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Bundesverwaltungsgericht 13.02.2012 B-6200/2011

13 février 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,290 mots·~11 min·4

Résumé

Arbeitslosenversicherung | Einspracheentscheid vom 12. Oktober 2011; Rückforderung von Kurzarbeitsentschädigungszahlungen

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung II B­6200/2011 Urteil   v om   1 3 .   Februar   2012 Besetzung Richter David Aschmann (Vorsitz), Richterin Vera Marantelli, Richter Frank Seethaler, Gerichtsschreiber Beat Lenel. Parteien X._______, …. vertreten durch A._______, Beschwerdeführerin,  gegen Staatssekretariat für Wirtschaft, Arbeitsmarkt / Arbeitslosenversicherung,  Effingerstrasse 31, 3003 Bern, Vorinstanz.  Gegenstand Einspracheentscheid vom 12. Oktober 2011; Rückforderung  von Kurzarbeitsentschädigungszahlungen.

B­6200/2011 Sachverhalt: A.  Mit  Verfügung  der  Vorinstanz  vom  12.  Juli  2011  wurde  der  Beschwerdeführer  verpflichtet,  zu  Unrecht  bezogene  Kurzarbeitsentschädigungen  in  der  Höhe  von  CHF 75'122.60  an  die  Arbeitslosenkasse  zurückzuerstatten.  Zur  Begründung  wurde  angeführt,  der  Mitarbeiter  Y._______,  für  den  diese  Entschädigungen  bezogen  wurden,  sei  aufgrund  der monatlich  stark  schwankenden Arbeitspensen  nach geleisteten Stunden entschädigt worden. Für Personen mit variabler  Beschäftigung  bestehe  jedoch  kein  Anspruch  auf  Kurzarbeitsentschädigungen. B.   Am 13. September 2011 erhob der Beschwerdeführer Einsprache bei der  Vorinstanz  gegen  diese Verfügung  (das Einspracheschreiben  liegt  nicht  im Recht). C.  Mit Verfügung vom 22. September 2011 wies die Vorinstanz den Antrag  auf  Insolvenzentschädigung  für  den  Monat  Juni  2011  ab.  Der  Beschwerdeführer  verzichtete auf  eine Stellungnahme und erklärte,  den  Anspruch  auf  Kurzarbeitsentschädigung  für  Juni  2011  nicht  aufrechtzuerhalten. D.  Mit  Entscheid  vom  12.  Oktober  2011  wies  die  Vorinstanz  auch  die  Einsprache  ab.  Sie  führte  aus,  anlässlich  der  Arbeitgeberkontrolle  vom  7. und  8.  Juli  2011  habe  kein  schriftlicher  Arbeitsvertrag  für  Y._______  vorgelegt  werden  können  und  es  sei  keine  Arbeitszeiterfassung  erfolgt.  Gemäss  den  Aussagen  des  Beschwerdeführers  sei  Y._______  je  nach  Arbeitsanfall  beschäftigt  und  nach  den  effektiv  geleisteten  Stunden  entschädigt  worden.  Die  Lohnzahlungen  2008  und  2009  seien  stark  schwankend  gewesen.  Die  gegenüber  der  Arbeitslosenkasse  ausgewiesenen Lohnabrechnungen seien wahrheitswidrig gewesen. Eine  Protokollierung  der  entsprechenden  Aussagen  des  Beschwerdeführers  und der Buchhaltungsstelle sei allerdings nicht notwendig gewesen, weil  die  Beanstandungen  vorwiegend  auf  eigenen  Feststellungen  basiert  hätten.  Die  Behauptung  des  Beschwerdeführers,  dass  Y._______  auf  einen  Teil  des  ihm  zustehenden  Lohnes  verzichtet  habe,  sei  sodann  unglaubwürdig. Ein Aufhebungsvertrag könne aufgrund der vorliegenden 

B­6200/2011 schriftlichen  Kündigung  ausgeschlossen  werden,  womit  während  der  Kündigungsfrist kein Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung bestehe. E.  Am  14.  November  2011  erhob  der  Beschwerdeführer  gegen  diesen  Entscheid Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht mit den Anträgen,  dass  der  Entscheid  der  Vorinstanz  aufzuheben  und  die  Versicherungsleistungen  nicht  zurückzufordern  seien,  eventualiter  dass  der  Entscheid  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen  sei.  Zur  Begründung  führte der Beschwerdeführer aus, dass die Kurzarbeitsentschädigung für  den Monat Juni 2011 gar nicht ausbezahlt worden sei und deshalb auch  nicht  zurückgefordert  werden  könne.  Die  Sachverhaltsermittlung  durch  die Vorinstanz sei rechtswidrig erfolgt,  insbesondere seien die Befragten  nicht auf den Zweck der Befragung hingewiesen worden und es sei kein  Protokoll  darüber  erstellt  worden.  Y._______  habe  zeitweise  auf  einen  Teil  seines  Lohnes  verzichtet,  um  den  Betrieb  nicht  zu  gefährden.  Es  bestehe  ein  Vertrauensschutz  wegen  Verletzung  der  Aufklärungspflicht  der  Behörde  bezüglich  des  100  %  Pensums.  Die  Verfügung  sei  nicht  zweifellos unrichtig, weshalb eine Revision ausgeschlossen sei. F.  Mit  Vernehmlassung  vom  23.  Januar  2012  führte  die  Vorinstanz  aus,  dass  sie  an  ihren  Anträgen  festhalte.  Aufgrund  der  Gehaltskarten  sei  ersichtlich, dass der vereinbarte Lohn nie auch nur annähernd ausbezahlt  worden  sei.  Die  Befragung  des  Beschwerdeführers  sei  lediglich  zum  besseren  Verständnis  der  vorgefundenen  Dokumente  erfolgt,  weshalb  sich  eine  Protokollierung  erübrigt  habe.  Aufgrund  der  eindeutigen  Revisionssituation könne der Beschwerdeführer nicht vorbringen, er habe  den Zweck der Befragung nicht gekannt. Flexible Arbeitsverträge dürften  nicht mit dem Einwand des Lohnverzichts der Kontrolle entzogen werden.  Die  Einkommensschwankungen  seien  überdies  zu  gross  gewesen,  um  unter  die  Ausnahmeregelung  zu  fallen.  Die  Rüge  der  fehlenden  Arbeitszeiterfassung stelle nur ein zusätzliches Element, keine Änderung  der  Begründung  dar.  Auch  die  Aufklärungspflicht  nach  ATSG  sei  nicht  verletzt worden. Die zweifellose Unrichtigkeit der Auszahlungen sei belegt  und  die  Voraussetzungen  für  ein  Zurückkommen  auf  die  Auszahlungen  gegeben.  Überdies  sei  die  geltend  gemachte  Beendigung  des  Arbeitsverhältnisses ohne Kündigungsfrist aktenwidrig. G.  Gemäss  telefonischer  Auskunft  von  Herrn  Juillard  von  der 

B­6200/2011 Arbeitslosenkasse St. Gallen vom 1. Februar 2012 und nachfolgendem E­ Mail  mit  detaillierter  Aufstellung  wurden  dem  Beschwerdeführer  Kurzarbeitsentschädigungen  von  insgesamt  CHF 75'122.60  bis  und  mit  Mai  2011  ausbezahlt,  während  der  Betrag  von  CHF 3'303.38  für  den  Monat  Juni  2011  nicht  darin  enthalten  war.  Der  Beschwerdeführer  verzichtete stillschweigend auf eine Stellungnahme zu dieser Aufstellung. H.  Auf die Durchführung einer mündlichen Verhandlung haben die Parteien  stillschweigend verzichtet. I.  Auf  die  weiteren  Vorbringen  ist,  soweit  erforderlich,  in  den  folgenden  Erwägungen einzugehen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Ob die Prozessvoraussetzungen vorliegen und auf eine Beschwerde  einzutreten ist, hat das Bundesverwaltungsgericht von Amtes wegen und  mit freier Kognition zu prüfen (vgl. BGVE 2007/6 E. 1 S. 45). 1.2. Gemäss Art.  31  des Bundesgesetzes  vom 17.  Juni  2005  über  das  Bundesverwaltungsgericht (Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 172.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  unter  Vorbehalt  der  in  Art.  32  VGG  genannten  Ausnahmen  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021).  Beim  angefochtenen  Einspracheentscheid  handelt  es  sich  um  eine  Verfügung  im  Sinne  von  Art.  5  VwVG.  Zulässig  sind  Beschwerden  gegen  Verfügungen  von  Vorinstanzen, zu denen gestützt auf Art. 33 Bst. d VGG auch das SECO  zählt.  Nach Art.  101  des Arbeitslosenversicherungsgesetzes  (AVIG,  SR  837.0)  sind  Verfügungen  des  SECO  beim  Bundesverwaltungsgericht  anfechtbar. Das Bundesverwaltungsgericht  ist  somit  für  die Behandlung  der vorliegenden Beschwerde zuständig. 1.3.  Durch  den  angefochtenen  Entscheid  ist  der  Beschwerdeführer  besonders berührt  und er hat  an dessen Aufhebung oder Änderung ein  schutzwürdiges  Interesse  (Art. 48 Bst. b und c VwVG, vgl. auch Art. 59 

B­6200/2011 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des  Sozialversicherungsrechts  [ATSG,  SR  830.1]).  Die  dagegen  erhobene  Beschwerde wurde frist­ und formgerecht eingereicht (Art. 50 Abs. 1 und  Art.  52  Abs.  1  VwVG,  vgl.  auch  Art.  60  Abs.  1  ATSG).  Der  Kostenvorschuss wurde  fristgemäss bezahlt  (Art. 63 Abs. 4 VwVG). Auf  die Beschwerde ist daher einzutreten. 2.  2.1. Ein Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung besteht gemäss Art. 31  Abs.  1  AVIG  für  Arbeitnehmer,  deren  normale  Arbeitszeit  verkürzt  oder  deren  Arbeit  ganz  eingestellt  ist,  wenn  sie  für  die  Versicherung  beitragspflichtig  sind  oder  das Mindestalter  für  die  Beitragspflicht  in  der  AHV noch nicht erreicht haben (Bst. a), der Arbeitsausfall anrechenbar ist  (Bst.  b),  das  Arbeitsverhältnis  ungekündigt  ist  (Bst.  c)  und  der  Arbeitsausfall  voraussichtlich  vorübergehend  ist  und  erwartet  werden  darf,  dass  durch  Kurzarbeit  ihre  Arbeitsplätze  erhalten  werden  können  (Bst. d). 2.2.  Gemäss  Art.  31  Abs.  3  Bst.  a  AVIG  haben  Arbeitnehmer,  deren  Arbeitsausfall nicht bestimmbar oder deren Arbeitszeit nicht ausreichend  kontrollierbar ist, keinen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung. Art. 46b  der  Arbeitslosenversicherungsverordnung  (AVIV,  SR  837.02)  präzisiert  dazu,  dass  die  genügende  Kontrollierbarkeit  des  Arbeitsausfalls  eine  betriebliche Arbeitszeitkontrolle voraussetzt und dass der Arbeitgeber die  Unterlagen  über  die  Arbeitszeitkontrolle  während  fünf  Jahren  aufzubewahren hat. Auch bei den  im Monatslohn angestellten Personen  ist  ein  geltend  gemachter  Arbeitszeitausfall  nur  dann  genügend  überprüfbar,  wenn  die  geleistete  Arbeitszeit  für  jeden  einzelnen  Tag  kontrollierbar  ist.  Es  genügt  nicht,  wenn  der  Arbeitgeber  eine  An­  und  Abwesenheitskontrolle führt; vielmehr bedarf es Angaben über die täglich  geleistete  Arbeitszeit.  (Entscheid  des  Eidg.  Versicherungsgerichts  C  140/02  vom  8.  Oktober  2002,  E.  3.2;  ERWIN  MURER/HANS­ULRICH  STAUFFER,  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  zum  Sozialversicherungsrecht,  Bundesgesetz  über  die  obligatorische  Arbeitslosenversicherung  und  Insolvenzentschädigung,  3.  Aufl.,  Zürich  2008, Art. 31 Ziff. 4). 2.3. Das Moment der Kontrollierbarkeit erfordert, dass ein Fachmann aus  dem  Durchführungsbereich  der  Arbeitslosenversicherung  sich  innert  angemessener Frist ein einigermassen klares Bild über den Arbeitsausfall 

B­6200/2011 machen  kann.  Die  zur  Verfügung  gestellten  Unterlagen  müssen  das  Kontrollorgan  in  die  Lage  versetzen,  jederzeit möglichst  zuverlässig  die  genauen  Arbeitszeiten  jedes  einzelnen  Arbeitnehmers  feststellen  zu  können. Es  liegt  nicht  an der Kasse, die Unrichtigkeit  der Zeiterfassung  für jede zur Kurzarbeit angemeldete Person individuell zu beweisen. Dies  würde  letztlich  eine  Umkehr  der  Beweislast  bedeuten.  Die  Beweislast  obliegt  dem  Arbeitgeber  (Entscheid  des  Eidg.  Versicherungsgerichts  C 66/04 vom 18. August 2004, E. 3.2).  2.4. Die Ausgleichsstelle prüft stichprobenweise bei den Arbeitgebern die  ausbezahlten  Kurzarbeitsentschädigungen  (Art.  110  Abs.  4  AVIV).  Sie  hält das Revisionsergebnis in einem schriftlichen Bericht fest und gibt es  der Kasse sowie dem Träger in der Regel innert 60 Tagen bekannt. Dem  Arbeitgeber  eröffnet  sie  mittels  Verfügung  das  Ergebnis  der  Arbeitgeberkontrolle. Der Arbeitslosenkasse obliegt das Inkasso allfälliger  zurückgeforderter Beträge  (Art.  83a Abs.  3 AVIG  i.V.m. Art.  111 AVIV).  Zu  Unrecht  ausbezahlte  Kurzarbeitsentschädigungen  fordert  die  Arbeitslosenkasse  vom  Arbeitgeber  zurück.  Hat  der  Arbeitgeber  die  unrechtmässige  Auszahlung  zu  verantworten,  so  ist  für  ihn  jede  Rückforderung  gegenüber  den  Arbeitnehmern  ausgeschlossen  (Art.  95  AVIG i.V.m. Art. 25 Abs. 1 ATSG). 3.  3.1. Die Vorinstanz hat den Anspruch von Y._______ mit dem Argument  aberkannt,  dass  für  arbeitnehmende  Personen,  welche  lediglich  teilzeitlich  ohne  vereinbarte  Arbeitszeit  und  mit  schwankenden  Arbeitspensen  beschäftigt  werden,  grundsätzlich  kein  Anspruch  auf  Kurzarbeitsentschädigung  bestehe,  da  sich  aufgrund  der  fehlenden  normalen  Arbeitszeit  kein  anrechenbarer  Arbeitsausfall  ermitteln  liesse.  Es  seien  nicht  die  in  den  Lohnabrechnungen  deklarierten  Monatslöhne  überwiesen  worden,  sondern  massiv  schwankende  Beträge  geringeren  Umfangs.  Zudem  liege  weder  ein  schriftlicher  Arbeitsvertrag  noch  eine  Arbeitszeiterfassung vor. 3.2.  Im  vorliegenden  Fall  hat  der  Beschwerdeführer  keine  Unterlagen  vorweisen können, die eine zuverlässige Bestimmung des Arbeitsausfalls  gewährleisten  könnten.  Vielmehr  stimmten  die  überwiesenen  Gehaltszahlungen  nicht  mit  den  gemeldeten  überein,  es  wurde  keine  Arbeitszeiterfassung  geführt  und  es  liegt  auch  kein  schriftlicher  Arbeitsvertrag  vor.  Aus  den  Gehaltskarten  gehen  für  das  Jahr  2008 

B­6200/2011 folgende  Brutto­Monatslöhne  hervor:  Januar  CHF 3'469.95;  Februar  CHF 3'126.65;  März  CHF 3'006.90;  April  CHF 2'700.35;  Mai  CHF 2'070.25;  Juni  CHF 6'671.60;  Juli  CHF 0.00;  Juni­August  CHF 13'438.00; September CHF 3'874.40; Oktober CHF 0.00; November  CHF 3'778.60;  Dezember  CHF 1'852.05;  Gratifikation  CHF 2'128.80.  Im  Folgejahr  2009  wurden  bis  zum  Beginn  der  Auszahlung  von  Kurzarbeitsentschädigung  eingetragen:  Januar  CHF 2'804.90;  Februar  CHF 2'890.45;  März  CHF 3'124.00;  April  CHF 2'585.90;  Mai  CHF 2'534.75;  Juni  CHF 3'335.20.  Die  Differenz  zwischen  der  tiefsten  (CHF 0.00) und der höchsten  (CHF 13'438.00) Lohnzahlung beträgt 336  %  des  durchschnittlich  geltend  gemachten  Monatslohns  von  rund  CHF 4'000.00.  Die  mittlere  Abweichung  dieser  Zahlenreihe  beträgt  CHF 1'651.60,  die  Standardabweichung  CHF 2'885.75.  Weiter  fällt  auf,  dass  die  einzelnen  Lohnabrechnungen  nicht  mit  den  Gehaltskarten  übereinstimmen. So wird  für  den Monat  Juli  2009 gemäss Gehaltskarte  2009  ein  Bruttolohn  von  CHF 3'913.30  aufgeführt,  gemäss  Lohnabrechnung  jedoch  CHF 4'030.50.  Im  Dezember  2009  betrug  der  Bruttolohn gemäss Gehaltskarte CHF 3'913.30, gemäss Lohnabrechnung  CHF 4'335.95.  Diese  Unstimmigkeiten  ziehen  sich  durch  sämtliche  ins  Recht  gelegten  Lohnabrechnungen  und  Gehaltskarten.  Somit  ist  der  Vorinstanz  zuzustimmen,  dass  die  vorliegenden  Unterlagen  keine  zuverlässige Bestimmung des Arbeitsausfalls ermöglichen. 3.3. Der Beschwerdeführer  bringt  zwar  zu Recht  vor,  dass  bei  flexiblen  Arbeitsverhältnissen  ein  anrechenbarer  Arbeitsausfall  nicht  einfach  verneint  werden  kann.  In  diesem  Fall  müsste  jedoch  die  effektive  Arbeitsauslastung  durch  Arbeitszeitaufzeichnungen  lückenlos  dokumentiert werden, damit eine Berechnung des Arbeitsausfalls möglich  wird.  Dies  ist  in  casu  nicht  erfolgt.  Auch  das  Vorbringen  des  Beschwerdeführers, dass der Arbeitnehmer Y._______ freiwillig auf Teile  seines  Lohnes  verzichtet  habe,  hätte  nur  dann  berücksichtigt  werden  müssen,  wenn  der  Nachweis  dafür  anlässlich  der  Arbeitgeberkontrolle  sofort  hätte erbracht werden können.  In Analogie zum Nachreichen von  Arbeitszeitaufzeichnung  kann  der  Beweis  nicht  durch  die  nachträgliche  Befragung  des  betroffenen  Arbeitnehmers  erbracht  werden  (vgl.  Urteil  des  Eidg.  Versicherungsgerichts  C 229/00  vom  30.  Juli  2001  E.  1B,  C 260/00  vom  22.  August  2001  E.  2).  Im  Übrigen  anerkennt  der  Beschwerdeführer,  dass  der  AHV­Ausgleichskasse  die  effektiv  ausbezahlten Lohnsummen gemeldet worden seien (siehe unten Ziff. 7.1)  und  diese  nicht  mit  denjenigen,  die  der  Arbeitslosenkasse  gemeldet  wurden, übereinstimmten.

B­6200/2011 3.4. Nachdem der Beschäftigungsgrad des Mitarbeiters Y._______ weder  vor  noch  während  der  Kurzarbeit  zuverlässig  zu  eruieren  ist,  besteht  gemäss  Art.  31  Abs.  3  Bst.  a  AVIG  kein  Anspruch  auf  Kurzarbeitsentschädigung. 4.  4.1.  Der  Beschwerdeführer  rügt  weiter  die  mangelnde  zweifellose  Unrichtigkeit der Leistungszusprache. Art. 57 AVIV impliziere, dass auch  bei  stark  schwankenden  Löhnen  Kurzarbeitsentschädigungen  bezogen  werden  könnten. Der Arbeitsvertrag  sei  per Aufhebungsvertrag  beendet  worden,  es  habe  keine  Kündigungsfrist  gegeben.  Die  Kurzarbeitsentschädigung  sei  korrekterweise  auf  Basis  des  vertraglich  vereinbarten Lohnes berechnet worden. 4.2.  Gemäss  dem  vom  Beschwerdeführer  zitierten  Urteil  des  Bundesgerichts  9C_760/2010  vom  17.  November  2010  E.  2  ist  das  Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit  in der Regel erfüllt, wenn eine  Leistungszusprache  aufgrund  falsch  oder  unzutreffend  verstandener  Rechtsregeln  erfolgt  ist  oder  wenn  massgebliche  Bestimmungen  nicht  oder  unrichtig  angewandt  wurden.  Anders  verhalte  es  sich,  wenn  der  Wiedererwägungsgrund  im  Bereich  materieller  Anspruchsvoraussetzungen  liegt,  deren  Beurteilung  notwendigerweise  Ermessenszüge  aufweist.  Art.  83a Abs. 1  AVIG  verfolgt  exakt  dasselbe  Ziel:  Stellt  die  Ausgleichsstelle  fest,  dass  die  gesetzlichen  Vorschriften  nicht oder nicht richtig angewendet wurden, so erteilt sie der Kasse oder  der zuständigen Amtsstelle die erforderlichen Weisungen. 4.3. Die Ausführungen mit Bezug auf Art. 57 AVIV müssen aufgrund des  klaren  Wortlauts  von  Art.  31  Abs.  3  Bst.  a  AVIG  nicht  weiter  geprüft  werden.  Auch  die  Ausführungen  zum  Aufhebungsvertrag  sind  unerheblich, wird doch bereits die Anspruchsgrundlage für die Leistungen  verneint.  Letztere  sind  überdies  aktenwidrig,  da  eine  Kopie  des  Kündigungsschreibens  sowie  eine  entsprechend  ausgefüllte  Arbeitgeberbescheinigung im Recht liegen. 4.4.  In  Ziff.  3.4  wurde  festgestellt,  dass  im  vorliegenden  Fall  die  Voraussetzungen von Art. 31 Abs. 3 Bst. a AVIG nicht erfüllt waren. Es  stellt  sich  somit  die  Frage,  ob  der  Behörde  in  Bezug  auf  die  Bestimmbarkeit des Arbeitsausfalls oder die Kontrolle der Arbeitszeit ein  Ermessen  zusteht.  Ermessen  ist  die  Entscheidbefugnis  der 

B­6200/2011 Verwaltungsbehörden,  die  ihr  der  Gesetzgeber  durch  die  offene  Normierung  überträgt.  (ULRICH  HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX  UHLMANN,  Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 429).  Dem  Bundesverwaltungsgericht  kommt  hinsichtlich  des  Ermessens  von  Bundesbehörden  eine  umfassende  Überprüfungsbefugnis  zu  (ANDRÉ  MOSER/MICHAEL  BEUSCH/LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  Basel  2008,  Rz.  2.150  f.).  Das  Bundesverwaltungsgericht  hebt  Ermessensentscheide  dann  auf,  wenn  die  Behörde  von  dem  ihr  zustehenden  Ermessen  einen  falschen  Gebrauch gemacht hat, indem sie grundlos von in Rechtsprechung Lehre  anerkannten  Grundsätzen  abgewichen  ist,  sachfremde  Gesichtspunkte  berücksichtigt hat, rechtserhebliche Umstände unberücksichtigt liess oder  sich  das  Ergebnis  als  offensichtlich  unbillig,  als  in  stossender  Weise  ungerecht erweist (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O, Rz. 2.163). 4.5.  Der  fragliche  Art.  31  Abs.  1  Bst.  a  AVIG  kann  aufgrund  der  Formulierung "Arbeitnehmer, deren Arbeitsausfall nicht bestimmbar oder  deren  Arbeitszeit  nicht  ausreichend  kontrollierbar  ist"  als  unbestimmter  Rechtsbegriff  (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,  a.a.O.,  Rz.  445  ff.)  aufgefasst  werden.  Nach  Lehre  und  Rechtsprechung  ist  bei  der  Überprüfung  von  unbestimmten  Rechtsbegriffen  eine  gewisse  Zurückhaltung  auszuüben  und  der  rechtsanwendenden  Behörde  einen  Beurteilungsspielraum  zuzugestehen, wenn diese den örtlichen,  technischen oder persönlichen  Verhältnissen  näher  steht  als  die  Beschwerdeinstanz  (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.155). 4.6.  Nachdem  im  vorliegenden  Fall  die  Anzahl  zu  leistender  Arbeitsstunden  vom  Beschwerdeführer  nur  behauptet,  jedoch  nicht  nachgewiesen wird und auch keine Arbeitszeitaufzeichnungen bestehen,  ist es nicht sachwidrig, wenn die Vorinstanz diesen Sachverhalt unter Art.  31 Abs. 1 Bst. a AVIG subsumiert. Es ist auch kein Ermessensspielraum  ersichtlich, aufgrund dessen die Vorinstanz den Sachverhalt anders hätte  beurteilen  können.  Es  ist  somit  festzuhalten,  dass  die  Vorinstanz  zu  Recht  von  einer  zweifelsfreien  Unrichtigkeit  der  Revisionsverfügung  ausgegangen ist. 5.  5.1.  Der  Beschwerdeführer  bringt  vor,  dass  die  Sachverhaltsermittlung  durch  die  Vorinstanz  rechtswidrig  erfolgt  sei.  Es  sei  am  7.  und  8.  Juli  2011  eine  Befragung  des  Beschwerdeführers  und  seiner 

B­6200/2011 Buchhaltungsstelle  erfolgt,  ohne  dass  diese  über  den  Zweck  der  Befragung  informiert  gewesen  seien.  Auch  sei  kein  Protokoll  darüber  angefertigt  worden.  Die  Befragung  sei  nur  dann  ein  zulässiges  Beweismittel, wenn eine schriftliche Befragung nicht in Frage komme. 5.2.  Das  rechtliche  Gehör  ist  in  Art.  29  Abs.  2  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  (BV,  SR  101)  und  Art.  42  Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts  (ATSG,  SR 830.1)  garantiert.  Gemäss  Art.  43  Abs.  1  ATSG  prüft  der  Versicherungsträger die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen,  von  Amtes  wegen  vor  und  holt  die  erforderlichen  Auskünfte  ein,  wobei  mündlich erteilte Auskünfte schriftlich  festzuhalten sind. Gemäss Art. 12  VwVG  stellt  die  Behörde  den  Sachverhalt  von  Amtes  wegen  fest  und  bedient sich nötigenfalls folgender Beweismittel: Urkunden; Auskünfte der  Parteien und Auskünfte oder Zeugnis von Drittpersonen. 5.3.  Das  Einholen  von  Auskünften  und  Berichten,  welches  bei  den  Verfahrensbeteiligten  wie  auch  bei  Dritten  erfolgen  kann,  hat  im  sozialversicherungsrechtlichen  Verfahren  ein  grosses  Gewicht.  Den  Beteiligten ist dabei Gelegenheit einzuräumen, sich zur erteilten Auskunft  zu  äussern.  Für  die  beweismässige  Verwendung  sind  Aktennotizen  mündlicher Auskünfte, die nicht nur Nebenpunkte betreffen, der Person,  welche Auskunft  erstattet  hat,  zur Bestätigung  vorzulegen  (UELI KIESER,  das  Verwaltungsverfahren  in  der  Sozialversicherung  [hiernach:  Verwaltungsverfahren],  Zürich  1999,  Rz.  442  f.;  UELI  KIESER,  Schweizerisches  Sozialversicherungsrecht  [hiernach:  Sozialversicherungsrecht],  Zürich/St. Gallen  2008, S.  428). Umfang und  Detaillierungsgrad  der  Protokollierung  bestimmen  sich  nach  den  konkreten  Umständen  des  Einzelfalls  (RENÉ RHINOW, HEINRICH KOLLER,  CHRISTINA KISS, DANIELA THURNHERR, DENISE BRÜHL­MOSER, Öffentliches  Prozessrecht, Grundlagen und Bundesrechtspflege, 2. Aufl., Basel 2010,  Rz. 340). 5.4. Da es sich beim vorliegenden Fall nicht um eine Strafuntersuchung  handelt,  gelten  die  Grundsätze  von  Art.  143  Abs.  1  Bst.  b  Strafprozessordnung  (StPO,  SR  312.0)  nicht,  wonach  die  einvernommene  Person  über  den Gegenstand  des  Strafverfahrens  und  die  Eigenschaft,  in  der  sie  einvernommen  wird,  zu  informieren  ist.  Im  Übrigen ist das Ziel einer Revision offensichtlich: Die Revision untersucht,  ob  die  durch  Gesetz,  allgemeine  Grundsätze  der  Ordnungsmässigkeit  oder  unternehmenspolitische  Entscheide  festgesetzten  Normen 

B­6200/2011 eingehalten  worden  sind  (JEAN­PAUL  THOMMEN,  Lexikon  der  Betriebswirtschaft,  3.  Aufl.,  Zürich  2004,  S.  545).  Die  Folgen  des  Revisionsergebnisses bedürfen keiner weiteren Erläuterung. Demzufolge  hatte  die  Vorinstanz  keine  Pflicht,  vorab  auf  allfällige  Folgen  eines  negativen Revisionsergebnisses hinweisen. 5.5.  Das  rechtliche  Gehör  wäre  verletzt,  wenn  sich  die  angefochtene  Verfügung  ausschliesslich  auf  die  mündlichen  Aussagen  des  Beschwerdeführers  sowie  seiner  Buchhaltungsstelle  abgestützt  hätte,  weil  die  entsprechenden  Aktennotizen  den  Auskunft  erteilenden  Personen  nicht  zur  Bestätigung  vorgelegt  worden  sind. Wie  jedoch  die  Vorinstanz  sowohl  im  Einspracheentscheid  wie  auch  in  der  Beschwerdeantwort  ausführte,  hatte  die  Befragung  vorliegend  nur  ergänzenden Charakter, da die wesentlichen Punkte des Verfahrens aus  der Aktenlage  (bzw. aus dem Fehlen notwendiger Unterlagen) eindeutig  hervorgingen.  Der  Befragung  des  Beschwerdeführers  sowie  von  Frau  Z._______  kommt  keine  zentrale  Rolle  zu.  Massgeblich  ist  im  vorliegenden  Verfahren  die  amtliche  Feststellung,  dass  die  Kontrollunterlagen  fehlen  und  die  gemeldeten  Lohnsummen  von  Y._______  nicht  mit  den  überwiesenen  Beträgen  vereinbar  sind.  Das  Verfahren  hätte  auch  ohne  Weiteres  ausschliesslich  aufgrund  dieser  amtlichen  Feststellungen  durchgeführt  werden  können.  Unter  diesen  Umständen  vermag  es  keinen  wesentlichen  Verfahrensmangel  zu  begründen,  dass  die  Aussagen  der  beiden  Befragten  nicht  in  einem  Protokoll, sondern nur sinngemäss festgehalten und den Befragten nicht  zur Bestätigung vorgelegt worden sind.  5.6.  Als  Zwischenergebnis  ist  festzustellen,  dass  sich  die  Sachverhaltsermittlung  im Wesentlichen  auf  das  Ergebnis  der  Revision  abstützt  und das  rechtliche Gehör  des Beschwerdeführers nicht  verletzt  worden ist. 6.  6.1. Der Beschwerdeführer  rügt  des Weiteren,  es  sei  der Vorwurf,  dass  vor  Geltendmachung  der  Kurzarbeitsentschädigung  keine  Arbeitszeiterfassung  erfolgte,  erst  im  Einspracheverfahren  geltend  gemacht worden. 6.2.  Tatsächlich  stellte  die  Vorinstanz  in  ihrer  Revisionsverfügung  vom  12. Juli  2011  nur  fest,  dass  sich  der  anrechenbare  Arbeitsausfall  von 

B­6200/2011 Y._______ nicht ermitteln  lasse.  Im angefochtenen Einspracheentscheid  führte  sie  dagegen  aus,  dass  kein  schriftlicher Arbeitsvertrag  und  keine  Arbeitszeiterfassung  vorliege,  sowie  dass  die  Lohnzahlungen  2008  und  2009  stark  schwankend  gewesen  und  von  dem  gegenüber  der  Arbeitslosenkasse deklarierten Einkommen stark abgewichen seien. 6.3.  Das  Eventualprinzip  hat  für  das  Verwaltungs­  und  Verwaltungsrechtspflegeverfahren  grundsätzlich  keine  Bedeutung  (KIESER, Verwaltungsverfahren, a.a.O., Rz. 195). Die Vorinstanz kann bis  zu  ihrer  Vernehmlassung  die  angefochtene  Verfügung  in  Wiedererwägung ziehen (Art. 58 Abs. 1 VwVG) und  inhaltlich abändern.  Da  das  Administrativverfahren  das  Verfügungs­  und  das  Einspracheverfahren  umfasst,  konnte  der  Gesetzgeber  die  Pflicht  zur  Anhörung  in  das Einspracheverfahren  verlegen, während  die Abklärung  des  Sachverhalts  vor  Verfügungserlass  zu  erfolgen  hat.  Damit  soll  ein  einfaches  und  rasches  verwaltungsinternes  Verfahren  gewährleistet  werden.  Dies  schliesst  ergänzende  Sachverhaltsabklärungen  im  Einspracheverfahren  jedoch  nicht  aus.  Denn  in  diesem  Verfahren  kann  die  Verwaltung  die  angefochtene  Verfügung  nochmals  überprüfen  und  über  die  strittigen  Punkte  entscheiden,  bevor  allenfalls  die  Beschwerdeinstanz  angerufen wird.  Spätestens  im Einspracheverfahren  hat die Verwaltung in rechtsgenüglicher Form Gelegenheit zu geben, sich  zu  den  getroffenen  Beweismassnahmen  inhaltlich  wie  auch  zum  Verfahren zu äussern (BGE 132 V 368 S. 375). 6.4.  Es  ist  der  Vorinstanz  somit  nicht  verwehrt,  ergänzende  Sachverhaltselemente  in  den  angefochtenen  Einspracheentscheid  einzubringen.  Im  vorliegenden  Fall  handelt  es  sich  bei  den  im  Einspracheentscheid  gerügten  konkreten  Sachverhalten  um  eine  Detaillierung  und  Konkretisierung  der  in  der  Revisionsverfügung  gemachten Feststellung, dass sich der anrechenbare Arbeitsausfall nicht  ermitteln  liesse.  Somit  hat  die  Vorinstanz  keine  Verfahrensvorschriften  verletzt,  indem  sie  die  konkret  festgestellten  Mängel  erst  im  Einspracheverfahren gerügt hat. 7.  7.1.  Der  Beschwerdeführer  rügt  eine  Verletzung  der  Aufklärungspflicht  und macht  Vertrauensschutz  geltend.  In  der  Broschüre  "Information  für  Arbeitgeber  und  Arbeitgeberinnen,  Kurzarbeitsentschädigung"  werde  nicht  darauf  hingewiesen,  dass  ein  Lohnverzicht  sich  auf  die 

B­6200/2011 Normalarbeitszeit  und  die  Höhe  der  Entschädigung  auswirken  würden.  Die  zentrale  Ausgleichsstelle  habe  es  unterlassen,  die  ihr  gemeldeten  Taggeldbezüge  mit  den  AHV­pflichtigen  Löhnen  abzugleichen.  Das  Vertrauen  des  Versicherten  sei  zu  schützen  und  die  Versicherungsleistungen deshalb nicht rückforderbar. 7.2.  Diese  Frage  kann  jedoch  offen  gelassen  werden,  weil  der  Beschwerdeführer  nicht  näher  substanziert  hat,  auf  welche  Ausgabe  dieser Broschüre er sich bezieht. 8.  8.1. Der  Beschwerdeführer  wendet  weiter  ein,  dass  ihm  mit  Schreiben  vom  22.  September  2011  eröffnet  worden  sei,  dass  die  Kurzarbeitsentschädigung  Juni  2011  nicht  ausbezahlt  werde.  Mit  Telefonat  vom  28.  September  2011  mit  Herrn  Juillard  von  der  Arbeitslosenkasse St. Gallen habe er den Antrag für den Monat Juni 2011  zurückgezogen  und  auf  eine  Stellungnahme  verzichtet.  Die  Rückforderung für diesen Monat sei rechtswidrig, da die Auszahlung nicht  erfolgt sei. 8.2.  Gemäss  einer  detaillierten  Aufstellung  der  kantonalen  Arbeitslosenkasse St. Gallen wurden  insgesamt CHF 75'122.60  bis  und  mit Mai 2011 an den Beschwerdeführer ausbezahlt. Die den Monat Juni  2011  betreffenden  und  zwar  zugesprochenen,  aber  nicht  ausbezahlten  CHF 3'303.38 sind darin nicht inbegriffen, weshalb CHF 75'122.60, wie in  der  Rückforderungsverfügung  angegeben,  zurückzubezahlen  sind.  Die  Befürchtungen des Beschwerdeführers, dass auch die nicht ausbezahlten  Kurzarbeitsentschädigungen  zurückgefordert  werden,  sind  somit  unbegründet. 9.  9.1.  Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  der  Einspracheentscheid  der  Vorinstanz vom 12. Oktober 2011 korrekt  ist. Die Beschwerde  ist daher  als unbegründet abzuweisen. 9.2.  Das  Verfahren  vor  einer  Bundesbehörde  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  ausser  wenn  sie  über  sozialversicherungsrechtliche  Leistungen,  Forderungen  und  Anordnungen  entscheidet  (Art.  55  Abs.  2  ATSG).  In  Bezug  auf  die  Kostenpflicht  des  Verfahrens  enthält  das  AVIG  keine  Bestimmung,  während  das  ATSG  lediglich  die  Kostenfreiheit  des 

B­6200/2011 Verfahrens  vor  dem  kantonalen  Versicherungsgericht  vorsieht;  Art.  61  Bst.  a  ATSG  ist  für  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nicht  anwendbar.  Art. 55  Abs.  1  ATSG  verweist  für  diesen  Fall  auf  das  VwVG zurück. Die gestützt auf das VwVG erlassene Verordnung vom 10.  September  1969  über  Kosten  und  Entschädigungen  im  Verwaltungsverfahren  (VKE,  SR 172.041.0)  sah  in  Art.  4b  vor,  dass  in  Streitigkeiten über die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der  Sozialversicherungen  der  Beschwerdeführerin  keine  Verfahrenskosten  auferlegt werden dürfen, es sei denn, es handle sich um mutwillige oder  leichtfertige  Beschwerden.  Die  Rückforderung  einer  Kurzarbeitsentschädigung  ist  als  Verweigerung  von  Leistungen  der  Sozialversicherung zu qualifizieren und fiel als solche grundsätzlich unter  Art.  4b der Kostenverordnung  (Urteil  des Eidg. Versicherungsgerichts C  114/05  vom  26.  Oktober  2005  E.  5).  Diese  Bestimmung  ist  formell  per  Ende April 2007 aufgehoben worden (Änderung vom 21. Februar 2007, in  Kraft seit 1. Mai 2007, AS 2007 1075). 9.3. Nach Art. 63 VwVG i. V. m. Art. 37 VGG sind die Verfahren vor dem  Bundesverwaltungsgericht  grundsätzlich  kostenpflichtig.  Für  die  Bemessung  der  Gebühren  im  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  ist das VGG massgeblich  (vgl. Art. 63 Abs. 5  Satz  zwei  VwVG),  wobei  die  Gerichtsgebühren  in  einem  Reglement  geregelt  werden  (Art.  16  Abs.  1  Bst.  a  VGG).  Das Reglement  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR 173.320.2)  sieht  keine  Kostenfreiheit analog der Regelung von Art. 4b VKE vor. Somit sind die  Beschwerdeverfahren  betreffend  den  Vollzug  des  Arbeitslosenversicherungsgesetzes  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  kostenpflichtig,  selbst  wenn  es  sich  um  Streitigkeiten  betreffend  die  Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Sozialversicherungen  handelt. 9.4. In Anwendung von Art. 2 Abs. 2 VGKE werden die Verfahrenskosten  auf  CHF 2'000.00  festgesetzt  und  mit  dem  am  23.  November  2011  geleisteten  Kostenvorschuss  verrechnet  (Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Es  werden keine Parteientschädigungen ausgerichtet.

B­6200/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die Verfahrenskosten von CHF 2'000.00 werden dem Beschwerdeführer  auferlegt. Sie werden nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils mit dem  geleisteten Kostenvorschuss von CHF 2'000.00 verrechnet. 3.  Es wird keine Prozessentschädigung ausgerichtet. 4.  Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref­Nr. 2011­10­10/33; Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: David Aschmann Beat Lenel Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die  Rechtsschrift  hat  die  Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der 

B­6200/2011 angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  der  Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 13. Februar 2012

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