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Bundesverwaltungsgericht 14.12.2011 B-4178/2011

14 décembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,380 mots·~7 min·2

Résumé

Kartelle | Vorsorgliche Massnahmen in der Untersuchung 32-0224 gegen The Swatch Group AG

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung II B­4178/2011 Urteil   v om   1 4 .   D e z embe r   2011 Besetzung Richter Stephan Breitenmoser (Vorsitz), Bernard Maitre und Maria Amgwerd; Gerichtsschreiberin Katharina Walder Salamin. Parteien B._______, vertreten durch Maître Alain Schweingruber,  avenue de la Gare 49, case postale 872, 2800 Delémont, Beschwerdeführerin,  gegen The Swatch Group AG, Seevorstadt 6, 2501 Biel/Bienne,   vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. LL.M. Christian Wind  und Rechtsanwältin Prof. Dr. Isabelle Häner, bratschi,  wiederkehr & buob, Bahnhofstrasse 70, Postfach 1130,  8021 Zürich, Beschwerdegegnerin,  Wettbewerbskommission WEKO, Monbijoustrasse 43,  3003 Bern, Vorinstanz.  Gegenstand Vorsorgliche Massnahmen in der Untersuchung 32­0224  gegen The Swatch Group AG.

B­4178/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  die  Vorinstanz  am  6.  Juni  2011  gestützt  auf  Art.  27  des  Kartellgesetzes vom 6. Oktober 1995 (KG, SR 251) die Untersuchung 32­ 0224 betreffend Swatch Lieferstopp wegen möglicherweise unzulässiger  Verhaltensweise  marktbeherrschender  Unternehmen  gemäss  Art.  7  KG  eröffnet hat (vgl. Medienmitteilung der Vorinstanz vom 8. Juni 2011); dass  sie  mit  Verfügung  vom  6.  Juni  2011  für  den  Zeitraum  dieser  Untersuchung  vorsorgliche  Massnahmen  angeordnet  und  die  Verpflichtungserklärung  der  Beschwerdegegnerin  vom  26.  Mai  2011  genehmigt hat  (Dispositiv Ziff.  1), welche die Lieferungen mechanischer  Uhrwerke  (Mouvements)  und  Assortiments  während  der  Untersuchung  regelt sowie den Umfang der Lieferreduktion für das Jahr 2012 festlegt; dass die Vorinstanz in Ziff. 2 des Dispositivs der Verfügung festgehalten  hat, diese Genehmigung gelte ab dem 6. Juni 2011 bis am 31. Dezember  2012,  verkürze  sich  aber  mit  der  Rechtskraft  einer  anderslautenden  Verfügung der Vorinstanz; dass  nach  Ziff.  3  des  Dispositivs  Zuwiderhandlungen  gegen  diese  Verfügung mit Sanktionen gemäss Art. 50 oder 54 KG belegt werden; dass die Vorinstanz einer allfälligen Beschwerde gegen Ziff. 1 und 2 des  Dispositivs die aufschiebende Wirkung entzogen hat (Dispositiv Ziff. 4); dass  die  Vorinstanz  die  Verfügung  der  Beschwerdegegnerin  eröffnet  (Dispositiv  Ziff.   6)  und  am  23. Juni  2011  auf  ihrer  Homepage  veröffentlicht hat; dass  die  Beschwerdeführerin  mit  Beschwerdeschrift  vom  25.  Juli  2011  dagegen  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht  eingereicht  hat  und  die  Aufhebung  dieser  Verfügung  unter  Kosten­  und  Entschädigungsfolgen beantragt; dass  sie  zur  Begründung  ihrer  Anträge  ausführt,  dass  die  Beschwerdeführerin, welche  im Jahr 1910 gegründet worden sei,  für die  Herstellung ihrer Uhren seit der Gründung von ETA die Mouvements und  Fournitures von dieser zur Beschwerdegegnerin gehörenden Firma oder  deren direkten Partnern (W._______, X._______, Y._______, Z._______)  beziehe  und  aufgrund  dieser  engen  und  privilegierten  Geschäftsbeziehungen  zu  ETA  immer  beliefert  worden  sei,  sie 

B­4178/2011 andererseits  aufgrund  dieser  engen  Geschäftsbeziehung  auch  systematisch für ETA Werbung gemacht habe; dass  das  geplante  "Phasing  Out"  der  Beschwerdegegnerin  die  ganze  betroffene Industrie – und insbesondere die Beschwerdeführerin aufgrund  der langen Geschäftsbeziehung – völlig überrascht habe;  dass  eine  sofortige  Beschränkung  der  Liefermenge  die  Beschwerdeführerin  in  eine  sehr  heikle  und  nicht  akzeptierbare  Lage  bringe, da sie sich in Expansion befinde und im Jahr 2010 mechanische  und  automatische Mouvements  im Wert  von mehreren  Hunderttausend  Franken bezogen habe; dass  sie  der  Vorinstanz  in  dem  Punkt  folgen  könne,  dass  die  Beschwerdegegnerin  mit  hoher  Wahrscheinlichkeit  eine  markbeherrschende Stellung  innehabe und ein Ausnützen derselben bei  den  betroffenen  Firmen  sehr  wahrscheinlich  einen  schweren  und  nicht  leicht wiedergutzumachenden Nachteil bringen würde, und dass ebenfalls  Dringlichkeit  zum  Erlass  einer  vorsorglichen  Massnahme  bestanden  habe; dass  sie  der  Vorinstanz  aber  keinesfalls  folgen  könne,  was  die  Angemessenheit der vorsorglichen Massnahme anbelangt, da sich diese  nicht  damit  begründen  lasse,  dass  es  dank  Verhandlungen  des  Sekretariats der WEKO mit der Beschwerdegegnerin gelungen sei, einen  Konsens über die vorsorglichen Massnahmen zu finden; dass  diese  Massnahmen  für  die  Beschwerdeführerin  mit  hoher  Wahrscheinlichkeit einen praktischen, nicht mehr wiedergutzumachenden  Nachteil zur Folge hätten oder gar existenzbedrohend wären, da sie nun  als Folge der Lieferreduzierungen keine Investitionen mehr tätigen könne;  dass  die  angefochtene  Verfügung  überhaupt  nicht  berücksichtige,  dass  eine  Lieferreduktion  von  15  %  (ETA)  oder  von  30  %  (Nivarox)  für  die  betroffenen Unternehmen grosse betriebliche und wirtschaftliche Folgen  hätten, und insbesondere deren kurzfristige Ankündigung und Umsetzung  für  die  Unternehmen  schwere  Folgen  zeitigten,  weshalb  solche  Kürzungen über mehrere Jahre hinweg hätten geplant werden müssen; dass  die  Beschwerdegegnerin  mit  Beschwerdeantwort  vom  12.  September  2011  ein  Nichteintreten,  eventualiter  eine  Abweisung  der  Beschwerde,  beantragt  und  geltend  macht,  die  Beschwerdeführerin  sei 

B­4178/2011 nur  Kundin  von ETA,  nicht  aber  von Nivarox,  dass  die  Vorinstanz  über  das  notwendige  Fachwissen  für  die  Anordnung  solcher  Massnahmen  verfüge  und  die Beschwerdeinstanz  dieses Fachwissen  zu  respektieren  habe, zumal die Anordnung und Überprüfung vorsorglicher Massnahmen  nur summarisch und prima facie erfolge; dass  die  angeordneten  Massnahmen  zum  Schutz  des  Wettbewerbs  notwendig  und  angemessen  seien  und  die  nach  abgeschlossener  Untersuchung zu treffende, definitive Anordnung sicherstellten; dass die Beschwerdeführerin die Lieferreduktion zumindest kurzfristig aus  ihren Lagerbeständen kompensieren oder auf andere, auch ausländische  Lieferanten  ausweichen  könne,  ohne  das  Label  "swiss  made"  zu  verlieren,  und  dass  die  Beschränkung  der  Lieferungen  somit  weder  zu  einer  Marktverdrängung  der  Beschwerdeführerin  noch  zu  einer  Ausschaltung des Wettbewerbs führe und dass eine Interessenabwägung  zwischen  den  Interessen  der  Beschwerdegegnerin  und  der  Beschwerdeführerin durchzuführen sei; dass  die  Voraussetzungen  der  Dringlichkeit,  der  günstigen  Entscheidprognose  und  des  nicht  wiedergutzumachenden  Nachteils  für  die  Anordnung  einer  vorsorglichen  Massnahme  vorlägen  und  die  Massnahme  auch  verhältnismässig  sei,  da  im  vorsorglichen  Verfahren  nicht  mehr  beantragt  werden  könne,  als  im  Hauptverfahren  erreicht  werden könne; dass die Beschwerdeführerin – auch mit historischen Argumenten – keine  unbeschränkte  Leistungspflicht  der  Beschwerdegegnerin  einfordern  könne und eine solche zudem den Hauptentscheid präjudizieren würde; dass  die  Vorinstanz  mit  Vernehmlassung  vom  9.  September  2011  beantragt,  auf  die  Beschwerde  sei  wegen  fehlender  Beschwerdelegitimation  der  Beschwerdeführerin  nicht  einzutreten  oder  diese  sei  abzuweisen,  da es die Vorinstanz als  glaubhaft  erachte,  dass  die  Beschwerdeführerin  neben  der  ETA  alternative  Bezugsquellen  für  mechanische Uhrwerke erschliessen könne; dass  die  Vorinstanz  mit  Schreiben  vom  7.  Oktober  2011  auf  eine  Stellungnahme zur Beschwerdeantwort verzichtet und ergänzend festhält,  die  Beschwerdegegnerin  äussere  sich  in  ihrer  Beschwerdeantwort  ausführlich  zu materiellen und  rechtlichen Punkten,  die Gegenstand der  laufenden  Untersuchung  der  WEKO  gegen  die  Beschwerdegegnerin 

B­4178/2011 seien  und  zu  denen  sie  während  der  laufenden  Untersuchung  keine  weiteren  Ausführungen  mache,  woraus  aber  keinesfalls  abgeleitet  werden könne, die WEKO teile die Auffassung der Beschwerdegegnerin; dass die Beschwerdegegnerin mit Stellungnahme vom 10. Oktober 2011  zur Vernehmlassung der Vorinstanz an ihren Anträgen festhält; dass  die  Vorinstanz  mit  Schreiben  vom  28.  Oktober  2011  ihre  Feststellungen vom 7. Oktober 2011 betreffend Äusserungen im Rahmen  der  vorsorglichen  Massnahmen  zu  materiellen  Fragen,  welche  Gegenstand  der  laufenden  Untersuchungen  seien,  wiederholt  und  festhält,  dass  es  sich  bei  den  diesbezüglichen  Ausführungen  um  reine  Parteibehauptungen  handeln  würde,  zu  welchen  sie  während  der  laufenden Untersuchung nicht Stellung nehme; dass  die  Beschwerdeführerin  in  ihrer  abschliessenden  Stellungnahme  vom 31. Oktober 2011 an ihren Anträgen und deren Begründung festhält; dass  die  Beschwerdegegnerin  in  ihren  abschliessenden  Bemerkungen  vom 31. Oktober  2011 an  ihren bisherigen Anträgen und Ausführungen  festhält, und zieht in Erwägung, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  gestützt  auf  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  (VGG,  SR  173.32)  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  des  Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  (VwVG,  SR  172.021) beurteilt und es sich bei der angefochtenen Verfügung um eine  Zwischenverfügung im Sinne von Art. 5 Abs. 2 VwVG handelt; dass  die  Wettbewerbskommission  gemäss  Art.  33  Bst.  f  VGG  eine  Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts ist und sich das Verfahren vor  dem Bundesverwaltungsgericht  nach  dem Verwaltungsverfahrensgesetz  richtet,  soweit  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37 VGG); dass  gemäss  Art.  46  Abs.  1  Bst.  a  VwVG  gegen  eine  selbständig  eröffnete  Zwischenverfügung,  welche  nicht  die  Zuständigkeit  oder  den  Ausstand betrifft (Art. 45 VwVG), Beschwerde geführt werden kann, wenn  diese einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken kann;

B­4178/2011 dass  hierfür  praxisgemäss  ein  tatsächlicher  Nachteil  sowie  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  der  sofortigen  Aufhebung  oder  Änderung  der  Zwischenverfügung  ausreicht  und  dieses  Interesse  auch  wirtschaftlicher Natur sein kann, soweit es der Beschwerdeführerin nicht  einzig darum geht, eine Verlängerung oder Verteuerung des Verfahrens  zu  verhindern  (vgl.  Beschwerdeentscheid  der  Rekurskommission  für  Wettbewerbsfragen vom 14. Juni 2004 in Sachen U. gegen S. AG, A. AG  und  Wettbewerbskommission  betreffend  vorsorgliche  Massnahmen,  publiziert  in:  Recht  und  Politik  des  Wettbewerbs  [RPW],  Bern,  2004/3  859,  E.  1.3;  Isabelle  Häner,  Vorsorgliche  Massnahmen  im  Verwaltungsverfahren  und  Verwaltungsprozess,  ZSR  1997  II,  S.  379  f.  m.w.H.),  und  dass  dieser  Nachteil  aufgrund  der  Aktenlage  lediglich  glaubhaft sein muss; dass  die  Beschwerdeführerin  glaubhaft  darlegt,  sie  erleide  durch  die  Lieferplafonierung  im  Jahr  2011  und  die  Lieferreduktion  im  Jahr  2012  Umsatzeinbussen  und  damit  einen  nicht  mehr  wiedergutzumachenden  Nachteil; dass  sie  als  Kundin  der  Beschwerdegegnerin  von  der  angefochtenen  Verfügung berührt ist, ein aktuelles und schutzwürdiges Interesse an der  Aufhebung  oder  Änderung  der  Verfügung  hat  und  damit  auch  als  Nichtadressatin  der  Verfügung  –  obwohl  sie  am  vorinstanzlichen  Verfahren  nicht  teilgenommen  hat  –  beschwerdelegitimiert  ist  (Art.  48  Abs. 1 VwVG; vgl. BGE 130 II 149, E. 1.1); dass die angefochtene Verfügung der Beschwerdeführerin nicht schriftlich  eröffnet wurde und sie diese  frühestens mit  deren Aufschaltung auf der  Homepage der Vorinstanz am 23. Juni 2011 zur Kenntnis genommen hat; dass  die  Beschwerdefrist  30  Tage  beträgt  und  diese  Frist  in  Verfahren  betreffend aufschiebende Wirkung und andere vorsorgliche Massnahmen  nicht  stillsteht  (Art.  22a Abs.  2  und Art.  50 Abs.  1 VwVG), weshalb  die  Beschwerde vom 25. Juli 2011 rechtzeitig eingereicht worden ist; dass auch die Formerfordernisse von Art. 52 VwVG erfüllt sind und damit  auf die Beschwerde einzutreten ist; dass  gemäss  Praxis  und  Lehre  im  Verfahren  einer  kartellrechtlichen  Untersuchung  nach  Art.  27  KG  von  Amtes  wegen  oder  auf  Begehren  einer  Partei  analog  zu  Art.  56  VwVG  vorsorgliche  Massnahmen  angeordnet  werden  können,  um  den  bestehenden  Zustand  zu  erhalten 

B­4178/2011 oder  bedrohte  Interessen  einstweilen  sicherzustellen  und  über  die  Anordnung  vorsorglicher  Massnahmen  im  summarischen  Verfahren  entschieden wird (vgl. BGE 130 II 149, E. 2.1; 130 II 521, E. 2, m.w.H.); dass  solche  vorsorglichen  Massnahmen,  die  vor  Anordnung  einer  Verfügung  ergehen,  darauf  abzielen,  die  Wirksamkeit  der  kartellrechtlichen  Untersuchung  und  einer  allfälligen  Verfügung  sicherzustellen,  und  dass  mit  sichernden  Vorkehren  der  bestehende  tatsächliche  oder  rechtliche  Zustand  einstweilen  unverändert  erhalten  werden soll, während mit gestaltenden Massnahmen ein Rechtsverhältnis  provisorisch  geschaffen  oder  einstweilen  neu  geregelt  werden  soll  (vgl.  BGE 130 II 149, E. 2.2; RPW 2004/3 859, E.4); dass die Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 49 Bst. a­c VwVG mit der  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  einschliesslich  Überschreitung  oder  Missbrauch  des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie die  Unangemessenheit der Verfügung rügen kann; dass  die  Vorinstanz  im  angefochtenen  Entscheid  die  vier  Erfordernisse  für  den  Erlass  vorsorglicher  Massnahmen  während  des  Untersuchungsverfahrens (vgl. BGE 130 II 149, E. 2.2; RPW 2004/3 859,  E. 4, m.w.H.) geprüft hat und zum Schluss gekommen ist, dass davon die  günstige  Entscheidprognose,  der  nicht  leicht  wiedergutzumachende  Nachteil  sowie  die  zeitliche  Dringlichkeit  vorliegen  und  die  Beschwerdeführerin  diese  Voraussetzungen  in  ihrer  Beschwerde  auch  nicht bestreitet; dass  die  Beschwerdeführerin  einzig  das  vierte  Erfordernis  der  Verhältnismässigkeit  der  vorsorglichen  Massnahmen  bestreitet  und  zu  deren  Unangemessenheit  vorbringt,  die  in  den  Ziff.  1  und  2  der  Vereinbarung  festgelegten  Liefermengen  würden  unter  ihrem  effektiven  Bedarf  liegen  und  sie  in  der  Produktion  einschränken  sowie  die  Beschwerdegegnerin im Wettbewerb bevorteilen; dass  die  Beschwerdegegnerin  demgegenüber  vorbringt,  die  Beschwerdeführerin  könne  keine  unbeschränkte  Lieferpflicht  verlangen,  da im vorsorglichen Verfahren nicht mehr beantragt werden könne, als im  Untersuchungsverfahren  zu  erreichen  sei,  und  die  mechanischen  Uhrwerke  von  ETA,  welche  die  Beschwerdeführerin  beziehe,  im  Jahr  2011  nicht  und  im  Jahr  2012  lediglich  in  geringem  Masse  reduziert 

B­4178/2011 würden,  was  bedeute,  dass  die  Beschwerdeführerin  diese  geringfügige  Reduktion  zumindest  kurzfristig  aus  ihren  Lagerbeständen  überbrücken  könne; dass  im  Kartellrecht  unzulässige  Wettbewerbsbeschränkungen  sowohl  auf  dem  zivilr­  als  auch  auf  dem  verwaltungsrechtlichen  Weg  verfolgt  werden  können  und  wegen  der  Parallelität  dieser  Verfahrenswege  der  öffentlich­rechtliche  Weg  primär  darauf  ausgerichtet  ist,  einen  funktionierenden  Wettbewerb  sicherzustellen,  woraus  folgt,  dass  vorsorgliche Massnahmen vorab dann anzuordnen sind, wenn dies dem  Schutz des wirksamen Wettbewerbs dient  (vgl. BGE 130 II 149, E. 2.4),  dass die Beschwerdeführerin aber auf diesem Weg keine unbeschränkte  Lieferpflicht der Beschwerdegegnerin durchsetzen kann; dass die Beschwerdeführerin sich im Wesentlichen auf Ausführungen zur  marktbeherrschenden  Stellung  der  Beschwerdegegnerin  und  deren  weiteren Stärkung  im Wettbewerb beschränkt, mit dem Hinweis auf  ihre  Produktionsausfälle  und  voraussichtlichen  Gewinneinbussen  aber  nicht  darzulegen vermag, dass durch die von der Vorinstanz  im vorsorglichen  Verfahren  genehmigten  Liefermengen  die  Gefahr  gravierender  und  irreversibler Strukturveränderungen ausgeht; dass  die  Beschwerdeführerin  in  ihren  Ausführungen  nicht  glaubhaft  macht,  durch  die  vorsorglichen  Massnahmen  sei  der  wirksame  Wettbewerb  bedroht,  sondern  vielmehr  ihre  Ansichten  und  Einschätzungen  zu  materiellen  kartellrechtlichen  Fragen  vorbringt,  die  durch  die  Vorinstanz  in  der  Untersuchung  zu  prüfen,  nicht  aber  im  Beschwerdeverfahren  gegen  die  vorsorglichen  Massnahmen  zu  hören  sind,  da  sie  die  Untersuchung  und  deren  abschliessende  Verfügung  präjudizieren können (vgl. RPW 2004/3 859, E. 4.6 f., m.w.H.); dass  die  von  der  Vorinstanz  genehmigte  Vereinbarung  demgegenüber  den  Abnehmerinnen  von  ETA  und  Nivarox,  zu  welchen  die  Beschwerdeführerin  gehört,  während  der  Untersuchung  eine  im  Voraus  bestimmbare Liefermenge sicherstellt (nämlich eine unveränderte Anzahl  mechanischer  Uhrwerke  und  Assortiments  für  das  Jahr  2011  auf  der  Basis  der  Bestellmengen  2010,  eine  auf  85%  reduzierte  Anzahl  mechanischer  Uhrwerke  [beim  Einbau  in  eigene  Uhren]  bzw.  eine  auf  70%  reduzierte  Anzahl  mechanischer  Uhrwerke  [für  Kunden,  die  eine  eigene Werkproduktion haben und keine eigenen Fertiguhren anbieten],  und  eine  auf  95%  der  Bestellmengen  2010  reduzierte  Anzahl 

B­4178/2011 Assortiments  für  das  Jahr  2012)  und  damit  als  geeignete  und  erforderliche  Massnahme  zum  Schutz  des  Wettbewerbs  während  der  Untersuchung anzusehen ist; dass  diese  vorsorgliche  Massnahme  bis  zum  Abschluss  der  wettbewerbsrechtlichen  Untersuchung  oder  maximal  bis  zum  31.  Dezember  2012  gilt,  damit  auch  zeitlich  nicht  als  unangemessen  erscheint  und  zudem  jederzeit  bei  veränderten  Verhältnissen  von  der  Vorinstanz abgeändert werden kann; dass  die  Beschwerdeführerin  im  Verfahren  betreffend  die  vorsorglichen  Massnahmen  nicht  mehr  verlangen  kann,  als  die  angefochtene  Verfügung  regelt,  und  ihre  weitergehenden  Anträge  damit  abzuweisen  sind; dass  bei  diesem  Verfahrensausgang  die  Verfahrenskosten  der  Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG); dass die Verfahrenskosten gestützt auf Art. 63 Abs. 4bis VwVG und Art. 2  des  Reglements  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 (VGKE, SR 173.320.2)  sich  nach  Umfang  und  Schwierigkeit  der  Streitsache,  der  Art  der  Prozessführung  und  der  finanziellen  Lage  der  Parteien  richten  und  deshalb  bei  der  Bemessung  der  Gerichtsgebühr  die  Vielzahl  der  Beschwerden  gegen  die  gleiche  angefochtene  Verfügung  als  aufwandvermindernd zu berücksichtigen ist;  dass  die  Beschwerdegegnerin  mit  ihrem  Hauptantrag,  auf  die  Beschwerde  sei  nicht  einzutreten,  unterliegt  und  mit  ihrem  Eventualantrag,  die  Beschwerde  sei  abzuweisen,  obsiegt  und  ihr  bei  diesem Verfahrensausgang gestützt auf Art. 64 VwVG und Art. 7 VGKE  eine  Parteientschädigung  zu  Lasten  der  Beschwerdeführerin  zuzusprechen ist; dass bei der Festsetzung der Parteientschädigung zu berücksichtigen ist,  dass  sich  einerseits  der  Vertretungsaufwand  der  Beschwerdegegnerin  durch  die  Mehrzahl  der  Beschwerdeantworten  reduziert  hat  und  andererseits  der  Aufwand  für  die  Ausführungen  in  der  Sache  zur  Untersuchung der WEKO im vorliegenden Beschwerdeverfahren über die  vorsorglichen Massnahmen nicht erforderlich war.

B­4178/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  werden  auf  Fr.  2'000.−  festgelegt  und  mit  dem  geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 2'500.− verrechnet. Der Rest ist der  Beschwerdeführerin nach Rechtskraft des Urteils zurückzuerstatten. 3.  Die  Beschwerdeführerin  hat  der  Beschwerdegegnerin  eine  Parteientschädigung von Fr. 2'000.− (inkl. Mehrwertsteuer) auszurichten. 4.  Dieses Urteil geht an: – die  Beschwerdeführerin  (Gerichtsurkunde;  Beilage:  Rückerstattungsformular); – die Beschwerdegegnerin (Gerichtsurkunde); – die Vorinstanz (Ref­Nr. 32­0224; Gerichtsurkunde); – das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement (Gerichtsurkunde). Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Stephan Breitenmoser Katharina Walder Salamin Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tage  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die  Rechtsschrift  hat  die  Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in  Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 27. Januar 2012

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