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Bundesverwaltungsgericht 09.12.2011 B-7367/2010

9 décembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,936 mots·~15 min·3

Résumé

Widerspruchssachen | Widerspruchsverfahren Nr. 10571 CH Marke Nr. 585 441 "HÖFER FAMILIY-OFFICE" (fig.) gegen IR-Marke 941 749 "HOFER"

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung II B­7367/2010 Urteil   v om   9 .   D e z embe r   2011   Besetzung Richter Marc Steiner (Vorsitz), Richter Hans Urech, Richter Claude Morvant, Richter David  Aschmann, Richterin Vera Marantelli,   Gerichtsschreiberin Sabine Büttler. Parteien Höfer AG, Ebnetrain 2, 6045 Meggen,  vertreten durch Rechtsanwälte Dr. iur. Patrick Troller und  Silvan Meier, Troller Hitz Troller, Schweizerhofquai 2,  Postfach, 6002 Luzern, Beschwerdeführerin,  gegen Hofer KG, Hofer Strasse 1, AT­4642 Sattledt,  vertreten durch Keller & Partner Patentanwälte AG,  Dr. Philipp Rüfenacht, Schmiedenplatz 5, Postfach,  3000 Bern 7, Beschwerdegegnerin,  Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum,  Stauffacherstrasse 65, 3003 Bern,   Vorinstanz.  Gegenstand Widerspruchsverfahren Nr. 10571;  CH­Marke Nr. 585 441 "HÖFER FAMILIY­OFFICE (fig.)" /  Internationale Registrierung Nr. 941 749 "HOFER".

B­7367/2010 Sachverhalt: A.  Die  Schweizer  Wort­/Bildmarke  Nr. 585 441  "HÖFER  FAMILY  OFFICE  (fig.)"  der  Beschwerdeführerin  wurde  am  16.  April  2009  in  Swissreg  (http://www.swissreg.ch) veröffentlicht. Die Marke sieht wie folgt aus und ist für folgende Dienstleistungen eingetragen:  Klasse 36:  Versicherungswesen; Finanzwesen; Geldgeschäfte; Immobilienwesen. B.  Am  8.  Juli  2009  erhob  die  Beschwerdegegnerin  gegen  die  Eintragung  dieser Marke vollumfänglich Widerspruch. Sie stützte sich dabei auf  ihre  internationale  Registrierung  Nr. 947 749  "HOFER",  welche  am  12. Juli  2007  in  das  internationale  Register  eingetragen  und  der  Schweiz  am  13. Dezember 2007 notifiziert wurde (Gazette 2007/45). Sie beansprucht  Schutz für Waren und Dienstleistungen der Klassen 3, 4, 7, 9, 16, 24, 25,  28,  29  –  36,  38  –  43  und  45.  In  Klasse  36  beansprucht  die  Beschwerdegegnerin folgende Dienstleistungen: Classe 36:  Assurances; affaires financières; affaires monétaires; affaires immobilières. Zur  Begründung  des  Widerspruchs  führte  die  Beschwerdegegnerin  im  Wesentlichen  aus,  die  von  der  angefochtenen  Marke  beanspruchten  Dienstleistungen seien mit denjenigen der Widerspruchsmarke  in Klasse  36  identisch.  Die  Verwechslungsgefahr  sei  daher  streng  zu  beurteilen.  Der  Gesamteindruck  der  angefochtenen  Marke  werde  vom  Markenbestandteil "Höfer" dominiert, denn der Bestandteil "Family­Office"  sei  im  Zusammenhang  mit  den  beanspruchten  Dienstleistungen  beschreibend  und  die  Grafik  nicht  derart  auffällig,  dass  sie  den  Gesamteindruck massgeblich  beeinflussen  könnte.  Im Vergleich mit  der  Widerspruchsmarke  "Hofer"  bestehe  daher  eine  grosse  Zeichenähnlichkeit,  denn  die  Zeichenbestandteile  "Höfer"  und  "Hofer"  seien  sowohl  schriftbildlich  als  auch  akustisch  nahezu  identisch.  Die  Marken  unterschieden  sich  allein  durch  die Pünktchen  auf  dem O, was  jedoch nicht ausreiche, um eine Verwechslungsgefahr zu bannen.

B­7367/2010 C.  In  ihrer  Widerspruchsantwort  vom  12.  Januar  2010  beantragte  die  Beschwerdeführerin die kostenfällige Abweisung des Widerspruchs. Zur  Begründung  wies  sie  darauf  hin,  dass  die  Abnehmer  bei  Familiennamen,  welche  ja  gerade  der  Identifikation  dienen,  schon  kleinste  Unterschiede  bemerkten.  Daher  würden  die  Abnehmer  die  in  Frage  stehenden  Familiennamen  HOFER  und  HÖFER  ohne  Mühe  auseinanderhalten, denn der Unterschied zwischen einem O und einem  Ö  sei  klanglich  deutlich  wahrnehmbar.  Des  Weiteren  enthalte  die  angefochtene Marke noch weitere Zeichenbestandteile,  die nicht ausser  Acht gelassen werden können. So könne die Wortkombination FAMILY­ OFFICE  keineswegs  als  beschreibend  angesehen werden,  da  diese  für  identische  Dienstleistungen  der  Klasse  36  von  der  Vorinstanz  als  Wortmarke  eingetragen  worden  sei  (CH­Nr. 510 627).  Der  als  eigenständige Marke eingetragene Zusatz sei bei der Gegenüberstellung  der  Vokalfolge  zu  berücksichtigen.  Von  einer  Zeichenähnlichkeit  könne  daher  nicht  ausgegangen  werden.  Aufgrund  der  weiteren  Bestandteile  (Family­Office und Grafik) der angefochtenen Marke sei eine unmittelbare  Verwechslungsgefahr  zu  verneinen.  Eine  mittelbare  Verwechslungsgefahr  komme  nur  in  Betracht,  wenn  zwei  Marken  gemeinsame  identische  Bestandteile  teilten,  woran  es  vorliegend  fehle.  Eine  Verwechslungsgefahr  im  weiteren  Sinne  sei  ebenfalls  auszuschliessen,  da  ausweislich  des  Firmenregisters  der  Verkehr  offensichtlich  in  der  Lage  sei  ähnliche  Familiennamen  auseinanderzuhalten.  Aus  der  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  zur  Kollision  gleichlautender  Namen  ergebe  sich,  dass  –  vorbehaltlich  der  Berühmtheit der Widerspruchsmarke – sogar bei  identischen Namen die  jüngere Marke mit einem unterscheidenden Zusatz weiterbenutzt werden  dürfe.  Bei  Gutheissung  des  Widerspruchs  würden  Marken  mit  einem  ähnlichen  Namen  schlechter  behandelt  als  solche  mit  identischen  Namen, was unhaltbar sei. D.  Mit  Entscheid  vom  13.  September  2010  hiess  die  Vorinstanz  den  Widerspruch  gut  und  widerrief  die  Eintragung  der  Schweizer  Marke  Nr. 585 441  "HÖFER  FAMILY­OFFICE  (fig.)"  vollumfänglich  (Dispositiv  Ziffern 1 und 2).  Hinsichtlich der von den beiden Marken beanspruchten Dienstleistungen  ist die Vorinstanz von Dienstleistungsidentität ausgegangen. Sie bejahte 

B­7367/2010 die Ähnlichkeit der Zeichen, da weder der beschreibende Begriff FAMILY­ OFFICE  noch  die  Grafik  geeignet  seien,  um  im  Erinnerungsvermögen  des Publikums haften zu bleiben. Wegen des normalen Schutzumfanges  der Widerspruchsmarke HOFER reichten die zusätzlichen Elemente des  angefochtenen  Zeichens  nicht  aus,  den  Gesamteindruck  des  neu  geschaffenen  Zeichens  zu  bestimmen,  weshalb  eine  Verwechslungsgefahr zu bejahen sei. E.  Gegen  diese  Verfügung  erhob  die  Beschwerdeführerin  am  13.  Oktober  2010  am  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde.  Die  Rechtsbegehren  lauten wie folgt:  "1.  Die  Ziffern  1,  2  und  4  des  Dispositivs  der  Verfügung  des  Eidg.  Instituts  für  Geistiges  Eigentum  vom  13.  September  2010  im  Widerspruchsverfahren  Nr. 10571  seien  aufzuheben  und  es  sei  der  Widerspruch Nr. 10571 abzuweisen. 2.  Unter  Kosten­  und  Entschädigungsfolge  auch  im  erstinstanzlichen  Verfahren zu Lasten der Beschwerdegegnerin." Zur Begründung führt sie unter anderem aus, die Vorinstanz könne nicht  einerseits  feststellen,  dass  Kurzwörter  akustisch  leichter  erfasst  würden  und dann entscheiden, dass die Hauptelemente HOFER und HÖFER, bei  welchen es sich um Kurzzeichen handle,  fast  identisch seien. Weiter sei  die  Aufeinanderfolge  der  Vokale  beim  Zeichenvergleich  entscheidend.  Dies  habe  die  Vorinstanz  ebenso  wie  die  Zeichenlänge  nicht  berücksichtigt.  Hinzukomme,  dass  die  beiden  Zeichen  einen  unterschiedlichen  Sinngehalt  aufwiesen,  bzw.  wegen  der  ausgeprägten  Individualisierungsfunktion  von  Familiennamen  schon  kleinste  Unterschiede  aufmerksam wahrgenommen würden. Nur  bei  identischen  Namen  vermute  der  Verkehr  eine  Verbindung  zwischen  den  Kennzeichen.  Schliesslich  enthalte  die  angefochtene  Marke  weitere  Elemente,  die  selbst  wenn  sie  –  entgegen  ihres  Vortrages  –  dem  Gemeingut  zugerechnet  würden,  den  Gesamteindruck  mitprägten.  Die  angesprochenen  Verkehrskreise  würden  im  Zusammenhang  mit  den  beanspruchten  Dienstleistungen  eine  erhöhte  Aufmerksamkeit  und  Sorgfalt  an  den  Tag  legen,  weswegen  Zeichen­  und  Sinnunterschiede  nachhaltiger im Gedächtnis haften blieben. Zum Vergleich liefert sie eine  gegen über der Stellungnahme im Verfahren vor der Vorinstanz vertiefte  Darstellung der Rechtslage bei Gleichnamigkeit. Sie weist erneut darauf  hin,  dass  eine  mittelbare  Verwechslungsgefahr  sowie  eine 

B­7367/2010 Verwechslungsgefahr  in  weiterem  Sinne  ebenfalls  ausgeschlossen  werden können. F.  Mit  Eingabe  vom  9.  Dezember  2010  verzichtete  die  Vorinstanz  auf  Einreichung einer Stellungnahme. G.  Die  Beschwerdegegnerin  beantragte  mit  Vernehmlassung  vom  10.  Dezember 2010 die Beschwerde unter Kosten­ und Entschädigungsfolge  zu Lasten der Beschwerdeführerin abzuweisen.  Sie  bestreitet,  dass  es  sich  bei  den Namen  um Kurzworte  handelt.  Die  Zeichen  seien  nahezu  identisch.  Die  in  der  angefochtenen  Marke  enthaltenen  weiteren  Elemente  könnten  nicht  als  "unterscheidender  Zusatz"  qualifiziert  werden,  weshalb  sowohl  die  Zeichenähnlichkeit  als  auch  die  Verwechslungsgefahr  zu  bejahen  seien.  Weiter  werde  im  Widerspruchsverfahren  ausschliesslich  Art.  3  MSchG  geprüft,  so  dass  darüber  hinausgehenden  Fragen  des  Lauterkeits­,  Firmen­  oder  Namensrechts  wegen  der  summarischen  Natur  des  Verfahrens  ausser  Betracht  fallen. Der Widerspruchsgegner  sei  darauf  beschränkt,  sich  zu  seiner  Verteidigung  auf  die  Einrede  des  Nichtgebrauchs,  die  fehlende  Schutzfähigkeit oder die starke Verwässerung der Widerspruchsmarke zu  berufen. H.  Mit  Instruktionsverfügung  vom  13.  Dezember  2010  beschränkte  der  Instruktionsrichter den weiteren Schriftenwechsel auf eine Stellungnahme  zum  nach  Beschwerdeerhebung  ergangenen  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  3. November  2010  im  Verfahren  B­6046/2008  (R  Rothmans  [fig.]/Roseman  Crown  Agencies  KING  SIZE  [fig.]). I.  Die Beschwerdeführerin replizierte mit Eingabe vom 27. Januar 2011. Sie  wiederholte  ihre  Auffassung,  dass  bei  einer  Kollision  zweier  ähnlicher  Familiennamen andere Regeln gälten als bei der Kollision eines älteren  Familiennamens  mit  einer  Fantasiebezeichnung.  Die  Rechtsprechung  des Bundesgerichts zu berühmten Marken verdeutliche, dass nur im Falle  der Berühmtheit  eine Monopolisierung  des Familiennamens möglich  sei  (BGE  116  II  614  Gucci).  Hiervon  sowie  von  der  Rechtsprechung  der 

B­7367/2010 Zivilgerichte  sei  das  Bundesverwaltungsgericht  bereits  im  Urteil  B­ 2653/2008  vom  1.  Dezember  monari  c./ANNA  MOLINARI,  einem  Vorläuferentscheid  des  Urteils  B­6046/2008,  zu  Unrecht  abgewichen.  Darauf  könne  der  angegriffene  Markeninhaber  nur  durch  ein  Sistierungsbegehren und gleichzeitiger Anstrengung eines Zivilprozesses  mit  negativer  Feststellungsklage  reagieren.  Der  Inhaber  der  Widerspruchsmarke  wisse,  dass  ihm  bei  Erhebung  eines Widerspruchs  nur  eingeschränkte  Verteidigungsmöglichkeiten  zur  Verfügung  stehen,  namentlich  eine  Berufung  auf  allfällige  Berühmtheit  seiner  Marke  nicht  möglich  ist.  Der  Widerspruchsgegner  bekomme  indessen  dieses  Verfahren  aufgezwungen.  Ihm  müsse  ein  verfassungsrechtlicher  Anspruch  auf  eine  der  zivilgerichtlichen  Praxis  entsprechende  Anwendung des Markenrechts zugebilligt werden. Könne, wie vorliegend,  eine  Zeichenkollision  nicht  allein  nach  dem  Grundsatz  der  zeitlichen  Priorität  gelöst werden,  sei  eine  Interessenabwägung  vorzunehmen,  bei  der eine allfällige Bekanntheit der Widerspruchsmarke, die Gründe für die  Wahl  des  Zeichens  sowie  die  Erwartungen  der  Zeichenadressaten  zu  berücksichtigen seien. J.  Mit Duplik vom 23. Februar 2011 führte die Beschwerdegegnerin aus, ein  Recht  Gleichnamiger  oder  Ähnlichnamiger  seinen  Namen  im  geschäftlichen  Verkehr  zu  benutzen,  entspreche  nicht  einem Recht  auf  kennzeichenmässige  Benutzung.  Die  kennzeichenmässige  Benutzung  des  gleichen  oder  ähnlichen  Namens  sei  nur  mit  einer  unterscheidungskräftigen  Ergänzung  möglich,  an  der  es  der  angefochtenen  Marke  indessen  fehle.  Die  von  der  Beschwerdeführerin  zitierte  Rechtsprechung  bestätige  dies  oder  betreffe  allein  berühmte  Marken (BGE 116 II 614 Gucci), ohne dass daraus geschlossen werden  könne, wie mit anderen Marken zu verfahren sei. K.  Die  Parteien  verzichteten  stillschweigend  auf  die  Durchführung  einer  öffentlichen Parteiverhandlung.  L.  Auf weitere Vorbringen der Parteien wird, soweit erforderlich, im Rahmen  der Erwägungen eingegangen.  Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

B­7367/2010 1.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  zur  Beurteilung  von  Beschwerden  gegen  Entscheide  der  Vorinstanz  in  Widerspruchssachen  zuständig  (Art. 31  und  33  Bst. d  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005 [VGG, SR 173.32]).  Die Beschwerde wurde  innerhalb  der  gesetzlichen Frist  von Art. 50  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  am  13.  Oktober  2010  formgerecht  eingereicht  (Art. 52  Abs. 1  VwVG)  und  der  verlangte  Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet (Art. 63 Abs. 4 VwVG).  Als Adressatin der angefochtenen Verfügung  ist die Beschwerdeführerin  beschwert und hat ein schutzwürdiges Interesse an ihrer Aufhebung oder  Änderung. Sie ist somit zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 Abs. 1  VwVG). Ebenso  liegen die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen gemäss  Art. 48 ff. VwVG vor. Auf die Beschwerde ist daher einzutreten. 2.  2.1.  Nach  der  Legaldefinition  von  Art. 1  Abs. 1  des  Markenschutzgesetzes vom 28. August 1992 (MSchG, SR 232.11) ist die  Marke ein Zeichen zur Unterscheidung von Waren oder Dienstleistungen  verschiedener Unternehmen voneinander. Das Markenrecht entsteht mit  der  Eintragung  ins  Register  und  steht  demjenigen  zu,  der  die  Marke  zuerst  hinterlegt  (Art. 5 f.  MSchG).  Dem  Inhaber  verleiht  es  das  ausschliessliche  Recht,  die  Marke  zur  Kennzeichnung  der  Waren  und  Dienstleistungen,  für  die  sie  beansprucht  wird,  zu  gebrauchen  und  darüber zu verfügen (Art. 13 Abs. 1 MSchG).  2.2. Gestützt auf Art. 3 Abs. 1 MSchG kann der Inhaber der älteren Marke  Widerspruch gegen entsprechende jüngere Markeneintragungen erheben  (Art. 31  Abs. 1  MSchG).  Vorliegend  erhob  die  Inhaberin  der  älteren  internationalen  Registrierung  Nr. 947 749  "HOFER",  welche  am  12. Juli  2007  in  das  internationale  Register  eingetragen  wurde,  Widerspruch  gegen  die  am  16.  April  2009  auf  www.swissreg.ch  veröffentlichte  und  damit  jüngere  schweizerische  Marke  CH­Nr. 585 441  "HÖFER  FAMILY  OFFICE  (fig.)".  Der  am  8.  Juli  2009  erhobene  Widerspruch  erfolgte  rechtzeitig (vgl. Art. 31 Abs. 2 MSchG). Erweist sich ein Widerspruch als 

B­7367/2010 begründet,  so  wird  die  Eintragung  ganz  oder  teilweise  widerrufen,  andernfalls wird der Widerspruch abgewiesen (Art. 33 MSchG).  3.  3.1. Bei den Bestandteilen HÖFER in der angefochtenen und HOFER in  der Widerspruchsmarke  handelt  es  sich  unstreitig  um deutschsprachige  Familiennamen.  Gemäss  Rechtsprechung  und  Doktrin  sind  Personen­ namen  grundsätzlich  eintragungsfähig.  Familiennamen  können  monopolisiert  werden  und  geniessen  entsprechenden  Schutz.  Das  geltende  Recht  sieht  für  Marken,  die  aus  Personennamen  bestehen,  keinen  unterschiedlichen  Schutz  vor,  weshalb  auch  für  die  Eintragung  von  Vor­  und  Familiennamen  ins  Markenregister  dieselben  absoluten  Schutzausschlussgründe  wie  für  die  Eintragung  der  übrigen  Markenkategorien  massgeblich  sind  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts B­6222/2009 vom 30. November 2010 Louis  Boston;  vgl.  auch  Richtlinien  in  Markensachen  des  Eidg.  Instituts  für  Geistiges Eigentum, 01.01.2011, Teil 4, Ziffer 4.4.2.2.5, S. 73 f.). 3.2. Für  das Widerspruchsverfahren macht  die Beschwerdeführerin  vor­ liegend geltend, sie habe einen verfassungsrechtlichen Anspruch auf eine  richtige Anwendung des Markenrechts. Dieser sei nicht erfüllt, wenn das  Markenrecht  im  Widerspruchsverfahren  "in  einem  minderen  Masse"  angewendet  und  die  Gleichnamigkeitsproblematik  im  Sinne  der  bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht behandelt werde. Sie verweist  in  diesem  Zusammenhang  insbesondere  auf  die  Urteile  des  Bundesgerichts BGE 116 II 614 Gucci/Paolo Gucci, 4A_44/2007 vom 15.  Oktober 2007 in sic! 4/2008 295 ff. sergio rossi [fig.]/Rossi [fig.] sowie SMI  1976 61 E. 5c, Terry. Die Ausklammerung der namensrechtlichen Fragen  durch  das  Eidg.  Institut  für  Geistiges  Eigentum  und  das  Bundesverwaltungsgericht  würde  dazu  führen,  dass  der  Inhaber  einer  ähnlich­namigen  jüngeren  Marke  gegenüber  dem  Inhaber  einer  gleichnamigen  jüngeren  im  Zivilprozess  angegriffenen Marke  schlechter  gestellt werde und sich dagegen nicht zur Wehr setzen könne, da er der  Rechtsmittelwahl des Inhabers der älteren Marke ausgesetzt sei. 3.3.  Die  Berücksichtigung  von  aussermarkenrechtlichen  Einwendungen  ist im Widerspruchsverfahren vom Gesetzgeber nicht vorgesehen worden  (CHRISTOPH  WILLI,  in:  Markenschutzgesetz,  Kommentar  zum  schweizerischen  Markenrecht  unter  Berücksichtigung  des  europäischen  und  internationalen  Markenrechts,  Zürich  2002,  Art.  31,  N. 15).  Ziel 

B­7367/2010 dieses  Verfahrens  ist  es,  möglichst  rasch  und  als  Ergänzung  zum  Zivilprozess,  die  abstrakte  Klärung  eines  Markenkonflikts  zu  gewährleisten  (EUGEN  MARBACH,  in:  Roland  von  Büren/Lucas  David  [Hrsg.],  Schweizerisches  Immaterialgüter­  und  Wettbewerbsrecht,  Bd.  III/1, Markenrecht, 2. Aufl., Basel 2009,  [hiernach: MARBACH, SIWR  III/1],  N. 1118; WILLI, a.a.O., Vor Art. 31, N. 2 und 4). Es handelt sich somit klar  nicht um ein Einspruchsverfahren, mit welchem der Eintragungsentscheid  angefochten  werden  könnte,  weshalb  die  Kognition  beschränkt  ist  (MARBACH, a.a.O., N. 1158; WILLI, a.a.O., Art. 31, N. 13; GREGOR WILD, in:  Michael  G.  Noth/Gregor  Bühler/Florent  Thouvenin  [Hrsg.],  Markenschutzgesetz  [MSchG], Bern 2009, Art. 31 N. 8 f.). Entsprechend  kann  sich  der  Widersprechende  gemäss  Art. 31  Abs. 1  MSchG  zur  Begründung  seines  Widerspruchs  einzig  auf  relative  Ausschlussgründe  im  Sinne  von  Art.  3  MSchG  berufen.  Ansprüche  aus  Firmen­  und  Namensrecht  sowie  aus  Lauterkeitsrecht  können  nicht  geltend  gemacht  werden (WILLI, a.a.O., Art. 31, N. 15; MARBACH, SIWR III/1, N. 1160). Dies  gilt  auch  für  den  Widerspruchsgegner  (MARBACH,  SIWR  III/1,  N. 1164;  WILLI, a.a.O., Art. 31, N. 16). Insbesondere kann sich dieser nicht auf das  Recht  des  Gleichnamigen  auf  Verwendung  seines  Namens  berufen  (WILLI,  a.a.O.,  Art. 31,  N. 16).  Demnach  ist  entgegen  der  Meinung  der  Beschwerdeführerin  vom  Gesetzgeber  für  namenenthaltende  Marken  kein  abweichendes  Prüfschema  im  Rahmen  von  Art. 3  MSchG  vorgesehen worden. Dass ein Zeichenkonflikt unter Umständen aufgrund  der beschränkten Kognition nicht umfassend geklärt werden kann, wurde  vom Gesetzgeber  in Kauf genommen (MARBACH, SIWR III/1, N. 1118 f.).  Von einer Verletzung eines allfälligen verfassungsrechtlichen Anspruchs  des Widerspruchsgegners kann deshalb nicht die Rede sein, zumal  ihm  der  Zivilprozess  offen  steht  um  diese  Rechte  geltend  zu  machen.  In  diesem  Sinne  gehen  das  Bundesverwaltungsgericht  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­6046/2008  vom  3.  November  2010  R  Rothmans [fig.]/Roseman Crown Agencies KING SIZE [fig.], B­2653/2008  monari  c./ANNA  MOLINARI  vom  1.  Dezember  2008  und  B­7433/2006  vom 7. November  2007)  und die Eidgenössische Rekurskommission  für  geistiges Eigentum (RKGE) (Entscheid der RKGE vom 10. August 2006  E. 8 Pfleger/CP Caren Pfleger, veröffentlicht  in sic! 2006 S. 859) auch in  Familiennamen  betreffenden  Verfahren  davon  aus,  dass  das  Widerspruchsverfahren  gemäss  Art.  31  MSchG  allein  die  Prüfung  von  Art. 3  MSchG  beschlägt.  Dass  sich  vorliegend  zwei  Familiennamen  gegenüber  stehen,  ist  demnach  einzig  bei  der  Prüfung  der  Sinngehalte  beider Zeichen relevant (vgl. dazu E. 6.7 hiernach). 

B­7367/2010 4.  4.1. Zeichen sind gemäss Art. 3 Abs. 1 Bst. c MSchG vom Markenschutz  ausgeschlossen,  wenn  sie  einer  älteren  Marke  ähnlich  und  für  gleiche  oder  gleichartige  Waren  oder  Dienstleistungen  registriert  sind,  so  dass  sich  daraus  eine  Verwechslungsgefahr  ergibt.  Die  Beurteilung  der  Verwechslungsgefahr  richtet  sich  nach  der  Ähnlichkeit  der  Zeichen  im  Erinnerungsbild  des  Letztabnehmers  (BGE  121  III  378  E.  2a  BOSS/BOKS,  BGE  119  II  473  E.  2d  Radion/Radiomat;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­7934/2007  vom  26.  August  2009  E.  2.1  Fructa/Fructaid,  B­3578/2007  vom  31.  Oktober  2007  E.  2  Focus/Pure  Focus, B­7492/2006 vom 12. Juli 2007 E. 3 Aromata/Aromathera; siehe  auch MARBACH, SIWR III/1, N. 867) und nach dem Mass an Gleichartigkeit  zwischen den geschützten Waren und Dienstleistungen. Zwischen diesen  beiden Elementen besteht eine Wechselwirkung: An die Verschiedenheit  der Zeichen sind umso höhere Anforderungen zu stellen, je ähnlicher die  Waren und/oder Dienstleistungen sind, und umgekehrt (LUCAS DAVID,  in:  Kommentar  zum  schweizerischen  Privatrecht,  Markenschutzgesetz/Muster­  und  Modellgesetz,  2. Aufl.,  Basel  1999,  MSchG Art. 3 N. 8).  4.2. Für die Beurteilung der Verwechslungsgefahr gemäss Art. 3 Abs. 1  MSchG  ist  ausschlaggebend,  ob  aufgrund  der  Ähnlichkeit  Fehlzurechnungen  zu  befürchten  sind,  welche  das  besser  berechtigte  Zeichen in seiner Individualisierungsfunktion gefährden (BGE 127 III 166  E. 2a Securitas). Eine Verwechslungsgefahr ist anzunehmen, wenn eines  der  zu  vergleichenden  Zeichen  für  das  andere  gehalten  wird  ("unmittelbare  Verwechslungsgefahr"),  aber  auch  dann,  wenn  die  massgeblichen  Verkehrskreise  die  Zeichen  zwar  auseinanderhalten,  dahinter  aber  unrichtige  wirtschaftliche  Zusammenhänge  vermuten  und  namentlich  annehmen,  dass  beide  gekennzeichneten  Angebote  aus  demselben  Unternehmen  stammen  ("mittelbare  Verwechslungsgefahr",  vgl.  BGE  128  III  97  f.  E.  2a  Orfina/Orfina,  BGE  127  III  166  E.  2a  Securitas, Urteil des Bundesgerichts 4C.171/2001 vom 5. Oktober 2001  E.  1b Stoxx/StockX  [fig.],  veröffentlicht  in  sic!  2002  S.  99, BGE  122  III  382 ff. Kamillosan).  4.3. Damit  eine  Verwechslungsgefahr  droht, müssen  aber  noch weitere  Faktoren  hinzukommen.  Zu  berücksichtigen  sind  im  Einzelfall  der  Aufmerksamkeitsgrad,  mit  dem  die  Abnehmer  bestimmte  Waren  oder  Dienstleistungen  nachfragen,  sowie  die  Kennzeichnungskraft,  da  diese 

B­7367/2010 massgeblich  den Schutzumfang  einer Marke  bestimmt  (GALLUS  JOLLER,  in:  Michael  G.  Noth/Gregor  Bühler/Florent  Thouvenin  [Hrsg.],  Markenschutzgesetz [MSchG], Bern 2009, Art. 3 N. 45; siehe auch WILLI,  a.a.O.,  Art. 3,  N. 17 ff.).  Für  schwächere  Marken  ist  der  geschützte  Ähnlichkeitsbereich  kleiner  als  für  starke.  Bei  schwachen  Marken  genügen  daher  schon  bescheidenere  Abweichungen,  um  eine  hinreichende  Unterscheidbarkeit  zu  schaffen  (BGE  122  III  382  E.  2a  Kamillosan;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­6046/2008  vom  3. November  2010  E.  3.3  R  Rothmans  [fig.]/Roseman  Crown  Agencies  KING  SIZE  [fig.],  B­2653/2008  vom  1. Dezember  2008  E.  3.3  monari  c./ANNA MOLINARI).  Als  schwach  gelten  insbesondere  Marken,  deren  wesentliche  Bestandteile  sich  eng  an  Sachbegriffe  des  allgemeinen  Sprachgebrauchs  anlehnen  (BVGE  2010/32  E.  7.3  Pernaton/Pernadol  400,  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­7492/2006  vom  12.  Juli  2007 E. 5 Aromata/Aromathera). Stark  sind demgegenüber Marken, die  entweder aufgrund  ihres  fantasiehaften Gehalts auffallen oder aber sich  im Verkehr durchgesetzt  haben  (BGE 122  III  382 E. 2a Kamillosan, mit  Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 4C.258/2004 vom 6. Oktober 2004  E.  2.2  Yello; MARBACH,  SIWR  III/1.,  N. 979  mit  Hinweis  auf  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts B­7475/2006 vom 20.  Juni  2007 E. 6 und 7  Converse All Stars [fig.]/Army tex [fig.] und Entscheid der RKGE vom 26.  Oktober  2006  E.  7 Red  Bull  [fig.]/Red,  Red  Devil,  veröffentlicht  in  sic!  2007  S. 531).  Die  Verwechselbarkeit  zweier  Zeichen  ist  daher  nicht  aufgrund  eines  abstrakten  Zeichenvergleichs,  sondern  stets  vor  dem  Hintergrund  der  gesamten  Umstände  zu  beurteilen  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­6046/2008  vom  3.  November  2010  R  Rothmans [fig] / Roseman Crown Agencies KING SIZE [fig.]).  5.  Als erstes sind die massgeblichen Verkehrskreise für die im Widerspruch  stehenden  Dienstleistungen  zu  bestimmen  (EUGEN  MARBACH,  Die  Verkehrskreise  im Markenrecht,  in: sic! 2007, S. 1, 6 f. und 11). Es sind  dies  sowohl  bei  der  angefochtenen  Marke  als  auch  bei  der  Widerspruchsmarke  die  in  Klasse  36  eingeteilten  Dienstleistungen  "Versicherungswesen;  Finanzwesen;  Geldgeschäfte;  Immobilienwesen".  Diese  Dienstleistungen  richten  sich  in  erster  Linie  an  Fachleute  der  Finanz­,  Versicherungs­  und  Immobilienbranche,  aber  auch  an  Durchschnittskonsumenten  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­ 2125/2008 vom 15. Mai 2009 E. 3 TOTAL TRADER). 

B­7367/2010 6.  Angesichts der unbestritten Dienstleistungsidentität gilt es nun zu prüfen,  ob eine Zeichenähnlichkeit besteht. 6.1.1. Entscheidend bei der Beurteilung der Ähnlichkeit zweier Zeichen ist  der  Gesamteindruck,  den  die  Zeichen  bei  den  massgebenden  Verkehrskreisen  hinterlassen  (MARBACH,  SIWR  III/1,  N. 864).  Beim  Zeichenvergleich  ist  von  den  Eintragungen  im  Register  auszugehen  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­5325/2007  vom  12. November  2007 E.  3 Adwista/ad­vista mit  Hinweisen;  siehe  auch MARBACH,  SIWR  III/1, N. 705),  doch  gilt  es  zu  berücksichtigen,  dass  das  angesprochene  Publikum die beiden Marken  in der Regel nicht gleichzeitig vor sich hat.  Deshalb  ist auf das Erinnerungsbild abzustellen, welches die Abnehmer  von den eingetragenen Marken bewahren (Entscheid der RKGE vom 27.  April  2006  E.  6  O  [fig.],  veröffentlicht  in  sic!  2006  S.  673  f.).  Diesem  Erinnerungsbild haftet zwangsläufig eine gewisse Verschwommenheit an  (MARBACH,  SIWR  III/1,  N. 867 f.),  weshalb  es  wesentlich  durch  das  Erscheinungsbild  der  kennzeichnungskräftigen Markenelemente  geprägt  wird  (BGE  122  III  386  E. 2a  Kamillosan).  Schwache  oder  gemeinfreie  Markenbestandteile  dürfen  jedoch  bei  der  Beurteilung  der  Markenähnlichkeit  nicht  einfach  ausgeblendet  werden  (MARBACH,  SIWR  III/1,  N. 866 mit  Hinweis  auf  BGE  122  III  382  E.  5b Kamillosan;  WILLI,  a.a.O.,  Art.  3,  N. 65).  Vielmehr  ist  im Einzelfall  zu  entscheiden,  ob  und  inwieweit  dieselben  das  Markenbild  ungeachtet  ihrer  Kennzeichnungsschwäche  beeinflussen  (MARBACH,  SIWR  III/1,  N. 865  mit Hinweis  auf  das Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts  B­1085/2008  vom  13.  November  2008 Red  Bull/Stierbräu).  Eine  Differenzierung  und  damit  eine  Gewichtung  der  Zeichenelemente  ist  zulässig  (MARBACH,  SIWR III/1, N. 866 mit Hinweis auf BGE 96 II 400 Eden Club). 6.1.2.  Für  Kollisionsfälle  zwischen  komplexen  Marken,  beispielsweise  kombinierten Wort­/Bildmarken, können keine absoluten Regeln darüber  aufgestellt werden, welchem Zeichenelement auf der einen oder anderen  Seite die für den Gesamteindruck prägende Bedeutung zukommt. Enthält  eine Marke sowohl kennzeichnungskräftige Wort­ als auch Bildelemente,  können diese das Erinnerungsbild gleichermassen prägen. Entsprechend  kann bereits angesichts einer hohen Zeichenähnlichkeit in Bezug auf das  Wort­  oder  das  Bildelement  eine  Verwechslungsgefahr  resultieren  (MARBACH,  SIWR  III/1,  N. 930 f.).  Sind  die  Bildelemente  einer  kombinierten Wort­/Bildmarke nur wenig kennzeichnungskräftig, treten sie  beim Zeichenvergleich in den Hintergrund (Entscheid der RKGE vom 10. 

B­7367/2010 Februar 2004 E. 10 SPEEDO/Speed Company [fig.], veröffentlicht in sic!  2004 S. 578 f.). 6.1.3.  Die  Wortelemente  von  Marken  sind  nach  folgenden  Kriterien  miteinander zu vergleichen. Zu beachten sind ihr Klang und ihr Schriftbild,  gegebenenfalls  auch  ihr  Sinngehalt.  Das  Silbenmass,  die  Aussprachekadenz  und  die  Aufeinanderfolge  der  Vokale  prägen  insbesondere  den  Klang,  während  das  Schriftbild  vor  allem  durch  die  Wortlänge  und  durch  die  Eigenheiten  der  verwendeten  Buchstaben  bestimmt  wird  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­7492/2006  vom  12.  Juli  2007  E.  4  Aromata/Aromathera  mit  Hinweisen).  Bei  reinen  Wortmarken  genügt  grundsätzlich  schon  eine  Übereinstimmung  unter  einem der drei genannten Gesichtspunkten um die Zeichenähnlichkeit zu  bejahen.  Ein  klar  erkennbarer,  unterschiedlicher  Sinngehalt  im  Widerspruch  stehender  Marken  kann  eine  festgestellte  visuelle  oder  akustische Ähnlichkeit jedoch wettmachen. Dazu reicht es aber nicht aus,  dass  der  Sinngehalt  der  einen  Marke  demjenigen  der  anderen  nicht  entspricht,  sondern  es  ist  ein  Sinngehalt  erforderlich,  der  sich  den  Wahrnehmenden  sofort  und  unwillkürlich  aufdrängt  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts B­7460/2006 vom 6. Juli 2007 E. 6 Adia/Aida  Jobs,  Aida  Personal,  Entscheid  der  RKGE  vom  10.  März  2006  E.  7  Minergie/Sinnergie  mit  weiteren  Hinweisen,  veröffentlicht  in  sic!  2006  S. 413). 6.2.  Im  vorliegenden  Fall  stehen  sich  die  Zeichen  "HÖFER  FAMILY  OFFICE  (fig.)"  und  "HOFER"  gegenüber.  Während  es  sich  bei  der  Widerspruchsmarke  "HOFER"  um  eine  reine  Wortmarke  handelt,  weist  die  angefochtene  Marke  "HÖFER  FAMILY  OFFICE  (fig.)"  nebst  verschiedenen Schriftgrössen  auch  ein  figuratives Element  auf,  nämlich  zwei  aufeinanderliegende  gleichseitige  Dreiecke  wobei  das  Grössere  gestrichelt  und  das  Kleinere  schwarz  ausgefüllt  dargestellt  werden.  In  ihrer Beschwerde bringt die Beschwerdeführerin vor, die Vorinstanz habe  zu Unrecht bloss die Ähnlichkeit der Zeichen "Hofer" und "Höfer" beurteilt  und  dabei  den  abweichenden  Sinngehalt  in  den  kollidierenden  Marken  sowie die zusätzlichen Wortelemente  "Family Office" der angefochtenen  Marke ignoriert. Das figurative Element in der angefochtenen Marke hätte  demnach  im  Rahmen  des  Zeichenvergleichs  aufgrund  der  Massgeblichkeit  des  Gesamteindrucks,  ebenso  wie  die  Wortelemente  "Family Office" stärker berücksichtigt und eine Zeichenähnlichkeit folglich  verneint werden müssen (vgl. Ziffern 20 ff. der Beschwerdeschrift).

B­7367/2010 6.3. Die Widerspruchsmarke  "HOFER" besteht als  reine Wortmarke aus  einem Familiennamen, welcher unbestrittenermassen im Zusammenhang  mit  den  beanspruchten  Dienstleistungen  der  Klasse  36  keinen  Gemeingutscharakter  hat  (vgl.  E. 3.3  hiervor).  Die  Kennzeichnungskraft  derartiger  Marken  und  ihr  Schutzumfang  sind  daher  normal  (JOLLER,  a.a.O., Art. 3 Rn. 81). Geringe Abweichungen der angefochtenen Marke  von  der  Widerspruchsmarke  genügen  somit  nicht,  um  eine  Zeichenähnlichkeit  zu  verneinen  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­6046/2008 vom 3. November 2010 E. 7.1 R Rothmans [fig.]/ Roseman  Crown Agencies KING SIZE [fig.]).

B­7367/2010 6.4.  6.4.1.  Im  Unterschied  zur  Widerspruchsmarke  setzt  sich  die  angefochtene Marke aus verschiedenen Markenbestandteilen, für welche  die Kennzeichnungskraft je einzeln zu bestimmen ist, zusammen (JOLLER,  a.a.O.,  Art. 3  Rn. 78).  Sowohl  der  Familienname"Höfer"  als  auch  die  verwendete  Grafik  sind  im  Zusammenhang  mit  den  beanspruchten  Dienstleistungen kennzeichnungskräftig. Hingegen ist der Begriff "Family  Office"  im  Zusammenhang  mit  den  beanspruchten  Dienstleistungen  kennzeichnungsschwach.  Als  "Family  Office"  werden  nämlich  unabhängige Gesellschaften  bezeichnet,  deren  Zweck  die  ganzheitliche  Betreuung  und  Beratung  komplexer  Vermögenssituationen  einer  oder  mehrerer  Familien  ist,  mit  dem  Ziel,  diese  über  Generationen  nach  Inflation  und  Steuern  zu  erhalten  (vgl.  "Family  Offices:  Die  Geldmaschinen  der  Superreichen",  in:  BILANZ  –  Das  Schweizer  Wirtschaftsmagazin  vom  24.07.2004,  abrufbar  unter  <http://www.bilanz.ch/unternehmen/family­offices­die­geldmaschinen­der­ superreichen#>;  CHRISTIAN  VON  HILLER,  Wie  die  Reichen  ihr  Geld  anlegen,  in:  Frankfurter  Allgemeine  Zeitung  vom  28.09.2010,  abrufbar  unter:  <http://www.fazfinance.net/Aktuell/Finanzen/Der­Kapitalerhalt­ist­ eine­der­groessten­Sorgen­0000.html>;  alle  zuletzt  besucht  am  24.08.2011). Ein Family Office betreut ein Familienvermögen umfassend  und  bietet  daher  Dienstleistungen  im  Finanz­,  Versicherungs­  und  Immobilienwesen  an,  weshalb  sämtliche  in  Klasse  36  beanspruchten  Dienstleistungen  von  einem  solchen  Family  Office  erbracht  werden  können,  so  dass  dieses  Zeichenelement  lediglich  den  Dienstleistungserbringer  beschreibt  (BILANZ,  a.a.O.;  VON HILLER,  a.a.O.;  siehe auch RICHARD BAUER, Das Family­Office  als Butler  der Reichen –  Diskretes  Geschäft  mit  Milliardenvermögen,  in:  Neue  Zürcher  Zeitung  vom  9.01.2009,  abrufbar  unter:  <http://www.nzz.ch/nachrichten/  wirtschaft/aktuell/das_family­ office_als_butler_der_reichen_1.1668103.html>).  Die  Tatsache  allein,  dass der Begriff im Jahre 2003 u.a. für Dienstleistungen der Klasse 36 als  Wortmarke eingetragen wurde  (siehe CH­Nr. 510627 FAMILY OFFICE),  kann entgegen der Annahme der Beschwerdeführerin nicht dahingehend  interpretiert  werden,  dass  damit  zum  heutigen  Zeitpunkt  ein  Gemeingutcharakter ausgeschlossen werden kann.  6.4.2.  Der  Gesamteindruck  der  angefochtenen  Marke  wird  daher –  entgegen der Meinung der Beschwerdeführerin, aber im Einklang mit der  Vorinstanz  –  vom Familiennamen  "Höfer"  und  dem grafischen Element, 

B­7367/2010 welches  im  Übrigen  sämtliche  Wortelemente  an  Grösse  überragt,  geprägt. 6.5. Sowohl die Widerspruchsmarke "HOFER" als auch die angefochtene  Marke "HÖFER FAMILY OFFICE" bestehen in ihren den Gesamteindruck  prägenden Wortelementen aus einem zweisilbigen Namen, bei welchem  die  Betonung  auf  der  ersten  Silbe  liegt.  Die  Vokalfolge  der  Widerspruchsmarke  lautet  O­E,  jene  der  angefochtenen  Marke  Ö­E.  Hingegen  stimmen  die  beiden Marken  in  ihrer  Konsonantenfolge H­F­R  überein.  Unterschiede  bestehen  daher  in  Bezug  auf  den Wortklang  nur  bei der Aussprache der ersten Silbe bzw. des ersten Vokals.  6.6. Weiter  setzen  sich beide Zeichen aus  fünf mehrheitlich  identischen  Buchstaben zusammen. Unterschiede im Schriftbild bestehen lediglich in  den  Umlautzeichen  über  dem  zweiten  Buchstaben  "O"  und  der  Grafik,  welche in der Widerspruchsmarke fehlen.  6.7.  In  Bezug  auf  die  Ähnlichkeit  der  Sinngehalte  ist  zunächst  festzuhalten,  dass  lediglich  der  Sinngehalt  kennzeichnender  Elemente  von  Relevanz  ist  (MARBACH,  SIWR  III/1,  N. 887),  weshalb  im  angefochtenen  Zeichen  der  Sinngehalt  des  Zeichenelementes  "Family  Office"  ausser  Betracht  fällt  (vgl.  E. 6.4.1  hiervor).  Die  massgebenden  Elemente  beider  Zeichen  sind  Familiennamen  ohne  beschreibenden  Sinngehalt  im Zusammenhang mit den beanspruchten Dienstleistungen.  Soweit  daher  überhaupt  von  einem  substantiellen  Sinngehalt  ausgegangen  werden  kann,  ist  mit  der  Beschwerdeführerin  einig  zu  gehen,  dass  diesbezüglich  keine  Kongruenz  vorliegt  (vgl.  Ziffer 18  der  Beschwerdeschrift).  Eine  Übereinstimmung  besteht  lediglich  in  der  Funktion  dieser  Zeichenelemente,  nämlich  der  Namensgebung  eines  Unternehmens.  Auch  das  grafische  Element  der  angefochtenen  Marke  hat  im  Zusammenhang mit  den  beanspruchten Dienstleistungen  keinen  bestimmbaren  Sinngehalt:  Es  handelt  sich  um  ein  rein  dekoratives  Element.  6.8. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin ist im Gesamteindruck  beider  Zeichen  trotz  den  festgestellten  Unterschiede  eine  Zeichenähnlichkeit zu bejahen. Die kennzeichnungskräftigen und nahezu  identischen  Wortelemente  unterscheiden  sich  schriftbildlich  kaum.  Die  Unterschiede  im Wortklang  beschränken  sich  auf  die Aussprache  eines  Einzelbuchstabens,  was  keinen  genügenden  Abstand  zur  Widerspruchsmarke schafft (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B­

B­7367/2010 7460/2006  vom 6.  Juli  2007 E. 6.1 Adia/Aida  Jobs, Aida Personal). Die  identische Konsonantenfolge verstärkt diese Ähnlichkeit (MARBACH, SIWR  III/I,  N. 880).  Das  vorliegende  grafische  Element  wird  zwar  wahrgenommen, doch fällt es nicht wegen besonderer Originalität auf und  vermag  für  sich  alleine  nicht  eine  Zeichenähnlichkeit  zu  verneinen  (vgl.  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­8011/2007  vom  24.  Oktober  2008  E. 6.3  Emotion/e  motion  [fig.],  B­1171/2007  vom  3.  Juni  2008  E. 8.2.1  Orthofix  [fig.]  /  Orthofit  [fig.]).  Es  ist  daher  der  Vorinstanz  zu  folgen, wenn diese aufgrund der Ähnlichkeiten im Schriftbild und geringen  Unterschiede  im Wortklang auf eine Zeichenähnlichkeit  schliesst, woran  auch das zusätzliche dekorative Element der angefochtenen Marke nichts  zu ändern vermag. 7.   7.1.  Abschliessend  ist  in  einer  Gesamtbetrachtung  und  unter  Berücksichtigung  der  Kennzeichnungskraft  beider  Marken  und  des  Aufmerksamkeitsgrades,  den  die massgeblichen Verkehrskreise  bei  der  Nachfrage  der  beanspruchten  Dienstleistungen  walten  lassen,  über  die  Verwechslungsgefahr  zu  urteilen.  Bei  der  Beurteilung  der  Verwechslungsgefahr  von Marken,  die  aus Personennamen  (Vor­  und  /  oder  Familiennamen)  gebildet  sind,  gelten  grundsätzlich  dieselben  Kriterien wie  für die übrigen Markenkategorien  (vgl. E. 3.3 hiervor sowie  BGE 116 II 614, Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B­6046/2008 vom  3. November  2010 R Rothmans  [fig.]/  Roseman Crown Agencies KING  SIZE  [fig.],  Entscheid  der RKGE  vom 10.  August  2006 E.  8 Pfleger/CP  Caren Pfleger, veröffentlicht in sic! 2006 S. 859).  7.2. Vorliegend handelt es sich bei der Widerspruchsmarke  "Hofer", wie  die  Vorinstanz  zutreffend  festgestellt  hat,  um  eine Marke mit  normalem  Schutzumfang  (vgl.  E. 6.3  hiervor).  Die  Vergleichszeichen  sind  für  identische  Dienstleistungen  hinterlegt,  weshalb  nicht  schon  geringste  Abweichungen in den Zeichen ausreichen, um eine Verwechslungsgefahr  zu  bannen  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­6046/2008  vom  3.  November  2010  E. 7.1  R  Rothmans  [fig.]/  Roseman  Crown  Agencies  KING  SIZE  [fig.]).  Die  einzigen  zu  berücksichtigenden  Unterschiede  beider  Zeichen  sind  die  klanglich  und  visuell  kaum  wahrnehmbaren  Umlautzeichen auf dem "O" des angefochtenen Zeichens "Höfer". Solch  minimale Abweichungen  reichen  daher  bei Dienstleistungsidentität  nicht  aus  –  entgegen  der Meinung  der  Beschwerdeführerin  (vgl.  Ziffern  56  f.  der  Beschwerdeschrift)  –,  selbst  wenn  in  Bezug  auf  die  Verkehrskreise  der Klasse 36 von einer erhöhten Aufmerksamkeit auszugehen ist (Urteile 

B­7367/2010 des Bundesverwaltungsgericht B­38,  39 +  40/2011  vom 29. April  E. 8.1  ICB/IKB,  IKB  ([fig.],  B­7698/2008  vom  4.  Dezember  2009  E. 5.2  Etavis/Estavis;  siehe  auch Urteil  des Bundesgerichts  4A_567/2008  vom  23.  Februar  2009  E. 4.4  ­  Fairsicherungsberatung/Fairsicherung),  um  eine  Verwechslungsgefahr  zu  bannen  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­7460/2006  vom  6.  Juli  2007  E. 6.1  Adia/Aida  Jobs,  Aida  Personal).  Die  Beschwerde  ist  damit  abzuweisen  und die angefochtene Verfügung zu bestätigen. 8.  8.1.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wird  die  Beschwerdeführerin  grundsätzlich kosten­ und entschädigungspflichtig  (Art. 63 Abs. 1 VwVG  und Art. 64 Abs. 1 VwVG). 8.2.  Die  Gerichtsgebühr  ist  nach  Umfang  und  Schwierigkeit  der  Streitsache,  Art  der  Prozessführung  und  der  finanziellen  Lage  der  Parteien  festzulegen  (Art. 63  Abs. 4bis  VwVG,  Art.  2  Abs.  1  des  Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]).  Im  Beschwerdeverfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  ist  dafür  ein  Streitwert  zu  veranschlagen  (Art. 4  VGKE),  wobei  dafür  im  Widerspruchsbeschwerdeverfahren das Interesse der Widersprecherin an  der  Löschung,  beziehungsweise der Widerspruchsgegnerin  am Bestand  der  angefochtenen Marke  zu  veranschlagen  ist.  Es würde  allerdings  zu  weit  führen  und  könnte  im  Verhältnis  zu  den  geringen  Kosten  des  erstinstanzlichen  Verfahrens  abschreckend  wirken,  wenn  dafür  im  Einzelfall  stets  konkrete  Aufwandsnachweise  verlangt  würden.  Bei  eher  unbedeutenden Zeichen darf von einem Streitwert zwischen Fr. 50'000.–  und  Fr. 100'000.–  ausgegangen  werden  (BGE  133  III  492  E.  3.3  Turbinenfuss  mit  Hinweisen).  Von  diesem  Erfahrungswert  ist  auch  im  vorliegenden Verfahren auszugehen. Nach dem Gesagten rechtfertigt es  sich,  die  Verfahrenskosten  insgesamt  auf  Fr. 4'000.–  festzulegen.  Der  von  der Beschwerdeführerin  in  dieser Höhe  geleistete Kostenvorschuss  verbleibt damit bei der Gerichtskasse.  8.3. Im vorinstanzlichen Verfahren ist die Beschwerdeführerin unterlegen.  Aufgrund des Verfahrensausgangs vor Bundesverwaltungsgericht hat sie  auch  mit  Bezug  auf  die  vorinstanzlichen  Kosten  als  unterliegend  zu  gelten.  Da  die  Vorinstanz  verfügt  hat,  dass  die  von  der  Beschwerdegegnerin  geleistete Widerspruchsgebühr  von  Fr.  800.­  dem 

B­7367/2010 Institut  verbleibt,  kann  zwar  auf  die  Aufhebung  von  Ziffer  3  des  angefochtenen  Entscheids  verzichtet  werden,  um  so  die  Tragung  der  erstinstanzlichen  Verfahrenskosten  sicherzustellen,  doch  hat  die  Beschwerdeführerin diese Kosten der Beschwerdegegnerin zu ersetzen. 8.4. Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Antrag eine  Entschädigung für die ihr erwachsenen notwendigen Kosten zulasten der  Beschwerdeführerin  zugesprochen  werden  (Art. 64  Abs. 1  VwVG  in  Verbindung  mit  Art. 7  Abs. 1  VKGE.).  Die  Parteientschädigung  umfasst  die  Kosten  der  Vertretung  sowie  allfällige weitere  notwendige  Auslagen  der  Partei  (Art. 8  VGKE).  Die  Parteientschädigung  zugunsten  der  Beschwerdegegnerin ist auf Grund der eingereichten Kostennote vom 10.  Dezember  2010  festzusetzen  (Art. 14  Abs. 2  Satz 2  i.V.m.  Art. 7  Abs. 1 VGKE). Angesichts des doppelten Schriftenwechsels erscheint für  das  Beschwerdeverfahren  der  geltend  gemachte  Aufwand  von  8.65  Stunden  zu  einem  Stundenansatz  von  Fr. 280.–  (exkl.  MWST.),  insgesamt  Fr.  2'422.–,  angemessen.  Die  Parteientschädigung  umfasst  unter  anderem die Kosten  der Vertretung  (Art.  8 VGKE),  zu  denen  das  Anwaltshonorar, Auslagen und die Mehrwertsteuer zu rechnen sind (Art.  9  Abs.  1  VGKE).  Die  Beschwerdegegnerin  macht  für  das  Beschwerdeverfahren  Porto­Spesen  in  der  Höhe  von  Fr. 15.00  geltend.  Die Mehrwertsteuer ist nur für Dienstleistungen geschuldet, die im Inland  gegen Entgelt erbracht werden, nicht jedoch im vorliegenden Fall, in dem  die  obsiegende Beschwerdegegnerin  ihren Sitz  im Ausland  hat  und  die  Dienstleistung  ihres  Rechtsvertreters  damit  nicht  im  Inland  erbracht  wurde  (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Mehrwertsteuer  vom  12. Juni  2009  [Mehrwertsteuergesetz;  MWSTG,  SR  641.20]  in  Verbindung mit  Art. 18 Abs. 1 MWSTG und Art. 9  Abs. 1  Bst. c  VGKE).  Daher  hat  die  Beschwerdeführerin  der  Beschwerdegegnerin  eine  Parteientschädigung von insgesamt Fr. 2'437.00.– auszurichten.  8.5. Gemäss Art. 34 MSchG bestimmt die Vorinstanz in welchem Masse  die Kosten der obsiegenden Partei im vorinstanzlichen Verfahren von der  unterliegenden  zu  ersetzen  sind.  Die  Vorinstanz  hatte  der  Beschwerdegegnerin als der  im vorinstanzlichen Verfahren obsiegenden  Partei  eine  Entschädigung  in  Höhe  von  Fr. 1'000.–  zuzüglich  der  Rückzahlung  der  Widerspruchsgebühr  von  Fr. 800.00,  d.h.  insgesamt  Fr. 1'800.00, zulasten der Beschwerdeführerin zugesprochen (Ziffer 4 der  angefochtenen Verfügung), weshalb die von der Beschwerdegegnerin  in  ihrer  Kostennote  für  das  vorinstanzliche  Verfahren  geltend  gemachte  Kosten und Spesen bereits abgegolten sind. Da die Widerspruchsgebühr 

B­7367/2010 der  Beschwerdegegnerin  im  vorliegenden  Entscheid  bereits  in  E. 8.3  zugesprochen  wurde,  ist  Ziffer 4  der  vorinstanzlichen  Verfügung  aufzuheben und der Beschwerdegegnerin für das Widerspruchsverfahren  eine Parteientschädigung von Fr. 1'000.– zuzusprechen. 9.  Gegen  dieses Urteil  steht  keine  Beschwerde  an  das  Bundesgericht  zur  Verfügung  (Art.  73  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [BGG, SR 173.110]). Es ist deshalb rechtskräftig. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen und die vorinstanzliche Verfügung vom  13. September 2010 in den Ziffern 1 bis 3 bestätigt. Die Vorinstanz wird  angewiesen  die  schweizerische  Marke  Nr. 585 441  HÖFER  FAMILY  OFFICE (fig.) zu löschen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 4'000.–  werden  der  Beschwerdeführerin  auferlegt und mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 3.  Die  von  der  Beschwerdegegnerin  geleistete  Widerspruchsgebühr  von  Fr. 800.00 ist ihr von der Beschwerdeführerin zu ersetzen. 4.  Ziffer  4  der  vorinstanzlichen  Verfügung  wird  aufgehoben.  Die  Beschwerdeführerin hat der Beschwerdegegnerin für das vorinstanzliche  Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 1'000.–  zu bezahlen.  5.  Für  das  Beschwerdeverfahren  wird  der  Beschwerdegegnerin  eine  Parteientschädigung von Fr. 2'437.00.– (exkl. MWST.) zugesprochen.

B­7367/2010 6.  Dieses Urteil geht an: – die  Beschwerdeführerin  (Rechtsvertreter;  Einschreiben;  Beilagen:  Beschwerdebeilagen zurück) – die Beschwerdegegnerin (Rechtsvertreter; Einschreiben) – die Vorinstanz (Ref: Widerspruchsverfahren Nr. 10571; Einschreiben;  Beilagen: Vorakten zurück) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Marc Steiner Sabine Büttler Versand: 12. Dezember 2011

B-7367/2010 — Bundesverwaltungsgericht 09.12.2011 B-7367/2010 — Swissrulings