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Bundesverwaltungsgericht 03.08.2011 B-7090/2010

3 août 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·3,486 mots·~17 min·1

Résumé

Glücksspiele und Spielbanken | Qualifikation des Spielautomaten Super Competition - Version TFSA 06 + 1035 F 06

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung II B­7090/2010 Urteil   v om   3 .   Augus t   2011 Besetzung Richter Ronald Flury (Vorsitz), Richter Frank Seethaler, Richter Philippe Weissenberger,    Gerichtsschreiber Alexander Schaer. Parteien A._______ GmbH,  vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Hans­Jacob Heitz, Beschwerdeführerin 1, und B._______ GmbH, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Flurin Turnes, Beschwerdeführerin 2,  gegen Eidgenössische Spielbankenkommission ESBK,  Eigerplatz 1, 3003 Bern,   Vorinstanz.  Gegenstand Qualifikation des Spielautomaten "Super Competition"

B­7090/2010 Sachverhalt: A.  A.a Der Spielautomat  "Super Competition", Version TFSA06+1035F06",  ist  rund 1.7 Meter hoch und mit einem Bildschirm, Münzeinwurf, Karten­  und Münzausgabe, fünf Tasten (drei davon mit einer Funktion) und zwei  Starttasten ausgerüstet. Auf dem Automaten läuft das Spiel "Tutti Frutti",  ein virtuelles Walzenspiel. Der Spieler kann Münzen, Noten oder Jetons  einwerfen  und  der  Automat  zeigt  anschliessend  den  Gegenwert  des  eingeworfenen  Geldes  auf  dem  Bildschirm  über  der  Bezeichnung  "Credits" an (Fr. 1.­ bzw. 1 Jeton = 10 "Credits").  Sobald  "Credits"  vorhanden  sind,  kann  der  Spieler  mit  einer  Starttaste  das Walzenspiel  starten  (1 Spiel  =  10  "Credits").  In  der  Folge  lässt  der  Automat  die  drei  Walzen  drehen  und  stoppt  diese  nach  ein  paar  Sekunden automatisch. Befindet sich auf der mittleren Linie ("Win Line")  eine  Symbolkombination,  wie  sie  im  Gewinnplan  auf  der  linken  Bildschirmseite aufgeführt ist, so hat der Spieler die aufgeführten Punkte  gewonnen  und  der  Automat  zeigt  die  entsprechende  Anzahl  auf  dem  Bildschirm über der Bezeichnung "Points" an. Möglich sind auch weitere  Gewinnvarianten,  wobei  es  sich  diesbezüglich  im  Wesentlichen  um  automatisch  ablaufende  oder  durch  die  START­Taste  zu  aktivierende  Spielphasen  handelt,  die  zufällig  auftreten  und  in  jedem  Fall  zu  einem  Gewinn  führen.  Ist  die  Symbolkombination  nicht  im  Gewinnplan  aufgeführt,  so  ist  das  Spiel  verloren  und  damit  zu  Ende.  Solange  ein  Guthaben bei den  "Credits" angezeigt wird, wird der Einsatz  für weitere  Spiele dort abgebucht. Steht das dortige Guthaben auf null, so wird der  Einsatz  bei  den  "Points"  abgebucht  (1 Spiel  =  10  "Points"). Der Spieler  kann  die  "Points"  durch  Drücken  der  PREIS­Taste  auch  in  kreditkartengrossen Karten auszahlen lassen (1 Karte = 10 "Points"). Ergänzend  zum  oben  ausgeführten  Basisspiel  verfügt  der  "Super  Competition" über ein Risikospiel. Dabei hat der Spieler die Möglichkeit,  nach  jedem Gewinn  die  erzielten Punkte  zu  riskieren. Der Spieler  kann  durch Drücken der TEILEN­Taste  die  riskierten Punkte  bestimmen oder  mittels  START­Taste  das  Risikospiel  ablehnen.  Entscheidet  sich  der  Spieler für das Risikospiel, geht dieses (bis zu einem Maximalbetrag von  2'500 Punkten) solange weiter, bis der Spieler keine Restpunkte mehr hat  oder den erzielten Gewinn behalten will und durch Drücken der START­ Taste den Gewinn auf den Punktespeicher umbucht.

B­7090/2010 A.b  Mit  Schreiben  vom  15. Juli  2008  forderte  die  Eidgenössische  Spielbankenkommission  ESBK  (Vorinstanz)  die  B._______  GmbH  (Beschwerdeführerin 2) auf, ihr bis zum 29. August 2008 den Automaten  "Super  Competition"  und  die  Unterlagen  gemäss  Art. 2  der  Verordnung  des  EJPD  über  Überwachungssysteme  und  Glücksspiele  vom  24. September  2004  (Glücksspielverordnung,  GSV,  SR 935.521.21)  einzureichen.  Mit  Fax  vom  22. August  2008  teilte  die  Beschwerdeführerin  2  der  Vorinstanz mit,  dass  ihrer  Ansicht  nach  letztere  für  das  fragliche Gerät  nicht zuständig sei. Sie wünsche sodann eine anfechtbare Verfügung mit  einer  Rechtsmittelbelehrung.  Andernfalls  sei  klarzustellen,  ob  das  Schreiben  der  Vorinstanz  vom  15. Juli  2008  bereits  als  Verfügung  zu  betrachten  sei.  Mit  Verfügung  vom  28. November  2008  stellte  die  Vorinstanz fest, für die Prüfung des Spielautomaten "Super Competition"  zuständig zu sein und ordnete gleichzeitig die Vorführung des Automaten  sowie die Einreichung der Unterlagen gemäss Art. 2 GSV an. A.c  Mit  Beschwerde  vom  19. Dezember  2008  gelangte  die  Beschwerdeführerin 2 ans Bundesverwaltungsgericht und beantragte, die  Verfügung  der  Vorinstanz  vom  28. November  2008  aufzuheben,  eventualiter  die  Unzuständigkeit  der  Vorinstanz  zur  Prüfung  des  Automaten festzustellen sowie subeventualiter festzustellen, dass es sich  beim Automaten um eine elektronische Lotterie handle. Am 16. Januar 2009 stellte die A._______ GmbH (Beschwerdeführerin 1)  unter  anderem  den  Antrag,  im  Beschwerdeverfahren  als  Partei  zugelassen  zu  werden.  Diesem  Antrag  wurde  mit  Zwischenverfügung  vom 30. Januar 2009 entsprochen. Mit  Urteil  B­8248/2008  vom  4. Juni  2009  wies  das  Bundesverwaltungsgericht die Beschwerden ab, soweit es darauf eintrat.  Die Beschwerdeführerinnen verzichteten  in der Folge auf den Weiterzug  an das Bundesgericht. A.d  Mit  Schreiben  vom  23. Juli  2009  forderte  die  Vorinstanz  die  Beschwerdeführerinnen  auf,  einen  Automaten  "Super  Competition"  und  die Unterlagen gemäss Art. 2 GSV einzureichen. Die Unterlagen wurden  der Vorinstanz  in  der Folge  vereinbarungsgemäss am 24. August  2009,  ein Automat am 29. September 2009 überbracht.

B­7090/2010 Mit  Verfügung  vom  26. August  2010  qualifizierte  die  Vorinstanz  den  Spielautomat  "Super  Competition"  und  faktisch  gleiche  Geräte  als  Glücksspielautomaten  im  Sinne  von  Art. 3  Abs. 2  des  Bundesgesetzes  über  Glücksspiele  und  Spielbanken  vom  18. Dezember  1998  (Spielbankengesetz,  SBG,  SR 935.52)  und  verbot  deren  Betrieb  ausserhalb  von  konzessionierten  Spielbanken.  Die  Verfügung  ging  am  6. September  2010  bei  der  Beschwerdeführerin 1  sowie  am  31. August  2010 bei der Beschwerdeführerin 2 ein. B.  B.a  Mit  Beschwerde  vom  28. September  2010  gelangte  die  Beschwerdeführerin 1  ans  Bundesverwaltungsgericht  und  beantragt  die  Aufhebung der Verfügung der Vorinstanz vom 26. August 2010 sowie die  Qualifizierung  des  Spielautomaten  "Super  Competition,  Version  TFSA06+1035F06" als ein dem Lotteriegesetz unterstellter Spielautomat.  Eventualiter  sei  der  Fall  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen  mit  der  Auflage,  eine  technische  Ergänzungsprüfung  vorzunehmen  bzw.  vornehmen  zu  lassen.  Subeventualiter  sei  das  Beschwerdeverfahren  solange zu sistieren, bis das Bundesgericht das angefochtene Urteil des  Bundesverwaltungsgerichts  B­1099/2007  in  Sachen  "Tactilo/Touchlot"­ Automat  gewürdigt  habe.  Dies  jeweils  unter  Kosten­  und  Entschädigungsfolgen zulasten der Vorinstanz. In ihrer Beschwerde stellt sich die Beschwerdeführerin 1 im Wesentlichen  auf  den  Standpunkt,  dass  der  Spielautomat  "Super  Competition"  nicht  dem  Spielbankengesetz  sondern  dem  Bundesgesetz  betreffend  die  Lotterien  und  die  gewerbsmässigen  Wetten  vom  8. Juni  1923  (Lotteriegesetz, LG, SR 935.51) zu unterstellen sei. So weise der "Super  Competition"  alle  Merkmale  und  gesetzlichen  Kriterien  einer  elektronischen Lotterie auf und sei somit ein Automat, der ganz im Sinne  des Lotteriespiels in Gastwirtschaften aufgestellt werden könne, damit der  Wirt  seinen Gästen ein Unterhaltungsspiel  anbieten  könne,  bei welchen  die  Gäste  einen  Konsumgutschein  gewinnen  und  vor  Ort  einlösen  können.  Der  Wirt  veranstalte  somit  für  seine  Gäste  einen  Wettbewerb  bzw.  eine  Lotterie,  wodurch  es  sich  beim  "Super  Competition"  um  eine  sogenannte  "Kleinlotterie"  handle.  Die  rechtlichen  Anforderungen  an  "Kleinlotterien" könnten nicht dieselben sein wie jene für "Grosslotterien".  Beim  "Super Competition"  sei des Weiteren der Zufall  für den Betreiber  ausgeschlossen und die Planmässigkeit gegeben. Der Veranstalter wisse 

B­7090/2010 im Voraus  um  den  jedenfalls  verbleibenden Gewinn,  die  Lotterie  könne  somit für ihn garantiert nicht ruinös werden.  Weiter kritisiert die Beschwerdeführerin 1 grundsätzlich das Prüfverfahren  der  Vorinstanz  und  dabei  insbesondere  die  Nichtberücksichtigung  der  Berichte  von  international  anerkannten  Prüflabors  sowie  die  Verhältnismässigkeit  der  getroffenen  Massnahmen.  Auch  verfahre  die  Vorinstanz nach dem willkürlichen Rezept "im Zweifel für Qualifikation als  Glücksspiel bzw. für Unterstellung unter das Spielbankengesetz". Zudem  müsse  der  Fall  "Tactilo/Touchlot"  für  die  vorliegende  Beschwerde  eine  präjudizielle Wirkung haben. Dadurch, dass vorliegend das Lotteriegesetz  anwendbar  sei,  seien  die  Kantone  für  die  Prüfung  des  Automaten  zuständig  und  nicht  die  Vorinstanz.  Schliesslich  rügt  die  Beschwerdeführerin 1  auch  die  ihrer  Ansicht  nach  zu  hohen  erhobenen  Gebühren. B.b  Mit  Beschwerde  vom  30. September  2010  gelangte  die  Beschwerdeführerin  2  ans  Bundesverwaltungsgericht  und  beantragt  die  Aufhebung  der  Verfügung  der  Vorinstanz  vom  26. August  2010,  "rücksichtlich Disp. Ziff. 1, 2 und 3". Des Weiteren sei  festzustellen, dass  der  Spielautomat  "Super  Competition"  weder  dem  Spielbankengesetz  noch  dem  Lotteriegesetz  unterstellt  sei.  Demzufolge  sei  auch  festzustellen, dass der Spielautomat "Super Competition" ausserhalb von  konzessionierten Spielbanken betrieben werden könne. Dies jeweils unter  Kosten­ und Entschädigungsfolgen zulasten der Vorinstanz. Die  Beschwerdeführerin 2  argumentiert  in  ihrer  Beschwerde  dahingehend,  dass  im  vorliegenden  Fall  weder  das  Spielbankengesetz  noch  das  Lotteriegesetz  anwendbar  sei.  So  trage  das  Spiel  den  Charakter  eines Wettbewerbs  und man  könne  begrifflich  höchstens mit  "Kleinlotterie"  oder  "Lokallotterie"  operieren. Mit  diesem kleinen  internen  Wettbewerb  ermögliche  der  Wirt  seinen  Gästen  den  Gewinn  von  Gutscheinen und bewerbe damit  sein Lokal. Ein Automat  der  fraglichen  Art habe dementsprechend nichts in einem Casino zu suchen. Da es sich  um  ein  Gerät  handle,  welches  ohne  Einsatz  betrieben  werden  könne,  entfalle zudem der vom Gesetz verlangte Glücksspielcharakter. Letzteres  sei  auch  der  Fall,  da  eine  jederzeitige  Gratisteilnahme  am  Spiel  gewährleistet  sei,  wodurch  insbesondere  auch  nicht  von  Sozialschädlichkeit  bzw.  sozialschädlichen  Auswirkungen  gesprochen  werden  könne.  Schliesslich  sei  auch  das  Kriterium  der  Planmässigkeit  erfüllt. Die Beschwerdeführerin 2 kritisiert  im Weiteren grundsätzlich das 

B­7090/2010 Prüfverfahren  der  Vorinstanz  und  dabei  insbesondere  auch  die  Nichtberücksichtigung  der  Berichte  von  international  anerkannten  Prüflabors sowie die Verhältnismässigkeit der getroffenen Massnahmen. C.  C.a Mit Vernehmlassung  vom 10. Dezember  2010  nahm die Vorinstanz  Stellung  zur  Beschwerde  der  Beschwerdeführerin 1  und  beantragt  die  Weiterführung des Verfahrens sowie die vollumfängliche Abweisung der  Beschwerde. Für die Vorinstanz handle es sich beim Automaten  "Super Competition"  mitnichten um ein Unterhaltungsspiel. So weise der Automat die gleichen  Charakteristiken  wie  der  "Tropical  Shop"  auf,  welcher  gemäss  Urteil  2C_442/2007  des  Bundesgerichts  vom  19. November  2007  als  Geldspielautomat  taxiert  wurde.  Wie  beim  "Tropical  Shop"  bestehe  zudem beim "Super Competition" die Gefahr,  innert kürzester Zeit relativ  grosse Summen zu verlieren, so dass die Spieler am "Super Competition"  den  Schutz  des  Gesetzes  verdienen  würden.  Massgeblich  für  die  Qualifikation einer Lotterie sei zudem das Vorliegen einer Planmässigkeit,  mit welcher der Veranstalter sein eigenes Risiko vollständig ausschliesse.  Eine  blosse  Risikobegrenzung  reiche  indessen  nicht.  Daher  liege  im  vorliegenden  Fall  keine  lotterierechtliche  Planmässigkeit  vor  und  genau  darin  liege  unter  anderem  auch  der  Unterschied  zum  Fall  "Tactilo".  Generell  handle  es  sich  bei  diesen  beiden  Fällen  um  unterschiedliche  Sachverhalte,  da  der  "Super  Competition"  nicht  die  gleichen  Funktionsweisen aufweise wie der "Tactilo". Der Vorinstanz könne zudem  keinesfalls  eine  unzureichende  Feststellung  des  Sachverhaltes  vorgeworfen  werden.  So  sei  ein  Zertifizierungsverfahren  ausschliesslich  für  Geldspielautomaten  normiert,  die  für  den  Betrieb  in  Spielbanken  vorgesehen seien. Die Berichte der Prüflabors seien daher als Auskunft  von  privaten  Dritten  zu  betrachten  und  entsprechend  zu  würdigen.  Schliesslich  sei  das  Prüfungsverfahren  in  keinster  Weise  zu  beanstanden. C.b Mit Vernehmlassung  vom 12. November  2010 nahm die Vorinstanz  Stellung  zur  Beschwerde  der  Beschwerdeführerin 2  und  beantragt  die  vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. Sie  betont  dabei,  dass die  blosse  Möglichkeit  einzelner  Gratisteilnahmemöglichkeiten  nichts  am  Schutzbedarf des Spielpublikums gegenüber Geldspielautomaten ändere.  Vielmehr  habe  der  Gesetzgeber  den  Betrieb  sämtlicher 

B­7090/2010 Glücksspielautomaten  ausserhalb  von  Casinos  verbieten  wollen,  unabhängig  von  der  Frage  der  Einsatzhöhe  oder  den  Höchstgewinnmöglichkeiten. Des Weiteren sei  für die Qualifikation einer  Lotterie das Vorliegen einer Planmässigkeit massgebend, mit welcher der  Veranstalter  sein  eigenes  Risiko  vollständig  ausschliesse.  Eine  blosse  Risikobegrenzung reiche indessen nicht. Daher liege im vorliegenden Fall  keine  lotterierechtliche  Planmässigkeit  vor  und  das  Lotteriegesetz  sei  somit nicht anwendbar. C.c  Mit  Zwischenverfügung  vom  16. Dezember  2010  wurden  die  Verfahren  B­7090/2010  (Beschwerdeführerin 1)  und  B­7118/2010  (Beschwerdeführerin 2)  vereinigt  und  unter  der  vereinigten  Verfahrensnummer B­7090/2010 weitergeführt. D. D.a  Mit  Replik  vom  23. Februar  2011  hält  die  Beschwerdeführerin 1  an  ihren Anträgen  und  hauptsächlichen Begründungen  vom 28. September  2010 fest. Sie rügt dabei unter anderem eine Verletzung ihres Anspruchs  auf  ein  faires  Verfahren  im  Sinne  von  Art. 29  Abs. 1  der  Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April  1999  (BV,  SR 101).  So  führe  das  aktuelle  Verfahren  dazu,  dass  Gesuchsteller,  die  bei  der  Vorinstanz  ein  Gerät  einliefern  würden,  geradezu  systembedingt  immer  damit  rechnen  müssten,  dass  letzteres  als  Glücksspielautomat  qualifiziert  werde,  da  die  Vorinstanz  im  Zweifel  immer  für  die  Qualifikation  als  Glücksspielautomat  entscheide.  Zudem  liege  ein  Verstoss  gegen  Art. 8  BV  vor,  da  die  Vorinstanz  mit  ihrer  intransparenten  Prüfpraxis  gegen  das  Gebot  der  rechtsgleichen  Behandlung bzw. die Rechtsgleichheit verstossen würde. Schliesslich sei  beim  "Super  Competition"  die  Möglichkeit  zur  Gratisteilnahme  gegeben  und das Unternehmerrisiko genau kalkulierbar. Auch müsse man  immer  eine  gewisse  unternehmerische  Eigenverantwortung  zubilligen.  Die  Forderung,  wonach  das  Risiko  bis  auf  den  Rappen  genau  bestimmt  werden  können  müsse,  mute  geradezu  weltfremd  an  und  sei  schlicht  unverhältnismässig.  Gegeben  sei  weiter  auch  die  Planmässigkeit.  Die  Vorinstanz  stelle  vielmehr  übertrieben  extensive  Anforderungen  an  diesen  Begriff  und  handle  daher  unverhältnismässig,  rechtsmissbräuchlich,  im Resultat  gar  willkürlich  und  verletze  somit  Art. 9  BV.  Abschliessend  bekräftigt  die  Beschwerdeführerin 1  ihre  Ansicht,  dass  das  Prüfverfahren  der 

B­7090/2010 Vorinstanz  eine  Verweigerung  des  rechtlichen  Gehörs  im  Sinne  von  Art. 29  Abs. 2  BV  darstelle,  willkürlich  sei  und  eine  rechtsungleiche  Behandlung  vorliege.  Auch  sei  der  "Tropical  Shop"  nicht  massgebliche  Entscheidungsgrundlage für den "Super Competition". Dieser Verweis sei  vielmehr ein starkes Indiz für die Voreingenommenheit der Vorinstanz. Es  bestünde  mitnichten  eine  Gefahr,  innert  kürzester  Zeit  relativ  grosse  Summen zu verlieren. Vielmehr mache es ganz den Anschein, als ob die  Vorinstanz  im  vorliegenden  Verfahren  ein  Exempel  statuieren,  ein  Präjudiz provozieren wolle. D.b Mit Replik vom 8. März 2011 hält die Beschwerdeführerin 2 an ihren  Anträgen  und  hauptsächlichen Begründungen  vom 30. September  2010  fest.  Ihrer  Ansicht  nach  überdehne  die  Vorinstanz  den Geltungsbereich  von  Art. 2  Abs. 1  lit. c  SBG.  Mit  der  jederzeitigen  Möglichkeit  einer  Gratisteilnahme  am  Wettbewerb  sei  zweifellos  dem  "Requisit  des  « Vorbeugens »"  Genüge  getan.  Zufolge  Gratisteilnahme  unterliege  der  "Super Competition" nicht dem Lotteriegesetz. Des Weiteren sei  für den  Veranstalter  das  Risiko  genau  bestimmbar  und  das  Element  der  Planmässigkeit  gegeben.  Schliesslich  dürfe man  nicht  übersehen,  dass  es  im  vorliegenden  Fall  um  Geringfügigkeiten  gehe.  So  finde  man  Spielsüchtige  nicht  vor  einem Automaten  wie  dem  "Super  Competition"  sondern im Casino. Wenn geschaut werde, was an Wettbewerben in der  Schweiz  offenbar  problemlos  angeboten  werde,  dann  erscheine  ganz  offensichtlich  auch  die  Rechtsgleichheit  sowie  die  Verhältnismässigkeit  verletzt. E. Mit  Duplik  vom  1. April  2011  nahm  die  Vorinstanz  Stellung  zu  den  Repliken  der  beiden  Beschwerdeführerinnen  und  hält  an  der  vollumfänglichen  Abweisung  der  Beschwerden  fest.  Sie  betont  dabei,  dass  ein  Zertifizierungsverfahren  lediglich  für  Geldspielautomaten  normiert  sei, die  für den Betrieb  in Spielbanken vorgesehen seien. Eine  Akkreditierung  der  Institute  erfolge  denn  auch  ausschliesslich  für  diese  Prüfung. Auch bekräftigt  sie  ihre Argumentation  dahingehend,  dass das  Kriterium  der  Planmässigkeit  den  Ausschluss  des  eigenen  Spielrisikos  des  Veranstalters  verlange  und  dass  eine  blosse  Reduktion  des  (Geschäfts­)Risikos  hierfür  nicht  genüge.  Somit  sei  die  Planmässigkeit  beim  "Super  Competition"  nicht  gegeben.  Schliesslich  könne  ihr  keine  unzureichende  Feststellung  des  Sachverhaltes  und  keine 

B­7090/2010 Verfahrensfehler  vorgeworfen  werden.  Daher  erübrige  sich  in  diesem  Zusammenhang auch die Erstellung eines zusätzlichen Gutachtens. F. Mit  Zwischenverfügung  vom  7. April  2011  forderte  das  Bundesverwaltungsgericht die Vorinstanz auf, eine detaillierte Aufstellung  des jeweiligen Zeitaufwands und der angewendeten Stundenansätze der  involvierten Personen  im Verfahren für den Zwischenentscheid sowie  im  Hauptverfahren  einzureichen.  Dieser  Aufforderung  kam  die  Vorinstanz  mit Schreiben vom 2. Mai 2011 nach. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1  Gemäss  Art. 31  des  Bundesgesetzes  über  das  Bundesverwaltungsgericht  vom  17. Juni  2005  (Verwaltungsgerichtsgesetz,  VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5  des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember  1968  (VwVG,  SR 172.021).  Dazu  gehören  auch  die  Verfügungen  der  Vorinstanz, welche diese  im Rahmen des Vollzugs des Bundesgesetzes  über  Glücksspiele  und  Spielbanken  vom  18. Dezember  1998  (Spielbankengesetz,  SBG,  SR 935.52)  erlässt.  Die  Verfügung  der  Vorinstanz vom 26. August 2010 ist demgemäss eine Verfügung im Sinne  von Art. 5 Abs.1 VwVG. Es liegt kein Ausschlussgrund nach Art. 32 VGG  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  somit  für  die  Behandlung  der  vorliegenden  Beschwerden  im  Sinne  der  Art. 31  und  33  lit. f  VGG  zuständig. 1.2  Als  Adressatinnen  der  Verfügung  sind  die  Beschwerdeführerinnen  beschwerdelegitimiert im Sinne von Art. 48 VwVG. Die Eingabefrist sowie  die  Anforderungen  an  Form  und  Inhalt  der  Beschwerdeschrift  wurden  beiderseits  gewahrt  (vgl.  Art. 50  sowie  52  Abs. 1  VwVG).  Die  Vertretungsvollmachten  liegen  vor,  die  Kostenvorschüsse  wurden  geleistet. Da auch die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen vorliegen,  ist  auf die Beschwerden einzutreten.

B­7090/2010 2.  Die  Beschwerdeführerin 1  beantragt  in  ihrer  Beschwerde  vom  28. September  2010  unter  anderem  die  Sistierung  des  Verfahrens,  bis  das  Bundesgericht  das  angefochtene  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts B­1099/2007 vom 18. Januar 2010 in Sachen  "Tactilo/Touchlot"­Automat gewürdigt habe. Mit  Urteil  2C_186/2010  hat  das  Bundesgericht  am  18. Januar  2011  in  Sachen  "Tactilo/Touchlot"­Automat  entschieden.  Auf  den  Sistierungsantrag  der  Beschwerdeführerin 1  ist  somit  nicht  mehr  einzutreten. 3. Das Glücksspiel um Geld oder andere geldwerte Vorteile wird durch das  Spielbankengesetz  geregelt  (Art. 1  Abs. 1  SBG).  Vorbehalten  bleiben  gemäss  Art. 1  Abs. 2  SBG  die  Vorschriften  des  Bundesgesetzes  betreffend  die  Lotterien  und  die  gewerbsmässigen  Wetten  vom  8. Juni  1923 (Lotteriegesetz, LG, SR 935.51). Es stellt sich somit in einem ersten  Schritt  die  Frage,  ob  der  "Super  Competition"  dem  Lotteriegesetz  untersteht. 3.1 Als Lotterie gilt gemäss Art. 1 Abs. 2 LG "jede Veranstaltung, bei der  gegen  Leistung  eines  Einsatzes  oder  bei  Abschluss  eines  Rechtsgeschäftes  ein  vermögensrechtlicher  Vorteil  als  Gewinn  in  Aussicht  gestellt  wird,  über  dessen  Erwerbung,  Grösse  oder  Beschaffenheit  planmässig  durch  Ziehung  von  Losen  oder  Nummern  oder  durch  ein  ähnliches  auf  Zufall  gestelltes  Mittel  entschieden  wird".  Den Lotterien gleichgestellt sind unter anderem gemäss Art. 43 Ziff. 3 der  Verordnung  zum  Bundesgesetz  betreffend  die  Lotterien  und  die  gewerbsmässigen  Wetten  vom  27. Mai  1924  (Lotterieverordnung,  LV,  SR 935.511)  "die  Aufstellung  und  der  Betrieb  von  Verkaufs­  sowie  von  Spielapparaten,  die  weder  Geld  noch  geldvertretende  Gegenstände  abgeben,  sofern  es  wesentlich  vom  Zufall  abhängt,  ob  der  gegen  Leistung eines Einsatzes oder bei Abschluss eines Rechtsgeschäftes  in  Aussicht gestellte Gewinn anfällt oder von welcher Art oder von welchem  Wert er ist". 3.2 3.2.1  Gemäss  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung,  muss  das  Lotterie­ Merkmal  der  Planmässigkeit  sowohl  bei  der  Lotterie  als  auch  bei  der 

B­7090/2010 lotterieähnlichen  Unternehmung  (z.B.  im  Sinne  von  Art. 43  Ziff. 3  LV)  erfüllt sein. Die Planmässigkeit ist dabei das entscheidende Kriterium, um  die Lotterien und die lotterieähnlichen Unternehmungen vom Glücksspiel  im  Sinne  des  Spielbankengesetzes  zu  unterscheiden.  Eine  Veranstaltung,  bei  welcher  über  den  Gewinn  nicht  planmässig  entschieden  wird,  ist  keine  Lotterie  beziehungsweise  lotterieähnliche  Unternehmung,  sondern  allenfalls  ein  Glücksspiel  im  Sinne  des  Spielbankengesetzes (BGE 132 IV 76 E. 4.2.1).  3.2.2  Planmässigkeit  im Sinne  des  Lotteriegesetzes  liegt  vor,  wenn  der  Veranstalter  sein  eigenes  Spielrisiko  ausschliesst,  sich  also  nicht  dem  Zufall  unterwirft  (BGE  132 IV 76  E. 4.2.1).  Entgegen  der  Ansicht  der  Beschwerdeführerin 1  genügt  es  nicht,  das  unternehmerische  Risiko  einzugrenzen.  Dieses  muss  vielmehr  auf  einen  exakten  Betrag  bestimmbar  sein  (BGE  99 IV 25  E. 5a).  An  dieser  Sichtweise  hat  das  Bundesgericht  in  konstanter  Praxis  bis  heute  festgehalten  (vgl.  zuletzt  explizit in BGE 137 II 164 E. 4). Exemplarisch sei an dieser Stelle auf die  Swisslos­Lose  verwiesen,  bei  welchen  jeweils  die  Spielreglemente  Auszahlungs­ und Trefferquote auf zwei Stellen nach dem Komma genau  sowie  die  Plansumme  und  der  Auszahlungsbetrag  auf  den  Franken  genau  angegeben  werden.  Entgegen  der  Ansicht  der  Beschwerdeführerin 1 erweist sich das Festhalten der Vorinstanz an der  langjährigen,  konstanten  bundesgerichtlichen  Praxis  weder  als  unverhältnismässig  noch  als  rechtsmissbräuchlich  bzw.  willkürlich  im  Sinne  von  Art. 9  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101). 3.2.3 Der "Super Competition" bietet den Spielerinnen und Spielern sechs  verschiedene Einsatzmöglichkeiten (Fr. 0.50, Fr. 1.­, Fr. 2.­, Fr. 3.­, Fr. 4.­  und  Fr. 5.­).  Der  Automat  verfügt  über  eine  Haupttabelle,  dessen  Positionen die Gewinne und Verluste  für 10'000 Spiele abspeichert. Pro  Einsatzmöglichkeit  generiert  der  Automat  zwei  Gewinntabellen,  welche  die  gleichen  Gewinne,  aber  auf  unterschiedlichen  Positionen  enthalten.  Somit  existieren  pro  Einsatzmöglichkeit  jeweils  zwei  Tabellen  mit  je  10'000 Positionen.  Nach  jedem Spiel  erfolgt  eine  zufällige Umschaltung  zwischen diesen beiden Tabellen.  Das Risikospiel verfügt über 1'382 Einsatzmöglichkeiten. Für  jede dieser  Einsatzmöglichkeiten  bestimmt  eine  separate  Tabelle  mit  je  1'000 Positionen, ob ein Gewinn oder Verlust resultiert.

B­7090/2010 3.2.4  Der  Beschwerdeführerin 1  ist  insoweit  zuzustimmen,  als  dass  es  prinzipiell  irrelevant  ist,  ob  es  pro  Einsatzmöglichkeit  eine  oder  zwei  Tabellen  gibt.  Aus  der  Haupttabelle  lässt  sich  das  unternehmerische  Risiko  für  10'000 Spiele exakt  berechnen  ("Grundrisiko"). Da die beiden  Gewinntabellen  pro  Einsatzmöglichkeit  jeweils  auf  der  Haupttabelle  beruhen  und  lediglich  die  Positionen  verändert  werden,  ergibt  sich  pro  Einsatzmöglichkeit  ein  unternehmerisches  Risiko  von  "Grundrisiko"  x  2.  Davon  ausgehend  liesse  sich  nun  ein  Gesamtrisiko  pro  Einsatzmöglichkeit  in  Franken  berechnen,  welches  bei  jeder  Einsatzmöglichkeit jeweils nach 20'000 Spielen ("Spieldurchgang") immer  dasselbe sein müsste. Im Gegensatz  zu  einer  "ordentlichen"  Lotterie  ist  es  nun  aber  so,  dass  beim  "Super Competition"  die Gewinntabellen nie  zum selben Zeitpunkt  abgearbeitet  sind  und  somit  kein  eigentliches  Ende  eines  Spieldurchgangs  stattfindet.  Dies  ganz  im  Gegensatz  zum  bereits  erwähnten  Beispiel  der  Swisslos­Lose,  wo  ein  Spieldurchgang  jeweils  endet mit dem Verkauf des  letzten verfügbaren Loses bzw. dem  letzten  Verkaufstermin  einer  Losserie.  Beim  "Super  Competition"  wird  jeweils  nach dem Abarbeiten einer Gewinntabelle sowohl  im Basis­ als auch  im  Risikospiel umgehend eine neue erstellt. Dies hat beim Basisspiel neben  dem Fehlen eines eigentlichen Spieldurchgangendes insbesondere auch  zur Folge, dass das Gesamtrisiko pro Einsatzmöglichkeit in Franken nach  20'000 Spielen  immer  variiert.  Hinzu  kommt,  dass  die  Gewinne  des  Spielers massgeblich  von seinem Erfolg  im Risikospiel  abhängen. Auch  wenn  das  unternehmerische  Risiko  beim  "Super  Competition"  ungefähr  bestimmbar  bleibt,  so  genügt  dies  dennoch  nicht,  um  von  einer  "Planmässigkeit"  im  Sinne  des  Gesetzes  (vgl.  E. 3.2.2)  sprechen  zu  können.  Genau  darin  liegt  auch  der  Unterschied  zum  "Tactilo"­Entscheid  des  Bundesgerichts (Urteil des Bundesgerichts 2C_186/2010 vom 18. Januar  2011).  Der  "Tactilo"  ist  im  Grundsatz  nichts  mehr  als  ein  mobiles  Transportmittel  für Lose, welche die  "Société de  la Loterie de  la Suisse  Romande"  anbietet.  Diese  sind  bei  den  Verkaufsstellen  auch  in  der  konventionellen  Printvariante  erhältlich,  können  aber  über  den  "Tactilo"  nun  auch  virtuell  gespielt  werden,  was  allerdings  nichts  an  der  grundsätzlichen Art  des  Spiels  ändert  (vgl.  diesbzgl.  zusammenfassend  das  "Tactilo"­Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­1099/2007  vom  18. Januar  2010  E. 7.2  sowie  die  Spielreglemente  des  "Tactilo"  unter  www.loro.ch  >  Points  de  vente  >  Règlements  >  Règlements  des  jeux  http://www.loro.ch

B­7090/2010 disponibles  uniquement  dans  les  points  de  vente  >  Jeux  de  grattage:  Billets  à  gratter  sous  forme  éléctronique  >  Règlement  des  jeux  du  Tactilo). Die unter E. 3.2.2 gemachten Ausführungen und damit auch die  Planmässigkeit  sind  daher  auch  bei  den  über  den  "Tactilo"  spielbaren  Losen  gegeben  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  2C_186/2010  vom  18. Januar 2011 E. 7.3), und der  "Tactilo"­Entscheid somit entgegen der  Ansicht  der  Beschwerdeführerin 1  gerade  kein  Präjudiz  für  den  "Super  Competition".  3.3 Wie  zuvor  aufgezeigt, mangelt  es  beim  "Super Competition"  bereits  an  der  Voraussetzung  der  Planmässigkeit.  Somit  kann  die  Frage  der  rechtlichen Folgen einer Gratisteilnahmemöglichkeit  im vorliegenden Fall  offen gelassen werden. 3.4 Die Beschwerdeführerinnen rügen  im Zusammenhang mit der Frage, ob  der "Super Competition" dem Lotteriegesetz untersteht, auch, dass es die  Vorinstanz  nicht  für  nötig  erachtet  habe,  sich  mit  den  von  den  Beschwerdeführerinnen  zur Verfügung  gestellten Berichten  zu  befassen  und  auseinanderzusetzen.  So  habe  die  Vorinstanz  insbesondere  zu  Unrecht  den  Prüfbericht  der  C._______  SA  (nachfolgend:  C._______)  vom  4. Dezember  2008  nicht  berücksichtigt,  welcher  zum  Schluss  gekommen  sei,  dass  es  sich  beim  "Super  Competition"  um  eine  elektronische Lotterie handle.  Letzteres werde auch von der D._______  SL  mit  Begleitschreiben  zum  C._______­Prüfbericht  vom  5. Dezember  2008  sowie  von  der  E._______  AG  mit  Stellungnahme  vom  23. September  2010  bestätigt,  welche  von  den  Beschwerdeführerinnen  zu  den  Akten  gelegt  wurden.  Die  Beschwerdeführerinnen  rügen  somit  eine fehlerhafte Beweiswürdigung der Vorinstanz. 3.4.1  Art. 6  Abs. 1  SBG  i.V.m.  Art. 61  Abs. 4  der  Verordnung  über  Glücksspiele  und  Spielbanken  vom  24. September  2004  (Spielbankenverordnung,  VSBG,  SR 935.521)  i.V.m.  Art. 58  Abs. 2  der  Verordnung  des  EJPD  über  Überwachungssysteme  und  Glücksspiele  vom 24. September 2004 (Glücksspielverordnung, GSV, SR 935.521.21)  sieht  unter  anderem  ein  Zertifizierungsverfahren  für  Glücksspielautomaten  vor.  Letztere  sind  Geräte,  die  ein  Glücksspiel  anbieten,  das  im Wesentlichen  automatisch  abläuft  (Art. 3  Abs. 2  SBG)  und  nur  in  konzessionierten  Spielbanken  betrieben  werden  dürfen  (vgl.  Art. 4  Abs. 1  SBG).  Die  Zertifizierung  ist  dabei  unter  anderem  eine  Bedingung dafür, dass der betreffende Glücksspielautomat überhaupt  in 

B­7090/2010 einer  Spielbank  aufgestellt  werden  darf  (Art. 35  Abs. 3  GSV).  Das  Zertifizierungsverfahren bewirkt zudem, dass,  falls ein  für den Betrieb  in  Spielbanken  vorgesehener  Geldspielautomat  von  einer  anerkannten  Prüfstelle entsprechend zertifiziert wurde, er  in der Folge nicht mehr der  Vorinstanz vorgeführt werden muss (Art. 62 lit. a VSBG). Die  Beschwerdeführerinnen  sehen  den  "Super  Competition"  gemäss  eigenen  Aussagen  explizit  nicht  für  den  Betrieb  in  Spielbanken  vor.  Zertifizierungsverfahren  für andere Automaten als Glücksspielautomaten  sind  vom  Gesetzgeber  jedoch  keine  vorgesehen  worden,  so  insbesondere  auch  nicht  im Bereich  der  Lotteriegesetzgebung  oder  der  Glücksspielverordnung.  Auch  wenn  man  sich  der  Meinung  der  Beschwerdeführerin 1  anschliessen  würde,  dass  es  aus  heutiger  Sicht  und  insbesondere  auch  vor  dem  Hintergrund  der  heutigen  technologischen  Möglichkeiten  und  dem  verstärkten  Aufkommen  von  elektronischen  Lotterien  unbefriedigend  sei,  dass  es  für  elektronische  Lotteriegeräte  kein  solches  Zertifizierungsverfahren  gibt,  so  bleibt  dennoch festzuhalten, dass es dem Gesetzgeber obliegt, diese Lücke zu  schliessen,  wenn  er  dies  denn  für  sinnvoll  erachten  sollte.  Für  eine  allfällige richterliche Lückenfüllung bleibt in dieser Frage kein Raum. 3.4.2  Bei  der  Würdigung  der  Beweise  ist  die  Behörde  keinen  Regeln  unterworfen,  es  gilt  der  Grundsatz  der  freien  Beweiswürdigung  (Art. 40  des  Bundesgesetzes  über  den  Bundeszivilprozess  vom  4. Dezember  1947 [BZP, SR 273] i.V.m. Art. 19 VwVG). Demnach hat die Behörde alle  erhobenen  Beweismittel  über  erhebliche  Tatsachen  ohne  Bindung  an  förmliche  Beweisregeln  umfassend  und  pflichtgemäss  zu  würdigen  (BERNHARD WALDMANN/PHILIPPE WEISSENBERGER,  Kommentar  zu  Art. 19  VwVG,  in:  Bernhard Waldmann/Philippe Weissenberger  (Hrsg.),  VwVG,  Zürich/Basel/Genf  2009,  S. 403,  Rz. 14 f.).  Ebenfalls  in  die  Beweiswürdigung mit einzubeziehen sind Parteigutachten, sofern sie als  schlüssig  erscheinen,  nachvollziehbar  begründet  sowie  in  sich  widerspruchsfrei  sind  und  keine  Indizien  gegen  ihre  Zuverlässigkeit  bestehen  (WALDMANN/WEISSENBERGER,  a.a.O.,  S. 403, Rz. 16). Mangels  Vorliegen  eines  Zertifizierungsverfahrens  kommt  den  von  den  Beschwerdeführerinnen eingereichten Prüfberichten im vorliegenden Fall  kein  erhöhter  Beweiswert  zu.  Sie  waren  jedoch  von  der  Vorinstanz  als  Parteigutachten in der Beweiswürdigung zu berücksichtigen. Art. 12  VwVG  hält  fest,  dass  die  Behörde  den  Sachverhalt  von  Amtes  wegen  festzustellen  hat  (Untersuchungsgrundsatz).   Die  Behörde  hat 

B­7090/2010 dabei  im  Rahmen  des  Zumutbaren  den  entscheiderheblich  erscheinenden  Umständen  nachzugehen.  Entscheid­  bzw.  rechtserheblich  sind  alle  Tatsachen,  welche  die  tatbeständlichen  Voraussetzungen der anwendbaren Rechtsnorm erfüllen (vgl. PATRICK L.  KRAUSKOPF/KATRIN  EMMENEGGER,  Kommentar  zu  Art. 12  VwVG,  in:  Waldmann/Weissenberger, a.a.O., S. 258 f., Rz. 27 f.). Es steht  ihr denn  auch  frei,  interne  Gutachten  zur  Einordnung  der  Spielautomaten  einzuholen  und  diese  ebenfalls  in  der  Beweiswürdigung  zu  berücksichtigen.  Da  es  sich  dabei  jedoch  um  ein  internes  Gutachten  handelt,  hat  auch  dieses  im  Gegensatz  zu  eigentlichen  Sachverständigengutachten  keinen  erhöhten  Beweiswert  (CHRISTOPH  AUER,  Kommentar  zu  Art. 12  VwVG,  in:  Christoph  Auer/Markus  Müller/Benjamin  Schindler  (Hrsg.),  Kommentar  zum Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG),  Zürich/St. Gallen 2008,  S. 216,  Rz. 55). 3.4.3  Im  vorliegenden  Fall  sind  keine  Anzeichen  ersichtlich,  dass  die  Vorinstanz  eine  fehlerhafte  Beweiswürdigung  vorgenommen  oder  den  Sachverhalt nicht genügend abgeklärt hat.  Wie die technische Geräteanalyse vom 14. Dezember 2009 aufzeigt und  die Beschwerdeführerin 1  in  ihrer Beschwerde vom 28. September 2010  selber  bestätigt,  wurde  der  C._______­Prüfbericht  selbst  von  den  internen  Gutachtern  berücksichtigt  (Ziff. 3.4  der  technischen  Geräteanalyse).  Aus  den  dem  Gericht  vorliegenden  Akten  sind  zudem  keine  Hinweise  erkennbar,  dass  die  Vorinstanz  die  ihr  vorliegenden  Berichte  nicht  in  ihre  Überlegungen  miteinbezogen  hat,  anerkannte  sie  doch  den  Beweiswert  der  Berichte  als  Parteigutachten  ausdrücklich  in  ihrer Vernehmlassung  vom 10. Dezember  2010. Dass  dies  jedoch  nicht  bedeutet,  dass  die  Vorinstanz  den  in  den  Berichten  gemachten  Ausführungen zwangsläufig zu folgen hätte, ergibt sich bereits aus deren  Status eines Parteigutachtens. Zudem  ist anzumerken, dass auch wenn  der  C._______­Prüfbericht  das  auf  dem  "Super  Competition"  laufende  Spiel "Tutti Frutti" pauschal als "electronic lottery (…) with the appearance  of  a  video  slot machine"  einordnet,  er  sich  dennoch  in  keinster Art  und  Weise  materiell  zu  sachverhaltsrelevanten  Fragen  hinsichtlich  der  rechtlichen  Einordnung  des  "Super  Competition"  im  Rahmen  des  anwendbaren  Schweizer  Spielbanken­  und  Lotterierechts  äussert.  Gleiches gilt für das Begleitschreiben der D._______ SL zum C._______­ Prüfbericht  vom 5. Dezember  2008, welches  lediglich  ihre  Interpretation  des Prüfberichts darstellt. 

B­7090/2010 Aus  der  von  der  Vorinstanz  eingereichten  Kostenaufstellung  ist  ersichtlich, dass die Ingenieure den "Super Competition" im Oktober und  November 2009 einer eingehenden Prüfung unterzogen haben. Die in der  technischen  Geräteanalyse  von  Fachspezialisten  gemachten  Ausführungen geben genügend Aufschluss über die im vorliegenden Fall  relevanten  Sachverhaltsfragen,  so  dass  die  Vorinstanz  nicht  gehalten  war,  ein  zusätzliches  Gutachten  eines  externen  Sachverständigen  in  Auftrag  zu  geben.  Konkrete  Anzeichen  hinsichtlich  einer  von  der  Beschwerdeführerin 1  in  den  Raum  gestellten  möglichen  Befangenheit  der  Verfasser  der  Geräteanalyse  oder  anderer  Anzeichen,  welche  eine  Berücksichtigung  dieses  internen Gutachtens  als  unzulässig  erscheinen  lassen,  sind  keine  ersichtlich.  Auch muss  angemerkt  werden,  dass  der  C._______­Prüfbericht  die  bisherigen  Erkenntnisse  dahingehend  bestätigt,  dass  das  Erfordernis  der  Planmässigkeit  im  Sinne  des  Lotteriegesetzes  (vgl.  E. 3.2.2)  beim  "Super  Competition"  nicht  erfüllt  wird. Gleiches  gilt  auch  für  die  von  den Beschwerdeführerinnen  zu  den  Akten gelegte Stellungnahme der E._______ AG. Zudem bestätigt der –  wie  die  Beschwerdeführerin 1  in  ihrer  Beschwerde  vom  28. September  2010  selber  anerkennt  von  der  Vorinstanz  in  ihre  Prüfungen  miteinbezogene  –  Bericht  des  Programmierers  ausdrücklich,  dass  es  nicht möglich sei, die Auszahlungsquote genau zu berechnen (S. 3).  Aufgrund  der  vorhergehenden  Ausführungen  sowie  der  dem  Gericht  vorliegenden  Unterlagen  kann  im  Sinne  einer  antizipierten  Beweiswürdigung  auf  die  von  der  Beschwerdeführerin 1  beantragte  Einholung  eines  zusätzlichen  Sachverständigengutachtens  verzichtet  werden. Somit  ist als Zwischenergebnis  festzuhalten, dass es sich beim  "Super  Competition"  und  faktisch  gleichen  Geräten  weder  um  eine  Lotterie  noch  um  eine  lotterieähnliche  Unternehmung  im  Sinne  des  Lotteriegesetzes  bzw.  der  Lotterieverordnung  handelt.  Letztere  Bestimmungen  sind  somit  auf  den  "Super  Competition"  und  faktisch  gleiche Geräte nicht anwendbar. 4. In  einem  nächsten  Schritt  ist  zu  prüfen,  ob  es  sich  beim  "Super  Competition"  um  ein  Glücksspiel  im  Sinne  des  Spielbankengesetzes  handelt. 4.1 

B­7090/2010 4.1.1 Wer einen Geldspielautomaten in Verkehr setzen will, muss ihn vor  der Inbetriebnahme der Vorinstanz vorführen (Art. 61 Abs. 1 VSBG). Die  Vorinstanz  entscheidet  in  der  Folge  darüber,  ob  es  sich  um  einen  "Glücksspielautomaten" handelt, der nur in konzessionierten Spielbanken  betrieben  werden  darf  (vgl.  Art. 4  Abs. 1  SBG),  oder  um  einen  "Geschicklichkeitsspielautomaten",  für  dessen  Zulassung  die  Kantone  zuständig  sind  (Art. 106  Abs. 4  BV).  Ausnahmen  von  der  Vorführpflicht  sind  in  Art. 62  VSBG  geregelt.  Die  im  vorliegenden  Fall  relevante  und  bereits  unter  E. 3.4.1  erwähnte  Ausnahme  von  Art. 62  lit. a  VSBG  liegt  beim  "Super Competition"  nicht  vor,  da  die Beschwerdeführerinnen  den  Automaten  gemäss  eigenen  Aussagen  explizit  nicht  für  den  Betrieb  in  Spielbanken vorsehen. 4.1.2 Gemäss der Botschaft zum Bundesgesetz über das Glücksspiel und  über  die  Spielbanken  (Spielbankengesetz,  SBG)  vom  26. Februar  1997  umfasst der Begriff "Geldspielautomat" ausnahmslos alle Spielgeräte, "an  denen  der  Spieler  nach  Leistung  eines  Einsatzes  einen  in  den  wesentlichen  Teilen  automatischen  Spielablauf  auslösen  kann,  der  im  Gewinnfall mit Auszahlung oder Gutschrift eines Geldgewinns oder eines  anderen  vermögenswerten  Vorteils  endet"  (BBl  1997 III 169;  vgl.  Art. 3  Abs. 1 SBG). Wie  das  Bundesverwaltungsgericht  in  seinem  von  den  Beschwerdeführerinnen  nicht  angefochtenen  und  damit  rechtskräftig  gewordenen  Urteil  B­8248/2008  vom  4. Juni  2009  ausführte  (E. 3.2.2),  handelt es sich beim "Super Competition" um einen Geldspielautomaten  im  Sinne  des  Spielbankengesetzes,  da  der  Automat  jederzeit  und  unabhängig  von allfälligen Gratisteilnahmen mittels Geldeinwurf  bespielt  werden  kann  (vgl.  dazu  auch  Urteil  des  Bundesgerichts  2C_312/2007  vom 13. November 2007 E. 5.2) und es auch im vorliegenden Verfahren  unbestritten ist, dass in der Folge ein automatischer Spielablauf ausgelöst  wird,  welcher  im  Gewinnfall  einen  vermögenswerten  Vorteil  (vor  Ort  einlösbarer Konsumgutschein) erwarten lässt. Es stellt sich somit lediglich  noch  die  Frage,  ob  es  sich  beim  "Super  Competition"  um  einen  "Glücksspielautomaten"  oder  einen  "Geschicklichkeitsspielautomaten"  handelt. 4.2  4.2.1  "Glücksspielautomaten"  sind Geräte,  die ein Glücksspiel  anbieten,  das  im  Wesentlichen  automatisch  abläuft  (Art. 3  Abs. 2  SBG). 

B­7090/2010 Demgegenüber  sind  "Geschicklichkeitsspielautomaten"  Geräte,  die  ein  Geschicklichkeitsspiel anbieten, das im Wesentlichen automatisch abläuft  und dessen Gewinn von der Geschicklichkeit des Spielers abhängt (Art. 3  Abs. 3 SBG).  4.2.2  Hinsichtlich  der  Abgrenzung  zwischen  Glücksspiel­  und  Geschicklichkeitsautomaten  hat  das  Eidgenössische  Justiz­  und  Polizeidepartement  (EJPD)  gestützt  auf  Art. 63  VSBG  in  der  Glücksspielverordnung  Kriterien  festgelegt.  So  liegt  gemäss  Art. 1  GSV  ein Geschicklichkeitsautomat namentlich vor, wenn: a. der Gewinn sich proportional zur Geschicklichkeit einer Spielerin oder  eines Spielers während der gesamten Spieldauer erhöht; b. kein Gewinn erlangt werden kann, falls die Spielerin oder der Spieler  keinen Einfluss auf den Spielverlauf nimmt; c. beim Blindspiel die Möglichkeit, einen Gewinn zu erzielen, geringfügig  ist;  d.  der  Spielautomat  nicht  über  eine  vorgegebene  Auszahlungsquote  verfügt;  e. die Spieldurchführung transparent ist;  f.  dem  Spiel  ein  von  der  Gewinnmöglichkeit  unabhängiger  Unterhaltungswert zukommt. 4.2.3  Gemessen  an  den  oben  aufgeführten  Kriterien  kann  beim  "Super  Competition"  nicht  von  einem Geschicklichkeitsautomaten  im Sinne  des  Spielbankengesetzes  i.V.m.  der  Glücksspielverordnung  gesprochen  werden. Auch  wenn  der  "Super  Competition"  vereinzelte  Interaktionselemente  aufweist,  so  beschränkt  sich  sein  Unterhaltungswert  doch  im  Wesentlichen auf die Gewinnerwartungshaltung. Nicht zuletzt auch unter  Berücksichtigung  der  heutigen  technischen  Möglichkeiten  in  Bezug  auf  Spielautomaten sowie der äusserst kurzen Spieldauer, genügt dies nicht,  um  einen  von  der  Gewinnmöglichkeit  unabhängigen  Unterhaltungswert  im  Sinne  von  Art. 1  lit. f  GSV  zu  bejahen.  Auch  hat  der  Spieler  kaum  Möglichkeiten,  durch  seine  eigene  Geschicklichkeit  den  Spielablauf  positiv zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Das Basisspiel läuft nach dem  Startvorgang  automatisch  ab  und  das  Risikospiel  hat  weniger  mit  der  Geschicklichkeit des Spielers als vielmehr mit seiner Risikofreude zu tun, 

B­7090/2010 wodurch auch das Kriterium von Art. 1  lit. a GSV nicht erfüllt wird. Denn  für  die  Bejahung  des  letztgenannten  Kriteriums  ist  notwendig,  dass  der  Gewinn "in unverkennbarer Weise" von der Geschicklichkeit des Spielers  abhängt  (Urteil  des Bundesgerichts  2A.494/2001  vom 27. Februar  2002  E. 6.3),  was  beim  "Super  Competition"  nicht  der  Fall  ist.  Aus  den  bisherigen Ausführungen ergibt sich des Weiteren, dass es einem Spieler  durchaus  möglich  ist,  ohne  Einfluss  auf  den  Spielverlauf,  mit  blosser  Auslösung  des  Spielstarts,  Gewinne  zu  erlangen,  dies  selbst  im  Blindspiel, womit auch die Kriterien von Art. 1 GSV lit. b und c nicht erfüllt  werden.  Dass  der  "Super  Competition"  nicht  über  eine  vorgegebene  Auszahlungsquote  im Sinne  von Art. 1  lit. d GSV  verfügt,  wurde  bereits  unter E. 3.2.4 festgestellt. Selbst wenn man  nun  den Beschwerdeführerinnen  zugutehalten würde,  dass  die  Spieldurchführung  transparent  im  Sinne  von  Art. 1  lit. e  GSV  wäre  bzw.  dass  diese  Transparenz  durch  zusätzliche  Informationsangaben verbessert werden könnte, so vermag die Erfüllung  dieses  Kriteriums  die  Nichterfüllung  der  anderen  Kriterien  nicht  aufzuwiegen. Der  "Super Competition"  und  faktisch  gleiche Geräte  sind  daher  als Glücksspielautomaten  im Sinne  von  Art. 3  Abs. 2  SBG  i.V.m.  Art. 1  GSV  zu  qualifizieren,  die  nur  in  konzessionierten  Spielbanken  betrieben werden dürfen (vgl. Art. 4 Abs. 1 SBG). 5.  Mit  ihren  Hinweisen  auf  die  kaum  mehr  überblickbaren  Angebote  von  Gewinnspielen in den Medien (sei dies nun elektronisch oder Print) rügen  die Beschwerdeführerinnen zudem eine Verletzung der Rechtsgleichheit  im  Sinne  von  Art. 8  BV.  Sie  verkennen  dabei  jedoch,  dass  es  grundsätzlich  keinen  Anspruch  auf  Gleichbehandlung  im  Unrecht  gibt  (ULRICH  HÄFELIN/GEORG  MÜLLER/FELIX  UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  6. Aufl.,  Zürich/St. Gallen 2010,  S. 119,  Rz. 518,  m.w.H.).  Das  Vorliegen  einer  eigentlichen  gesetzeswidrigen  Praxis,  welche  in  Ausnahmefällen  einen  solchen  Anspruch  gewähren  könnte,  liegt im vorliegenden Fall nicht vor, sind doch genügend Fälle bekannt, in  welchen  die  jeweils  zuständigen Behörden  unzulässigen Gewinnspielen  insbesondere  im  TV­Bereich  nachgegangen  sind  und  diese  sanktioniert  haben (vgl. zur Veranschaulichung zuletzt z.B. Urteil des Bundesgerichts  6B_775/2009  vom  18. Februar  2010  sowie  Urteil  des  Bundesgerichts  6B_697/2009 vom 30. März 2010 oder zuvor schon z.B. BGE 132 II 240).  Zudem  ist  diesbezüglich  anzumerken,  dass  die  Verfolgung  und  Beurteilung  von  Widerhandlungen  gegen  das  Lotteriegesetz  den 

B­7090/2010 Kantonen  obliegt  (Art. 47  LG)  und  die  Vorinstanz  lediglich  für  die  Verfolgung  von  Widerhandlungen  gegen  das  Spielbankengesetz  zuständig ist (Art. 48 Abs. 1 u. 2 SBG). 6. Schliesslich  rügt  die  Beschwerdeführerin 1  die  Kostenregelung  vor  der  Vorinstanz und bezeichnet die auferlegten Kosten als unangemessen und  generalpräventiv. 6.1  Gemäss  Art. 53  Abs. 3  SBG  erhebt  die  Vorinstanz  für  ihre  Verfügungen  kostendeckende  Gebühren.  Diese  hat  zu  entrichten,  wer  eine  Dienstleistung  der  Vorinstanz  oder  eine  Verfügung  im  Zusammenhang  mit  dem  Vollzug  der  Spielbankengesetzgebung  beansprucht  oder  veranlasst  (Art. 112  Abs. 1  VSBG).  Sind  mehrere  Personen  gebührenpflichtig,  so  haften  sie  solidarisch,  sofern  die  Vorinstanz  keine  andere  Kostenaufteilung  festlegt  (Art. 112  Abs. 2  VSBG). Die Gebühren werden nach Zeitaufwand und der erforderlichen  Sachkenntnis  bemessen  und  deren  Höhe  liegt  zwischen  Fr. 100.−  und  Fr. 350.−  pro  Stunde,  in  Abhängigkeit  der  Funktionsstufe  des  ausführenden  Personals  und  der  Tatsache,  ob  ein  Geschäft  von  der  Vorinstanz oder ihrem Sekretariat behandelt wird (Art. 113 Abs. 1 VSBG). 6.2  Die  von  der  Vorinstanz  veranschlagten  gesamthaften  Kosten  betrugen  im  vorliegenden  Fall  im  Verfahren  für  den  Zwischenentscheid  Fr. 3'700.−  sowie  im  Hauptverfahren  Fr. 24'800.−.  Die  Vorinstanz  auferlegte  in  der  Folge  die  Kosten  des  Zwischenentscheides  der  Beschwerdeführerin 2, die Kosten des Hauptverfahrens  je hälftig beiden  Beschwerdeführerinnen  (total  Beschwerdeführerin 1:  Fr. 12'400.−;  total  Beschwerdeführerin 2: Fr. 16'100.−). 6.3  Gemäss  der  eingereichten  Kostenaufstellung  verrechnete  die  Vorinstanz  im  vorliegenden  Fall  eine  Arbeitszeit  von  13,4  (Zwischenentscheid)  bzw.  97,25 Stunden  (Hauptentscheid).  Die  Aufstellung  gibt  dabei  detailliert  Auskunft  über  den  Zeitpunkt,  den  Urheber  sowie  die  jeweils  ausgeführte  Arbeit  und  den  dafür  benötigten  Zeitaufwand. Der verrechnete Stundenansatz  für die getätigten Arbeiten  beträgt je nach Urheber zwischen Fr. 100.− und Fr. 325.− und entspricht  somit  den  Voraussetzungen  von  Art. 113  Abs. 1  VSBG.  Die  vorliegend  veranschlagten  Kosten  für  die  Arbeit  von  besonderen  Fachkräften  (insb. Juristen  und  Ingenieuren)  entsprechen  den  in  vergleichbaren  Verfahren  angewandten  Ansätzen  (vgl.  Urteil  des 

B­7090/2010 Bundesverwaltungsgerichts  B­260/2009  vom  11. November  2009  E. 4.2 ff.).  Der  Aufwand  von  13,4  bzw.  97,25  Stunden  erscheint  der  verfahrensmässigen und rechtlichen Komplexität des Falles angemessen.  Die  Höhe  der  Kosten  und  deren  Verteilung  unter  den  Beschwerdeführerinnen ist somit nicht zu beanstanden. 7. Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  das  Kriterium  der  "Planmässigkeit" beim "Super Competition" nicht gegeben ist und es sich  beim  Automaten  und  faktisch  gleichen  Geräten  daher  weder  um  eine  Lotterie  noch  um  eine  lotterieähnliche  Unternehmung  im  Sinne  des  Lotteriegesetzes  bzw.  der  Lotterieverordnung  handelt.  Letztere  Bestimmungen  sind  somit  auf  den  "Super  Competition"  und  faktisch  gleiche  Geräte  nicht  anwendbar.  Der  "Super  Competition"  und  faktisch  gleiche  Geräte  sind  vielmehr  als  Glücksspielautomaten  im  Sinne  von  Art. 3  Abs. 2  SBG  i.V.m.  Art. 1  GSV  zu  qualifizieren,  die  nur  in  konzessionierten Spielbanken betrieben werden dürfen (vgl. Art. 4 Abs. 1  SBG).  Anzeichen,  dass  die  Vorinstanz  in  ihrem  Prüfverfahren  Verfahrensgarantien  im Sinne  von Art. 29 BV  sowie  den Grundsatz  der  Rechtsgleichheit im Sinne von Art. 8 BV verletzt bzw. willkürlich im Sinne  von  Art. 9  BV  gehandelt  hat,  sind  keine  ersichtlich.  Des Weiteren  liegt  auch keine Verletzung der Wirtschaftsfreiheit im Sinne von Art. 27 BV vor. 8. Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  ergibt  sich,  dass  die  Beschwerdeführerinnen  als  vollständig  unterlegene  Parteien  die  Kosten  des  Verfahrens  tragen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG,  Art. 1 ff.  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]).  Diese  werden  auf  Fr. 10'000.− festgelegt, den Parteien mit je Fr. 5'000.− zu gleichen Teilen  auferlegt  und  mit  den  von  ihnen  geleisteten  Kostenvorschüssen  in  gleicher Höhe verrechnet. Die  Beschwerdeführerinnen  haben  keinen  Anspruch  auf  Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 1 VGKE). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

B­7090/2010 1.  Die Beschwerden werden abgewiesen soweit darauf eingetreten wird. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 10'000.−  werden  den  Beschwerdeführerinnen  je  zur Hälfte  auferlegt.  Sie werden  nach Eintritt  der Rechtskraft mit den geleisteten Kostenvorschüssen von je Fr. 5'000.−  verrechnet. 3.  Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4.  Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerinnen (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref­Nr. (…); Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Ronald Flury Alexander Schaer

B­7090/2010 Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die  Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren,  deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu  enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit  sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 5. August 2011

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