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Bundesverwaltungsgericht 16.08.2011 A-6240/2010

16 août 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,545 mots·~13 min·2

Résumé

Bahninfrastruktur | Eisenbahnrechtliche Plangenehmigung, Bahnhof X._______, Stellwerkersatz

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung I A­6240/2010 Urteil   v om   1 6 .   Augus t   2011 Besetzung Richterin Marianne Ryter Sauvant (Vorsitz), Richter Alain Chablais,  Richterin Claudia Pasqualetto Péquignot,    Gerichtsschreiber Stephan Metzger. Parteien A._______ AG,  vertreten durch Rechtsanwalt Jean­Pierre Gallati,  Gallati Käch Rechtsanwälte, Bahnhofstrasse 3,  Postfach 112, 8965 Berikon 1, Beschwerdeführerin,  gegen Schweizerische Bundesbahnen SBB,  Beschwerdegegnerin,  Bundesamt für Verkehr BAV,  Vorinstanz.  Gegenstand Plangenehmigung, Bahnhof X._______, Stellwerkersatz  Kanton Aargau.

A­6240/2010 Sachverhalt: A.  Mit  Eingabe  vom  21.  September  2009  ersuchten  die  Schweizerischen  Bundesbahnen  (SBB)  das  Bundesamt  für  Verkehr  (BAV)  um  Genehmigung des Bauvorhabens betreffend den Ersatz des bestehenden  Stellwerks Do55m im Bahnhof X._______ durch ein neues elektronisches  Stellwerk  des  Typs  SIMIS  W  mit  gesicherten  Rangierfahrtstrassen  im  ordentlichen eisenbahnrechtlichen Plangenehmigungsverfahren. B.  Während der Planauflage  reichte  unter  anderem die A._______ AG mit  Eingabe vom 22. Januar 2010 Einsprache ein. Das BAV genehmigte das  Bauvorhaben mit Plangenehmigung vom 29. Juli 2010. Gleichzeitig wies  es  die  dagegen erhobene Einsprache  der A._______ AG ab,  soweit  es  darauf eintrat. C.  Gegen  diesen  Entscheid  gelangt  die  A._______  AG  (Beschwerdeführerin)  mit  Beschwerde  vom  1.  September  2010  an  das  Bundesverwaltungsgericht  und  beantragt  die  Aufhebung  der  Plangenehmigung  für den Bereich Bahnhof X._______ und den Bereich  der  Einfahrsignale  A617,  A717  sowie  der  ersten  Weiche  bei  km  (…).  Eventualiter  seien  geeignete  Auflagen  anzuordnen,  um  ihr  Eigentum  (Grundbuch  Y._______)  vor  übermässigen  Immissionen,  die  von  der  Bautätigkeit  ausgehen,  zu  schützen,  subeventualiter  sei  das  Enteignungsverfahren einzuleiten.  Zur  Begründung  bringt  die  Beschwerdeführerin  im  Wesentlichen  vor,  nicht gewillt zu sein, die während der Bauphase entstehenden Lärm­ und  sonstigen  Immissionen  hinzunehmen,  weshalb  die  Bauherrschaft  zu  verpflichten  sei,  die  Immissionen  auf  das  absolute  Minimum  zu  beschränken.  Zudem  sei  diese  zu  verpflichten,  detailliert  über  die  zu  erwartenden Immissionen zu orientieren und einen Zeitplan einzureichen,  damit  die  geeigneten  Massnahmen  getroffen  werden  könnten.  Weiter  seien  die  "Lärmtage"  und  die  Zeitfenster  für  die  immissionsträchtigen  Arbeiten  mit  geeigneten  Auflagen  zu  regeln.  Die  Beschwerdeführerin  beharrt sodann auf der Einhaltung sämtlicher Sicherheitsvorschriften und  beantragt  deshalb  die Aufhebung der  erteilten Ausnahmebewilligung  für  die Unterschreitung der Minimaldistanz zwischen Einfahrsignal und erster  Weiche.  In  Bezug  auf  die  enteignungsrechtlichen  Aspekte  verweist  sie  auf  die  Enteignung  des  nachbarrechtlichen  Abwehranspruchs  gemäss 

A­6240/2010 Art.  679  und  684  des  Schweizerischen  Zivilgesetzbuches  vom  10.  Dezember 1907 (ZGB, SR 210). D.  In  ihrer Beschwerdeantwort  vom 14. Oktober 2010 beantragen die SBB  (Beschwerdegegnerin)  die  Abweisung  der  Beschwerde,  soweit  darauf  einzutreten sei, und ersuchen in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Entzug  der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde. Die Beschwerdegegnerin  legt  die  Bedeutung  des  Bahnhofs  X._______  für  ihr  gesamtes  Schienennetz dar und weist auf den aus Sicherheitsgründen notwendigen  Ersatz  der  Stellwerkanlage  hin. Wegen  des  bereits  kritischen  Zustands  erweise sich das Projekt als zeitlich dringend, denn monatlich steige das  Risiko  einer  Störung  und  damit  auch  des  Restrisiko  einer  Zugsgefährdung.  Die  Beschwerdeführerin  werde  von  den  Arbeiten  des  Projekts  nicht  mehr  betroffen  als  vom  Bahnbetrieb  und  dem  damit  zusammenhängenden  ordentlichen  Unterhalt.  Von  übermässigen  Immissionen könne keine Rede sein. Eine Abwägung der Interessen der  Beschwerdeführerin  gegenüber  denjenigen  der  Beschwerdegegnerin  resp. der Benutzer des öffentlichen Verkehrs  falle eindeutig zu Gunsten  der  Beschwerdegegnerin  aus.  Da  die  Auswirkungen  einer  Realisierungsverzögerung  gross  seien,  sei  der  Beschwerde  die  aufschiebende Wirkung zu entziehen. E.  Das  BAV  (Vorinstanz)  beantragt  in  seiner  Vernehmlassung  vom  22.  Oktober  2010  ebenfalls,  die  Beschwerde  sei  abzuweisen.  Zur  Begründung  verweist  es  im  Wesentlichen  auf  die  angefochtene  Plangenehmigungsverfügung.  In  Bezug  auf  das  Gesuch  der  Beschwerdegegnerin  um  Entzug  der  aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde  befürwortet  es  gestützt  auf  die  Interessenabwägung  in  der  Plangenehmigung  und  aufgrund  des  Sicherheitsrisikos  die  Gutheissung  des Gesuchs. F.  Am  29.  Oktober  2010  nahm  die  Beschwerdeführerin  Stellung  zum  Gesuch  um  Entzug  der  aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde  und  beantragte  dessen  Abweisung.  Sie  begründete  ihren  Antrag  insbesondere  mit  der  fehlenden  Dringlichkeit  der  Erneuerung  des  Stellwerks.

A­6240/2010 G.  Mit  Zwischenverfügung  vom  5.  November  2010  wies  das  Bundesverwaltungsgericht das Gesuch der Beschwerdegegnerin vom 14.  Oktober  2010  um Entzug  der  aufschiebenden Wirkung  ab  und  gab  der  Beschwerdeführerin  Gelegenheit,  bis  zum  25.  November  2010  allfällige  Bemerkungen und Beweismittel einzureichen. H.  Mit Schreiben  vom 25. November  2010  hält  die Beschwerdeführerin  an  ihren  Anträgen  fest.  Sie  präzisiert  ihren  Antrag  betreffend  die  Transparenz  der  Bauplanung  hinsichtlich  der  Lärmimmissionen  dahingehend,  dass  sie  nicht  die  Bekanntgabe  von  einzelnen Daten,  an  welchen  lärmintensive Arbeiten  durchgeführt werden,  verlange,  sondern  lediglich die Bekanntgabe eines verbindlichen Zeitplans, auf welchem die  "Lärmtage" bzw. deren Abfolge klar ersichtlich seien. Im Weiteren betont  die Beschwerdeführerin hinsichtlich  ihres Antrags, die Plangenehmigung  sei  im Bereich der Signale A617 und A717 sowie der ersten Weiche bei  km (…) aufzuheben,  ihre Ansicht, öffentlich­rechtliche Bestimmungen für  den Bahnbetrieb – insbesondere Sicherheitsbestimmungen – müssten im  Beschwerdeverfahren  unabhängig  von  der  Frage  der  unmittelbaren  Betroffenheit  der  Beschwerdeführerin  durch  die  betreffende  Sicherheitsnorm überprüft werden können. I.  Auf weitergehende Ausführungen der Parteien und die sich bei den Akten  befindlichen Schriftstücke wird –  sofern entscheidrelevant  –  im Rahmen  der nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  Das  Bundesverwaltungsgericht  prüft  von  Amtes  wegen,  ob  es  zur  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  zuständig  ist  sowie  ob  die  weiteren Eintretensvoraussetzungen erfüllt sind. 1.1. Gemäss Art.  31  des Bundesgesetzes  vom 17.  Juni  2005  über  das  Bundesverwaltungsgericht  (VGG,  SR  173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5  des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021).  Als  Verfügungen  gelten 

A­6240/2010 Anordnungen der Behörden  im Einzelfall, die sich auf öffentliches Recht  des Bundes stützen und unter anderem die Abweisung von Begehren auf  Begründung, Änderung, Aufhebung oder Feststellung von Rechten oder  Pflichten,  oder  Nichteintreten  auf  solche  Begehren  zum  Gegenstand  haben  (Art.  5  Abs.  1  lit.  c  VwVG).  Das  BAV  ist  eine  Vorinstanz  nach  Art. 33 lit. d  VGG.  Es  entschied  über  das  Gesuch  der  Beschwerdegegnerin  vom  21.  September  2009  im  Plangenehmigungsverfahren nach Art. 18 ff. des Eisenbahngesetzes vom  20. Dezember 1957 (EBG, SR 742.101) mittels Verfügung  im Sinne des  VwVG. Eine Ausnahme, was das Sachgebiet angeht,  ist nicht ersichtlich  (Art. 32 VGG). Demnach ist das Bundesverwaltungsgericht grundsätzlich  zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig.  1.2.  Art.  48  Abs.  1  VwVG  umschreibt  mit  Blick  auf  die  allgemeine  Beschwerdebefugnis  drei  Voraussetzungen,  die  kumulativ  erfüllt  sein  müssen. Danach ist zur Beschwerde berechtigt, wer am vorinstanzlichen  Verfahren  teilgenommen  hat  oder  keine  Möglichkeit  zur  Teilnahme  erhalten hat (lit. a), durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist  (lit.  b)  und  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  oder  Änderung  hat  (lit.  c).  Das  Bundesverwaltungsgericht  wendet  bei  der  Prüfung der Beschwerdelegitimation das Recht von Amtes wegen an und  ist dabei nicht an die Vorbringen der Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4  VwVG). 1.2.1.  Die  Beschwerdeführerin  hat  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen  (Art.  48  Abs.  1  lit.  a  VwVG).  Als  Eigentümerin  der  unmittelbar  an  die  im  Eigentum  der  Beschwerdegegnerin  stehenden  Parzellen  GB  Y._______  angrenzenden  Parzelle  GB  Z._______  ist  die  Beschwerdeführerin  durch  die  angefochtene  Verfügung  unmittelbar  betroffen  (Art.  48 Abs.  1  lit.  b VwVG). Das durch  sie  geltend gemachte  private  Interesse  an  deren  Aufhebung  oder  Änderung  zum  Schutz  vor  den  durch  Bauarbeiten  auf  den  Nachbargrundstücken  entstehenden  Immissionen  stellt  grundsätzlich  ein  schutzwürdiges  Interesse  i.S.  von  Art.  48  Abs.  1  lit.  c  VwVG  dar.  Die  Beschwerdeführerin  ist  daher  grundsätzlich zur Beschwerde legitimiert.  1.2.2.  In  ihrer  während  der  öffentlichen  Planauflage  erhobenen  Einsprache  vom  22.  Januar  2010  machte  die  Beschwerdeführerin  geltend,  das  Baugesuch  sei  abzuweisen  und  begründete  dies  unter  anderem  mit  Sicherheitsbedenken  betreffend  den  Bahnbetrieb.  Diese  gründen  auf  einer  Ausnahmebewilligung,  welche  eine  Verringerung  der 

A­6240/2010 Signaldistanz der Einfahrsignale A617 sowie A717 und der ersten Weiche  genehmigt.  In  diesem  Punkt  trat  die  Vorinstanz  mit  Plangenehmigungsverfügung vom 29. Juli 2010 auf die Einsprache nicht  ein  und  begründete  ihren  Entscheid  damit,  dass  die  Ausnahmebewilligung  aufgrund  betrieblicher  Gegebenheiten  der  SBB  erteilt  worden  sei,  ohne  die  Sicherheit  zu  betreffen  und  dass  dadurch  keine  schutzwürdigen  Interessen  der  Einsprecherin  (vorliegend  die  Beschwerdeführerin) berührt oder verletzt seien, weshalb es Letzterer  in  diesem Punkt an der erforderlichen Legitimation fehle. 1.2.3.  Das  Nichteintreten  der  Vorinstanz  in  diesem  Punkt  stellt  eine  (negative) Verfügung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 lit. c VwVG dar, welche  als  verbindlicher  Prozessentscheid  mit  entsprechenden  ordentlichen  Rechtsmitteln  angefochten  werden  kann  (vgl.  MARKUS  MÜLLER,  in:  CHRISTOPH  AUER/MARKUS  MÜLLER/BENJAMIN  SCHINDLER  [Hrsg.],  Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren  [VwVG],  Zürich 2008, Rz. 59 f. zu Art. 5 VwVG). 1.3.  Der  Streitgegenstand  im  eisenbahnrechtlichen  Plangenehmigungs­ verfahren bestimmt sich aufgrund der im Rahmen des Einspracheverfah­ rens gestellten Begehren; er darf im Anschluss an den Einsprache­ bzw.  Plangenehmigungsentscheid nicht mehr erweitert werden (BGE 133 II 30  E.  2.1  ff.).  Gegenstand  des  Beschwerdeverfahrens  kann  nur  sein,  was  bereits Gegenstand des erstinstanzlichen Verfahrens war oder nach rich­ tiger Gesetzesauslegung hätte sein sollen.  Die von der Beschwerdeführerin vor Bundesverwaltungsgericht gestellten  Begehren  bildeten  bereits  Gegenstand  des  vorinstanzlichen  Plangenehmigungsverfahrens,  in  welchem  sie  mit  ihrer  Einsprache  in  entsprechendem  Umfang  unterlegen  war  resp.  die  Begehren  aufgrund  von  Nichteintretensentscheiden  keiner  materiellen  Beurteilung  unterzogen wurden (vgl. E. 4). 1.4.  Auf  die  frist­  und  formgerecht  erhobene  Beschwerde  ist  daher  einzutreten (Art. 50 Abs. 1 und 52 VwVG). 2.  Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf  Verletzungen  von  Bundesrecht,  einschliesslich  Überschreitung  oder  Missbrauch  des  Ermessens,  die  richtige  und  vollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  ihre  Angemessenheit  hin  und 

A­6240/2010 entscheidet  grundsätzlich  mit  uneingeschränkter  Kognition  (Art.  49  VwVG).  Es  auferlegt  sich  allerdings  dann  eine  gewisse  Zurückhaltung,  wenn unter anderem technische Fragen zu beurteilen sind und wenn der  Entscheid  der  Vorinstanz  mit  Amtsberichten  bzw.  Stellungnahmen  der  Fachstellen  des  Bundes  übereinstimmt.  Sachkundige  Auskünfte  einer  Amtsstelle werden nur dann inhaltlich überprüft und es wird nur dann von  ihnen  abgewichen,  wenn  dafür  stichhaltige  Gründe,  also  etwa  offensichtliche  Mängel  oder  innere  Widersprüche,  gegeben  sind  (RENÉ  RHINOW/HEINRICH  KOLLER/CHRISTINA  KISS/DANIELA  THURNHERR/DENISE  BRÜHL­MOSER,  Öffentliches  Prozessrecht,  Grundlagen  und  Bundesrechtspflege,  2.  Aufl.,  Basel  2010,  Rz.  1130  f.;  ULRICH  HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX  UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  6. Auflage, Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 446c f.; BENJAMIN SCHINDLER,  in:  CHRISTOPH  AUER/MARKUS  MÜLLER/BENJAMIN  SCHINDLER  [Hrsg.],  a.a.O.,  Rz.  9  ff.  zu  Art.  49  VwVG;  BGE  133  II  35  E.  3;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­6594/2010  vom  29. April  2011  E. 2).  Allerdings  muss  sichergestellt  sein,  dass  das  Gericht  auch  Verwaltungsentscheide,  die  überwiegend  auf  Ermessen  beruhen,  wirksam überprüfen  kann  (Urteil  des Bundesgerichts  1C_309/2007  vom  29. Oktober 2008 E. 2.1.1 mit Hinweisen). Es ist ohne weiteres zulässig,  bei  der Prüfung  naturwissenschaftlicher  und  technischer  Fragen  auf  die  Berichte  und  Stellungnahmen  der  vom  Gesetzgeber  beigegebenen  sachkundigen  Instanzen  abzustellen.  Ergänzende Beweiserhebungen  in  Form  von Expertisen  sind  denn  auch  nur  ausnahmsweise  und  nur  dort  vorzunehmen, wo die Klärung der umstrittenen Sachverhaltsfrage für die  rechtliche  Beurteilung  unabdingbar  ist  (Urteil  des  Bundesgerichts  1E.1/2006  vom  2.  Juli  2008  E.  15.5.1;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts A­486/2009 vom 4. November 2009 E. 5 und  A­5306/2009 vom 26. Juni 2009 E. 1.4). 3.  In  erster  Linie  richtet  sich  die  Beschwerdeführerin  in  ihrer  Beschwerde  vom 1. September 2010 hinsichtlich der geplanten Bautätigkeit gegen die  mit der Erneuerung des Stellwerks  im Bahnhof X._______ verbundenen  Immissionen.  Sie  beantragt  diesbezüglich,  es  sei  mit  Bezug  auf  den  Bahnhof  X._______  die  Plangenehmigung  aufzuheben.  Sie  begründet  ihren Antrag damit, dass die Erneuerung des Stellwerkes mit erheblichen  Immissionen (Lärm, Staub, Erschütterungen) auf ihr Eigentum verbunden  sei  und  macht  im  Weiteren  geltend,  sie  werde  sich  im  Falle  von  übermässigen Immissionen mit Mietzinsreduktionsforderungen der Mieter  konfrontiert  sehen.  Aus  diesem  Grunde  sei  die  Bauherrschaft  zu 

A­6240/2010 verpflichten,  die  Immissionen  auf  das  Grundstück  der  Beschwerdeführerin auf ein absolutes Minimum zu beschränken, und um  ihrer zivilrechtlichen Schadenminderungspflicht nachkommen zu können,  benötige sie einen Zeitplan, aus welchem die  lärmintensiven Tätigkeiten  hervorgingen. Die "Lärmtage" und die Zeitfenster für immissionsträchtige  Arbeiten seien durch geeignete Auflagen zu regeln. 3.1.  Die  Beschwerdegegnerin  führt  in  ihrer  Vernehmlassung  vom  14.  Oktober 2010 aus, dass der Bahnhof X._______ von grösster Wichtigkeit  für den überregionalen Bahnverkehr (S­Bahn Zürich, IR/IC­Verbindungen  Zürich  –  Baden  –  Basel  und  Zürich  –  Baden  –  Olten  –  Bern  sowie  Güterverkehr  im  Korridor  Basel  –  Bözberg  –  Baden  –  Rangierbahnhof  Limmattal)  sei  und pro Tag bis  zu 431 Zugsbewegungen  zu bewältigen  habe. Auch aufgrund der zentralen Lage im SBB­Netz und der schlechten  Umfahrungsmöglichkeit  sei  X._______  von  grösster  Wichtigkeit  und  es  würden  deshalb  innerhalb  der  SBB  höchste  Anforderungen  an  die  Verfügbarkeit  und  Zuverlässigkeit  der  Anlagen  in  X._______  gestellt.  Weiter  führt  die  Beschwerdegegnerin  aus,  dass  die  gegenwärtig  bestehende Sicherungsanlage des Typs Domino 55 aus dem Jahre 1960  trotz mehrfacher Anpassungen in den letzten 10 Jahren an ihre Grenzen  stossen  würde.  Auch  seien  Schäden  an  der  Verdrahtung  der  Stellwerkanlagen festgestellt worden, was bei Erschütterungen zu einem  Fehlverhalten  der  Sicherungsanlage,  im  schlechtesten  Fall  zu  einer  Gefährdung  führen  könne.  Aus  diesem Grund  sei  auch  ein  Änderungs­  und  Bewegungsverbot  verfügt  worden.  Die  getroffenen  Massnahmen  würden  zwar  die  Sicherheit  des  Betriebes  gewährleisten,  doch  seien  Unterhaltsarbeiten  und  Störungsbehebungen  während  des  Betriebs  nur  erschwert oder gar nicht möglich.  In  Bezug  auf  die  mit  der  Erneuerung  verbundenen  Lärmemissionen  macht  die  Beschwerdegegnerin  geltend,  es  würden  nur  die  mit  dem  Stellwerkersatz  in  direktem  Zusammenhang  stehenden  und  zur  Anlagenanpassung  notwendigen  Arbeiten  ausgeführt.  Es  handle  sich  dabei  weitgehend  um  Arbeiten,  welche  als  nicht­lärmintensiv  zu  bezeichnen  seien,  welche  insofern,  als  es  sich  um  Aussenarbeiten  handle, nur  für kurze Zeit am selben Ort durchgeführt würden. So seien  die  in  der  Nähe  der  Liegenschaft  der  Beschwerdeführerin  durchzuführenden  –  meist  kleineren  –  Arbeiten  jeweils  innert  Stunden,  maximal  einem  Tag,  abgeschlossen.  Ausserdem  macht  die  Beschwerdegegnerin  geltend,  dass  die  Beschwerdeführerin  durch  die  antizipierten  Lärmemissionen  nicht  mehr  betroffen  sein  werde  als  vom 

A­6240/2010 Bahnbetrieb  und  dem  damit  zusammenhängenden  ordentlichen  Unterhalt. 3.2. Das Umweltschutzgesetz  vom 7. Oktober  1983  (USG, SR 814.01),  das  u.a.  bezweckt,  den  Menschen  vor  schädlichen  oder  lästigen  Einwirkungen  zu  schützen  (Art.  1  Abs.  1  USG),  sieht  vor,  dass  Emissionen wie Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen durch  Massnahmen bei der Quelle begrenzt werden (Art. 11 Abs. 1 USG). Auf  die  Umweltschutzgesetzgebung  stützt  sich  die  Lärmschutz­Verordnung  vom  15.  Dezember  1986  (LSV,  SR  814.41),  welche  detailliertere  Ausführungsbestimmungen zur Begrenzung von Emissionen festhält und  u.a.  in  Art.  6  LSV  die  Grundlage  für  den  Erlass  von  Richtlinien  über  bauliche  und  betriebliche  Massnahmen  zur  Begrenzung  des  Baulärms  durch das Bundesamt  für Umwelt  (BAFU) bereithält. Mit dem Erlass der  Baulärm­Richtlinie hat das BAFU diesen Auftrag erfüllt.  3.3. Das Projekt der Beschwerdegegnerin wurde durch das BAV im Zuge  eines  ordentlichen  Plangenehmigungsverfahrens  gemäss  Art.  18b  ff.  EBG geprüft und mit Verfügung vom 29. Juli 2010 genehmigt. Teil dieser  Genehmigung  war  auch  die  Prüfung  eines  Umweltberichtes,  der  mit  Datum vom 15. Juli 2009 durch die Beschwerdegegnerin erstellt wurde.  In  diesem Bericht wird  dargelegt  (Ziff.  2.1.2.  und 2.2.  sowie Anhänge 1  und  2),  dass  die  Beschwerdegegnerin  die  Umweltgesetzgebung  des  Bundes,  insbesondere die LSV, die Baulärm­Richtlinie des BAFU sowie  die  Luftreinhalte­Verordnung  vom  16.  Dezember  1985  (LRV,  SR  814.318.142.1),  respektiert.  Im  Weiteren  wird  ein  Massnahmenkatalog  aufgeführt,  zu  dessen  Einhaltung  sich  die  Beschwerdegegnerin  verpflichtet.  Das  BAV  kam  im  Plangenehmigungsverfahren  –  unter  anderem aufgrund der Stellungnahme des BAFU vom 23. Februar 2010,  in  welcher  sich  das  Bundesamt  in  demselben  Sinne  äusserte  –  zum  Schluss,  dass  diese  Massnahmen  dem  Lärmschutz  sowie  der  Luftreinhaltung  ausreichend  Rechnung  tragen  und  dass  die  massgeblichen  Vorgaben  des  Umweltschutzes,  insbesondere  des  Lärmschutzes,  während  der  Bauphase  eingehalten  werden.  Diese  Auffassung  bestätigt  auch  das  BAFU  in  seiner  Stellungnahme  vom  22.  Oktober  2010  und  bekräftigt,  dass  die  im  Umweltbericht  der  Beschwerdegegnerin  aufgeführten  Massnahmen  zur  Begrenzung  der  durch  die  Bauarbeiten  entstehenden  Emissionen  aufgrund  der  Plangenehmigung zwingend umzusetzen seien.

A­6240/2010 3.4.  Die  Beschwerdegegnerin  macht  in  ihrer  Beschwerdeantwort  vom  14. Oktober  2010 weitere Ausführungen  zur Bautätigkeit  und  den  damit  verbundenen  Immissionen.  Insbesondere  führt  sie detailliert  auf, welche  Arbeiten  im  Zuge  der  Erneuerung  des  Stellwerks  anfallen  und  mit  welchen Mitteln  diese  ausgeführt  werden.  Die  Arbeiten  können  grob  in  drei Kategorien eingeteilt werden:  a.  Arbeiten,  welche  von  der  Beschwerdeführerin  höchstwahrscheinlich  überhaupt  nicht  wahrgenommen  werden  oder  aufgrund  ihres  Ausführungsortes  mit  sehr  geringen  –  und  damit  kaum  wahrnehmbaren  –  Immissionen  verbunden  sind.  Dazu  zählen  die  Arbeiten  zum  Um­  und  Ausbau  des  Technikraums  im  3.  UG  des  Bahnhofparkings, der Einbau des Stellwerks in den Technikraum, das  Einziehen der Kabel sowie die Anpassung der Fahrleitung.  b.  Arbeiten  welche  mit  mässigen  Lärmemissionen  verbunden  sind,  die  hauptsächlich  auf  den  Einsatz  eines  Kleinbaggers  oder  Benzinaggregates  zurückzuführen  sind.  Hierzu  sind  ein  Teil  der  Kabelarbeiten,  der  Einbau  der  Achszähler,  sowie  der  Aushub  von  Fundamenten  zugunsten  der  Signalanlagen  zu  rechnen.  Diese  Arbeiten  dürften  kaum  wahrgenommen  werden  oder  liegen  im  Rahmen der normalen Betriebsemissionen des Bahnverkehrs und der  damit verbundenen Unterhaltsarbeiten. c.  Arbeiten  im  Zusammenhang  mit  dem  Ausbau  der  Fahrbahn.  Dabei  handelt es sich um die lärmintensivsten Arbeiten, welche sich auch auf  den Einbau einer neuen Weiche und die Schotterreinigung beziehen.  Diese Arbeiten werden in einer Distanz von ca. 300m zur Liegenschaft  der  Beschwerdeführerin  während  einer  Nacht  oder  am Wochenende  durchgeführt und dürften danach abgeschlossen sein. 14 Tage später  wird  noch  einmal  während  2­3  Stunden  lärmintensiv  an  der  Weiche  gearbeitet,  wobei  sich  die  Arbeiten  jedoch  auch  in  diesem  Fall  nicht  von  Arbeiten  unterscheiden,  welche  zum  ordentlichen  Unterhalt  von  Bahnanlagen zählen. Diese  Aufstellung  belegt,  dass  sich  die  allenfalls  im  Bereich  der  Liegenschaft  der  Beschwerdeführerin  wahrnehmbaren  Emissionen  auf  Arbeiten  beschränken,  welche  mit  dem  ordentlichen  Unterhalt  von  Bahnanlagen  einhergehen  oder  deren  Emissionsintensität  nicht  übersteigen. Zudem ist die lärmintensivste Arbeit während einer einzigen  Nacht  oder  am Wochenende  geplant,  findet  also  zu  einer  Zeit  statt,  zu 

A­6240/2010 welcher  die  Mieter  der  Gewerbeliegenschaft  der  Beschwerdeführerin –  wenn überhaupt – nur marginal betroffen wären und dauert obendrein nur  einige wenige Stunden.  3.5.  Es  ist  somit  festzuhalten,  dass  die  Plangenehmigung  die  massgeblichen Richtlinien der Umweltschutzgesetzgebung, insbesondere  die  Baulärm­Richtlinie  des  BAFU  berücksichtigt  und  dass  diese  beim  Projekt  der  Beschwerdegegnerin  eingehalten  sind.  Im  Weiteren  ist  erstellt, dass die Liegenschaft der Beschwerdeführerin durch die von den  Bauarbeiten  verursachten  Emissionen  nur  wenig  betroffen  wird.  Die  diesbezüglichen  Rügen  der  Beschwerdeführerin  sind  deshalb  abzuweisen.  Es  sind  auch  keine  weiteren  Auflagen  zu  machen  (vgl.  Eventualbegehren,  wonach  die  Beschwerdeführerin  sinngemäss  beantragt,  es  seien  geeignete  Auflagen  anzuordnen,  um  ihr  Eigentum  [GB Y._______]  vor  übermässigen  Immissionen  zu  schützen),  hat  doch  die  Beschwerdegegnerin  der  Plangenehmigung  einen  Massnahmenkatalog  zu  Grunde  gelegt,  den  sie  gezwungen  ist,  einzuhalten  (vgl.  E.  3.3).  Diese Massnahmen werden  in  Anbetracht  der  geplanten  und  zu  erwartenden  Immissionen  als  ausreichend  erachtet,  zumal  diese  Immissionen  nicht  als  übermässig  bezeichnet  werden  können. Überdies hat, wer sich in der Nähe einer Bahnanlage niederlässt,  Lärmemissionen,  wie  sie  vom  normalen  Betrieb  oder  ordentlichen  Unterhalt verursacht werden, zu dulden (vgl. BGE 134 II 164 E. 8.1 f. und  8.4;  BGE  134  III  248  E  5.2;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­ 1923/2008 vom 26. Mai 2009 E. 4.2). 3.6. Die Beschwerdeführerin beantragt  im Weiteren die Erstellung eines  Planes,  aus  welchem  die  "Lärmtage"  und  die  damit  verbundenen  Immissionen ersichtlich seien.  Mit  der  in  der  Beschwerdeantwort  vom  14.  Oktober  2010  erstellten  ausführlichen  Aufstellung  über  die  Art  und  Dauer  der  auszuführenden  Arbeiten  ist  die  Beschwerdegegnerin  dem  Begehren  der  Beschwerdeführerin  nach  einem  detaillierten  Zeitplan  nachgekommen.  Diesbezüglich  muss  die  Darstellung  den  Bedürfnissen  der  Beschwerdeführerin  genügen,  hätte  doch  eine  weitergehende  Detaillierung für die Beschwerdeführerin keinen erkennbaren Nutzen und  wäre  somit  weder  verhältnismässig  noch  zumutbar,  zumal  die  zu  erwartenden  Immissionen  nicht  als  übermässig  zu  beurteilen  sind.  Die  Beschwerde ist auch in diesem Punkt abzuweisen.

A­6240/2010 4.  4.1. Die  Beschwerdeführerin  beantragt  überdies,  die  Plangenehmigung  vom 29. Juli 2010 sei  im Bereich der Einfahrsignale A617/A717 und der  ersten Weiche bei km (…) aufzuheben und präzisiert damit ihr bereits im  Einspracheverfahren  gestelltes  Begehren.  Sie  macht  im  Wesentlichen  geltend,  die  massgebliche  Sicherheitsnorm  RTE  25027  verlange  einen  Abstand  von  mindestens  100m  zwischen  dem  Einfahrsignal  und  der  ersten Weiche, die Plangenehmigung sehe jedoch einen Abstand von nur  64m vor. Da es sich um Sicherheitsbestimmungen handle, müsse diese  Frage  unabhängig  von  einer  unmittelbaren  Betroffenheit  von  Amtes  wegen  überprüft  werden.  Die  Vorinstanz  ist  mangels  schutzwürdigen  Interesses darauf nicht eingetreten. 4.2. Die Beschwerdegegnerin  bringt  demgegenüber  vor,  es  handle  sich  bei  der Sicherheitsnorm RTE 25027 nicht um eine Sicherheitsvorschrift,  und  die  mit  der  Plangenehmigung  erteilte  Ausnahmebewilligung  weise  keinerlei  Sicherheitsrelevanz  auf.  Sie  legt  dar,  dass  die  in  der  Sicherheitsnorm RTE 25027 enthaltene Regelung einen rein technischen  resp.  betrieblichen  Hintergrund  habe,  der  mit  der  Konstruktion  der  Fahrleitung (Ermöglichen einer Streckentrennung zwischen erster Weiche  und  Einfahrsignal  resp.  zwischen  Bahnhof  und  offener  Strecke  z.B.  zu  Wartungszwecken)  zu  tun  habe.  Da  die  Streckentrennung  bei  der  in  X._______  neu  zu  erstellenden  Anlage  jedoch  gar  nicht  zwischen  Einfahrsignal  und  erster  Weiche  (sondern  über  der  Kreuzung  101)  zu  liegen komme, habe die in der Regelung geforderte Minimaldistanz keine  Bedeutung. Diese Auffassung unterstützt auch die Vorinstanz. 4.3.  Gemäss  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  ist  aus  dem  Legitimatonskriterium  des  schutzwürdigen  Interesses  abzuleiten,  dass  eine  beschwerdeführende  Partei  nur  die  Überprüfung  eines  Bauvorhabens  im  Lichte  jener  Rechtssätze  verlangen  kann,  die  sich  rechtlich  oder  tatsächlich  auf  ihre  Stellung  oder  Situation  auswirken.  Damit  ist  klargestellt,  dass  Beschwerdegründe  Privater,  mit  denen  ein  bloss  allgemeines  Interesse  an  der  richtigen  Anwendung  des  Rechts  verfolgt wird, ohne dass dem Beschwerdeführer  im Falle des Obsiegens  ein praktischer Nutzen entsteht, in der Beschwerde unzulässig sind (BGE  133  II  249  E.  1.3.2).  Dieser  Rechtsprechung  folgt  auch  des  Bundesverwaltungsgerichts  (vgl.  z.B.  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts A­3014/2010 vom 31. Januar 2011 E. 3.2; A­

A­6240/2010 486/2009 vom 4. November 2009 E. 2; A­3713/2008 vom 15. Juni 2011  E. 2.3, 2.3.2 und 2.3.4.1; A­6156/2007 vom 17. Dezember 2007 E.2.1 f.).  Wie  Vorinstanz  und  Beschwerdegegnerin  richtig  darlegen,  hat  die  Regelung  der  Distanz  zwischen  erster Weiche  und  Einfahrsignal  in  der  Sicherheitsnorm RTE 25027 im Fall X._______ (betreffend Signale A617  und  A717)  keine  Sicherheitsrelevanz.  Es  käme  deshalb  allein  ein  Berührtsein aufgrund der räumlichen Nähe in Frage. Das Grundstück der  Beschwerdeführerin befindet sich ca. 500m von der neuen Signalanlage  (A617/A717)  und  ca.  435m  von  der  ersten  Weiche  entfernt,  wobei  zwischen  ihrem Grundstück  und  diesen Anlagen  der Perronbereich  des  Bahnhofs  X._______  liegt.  Diese  Distanz  ist  zu  gross,  als  dass  die  Beschwerdeführerin aus der Situation eine räumliche Nähe und demnach  ein Rechtsschutzinteresse ableiten könnte. Die Voraussetzungen von Art.  48  Abs.  1  VwVG  sind  demnach  nicht  erfüllt.  Insbesondere  fehlt  es  betreffend  die  Versetzung  des  Einfahrsignals  (A617/A717)  an  einer  besonderen Berührtheit sowie an einem schutzwürdigen Interesse an der  Aufhebung oder Änderung der angefochtenen Verfügung. Die Vorinstanz  trat  demzufolge  in  diesem  Punkt  mangels  Legitimation  der  Beschwerdeführerin  zu  Recht  nicht  auf  die  Einsprache  ein.  Die  Beschwerde ist auch in diesem Sinne abzuweisen. 5.  Subeventualiter  beantragt  die  Beschwerdeführerin,  es  sei  das  Enteignungsverfahren  einzuleiten,  wobei  festzustellen  sei,  dass  die  Realisierung der Planvorlage eine materielle Enteignung  (recte:  formelle  Enteignung) der Einsprecherin  (recte: Beschwerdeführerin) darstelle, die  Einsprecherin  (recte:  Beschwerdeführerin)  sei  angemessen  zu  entschädigen und das Enteignungsverfahren sei so lange zu sistieren, bis  die  Einsprecherin  (recte:  Beschwerdeführerin)  im  Rahmen  des  Plangenehmigungsverfahrens  voll  über  die  von  der  Bautätigkeit  ausgehenden  Immissionen  informiert  sei.  Die  Beschwerdeführerin  begründet  ihren  Antrag  auf  Entschädigung  mit  nachbarrechtlichen  Abwehrrechten  (Art.  679  und  684  ZGB)  und  mit  dem  grundsätzlich  geltenden Verbot, Eigentumsrechte zu überschreiten und übermässig auf  das Eigentum des Nachbarn einzuwirken. 5.1. Nach  Auffassung  der  Beschwerdegegnerin  hätten  Anwohner  einer  Eisenbahnlinie  grundsätzlich  gewisse  Störungen  hinzunehmen,  insbesondere  auch  vorübergehende  Störungen,  welche  wie  vorliegend  durch  Bauarbeiten  verursacht  würden.  Die  projektierten  Bauarbeiten 

A­6240/2010 hätten bei Weitem nicht die  Intensität,  um übermässige  Immissionen zu  verursachen,  zumal  die  anfallenden  Arbeiten  entlang  dieser  Linienbaustelle  sporadisch  und  an  verschiedenen  Orten  entlang  der  Bahnlinie  anfallen  würden.  Im  Übrigen  könne  von  übermässigen  Einwirkungen  auch  deshalb  nicht  die  Rede  sein,  da  es  sich  bei  der  Liegenschaft  der  Beschwerdeführerin  um  eine  Gewerbeliegenschaft  handle,  deren  Nutzung  zu  Geschäftszeiten  tagsüber  erfolge  und  durch  die  emissionsintensiven  Arbeiten,  welche  in  der  Nacht  oder  am  Wochenende  stattfinden  würden,  gar  nicht  betroffen  sein  dürfte.  Ausserdem  sei  die  Frage,  ob  eine  entschädigungspflichtige  Enteignung  vorliege,  nicht  Teil  der  Plangenehmigung,  sondern  werde  durch  die  Eidgenössische  Schätzungskommission  entschieden.  Auf  dieses  Rechtsbegehren sei deshalb nicht einzutreten. 5.2.  Die  Vorinstanz  verneinte  die  Voraussetzungen  einer  formellen  Enteignung  und  trat  auf  die  Forderung  betreffend Entschädigungspflicht  nicht  ein  bzw.  verwies  diesbezüglich  auf  die  Zuständigkeit  der  Eidgenössischen Schätzungskommission.  5.2.1.  Beim  eisenbahnrechtlichen  Plangenehmigungsverfahren  handelt  es  sich  um  ein  kombiniertes  Plangenehmigungsverfahren,  in  welchem  sowohl  eisenbahnrechtliche  als  auch  enteignungsrechtliche  Fragen  geklärt  werden  (vgl.  zum  Ganzen  ROGER  BOSONNET,  Das  eisenbahnrechtliche Plangenehmigungsverfahren, Diss., Zürich 1999, S.  90 f.; PETER HÄNNI, Planungs­, Bau­ und besonderes Umweltschutzrecht,  5. Aufl., Bern 2008, S. 577). Wer nach den Vorschriften des VwVG (Art.  6)  oder  des  Bundesgesetzes  über  die  Enteignung  vom  20. Juni  1930  (EntG,  SR  711)  Partei  ist,  kann  während  der  Auflagefrist  bei  den  Genehmigungsbehörden  Einsprache  erheben.  Wer  von  diesem  Recht  keinen Gebrauch macht, ist vom weiteren Verfahren ausgeschlossen (Art.  18f  Abs.  1  EBG).  Die  Prüfung,  ob  die  Voraussetzungen  zur  Ausübung  des  Enteignungsrechts  bestehen,  fallen  in  den  Aufgabenbereich  der  Genehmigungsbehörde  (vgl.  PETER  HÄNNI,  a.a.O.,  S.  573  ff.;  ULRICH  HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, a.a.O., Rz. 2122 f.). Sie hat also  über  den  Bestand  des  Enteignungsrechts  zu  entscheiden.  Wird  ein  solches  bejaht,  hat  die  Genehmigungsbehörde  resp.  die  Beschwerdegegnerin  als  Enteignerin  bei  der  Eidgenössischen  Schätzungskommission  das  entsprechende  Verfahren  zu  beantragen.  Auch  die  während  der  Planauflage  im  ordentlichen  (kombinierten)  Plangenehmigungsverfahren  angemeldeten  Entschädigungsforderungen  sind  nach  der  Plangenehmigung  an  die  zuständige  Eidgenössische 

A­6240/2010 Schätzungskommission  zu  überweisen,  welche  diese  erstinstanzlich  betreffend  Höhe  der  Entschädigung  behandelt  (Art.  18k  Abs.  1  und  2  EBG;  Urteil  des  Bundesgerichts  vom  13.  Juli  2004  1E.7/2004  E.  4);  GRÉGORY  BOVEY,  L'expropriation  des  droits  de  voisinage,  Diss.,  Bern  2000, S. 111 ff.). 5.2.2. Notwendiges  Element  einer  formellen  Enteignung  ist  der  Entzug  oder  die  Beschränkung  von  vermögenswerten  Rechten,  die  unter  dem  Schutz  der  Eigentumsfreiheit  stehen  (ULRICH  HÄFELIN/GEORG  MÜLLER/FELIX UHLMANN, a.a.O., Rz. 2070.). Gehen von einem Werk des  Gemeinwesens  übermässige  Immissionen  aus  und  sind  diese  vermeidbar,  kann der Geschädigte  seine Abwehransprüche  im Rahmen  der formellen Enteignung geltend machen. Massgeblich ist demnach u.a.,  ob  überhaupt  übermässige  Immissionen  vorliegen  (vgl.  PIERRE  TSCHANNEN/ULRICH  ZIMMERLI/MARKUS  MÜLLER,  Allgemeines  Verwaltungsrecht, 3. Aufl., Bern 2009, S. 603 f.) Wie  ausgeführt  (E.  3.4),  halten  sich  die  im  Zusammenhang  mit  der  Erneuerung  des  Stellwerks  antizipierten  Emissionen  im  Rahmen  des  üblichen  Betriebes  einer  Bahnanlage  und  deren  Unterhalt,  wie  sie  von  Anwohnern in der Nachbarschaft von solchen Eisenbahnanlagen erwartet  und  auch  geduldet  werden  müssen.  Aus  diesem  Grund  besteht  vorliegend kein Anlass, die Immissionen als übermässigen Eingriff  in die  Nachbarrechte  der  Beschwerdeführerin  zu  betrachten,  weshalb  die  Vorinstanz zu Recht nicht von einer  formellen Enteignung ausgegangen  ist und sich überdies zu Recht für die konkrete Entschädigungsforderung  als  nicht  zuständig  erachtet  hat.  Die  Beschwerde  ist  auch  in  diesem  Punkt abzuweisen.  6.  Die Beschwerde erweist sich demnach insgesamt als unbegründet und ist  abzuweisen. 7.  Die  Beschwerdeführerin  ist  im  Beschwerdeverfahren  mit  keinem  ihrer  Rechtsbegehren  durchgedrungen;  sie  gilt  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens als unterliegende Partei und hat gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG  grundsätzlich die gesamten Verfahrenskosten zu tragen. Angesichts ihres  klaren  Unterliegens  hinsichtlich  der  enteignungsrechtlichen  Vorbringen,  ergibt sich nichts anderes aus Art. 116 Abs. 1 EntG. Vorliegend wurde im  Rahmen  des  Verfahrens  vor  Bundesverwaltungsgericht  mittels 

A­6240/2010 Zwischenverfügung  vom  5.  November  2010  auch  über  ein  Gesuch  der  Beschwerdegegnerin betreffend den Entzug der aufschiebenden Wirkung  entschieden, wobei diese mit ihrem Begehren nicht durchdringen konnte.  Diese  Zwischenverfügung  war  aufgrund  ihres  geringen  Umfangs  nicht  derart  gewichtig,  als  dass  es  sich  rechtfertigen  würde,  der  Beschwerdegegnerin  Kosten  dafür  aufzuerlegen.  Die  vollumfänglich  unterliegende  Beschwerdeführerin  hat  deshalb  die  Verfahrenskosten  im  Umfang  von  Fr. 2'000.­­  zu  tragen.  Diese  sind  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  in  derselben  Höhe  zu  verrechnen  (Art.  5  Abs.  3  der  Verordnung vom 10. September 1969 über Kosten und Entschädigungen  im Verwaltungsverfahren [SR 172.041.0]). 8.  Als unterliegende Partei hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf  Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Nichts anderes gilt mit Blick  auf  Art.  116 Abs.  1 EntG.  Es  ist  ihr  deshalb  keine Parteientschädigung  zuzusprechen. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  2'000.­­  werden  der  Beschwerdeführerin  auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von  Fr. 2'000.­­ verrechnet. 3.  Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4.  Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Beschwerdegegnerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref­Nr.(…); Einschreiben) – das Generalsekretariat UVEK (Gerichtsurkunde)

A­6240/2010 Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Marianne Ryter Sauvant Stephan Metzger Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000 Lausanne 14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]).  Die  Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren,  deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu  enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit  sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:

A-6240/2010 — Bundesverwaltungsgericht 16.08.2011 A-6240/2010 — Swissrulings