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Bundesverwaltungsgericht 28.12.2011 B-790/2011

28 décembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,585 mots·~13 min·3

Résumé

Direktzahlungen und Ökobeiträge | Sömmerungsbeiträge / Anerkennung von Dauergrünfläche

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung II B­790/2011 Urteil   v om   2 8 .   D e z embe r   2011   Besetzung Richterin Eva Schneeberger (Vorsitz), Richter Claude Morvant, Richterin Vera Marantelli,    Gerichtsschreiberin Beatrice Grubenmann. Parteien A._______  vertreten durch Rechtsanwalt Andreas Wasserfallen,  Länggassstrasse 7, 3001 Bern, Beschwerdeführer,  gegen Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Bern,  Münsterplatz 3a, 3011 Bern,    Vorinstanz,  Amt für Landwirtschaft und Natur des Kantons Bern,  Molkereistrasse 25, 3052 Zollikofen,    Erstinstanz.  Gegenstand Sömmerungsbeiträge / Anerkennung von Dauergrünfläche.

B­790/2011 Sachverhalt: A.  A._______  (Beschwerdeführer)  ist  Eigentümer  und  Bewirtschafter  des  Betriebs  M._______  in  der  Gemeinde  F._______,  auf  dem  er  hauptsächlich Milchwirtschaft  betreibt. Die  landwirtschaftliche Nutzfläche  umfasst  Grundstücke  in  unmittelbarer  Nähe  des  Betriebszentrums  und  eine  rund  1 km  vom  Betriebszentrum  entfernt  liegende  Weidefläche.  Weiter  bewirtschaftet  der  Beschwerdeführer  das  rund  1,5  km  vom  Betriebszentrum  entfernt  liegende  Grundstück  F._______  Gbbl.­Nr.  […]  (G._______weid),  welches  in  zwei  Parzellen  aufgeteilt  ist  (Teilgrundstücke Gbbl.­Nr. […].1 und Nr. […].2).  A.a  Im  Rahmen  der  Agrardatenerhebung  2010  stellte  der  Beschwerdeführer  am 30. April  2010 den Antrag,  es  seien die  auf  dem  Grundstück  F._______  Nr.  [...].1  (G._______weid)  gelegenen,  zur  landwirtschaftlichen  Nutzfläche  (Dauergrünfläche)  gehörenden  Heuwiesen  der  nächstliegenden  landwirtschaftlichen  Zone  zuzuordnen  und  bei  der  Berechnung  des  durchschnittlichen  Beitragsansatzes  einzubeziehen.  Die  agrarpolitischen  Massnahmen  2010  seien  entsprechend  auszugestalten.  Die  Heuwiesen  auf  diesem  Grundstück  würden seit jeher gemäht und das Heu für die Winterfütterung verwendet.  Es würden zwischen 3,5 und 4 ha der G._______weide gemäht. Es sei  ein Augenschein vorzunehmen, um diese Flächen zu begutachten.  A.b  Mit  Verfügung  vom  19.  Mai  2010  hielt  die  Erstinstanz  fest,  das  Teilgrundstück  Nr.  [...].1  (G._______weid)  liege  nicht  im  Berggebiet,  sondern  gemäss  dem  landwirtschaftlichen  Produktionskataster  des  Bundesamtes  für  Landwirtschaft  im  Sömmerungsgebiet  (Zone  61).  Die  Ausscheidung des Sömmerungsgebietes in der Gemeinde F._______ sei  abgeschlossen  und  somit  rechtskräftig.  Als  Heuwiesen  im  Sömmerungsgebiet,  die  als  landwirtschaftliche  Nutzfläche  (LN)  zu  qualifizieren  seien,  würden  118  Aren  anerkannt.  Dieser  Entscheid  trete  rückwirkend auf den 1. Januar 2010 in Kraft.  A.c Mit Einsprache vom 18. Juni 2010 beantragte der Beschwerdeführer  im  Hauptbegehren,  es  seien  in  Bezug  auf  das  Grundstück  Nr.  [...].1  (G._______weid)  neben  den  118  Aren,  die  als  Dauergrünfläche  und  damit  als  landwirtschaftliche  Nutzfläche  anerkannt  worden  waren,  auch  die  restlichen  754.5 Aren Weide­  und Wiesland  der  landwirtschaftlichen  Nutzfläche zu unterstellen. 

B­790/2011 A.d  Die  Erstinstanz  wies  die  Einsprache  am  25.  Juni  2010  mit  der  Begründung  ab,  für  die  betroffene  Weidefläche  seien  im  Zeitraum  vor  1999  Sömmerungsbeiträge  ausgerichtet  worden,  weshalb  die  Sömmerungsfläche  nicht  in  Dauergrünfläche  (LN)  umgewandelt  werden  könne. Das Bundesamt für Landwirtschaft habe mit Entscheid vom 7. Mai  2002  ein  Gesuch  des  Beschwerdeführers  um  Ausschluss  der  Parzelle  G._______weid  aus  dem  Sömmerungsgebiet  und  um  Zuweisung  zur  landwirtschaftlichen  Nutzfläche  abgelehnt,  und  die  Frage  sei  von  der  Rekurskommission  EVD  mit  Entscheid  vom  11.  Juli  2003  endgültig  entschieden worden. Die Erstinstanz wies auch das Begehren um einen  Augenschein ab.  A.e Dagegen erhob der Beschwerdeführer am 26. Juli 2010 Beschwerde  bei  der  Volkswirtschaftsdirektion  des  Kantons  Bern  (Vorinstanz)  und  beantragte  die  Aufhebung  des  Entscheids.  In  seinem  Hauptbegehren  verlangte er, es seien die bisher nicht der landwirtschaftlichen Nutzfläche  unterstehenden 754.5 Aren Weide­ und Wiesland der G._______weid wie  landwirtschaftliche Nutzfläche zu behandeln und entsprechende Beiträge  auszurichten.  A.f  Die  Vorinstanz  wies  die  Beschwerde  mit  Entscheid  vom  16.  Dezember 2010 ab.  B.  Dagegen erhob der Beschwerdeführer am 31. Januar 2011 Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht.  Er  beantragt,  der  Entscheid  der  Vorinstanz  vom  16.  Dezember  2010  sei  aufzuheben,  und  es  seien  rückwirkend auf den 1. Januar 2010 für die nicht der landwirtschaftlichen  Nutzfläche  unterstehenden  754.5  Aren  Weide­  und  Wiesland  der  G._______weid  (F._______  Gbbl.­Nr.  [...])  Beiträge  in  gleicher  Höhe  auszuzahlen  wie  für  landwirtschaftliche  Nutzflächen  in  der  Bergzone;  eventuell sei die gesamte gemähte und zur Gewinnung von Winterfutter  verwendete Fläche der G._______weid – soweit nicht in der Bergzone IV  liegend  –  als  Dauergrünfläche  zu  qualifizieren  und  entsprechende  Beiträge  auszurichten;  subeventuell  sei  die  weitere  gemähte  und  zur  Gewinnung von Winterfutter verwendete Fläche der G._______weid von  Jahr  zu  Jahr  als  Dauergrünfläche  zu  qualifizieren  und  entsprechende  Beiträge  auszurichten.  Der  Beschwerdeführer  beantragt  zweitens  eventuell,  der  Entscheid  der  Vorinstanz  vom  16.  Dezember  2010  sei  aufzuheben  und  die  Sache  mit  verbindlichen  Weisungen  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen,  sowie  drittens,  es  sei  eine  öffentliche 

B­790/2011 Parteiverhandlung  durchzuführen.  Zur  Begründung  führt  er  im  Wesentlichen  an,  in  den  1980er­Jahren  sei  das  Grundstück  G._______weid  (Grundstück  Nr.  […])  fälschlicherweise  dem  Sömmerungsgebiet zugeteilt und nicht als  landwirtschaftliche Nutzfläche  eingestuft  worden.  Anders  als  in  den  Verfahren  vor  der  Rekurskommission EVD (Urteil vom 11. Juli 2003 [7B/2002­2]) sowie vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (Urteil  B­3610/2009  vom  3.  November  2009), in welchen es um die Frage gegangen war, ob die G._______weid  aus  dem  Sömmerungsgebiet  ausgeschlossen  und  in  die  Bergzone  überführt werden könne, gehe es im vorliegenden Verfahren darum, dass  die auf der G._______weid geleistete Arbeit, die derjenigen entspreche,  die  bei  einem  Grundstück  in  der  Bergzone  anfalle,  angemessen  abgegolten werde.   C.  Mit  Vernehmlassung  vom  2.  März  2011  beantragt  die  Erstinstanz  die  Abweisung der Beschwerde.  D.  Die  Vorinstanz  lässt  sich  am  17.  März  2011  vernehmen  und  beantragt  ebenfalls  die Abweisung  der Beschwerde.  Zur Begründung  verweist  sie  auf  ihren  Entscheid  vom  16.  Dezember  2010.  Sie  hält  fest,  die  betragsmässig  geringeren  Sömmerungsbeiträge  seien  kein  Argument  dafür, dass die kantonale Behörde die Flächen anders behandle als dies  das  Bundesamt  für  Landwirtschaft  getan  habe.  Die  vom  Beschwerdeführer  gerügte  finanzielle  Ungleichbehandlung  seiner  Sömmerungsflächen  mit  angeblich  vergleichbaren  Flächen  in  der  Bergzone  sei  vom  Bundesgesetzgeber  gewollt.  Zudem  habe  die  Rekurskommission EVD die Zoneneinteilung der strittigen Fläche im Jahr  2003  bestätigt.  Bezüglich  der  Eventualanträge  hätten  die  Erst­  und  Vorinstanz zwar eine Mähnutzung für einen Teil der Fläche als traditionell  anerkannt,  doch sei eine  traditionelle Mähnutzung  für mehr als 1 ha  für  den  Zeitraum  zwischen  1994  bis  2003  nicht  nachgewiesen.  Es  gebe  keinen  Grund,  die  von  der  Erstinstanz  ermittelte  Fläche  von  118  Aren  Dauergrünfläche auf der G._______weid in Frage zu stellen. E.  Am 15. November  2011 wurde  am Sitz  des Bundesverwaltungsgerichts  die  vom  Beschwerdeführer  beantragte  öffentliche  Parteiverhandlung  durchgeführt,  an  welcher  die  Parteien  Gelegenheit  hatten,  ihren  Standpunkt nochmals mündlich vor dem Spruchkörper darzulegen. 

B­790/2011 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  Ob  die  Prozessvoraussetzungen  vorliegen  und  auf  eine  Beschwerde  einzutreten ist, hat das Bundesverwaltungsgericht von Amtes wegen und  mit freier Kognition zu prüfen (vgl. BGVE 2007/6 E. 1 S. 45). 1.1. Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt unter anderem Beschwerden  gegen  Verfügungen  letzter  kantonaler  Instanzen,  soweit  ein  Bundesgesetz dies entsprechend vorsieht (vgl. Art. 31 i.V.m. Art. 33 Bst. i  des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).  Vorliegend  legt  Art.  166  Abs.  2  des  Landwirtschaftsgesetzes  vom  29.  April  1998  [LwG,  SR  910.1]  fest,  dass  gegen  Verfügungen  letzter  kantonaler  Instanzen,  die  in  Anwendung  des  Landwirtschaftsgesetzes  und  seiner  Ausführungsbestimmungen  ergangen  sind,  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhoben  werden  kann.  Ausgenommen  sind  einzig  kantonale  Verfügungen  über  Strukturverbesserungen,  die mit  Beiträgen  unterstützt  werden,  was  hier  nicht  vorliegt.  Bei  dem  angefochtenen  Beschwerdeentscheid  der  Volkswirtschaftsdirektion  des  Kantons  Bern  vom  16.  Dezember  2010  handelt es sich um einen letztinstanzlichen kantonalen Entscheid (Art. 62  Abs. 2 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege  des  Kantons  Bern  [VRPG,  BSG  155.21]  i.V.m.  Art.  47  Abs.  1  des  Landwirtschaftsgesetzes  vom  16.  Juni  1997  des  Kantons  Bern  [KLwG,  BSG  910.1]).  Er  stützt  sich  auf  die  Landwirtschaftsgesetzgebung  und  damit  auf  öffentliches  Recht  des  Bundes  und  stellt  eine  Verfügung  im  Sinne  von  Art.  5  Abs.  2  des  Bundesgesetzes  über  das  Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) dar.  1.2.  Der  Beschwerdeführer  als  Verfügungsadressat  ist  vom  angefochtenen  Entscheid  besonders  berührt  und  hat  daher  ein  schutzwürdiges  Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung  (Art. 48  Abs. 1 Bst. c VwVG).  1.3. Die  Eingabefrist  sowie  die  Anforderungen  an  Form  und  Inhalt  der  Beschwerdeschrift sind gewahrt  (vgl. Art. 50 und 52 Abs. 1 VwVG), und  auch die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor.  Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.

B­790/2011 2.  Der  Beschwerdeführer  beantragt,  ihm  seien  für  diejenigen  754.5  Aren  Weide­  und Wiesland  der  G._______weid  (F._______  Gbbl.­Nr.  [...].1),  welche die Erstinstanz nicht bereits als Heuwiesen im Sömmerungsgebiet  und damit  als  landwirtschaftliche Nutzflächen anerkannt hat, Beiträge  in  gleicher Höhe  auszuzahlen wie  für  landwirtschaftliche Nutzfläche  in  der  Bergzone, und zwar rückwirkend auf den 1. Januar 2010.  2.1. Unbestritten und aktenmässig erstellt ist, dass diese Teilparzelle der  G._______weid  rechtskräftig  dem  Sömmerungsgebiet  zugeteilt  ist  (vgl.  Beschwerdeentscheid  der  Rekurskommission  des  Eidgenössischen  Volkswirtschaftsdepartements  [Rekurskommission  EVD]  vom  11.  Juli  2003;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­3610/2009  vom  3.  November 2009). 2.2. Heuwiesen  im Sömmerungsgebiet, deren Ertrag zur Winterfütterung  auf dem Betrieb verwendet wird, gehören zur Dauergrünfläche und damit  zur  landwirtschaftlichen Nutzfläche, sofern sie  jährlich gemäht und diese  Nutzung  auf  ununterbrochener,  langjähriger  Tradition  beruht  (Art.  19  Abs. 5  i.V.m.  Art.  14  Abs.  1  Bst.  b  der  landwirtschaftlichen  Begriffsverordnung vom 7. Dezember 1998  [LBV, SR 910.91]). Flächen,  die  nicht  jährlich  gemäht  werden,  aber  die  Voraussetzungen  für  Heuwiesen im Sömmerungsgebiet nach Art. 19 Abs. 5 erfüllen, gehören,  soweit  sie  tatsächlich  genutzt  werden,  ebenfalls  zur  Dauergrünfläche,  wenn  sie  zusammenhängend  mindestens  20  Aren  aufweisen,  ihre  Nutzung  nicht  gefährlich  ist  und  es  sich  um  eigene  oder  gepachtete  Flächen handelt (Art. 19 Abs. 6 LBV). Der Beschwerdeführer rügt, es sei vorab fraglich, was unter dem Begriff  "traditionelle  Nutzung"  zu  verstehen  sei.  Weder  das  Gesetz  noch  die  Begriffsverordnung  enthielten  eine  diesbezügliche  Definition.  Die  Definition  der  Vorinstanzen  bzw.  des  Bundesamts  für  Landwirtschaft,  wonach nur Flächen berücksichtigt werden könnten, die seit mindestens  15 Jahren bzw. bereits vor 1983 gemäht worden seien, basierten lediglich  auf  den  Weisungen  und  Erläuterungen  des  Bundesamts.  Der  Begriff  "Tradition" bzw. "traditionell" sei aber gleichzusetzen mit "überliefert" und  "herkömmlich",  beziehe  sich  also  auf  eine  Nutzung,  wie  sie  die  vergangenen  Jahrzehnte  bzw.  die Nutzung  durch  die  Vorfahren  prägte.  Letztlich gehe es um die Nutzung, wie sie für die konkrete Fläche üblich  und standortgerecht sei. Die G._______weid sei in den achtziger Jahren,  als noch sein Vater den Betrieb bewirtschaftet habe, fälschlicherweise als 

B­790/2011 eigentlicher Alpbetrieb eingeteilt worden.  Indessen ergebe sich aus dem  Alpkataster  von  1965,  dass  die  Weidezeit  auf  der  G._______weid  durchschnittlich 7 Wochen betrage und die Winterfütterung mit weiteren 3  bis  4 Wochen  anhalten  könne.  Der  vom  Beschwerdeführer  kontaktierte  ehemalige  Alpinspektor  und  Mitautor  des  Alpkatasters  von  1965,  P._______, habe mit Schreiben vom 21. Januar 2011 bestätigt, dass die  im Alpkataster  angesprochene  traditionelle Nutzung der G._______weid  insbesondere auch die Heugewinnung  im Sommer mit umfasse. Auf der  G._______weid  als  typischer  Vorweide  sei  herkömmlicherweise  eine  Teilfläche  von  3,5  –  4  ha  gemäht  und  das  so  gewonnene  Heu  für  die  Winterfütterung  verwendet  worden.  Ausgehend  von  16  Kuhrechten,  einem Verzehr von 18 kg Trockensubstanz pro Tag pro Kuh sowie einer  Winterfütterungsdauer  von  drei Wochen  könnten  ohne weiteres  genaue  Rückschlüsse  auf  den  Umfang  der  traditionellen  Mähnutzung  gemacht  werden. Es sei davon auszugehen, dass eine Menge von gut 6 Tonnen  Heu nötig  sei. Um eine  solche Menge Heu  zu  produzieren,  brauche  es  eine  Fläche  von  3  bis  4  Hektaren.  Bezüglich  der  Traditionalität  der  Mähnutzung  dürfe  somit  nicht  allein  auf  die  Jahre  1983­1999  abgestellt  werden,  vielmehr  lasse  sich  dem  Alpkataster  von  1965  bezüglich  der  Tradition  und  des  Umfangs  der  Mähnutzung  der  G._______weid  Schlüssiges  entnehmen.  Der  Beschwerdeführer  präzisiert,  dass  mit  "Winterfütterung"  nicht  die  ganze,  während  dem  Winter  erfolgende  Fütterung  auf  dem  Betrieb  A._______  gemeint  sei,  sondern  diejenige  Periode, während welcher früher die Tiere (gegen Ende Oktober, d.h. vor  dem  grossen  Schneefall)  nochmals  auf  die  Vorweide  in  die  dort  vorhandenen  Ställe  gebracht  wurden,  um  das  im  Sommer  produzierte  Heu  zu  verfüttern.  Danach  sei  das  Vieh  wieder  auf  den  Talbetrieb  zur  eigentlichen  Winterung  gekommen.  Heute  werde  das  im  Sommer  produzierte  Heu  auf  den  Talbetrieb  geführt,  doch  sei  die  Mähnutzung  gleich wie früher.  Die  Vorinstanzen  machten  dagegen  geltend,  dass  die  Mähnutzung  gemäss  den  eigenen  Aussagen  des  Beschwerdeführers  anlässlich  der  Verhandlung vor der Rekurskommission EVD am 20. März 2003 Anfang  der Jahre 2000 ca. 1 ha betragen habe. Auch sei nicht erstellt, dass auf  der  G._______weid  im  vorgebrachten  Umfang  zwischen  3,5  und  4  ha  traditionelle  Mähnutzung  zwecks  Gewinnung  von Winterfutter  betrieben  worden sei. Dem Alpkataster von 1965 lasse sich bezüglich der Tradition  und  des  Umfangs  der  Mähnutzung  der  G._______weid  entgegen  der  Meinung  des  Beschwerdeführers  nichts  Schlüssiges  entnehmen.  Aus  dem  Vermerk,  wonach  die  Winterfütterung  mit  weiteren  drei  bis  vier 

B­790/2011 Wochen anhalten könne, ergebe sich nicht, ob und wie lange eine solche  Winterfütterung  tatsächlich  stattgefunden  habe  und  auf  welcher  Fläche  allenfalls  Heu  gewonnen  worden  sei.  Die  Behörden  hätten  die  G._______weid  schon  immer  als  Sömmerungsweide  eingestuft,  entsprechende  Verfügungen  erlassen  und  Beiträge  ausgerichtet.  Den  Materialien  lasse  sich  weder  einen  Hinweis  auf  eine  traditionelle  Mähnutzung in dem vom Beschwerdeführer vorgebrachten Umfang noch  auf nicht jährlich gemähte Flächen i.S.v. Art. 19 Abs. 6 LBV entnehmen. 2.3. Die Frage, welche Flächen der Parzelle Nr.  [...].1  (G._______weid)  die Voraussetzungen an Heuwiesen  im Sömmerungsgebiet  im Sinn von  Art. 19 Abs. 5 LBV erfüllen und damit zur landwirtschaftlichen Nutzfläche  des Betriebs des Beschwerdeführers zu zählen sind, wurde bisher nicht  rechtskräftig  entschieden.  Gegenstand  des  erwähnten  Beschwerdeentscheids  der  Rekurskommission  EVD  vom  11.  Juli  2003  und  des  Urteils  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­3610/2009  vom  3.  November  2009  war  nicht  diese  Frage,  sondern  die  Frage  nach  der  Einteilung  dieser  Teilfläche  der G._______weid  ins  Sömmerungsgebiet.  Allfällige Ausführungen zur Frage des Ausmasses der Heuwiesen in den  Erwägungen  des  Beschwerdeentscheids  der  Rekurskommission  EVD  haben  nicht  Teil  an  der Rechtskraft  dieses Entscheids,  da  und  solange  sie keinen Niederschlag im Dispositiv gefunden haben.  2.4. Die Frage, ob – wie vom Beschwerdeführer behauptet – schon 1965  eine  Mähnutzung  der  G._______weid  im  Umfang  von  3,5  –  4  ha  und  damit  diesbezüglich  eine  ursprüngliche,  langjährige  Tradition  herrschte,  kann im vorliegenden Fall offen gelassen werden:  2.5. Mit der Änderung vom 9. Oktober 1992 des Landwirtschaftsgesetzes  (AS 1993 1571, Art.  31a und 31b LwG; heute Art.  70  ­ 77 LwG) wurde  eine  grundsätzliche  Richtungsänderung  in  der  Agrarpolitik  eingeleitet.  Insbesondere  wurden  Preis­  und  Einkommenspolitik  getrennt  und  den  ökologischen  Gesichtspunkten  der  Landwirtschaft  erhöhtes  Gewicht  eingeräumt;  einer  weiteren  Intensivierung  der  Landwirtschaft  sollte  Einhalt  geboten  werden  (vgl.  Botschaft  vom  27.  Januar  1992  zur  Änderung  des  Landwirtschaftsgesetzes,  Teil  I:  Agrarpolitik  mit  ergänzenden  Direktzahlungen,  BBl  1992  II  1  ff.,  Ziff.  22  S.  11  ff.).  Angestrebt wird seither tendenziell eine weniger intensive Landwirtschaft  und  ein  Verzicht  auf  Ausweitung  der  Produktion  sowie  der  landwirtschaftlichen Nutzfläche.

B­790/2011 Die  zonenmässige  Erfassung  und  Regelung  des  landwirtschaftlich  nutzbaren  Sömmerungsgebietes  dient  in  diesem  Kontext  der  Eingrenzung  der  intensiver  bewirtschaftbaren  und  zu  höheren  Abgeltungen  berechtigenden  landwirtschaftlichen  Nutzfläche  des  Berggebietes und der Erhaltung des Sömmerungsgebietes als ökologisch  wertvolle,  traditionelle  Kulturlandschaft.  Die  intensiver  bewirtschaftete  landwirtschaftliche  Nutzfläche  soll  grundsätzlich  nicht  weiter  in  höhere  Lagen  ausgedehnt  werden  können  (vgl.  hierzu  auch:  Botschaft  zur  Reform der Agrarpolitik: Zweite Etappe [Agrarpolitik 2002], BBl 1996 IV 1  ff., insb. Ziff. 212.4, S. 88 f. und Ziff. 232.32, S. 226 f.).  Das  Bundesamt  verzichtete  anlässlich  der  zonenmässigen  Abgrenzung  des  Sömmerungsgebietes  aus  Gründen  des  Aufwandes  und  der  Plangenauigkeit  darauf,  kleinere  Heuwiesen  innerhalb  des  Sömmerungsgebietes,  die  als  landwirtschaftliche  Nutzfläche  bewirtschaftet  wurden,  separat  zu  erfassen  und  auf  der  Zonenkarte  einzutragen. Diese wurden nur dann gesondert  in die  landwirtschaftliche  Nutzfläche  aufgenommen,  wenn  ihre  Fläche  mehr  als  20  Hektaren  umfasste.  Diese  kleineren  Flächen  sollten  aber  dennoch  Anrecht  auf  Direktzahlungen geben (vgl. den unveröffentlichten Beschwerdeentscheid  der  Rekurskommission  EVD  vom  29.  November  2002  [7B/2000­97]  E. 5.6).  Dementsprechend  sieht  Art.  19  Abs.  5  LBV  vor,  dass  Heuwiesen  im  Sömmerungsgebiet  dann  zur  landwirtschaftlichen  Nutzfläche  gezählt  werden  dürfen,  wenn  sie  jährlich  gemäht  und  ihr  Ertrag  zur  Winterfütterung  auf  dem Betrieb  verwendet wird  und diese Nutzung auf  ununterbrochener,  langjähriger  Tradition  beruht.  Diese  Definition  beinhaltet  somit  einerseits  den  Aspekt  der  herkömmlich­traditionellen  Nutzung  der  Wiese  zur  Heugewinnung  für  die  Winterfütterung,  der –  zusammen  mit  der  damaligen  Nutzungsweise  –  anlässlich  der  zonenmässigen  Erstabgrenzung  an  sich  Anlass  gewesen  wäre,  die  betreffende  Wiese  in  die  landwirtschaftliche  Nutzfläche  und  nicht  ins  Sömmerungsgebiet  einzuteilen,  wenn  sie  nicht  flächenmässig  zu  klein  gewesen  wäre.  Andererseits  wird  mit  dem  Erfordernis  der  ununterbrochenen Tradition auch sichergestellt, dass kein unerwünschter  Anreiz entsteht, weitere Wiesen, welche im Zeitpunkt der Erstabgrenzung  lediglich  zur  Sömmerung  genutzt  wurden,  später  intensiver  zu  bewirtschaften, um sie zur landwirtschaftlichen Nutzfläche zu zählen und  dafür  Direktzahlungen  erhalten  zu  können.  Nach  der  ständigen  Rechtsprechung der Rekurskommission EVD, der Vorgängerorganisation 

B­790/2011 des  Bundesverwaltungsgerichts,  dürfen  Bewirtschaftungsänderungen  nach  der  Zonenabgrenzung  nämlich  grundsätzlich  nicht  dazu  führen,  dass  die  intensiver  bewirtschaftete  landwirtschaftliche  Nutzfläche  in  höhere  Lagen  ausgedehnt  werden  kann  (vgl.  hierzu  etwa  die  unveröffentlichten  Beschwerdeentscheide  der  Rekurskommission  EVD  vom 11. Juli 2003 [7B/2002­2] E. 2.1 sowie vom 21. Mai 2003 [7B/2002­1]  E. 5). 2.6.  Aus  dem  in  Art.  19  Abs.  5  LBV  verankerten  Erfordernis  der  ununterbrochenen  langjährigen  Tradition  ergibt  sich  daher,  dass  eine  allenfalls  bis  ins  Jahr  1965 bestehende Tradition  nicht  ausreicht,  sofern  sie nicht bis zum Zeitpunkt der Zonenabgrenzung und  in die Gegenwart  weitergeführt worden ist.  Diesbezüglich  ergibt  sich  sowohl  aus  den  Angaben  des  Beschwerdeführers  als  auch  aus  der  schriftlichen  Aussage  von  P._______,  der  im  Sommer  1965  an  der  Erstellung  des  "Land­  und  alpwirtschaftlichen Produktionskatasters" als Alpinspektor mitgewirkt hat,  dass der Vater des Beschwerdeführers von der früheren Bewirtschaftung  der G._______weid abgewichen und auf der betreffenden Parzelle nicht  mehr  Vorweide,  sondern  nur  noch  Sömmerung  betrieben  hat.  Übereinstimmend halten der Beschwerdeführer und P._______ fest, dass  der Beschwerdeführer 1994 den väterlichen Betrieb übernommen und in  den ersten Jahren die vom Vater praktizierte Nutzung beibehalten habe.  Erst  nach  und  nach  habe  der  Beschwerdeführer  wieder  auf  die  herkömmlich­traditionelle Nutzung umgestellt, d.h. kurze Frühjahrsweide,  Heugewinnung  im  Sommer,  Herbstweide.  Noch  im  Jahr  2003  hat  der  Beschwerdeführer  gemäss  seinen  eignen  Angaben  anlässlich  der  öffentlichen Verhandlung vom 20. März 2003 vor der Rekurskommission  EVD  auf  einem  Teil  der  Parzelle  G._______weid  auch  für  die  Winterfütterung weniger als 1 ha gemäht (Verhandlungsprotokoll, S. 4).  Im  Ergebnis  wurden  demnach  auf  der  G._______weid  während  einer  längeren Zeit, nämlich während der Bewirtschaftung durch den Vater des  Beschwerdeführers  sowie  während  mindestens  neun  Jahren  der  Bewirtschaftung  durch  den  Beschwerdeführer,  d.h.  von  der  Hofübernahme durch den Beschwerdeführer im Jahr 1994 bis 2003, nicht  mehr als 1 ha gemäht. Die vom Beschwerdeführer behauptete Tradition  der Mähnutzung von 3,5 – 4 ha wurde somit unbestrittenermassen nicht  ununterbrochen  weiter  geführt,  insbesondere  auch  nicht  bis  zum  Zeitpunkt  der Abgrenzung  des Sömmerungsgebiets  im  Jahre  2000. Die 

B­790/2011 Voraussetzungen von Art. 19 Abs. 5 LBV sind daher offensichtlich nicht  erfüllt.  2.7.  Der  Beschwerdeführer  rügt,  die  Vorinstanz  habe  es  zu  Unrecht  abgelehnt,  einen  Augenschein  durchzuführen  oder  eine  Expertise  einzuholen  um  festzustellen,  ob  die  Art  und Weise  der  Bewirtschaftung  der G._______weid mit der Nutzung von anderen Sömmerungsgebieten  oder mit der Nutzung von landwirtschaftlicher Nutzfläche vergleichbar sei.  Die  traditionell­herkömmliche  Nutzung  sei  anhand  der  agronomischen  und geographischen Gegebenheiten zu untersuchen. Er halte deshalb an  seinem Antrag auf Einsetzung eines Experten fest. Indem die Vorinstanz  darauf  verzichtet  habe,  der  Frage  nach  Tradition  und  Umfang  der  Mähnutzung  nachzugehen,  habe  sie  nicht  nur  seinen  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  verletzt,  sondern  auch  den  rechtserheblichen  Sachverhalt unvollständig erhoben.  Die  Vorinstanz  führt  diesbezüglich  in  ihrem  Entscheid  zutreffend  aus,  dass  mit  dem  vom  Beschwerdeführer  beantragten  Augenschein  keine  rückblickenden  Erkenntnisse  bezüglich  einer  traditionellen  Nutzung  der  G._______weid  im  massgebenden  Zeitpunkt  bis  ca.  1983  gewonnen  werden können.  Vor  allem  aber  ist  eine  Expertise  deshalb  entbehrlich,  weil  ohnehin  unbestritten  ist,  dass  eine  allfällig  früher  geübte,  traditionelle  Nutzung  nicht  ununterbrochen  weitergeführt  wurde.  Dass  die  Vorinstanz  in  antizipierter Beweiswürdigung auf die Durchführung eines Augenscheins  und  die  Einholung  einer  Expertise  zu  den  vom  Beschwerdeführer  beantragten Fragen verzichtet hat, ist daher nicht zu beanstanden.  2.8.  Im  Ergebnis  erweist  sich  das  Rechtsbegehren  des  Beschwerdeführers,  es  sei  zusätzlich  zu  den  118  Aren,  welche  die  Erstinstanz bereits als Heuwiesen  im Sömmerungsgebiet anerkannt hat,  auch  die  übrigen  754.5 Aren Weide­  und Wiesland  der G._______weid  als  Heuwiesen  im  Sömmerungsgebiet  und  damit  als  landwirtschaftliche  Nutzflächen anzuerkennen, als unbegründet. Es ist nicht zu beanstanden,  wenn die Vorinstanzen dieses Rechtsbegehren abgewiesen haben.  3.  Der  Beschwerdeführer  beantragt,  selbst  wenn  diese  Flächen  nicht  als  Heuwiesen  im  Sömmerungsgebiet  und  damit  als  landwirtschaftliche  Nutzflächen anerkannt würden, seien ihm dafür Beiträge in gleicher Höhe 

B­790/2011 auszuzahlen wie  für  die  landwirtschaftliche Nutzfläche  in  der Bergzone.  Er  rügt,  die  ihm  für  die  754.5  Aren Weide­  und Wiesland  ausbezahlten  Beiträge  seien  aufgrund  ihrer  geringen  Höhe  gesetzes­  und  verfassungswidrig.  Die  geringeren  landwirtschaftlichen  Beiträge,  welche  er für die G._______weid als Sömmerungsgebiet erhalte, würden die für  die  Pflege  der  Parzelle  notwendigen  Arbeiten  nicht  abgelten  und  damit  die Bestimmungen von Art.104 Abs. 3 Bst. a der Bundesverfassung vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101)  und  Art.  77  Abs.  1  LwG  verletzen.  Die  G._______weid liege in einem touristisch sehr gut erschlossenen Gebiet,  und an deren Pflege bestehe ein allgemeines öffentliches Interesse. Auch  seien  die  mit  der  G._______weid  zu  erzielenden  Erlöse,  insbesondere  der  Milchpreis,  in  den  letzten  Jahren  massiv  gesunken.  Die  Sömmerungsbeiträge von Fr. 3'059.10, die er  für das Jahr 2010 erhalte,  reichten offensichtlich nicht aus, um eine Fläche von 7.545 Hektaren zu  pflegen.  Ein  solcher  Betrag  sei  wirtschaftlich  alles  andere  als  lohnend.  Prognosen  der  Forschungsanstalt  Agroscope  Reckenholz­Tänikon  ART  hätten  ergeben,  dass  auch  steigende  Sömmerungsbeiträge  den  rückläufigen  Trend  der  Sömmerung  nicht  stoppen  könnten.  Diese  Aussage  werde  für  Alpen  gemacht;  für  Vorweiden  in  der  Sömmerungszone  sei  die  Situation  noch  viel  drastischer.  Die  Sömmerungsverordnung  nehme  zu  Unrecht  keine  Rücksicht  auf  die  Unterschiede zwischen Alpen und Vorweiden.  Die  Vorinstanz  macht  dagegen  geltend,  die  finanzielle  Ungleichbehandlung  der  Sömmerungsflächen  mit  den  angeblich  vergleichbaren  Flächen  in  der  Bergzone  sei  vom  Bundesgesetzgeber  gewollt.  Die  geringeren  landwirtschaftlichen  Beiträge,  welche  der  Beschwerdeführer für die G._______weid als Sömmerungsgebiet erhalte,  stellten  kein  Argument  für  eine  kantonale  Behörde  dar,  Flächen  grundsätzlich  anders  zu  behandeln,  als  dies  das  Bundesamt  für  Landwirtschaft getan habe.  3.1. Das Anfechtungsobjekt, d.h. der Entscheid der jeweiligen Vorinstanz,  bildet den Rahmen, der den möglichen Umfang des Streitgegenstandes  begrenzt.  Gegenstand  eines  Beschwerdeverfahrens  kann  grundsätzlich  nur  sein,  was  Gegenstand  des  erstinstanzlichen  Verfahrens  war  oder  nach  richtiger Gesetzesauslegung hätte  sein  sollen. Gegenstände,  über  welche  die Erstinstanz  nicht  entschieden  hat  und  über welche  sie  nicht  entscheiden  musste,  sind  durch  die  Beschwerdeinstanz  nicht  zu  beurteilen.  Im  Rahmen  des  Anfechtungsgegenstandes  wird  der  Streitgegenstand  gemäss  der  Dispositionsmaxime  durch  die 

B­790/2011 Parteibegehren  bestimmt.  Der  Streitgegenstand  darf  im  Laufe  des  Beschwerdeverfahrens  aber  weder  erweitert  noch  qualitativ  verändert  werden;  er  kann  sich  höchstens  verengen  und  um  nicht  mehr  streitige  Punkte  reduzieren,  nicht  aber  ausweiten  (vgl.  FRANK  SEETHALER/FABIA  BOCHSLER,  in:  Waldmann/Weissenberger  [Hrsg.],  Praxiskommentar  VwVG, Zürich 2009, N. 40 zu Art. 52 VwVG).  3.2.  Das  Rechtsbegehren,  ihm  seien  für  die  in  Frage  stehenden  Teilflächen  von  754.5  Aren  der  Parzelle  Nr.  [...].1  (G._______weid)  Beiträge  in  gleicher  Höhe  auszuzahlen  wie  für  die  landwirtschaftliche  Nutzfläche  in  der  Bergzone,  selbst  wenn  diese  Flächen  nicht  als  Heuwiesen  im  Sömmerungsgebiet  und  damit  als  landwirtschaftliche  Nutzflächen  anerkannt  würden,  hat  der  Beschwerdeführer  erstmals  vor  der Vorinstanz gestellt. Thema seines Gesuchs vom 30. April 2010 an die  Erstinstanz  war  lediglich  die  Zuweisung  der  Heuwiesen  auf  dem  Grundstück Nr. [...].1 zur Dauergrünfläche. Die Vorinstanz hätte daher auf dieses Rechtsbegehren gar nicht eintreten  dürfen. 3.3. Nur ergänzend sei daher auf Folgendes hingewiesen:  Bei  unselbständigen  Verordnungen,  die  sich  auf  eine  gesetzliche  Delegation  stützen,  prüft  das  Bundesverwaltungsgericht,  ob  sich  der  Bundesrat  an  die  Grenzen  der  ihm  im  Gesetz  eingeräumten  Befugnis  gehalten hat. Wird dem Bundesrat  durch die gesetzliche Delegation ein  sehr  weiter  Bereich  des  Ermessens  für  die  Regelung  auf  Verordnungsstufe eingeräumt, so  ist dieser Spielraum nach Art. 190 BV  für das Bundesverwaltungsgericht verbindlich. Es darf  in diesem Fall bei  der  Überprüfung  der  Verordnung  nicht  sein  eigenes  Ermessen  an  die  Stelle  desjenigen  des  Bundesrates  setzen,  sondern  hat  seine  Prüfung  darauf  zu  beschränken,  ob  die  Verordnung  den  Rahmen  der  dem  Bundesrat  im Gesetz delegierten Kompetenz offensichtlich sprengt oder  aus anderen Gründen gesetzes­ oder verfassungswidrig  ist  (BGE 124  II  241 E. 3 S. 245). Es trifft zwar zu, dass das Landwirtschaftsgesetz vorsieht, dass der Bund  den Bewirtschaftern von Sömmerungsbetrieben und Sömmerungsweiden  für  den  Schutz  und  die  Pflege  der  Kulturlandschaft  Beiträge  ausrichtet  und  die  Beiträge  so  zu  bemessen  sind,  dass  sich  der  Schutz  und  die  Pflege  der  Kulturlandschaft  wirtschaftlich  lohnen  (Art.  77  Abs.  1  LwG).  http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2a+346%2F2002&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-II-241%3Ade&number_of_ranks=0#page241 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2a+346%2F2002&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-II-241%3Ade&number_of_ranks=0#page241 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2a+346%2F2002&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-II-241%3Ade&number_of_ranks=0#page241 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2a+346%2F2002&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-II-241%3Ade&number_of_ranks=0#page241 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2a+346%2F2002&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-II-241%3Ade&number_of_ranks=0#page241 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2a+346%2F2002&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-II-241%3Ade&number_of_ranks=0#page241 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2a+346%2F2002&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-II-241%3Ade&number_of_ranks=0#page241

B­790/2011 Einen  gesetzgeberischen  Auftrag  an  den  Bundesrat,  die  Höhe  der  Sömmerungsbeiträge  so  zu  gestalten,  dass  die  Bewirtschafter  damit  gleich  hohe  Beiträge  erhalten  wie  wenn  die  betreffende  Sömmerungsfläche  der  landwirtschaftlichen  Nutzfläche  zugeteilt  wäre,  kann daraus jedoch nicht entnommen werden. Vielmehr  wurde  mit  der  landwirtschaftlichen  Zonen­Verordnung  vom  7. Dezember  1998  (SR  912.1),  welche  eine  vergleichbare  frühere  Ordnung  ablöste,  neben  dem  Berggebiet  neu  das  sich  daran  anschliessende,  in  der  Regel  höher  gelegene  und  landwirtschaftlich  nutzbare Sömmerungsgebiet ebenfalls zonenmässig erfasst und geregelt.  Damit sollte erreicht werden, dass die intensiver bewirtschaftbare und zu  höheren  Abgeltungen  berechtigende  landwirtschaftliche  Nutzfläche  des  Berggebiets  eingegrenzt  und  das  Sömmerungsgebiet  als  ökologisch  wertvolle,  traditionelle  Kulturlandschaft  erhalten  bliebe  (Beschwerdeentscheid der Rekurskommission EVD vom 11. Juli 2003 E.  2.1).  Um  diese  extensive  Nutzungsart  sicherzustellen,  werden  Sömmerungsbeiträge  nicht  nach  der  Fläche,  sondern  nach  Art  und  Anzahl  der  effektiv  gesömmerten  Tiere  bemessen,  wobei  durch  die  Behörden  für  jeden  Sömmerungsbetrieb  ein  aus  ökologischen Gründen  nicht  zu  überschreitender  Normalbesatz  festgelegt  wird  (vgl.  Art.  7  und  Art.  10  der  Sömmerungsbeitragsverordnung  vom  14. November  2007  [SöBV, SR 910.133]).  Delegationsmässig stützt sich die damit bewirkte Nutzungsbeschränkung  des  Sömmerungsgebiets  auf  verschiedene  Bestimmungen  des  Landwirtschaftsgesetzes,  welche  den  Bund  beauftragen,  nur  eine  nachhaltige  Landwirtschaft  bzw.  eine  nachhaltige  Nutzung  des  Sömmerungsgebiets  finanziell  zu  unterstützen  (vgl.  Art.  1  Bst.  b,  Art.  2  Bst. f, Art. 4, Art. 5 Abs. 1, Art. 70 Abs. 3 Bst. c, 77 und 177 Abs. 1 LwG).  Diese  Vorschriften  stehen  wiederum  im  Einklang  mit  verschiedenen  Bestimmungen der Bundesverfassung, welche ebenfalls verlangen, dass  die  vom  Bund  geförderte  Landwirtschaft  nachhaltig  zu  sein  habe,  und  dass  der  Bund  die  Umwelt  vor  Beeinträchtigungen  durch  überhöhten  Einsatz  von  Düngstoffen,  Chemikalien  und  anderen  Hilfsstoffen  zu  schützen habe (vgl. Art. 73, Art. 74 Abs. 1 sowie Art. 104 Abs. 1 und Abs.  3  Bst.  d  BV;  Botschaft  zur  Reform  der  Agrarpolitik:  Zweite  Etappe  [Agrarpolitik  2002],  BBl  1996  IV  1 ff.,  insbesondere  Ziff.  212.4,  S.  88  f.  und Ziff. 232.32, S. 226 f.). 

B­790/2011 Dass  die  für  die  Sömmerung  von  Tieren  erhältlichen  Sömmerungsbeiträge pro Flächeneinheit geringer ausfallen als die für die  gleiche  Fläche  landwirtschaftlicher  Nutzfläche  erzielbaren  Direktzahlungen,  ist  somit  eine  Folge  der  durch  den  Gesetz­  und  Verfassungsgeber  gewollten  weniger  intensiven  Nutzung  des  Sömmerungsgebiets. Bezüglich  der  genauen  betragsmässigen  Festlegung  der  Sömmerungsbeiträge  räumt  das  Landwirtschaftsgesetz  dem  Bundesrat  daneben einen  relativ  grossen Ermessensspielraum ein. Die Frage, wie  hoch  die  Beiträge  zu  bemessen  sind,  damit  sich  der  Schutz  und  die  Pflege der Kulturlandschaft wirtschaftlich lohnt (vgl. Art. 77 LwG), ist eine  technische  Frage.  Bei  der  Überprüfung  der  entsprechenden  Verordnungsbestimmung  ist  es  den  Rechtsmittelinstanzen  daher  verwehrt,  ihr  eigenes  Ermessen  an  die  Stelle  desjenigen  des  Bundesrates zu setzen. Die  Argumente  des  Beschwerdeführers,  dass  die  Sömmerungsbeiträge  zu niedrig seien, als dass der Schutz und die Pflege der im vorliegenden  Fall  relevanten  Flächen  sich  wirtschaftlich  lohnten,  sind  nicht  substantiiert.  Eine  derartige  Feststellung  kann  auch  dem  von  ihm  eingereichten   Bericht  der  Forschungsanstalt  ART  nicht  entnommen  werden.  Die  Rüge  des  Beschwerdeführers,  die  ausbezahlten  Sömmerungsbeiträge seien aufgrund ihrer geringen Höhe gesetzes­ und  verfassungswidrig, erweist sich daher als unbegründet. 4.  Die Beschwerde erweist sich daher als unbegründet und ist abzuweisen.  5.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  dem  unterliegenden  Beschwerdeführer  die  Verfahrenskosten  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Diese  sind  mit  dem  von  ihm  geleisteten  Kostenvorschuss  zu  verrechnen.  Aufgrund  des  zusätzlichen  Aufwandes,  der  sich  aus  der  Durchführung  der  vom  Beschwerdeführer  beantragten  öffentlichen  Parteiverhandlung  (Art.  40  VGG)  ergibt,  sind  die  Verfahrenskosten  auf  insgesamt Fr. 1'200.− festzusetzen.  Dem  unterliegenden  Beschwerdeführer  ist  auch  keine  Parteientschädigung zuzusprechen  (Art.  64 Abs. 1 VwVG, Art.  7 Abs. 1 

B­790/2011 des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]).  Vorinstanzen  erhalten  grundsätzlich  keine  Parteientschädigung, auch wenn sie obsiegen (Art. 7 Abs. 3 VGKE; vgl.  MARCEL  MAILLARD,  in:  Waldmann/Weissenberger  [Hrsg.],  Praxiskommentar VwVG, Zürich 2009, N. 14 zu Art. 64 VwVG; MICHAEL  BEUSCH,  in:  Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  Kommentar  zum  Verwaltungsverfahrensgesetz,  Zürich/St.  Gallen  2008,  N.  10  zu  Art. 64  VwVG, je mit weiteren Hinweisen). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  1'200.−  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Sie  werden  nach  Eintritt  der  Rechtskraft  des  Urteils  mit  dem  geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 800.− verrechnet. Der Restbetrag ist  innert 30 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zu  Gunsten  der  Gerichtskasse  zu  überweisen.  Die  Zustellung  des  Einzahlungsscheins erfolgt mit separater Post.  3.  Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4.  Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref­Nr. L2010­040NU; Gerichtsurkunde) – die Erstinstanz (Gerichtsurkunde)  – das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartment (Gerichtsurkunde) Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Eva Schneeberger Beatrice Grubenmann

B­790/2011 Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30  Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art.  82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die  Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren,  deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu  enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit  sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 10. Januar 2012

B-790/2011 — Bundesverwaltungsgericht 28.12.2011 B-790/2011 — Swissrulings