorschuss von Fr. 1'000.­ zu verrechnen. Der Restbetrag von Fr.  600.­ ist ihm zurückzuerstatten.

B­8009/2010 8.  Die Beschwerdeinstanz kann der teilweise obsiegenden Partei von Amtes  wegen oder  auf Begehren  eine Parteientschädigung  für  ihr  erwachsene  notwendige  und  verhältnismässig  hohe  Kosten  zusprechen  (Art.  64  Abs. 1  VwVG  und  Art.  7  Abs.  2  des  Reglements  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  vom  21.  Februar  2008  [VGKE,  SR  173.320.2]).  Die  Parteientschädigung  umfasst  die  Kosten  der Vertretung  sowie  allfällige weitere  notwendige Auslagen  der  Partei  (Art. 8 VGKE). Der  teilweise obsiegende Beschwerdeführer  ist  im  vorliegenden  Verfahren  anwaltlich  vertreten.  Ihm  ist  daher  eine  entsprechend  reduzierte  Parteientschädigung  zuzusprechen.  Da  der  Rechtsvertreter  keine  Kostennote  eingereicht  hat,  ist  die  Parteientschädigung  aufgrund  der  Akten  festzusetzen  (Art.  14  Abs.  2  Satz 2 VGKE). Eine reduzierte Parteientschädigung  in der Höhe von Fr.  2'000.­ (inkl. MWST und Auslagen) erscheint als angemessen. 9.  Dieses  Urteil  kann  nicht  mit  Beschwerde  an  das  Bundesgericht  weitergezogen werden  (Art.  83  Bst.  t  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Es ist somit endgültig.

B­8009/2010 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die  Beschwerde  wird  teilweise  gutgeheissen.  Die  Verfügung  der  Vorinstanz  vom 11. Oktober  2010 wird  aufgehoben  und  die Streitsache  wird  an  die  Vorinstanz  zurückgewiesen  mit  der  Weisung,  dem  Beschwerdeführer  die  Möglichkeit  zu  geben,  die  mündliche  Prüfung  im  Themenkreis  C,  Landmanagement,  erneut,  unter  korrekten  Prüfungsbedingungen  und  kostenlos  abzulegen  und  anschliessend  erneut  über  das  Bestehen  oder  Nichtbestehen  des  Staatsexamens  für  Ingenieur­Geometerinnen und ­Geometer zu entscheiden. 2.  Dem Beschwerdeführer werden reduzierte Verfahrenskosten in der Höhe  von  Fr.  400.­  auferlegt  und  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von  Fr. 1'000.­  verrechnet.  Der  Restbetrag  von  Fr.  600.­  wird  dem  Beschwerdeführer  nach Eintritt  der Rechtskraft  des  vorliegenden Urteils  zurückerstattet. 3.  Dem  Beschwerdeführer  wird  eine  reduzierte  Parteientschädigung  von  Fr. 2'000.­ zu Lasten der Vorinstanz zugesprochen. 4.  Dieses Urteil geht an: – den  Beschwerdeführer  (Einschreiben;  Beilage:  Rückerstattungs­ formular; Beschwerdebeilagen zurück) – die Vorinstanz (Ref­Nr. […]; Einschreiben; Vorakten zurück) Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Eva Schneeberger Michael Barnikol Versand: 1. Dezember 2011

B-8009/2010 — Bundesverwaltungsgericht 29.11.2011 B-8009/2010 — Swissrulings