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Bundesverwaltungsgericht 23.08.2011 A-6536/2010

23 août 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,993 mots·~15 min·2

Résumé

Luftfahrtanlagen | Heliport Lauterbrunnen

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung I A­6536/2010 Urteil   v om   2 3 .   Augus t   2011 Besetzung Richter Christoph Bandli (Vorsitz), Richter André Moser, Richter Alain Chablais, Gerichtsschreiber Lars Birgelen. Parteien Familie Kaspar von Almen AG, vertreten durch Fürsprecher Rudolf Muggli,  Beschwerdeführerin,  gegen Einwohnergemeinde Lauterbrunnen,  handelnd durch den Gemeinderat,  Beschwerdegegnerin, Air Glaciers SA, Beigeladene, Bundesamt für Zivilluftfahrt BAZL, Vorinstanz.  Gegenstand Heliport Lauterbrunnen.

A­6536/2010 Sachverhalt: A.  Die  Einwohnergemeinde  Lauterbrunnen  ist  Halterin  des  von  der  Air  Glaciers  SA  seit  1973  als  Heliport  betriebenen  Flugfeldes  in  Lauterbrunnen.  Das  Betriebsreglement  datiert  ebenfalls  aus  dem  Jahre  1973  und  enthält  –  abgesehen  von  einem  Flugverbot  am  Eidgenössischen Bettag und einem Verweis auf die im Luftfahrthandbuch  (AIP)  veröffentlichten  Anflug­  und  Landeverfahren  –  weder  eigentliche  Benützungsvorschriften noch Flugbeschränkungen. Mit einem Abschluss  des  Verfahrens  zur  Erstellung  eines  Objektblattes  im  Rahmen  des  Sachplanes Infrastruktur der Luftfahrt (SIL) ist frühestens im Verlaufe des  Jahres  2012  zu  rechnen.  Die  Familie  Kaspar  von  Almen  AG  ist  Eigentümerin  und  Betreiberin  eines  Ausflugsrestaurants  und  von  Wohnhäusern  in  Trümmelbach  bei  Lauterbrunnen.  Zudem  betreibt  sie  das Hotel Jungfrau auf der Wengernalp. B.  Am  8.  Februar  2010  ersuchte  die  Einwohnergemeinde  Lauterbrunnen  (nachfolgend:  Gesuchstellerin)  das  Bundesamt  für  Zivilluftfahrt  (BAZL)  um  Plangenehmigung  eines  neuen,  unter  der  Bauherrschaft  der  Air  Glaciers SA stehenden Büroanbaus auf dem Heliport Lauterbrunnen. Das  Bauprojekt  sieht  vor,  das  bestehende  eingeschossige  und  mit  einem  Pultdach  ausgerüstete  Bürogebäude  an  der  Nordseite  des  Hangars  abzubrechen  und  am  selben  Standort  durch  ein  neues,  auf  zwei  Geschosse  erweitertes,  in  der  Grundfläche  identisches  Gebäude  mit  Flachdach  zu  ersetzen.  Begründet  wird  das  Bauvorhaben  mit  der  ungenügenden  Isolation,  der  veralteten  Haustechnik  und  sanitären  Einrichtungen,  den  unzureichenden  Platz­  sowie  den  schlechten  Lichtverhältnissen im alten Gebäude. C.  Das BAZL eröffnete in der Folge ein ordentliches Verfahren nach Art. 37b  ff.  des  Luftfahrtgesetzes  vom  21. Dezember  1948  (LFG,  SR  748.0).  Während  der  Auflagefrist  erhoben  die  Familie  Kaspar  von  Almen  AG  sowie  die  Pro  Natura  Berner  Oberland  am  25. März  2010  Einsprache.  Erstere  machte  insbesondere  eine  Verletzung  von  Art.  18  Abs.  1  des  Umweltschutzgesetzes vom 7. Oktober 1983 (USG, SR 814.01) geltend,  welcher den Umbau und die Erweiterung sanierungsbedürftiger Anlagen  nur  zulasse,  wenn  die  Anlage  gleichzeitig  saniert  werde.  Die  geplanten  Änderungen  hätten  zwar  kaum  Einfluss  auf  die  Lärmemissionen,  weil 

A­6536/2010 diese bisher in unzulässiger Weise ohnehin nicht begrenzt worden seien.  Als wesentliche Änderung gelte aber auch eine starke Veränderung der  Bausubstanz,  welche  –  wie  dies  vorliegend  der  Fall  sei  –  erhebliche  Kosten verursache.  Im Rahmen der Sanierung würden Lärmmessungen  ohne  weiteres  ergeben,  dass  die  Flugbewegungen  auf  dem  Heliport  einzuschränken  seien.  Weiter  sei  eine  Umweltverträglichkeitsprüfung  (UVP)  durchzuführen  und  das  Bauvorhaben  müsse  auf  den  SIL  abgestimmt werden. D.  Mit Verfügung vom 15. Juli 2010 genehmigte das BAZL den Abbruch und  den Ersatz des bestehenden Büroanbaus durch einen Neubau, wies die  Einsprache  der  Pro  Natura  Berner  Oberland  ab  und  trat  auf  die  Einsprache  der  Familie  Kaspar  von  Almen  AG  nicht  ein.  Als  Auflage  ordnete  es  unter  anderem  an,  dass  sich  die  Gesuchstellerin  allfälligen  Festlegungen  im  künftigen  SIL­Objektblatt  nicht  unter  Berufung  auf  das  genehmigte  Bauprojekt  und  die  damit  verbundenen  Investitionskosten  widersetzen könne. Der  Neubau  des  Bürogebäudes  stelle  keine  wesentliche  Umbaute,  Erweiterung oder Betriebsänderung  im Sinne von Art. 2 der Verordnung  vom  19. Oktober  1988  über  die  Umweltverträglichkeitsprüfung  (UVPV,  SR 814.011) dar, habe keine Auswirkungen auf den Flugbetrieb und die  der  Anlage  zuzurechnenden  Umweltbelastungen  erführen  keine  ins  Gewicht  fallenden  Veränderungen.  Es  sei  daher  keine  UVP  vorzunehmen.  Habe  aber  das  geplante  Bauvorhaben  keinerlei  Einfluss  auf  den  Flugbetrieb  und  die mit  diesem  einhergehende  Lärmbelastung,  könne die Familie Kaspar von Almen AG auch keinen praktischen Nutzen  aus einem allfälligen Bauabschlag ziehen. Zudem fehle es  ihr an der für  die  Einsprachelegitimation  erforderlichen  spezifischen  Beziehungsnähe,  betreibe sie doch  ihre  (mehrheitlich  touristischen) Anlagen bei den  rund  1.4  Kilometer  vom  Heliport  entfernten  Trümmelbachfällen  und  auf  der  noch  weiter  weg  liegenden  Wengernalp.  Beim  Büroneubau  handle  es  sich  um  eine  bloss  untergeordnete  Ersatzbaute  ohne  Zweckänderung,  welche  die  im  SIL­Objektblatt  festzulegende  bauliche  und  betriebliche  Entwicklung  und  die  räumliche  Abstimmung  nicht  präjudiziere.  Zur  Absicherung  sei  gegenüber  der  Gesuchstellerin  jedoch  eine  entsprechende Auflage anzuordnen. E.  Gegen  diese  Verfügung  erhebt  die  Familie  Kaspar  von  Almen  AG 

A­6536/2010 (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 13. September 2010 Beschwerde  beim Bundesverwaltungsgericht und beantragt deren Aufhebung und die  Rückweisung der Angelegenheit an das BAZL (nachfolgend: Vorinstanz)  zur  materiellen  Behandlung  ihrer  Einsprache.  Eventualiter  sei  das  Plangenehmigungsgesuch  der  Gesuchstellerin  vom  25.  Februar  2010  (recte: 8. Februar 2010) abzuweisen. Auf ihren Liegenschaften sei der Lärm, welcher von den auf dem Heliport  Lauterbrunnen startenden und landenden Helikoptern der Air Glaciers SA  ausgehe,  deutlich  hörbar.  Da  sich  das  Betriebsreglement  des  Heliports  Lauterbrunnen  weder  über  die  Benützungszeiten  äussere  noch  eine  maximal  zulässige Anzahl  Flüge  vorschreibe,  sei  die Air Glaciers SA  in  ihren  betrieblichen  Entscheidungen  völlig  frei  und  das  von  den  Anwohnern  auszuhaltende  Lärmmass  sei  einzig  von  ihrer  Geschäftstätigkeit  und  ­  tüchtigkeit  abhängig.  Die  Erweiterung  des  Betriebsgebäudes auf die doppelte Grösse werde daher sehr wohl früher  oder  später  zu  einer  Kapazitätssteigerung,  zu  einer  Zunahme  der  Flugbewegungen  und  –  als  Folge  davon  –  zu  mehr  Lärmimmissionen  führen.  Sie  sei  daher  von  diesem  Bauvorhaben  mehr  als  jedermann  betroffen und demnach sowohl zur Einsprache wie auch zur Beschwerde  legitimiert. Beim  Heliport  Lauterbrunnen  handle  es  sich  um  eine  altrechtliche  sanierungsbedürftige  Anlage  im  Sinne  von  Art. 16  Abs. 1  USG,  würden  doch  die  Emissionen  in  Missachtung  des  Vorsorgeprinzips  gemäss  Art. 11  Abs. 2  USG  nicht  so  weit  begrenzt,  als  dies  technisch  und  betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar sei. Insbesondere fehle es  an  einem  die  Betriebszeiten  sowie  die  An­  und  Abflugverfahren  festlegenden Betriebsreglement. Weiter sei davon auszugehen, dass der  Betrieb der Anlage auch die Immissionsgrenzwerte (zumindest teilweise)  überschreite  und  folglich  verschärfte  Emissionsbegrenzungen  angezeigt  seien (Art. 11 Abs. 3 USG). Sei aber eine Sanierungspflicht zu bejahen,  dürfe  an  der  Anlage  gemäss  Art.  18  Abs.  1  USG  nur  dann  eine  wesentliche  Änderung  vorgenommen  werden,  wenn  sie  gleichzeitig  saniert  werde.  Vorliegend  sei  eine  solche  wesentliche  Änderung  zu  bejahen:  Nicht  nur  gehe mit  der  Verdoppelung  der  Nutzungsfläche  des  Betriebsgebäudes  eine  Kapazitätserweiterung  und  eine  Lärmzunahme  einher, das Bauvorhaben führe auch zu einer bedeutenden Veränderung  der Bausubstanz und verursache erhebliche Kosten im Umfang von einer  halben  Million  Franken.  Die  von  der  Vorinstanz  angeordnete  „Auflage“  erweise  sich  als  unzulässiger  staatlich  auferlegter  Einredeverzicht  in 

A­6536/2010 Form einer Quasi­Bedingung  für die Genehmigung eines Bauvorhabens  und  führe  letztlich  zu  einer  Umgehung  des  im  USG  verankerten  Sanierungsrechtes.  Die  wesentliche  Änderung  der  Anlage  müsse  eine  UVP auslösen und habe möglicherweise präjudizielle Wirkung im Hinblick  auf  den Erlass  des SIL­Objektblattes.  Aus  all  diesen Gründen hätte  die  Vorinstanz die Plangenehmigung verweigern müssen. F.  Mit Beschwerdeantwort vom 13. Oktober 2010 (recte: 5. November 2010)  beantragt  die  Einwohnergemeinde  Lauterbrunnen  (nachfolgend:  Beschwerdegegnerin)  die  Abweisung  der  Beschwerde.  Die  Air  Glaciers  SA,  welche  seit  1971  vom  Heliport  Lauterbrunnen  aus  Transport­  und  Personenflüge  betreibe  und  die  medizinische  Notfallversorgung  in  der  Region  sicherstelle,  bemühe  sich  seit  längerem,  die  Lärmbelastung  für  die  Talbewohner  auf  ein  absolutes Minimum  zu  reduzieren.  Zu  diesem  Zweck  setze  sie  geräuscharme  Helikopter  der  neuesten  Bauart  ein,  nehme  bauliche Massnahmen  vor  und  schränke  sich  im Gegensatz  zu  ortsfremden  Helikopterunternehmen  bereits  heute  auf  freiwilliger  Basis  stark ein, indem sie sich an klar definierte Betriebszeiten halte. Zudem sei  das  bestehende  Betriebsreglement  im  Frühjahr  angepasst  worden,  müsse aber vom BAZL noch genehmigt werden. Die Beschwerdeführerin  missbrauche  das  Plangenehmigungsverfahren,  um  die  Flugtätigkeit  der  Air  Glaciers  SA  generell  einzuschränken,  stehe  doch  der  geplante  Büroneubau  in  keinem Zusammenhang mit allfälligen Lärmimmissionen.  Die  Anzahl  der  Flugbewegungen  orientiere  sich  allein  an  der  wirtschaftlichen  Auftragslage  und  werde  durch  die  Erneuerung  der  betrieblichen  Infrastruktur  nicht  beeinflusst.  Eine  gewisse  Zunahme  entspreche  jedoch  auch  in  dieser  Branche  dem  wirtschaftlichen  Wachstum; es wäre daher wettbewerbsverzerrend und ungerecht, nur die  Air Glaciers SA in ihrer Flugtätigkeit einzuschränken. G.  In  ihrer  Vernehmlassung  vom  8. November  2010  beantragt  die  Vorinstanz,  auf  die  Beschwerde  der  Beschwerdeführerin  sei  nicht  einzutreten.  Wer  seine  Einsprache­  bzw.  Beschwerdelegitimation  mit  Lärmimmissionen begründe, habe nachzuweisen, dass sich das konkrete  Bauvorhaben  mit  Sicherheit  oder  grosser  Wahrscheinlichkeit  auf  die  Lärmsituation auswirke. Vorliegend beeinflusse aber der Büroneubau den  Flugbetrieb  in  keiner  Weise  und  wirke  sich  weder  auf  die  Anzahl  der  Flugbewegungen  noch  auf  die  Flugrouten  aus,  so  dass  sich  auch  die  Lärmsituation der Nachbarn nicht verändere. Vielmehr sei der eigentliche 

A­6536/2010 Auslöser  für  den  Neubau  die  schlechte  Isolation  des  alten  Gebäudes  gewesen  und  bei  dieser  Gelegenheit  seien  auch  gleich  weitere  Verbesserungsmöglichkeiten  im  Zusammenhang  mit  den  Büroräumlichkeiten  (Platzangebot,  Beleuchtung,  Haustechnik,  Toiletten)  geprüft und beschlossen worden. H.  Mit Zwischenverfügung vom 18. November 2010 wurde die Air Glaciers  SA (nachfolgend: Beigeladene) zum Beschwerdeverfahren beigeladen. I.  Auf  entsprechende  Aufforderung  des  Bundesverwaltungsgerichtes  hin  führt die Vorinstanz  in  ihrer Eingabe vom 8. Dezember 2010 ergänzend  aus, die Flugrouten vom und zum Heliport Lauterbrunnen liessen sich aus  der  beigelegten  Sichtanflug­  und  Abflugkarte  (VAC)  entnehmen.  Diese  enthalte  auch  die  Vorgabe,  die  Ortschaften  Lauterbrunnen,  Wengen,  Mürren  und  Trümmelbach möglichst  zu meiden  und  für  unumgängliche  Überflüge eine Mindesthöhe von 200 Meter über Grund einzuhalten. Bei  Helikopterflugfeldern  sei  bis  zu  einer Bewegungszahl  von  ca.  7'000  nur  die  Lärmbelastung  als  mittlerer  maximaler  Schallpegel  (Lmax)  und  nicht  der äquivalente Dauerschallpegel (Leq) massgebend. Vorliegend seien im  Jahr 2009 5'708 Flugbewegungen gezählt worden und die Lärmbelastung  komme  in  Berücksichtigung  der  aktuellen  Bewegungszahlen  und  des  momentan  verwendeten  Flottenmixes  innerhalb  der  Kurven  im  Lärmbelastungskatasterplan  zu  liegen.  Im  Vergleich  zu  1992  habe  die  Lärmbelastung  gar  um  0.37  dB(A)  abgenommen,  da  die  höheren  Bewegungszahlen  mit  einer  immissionsärmeren  Flotte  kompensiert  worden seien.  Ihr  liege momentan kein Gesuch um Genehmigung eines  überarbeiteten Betriebsreglementes vor und sie erachte es aufgrund des  in der Zwischenzeit eingeleiteten SIL­Verfahrens auch nicht erforderlich,  ein  solches  Genehmigungsverfahren  durchzuführen.  Dies  gelte  umso  mehr,  als  die  notwendigen  Grundlagen  (aktuelle  Lärmkurven,  UVP)  im  SIL­Verfahren erst noch erarbeitet werden müssten. J.  Mit  Replik  vom  17.  Januar  2011  hält  die  Beschwerdeführerin  an  ihren  Rechtsbegehren fest. Die Beigeladene investiere in ihre Infrastruktur, um  sich  eine  bessere  Ausgangslage  im  SIL­Verfahren  zu  verschaffen.  Es  genüge  aus  rechtlicher  Sicht,  wenn  der  Büroneubau  ein  Potenzial  für  Mehrverkehr  aufweise,  ohne  dass  sie  den  (unmöglichen)  Nachweis  für  eine  tatsächliche Betriebserweiterung zu erbringen habe. Das Argument 

A­6536/2010 der  fehlenden  Auswirkung  auf  die  Lärmbelastung  wäre  nur  dann  zu  hören, wenn  dem Heliport  betriebliche Grenzen  gesetzt wären;  dies  sei  jedoch vorliegend augenscheinlich nicht der Fall. Unter  der  Sanierung  einer  altrechtlichen  Anlage  werde  gemeinhin  nicht  nur  die  Einhaltung  der  Immissionsgrenzwerte,  sondern  auch  die  Beachtung  des  Vorsorgeprinzips  verstanden.  Ob  die  Immissionsgrenzwerte  überschritten  seien,  sei  zwar  bei  einem  altrechtlichen  Betriebsreglement  nicht  entscheidend;  dessen  ungeachtet  teile sie aber die Beurteilung der Vorinstanz betreffend die Lärmbelastung  beim Heliport  Lauterbrunnen  nicht.  Insbesondere  sei  ungeklärt,  ob  eine  Lärmbelastung unterhalb des von der Vorinstanz  rechnerisch ermittelten  Lmax  von  durchschnittlich  75.54  dB(A)  im  Sinne  von  Art.  15  USG  nach  dem  Stand  der  Wissenschaft  oder  der  Erfahrung  die  Bevölkerung  in  ihrem  Wohlbefinden  nicht  erheblich  störe.  Die  aufgeführten  Lmax­Daten  seien  zudem  nicht  plausibel,  da  nicht  angegeben  werde,  für  welche  Distanz von der Lärmquelle diese Werte gelten, und es werde von  ihr –  mangels  Überprüfbarkeit  –  bestritten,  dass  der  Leq  unbeachtlich  zu  bleiben habe. Entgegen  der  Auffassung  der  Beschwerdegegnerin  müsse  die  Flugrettung  nicht  unbedingt  ab  dem  Heliport  Lauterbrunnen  betrieben  werden;  es  treffe  auch  nicht  zu,  dass  die  Beigeladene  vor  allem  geräuscharme  Helikopter  neuester  Bauart  einsetze  und  die  Anzahl  der  Flugbewegungen reduziert habe. Es sei  rechtlich ohne Bedeutung, dass  sich die Beigeladene angeblich freiwillig Beschränkungen auferlegt habe,  könne  sie  doch  ihren  Flugbetrieb  aufgrund  des  altrechtlichen  Betriebsreglementes jederzeit wieder ausweiten. K.  In  ihrer  Stellungnahme  vom  9.  Februar  2011  weist  die  Beschwerdegegnerin  ergänzend  darauf  hin,  dass  die  freiwillige  Selbstbeschränkung der Beigeladenen das Resultat  von Verhandlungen  zwischen ihr und der Gemeinde Lauterbrunnen sei und von den anderen  Helikopterunternehmen  nicht  übernommen  werde.  Mit  zusätzlichen  Einschränkungen erfahre die Beigeladene eine Ungleichbehandlung. L.  In ihrer Eingabe vom 18. Februar 2011 führt die Vorinstanz aus, sie habe  bereits  in  der  angefochtenen  Verfügung  darauf  hingewiesen,  dass  das  Bauvorhaben keine wesentliche Änderung der Anlage bewirke und somit 

A­6536/2010 nicht  UVP­pflichtig  sei.  Stelle  der  Büroneubau  aber  keine  wesentliche  Änderung  dar,  löse  er  auch  keine  Sanierungspflicht  aus.  Das  Bundesgericht  habe  in  konstanter  Rechtsprechung  festgehalten,  dass  bestehende  Anlagen  bei  einer  Änderung  nur  dann  saniert  werden  müssen,  wenn  das,  was  von  der  bisherigen  Anlage weiterbestehe,  von  geringerer  Bedeutung  sei  als  der  erneuerte  Teil,  wobei  für  die  Abgrenzung vor allem ökologische Kriterien wie der Lärmschutz und die  Vorsorge  massgeblich  seien.  Vorliegend  fehle  es  an  einem  derart  relevanten  Zusammenhang  zwischen  Bauvorhaben  und  Lärmbelastung,  so  dass  über  eine  allfällige  Sanierung  auch  nicht  im  Plangenehmigungsverfahren  zu  befinden  sei.  Selbst  wenn  –  was  keineswegs  als  erwiesen  gelte  –  der  Heliport  Lauterbrunnen  eine  sanierungsbedürftige  Anlage  darstelle,  könne  die  Beschwerdeführerin  daraus  keine,  ihre  Legitimation  begründende  besondere  Betroffenheit  durch den Büroneubau ableiten. M.  Die Beigeladene beantragt in ihrer Stellungnahme vom 19. Februar 2011  die Abweisung der Beschwerde. Sie dürfe ab dem Heliport Lauterbrunnen  gemäss  den  Vorgaben  im  Konzeptteil  des  SIL  unbeschränkt  viele  Flugbewegungen  durchführen  und  es  sei  gerichtsnotorisch,  dass  eine  Herabsetzung derselben vom und zum Heliport nur beschränkt geeignet  sei,  den  Helikopterverkehr  und  dessen  Lärm  zu  vermindern,  da  die  Aussenlandungen davon nicht erfasst würden. Der AIP erlaube  ihr zwar  Betriebszeiten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, sie habe diese  aber  auf  freiwilliger Basis  von  8.00­12.00 Uhr  und  von 13.30­18.00 Uhr  beschränkt  und  für  Fallschirmflüge  spezielle  Flugzeiten  und  eine  Limitierung der Rotationen eingeführt. Sie  sei  ferner  laufend daran,  ihre  Flotte durch modernere Helikopter zu ersetzen. Auch die Betreiberin einer  Helikopterbasis habe die Infrastruktur an die heutigen ökonomischen und  ökologischen  Anforderungen  anzupassen.  Der  ständig  wachsende  administrative  Aufwand  verlange  moderne  Büroarbeitsplätze  und  die  Personal­  und  Gästetoiletten  müssten  getrennt  werden.  Es  sei  nicht  ersichtlich, weshalb daraus eine Erweiterung der Flugtätigkeit und mit ihr  eine  Lärmzunahme  resultieren  solle.  Der  Büroneubau  stehe  auch  in  keinem  Zusammenhang  mit  dem  SIL­Verfahren,  hätte  dieses  doch  ohnehin  früher  oder  später  aus  rechtlichen Gründen  eingeleitet  werden  müssen.

A­6536/2010 N.  Mit  Eingabe  vom  9.  März  2011  verzichtet  die  Vorinstanz  auf  die  Einreichung von ergänzenden Bemerkungen. O.  In  ihren  Schlussbemerkungen  vom  14.  März  2011  hält  die  Beschwerdeführerin  daran  fest,  dass  eine  Beschränkung  der  Flugbewegungen  von  und  zum  Heliport  Lauterbrunnen  sehr  wohl  geeignet  sei,  die  Lärmbelastung  zu  reduzieren.  Sie  habe  es  nicht  zu  verantworten,  dass  die  Beigeladene  das  Betriebsgebäude  schlecht  unterhalten  und  nie  auf  einen  zeitgemässen  Stand  gebracht  habe.  Sie  wende  sich  denn  auch  bloss  gegen  eine  Verdoppelung  der  Nutzungsfläche,  welche  es  der  Beigeladenen  ermögliche,  den  Betrieb  auszuweiten,  solange  das  Betriebsreglement  keine  Beschränkung  der  Bewegungszahlen  vorsehe.  Was  die  Beschwerdegegnerin  im  neuen  Betriebsreglement  zu  planen  scheine,  sei  eine  Zumutung  für  die  Bevölkerung und die Touristen, sollen diese doch die ganze Woche (inkl.  Sonntagnachmittag)  Dauerlärm  im  Interesse  einiger  weniger  Skydivingbegeisterter ausgesetzt werden. P.  Auf  die  weiteren  Vorbringen  der  Parteien  und  die  eingereichten  Aktenstücke  wird,  soweit  rechtserheblich,  in  den  nachfolgenden  Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), sofern keine  Ausnahme  nach  Art. 32  VGG  vorliegt.  Als  Vorinstanzen  gelten  die  in  Art. 33 VGG genannten Behörden. Da im Bereich der Genehmigung von  Bauten und Anlagen, welche ganz oder überwiegend dem Betrieb eines  Flugplatzes  dienen  (vgl.  Art.  37 Abs.  1  LFG),  keine Ausnahme gemäss  Art. 32 VGG auszumachen  ist und das BAZL als Behörde  im Sinne von  Art. 33 Bst. d VGG gilt, ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung  der vorliegenden Beschwerde zuständig.

A­6536/2010 1.2. Nach Art. 48 Abs. 1 VwVG ist zur Beschwerde berechtigt, wer vor der  Vorinstanz  am  Verfahren  teilgenommen  oder  keine  Möglichkeit  zur  Teilnahme  erhalten  hat  (Bst. a),  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders berührt ist (Bst. b) und ein schutzwürdiges Interesse an deren  Aufhebung  oder  Änderung  hat  (Bst. c).  Die  Vorinstanz  hat  in  der  angefochtenen  Verfügung  das  Bauvorhaben  der  Beschwerdegegnerin  bzw.  der  Beigeladenen  genehmigt  und  ist  auf  die  Einsprache  der  Beschwerdeführerin  nicht  eingetreten.  Letztere  ist  durch  den  Nichteintretensentscheid ohne weiteres materiell beschwert, d.h. sie kann  unabhängig davon, ob ihre Berechtigung zur Anfechtung des Entscheides  in  der  Sache  selbst  gegeben  ist  oder  nicht  und  ohne  zusätzlichen  Nachweis  eines  Rechtsschutzinteresses  über  ihren  prozessualen  Anspruch auf Zulassung zum Verfahren einen Rechtsmittelentscheid des  Bundesverwaltungsgerichtes herbeiführen (für Verfügungsadressaten vgl.  ANDRÉ  MOSER/MICHAEL  BEUSCH/LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  Basel  2008,  S. 51 f.  Rz. 2.77  mit  Hinweisen;  für  das  bundesgerichtliche  Verfahren  vgl.  Urteil  des  Bundesgerichtes 1C_30/2011 vom 25. Mai 2011 E. 1). 1.3. Die Beschwerdeführerin beantragt die Aufhebung der angefochtenen  Verfügung und die Rückweisung der Angelegenheit an die Vorinstanz zur  materiellen Behandlung ihrer Einsprache, eventualiter die Abweisung des  Plangenehmigungsgesuches  der  Beschwerdegegnerin  vom  25.  Februar  2010 (recte: 8. Februar 2010). 1.3.1.  Wird  ein  Nichteintretensentscheid  angefochten,  prüft  das  Bundesverwaltungsgericht nur die Rechtsfrage, ob die Vorinstanz auf die  bei  ihr  erhobene  Einsprache  zu  Recht  nicht  eingetreten  ist.  Es  kann  folglich nur geltend gemacht werden, die Vorinstanz habe zu Unrecht das  Bestehen  einer  Eintretensvoraussetzung  verneint.  Damit  wird  das  Anfechtungsobjekt auf die Eintretensfrage beschränkt, deren Verneinung  als Verletzung von Bundesrecht mit Beschwerde gerügt werden kann. Die  beschwerdeführende  Partei  kann  entsprechend  nur  die  Anhandnahme  beantragen,  nicht  aber  die  Aufhebung  oder  Änderung  der  Verfügung  verlangen; auf materielle Begehren kann mithin nicht eingetreten werden  (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O.,  S. 26 Rz. 2.8  und S. 78 Rz. 2.164  mit Hinweisen; Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes A­5155/2008 vom  4. November 2008 E. 4). 1.3.2. Das Bundesverwaltungsgericht hat demnach ohne Bindung an die  Vorbringen der Parteien  (Art.  62 Abs. 4 VwVG) einzig zu prüfen, ob die 

A­6536/2010 Vorinstanz  die  Einsprachebefugnis  der  Beschwerdeführerin  zu  Recht  verneint hat. Soweit Letztere die materielle Beurteilung der Angelegenheit  durch  die  Rechtsmittelbehörde  beantragt,  ist  auf  ihre  Beschwerde  nicht  einzutreten. 1.4. Auf  die  im Übrigen  frist­  und  formgerecht  eingereichte Beschwerde  (Art. 50 und Art. 52 VwVG) ist – vorbehältlich den Ausführungen in E. 1.3  – einzutreten. 2.  Wer  nach  den  Vorschriften  des  VwVG  oder  des  Bundesgesetzes  vom  20. Juni  1930  über  die  Enteignung  (EntG,  SR  711)  in  einem Verfahren  zur  Genehmigung  einer  Flugplatzanlage  Partei  ist,  kann  während  der  Auflagefrist  bei  der  zuständigen  Behörde  Einsprache  erheben  (Art. 37f  Abs. 1  LFG).  Nach  Art. 6  VwVG  gelten  als  Parteien  im  Verwaltungsverfahren  Personen,  deren  Rechte  oder  Pflichten  die  Verfügung  berühren  soll,  und  andere  Personen,  Organisationen  oder  Behörden,  denen  nach  Art. 48  VwVG  ein  Rechtsmittel  gegen  die  Verfügung  zusteht.  Es  ist  daher  nachfolgend  zu  prüfen,  ob  die  Beschwerdeführerin  in  der  Sache  selber  (und  nicht  nur  bezüglich  des  Nichteintretensentscheides)  beschwerdelegitimiert  ist.  Ist  dies  zu  bejahen,  steht  ihr  im  vorinstanzlichen  Plangenehmigungsverfahren  ein  Einspracherecht zu. 2.1.  Führt  nicht  der  primäre  Verfügungsadressat,  sondern  eine  Drittperson  Einsprache  oder  Beschwerde,  muss  diese  durch  die  angefochtene Verfügung stärker als jedermann betroffen sein und in einer  besonderen,  beachtenswerten  und  nahen  Beziehung  zur  Streitsache  stehen. Das  Interesse an der Aufhebung oder Änderung der Verfügung  kann  rechtlicher  oder  tatsächlicher  Natur  sein,  doch  muss  es  sich  um  eigene persönliche Interessen des Einsprechers oder Beschwerdeführers  handeln; auf öffentliche Interessen allein oder die Interessen Dritter kann  er  sich nicht berufen. Sein  Interesse  ist dann schutzwürdig, wenn seine  tatsächliche oder rechtliche Situation durch den Ausgang des Verfahrens  unmittelbar beeinflusst werden kann, d.h. wenn er durch das Einsprache­  bzw. Beschwerdeverfahren  einen materiellen  oder  ideellen Nachteil  von  sich abwenden oder aus diesem einen praktischen Nutzen ziehen kann.  Diese Anforderungen sollen die  im schweizerischen Recht grundsätzlich  nicht  vorgesehene  Popularbeschwerde  ausschliessen  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichtes A­5155/2008 vom 4. November 2008 E. 4.2,  BVGE  2007/1  E. 3.4  mit  Hinweisen).  Ob  die 

A­6536/2010 Legitimationsvoraussetzungen  gegeben  sind,  ist  von  der  beschwerdeführenden  Partei  selber  darzulegen,  da  sich  die  Begründungspflicht  grundsätzlich  auch  auf  die  Frage  der  Beschwerdebefugnis  erstreckt  (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O.,  S. 48 Rz. 2.67; für das Verfahren vor Bundesgericht vgl. auch BGE 133 II  249 E. 1.1). 2.2. Bei  Bauprojekten muss  die  Nähe  der  Beziehung  zum  Streitgegen­ stand insbesondere in räumlicher Hinsicht gegeben sein (BGE 133 II 249  E. 1.3.1, BGE 133 II 353 E. 3). Auch wenn die örtliche Distanz zwischen  dem  Bauvorhaben  und  der  Liegenschaft  des  Einsprechers  oder  Beschwerdeführers  ein  gewichtiges  Kriterium  für  die  Beurteilung  der  Legitimation  darstellt,  ist  es  nicht  das  einzige;  vielmehr  ist  stets  eine  Würdigung  aller  rechtserheblicher  Sachverhaltselemente  vorzunehmen  (Urteile  des  Bundesgerichtes  1A.148/2005  vom  20. Dezember  2005  E. 3.3  sowie 1A.227/2003  vom 9. Februar 2004 E.  2). Die Befugnis  zur  Anfechtung eines Bauvorhabens ist dann zu bejahen, wenn vom Betrieb  der  projektierten  Anlage mit  Sicherheit  oder  grosser Wahrscheinlichkeit  Immissionen ausgehen, die auf dem Grundstück des Einsprechers oder  Beschwerdeführers  aufgrund  ihrer  Art  und  Intensität  deutlich  wahrnehmbar  sind  (BGE  120  Ib  379  E. 4c;  BVGE  2007/1  E. 3.5  mit  weiteren Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). 2.3. Was den Fluglärm anbelangt, ist ganz generell anerkannt, dass – ein  unmittelbares  Berührtsein  jeweils  vorausgesetzt  –  ein  sehr  weiter  Kreis  von Betroffenen zur Beschwerde legitimiert sein kann, ohne dass bereits  eine  Popularbeschwerde  vorliegt  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichtes A­1899/2006 vom 11. Februar 2010 E. 2.3,  A­1936/2006  vom  10.  Dezember  2009  E. 3.1  und  A­1985/2006  vom  14. Februar 2008 E. 2.1). Beschwerdelegitimation kommt demgemäss all  jenen Personen zu, die den Lärm deutlich hören können und dadurch in  ihrer Ruhe gestört werden (BGE 121 II 176 E. 2b, BGE 120 Ib 379 E. 4c,  je mit  Hinweisen).  Kein  ausschlaggebendes  Abgrenzungskriterium  stellt  die  Überschreitung  von  Lärmgrenzwerten  dar  (BGE  110  Ib  99  E.  1c);  ebenfalls  keine  Rolle  spielt,  ob  die  bereits  vorbestehende  Belastung  durch  die  strittige  Massnahme  grösser  wird,  gleich  bleibt  oder  gar  abnimmt  (BGE 124  II 293 E. 3b; Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes  A­1899/2006 vom 11. Februar 2010 E. 2.3). 2.4.  Die  Liegenschaften  der  Beschwerdeführerin  in  Trümmelbach  sind  gemäss  Vorinstanz  und  Beschwerdegegnerin  rund  1.4  Kilometer  vom 

A­6536/2010 Heliport  Lauterbrunnen  entfernt  und  befinden  sich  laut  der  für  diesen  massgebenden  Sichtanflug­  und  Abflugkarte  (VAC)  im  Bereich  der  An­  und  Abflugrouten.  Auch  wenn  die  VAC  eine  Anweisung  an  die  Piloten  enthält, unter anderem die Ortschaft Trümmelbach „möglichst“ zu meiden  und  bei  unumgänglichen Überflügen  eine Mindestüberflughöhe  von  200  m  einzuhalten,  ändert  dies  nichts  daran  und  wird  von  den  übrigen  Verfahrensbeteiligten  an  sich  auch  nicht  bestritten,  dass  der  durch  den  Flugverkehr vom und zum Heliport Lauterbrunnen verursachte Lärm auf  den  Liegenschaften  der  Beschwerdeführerin  in  Trümmelbach  deutlich  hörbar  ist.  Letztere  ist  demnach  –  ungeachtet  einer  allfälligen  Lärmzunahme – grundsätzlich berechtigt,  gegen den geplanten Neubau  einer  Flugplatzanlage  Einsprache  bzw.  Beschwerde  zu  erheben  (vgl.  auch BGE 104 Ib 307 E. 3b). 2.5.  Den  mit  dem  Plangenehmigungsgesuch  eingereichten  Unterlagen  und  Plänen  lässt  sich  entnehmen,  dass  die  Beigeladene  den  bereits  bestehenden  eingeschossigen  Bürotrakt  mit  einer  Bruttogeschossfläche  (BGF)  von  77.92  m2  durch  einen  zweigeschossigen  Neubau  (BGF:  161.76 m2)  ersetzen will,  in welchem  neben  (zusätzlichen)  Büroräumen  im Erdgeschoss neu ein Empfangsbereich  für die Fluggäste mit Toilette  und  im Obergeschoss ein Aufenthaltsraum  (ebenfalls mit  angegliederter  WC­Anlage)  vorgesehen  sind.  Zwar  ist  mit  diesem Neubau  noch  keine  Neuausrichtung  des  Heliports  Lauterbrunnen  verbunden.  Gleichwohl  ist  nicht  von  der  Hand  zu  weisen,  dass  eine  Verdoppelung  der  BGF,  insbesondere  aber  die  Schaffung  von  zusätzlichem  Raum  für  die  Abfertigung  der  Fluggäste  und  die  Vorbereitung  und  Organisation  der  Flüge, an sich geeignet ist, die Kapazität und damit die Lärmbelastung für  die Beschwerdeführerin zu erhöhen, bzw. eine gewisse Erweiterung des  Betriebes  grundsätzlich  ermöglicht.  Denn  für  die  Bejahung  der  Legitimation  muss  es  genügen,  wenn  zumindest  nicht  ausgeschlossen  werden  kann,  dass  die  Beschwerdeführerin  aus  der  angefochtenen  Verfügung (Lärm­) Belastungen hinzunehmen hat, während die Frage der  Zulässigkeit  der  Lärmeinwirkung  Gegenstand  der  materiellen  Prüfung  bleibt  (vgl.  auch  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichtes  A­1936/2006  vom 10. Dezember  2009 E. 3.3  und E. 3.4  sowie A­1985/2006  vom 14.  Februar 2008 E. 2.2; BGE 124 II 293 E. 3a). 2.6. Der Betrieb des Heliports Lauterbrunnen wurde 1973 aufgenommen,  der  Hangar  1973,  der  Bürotrakt  1974  (Beigeladene)  bzw.  1978  (Beschwerdegegnerin) erstellt und anschliessend mehrfach erweitert; es  ist  daher  aufgrund  einer  summarischen  Prüfung  von  einer 

A­6536/2010 sanierungsbedürftigen (Alt­) Anlage auszugehen, welche gemäss Art. 18  Abs. 1  USG  nur  umgebaut  oder  erweitert  werden  darf,  wenn  sie  gleichzeitig saniert wird. Im Bereich des Lärmschutzes sieht Art. 8 Abs. 1  der Lärmschutz­Verordnung  vom 15. Dezember 1986  (LSV, SR 814.41)  zudem vor, dass bei der Änderung einer bestehenden ortsfesten Anlage  die  Lärmemissionen  der  neuen  oder  geänderten  Anlageteile  nach  den  Anordnungen der Vollzugsbehörde soweit begrenzt werden müssen, als  dies  technisch  und  betrieblich  möglich  sowie  wirtschaftlich  tragbar  ist.  Wird  die  Anlage  wesentlich  geändert,  so müssen  gemäss  Art. 8  Abs. 2  LSV  die  Lärmemissionen  der  gesamten  Anlage  mindestens  soweit  begrenzt  werden,  dass  die  Immissionsgrenzwerte  nicht  überschritten  werden. Art.  8 Abs.  3  LSV  führt  präzisierend  aus,  dass  als wesentliche  Änderungen  ortsfester  Anlagen  Umbauten,  Erweiterungen  und  vom  Inhaber  der Anlage  verursachte Änderungen  des Betriebs  gelten, wenn  zu  erwarten  ist,  dass  die  Anlage  selbst  oder  die  Mehrbeanspruchung  bestehender  Verkehrsanlagen  wahrnehmbar  stärkere  Lärmimmissionen  erzeugen.  Gemäss  Rechtsprechung  des  Bundesgerichtes  ist  eine  Änderung grundsätzlich dann als wesentlich  im Sinne von Art.  8 Abs. 2  und  Abs.  3  LSV  einzustufen,  wenn  die  Anlage  dadurch  voraussehbar  mehr  Lärmemissionen  verursacht.  Dies  ist  jedoch  nicht  das  einzig  massgebliche  Kriterium,  kann  doch  eine  Änderung  auch  dann  als  wesentlich  bezeichnet  werden,  wenn  sie  keine  bedeutende  Lärmbelastung  nach  sich  zieht,  aber  beispielsweise  zu  einer  Kapazitätserweiterung  führt  (Urteil  des  Bundesgerichtes  1C_372/2009  vom  18. August  2010  E.  3.2  mit  weiteren  Hinweisen).  Nach  der  Lehre  reicht  es  sogar  aus,  dass  die  Änderungen  –  unabhängig  von  ihrem  Einfluss  auf  die  Emissionen  –  ein  erhebliches  Ausmass  annehmen,  indem  sie  entweder  die  Bausubstanz  stark  verändern  oder  erhebliche  Kosten  verursachen  (ANDRÉ  SCHRADE/HEIDI  WIESTNER,  in:  Kommentar  zum Umweltschutzgesetz, 2001, N. 17 und N. 22 zu Art. 18 USG; ADRIAN  WALPEN,  Bau  und  Betrieb  von  zivilen  Flughäfen:  Unter  besonderer  Berücksichtigung der Lärmproblematik  um den Flughafen Zürich, Zürich  2005, S. 274). 2.6.1. Das  Bundesgericht  hat  zwar  in  seinem  Urteil  1C_372/2009  vom  18. August 2010 E. 3.2 (Flugplatz Payerne) unter anderem die Errichtung  eines  Bürogebäudes  mit  einem  Betriebsrestaurant,  Unterkünften  und  Ruheräumen, eines Hangars sowie eines Rollfeldes als nicht wesentliche  Änderung einer Anlage eingestuft. Dieser Fall unterscheidet  sich  jedoch  erheblich  von  dem  hier  zu  beurteilenden,  da  die  (für  die  zivile  Nutzung  vorgesehenen)  neuen  Infrastrukturbauten  im  Vergleich  zu  den 

A­6536/2010 bestehenden militärischen Einrichtungen von untergeordneter Bedeutung  waren  und  im  Zeitpunkt  ihrer  Genehmigung  ein  SIL­Objektblatt  mit  gewissen Einschränkungen des zivilen Flugbetriebes, eine Vereinbarung  zwischen  der  Eidgenossenschaft  und  dem  Regionalverbund  Broye  als  zivilem  Flugplatzbetreiber  (mit  einer  Kontingentierung  der  Flugbewegungen)  sowie  ein  (ebenfalls  Flugbeschränkungen  enthaltendes)  Betriebsreglement  bestanden;  der  Flugplatzbetreiber  konnte  somit  von  der  mit  den  Neubauten  einhergehenden  Kapazitätserweiterung  solange  nicht  profitieren,  bis  das  mit  dem  Plangenehmigungsgesuch  gleichzeitig  eingereichte  (und  im  Urteilszeitpunkt  noch  nicht  abschliessend  behandelte)  Gesuch  um  Anpassung des Betriebsreglementes genehmigt wurde. Vorliegend sieht  das Betriebsreglement  vom 21./23. August 1973  (abgesehen von einem  Flugverbot  am  Eidgenössischen  Bettag)  keinerlei  Flugbeschränkungen  vor  und  auch  das  SIL­Objektblatt  ist  nach  wie  vor  ausstehend.  Selbst  wenn sich die Beigeladene auf freiwilliger Basis an gewisse Flugzeiten zu  halten  scheint,  ändert  dies  nichts  daran,  dass  sie  in  ihren  betrieblichen  Entscheidungen  grundsätzlich  frei  ist  und  durch  den  Neubau  des  Bürogebäudes  sowohl  faktisch  wie  auch  rechtlich  in  die  Lage  versetzt  wird,  die  Fluggastzahlen  und  mit  ihnen  die  Kapazitäten  jederzeit  zu  erhöhen.  Für  die  Begründung  der  Einsprachelegitimation  der  Beschwerdeführerin muss dies genügen. 2.6.2.  Aus  den  Unterlagen  und  Plänen  zum  Plangenehmigungsgesuch  geht  zudem hervor,  dass  der Heliport  Lauterbrunnen  hauptsächlich  aus  einem  Hangar,  dem  bestehenden  Büroanbau  sowie  einem  Start­  und  Landeplatz  besteht  und  sich  die  Kosten  für  den  Neubau  auf  ca.  Fr. 450'000.­  belaufen.  Ungeachtet  eines  allfälligen  Mehrverkehrs  ist  angesichts dieses doch erheblichen Eingriffs in die Bausubstanz und des  damit  verbundenen  finanziellen  Aufwands  wohl  von  einer  wesentlichen  Änderung  einer  bestehenden  (Alt­)  Anlage  im Sinne  von Art.  18 Abs.  1  USG  auszugehen  (zur  Beurteilung  einer  Flugplatzanlage  als  Gesamtanlage vgl. BGE 124  II 75 E. 7a; zur Anwendbarkeit von Art. 18  USG an sich vgl. auch E. 4.2 nachfolgend). Bestehen  jedoch gewichtige  Indizien  dafür,  dass  das  geplante  Bauvorhaben  eine  Sanierungspflicht  auslösen  kann,  hat  die  Beschwerdeführerin  ein  schützenswertes  Interesse daran, dass das Bauvorhaben nicht oder dann zumindest den  Umweltvorschriften entsprechend realisiert wird. 2.7.  Die  Erteilung  einer  luftfahrtrechtlichen  Plangenehmigung  setzt  voraus, dass das betreffende Projekt den Zielen und Vorgaben des SIL 

A­6536/2010 entspricht  (Art.  27d  Abs.  1  Bst.  a  der  Verordnung  vom  23.  November  1994  über  die  Infrastruktur  der  Luftfahrt  [VIL,  SR  748.131.1];  zum  grundsätzlichen Sachplanerfordernis vgl. auch Art. 37 Abs. 5 LFG). Das  Bundesgericht  hat  zwar  bereits  verschiedentlich  notwendige  Plangenehmigungen vor Abschluss des Sachplanverfahrens als zulässig  erachtet  (vgl. Urteil 1C_442/2008 vom 9. Juli 2009 E. 2.5.1 mit weiteren  Hinweisen). Wird nun aber der  strittige Büroneubau vor Erlass des SIL­ Objektblattes  für  den  Heliport  Lauterbrunnen  vorbehaltlos  genehmigt,  kann  –  entgegen  der  Auffassung  der  Vorinstanz  –  eine  gewisse  Präjudizierung  desselben  zumindest  in  betrieblicher  Hinsicht  nicht  ausgeschlossen  werden.  Denn  es  ist  kaum  anzunehmen,  dass  im  Rahmen der Erarbeitung des SIL­Objektblattes, welches  in verbindlicher  Weise insbesondere den Zweck, das beanspruchte Areal, die Grundzüge  der  Nutzung,  die  Erschliessung  sowie  die  Rahmenbedingungen  zum  Betrieb festlegen und die Auswirkungen auf Raum und Umwelt darstellen  wird  (Art.  3a  Abs. 2  VIL),  eine  Einschränkung  der  Nutzung  der  bereits  vorhandenen Infrastruktur angeordnet und die mit dem Büroneubau unter  Umständen  einhergehende  Kapazitätserweiterung  einfach  ausgeblendet  wird.  Kann  sich  die  Beschwerdeführerin  im  Rahmen  des  Plangenehmigungsverfahrens  nicht  gegen  das  Bauprojekt  zur  Wehr  setzen,  geht  sie  ihres  Rechtsschutzes  verlustig  und  kann  im  SIL­ Verfahren  angesichts  der  mit  einer  Gewährung  des  rechtlichen  Gehörs  nicht  vergleichbaren  Mitwirkungsrechte  sowie  des  fehlenden  Rechtsmittels  von  Privaten  gegen  Festlegungen  im  Objektblatt  (vgl.  BERNHARD  WALDMANN/PETER  HÄNNI,  Handkommentar  Raumplanungsgesetz, Bern 2006, N. 43 und N. 51 zu Art. 13 RPG) den  ihr allenfalls entstehenden Nachteil auch nicht mehr abwenden. Auch aus  diesem Grund hat sie ein schutzwürdiges  Interesse an einer materiellen  Prüfung ihrer Einsprache im vorinstanzlichen Verfahren. 3.  Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  die  Vorinstanz  auf  die  Einsprache  der  Beschwerdeführerin  hätte  eintreten  müssen.  Die  Beschwerde  ist  daher  –  soweit  darauf  einzutreten  ist  (vgl.  E. 1.3) –  gutzuheissen  und  die  Sache  zur  materiellen  Beurteilung  an  die  Vorinstanz zurückzuweisen. 4.  Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  sich  zwar  grundsätzlich  nicht  zur  Sache  selber  zu  äussern  (vgl.  bereits  E. 1.3  hiervor).  Dennoch 

A­6536/2010 rechtfertigen  sich  aus  prozessökonomischen  Gründen  folgende  Bemerkungen: 4.1. Liegt – wie anzunehmen ist (vgl. E. 2.6.2 hiervor) – eine wesentliche  Änderung  einer  bestehenden  (Alt­)  Anlage  vor,  so  müssen  die  Lärmemissionen  mindestens  soweit  begrenzt  werden,  dass  die  Immissionsgrenzwerte eingehalten werden (vgl. Art. 8 Abs. 2 LSV). Aber  selbst wenn diese Anforderung erfüllt ist, muss weiter geprüft werden, ob  die  Beigeladene  bzw.  die  Beschwerdegegnerin  die  Emissionen  im  Rahmen der Vorsorge  soweit  begrenzen,  als  dies  für  sie  technisch und  betrieblich möglich und wirtschaftlich  tragbar  ist  (vgl. Art.  8 Abs. 1  LSV,  Art.  11 Abs.  2 USG; SCHRADE/WIESTNER,  a.a.O., N. 43  zu Art. 16 USG;  ANDRÉ  SCHRADE/THEO  LORETAN,  in:  Kommentar  zum  Umweltschutzgesetz,  1998,  N. 19  f.  zu  Art. 11  USG;  ROBERT WOLF,  in:  Kommentar zum Umweltschutzgesetz, 2000, N. 43 zu Art. 25 USG). 4.2. Art. 25 USG gilt zwar nicht nur für die Errichtung neuer, vorher nicht  bestehender Anlagen,  sondern ebenso  für  bestehende Anlagen, welche  in  konstruktiver  oder  funktionaler  Beziehung  soweit  verändert  werden,  dass das, was  von der  bisherigen Anlage weiterbesteht,  von geringerer  Bedeutung erscheint als der erneuerte Teil, wobei für die Abgrenzung vor  allem  ökologische  Kriterien,  im  Speziellen  des  Lärmschutzes,  und  generell  die  dem Gesetz  zu Grunde  liegende  Zielsetzung  der  Vorsorge  massgeblich  sind  (Urteil  des  Bundesgerichtes  1C_544/2008  vom  27. August  2009  E. 8.1  mit  Hinweisen).  Nun  liegt  beim  Heliport  Lauterbrunnen  aber  die  Vermutung  nahe,  dass  die  bestehenden  Anlageteile  in  lärmmässiger Hinsicht  im Vergleich  zum Büroneubau von  übergeordneter  Bedeutung  sind,  so  dass  die  (Gesamt­) Anlage  nach  Art. 18 Abs. 1 USG zu beurteilen sein dürfte. 4.3. Art. 2 Abs. 1 Bst. a UVPV sieht vor, dass Änderungen bestehender  Anlagen,  welche  im  Anhang  der  UVPV  aufgeführt  sind,  der  Umweltverträglichkeitsprüfung  unterliegen,  wenn  die  Änderung  wesentliche Umbauten, Erweiterungen  oder Betriebsänderungen  betrifft.  Gemäss  der  bundesgerichtlichen Rechtsprechung  ist  eine  Änderung  im  Sinne  dieser  Bestimmung  dann  wesentlich,  wenn  die  der  Anlage  zuzurechnenden Umweltbelastungen eine ins Gewicht fallende Änderung  erfahren können, d.h. wenn diese dazu führt, dass entweder bestehende  Umweltbelastungen  verstärkt  werden  oder  gewichtige  Umweltbelastungen neu oder an neuer Stelle auftreten können (BGE 133  II 181 E. 6.2 mit Hinweisen). Der Heliport Lauterbrunnen  ist eine Anlage 

A­6536/2010 im Sinne von Ziff. 14.3 des Anhangs zur UVPV und der Büroneubau kann  durchaus  Auswirkungen  auf  die  Lärmbelastung  haben  (vgl.  E. 2.5  hiervor).  Unter  diesen  Umständen  ist  die  Durchführung  einer  Umweltverträglichkeitsprüfung in Erwägung zu ziehen. 5.  Die Kosten des Verfahrens vor dem Bundesverwaltungsgericht werden in  der Regel der unterliegenden Partei auferlegt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da  die Beschwerdeführerin mit  ihren Begehren weitgehend durchdringt, hat  sie keine Verfahrenskosten zu tragen; dies gilt trotz Unterliegens auch für  die Vorinstanz  (Art.  63 Abs.  2 VwVG). Die  je mit  eigenen Anträgen  am  Verfahren  teilnehmenden  und  unterliegenden  Beigeladene  und  Beschwerdegegnerin  haben  daher  die Verfahrenskosten  von Fr.  4'000.­  je  hälftig  und  unter  solidarischer  Haftung  zu  übernehmen  (Art.  6a  des  Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen  vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 6.  Im Beschwerdeverfahren obsiegende Parteien haben Anspruch auf eine  Parteientschädigung  für  die  ihnen  erwachsenen  notwendigen  und  verhältnismässig  hohen  Kosten  (Art. 7  Abs. 1  und  Abs.  4  VGKE).  Die  Parteientschädigung  wird  der  Körperschaft  oder  autonomen  Anstalt  auferlegt,  in  deren  Namen  die  Vorinstanz  verfügt  hat,  soweit  sie  nicht  einer unterliegenden Gegenpartei auferlegt werden kann (Art. 64 Abs. 2  VwVG).  Die  obsiegende  und  anwaltlich  vertretene  Beschwerdeführerin  hat Anspruch auf eine (von Amtes wegen festzusetzende) Entschädigung  von Fr. 5'000.­  (inkl. Auslagen und MwSt.). Dieser Betrag  ist  ihr von der  Beschwerdegegnerin und der Beigeladenen, welche je mit selbständigen  Begehren  am  Verfahren  teilgenommen  haben  (Art. 64  Abs. 3  VwVG),  unter  solidarischer  Haftung  und  zu  gleichen  Teilen  (je  Fr. 2'500.­)  zu  vergüten (Art. 7 Abs. 5 i.V.m. Art. 6a VGKE). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf einzutreten ist, und die  Sache  wird  zur  materiellen  Beurteilung  an  die  Vorinstanz  zurückgewiesen. 2.  Der  Beigeladenen  und  der  Beschwerdegegnerin  werden  Verfahrenskosten  in  der  Höhe  von  je  Fr. 2'000.­  auferlegt,  unter 

A­6536/2010 solidarischer Haftbarkeit für den anderen Teil. Dieser Betrag ist innert 30  Tagen nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zu Gunsten  der  Gerichtskasse  zu  überweisen.  Die  Zustellung  des  Einzahlungsscheins erfolgt mit separater Post. 3.  Der Beschwerdeführerin wird der von ihr geleistete Kostenvorschuss von  Fr. 4'000.­  nach  Eintritt  der  Rechtskraft  des  vorliegenden  Urteils  zurückerstattet. Hierzu hat sie dem Bundesverwaltungsgericht ihre Bank­  oder Postverbindung anzugeben. 4.  Der  Beschwerdeführerin  wird  eine  Parteientschädigung  von  Fr.  5'000.­  (inkl.  Auslagen  und  MwSt.)  zugesprochen,  wovon  die  Beschwerdegegnerin und die Beigeladene  je Fr. 2'500.­ zu übernehmen  haben, unter solidarischer Haftbarkeit für den anderen Teil.

A­6536/2010 5.  Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Beschwerdegegnerin (Gerichtsurkunde) – die Beigeladene (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Einschreiben) – das GS UVEK (Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Christoph Bandli Lars Birgelen Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000 Lausanne 14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]).  Die  Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren,  deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu  enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit  sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:

A-6536/2010 — Bundesverwaltungsgericht 23.08.2011 A-6536/2010 — Swissrulings