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Bundesverwaltungsgericht 09.01.2012 B-3897/2011

9 janvier 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,201 mots·~11 min·1

Résumé

Anerkennung Abschluss/Ausbildung | Anerkennung eines Diploms

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung II B­3897/2011 Urteil   v om   9 .   J a nua r   2012 Besetzung Richter Ronald Flury (Vorsitz), Richterin Eva Schneeberger, Richter Jean­Luc Baechler,    Gerichtsschreiber Michael Müller. Parteien A._______,   Beschwerdeführerin,  gegen Bundesamt für Berufsbildung und Technologie BBT,    Vorinstanz.  Gegenstand Anerkennung eines Diploms.

B­3897/2011 Sachverhalt: A.  A._______  (nachfolgend:  Beschwerdeführerin)  stellte  beim  Bundesamt  für  Berufsbildung  und  Technologie  BBT  (nachfolgend:  Vorinstanz)  am  28. Mai  2011  ein  Gesuch  um  nachträglichen  Erwerb  des  Fachhochschultitels für ihr am 30. April 1992 an der höheren Fachschule  für  sozio­kulturelle Animation Zürich  (HFS SKA)  erworbenes Diplom als  "sozio­kulturelle  Animatorin  HFS".  Dies,  nachdem  offenbar  ein  erstes  gleichartiges Gesuch der Beschwerdeführerin von der Vorinstanz wegen  umfangmässig  zu  geringer  Berufspraxis  abgelehnt  worden  war.  Mit  Verfügung  vom  5.  Juli  2011  entschied  die  Vorinstanz  unter  Kostenauflage,  dass  dem  Gesuch  der  Beschwerdeführerin  nicht  stattgegeben werden könne, da sie die Voraussetzung einer mindestens  fünfjährigen  anerkannten Berufspraxis  im  einschlägigen Berufsfeld  nicht  erfülle. B.  Die  Beschwerdeführerin  erhob  am  8.  Juli  2011  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht  und  beantragt  –  unter  Entschädigungsfolge –  die Aufhebung der Verfügung vom 5.  Juli  2011. Zur Begründung macht  sie  im Wesentlichen geltend,  sie bringe die geforderte Berufspraxis  von  fünf  Jahren à 75%  (45 Monate)  in quantitativer Hinsicht mit  und sei mit  der  –  betreffend  sämtliche  ihrer  erbrachten  Praxistätigkeiten  mit  Ausnahme  ihrer  Projekttätigkeit  beim  "Chinderhuus  B._______",  Z._______,  erfolgten  –   inhaltlichen  Nichtanerkennung  durch  die  Vorinstanz nicht einverstanden. C.  Die  Vorinstanz  beantragt  in  ihrer  Vernehmlassung  vom  2.  September  2011,  die  Beschwerde  sei  unter  Kosten­  und  Entschädigungsfolge  abzuweisen.  Sie  legt  in  der  Vernehmlassung  ihr  Vorgehen  bei  der  Gesuchsprüfung  dar,  wonach  vorliegend  zuerst  zu  prüfen  war,  ob  das  Diplom  der  Beschwerdeführerin  gestützt  auf  Art.  75  Abs.  3  der  Verordnung  vom  19. November  2003  über  die  Berufsbildung  (BBV,  SR  412.201)  i.V.m.  Art. 21  lit.  b  des  Reglements  für  die  Anerkennung  der  Diplome  der  höheren  Fachschulen  für  Soziale  Arbeit  vom  6.  Juni  1997  (nachfolgend:  EDK­Reglement  1997)  rückwirkend  als  Abschluss  einer  höheren  Fachschule  (HFS­Diplom)  anerkannt  werden  könne.  Dieses  Vorgehen  begründet  die Vorinstanz  damit,  dass  nach Art.  1 Abs.  2  der  Verordnung  des  EVD  über  den  nachträglichen  Erwerb  des 

B­3897/2011 Fachhochschultitels  vom  4.  Juli  2000  (SR 414.711.5)  lediglich  Inhaber  eines  Diploms  einer  (anerkannten)  höheren  Fachschule  Anspruch  auf  den  nachträglichen  Erwerb  des  Fachhochschultitels  haben,  die  Beschwerdeführerin  ihr  Diplom  an  der  höheren  Fachschule  für  soziokulturelle Animation  indessen  bereits  am 30. April  1992  und  damit  vor  der  erst  Ende  April  1999  erfolgten  Anerkennung  dieser  Schule  als  höhere  Fachschule  durch  die  schweizerische Konferenz  der  kantonalen  Erziehungsdirektoren  (EDK)  erworben  hat.  Die  rückwirkende  Anerkennung des Diploms der Beschwerdeführerin könne nicht erfolgen,  da die Beschwerdeführerin  nicht  über die gemäss Art.  21 Abs.  1 Bst.  b  EDK­Reglement  1997  geforderte  anerkannte  fünfjährige  Berufspraxis  verfüge.  Die  Tätigkeit  der  Beschwerdeführerin  als  Sekretariatsmitarbeiterin  bei  der  Pro  Juventute  in  X._______,  als  Mitarbeiterin  der  Administration  beim  Schweizerischen  Arbeiterhilfswerk  (SAH),  als  Kursleiterin  an  der  Klubschule  der  Genossenschaft  Migros  X._______  und  bei  der  Gemeinde  Z._______  als  Mitglied  des  Gemeinderates  könne  nicht  als  einschlägige  Berufspraxis  angerechnet  werden, da es sich dabei nicht um Berufserfahrung "im sozialen Bereich"  handle. D.  In  ihrer  Stellungnahme  vom  16.  September  2011  unterbreitet  die  Beschwerdeführerin  dem  Bundesverwaltungsgericht  eine  Reihe  von  Fragen zur weiteren Führung  ihres am 30. April  1992 an der HFS SKA  erworbenen Diploms als "sozio­kulturelle Animatorin HFS". E.  Auf  die  weiteren  Vorbringen  der  Parteien  und  die  eingereichten  Akten  wird,  soweit  für  die  Entscheidfindung  erforderlich,  im  Rahmen  der  nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  Gestützt auf Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen  Verfügungen  i.S.v.  Art.  5  des  Bundesgesetzes  über  das  Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Die  Beschwerde ist gemäss Art. 33 Bst. d VGG zulässig gegen Verfügungen  der  den  Departementen  unterstellten  Dienststellen  der 

B­3897/2011 Bundesverwaltung.  Der  angefochtene  Beschwerdeentscheid  ist  eine  Verfügung  i.S.v.  Art.  5  Abs.  1  VwVG  und  das  Bundesamt  für  Berufsbildung  und  Technologie  (BBT)  ist  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts  i.S.v.  Art.  33  Bst.  d  VGG.  Das  Bundesverwaltungsgericht ist mithin für die Behandlung der vorliegenden  Beschwerde zuständig. Die  Beschwerdeführerin  hat  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen und  ist durch die angefochtene Verfügung beschwert. Sie  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  oder  Änderung,  weshalb sie zur Beschwerde legitimiert ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG).  Eingabefrist  und  ­form  sind  gewahrt  (Art.  50  und  52  VwVG),  der  Kostenvorschuss  wurde  fristgerecht  bezahlt  (Art.  63  VwVG)  und  die  übrigen Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor (Art. 46 ff. VwVG). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 2.  Die Beschwerdeführerin bringt vor, ihr Gesuch um nachträglichen Erwerb  des  Fachhochschultitels  sei  von  der  Vorinstanz  zu  Unrecht  abschlägig  beurteilt worden, da sie entgegen deren Ansicht das geforderte Kriterium  einer Berufspraxis von 5 Jahren à 75% (45 Monate)  in quantitativer wie  auch  qualitativer  Hinsicht  erfülle.  Streitgegenstand  bildet  vorliegend  demnach  die  Frage,  ob  die  Vorinstanz  das  geforderte  Kriterium  einer  fünfjährigen Berufserfahrung zu Recht als nicht erfüllt beurteilt hat. 2.1. Gemäss Art.  1 Abs.  2  der Verordnung des eidgenössischen Volks­ wirtschaftsdepartementes  über  den  nachträglichen  Erwerb  des  Fach­ hochschultitels vom 4. Juli 2000 (SR 414.711.5) richten sich die Voraus­ setzungen für den Erwerb des Fachhochschultitels in den Fachbereichen  nach  Artikel  1  Absatz  1  Bst.  h–k  des  Fachhochschulgesetzes  (FHSG;  SR 414.71)  für  Inhaberinnen  und  Inhaber  eines  Diploms  einer  höheren  Fachschule  nach  Artikel  13  des  Reglements  der  Erziehungs­ direktorenkonferenz  (EDK) über  die Anerkennung  kantonaler Fachhoch­ schuldiplome vom 10. Juni 1999  (EDK­Reglement 1999). Nach  letzterer  (Übergangs­)Bestimmung  können  Personen,  die  ein  von  der  EDK  anerkanntes  Diplom  einer  höheren  Fachschule,  die  Fachhochschule  geworden ist, vor Inkrafttreten dieses Reglements oder vor der Erteilung  der  Anerkennung  der  Fachhochschuldiplome  im  betreffenden  Kanton 

B­3897/2011 erlangt  haben,  unter  folgenden  Voraussetzungen  die  Erteilung  des  entsprechenden Fachhochschultitels beantragen: "a. Anerkennung der ersten Fachhochschuldiplome durch die EDK

B­3897/2011  und  b.  der Nachweis einer mindestens 5­jährigen anerkannten Berufspraxis  oder  der  Nachweis  eines  erfolgreich  abgeschlossenen  Nachdiplomkurses,  mindestens  auf  Stufe  höhere  Fachschule,  im  betreffenden  Fachgebiet  gemäss  den  Richtlinien  der  Anerkennungskommission." Der nachträgliche Erwerb des Fachhochschultitels setzt demnach ein von  der  EDK  anerkanntes  Diplom  einer  höheren  Fachschule,  die  Fachhochschule geworden ist, voraus. Vorliegend  hat  die  Beschwerdeführerin  ihr  Diplom  als  "sozio­kulturelle  Animatorin HFS" an der HFS SKA am 30. April 1992 erworben. Die HFS  SKA  wurde  indessen  laut  Liste  der  EDK  über  das  EDK­ Anerkennungsdatum der höheren Fachschulen für Soziale Animation erst  mit Datum vom 29./30. April 1999 von der EDK als höhere Fachschule für  soziale  Arbeit  anerkannt.  Im  gleichen  Jahr  wurde  die  HFS  SKA  in  die  Hochschule  für  Soziale  Arbeit  Zürich  integriert,  welche  ihrerseits  im  Departement  Soziale  Arbeit  der  Zürcher  Hochschule  für  angewandte  Wissenschaften  (ZHAW)  aufging.  Letztere  bildet  im  Zusammenschluss  mit  mehreren  anderen  staatlichen  und  privaten  Hochschulen  in  Zürich,  Winterthur und Wädenswil die heutige Zürcher Fachhochschule.  Da  die  Beschwerdeführerin  ihr  Diplom  vor  der  Anerkennung  der  HFS  SKA  als  höhere  Fachschule  erlangt  hat,  stellt  sich  vorliegend  die  (Vor­ )Frage,  ob  die  Beschwerdeführerin  Anspruch  auf  rückwirkende  Anerkennung ihres Diploms als HFS­Diplom hat, was von der Vorinstanz  in der Verfügung vom 5. Juli 2011 verneint wurde. 2.2.  Gemäss  Art.  75  Abs.  3  der  Verordnung  vom  19.  November  2003  über die Berufsbildung (BBV, SR 412.101) wendet das Bundesamt für die  Anerkennung  der  Bildungsgänge  und  die  Titelumwandlungen  in  Bereichen, die bisher  im  interkantonalen Recht geregelt waren, bis zum  Inkrafttreten der Bildungserlasse die massgebenden Bestimmungen des  bisherigen interkantonalen Rechts an. Auf der Grundlage von Art. 75 Abs.  3  BBV  kommt  demnach  Art.  21  des  EDK­Reglements  1997  zur  Anwendung.  Gemäss  Abs.  1  dieser  Bestimmung  gelten  kantonale  oder  kantonal  anerkannte  Diplome,  die  vor  dem  im  Anerkennungsentscheid  der  EDK  genannten  Zeitpunkt  ausgestellt  wurden,  unter  folgenden  Voraussetzungen als anerkannt:

B­3897/2011 "a. Diplome, die seit dem 1. Januar 1993 ausgestellt wurden, gelten ohne  Auflage anerkannt,  b. Inhaberinnen  und  Inhaber  von  Diplomen,  die  bis  am  31.  Dezember  1992  ausgestellt  wurden,  müssen  über  eine  mindestens  fünfjährige  anerkannte Berufspraxis verfügen und zusätzlich den Nachweis über  einen abgeschlossenen Nachdiplomkurs  im betreffenden Fachgebiet  gemäss den Richtlinien der Anerkennungskommission erbringen." 2.3. Gemäss Bst. A des Merkblattes "Diplome in Sozialer Arbeit" des BBT  wird  zum  Nachweis  der  mindestens  fünfjährigen  Berufspraxis  eine  Tätigkeit von mindestens 45 Monaten vorausgesetzt. 2.4. Während die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung die beiden  von  der  Beschwerdeführerin  absolvierten  Nachdiplomkurse  (Diplom  in  bildender Kunst vom 9. Februar 2001 von der "F+F Schule für Kunst und  Mediendesign,  Zürich";  Fachausweis  "Ausbilderin  mit  eidgenössischem  Fachausweis"  vom  19.  Januar  2010,  erteilt  vom  BBT)  anerkannte,  rechnete  sie  der  Beschwerdeführerin  von  deren  Praxistätigkeiten  einzig  die  Projektarbeit  im  Chinderhuus  B._______  in  Z._______  zu  1.74  Monaten  als  anerkannte  Berufspraxis  an  und  verneinte  folglich  deren  Anspruch auf  rückwirkende Anerkennung  ihres Diploms als HFS­Diplom  sowie denjenigen auf nachträglichen Erwerb des Fachhochschultitels. In  ihrer  Vernehmlassung  vom  2.  September  2011  führt  die  Vorinstanz  aus, die Tätigkeit der Beschwerdeführerin als Pädagogische Mitarbeiterin  (Mittagstisch)  an  der  Heilpädagogischen  Schule  Z._______  (…)  als  Sekretariatsmitarbeiterin  bei  der  Pro  Juventute  in  X._______,  beim  Schweizerischen  Arbeiterhilfswerk  SAH  als  Mitarbeiterin  der  Administration,  als  Kursleiterin  an  der  Klubschule  der  Genossenschaft  Migros  X._______  und  bei  der  Gemeinde  Z._______  als  Mitglied  des  Gemeinderates  könne  nicht  als  einschlägige  Berufspraxis  angerechnet  werden, da es sich dabei nicht um Berufserfahrung "im sozialen Bereich"  handle. 3.  Das  Kriterium  der  "anerkannten  Berufspraxis"  in  Art.  21  Abs.  1  Bst.  b  EDK­Reglement  1997  stellt  einen  unbestimmten  Rechtsbegriff  dar.  Ein  unbestimmter  Rechtsbegriff  liegt  vor,  wenn  der  Rechtssatz  die  Voraussetzungen der Rechtsfolge oder die Rechtsfolge selbst in offener,  unbestimmter  Weise  umschreibt  (vgl.  ULRICH  HÄFELIN/GEORG  MÜLLER/FELIX  UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2010, 

B­3897/2011 Rz.  445).  Gemäss  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  bildet  dessen  Auslegung  und  Anwendung  eine  Rechtsfrage,  die  grundsätzlich  ohne  Beschränkung der richterlichen Kognition zu überprüfen ist (vgl. BGE 127  II  184  E.  5a,  BGE  119  Ib  33  E.  3b;  OLIVER  ZIBUNG/ELIAS  HOFSTETTER,  in:  Waldmann/Weissenberger  [Hrsg.],  Praxiskommentar  VwVG,  Zürich/Basel/Genf  2009,  Art.  49  N  19).  Nach  konstanter  Praxis  und  Lehrmeinung ist bei der Überprüfung der Auslegung und Anwendung von  unbestimmten Rechtsbegriffen jedoch Zurückhaltung auszuüben und der  Behörde  ist  dann  ein  gewisser  Beurteilungsspielraum  zuzugestehen,  wenn  diese  mit  den  fachlichen,  technischen  oder  persönlichen  Verhältnissen  besser  vertraut  ist.  Der  Richter  hat  so  lange  nicht  einzugreifen,  als  die  Auslegung  der  Verwaltungsbehörde  als  vertretbar  erscheint  (vgl. BGE 127  II 184 E. 5a, BGE 125  II 225 E. 4a; Urteile des  Bundesverwaltungsgerichts  B­2175/2006  vom  16.  Februar  2007  E.  3.1  und  B­2182/2006  vom  4.  Juni  2007  E.  3;  HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,  a.a.O.  Rz. 446c f., mit Hinweisen; auch ZIBUNG/HOFSTETTER, a.a.O., Art. 49 N 19).  Füllt  die  Vorinstanz  den  ihr  eingeräumten  Beurteilungsspielraum  hingegen rechtsfehlerhaft aus oder über­ bzw. unterschreitet ihn, hat das  Bundesverwaltungsgericht  einzuschreiten,  andernfalls  es  eine  Rechtsverweigerung  beginge  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­ 3709/2007 vom 4. März 2008 E. 3.3). 3.1.  Nachfolgend  ist  zu  prüfen,  ob  die  durch  die  Vorinstanz  erfolgte  Auslegung des in Art. 21 Abs. 1 Bst. b EDK­Reglement 1997 enthaltenen  unbestimmten  Rechtsbegriffes  "anerkannte  Berufspraxis"  oder,  m.a.W.,  die  erfolgte  Nichtanerkennung  der  von  der  Beschwerdeführerin  im  Einzelnen  mit  Arbeitsbestätigungen/­zeugnissen  belegten  Praxistätigkeiten durch die Vorinstanz vertretbar erscheint. 3.1.1.  Soziokulturelle  Animatoren  und  Animatorinnen  aktivieren  Menschen  zur  Teilnahme  am  gesellschaftlichen  Leben.  Sie  vermitteln  zwischen Kulturen, Altersgruppen und Lebenswelten und arbeiten in den  verschiedensten  Bereichen  wie  z.B.  in  Kultur­,  Gemeinschafts­  und  Seniorenzentren,  in  Quartier­  und  Jugendtreffs,  auf  Spielplätzen,  in  Präventions­  Asyl  und  Arbeitslosenprojekten,  in  der  ausserschulischen  Bildungsarbeit,  in  der  Gassenarbeit  oder  in  Heimen  (vgl.  www.berufsberatung.ch,  www.berufskunde.com).  Soziokulturelle  Animation  interveniert  in  den  gesellschaftlichen  Teilbereichen  Politik,  Bildung,  Kultur  und  Soziales,  wobei  sie  insbesondere  vier  Funktionen  erfüllt:  1.  Partizipation  im  Interventionsfeld  Politik/Gemein­ wesenentwicklung;  2.  Kulturelle  Vermittlung  im  Interventionsfeld  http://www.berufsberatung.ch http://www.berufskunde.com

B­3897/2011 Kultur/Kunst;  3.  Prävention  im  Interventionsfeld  Soziales;  4.  Bilden  im  Interventionsfeld Bildung (vgl. www.socialinfo.ch).      3.1.2.  Im Rahmen ihrer  jetzigen Tätigkeit als Pädagogische Mitarbeiterin  (Mittagstisch)  an  der  Heilpädagogischen  Schule  Z  (…)  betreut  und  verpflegt  die  Beschwerdeführerin  geistig­  oder  mehrfach  behinderte  Kinder. Darüber hinaus leistet sie Stellvertretungen nach Bedarf.  Diese  Tätigkeit,  welche weder  in  der  angefochtenen Verfügung  noch  in  der Vernehmlassung der Vorinstanz explizit Erwähnung findet, entspricht  dem  Berufsbild  der  soziokulturellen  Animation  und  erscheint  daher  in  vollem  Umfang  als  einschlägige  Berufspraxis  i.S.v.  Art.  21  EDK­ Reglement 1997 anerkennungswürdig. 3.1.3. Als Kursleiterin an der Klubschule der Genossenschaft Migros (…)  unterrichtete  die  Beschwerdeführerin  folgende  Fächer:  "Einführung  ins  Aquarellieren",  "Einführung  in  die  Maltechniken",  "Einführung  ins  Aktzeichnen",  "Von der Skizze zur Zeichnung",  "Acrylmalen",  "Ölmalen",  "Abstrakte  Malerei",  "Malen  mit  Gouache­,  Acryl­  und  Ölfarben",  "Zeichnen und Malen" und "Aktzeichnen".  In  ihrer  Beschwerde  führt  die  Beschwerdeführerin  aus,  von  Seiten  der  Vorinstanz  sei  telefonisch  argumentiert  worden,  diese  Tätigkeit  könne  nicht anerkannt werden, da sie nicht im pädagogischen Bereich liege. Sie  bringt  vor,  bei  dieser  Tätigkeit  als  Kursleiterin  habe  sie  sich  genau  im  Bereich der beiden von der Vorinstanz  in der angefochtenen Verfügung  als  im  betreffenden  Fachgebiet  (soziokulturelle  Animation)  anerkannten  Nachdiplomkurse  (Diplom  in  bildender  Kunst  vom  9.  Februar  2001  von  der  "F+F  Schule  für  Kunst  und  Mediendesign,  Zürich";  Fachausweis  "Ausbilderin  mit  eidgenössischem  Fachausweis"  vom  19.  Januar  2010,  erteilt vom BBT) bewegt.  Die  Argumentation  der  Beschwerdeführerin  ist  nicht  von  der  Hand  zu  weisen. In der Tat erscheint das Vorgehen der Vorinstanz, die beiden von  der  Beschwerdeführerin  absolvierten  Nachdiplomkurse  als  im  betreffenden Fachgebiet liegend zu bewerten, eine just im Bereich dieser  Nachdiplomkurse liegende Praxistätigkeit dagegen nicht als einschlägige  Berufspraxis  zu  anerkennen,  fragwürdig.  Wenn  die  beiden  Nachdiplomkurse  als  im  betreffenden  Fachgebiet  liegend  gewertet  werden,  muss  gleiches  auch  für  die  im  Bereich  dieser  Kurse  liegende  Praxistätigkeit  gelten,  weshalb  die  Tätigkeit  der  Beschwerdeführerin  als  http://www.socialinfo.ch

B­3897/2011 Kursleiterin ebenfalls als einschlägige Berufspraxis anerkennungswürdig  erscheint. 3.1.4. Die Tätigkeit  der Beschwerdeführerin  als Sekretariatsmitarbeiterin  beim  Bezirkssekretariat  von  Pro  Juventute  umfasste  u.  a.  die  Planung  und  Organisation  der  Ferienvermittlung  "Stadtchind  uf  em  Puurehof"  in  enger  Zusammenarbeit  mit  ehrenamtlichen  MitarbeiterInnen  (vgl.  Arbeitszeugnis,  Lemma  2)  sowie  die  Mitarbeit  bei  der  Abklärung,  Planung,  Durchführung  und  Auswertung  von  Aufgaben,  Aktionen  und  Projekten  im  Kinder­,  Jugend­  und  Familienbereich  nach  den  Grundsätzen von Pro Juventute (Lemma 6).  Die Beschwerdeführerin  verweist mit  Bezug  auf  diese  beiden  Tätigkeits (­teil­)bereiche auf die von ihr beigebrachten Beilagen zum Berufsbild der  soziokulturellen  Animation.  Betreffend  die  anderen  im  entsprechenden  Arbeitszeugnis  aufgeführten  Tätigkeitsbereiche  führt  sie  unter  Verweis  auf  ihr  Diplom  (Punkte  B  und  D)  aus,  diese  kämen  im  Berufsfeld  der  soziokulturellen Animation zwar nicht immer, aber doch recht häufig vor. Die  Planung  und  Organisation  der  Ferienvermittlung  "Stadtchind  uf  em  Puurehof" sowie die Mitarbeit bei der Abklärung, Planung, Durchführung  und  Auswertung  von  Aufgaben,  Aktionen  und  Projekten  im  Kinder­,  Jugend­  und Familienbereich nach den Grundsätzen  von Pro  Juventute  entsprechen  durchaus  dem  Berufsbild  der  soziokulturellen  Animation.  Allerdings ist der Anteil dieser beiden Teilbereiche an der Gesamttätigkeit  der Beschwerdeführerin als Sekretariatsmitarbeiterin unklar. Der  unter  Verweis  auf  ihr  Diplom  (Punkte  B  und  D)  dargelegten  Auffassung der Beschwerdeführerin, auch die übrigen  im Arbeitszeugnis  aufgeführten  Teilbereiche  ("Zahlungsverkehr,  Buchführung  und  Bearbeitung  der  Belege  zuhanden  unseres  externen  Buchhalters,  inkl.  AHV­  und  Lohnabrechnungen  und  Bürokasse",  "Telefonbedienung  mit  Erteilung  von  allgemeinen  Auskünften  und  Weitervermittlung",  "Mithilfe  bei der Organisation der Mittelbeschaffung,  insbesondere des  jährlichen  Marken  und  Kartenverkaufs",  "Protokollführung  bei  Sitzungen  der  Pro­ Juventute­Bezirksorgane")  kämen  im  Berufsfeld  der  soziokulturellen  Animation nicht  immer,  aber  doch  recht  häufig  vor,  kann dagegen nicht  gefolgt werden,  liessen sich doch andernfalls zahlreiche Tätigkeiten ­ so  z.B.  rein  administrativ  geartete  ­  unter  den  Begriff  soziokulturelle  Animation  subsumieren,  welche  für  sich  alleine  betrachtet  nicht  diesem  Berufsbild entsprechen. 

B­3897/2011 3.1.5. Zu den wichtigsten Aufgaben der Beschwerdeführerin  im Rahmen  ihrer Tätigkeit als Mitarbeiterin der Administration beim Schweizerischen  Arbeiterhilfswerk (SAH) gehörten die Bedienung der Telefonzentrale, der  BesucherInnenempfang, Spendenverdankungen, die Protokollführung bei  Fach­ und Abteilungssitzungen, die Wartung verschiedener Geräte sowie  allgemeine Sekretariatsarbeiten.  Die Beschwerdeführerin bringt  vor,  die Vorinstanz habe die  vollständige  Nichtanrechnung  dieser  Tätigkeit  telefonisch  damit  begründet,  dass  es  sich bei derselben um eine  rein administrative Aufgabe gehandelt habe.  Sie gibt zu bedenken, dass sie bei dieser Tätigkeit oftmals mit einer sehr  speziellen Klientel zu  tun hatte. Daher seien an der Telefonzentrale und  beim  Besucherempfang  oft  höhere  soziale  Kompetenzen  gefragt  gewesen als in anderen Branchen.  Mit  Blick  auf  die  zahlreichen  Projekte  und  Kampagnen  des  SAH  (seit  12. April  2011  Solidar  Suisse,  vgl.  www.solidar.ch)  in  den  Bereichen  humanitäre  Hilfe  und  internationaler  Entwicklungszusammenarbeit  erscheint  der  Einwand  der  Beschwerdeführerin  nicht  als  völlig  unbegründet.  Da  indessen  der  Anteil  der  fraglichen  Tätigkeiten  (Telefonzentrale  und  Besucherempfang)  aus  dem  beigebrachten  Arbeitszeugnis  nicht  hervorgeht,  ist  vorliegend  unklar,  in  welchem  Umfang diese der Beschwerdeführerin als Berufspraxis i.S.v. Art. 21 Abs.  1 Bst. b EDK­Reglement 1997 anrechnungswürdig sind. 3.1.6.  Mit  Bezug  auf  ihre  Tätigkeit  als  Mitglied  des  Gemeinderates  Z._______  (Legislative)  führt  die  Beschwerdeführerin  aus,  viele  der  Themen  im  Gemeinderat,  besonders  in  der  Kultur­  und  Bildungskommission,  fielen  durchaus  ins  Berufsfeld  der  soziokulturellen  Animation.  Als  Beispiele  nennt  sie  die  Themen  Jugendkultur,  Jugendgewalt,  Prävention,  allgemeine  Kulturangebote  sowie  ausserschulische Betreuung.  Betreffend  ihre  Tätigkeit  in  der  Kultur­  und  Bildungskommission,  insbesondere  mit  Blick  auf  die  Geschäftsfelder  Bildung  sowie  Sekundarschule  (…),  ist  nicht  nachvollziehbar,  warum  die  Vorinstanz  diese  Tätigkeit  nicht  zumindest  teilweise  anerkannt  hat.  Da  jedoch  aus  den  Akten  nicht  hervorgeht,  welchen  Anteil  diese  Tätigkeit  an  ihrer  Gesamttätigkeit  als  Mitglied  des  Gemeinderates  einnahm,  ist  auch  diesbezüglich  unklar,  in  welchem  Umfang  diese  Tätigkeit  der  Beschwerdeführerin  als  Berufspraxis  i.S.v.  Art.  21  Abs.  1  Bst.  b  EDK­ Reglement 1997 anrechnungswürdig ist.

B­3897/2011 3.1.7. Betreffend die Nichtanerkennung der von ihr geleisteten häuslichen  Erziehungsarbeit  als  Berufspraxis,  wendet  die  Beschwerdeführerin  ein,  diese  Frage  werde  in  verwandten  Berufen  schon  seit  etlichen  Jahren  anders  gehandhabt.  Zum  Vergleich  führt  sie  aus,  Lehrkräfte  an  den  Volkschulen  des  Kantons  Zürich  bekämen,  falls  sie  nach  häuslichen  Erziehungsjahren  wieder  in  den  Schuldienst  zurückkehrten,  die  Erziehungsjahre zu 50 % als Dienstjahre angerechnet. Als Beleg legte sie  ihrer  Beschwerde  die  kantonalzürcherische  Lehrpersonalverordnung  (LPVO)  bei,  aus welcher  hervorgeht  (§  16 Abs.  2  Bst.  c),  dass  bei  der  Lohneinstufung  anderweitige  Berufstätigkeit,  Aus­  und  Weiterbildung,  Haus­, Erziehungs­ und Betreuungsarbeit zu 50 % angerechnet werden.  Als weitere Beispiele  nennt  die Beschwerdeführerin  die Kantone Basel­ Stadt  und  Schwyz.  Zum  Beleg  legte  sie  der  Beschwerde  die  basel­ städtische  Weisung  zu  §12  der  Verordnung  über  die  Einreihung  von  Funktionen  sowie  die  Einstufung  von  Mitarbeiterinnen  und  Mitarbeitern  des  Kantons  Basel­Stadt  (Einreihungsverordnung)  sowie  einen  Auszug  aus dem schwyzerischen Wegweiser zur Gesetzgebung der Volksschule  bei.  Ersterem  Erlass  ist  zu  entnehmen,  dass  für  die  Einstufung  von  Mitarbeiterinnen  und Mitarbeitern  des Kantons Basel­Stadt  gemäss  §12  Abs.  2  und  3  Erfahrung  aus  Familienarbeit  für  alle  Funktionen  zu  mindestens 10 % und höchstens 66 %, für Funktionen in Erziehungs­ und  Pflegeberufen  zu  mindestens  33  %  und  höchstens  66  %  angerechnet  wird.  Aus  dem  Auszug  aus  dem  schwyzerischen  Wegweiser  zur  Gesetzgebung der Volksschule geht hervor, dass  für die Einreihung der  Lehrpersonen in die Lohnstufen "andere Tätigkeiten wie Kindererziehung,  Weiterbildung,  Erwerbstätigkeit  in  anderen  Berufen  während  eines  ganzen Kalenderjahres zu einem Drittel" angerechnet werden (§13 Abs. 1  Bst. c vVzPBVL). Bei  allen  drei  von  der  Beschwerdeführerin  vorgebrachten  Vergleichs­ beispielen handelt es sich um Regelungen, welche die Anrechnung von  Tätigkeiten  für  die  Lohneinstufung  betreffen,  wobei  auch  berufsfremde  und nichtberufliche Tätigkeiten Berücksichtigung  finden. Vorliegend geht  es  in  Art.  21  Abs.  1  Bst.  b  EDK­Reglement  1997  dagegen  um  den  Nachweis  einer  mindestens  fünfjährigen  Berufspraxis  im  jeweiligen  Fachgebiet  zwecks  rückwirkender  Anerkennung  eines  vor  der  Anerkennung  der  betroffenen  Lehranstalt  als  HFS  erworbenen  Diploms  als  HFS­Diplom,  weshalb  berufsfremde  wie  auch  nichtberufliche  Praxistätigkeiten keinerlei Berücksichtigung finden können.

B­3897/2011 3.2.  Es  kann  somit  mit  Bezug  zu  den  einzelnen  Praxistätigkeiten  der  Beschwerdeführerin  zusammenfassend  festgehalten  werden,  dass  die  Auslegung des unbestimmten Rechtsbegriffes "anerkannte Berufspraxis"  durch  die  Vorinstanz  nicht  vertretbar  erscheint.  Dies  insofern,  als  dass  abgesehen  von  der  Projektarbeit  im  Chinderhuus  B._______  in  Z._______ keine dieser Tätigkeiten anerkannt wurde, obschon diese teils  zur Gänze, teils zumindest anteilsweise anerkennungswürdig sind, wobei  der Umfang der anrechnungswürdigen Anteile erst noch zu ermitteln ist. 4.  Hebt  das  Bundesverwaltungsgericht  eine  rechtsfehlerhafte  Verfügung  auf, entscheidet es in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise  mit  verbindlichen  Weisungen  an  die  Vorinstanz  zurück  (Art.  61  Abs.  1  VwVG).  Indessen  soll  die  Beschwerdeinstanz  aufgrund  des  verfassungsmässigen  Prinzips  der  Gewaltentrennung  und  der  Zuständigkeitsordnung nicht ohne Not in die Kompetenz der Vorinstanzen  eingreifen. (MADELEINE CAMPRUBI in: Kommentar zum Bundesgesetz über  das  Verwaltungsverfahren,  Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  Zürich/St.  Gallen  2008,  Art.  61  N  10).  Eine  Rückweisung  an  die  mit  den  Verhältnissen  besser  vertraute  oder  über  besondere  Fachkenntnisse  verfügende  Vorinstanz  rechtfertigt  sich  vor  allem  dann,  wenn  weitere  Tatsachen  festgestellt  werden  müssen  oder  wenn  die  Vorinstanz  bei  ihrem Entscheid aufgrund der von ihr eingenommenen Rechtsauffassung  einzelne  entscheidrelevante Gesichtspunkte  nicht  geprüft  hat,  bei  deren  Beurteilung  sie  einen  Ermessensspielraum  gehabt  hätte  (PHILIPPE  WEISSENBERGER  in:  Praxiskommentar  VwVG, Waldmann/Weissenberger  [Hrsg.], Zürich 2009, Art. 61 N 16/17).  Diese  Konstellation  ist  im  vorliegenden  Fall  gegeben.  Insbesondere  aufgrund des Umstandes, dass die Vorinstanz ihre Verfügung vom 5. Juli  2011 betreffend die streitige Nichtanerkennung der Praxistätigkeiten der  Beschwerdeführerin  nicht  weitergehend  begründet  hat,  erscheint  es  vorliegend  gerechtfertigt,  kassatorisch  zu  entscheiden.  Somit  hat  die  Vorinstanz die Möglichkeit, bei der erneuten Prüfung, ob und in welchem  Masse die Praxistätigkeiten der Beschwerdeführerin als Berufspraxis  zu  anerkennen sind, umfassend von ihrem Beurteilungsspielraum Gebrauch  zu  machen  und  dieselbe  in  einem  einlässlich  begründeten  Entscheid  münden zu lassen. 5.  Gestützt  auf  die  vorstehenden  Ausführungen  ergibt  sich,  dass  die 

B­3897/2011 Beschwerde gutzuheissen, die angefochtene Verfügung aufzuheben und  die  Streitsache  an  die  Vorinstanz  als  zuständige  Fach­  und  Verfügungsinstanz  zurückzuweisen  ist,  damit  diese  die  Sache  gestützt  auf  das  massgebende  Recht  unter  dem  zutreffenden  rechtlichen  Blickwinkel  überprüfe  und  alsdann  erneut  über  das  Gesuch  der  Beschwerdeführerin  entscheide  (Art.  61  Abs.  1  VwVG).  Damit  ist  indessen  nichts  über  die  materiellen  Erfolgsaussichten  des  zu  beurteilenden Gesuchs gesagt. 6.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  gilt  die  Beschwerdeführerin  als  obsiegende  Partei.  Die  Verfahrenskosten  sind  in  der  Regel  von  der  unterliegenden  Partei  zu  tragen  (Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Keine  Verfahrenskosten werden Vorinstanzen auferlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG).  Somit  sind  keine  Verfahrenskosten  zu  erheben.  Der  von  der  Beschwerdeführerin  geleistete  Kostenvorschuss  von  Fr. 700.–  ist  ihr  zurückzuerstatten. 7.  Obsiegende Parteien  haben Anspruch  auf  eine Parteientschädigung  für  die  ihnen  erwachsenen  notwendigen  Kosten  (Art.  7  Abs.  1  des  Reglements  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  vom  21.  Februar  2008  [VGKE,  SR  173.320.2]). Die Parteientschädigung umfasst die Kosten der Vertretung  sowie  allfällige  weitere  notwendige  Auslagen  der  Partei  (Art.  8  VGKE).  Als  weitere  notwendige  Auslagen  der  Partei  werden  die  Spesen  der  Partei  im Umfang von Art. 11 Absätze 1­4 ersetzt,  soweit  sie Fr.  100. –  übersteigen,  sowie  der  Verdienstausfall  der  Partei,  soweit  er  einen  Tagesverdienst  übersteigt  und  die  Partei  in  bescheidenen  finanziellen  Verhältnissen lebt.  Die  Beschwerdeführerin  beantragt,  es  sei  ihr  im  Falle  einer  teilweisen  oder  gänzlichen  Gutheissung  ihrer  Beschwerde  aufgrund  des  ihr  entstandenen Arbeitsaufwandes eine Entschädigung in Höhe von Fr. 850.  – zuzusprechen.  Da  sie  im  vorliegenden  Verfahren  nicht  anwaltlich  vertreten  ist,  sind  ihr  keine  Vertretungskosten  erwachsen.  Die  ihr  im  Beschwerdeverfahren  entstandenen Spesen  dürften  den Betrag  von Fr.  100.  –  kaum  überschreiten.  Da  sie  ihr  Begehren  auch  nicht  weiter  substantiiert  hat  und  insbesondere  keinen  Verdienstausfall  geltend  macht, ist vorliegend keine Parteientschädigung zuzusprechen. 

B­3897/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird gutgeheissen und die angefochtene Verfügung des  Bundesamts  für  Berufsbildung  und  Technologie  BBT  vom  5.  Juli  2011  wird  aufgehoben. Die Streitsache wird  zur Neubeurteilung  im Sinne der  Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 2.  Es  werden  keine  Verfahrenskosten  erhoben.  Der  Beschwerdeführerin  wird  der  geleistete  Kostenvorschuss  von  Fr.  700.–  nach  Eintritt  der  Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 3.  Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4.  Dieses Urteil geht an: – die  Beschwerdeführerin  (Gerichtsurkunde;  Beilage  Rückerstattungs­ formular) – die Vorinstanz (Gerichtsurkunde) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Ronald Flury Michael Müller

B­3897/2011 Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die  Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren,  deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu  enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit  sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 12. Januar 2012

B-3897/2011 — Bundesverwaltungsgericht 09.01.2012 B-3897/2011 — Swissrulings