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Bundesverwaltungsgericht 19.08.2011 A-6019/2010

19 août 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·5,563 mots·~28 min·3

Résumé

Zugang zu Fernmeldenetzen | Zinseszinsregelung, Verfahrenskosten

Texte intégral

E  Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung I A­6019/2010 Urteil   v om   1 9 .   Augus t   2011 Besetzung Richter André Moser (Vorsitz), Richterin Claudia Pasqualetto Péquignot,  Richter Beat Forster, Gerichtsschreiberin Michelle Eichenberger. Parteien Swisscom (Schweiz) AG, 3050 Bern,  vertreten durch Fürsprecherin Margareta Lauterburg,  Swisscom AG, Legal Services & Regulatory Affairs,  Postfach, 3050 Bern, Beschwerdeführerin,  gegen Sunrise Communications AG, 8050 Zürich, vertreten durch Olivier Buchs und Rechtsanwalt Dr. iur.  Matthias Amgwerd, Sunrise Communications AG,  Binzmühlestrasse 130, 8050 Zürich, Beschwerdegegnerin,  und Eidgenössische Kommunikationskommission ComCom,  Marktgasse 9, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Zinseszinsregelung, Verfahrenskosten.

A­6019/2010 Sachverhalt: A.  Mit Datum vom 20. August 2007 reichte die Sunrise Communications AG  bei  der  Eidgenössischen  Kommunikationskommission  ComCom  ein  Gesuch um Erlass einer Zugangsverfügung gegen die Swisscom AG ein.  Betreffend  die  Bedingungen  der  Verrechnung  von  Teilnehmeranschlüssen  des  Festnetzes  (VTA)  stellte  sie  verschiedene  Rechtsbegehren. A.a  Aufgrund  eines  zwischen  den  Parteien  beim  Bundesverwaltungsgericht  hängigen  Verfahrens  (A­7162/2008)  sistierte  das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) als Instruktionsbehörde am  21.  Januar  2009  das  Zugangsverfahren  in  zwei  Punkten.  Nach  dem  Entscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts  im  vorgenannten  Verfahren  vom  1.  Februar  2010  nahm  das  BAKOM  das  sistierte  Verfahren  am  10. März 2010 wieder auf. In  der  Folge  erhielten  die  Sunrise  Communications  AG  als  Gesuchstellerin und die Swisscom AG als Gesuchsgegnerin Gelegenheit,  ihre  gestellten  Anträge  zu  präzisieren  und  sich  erneut  zur  Sache  zu  äussern. A.b Mit Teilverfügung vom 21. Juni 2010 betreffend die Bedingungen der  VTA  regelte  die  Eidgenössische  Kommunikationskommission  ComCom  Folgendes: 1. Auf  das  Gesuch  wird  nicht  eingetreten,  soweit  mit  diesem  die  Festsetzung  kostenorientierter  Preise  für  die  optionalen  Dienste  verlangt wird. 2. Ziffer  8.2.5  der  Vertragsurkunde  des  zwischen  den  Parteien  abgeschlossenen  Vertrags  VTA  vom  15./16.  August  2007  lautet  wie folgt: Die  neuen  Preise  werden  reziprok  angewendet  per  Datum  gemäss  Einigung  bzw.  ab  dem  Zeitpunkt  des  von  der  zuständigen  Behörde  rechtskräftig  festgesetzten  Wirksamwerdens  der  neuen  Preise.  Eventuelle  Rückzahlungen  werden zu einem Basissatz CHF LIBOR zwölf Monate zuzüglich 1.3% verzinst.  Als Stichtag zur Festlegung des Basissatzes wird das Ende des Monats, in dem  die Dienstleistungen wirtschaftlich erbracht wurden, verwendet. Nach Ablauf von  jeweils zwölf Monaten wird der Basissatz für die nächste Periode neu bestimmt, 

A­6019/2010 wobei die aufgelaufenen Zinsen der Hauptforderung zugeschlagen (kapitalisiert)  werden. 3. Ziffer  8.3.1  der  Vertragsurkunde  des  zwischen  den  Parteien  abgeschlossenen  Vertrags  VTA  vom  15./16.  August  2007  lautet  wie folgt: Sollte  die  zuständige  Behörde  in  einem  ordentlichen  Verfahren  zwischen  Swisscom und einem Dritten die geltenden Preise bezüglich einer oder mehrerer  von diesem Vertrag betroffenen Dienstleistungen gestützt auf Art. 11 Abs. 1 FMG  neu festsetzen, so werden die entsprechenden Dienstleistungen reziprok zu den  neuen  Preisen  ab  dem  Zeitpunkt  des  rechtskräftig  festgesetzten  Wirksamwerdens der neuen Preise im Drittverfahren erbracht resp. abgerechnet.  Eventuelle  Rückzahlungen  werden  zu  einem  Basissatz  CHF  LIBOR  zwölf  Monate  zuzüglich  1.3%  verzinst.  Als  Stichtag  zur  Festlegung  des  Basissatzes  wird  das Ende des Monats,  in  dem die Dienstleistungen wirtschaftlich  erbracht  wurden,  verwendet. Nach Ablauf  von  jeweils  zwölf Monaten wird der Basissatz  für  die  nächste  Periode  neu  bestimmt,  wobei  die  aufgelaufenen  Zinsen  der  Hauptforderung zugeschlagen (kapitalisiert) werden. 4. Die  Verfahrenskosten,  bestimmt  auf  Fr.  1'680.­­,  werden  der  Gesuchsgegnerin zur Bezahlung auferlegt. B.  Die  Sunrise  Communications  AG  reichte  bei  der  Eidgenössischen  Kommunikationskommission  ComCom  am  30.  November  2007  ein  weiteres  Gesuch  um  Erlass  einer  Zugangsverfügung  gegen  die  Swisscom  AG  ein.  Betreffend  den  Zugang  zu  den  Kabelkanalisationen  der Swisscom AG stellte sie darin verschiedene Rechtsbegehren. B.a  Am  9.  Februar  2010  sistierte  das  BAKOM  als  Instruktionsbehörde  aufgrund  des  zwischen  den  Parteien  beim  Bundesverwaltungsgericht  hängigen  Verfahrens  (A­7162/2008)  auch  dieses  Zugangsverfahren  in  zwei  Punkten.  Das  BAKOM  nahm  das  sistierte  Verfahren  nach  dem  Entscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts  im  vorgenannten  Verfahren  vom 1. Februar 2010 am 10. März 2010 wieder auf. Die Sunrise Communications AG als Gesuchstellerin und die Swisscom  AG  als  Gesuchsgegnerin  erhielten  in  der  Folge  Gelegenheit,  ihre  gestellten Anträge zu präzisieren und sich erneut zur Sache zu äussern.

A­6019/2010 B.b Die Eidgenössische Kommunikationskommission ComCom legte mit  Teilverfügung  vom 21.  Juni  2010  betreffend Bedingungen  des  Zugangs  zu den Kabelkanalisationen Folgendes fest: 1. Die  Gesuchsgegnerin  wird  verpflichtet,  die  nachfolgende  Dienstleistung im Zusammenhang mit Kabelkanalisationen für das  Jahr  2009  zum  folgenden  Preis  anzubieten  respektive  abzurechnen: Wiederkehrende Preise in CHF Einheit       Preis/Einheit [CHF]                                                                                       2009 Monatlicher Preis für die Mitbenutzung  von Kabelkanalisationen                                       1 Meter             0.194 2. Ziffer  8.2.5  der  Vertragsurkunde  des  zwischen  den  Parteien  abgeschlossenen  Vertrags  Kabelkanalisationen  vom  5./12.  Oktober 2007 lautet wie folgt: Die  neuen  Preise  werden  reziprok  angewendet  per  Datum  gemäss  Einigung  bzw.  ab  dem  Zeitpunkt  des  von  der  zuständigen  Behörde  rechtskräftig  festgesetzten  Wirksamwerdens  der  neuen  Preise.  Eventuelle  Rückzahlungen  werden zu einem Basissatz CHF LIBOR zwölf Monate zuzüglich 1.3% verzinst.  Als Stichtag zur Festlegung des Basissatzes wird das Ende des Monats, in dem  die Dienstleistungen wirtschaftlich erbracht wurden, verwendet. Nach Ablauf von  jeweils zwölf Monaten wird der Basissatz für die nächste Periode neu bestimmt,  wobei die aufgelaufenen Zinsen der Hauptforderung zugeschlagen (kapitalisiert)  werden. 3. Ziffer  8.3.1  der  Vertragsurkunde  des  zwischen  den  Parteien  abgeschlossenen  Vertrags  Kabelkanalisationen  vom  5./12.  Oktober 2007 lautet wie folgt: Sollte  die  zuständige  Behörde  in  einem  ordentlichen  Verfahren  zwischen  Swisscom und einem Dritten die geltenden Preise bezüglich einer oder mehrerer  von diesem Vertrag betroffenen Dienstleistungen gestützt auf Art. 11 Abs. 1 FMG  neu festsetzen, so werden die entsprechenden Dienstleistungen reziprok zu den  neuen  Preisen  ab  dem  Zeitpunkt  des  rechtskräftig  festgesetzten  Wirksamwerdens der neuen Preise im Drittverfahren erbracht resp. abgerechnet.  Eventuelle  Rückzahlungen  werden  zu  einem  Basissatz  CHF  LIBOR  zwölf 

A­6019/2010 Monate  zuzüglich  1.3%  verzinst.  Als  Stichtag  zur  Festlegung  des  Basissatzes  wird  das Ende des Monats,  in  dem die Dienstleistungen wirtschaftlich  erbracht  wurden,  verwendet. Nach Ablauf  von  jeweils  zwölf Monaten wird der Basissatz  für  die  nächste  Periode  neu  bestimmt,  wobei  die  aufgelaufenen  Zinsen  der  Hauptforderung zugeschlagen (kapitalisiert) werden. 4. Die  Verfahrenskosten,  bestimmt  auf  Fr.  17'710.­­,  werden  im  Umfang von Fr. 9'380.­­ der Gesuchsgegnerin und im Umfang von  Fr. 8'330. ­­ der Gesuchstellerin zur Bezahlung auferlegt. C.  Gegen  diese  beiden  Verfügungen  der  Eidgenössischen  Kommunikationskommission  ComCom  (Vorinstanz)  vom  21.  Juni  2010  führt  die  Swisscom  AG  (Beschwerdeführerin)  mit  Eingaben  vom  23.  August 2010 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragt,  der  jeweils  letzte  Satz  in  den  Ziff.  2  und  3  des  Dispositivs  der  angefochtenen  Verfügungen  (Anordnung  einer  Zinseszinsregelung)  sei  aufzuheben  (Rechtsbegehren  1).  Weiter  sei  Ziff.  4  des  Dispositivs  der  angefochtenen  Verfügungen  aufzuheben.  Für  die  Festlegung  des  wiederkehrenden  Preises  für  die Mitbenutzung  von  Kabelkanalisationen  seien  ihr  keine  Verfahrenskosten  aufzuerlegen  und  die  von  ihr  zu  tragenden  Kosten  im  Zusammenhang  mit  der  Wiederaufnahme  der  Verfahren  und  der  Erarbeitung  der  angefochtenen  Verfügungen  seien  angemessen zu reduzieren (Rechtsbegehren 2). D.  Das  Bundesverwaltungsgericht  eröffnet  in  der  Folge  das  Verfahren  A­6019/2010,  welches  sich  gegen  die  vorinstanzliche  Verfügung  betreffend  die  Bedingungen  der  VTA  richtet,  sowie  das  Verfahren  A­ 6021/2010, das sich gegen die vorinstanzliche Verfügung betreffend die  Bedingungen des Zugangs zu den Kabelkanalisationen richtet. E.  Die  Vorinstanz  und  die  Sunrise  Communications  AG  (Beschwerdegegnerin)  beantragen  in  ihren Stellungnahmen  vom 8.  und  9. November 2010 die Abweisung der Beschwerden. F.  Mit  Verfügung  vom  12.  November  2010  teilt  der  Instruktionsrichter  den  Parteien  mit,  die  Verfahren  A­6019/2010  und  A­6021/2010  würden  vereinigt und unter der Verfahrensnummer A­6019/2010 weitergeführt.

A­6019/2010 G.  In  ihren  Schlussbemerkungen  vom  10.  Januar  2011  bestätigt  die  Beschwerdeführerin ihre gestellten Rechtsbegehren. H.  Auf  weitere  Vorbringen  der  Parteien  und  die  sich  bei  den  Akten  befindlichen  Schriftstücke  wird  –  soweit  entscheidrelevant  –  in  den  nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Die  Eidgenössische  Kommunikationskommission  ComCom  ist  eine  eidgenössische Kommission nach Art. 33 Bst. f VGG und gehört damit zu  den Vorinstanzen des Bundesverwaltungsgerichts. Eine Ausnahme, was  das  Sachgebiet  angeht,  ist  nicht  gegeben  (Art. 32  VGG).  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden Beschwerden. 1.1. Bei  den  vorliegend  angefochtenen Teilverfügungen  handelt  es  sich  um  Teilentscheide.  Mit  solchen  Entscheiden  befindet  die  Behörde  abschliessend  über  einzelne  Rechtsbegehren  bzw.  materielle  Rechtsfragen.  Teilentscheide  sind  anfechtbar  wie  Endentscheide  (vgl.  BGE 131 II 13  E. 2.4  sowie  MARTIN  KAYSER,  in:  Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren –  VwVG, Zürich 2008, Rz. 4 zu Art. 46). 1.2. Zur Beschwerde ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG berechtigt, wer vor der  Vorinstanz  am  Verfahren  teilgenommen  oder  keine  Möglichkeit  zur  Teilnahme  erhalten  hat,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  ist  und  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  oder  Änderung  hat.  Als  materielle  Verfügungsadressatin  hat  die  Beschwerdeführerin  ein  aktuelles,  schutzwürdiges  Interesse  an  der  Aufhebung bzw. Änderung der vorinstanzlichen Verfügungen. Sie  ist zur  Beschwerde legitimiert.

A­6019/2010 1.3. Auf die im Übrigen frist­ und formgerecht eingereichten Beschwerden  (Art. 50 und 52 VwVG) ist demnach einzutreten. 2.  Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtenen Verfügungen  auf Verletzungen von Bundesrecht – einschliesslich der unrichtigen oder  unvollständigen  Feststellung  des  Sachverhalts  und  Überschreitung  und  Missbrauch des Ermessens – sowie auf Angemessenheit (Art. 49 VwVG). 3.  Die  Beschwerdeführerin  führt  aus,  zwischen  den  Parteien  gälten  die  Bedingungen gemäss Basisangebot, wenn die Fernmeldedienstanbieterin  (FDA) zu einem Dissenspunkt nicht innert drei Monaten ab Scheitern der  Einigung  ein  Gesuch  bei  der  zuständigen  Behörde  einreiche.  Die  Beschwerdegegnerin habe jedoch zur Aufzinsungsmethode kein Gesuch  eingereicht.  Diese  Tatsache  und  das  entsprechende  Beweismittel  habe  die  Vorinstanz  in  ihren  Verfügungen  nicht  gewürdigt.  Auch  auf  die  Beweismittel,  aus  denen  hervorgehe,  dass  die  Differenzen  zur  Aufzinsungsmethode erst am Schluss des Verfahrens aufgetaucht seien,  gehe die Vorinstanz nicht  ein. Mit  diesen Vorbringen und Beweismitteln  habe sich die Vorinstanz nicht auseinander gesetzt, weil sich der von ihr  behauptete  ursprüngliche  Dissens  unter  Würdigung  dieser  nicht  hätte  konstruieren  lassen.  Folglich  habe  sie  ihren  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  verletzt  bzw.  den  Sachverhalt  unrichtig  festgestellt,  was  zur  Aufhebung der angefochtenen Verfügungen führen müsse. Die  Vorinstanz  legt  dar,  in  den  angefochtenen  Verfügungen  sei  ausgeführt worden, dass es für die Frage, ob ein ursprünglicher Dissens  vorliege,  keine  Rolle  spiele,  ob  die  verlangte  Regelung  bis  anhin  im  Prozess ausdrücklich  thematisiert worden sei oder nicht. Folglich sei es  irrelevant,  ob  die  Parteien  erst  zu  einem  späteren  Zeitpunkt  bemerkt  hätten,  dass  sie  sich  über  eine  Zugangsbedingung  nicht  einig  seien.  Massgebend für die Regulierungszuständigkeit sei einzig, ob es zu einer  Vereinbarung  gekommen  sei  oder  nicht.  Aus  den  Ausführungen  in  den  angefochtenen  Verfügungen  ergebe  sich,  dass  die  von  der  Beschwerdeführerin  eingereichten  Beweismittel  nicht  entscheidrelevant  seien, womit sie nicht explizit auf diese habe eingehen müssen. 3.1.  Der  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  ist  eine  allgemeine  Verfahrensgarantie  der  Bundesverfassung  (Art.  29  Abs.  2  der  Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 

A­6019/2010 1999  [BV,  SR  101]).  Konkretisiert  als  persönlichkeitsbezogenes  Mitwirkungsrecht  beinhaltet  es  die  Pflicht  der  Behörden,  die  Vorbringen  der vom Entscheid in ihrer Rechtstellung Betroffenen auch tatsächlich zu  hören, sorgfältig und ernsthaft zu prüfen und  in der Entscheidfindung zu  berücksichtigen  (ANDRÉ  MOSER/MICHAEL  BEUSCH/LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  Basel  2008,  Rz.  3.103). Im Sinne eines Mittels zur entsprechenden Durchsetzung besteht  u.a.  der  Beschwerdegrund  der  unrichtigen  oder  unvollständigen  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  (Art.  49  Bst.  b  VwVG;  vgl.  hierzu  auch  Art.  12  und  33  Abs.  1  VwVG  sowie  zur  antizipierten  Beweiswürdigung BGE 131 I 153 E. 3 und MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O., Rz. 3.144). 3.2. Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, ist  im vorliegenden Fall  der  Sachverhalt  erstellt,  zu  beurteilen  sind  Fragen  der  rechtlichen  Würdigung.  Der  Vorwurf  der  Beschwerdeführerin  der  Verletzung  des  rechtlichen Gehörs bzw. der unrichtigen Sachverhaltsfeststellung schlägt  somit fehl. 4.  Einleitend  ist  festzuhalten,  dass  einzig  die  Zinseszinsregelung  bzw.  Aufzinsungsmethode  –  welche  in  beiden  angefochtenen  Verfügungen  identisch im jeweils letzten Satz der Ziff. 2 und 3 des Dispositivs geregelt  ist  –  und  die  Verlegung  der  vorinstanzlichen  Verfahrenskosten  (Dispositiv­Ziff. 4  der  angefochtenen  Verfügungen)  angefochten  und  somit  Streitgegenstand  des  Beschwerdeverfahrens  sind.  Nicht  angefochten  und  damit  in  Rechtskraft  erwachsen  sind  die  Ziff.  1  des  Dispositivs  sowie  die  weiteren,  nicht  die  Zinseszinsregelung  bzw.  Aufzinsungsmethode betreffenden Anordnungen  in den Ziff. 2 und 3 der  angefochtenen Verfügungen (vgl. hierzu auch E. 11.1 hiernach). 5.  Die  Beschwerdeführerin  bringt  zur  Zinseszinsregelung  bzw.  Aufzinsungsmethode  vor,  nachdem  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Urteil A­7162/2008 vom 1. Februar 2010 E. 12 und 13 festgehalten habe,  ein Zins für Rückzahlungen in der Höhe des 12­Monats­LIBOR zuzüglich  1.3%  (LIBOR  =  London  Interbank  Offered  Rate)  sei  rechtens  und  die  Verfügung eines höheren als von  ihr ursprünglich offerierten Preises sei  unzulässig,  sei  klar  gewesen,  wie  die  erstinstanzlichen  Verfahren  bezüglich  der  verbleibenden  Fragen,  mithin  bezüglich  Zins  für  Rückzahlungen  und  bezüglich  wiederkehrendem  Preis  für  die 

A­6019/2010 Mitbenutzung der Kabelkanalisationen, aussehen würden. Deshalb habe  sie zwecks Einigung mit der Beschwerdegegnerin Kontakt aufgenommen.  Hierbei habe sie erst am 25. März 2010  in Erfahrung gebracht, dass die  Beschwerdegegnerin  eine  vorteilhaftere  Aufzinsungsmethode  prüfe  und  eine  einvernehmliche  Gesamtlösung  für  alle  Zugangsformen  und  fraglichen  Zeiträume  anstrebe.  Bezüglich  der  Aufzinsungsmethode  bestünden zwischen ihr und der Beschwerdegegnerin aber ungekündigte  vertragliche Regelungen. Entsprechend fehle es in dieser Frage an einer  Regulierungsbefugnis der Vorinstanz. Einigten  sich  die Parteien  vertraglich,  bestehe  im Fernmelderecht  keine  Regulierungsbefugnis  der  Vorinstanz.  Vorliegend  sei  zwischen  den  Parteien  lediglich  über  den  Zins,  mithin  den  LIBOR,  welcher  für  Rückzahlungen  aufgrund  einer  Preisverfügung  gelten  solle,  keine  Einigung zustande gekommen. Diesen Dissens hätten sie umschrieben.  Hiernach  beziehe  sich  der  Dissens  ausdrücklich  auf  die  Zinsen  auf  Rückvergütungen  (LIBOR), mithin ob der LIBOR sechs Monate gemäss  dem  Basisangebot  rechtens  sei  oder  sie,  wie  von  der  Beschwerdegegnerin gefordert,  einen Zins  von mindestens  fünf Prozent  schulde.  Hätte  auch  ein  Dissens  bezüglich  der  Aufzinsungsmethode  bestanden,  wäre  dies  ausdrücklich  festgehalten  worden.  Die  Aufzinsungsmethode sei aber weder in den Vertragsverhandlungen noch  im Schriftenwechsel  je  ein Streitpunkt  zwischen  den Parteien  gewesen.  Dies  ergebe  sich  zweifelsfrei  aus  den  vorliegenden  und  anderen  Zugangsgesuchen  der  Beschwerdegegnerin  und  aus  weiteren  Unterlagen.  Die  Beschwerdegegnerin  habe  stets  nur  die  Zinshöhe  thematisiert  und  die  von  ihr  berechneten  Rückzahlungen  immer  kommentarlos  akzeptiert.  Dass  keine  Kapitalisierung  der  Zinsen  vereinbart  worden  sei,  heisse  nicht,  dass  diese  Frage  zwischen  den  Parteien strittig geblieben sei. Somit schliesse die vertraglich vereinbarte  und  ungekündigte  Aufzinsungsmethode  die  Regulierungsbefugnis  der  Vorinstanz aus.  Sollte  der  Dissens  dennoch  unklar  sein,  wäre  er  anhand  dessen  zu  ermitteln,  was  die  Beschwerdegegnerin  in  ihrem  Zugangsgesuch  anzuordnen  beantragt  habe  und  nicht  anhand  der  Formulierung  des  Dissenses zu einer anderen Frage. Weiter werde das Basisangebot zwar von  ihr ausgearbeitet, der Vertrag  sei  jedoch das Ergebnis von Verhandlungen und müsse nicht zwingend  mit  dem  Basisangebot  übereinstimmen.  Denn  es  werde 

A­6019/2010 selbstverständlich  auch  über  Anliegen  der  FDA  verhandelt,  die  im  Basisangebot  nicht  geregelt  seien;  dies  sei  auch  aus  den  Ergänzungsvereinbarungen ersichtlich. Dementsprechend könne es auch  zu  einer  Dissensvereinbarung  betreffend  einer  Regelung  kommen,  die  nicht Gegenstand des Basisangebots sei. Es bestehe für eine FDA somit  nicht  nur  die  Möglichkeit,  das  Einverständnis  zum  Basisangebot  zu  verweigern, wenn ihrem Anliegen nicht Rechnung getragen werde.  Schliesslich  wäre  die  Regulierungsbefugnis  der  Vorinstanz  auch  dann  nicht  gegeben,  wenn  die  Aufzinsungsmethode  bereits  bei  Vertragsabschluss  strittig  gewesen  wäre.  Denn  zwischen  den  Parteien  gälten die Bedingungen gemäss Basisangebot, wenn die FDA zu einem  Dissenspunkt  nicht  innert  drei  Monaten  ab  Scheitern  der  Einigung  ein  Gesuch  bei  der  zuständigen  Behörde  einreiche.  Wäre  die  Aufzinsungsmethode  auch  strittig  gewesen,  hätte  die  Beschwerdegegnerin neben ihrem Hauptbegehren das Eventualbegehren  gestellt, für den Fall der Festlegung eines tieferen LIBOR­Zinses sei eine  andere Aufzinsungsmethode anzuordnen. Die Beschwerdegegnerin habe  jedoch  zur  Aufzinsungsmethode  kein  Gesuch  eingereicht.  Ein  ursprünglicher  Dissens  sei  jedoch  Eintretensvoraussetzung,  womit  ein  diesbezüglicher  Antrag  nicht  im  Verlauf  des  Verfahrens  gestellt  werden  könne.  Im  Übrigen  behaupte  nicht  einmal  die  Beschwerdegegenerin  selber einen ursprünglichen Dissens. Die  erstmals  am  Ende  der  erstinstanzlichen  Verfahren  thematisierte  Aufzinsungsmethode sei somit ein nachträglich entstandener Streitpunkt,  der  in die Zuständigkeit der Zivilgerichte  falle. Es bestehe aber auch die  Möglichkeit, dass die Beschwerdegegnerin  ihr anzeige, sie sei mit einer  Vereinbarung  nicht  mehr  einverstanden  und  wünsche  darüber  Neuverhandlungen.  Führten  diese  Verhandlungen  zu  keiner  Einigung,  könnte wiederum mit einem Gesuch an die Vorinstanz gelangt werden. 5.1.  Die  Vorinstanz  hält  dem  entgegen,  für  ihre  Zuständigkeit,  eine  Netzzugangsbedingung  festzulegen,  sei  es  gemäss  der  gesetzlichen  Regelung  irrelevant,  ob  zwischen  den Parteien  bezüglich  der  fraglichen  Bedingung  eine  Einigung  zustande  gekommen  sei  oder  nicht.  Sie  sei  zuständig  bei  Streitigkeiten  auf  Gesuch  hin  die  Bedingungen  des  Zugangs zu den Einrichtungen und Diensten einer marktbeherrschenden  Anbieterin zu verfügen. 

A­6019/2010 Aus  dem  Wortlaut  der  betroffenen  Vertragsbestimmungen  gehe  nicht  hervor,  wie  die  Modalitäten  der  Zinsberechnung  gestaltet  seien.  Einerseits werde die Höhe des Zinssatzes geregelt. Andererseits werde  der  Stichtag  zur  Festlegung  des  Basissatzes  für  die  jeweilige  Schuld  festgelegt, da der festgelegte Zinssatz variabel und nicht fix sei. Weitere  Modalitäten  der  Verzinsungen  von  Rückvergütungen  liessen  sich  den  Bestimmungen nicht entnehmen. Bezüglich der Zinseszinsregelung seien  die Klauseln offen. Die Argumentation der Beschwerdeführerin sei somit  nicht  völlig  aus  der  Luft  gegriffen.  Es  könne  aber  genauso  gut  dahingehend  argumentiert  werden,  aus  dem  Umstand,  dass  sich  der  relevante  Zinssatz  auf  eine  bestimmte  Zeitdauer  beziehe,  ergebe  sich  eine  Zinspflicht  für  aufgelaufene  Zinsen.  Somit  habe  die  Beschwerdegegnerin  davon  ausgehen  können,  dass  ein  Zinseszins  vereinbart werde, da von einem variablen Zinssatz ausgegangen werde,  der an eine bestimmte Laufzeit geknüpft sei. Daran zeige sich, dass über  die  Zinseszinsfrage  keine  Vereinbarung  zustande  gekommen  und  sie  folglich befugt gewesen sei, die getroffene Regelung zu verfügen. Zudem  hätten  die  Vertragsparteien  vermerkt,  dass  die  Beschwerdegegnerin  mit  den  betroffenen  Vertragsbestimmungen  gesamthaft bzw. generell nicht einverstanden sei, während sie bezüglich  einer anderen Klausel nur bezüglich eines Teilaspekts  ihre Zustimmung  verweigert habe.  Weiter  werde  das  Basisangebot  der  Beschwerdeführerin  nicht  ausgehandelt, sondern von dieser einseitig formuliert. Akzeptiere die FDA  die  vorgesehenen  Bestimmungen  nicht,  werde  dies  auf  einer  sogenannten Dissensliste vermerkt. Möchte die FDA eine Bestimmung in  den  Vertrag  mit  der  Beschwerdeführerin  aufnehmen,  so  könne  sie  nur  gegenüber  der  vorgesehenen  generellen  Regelung  ihr  Einverständnis  versagen; dies sei vorliegend – wie bezüglich sämtlicher übrigen strittigen  Vertragsbestimmungen  hinsichtlich  Kabelkanalisationen  –  geschehen.  Vorliegend  sei  es  somit  gar  nicht möglich,  dass  sich  ihre  Zuständigkeit  aus  der  Dissensliste  ergeben  habe.  Vielmehr  basiere  diese  auf  den  Anträgen  im  Zugangsverfahren.  Die  Beschwerdegegnerin  habe  denn  auch  innert  drei Monate  Zugangsgesuche  hinsichtlich  der Nichteinigung  über  die  Zinsen  von  Rückvergütungen  –  und  somit  auch  zu  deren  Verzinsung – gestellt. Schliesslich  habe  die  Vorinstanz  jedes  Vertragsverhältnis  einzeln  zu  prüfen. Eine Partei müsse sich  folglich nicht  entgegenhalten  lassen,  sie 

A­6019/2010 habe  im  Rahmen  einer  anderen  Zugangsvereinbarung  einer  offerierten  Lösung  zugestimmt.  Im Zugangsverfahren  stehe  es  der Gesuchstellerin  auch  offen,  ihre  Anträge  im  Laufe  des  Verfahrens  ganz  oder  teilweise  zurückzunehmen oder zu ergänzen. 5.2.  Die  Beschwerdegegnerin  führt  aus,  sie  sei  bestrebt  gewesen,  gewisse  (weitere)  Zinsmodalitäten  zu  klären,  nachdem  der  Zinssatz  nunmehr  rechtskräftig  festgestanden  habe.  Dieser  Klärungsbedarf  habe  sich unweigerlich aus der dem verfügten Zinssatz inhärenten Periodizität  ergeben. Die Beschwerdeführerin habe sich geweigert, gemeinsam eine  weitere  Fristerstreckung  zu  beantragen,  um  die  initiierten  Gespräche  fortzuführen.  In  einem  anderen Verfahren  habe  die  Beschwerdeführerin  jedoch  die  von  ihr  vorgeschlagene  Aufzinsungsmethode  inzwischen  akzeptiert.  Auch  vorliegend  bestreite  die  Beschwerdeführerin  die  Rechtmässigkeit  der  Aufzinsungsmethode  nicht,  sondern  lediglich  die  diesbezügliche  Regulierungszuständigkeit  der  Vorinstanz.  Bereits  die  vorliegende  Streitsache  zeige  jedoch,  dass  hinsichtlich  der  Zinseszinsregelung  keine  Einigung  zwischen  den  Parteien  bestehe.  Zudem  beschränke  sich  der  festgehaltene  Dissens  keineswegs  auf  die  Höhe  des Zinssatzes,  sondern  beziehe  sich  offensichtlich  auf  sämtliche  Verzinsungsmodalitäten.  Dies  ergebe  sich  aus  dem  Wortlaut.  Strittig  seien  die  Zinsen  als  solche  und  nicht  bloss  der  Zinssatz.  Der  Zins  bestimme  sich  über  den  Kapitalbetrag,  den  Zinssatz  und  weitere  Zinsmodalitäten wie die Aufzinsungsmethode. Auch der Klammerhinweis  "LIBOR"  spreche  für  diese  Auslegung.  Der  LIBOR  definiere  sich  insbesondere über die Laufzeit. Damit stelle sich unweigerlich die Frage,  was  nach  Ablauf  der  Laufzeit mit  dem  zur  Verfügung  gestellten  Kapital  geschehe.  Den  fraglichen  Formulierungen  sei  schliesslich  kein  einziger  Hinweis  zu  entnehmen,  der  Dissens  würde  sich  auf  die  Höhe  des  Zinssatzes  beschränken.  Wenn  sie  im  erstinstanzlichen  Verfahren  zunächst nicht explizit eine Zinseszinsregelung verlangt habe, hänge dies  mit  der geforderten  längerfristigen bzw. offenen Betrachtung  zusammen  und  der  vertraglich  klar  abgesteckte  Dissens  habe  sich  erst  im  Verlauf  des Verfahrens ergeben. Die geleisteten Zinszahlungen habe sie zudem nicht stets kommentarlos  akzeptiert.  Der  Dissens  habe  sich  immer  auf  die  Zinsschuld  als  solche  bezogen.  Weiter sei die Vorinstanz dann zur Regulierung zuständig, wenn sich die  Parteien  –  wie  vorliegend  –  über  die  inhaltliche  Ausgestaltung  der 

A­6019/2010 Netzzugangsbedingungen  nicht  (mehr)  einig  seien,  die  Zivilgerichte  demgegenüber  lediglich  bei  Streitigkeiten  aus  Vereinbarungen  und  Verfügungen, mithin bei Auslegungs­ und Abwicklungsfragen. Es müsse  zudem  den  Parteien möglich  sein,  im  ungekündigten  Vertragsverhältnis  Neuverhandlungen  aufzunehmen.  Es  sei  vorliegend  aber  ohnehin  von  einem  ursprünglichen  und  vertraglich  ausgewiesenen  Dissens  auszugehen,  welcher  die  Zuständigkeit  der  Vorinstanz  unbestrittenermassen begründe. Schliesslich  verlange  sie  in  ihren  Gesuchen  konkret  einen  Zinssatz,  welcher  der  Dauer  der  Kapitalentbehrung  bzw.  den  regulatorischen  Rahmenbedingungen  gerecht  werde.  Ihre  Gesuchsbegehren  deckten  somit auch die Frage nach der Aufzinsungsmethode ab. 6.  Nach Art.  11 Abs.  1  des Fernmeldegesetzes  vom 30. April  1997  (FMG,  SR  784.10)  müssen  marktbeherrschende  Anbieterinnen  von  Fernmeldediensten  anderen  Anbieterinnen  auf  transparente  und  nicht  diskriminierende  Weise  zu  kostenorientierten  Preisen  unter  anderem  durch  den  vollständig  entbündelten  Zugang  zum  Teilnehmeranschluss  (Bst. a) und durch den Zugang zu den Kabelkanalisationen, sofern diese  über  eine  ausreichende  Kapazität  verfügen  (Bst.  b),  Zugang  zu  ihren  Einrichtungen und zu ihren Diensten gewähren. Einigen  sich  die  Anbieterinnen  von  Fernmeldediensten  nicht  innerhalb  von drei Monaten über die Bedingungen des Zugangs, so verfügt gemäss  Art.  11a  FMG  die  Kommission  diese  auf  Gesuch  einer  Partei  und  auf  Antrag  des  Bundesamts.  Dabei  berücksichtigt  sie  insbesondere  die  Bedingungen,  die  einen  wirksamen  Wettbewerb  fördern,  sowie  die  Auswirkungen ihres Entscheids auf konkurrierende Einrichtungen. Streitigkeiten  aus  Vereinbarungen  und  aus  Verfügungen  über  den  Zugang  werden  jedoch  entsprechend  Art.  11b  FMG  durch  die  Zivilgerichte beurteilt. Gemäss Art. 58 Abs. 1 und 63 Abs. 1 der Verordnung vom 9. März 2007  über  Fernmeldedienste  (FDV,  SR  784.101.1)  veröffentlicht  die  marktbeherrschende  Anbieterin  in  ihrem  Basisangebot  die  technischen  und kommerziellen Bedingungen für den vollständig entbündelten Zugang  zum  Teilnehmeranschluss  sowie  für  den  Zugang  zu  den  Kabelkanalisationen.

A­6019/2010 Die  Zugangsvereinbarungen  bedürfen  gemäss  Art.  64  FDV  der  Schriftform  und  umfassen  mindestens  die  allgemeinen  kommerziellen  Bedingungen  (Bst.  a),  eine  Beschreibung  der  Zugangsdienstleistungen  (Bst. b), die  technischen Spezifikationen dieser Dienstleistungen (Bst. c)  sowie  die  Bedingungen  für  die  Inbetriebnahme,  den  Betrieb  und  die  Ausserbetriebsetzung des Zugangs (Bst. d). Das  Gesuch  um  Erlass  einer  Zugangsverfügung  umfasst  nach  Art. 70  Abs.  1  FDV  insbesondere  die  Anträge  (Bst.  a),  die  wesentlichen  Tatsachen (Bst. b) sowie das vom BAKOM bereitgestellte Formular, wenn  das  Gesuch  durch  die  marktbeherrschende  Stellung  der  Gesuchsgegnerin  begründet  ist  und  diese  die  marktbeherrschende  Stellung bestreitet (Bst. c). 7.  Die  Fernmeldedienstanbieterinnen  können  gemäss  Art.  11a  an  die  Vorinstanz  gelangen,  wenn  sie  sich  innert  drei  Monaten  über  die  Zugangsbedingungen nicht einigen konnten. Diese Regelung ist gemäss  der Botschaft zum revidierten FMG vom 10. Juni 1996  (BBl 1996 1405)  und der Botschaft zur Änderung des FMG vom 12. November 2003 (BBl  2003  7951)  dahingehend  zu  verstehen,  dass  staatliches  Handeln  subsidiär sein, d.h. nur dann erfolgen soll, wenn vertraglich keine Lösung  gefunden werde (BBl 1996 1419) bzw. dass die Vorinstanz Streitfälle der  Fernmeldedienstanbieterinnen betreffend Vertragsabschlüsse  im Bereich  des  Zugangs  beilegen  könne  (BBl  2003  7970).  Auch  der  Erläuterungsbericht  zur  FDV  vom  9.  März  2007  (Erläuterungsbericht)  bezieht  sich  bei  Art. 70  auf  die  Regelung  der  streitigen  Verhandlungspunkte,  mithin  auf  jene  Punkte,  über  die  keine  Einigung  erzielt und somit kein Vertrag abgeschlossen werden konnte. Schliesslich  ist  ebenso  Ziff.  2  der  Ergänzungen  zu  den  Verträgen  VTA  und  Kabelkanalisationen  vom  15./16.  August  2007  und  5./12.  Oktober  2007  (Beschwerdebeilagen  7  und  9,  nachfolgend:  Ergänzungen)  zu  entnehmen,  es  obliege  der  Fernmeldedienstanbieterin,  bei  der  zuständigen  Behörde  ein  Gesuch  um  Verfügung  der  (strittigen)  Bedingungen  einzureichen  und  wenn  sie  nicht  innert  drei  Monaten  ab  Scheitern  der  Einigung  (Vertragsunterzeichnung)  zum  jeweiligen  Punkt  ein Gesuch  bei  dieser  einreiche,  so  falle  die  entsprechende Ergänzung  zum Vertrag im jeweiligen Punkt ersatzlos dahin.  Dementsprechend kann festgehalten werden, dass die Vorinstanz nur im  Falle  der  Nichteinigung  der  Verhandlungsparteien  über  die  strittigen 

A­6019/2010 Punkte  des  Netzzugangs  entscheidet  bzw.  dass  die  Vorinstanz  als  Regulierungsbehörde nur dann zuständig ist, über die Zinseszinsregelung  bzw.  Aufzinsungsmethode  zu  befinden,  wenn  hierüber  die  Beschwerdeführerin und die Beschwerdegegnerin als Vertragsparteien im  Rahmen  der  Vertragsverhandlungen  zu  keinem  Konsens  gelangen  konnten und die Beschwerdegegnerin anschliessend innert drei Monaten  mit einem Gesuch um Klärung dieses Streitpunkts – zu welchem Dissens  erklärt  worden  ist  –  an  die  Vorinstanz  gelangt  ist  (vgl.  auch  MATTHIAS  AMGWERD, Netzzugang in der Telekommunikation, Zürich 2008, Rz. 340).  Mit  anderen  Worten  ist  die  Vorinstanz  nur  dann  berechtigt,  über  die  Zinseszinsregelung bzw. Aufzinsungsmethode zu befinden, wenn es sich  hierbei um einen ursprünglichen Dissens handelt. Nur insoweit  liegt eine  Streitigkeit über den Zugang vor.  Wenn  jedoch  hinsichtlich  einer  Zugangsbedingung  im  Rahmen  der  Vertragsverhandlungen ein Konsens erzielt werden konnte, sich aber zu  einem späteren Zeitpunkt herausstellt, dass über die Auslegung oder die  Durchsetzung  dieser  Bestimmung  zwischen  den  Vertragsparteien  Uneinigkeit herrscht, sind die Zivilgerichte zuständig, da es sich diesfalls  um  eine  Streitigkeiten  aus  dem  Vertrag  über  den  Zugang  handelt  (vgl.  Art. 11a und 11b FMG, E. 6 hiervor sowie AMGWERD, a.a.O, Rz. 458 mit  Hinweisen). Schliesslich besteht auch die Möglichkeit, eine Zugangsvereinbarung als  Ganzes  oder  lediglich  in  einzelnen Punkten  zu  ändern, wenn eine  oder  beide Vertragsparteien mit  der  einmal  getroffenen Regelung  nicht mehr  einverstanden ist bzw. sind (vgl. hierzu auch Art. 66 Abs. 2 und 67 FDV). 8.  Bei den vorliegend betroffenen Verträgen VTA vom 15./16. August 2007  (Beschwerdebeilage  4  im  Dossier  A­6019/2010,  nachfolgend:  Vertrag  VTA)  und  Kabelkanalisationen  vom  5./12.  Oktober  2007  (Beschwerdebeilage  4  im  Dossier  A­6021/2010,  nachfolgend:  Vertrag  Kabelkanalisationen)  inkl.  den  dazugehörigen  Ergänzungen  handelt  es  sich  um Zugangsvereinbarungen.  Sie  basieren  auf  Art.  11 Abs.  1  FMG  und  Art.  58,  63  und  64  FDV.  Die  Beschwerdeführerin  als  marktbeherrschende Anbieterin von Fernmeldediensten ist von Gesetzes  wegen  verpflichtet,  der  Beschwerdegegnerin  Zugang  zu  ihren  Einrichtungen  und  zu  ihren  Diensten  zu  gewähren  und mit  ihr  hierüber  eine Zugangsvereinbarung abzuschliessen.

A­6019/2010 8.1. Die Verträge VTA und Kabelkanalisationen enthalten unter anderem  je eine  identische Regelung zur Preisanpassung  (Ziff. 8.2.5) und  je eine  Bestimmung  zur  Drittwirkung  (Ziff.  8.3.1;  vgl.  Sachverhalt  Bst.  A.b  und  B.b).  8.2.  Mit  den  Ergänzungen  änderten  die  Vertragsparteien  einzelne  Bestimmungen  der  Hauptverträge  und  hielten  die  Dissenspunkte  fest,  mithin  jene  Punkte,  bei  denen  zum  Zeitpunkt  der  Unterzeichnung  der  Verträge  VTA  und  Kabelkanalisationen  sowie  der  Ergänzungen  die  Einigung  gescheitert  war  (vgl.  Ziff.  2  der  Ergänzungen).  Ein  Dissens  wurde unter anderem in nachstehendem Punkt wie folgt festgehalten:

A­6019/2010 Zinsen auf Rückvergütungen (LIBOR) Swisscom  Fixnet  Basisangebot  Verrechnung  Teilnehmeranschluss  bzw.  Kabelkanalisation FMG Vertragsurkunde Ziffern 8.2.5 und 8.3.1, Version 1.0 vom 1.4.2007 9.  Entsprechend  dem  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­7162/2008  vom 1. Februar 2010, welches den Zins  für Rückvergütungen zu prüfen  hatte,  hat  die  Vorinstanz  diesen  auf  dem  Basissatz  CHF  LIBOR  zwölf  Monate zuzüglich 1.3 % festgelegt; dies wird von den Parteien anerkannt.  Darüber  hinaus  hat  die  Vorinstanz  mit  der  Regelung  "nach  Ablauf  von  jeweils  zwölf  Monaten  wird  der  Basissatz  für  die  nächste  Periode  neu  bestimmt,  wobei  die  aufgelaufenen  Zinsen  der  Hauptforderung  zugeschlagen  (kapitalisiert)  werden"  zusätzlich  eine  Zinseszinsregelung  bzw. Aufzinsungsmethode eingeführt. Vorliegend  ist umstritten, ob sich der  in den Ergänzungen  festgehaltene  Dissens  bezüglich  den  Vertrags­Ziff.  8.2.5  und  8.3.1  auch  auf  die  Zinseszinsregelung bzw. Aufzinsungsmethode bezieht  oder  lediglich auf  die Zinshöhe für Rückvergütungen. Die Parteien sind sich mithin uneinig,  ob  hinsichtlich  der  Zinseszinsregelung  bzw.  Aufzinsungsmethode  ursprünglicher Dissens  vorliegt  –  d.h.  sie waren  sich  über  diese  bereits  bei  Vertragsschluss  nicht  einig  –  und  folglich  die  Vorinstanz  zur  Regulierung dieses Streitpunkts zuständig war oder ob über diesen Punkt  erst  zu  einem  späteren  Zeitpunkt  Uneinigkeit  aufgekommen  ist  (vgl.  hierzu auch E. 7 hiervor). Im  Folgenden  ist  daher  durch  Auslegung  der  Verträge  VTA  und  Kabelkanalisationen  und  der  dazugehörigen  Ergänzungen  sowie  allenfalls  anschliessender  Lückenfüllung  zu  ermitteln,  ob  die  Vorinstanz  zur  Anordnung  dieser  Zinseszinsregelung  bzw.  Aufzinsungsmethode  tatsächlich  befugt  gewesen  ist,  mithin  ob  hinsichtlich  der  Zinseszinsregelung bzw. Aufzinsungsmethode von einem ursprünglichen  Dissens  der  Vertragsparteien  auszugehen  ist  (zur  Auslegung  verwaltungsrechtlicher  und  privatrechtlicher  Verträge  vgl.  ULRICH  HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX  UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 1052 ff.; BGE 132 II 161 E. 3.1; BGE  105 Ia 207  E. 2c;  BGE  99 Ib 115  E. 3b;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­160/2010  vom  11.  Februar  2011  E.  6.1  sowie E. 10 hiernach).

A­6019/2010 10.  Ziel  der  gerichtlichen  Vertragsauslegung  ist,  den  übereinstimmenden  wirklichen Willen der Parteien, den sie ausdrücklich oder stillschweigend  erklärt  haben,  festzustellen.  Soweit  dieser  tatsächliche  Wille  der  Vertragsparteien  nicht  nachgewiesen  ist,  ist  durch  objektive  Auslegung  der  Vertragswille  zu  ermitteln,  den  die  Parteien  mutmasslich  gehabt  haben. Die Verträge sind hierbei nach den Regeln von Treu und Glauben  (Vertrauensprinzip)  auszulegen.  Das  bedeutet,  dass  einer  Willensäusserung der Sinn zu geben ist, den ihr der Empfänger aufgrund  der Umstände, die  ihm  im Zeitpunkt des Empfangs bekannt waren oder  hätten  bekannt  sein  müssen,  in  guten  Treuen  beilegen  durfte  und  beilegen  musste  (Urteil  des  Bundesgerichts  1C_450/2009  vom  25.  Januar 2010 E. 2.4.2). Das Bundesverwaltungsgericht hat demnach das  als  Vertragswille  anzusehen,  was  vernünftig  und  korrekt  handelnde  Parteien  unter  den  gegebenen  Umständen  gewollt  haben  würden  (vgl.  hierzu  INGEBORG  SCHWENZER,  Schweizerisches  Obligationenrecht  Allgemeiner Teil, 5. Aufl., Bern 2009, Rz. 33.02; PETER GAUCH/WALTER R.  SCHLUEP, Schweizerisches Obligationenrecht Allgemeiner Teil  – Band  I,  9. Aufl., Zürich 2008, Rz. 1200 ff., insbesondere auch Rz. 1224 ff.). Bei  der  Auslegung  eines  Vertrags  ist  primär  von  seinem  Wortlaut  auszugehen. Anderen Umständen im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses  kommt die Bedeutung ergänzender Auslegungsmittel zu, soweit sie dazu  dienen  können,  den  wirklichen  oder  –  in  Anwendung  des  Vertrauensprinzips  –  zumindest  den mutmasslichen Willen  der  Parteien  zu  ermitteln  (vgl.  zum  entsprechenden  "Vorrang  des Wortlauts"  bei  der  Vertragsauslegung SCHWENZER, a.a.O., Rz. 33.04 sowie GAUCH/SCHLUEP,  a.a.O., Rz. 1205). Der Auslegende darf jedoch nicht beim buchstäblichen  Sinn der verwendeten Worte haften bleiben, sondern hat den wirklichen –  zumindest aber den mutmasslichen (objektivierten) – Willen der Parteien  zu  erforschen.  Eine  rein  "grammatikalische"  oder  "formalistische"  Auslegung  ist  unzulässig  (GAUCH/SCHLUEP,  a.a.O.,  Rz.  1228).  Bei  den  ergänzenden  Auslegungsmitteln  handelt  es  sich  insbesondere  um  die  Umstände  im  Zeitpunkt  des  Vertragsabschlusses,  wie  um Ort,  Zeit  und  andere Begleitumstände sowie das Verhalten und die Interessenlage der  Parteien (GAUCH/ SCHLUEP, a.a.O., Rz. 1212 ff.). Von  einer  ergänzungsbedürftigen  Vertragslücke  ist  schliesslich  auszugehen, wenn die Parteien eine Rechtsfrage, die den Vertragsinhalt  betrifft, nicht oder nicht vollständig geregelt haben und das Gesetz nicht 

A­6019/2010 mit einer zwingenden Norm eingreift  (GAUCH/SCHLUEP, a.a.O., Rz. 1248;  SCHWENZER, a.a.O., Rz. 34.04). 11.  Einleitend  ist  festzuhalten,  dass  der  Zins  auf  Rückzahlungen  eine  Nebenbedingung der VTA und des Zugangs zu den Kabelkanalisationen  ist  und  von  den  Parteien  im  Rahmen  der  Zugangsverhandlungen  einvernehmlich festgelegt werden kann (in diesem Sinne auch das Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­7162/2008  vom  1. Februar  2010  E. 12.3.2). 11.1. Vorliegend erwähnen weder  die Ziff.  8.2.5  und  8.3.1  der Verträge  VTA  und  Kabelkanalisationen  –  welche  die  Zinsen  auf  Rückzahlungen  regeln  –  noch  die  Ergänzungen  explizit  eine  Zinseszinsregelung  bzw.  eine Aufzinsungsmethode – dies wird auch von den Parteien anerkannt.  Weiter  kann  festgehalten  werden,  dass  die  Ziff.  8.2.5  und  8.3.1  nicht  lediglich die Zinsen auf Rückvergütungen regeln (vgl. E. 8.1 hiervor) und  dass  sich  der  erklärte  Dissens  gemäss  seiner  hervorgehobenen  Bezeichnung  "Zinsen  auf  Rückvergütungen  (LIBOR)"  – welche  als  Titel  zu verstehen ist –nicht auf die gesamten Ziff. 8.2.5 und 8.3.1 bezieht. Er  umfasst  mithin  weder  die  Regelung,  dass  die  neuen  Preise  reziprok  angewendet werden per Datum gemäss Einigung bzw. ab dem Zeitpunkt  des  von  der  zuständigen  Behörde  rechtskräftig  festgesetzten  Wirksamwerdens  der  neuen  Preise  (Ziff.  8.2.5)  noch  jene,  dass  die  Dienstleistungen  reziprok  erbracht  resp.  abgerechnet  werden  zu  den  neuen  Preisen  ab  dem  Zeitpunkt  des  rechtskräftig  festgesetzten  Wirksamwerdens  der  neuen  Preise  im  Drittverfahren  (Ziff.  8.3.1).  Vielmehr findet schon hier dahingehend eine Begrenzung des Dissenses  statt, als er sich nur auf einen Teilaspekt der Ziff. 8.2.5 und 8.3.1 bezieht,  d.h. auf die Zinsen auf Rückvergütungen (LIBOR). 11.2.  Dem  Wortlaut  von  Ziff.  8.2.5  und  8.3.1  der  Verträge  VTA  und  Kabelkanalisationen  ist  lediglich  die  Höhe  des  Zinssatzes,  mithin  "Basissatz CHF LIBOR sechs Monate" und der Stichtag zur Festlegung  des Basissatzes zu entnehmen. Weitere Modalitäten der Verzinsung von  Rückvergütungen  lassen  sich  den  Bestimmungen  nicht  entnehmen.  Dementsprechend räumt auch die Vorinstanz ein, es sei nicht völlig aus  der Luft gegriffen, davon auszugehen, eine Aufzinsungsmethode sei nicht  vorgesehen.  Sie  ist  jedoch  der  Ansicht,  es  könne  genauso  gut  dahingehend  argumentiert  werden,  aus  dem  Umstand,  dass  sich  der  relevante  Zinssatz  auf  eine  bestimmte  Zeitdauer  beziehe,  ergebe  sich 

A­6019/2010 eine  Zinspflicht  für  aufgelaufene  Zinsen.  Dem  ist  jedoch  Folgendes  entgegenzuhalten: 11.3. Dissens hinsichtlich des Zinses für Rückvergütungen bedeutet nicht  automatisch  auch  Dissens  hinsichtlich  der  Zinseszinsregelung  bzw.  Aufzinsungsmethode.  Denn  Zins  bedeutet  Ertrag.  Unter  Zins  ist  ein  in  Prozenten  ausgedrückter  Betrag  zu  verstehen,  den  jemand  für  seine  Einlagen  erhält  oder  den  er  für  zeitweilig  ausgeliehenes Geld  bezahlen  muss.  Mit  anderen  Worten  ist  Zins  das  Entgelt  für  ein  über  einen  bestimmten  Zeitraum  zur  Nutzung  überlassenes  Sachgut  oder  Finanzinstrument  (Geld),  das  der  Empfangende  (Schuldner)  dem  Überlasser  (Gläubiger)  zahlt.  Der  Zinssatz,  auch  Zinsfuss,  ist  der  in  Prozent  ausgedrückte  Preis  für  geliehenes  Kapital,  also  der  Zins  als  Prozentangabe.  Zinseszins  ist  hingegen  die  Mitverzinsung  desjenigen  Zinses, der auf die Schuld aufgeschlagen wird. Als Zinseszins wird somit  die  Berechnung  von  Zinsen  auf  Kapital  und  bereits  kapitalisierte  (dem  Kapital  zugeschriebene)  Zinsen  vergangener  Berechnungsperioden  verstanden. Erforderlich ist somit, dass dem Kapital bereits fällige Zinsen  zugeschlagen  (kapitalisiert)  wurden,  sodass  die  neue  Berechnungsgrundlage  von  Kapital  und  kapitalisierten  Zinsen  ausgeht  (vgl.  hierzu  Duden  –  Das  Bedeutungswörterbuch,  3. Aufl., Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2002, S. 1077; http://de.wikipedia .org/wiki/Zins; http://de.wikipedia.org/wiki/Zinssatz und http://de.wikipedia. org/wiki/Zinseszins). Demensprechend bestimmt  sich der Zins entgegen  der  Ansicht  der  Beschwerdegegnerin  nicht  automatisch  auch  über  die  Aufzinsungsmethode. Vielmehr handelt es sich hierbei um verschiedene  Begriffe,  wobei  Zinsen  nicht  per  se  Zinseszinsen  beinhalten  bzw.  nach  sich ziehen müssen. 11.4.  Hinzu  kommt,  dass  hinsichtlich  des  Inhalts  der  Zugangsvereinbarungen  ein  hoher  Detaillierungsgrad  gefordert  ist  (vgl.  AMGWERD,  a.a.O., Rz. 359 sowie Art.  64 FDV). Die Beschwerdeführerin  und  die  Beschwerdegegnerin  beabsichtigten  denn  auch,  mittels  der  Verträge  VTA  und  Kabelkanalisationen  die  allgemeinen  Voraussetzungen,  die  Rahmenbedingungen  sowie  die  Grundzüge  des  Basisangebots  im  Zusammenhang  mit  der  VTA  und  dem  Zugang  zu  Kabelkanalisationen  zu  regeln  (vgl.  Ziff.  1.1  der  Verträge  VTA  und  Kabelkanalisationen).  Sind  sämtliche  Voraussetzungen  erfüllt,  gewährt  die  Beschwerdeführerin  der  Beschwerdegegnerin  die  VTA  bzw.  ein  Zugangs­ und Mitbenutzungsrecht der nachgefragten Kabelkanalisations­ Teilstrecken  (vgl.  Ziff.  1.2  der  Verträge  VTA  und  Kabelkanalisationen).  http://de.wikipedia.org/wiki/Entgelt http://de.wikipedia.org/wiki/Sache_(Recht) http://de.wikipedia.org/wiki/Finanzinstrument http://de.wikipedia.org/wiki/Geld http://de.wikipedia.org/wiki/Schuldner http://de.wikipedia.org/wiki/Gl%C3%A4ubiger http://de.wikipedia.org/wiki/Prozent http://de.wikipedia.org/wiki/Preis_(Wirtschaft) http://de.wikipedia.org/wiki/Kapital http://de.wikipedia.org/wiki/Zins http://de.wikipedia.org/wiki/Zinseszins http://de.wikipedia.org/wiki/Schulden http://de.wikipedia.org/wiki/Zins http://de.wikipedia.org/wiki/Zins http://de.wikipedia.org/wiki/Zins http://de.wikipedia.org/wiki/Zinssatz http://de.wikipedia.org/wiki/Zinseszins http://de.wikipedia.org/wiki/Zinseszins

A­6019/2010 Bereits  aus  diesen  Bestimmungen  ergibt  sich,  dass  die  Parteien  bezweckten,  mit  den  Verträgen  VTA  und  Kabelkanalisationen  die  Zugangsbedingungen  ausführlich  und  detailliert  festzuhalten.  Den  Verträgen  ist  in  den  Ziff.  1  bis  12  denn  auch  eine  gründliche  und  umfassende  Regelung  des  Vertragsgegenstands  (Ziff.  1  ff.),  der  Vertragsbestandteile  (Ziff. 2 ff.),  der  allgemeinen  Bestimmungen  (Ziff.  3  ff.),  der  allgemeinen  Voraussetzungen  und  Rahmenbedingungen  des  Basisangebots  (Ziff. 4 ff.),  des  Basisangebots  bzw.  der  Leistungen  der  Beschwerdeführerin  (Ziff. 5  ff.),  der  Leistungen  und  Pflichten  der  Beschwerdegegnerin  (Ziff. 6  ff.),  der Preise  und Konditionen  (Ziff.  7  ff.),  der  Anpassungen  des  Vertrags  (Ziff.  8  ff.),  der  besonderen  Bestimmungen  (Ziff.  9  f.),  der  Dauer  und  der  ordentlichen  Beendigung  des  Vertrags  (Ziff.  10  ff.),  des  Gerichtsstands  und  des  anwendbaren  Rechts (Ziff. 11 ff.) sowie des Inkrafttretens und der Ausfertigung (Ziff. 12  ff.) zu entnehmen.  Die  Ergänzungen  bezwecken,  die  Änderungen  der  Verträge  VTA  und  Kabelkanalisationen  festzuhalten  und  zum  Ausdruck  zu  bringen,  in  welchen Punkten im Rahmen der Vertragsverhandlungen keine Einigung  erzielt  werden  konnte.  So  wird  denn  auch  zum  einen  in  Ziff.  1  festgehalten, die Parteien einigten sich, die Verträge wie in den folgenden  Ziff. 1.1 ff. zu ändern. Zum andern führt Ziff. 2 aus, bei den aufgeführten  Dissenspunkten sei die Einigung zum Zeitpunkt der Unterzeichnung der  Verträge  VTA  und  Kabelkanalisationen  und  der  vorliegenden  Ergänzungen  gescheitert.  Die  Parteien  seien  sich  einig,  dass  in  diesen  genannten Punkten die Vertragsunterzeichnung offen bleibe. Werden die  Ergänzungen  gesamthaft  betrachtet,  fällt  auf,  dass  auch  hier  detailliert  aufgeführt und klar definiert wird, wie eine einzelne Ziffer oder auch nur  ein einzelner Satz oder ein einzelnes Wort ersetzt wird. 11.4.1. Aus Art.  11 Abs.  1 FMG und Art.  58,  63 und 64 FDV  (vgl. E.  6  hiervor)  ergibt  sich,  dass  der  Abschluss  der  Verträge  VTA  und  Kabelkanalisationen  inkl.  der  dazugehörigen  Ergänzungen  zum  einen  gesetzlich vorgeschrieben war (vgl. auch E. 8 hiervor). Zum anderen sind  die Verträge VTA und Kabelkanalisationen und deren Ergänzungen auch  Ausdruck  der  Tatsache,  dass  die  Zugangsregelung  ein  komplexes  und  regelungsbedürftiges  Gebilde  ist,  welches  sowohl  auf  der  Seite  der  Beschwerdeführerin wie auch auf  jener der Beschwerdegegnerin Rechte  und  Pflichten  generiert  sowie  in  verschiedener  Hinsicht  Kosten  verursacht, welche durch die Vertragsparteien zu  tragen bzw.  zu  regeln  und aufzuteilen sind.

A­6019/2010 Die  Akten  beinhalten  kein  Verhandlungsprotokoll.  Bei  Reglungsgegen­ ständen  in  der  Grössenordnung  der  vorliegenden  ist  aber  davon  auszugehen, dass die beteiligten Parteien sich eingehend mit der Frage  beschäftigen, welche Kosten auf sie zukommen werden. Dass Parteien in  dieser Situation nicht bloss – wie in Ziff. 8.2.5 und 8.3.1 der Verträge VTA  und Kabelkanalisationen geschehen – die Verzinsung eventueller Rück­  oder Nachzahlungskosten berücksichtigen und regeln, sondern auch die  Möglichkeit einer allfälliger Zinseszinsregelung bzw. Aufzinsungsmethode  bedenken  und  sich  fragen,  wie  damit  umzugehen  sei,  erscheint  nachvollziehbar.  Dass  erfahrene  Vertragsparteien  wie  die  Beschwerdeführerin  und  die  Beschwerdegegnerin  bei  den  vorliegend  betroffenen  Zugangsvereinbarungen  lediglich  die  Zinsen,  aber  nicht  die  möglichen  Zinseszinsen  berücksichtigt  haben,  ist  kaum  anzunehmen.  Vielmehr  ist  davon  auszugehen,  dass  sie  nicht  nur  Dissens  hinsichtlich  "Zinsen auf Rückvergütungen (LIBOR) – Swisscom Fixnet Basisangebot"  festgehalten,  sondern  ausdrücklich  Dissens  hinsichtlich  Zinseszinsregelung  bzw. Aufzinsungsmethode  erklärt  bzw.  dahingehend  konkretisiert  und  ergänzt  hätten,  dass  die  Beschwerdegegnerin  eine  solche  Regelung  wünscht,  wenn  sie  sich  anlässlich  ihrer  Vertragsverhandlungen nicht einig darüber gewesen wären, ob solche zu  leisten  sind  oder  nicht.  Dies  insbesondere,  da  eine  solche Regelung  in  den  Verträgen  VTA  und  Kabelkanalisation  nicht  erwähnt  ist  und  wie  dargelegt  (vgl.  E.  11.2.1  hiervor)  von  den  Vertragsparteien  eine  umfassende Zugangsregelung angestrebt wurde. 11.5.  Darüber  hinaus  ist  aus  den  Akten  nicht  ersichtlich,  dass  die  Zinseszinsregelung  bzw.  die  Aufzinsungsmethode  bereits  im  Rahmen  des Vertragsabschlusses bzw. der Vertragsverhandlungen strittig und ein  Thema gewesen  ist, mithin hierüber Dissens bestanden hat. Zum einen  ist, wie erwähnt, kein diesbezügliches Verhandlungsprotokoll vorhanden.  Zum  anderen  hat  die  Beschwerdegegnerin  die  erstinstanzlichen  Verfahren  durch  die  Einreichung  zweier  Gesuche  um  Erlass  einer  Zugangsverfügung  initiiert  (vgl.  Sachverhalt  Bst.  A  und  B).  Im  Zusammenhang  mit  den  Ziff.  8.2.5  und  8.3.1  der  Verträge  VTA  und  Kabelkanalisationen stellte sie hierbei das identische Rechtsbegehren, es  sei  der  Zins  für  Rück­  und  Nachzahlungen  im  Zusammenhang  mit  der  VTA  bzw.  aus  dem  Vertrag  Kabelkanalisationen  auf  mindestens  fünf  Prozent  festzulegen  (vgl.  Beschwerdebeilagen  3,  S.  2).  Zu  diesen  Begehren  führte  sie  aus,  weshalb  ein  Zinssatz  von  mindestens  fünf  Prozent aus ihrer Sicht angezeigt ist. Hierbei verlangte oder erwähnte sie  aber an keiner Stelle eine Zinseszinsregelung bzw. Aufzinsungsmethode. 

A­6019/2010 Vielmehr  führte  sie  lediglich  aus,  der  LIBOR  sei  zu  tief  angesetzt  und  somit  vorliegend  nicht  geeignet,  weshalb  sie  einen  höheren  Zinssatz,  mithin  einen  solchen  von  mindestens  fünf  Prozent,  beantrage  (vgl.  Beschwerdebeilagen 3, S. 12 ff. bzw. 14 ff.). Unter Berücksichtigung von  Art.  70  FDV,  welcher  vorsieht,  dass  das  Gesuch  um  Erlass  einer  Zugangsverfügung die Anträge und die wesentlichen Tatsachen erhalten  muss  (vgl.  E.  6  hiervor),  wäre  von  der  Beschwerdeführerin  jedoch  zu  erwarten  gewesen,  dass  sie  die  anbegehrte  Zinseszinsregelung  bzw.  Aufzinsungsmethode  wenigstens  erwähnt.  In  diesem  Sinne  führt  zum  einen auch das BAKOM als erstinstanzliche Instruktionsbehörde aus, es  sei wichtig,  dass es  sich  von Beginn weg einen  vollständigen Überblick  über  die  relevanten  Tatsachen  und  die  strittigen  Rechtsfragen  verschaffen  könne.  Ein  alle  wesentlichen  Tatsachen  aufführendes,  gut  begründetes  und  mit  Sorgfalt  redigiertes  Gesuch  leiste  zur  Erreichung  dieses  Zieles  einen  grossen  Beitrag.  Die  Anträge  seien  folglich  nach  Möglichkeit  derart  zu  formulieren,  dass  sie  ihrer  Struktur  und  ihrem  Detaillierungsgrad nach in einem späteren materiellen Entscheid direkt in  das  Verfügungsdispositiv  aufgenommen  werden  könnten  (http://www.bakom.admin.ch/themen/telekom/00461/00890/index.html?la ng=de;vgl. auch AMGWERD, a.a.O., Rz. 402). Zum anderen hält auch der  Erläuterungsbericht  unter Art.  70  fest,  die Gesuchstellerin müsse genau  angeben,  in  welchem  Sinne  die  Vorinstanz  die  streitigen  Verhandlungspunkte  regeln  solle. Die Beschwerdegegnerin  erklärt  denn  auch  selber,  sie  habe  im  erstinstanzlichen  Verfahren  zunächst  nicht  explizit eine Zinseszinsregelung verlangt und der diesbezügliche Dissens  habe  sich  erst  im  Verlauf  des  Verfahrens  ergeben.  Daraus  ergibt  sich,  dass  die  Zinseszinsregelung  bzw.  Aufzinsungsmethode  während  der  Vertragsverhandlungen kein Thema gewesen ist bzw. dass die vorliegend  betroffene Dissenserklärung diesen Aspekt nicht bereits beinhaltet. 11.6.  Ferner  sind  keine  weiteren  Beweismittel  vorhanden,  aus  denen  ersichtlich wäre, dass die Zinseszinsregelung bzw. Aufzinsungsmethode  im  Rahmen  der  Vertragsverhandlungen  strittig  war  bzw.  dass  von  der  Beschwerdegegnerin  nicht  bloss  ein  höherer  Zins  gefordert  worden  ist.  Korrespondenz  zwischen  der  Beschwerdeführerin  und  der  Beschwerdegegnerin aus der Zeit der Vertragsverhandlungen, mithin aus  dem Jahr 2007, befindet sich keine bei den Akten. Die Korrespondenz im  Anschluss  an  das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­7162/2008  vom  1. Februar  2010  fällt  zwar  nicht  in  den  vorliegend  relevanten  Zeitraum  der  Vertragsverhandlungen.  Doch  ist  in  dieser  Korrespondenz  (Beschwerdebeilage 5 bzw. 7 und 9 bzw. 11) stets lediglich vom Zinssatz,  http://www.bakom.admin.ch/

A­6019/2010 dem Zins und der Zinsvergütung und nie von einem Zinseszins bzw. einer  Aufzinsung  die  Rede  (vgl.  hierzu  auch  deren  hiervor  wiedergegebene  Bedeutung). Dass die Beschwerdegegnerin nicht nur einen höheren Zins,  sondern  auch  eine  Aufzinsungsmethode  anstrebt,  ist  erst  aus  dem  E­ mail­Verkehr zwischen der Beschwerdeführerin, der Beschwerdegegnerin  und  dem  BAKOM  vom  25.  März  2010  (Beschwerdebeilage  6  bzw.  8)  ersichtlich.  Damit  die  Vorinstanz  jedoch  zur  Beurteilung  der  Zinseszinsregelung  bzw.  der  Aufzinsungsmethode  zuständig  ist,  bedarf  es eines urspünglichen Dissenses hinsichtlich dieses Punktes. Dass sich  erst  während  des  vorinstanzlichen  Verfahrens  herausgestellt  hat,  dass  sich  die  Vertragsparteien  hinsichtlich  dieses  Punktes  nicht  (mehr)  einig  sind, vermag für die Begründung der vorinstanzlichen Zuständigkeit nicht  zu genügen (vgl. hierzu E. 7 hiervor). 11.7. Werden  ausserdem  weitere  Dissenserklärungen  (Dissens  zu  Ziff.  4.4.2  des  Vertrags  Kabelkanalisationen  sowie  Beschwerdebeilage  10  bzw.  12)  betrachtet,  fällt  auf,  dass neben der  fettgedruckten Überschrift  stets zuerst auf das Basisangebot der Beschwerdeführerin im betroffenen  Gebiet  hingewiesen  wird,  mithin  "Swisscom  Fixnet  Basisangebot  VTA",  "Swisscom  Fixnet  Basisangebot  Kabelkanalisation"  oder  "Swisscom  Fixnet  Basisangebot  Kollokation  FDV".  Anschliessend  wird  mit  "Vertragsurkunde  …,  Version  …"  die  entsprechende  Ziffer  des  betroffenen Vertrags wiedergegeben. Dass nun bei der Dissenserklärung  zu  Ziff.  4.4.2  des  Vertrags  Kabelkanalisationen  –  welche  auch  von  der  Vorinstanz  herangezogenen  worden  ist  –  in  einer  weiteren  Zeile  konkretisiert wird, womit die Beschwerdegegnerin nicht einverstanden ist,  vermag  am  bereits  Ausgeführten  nichts  zu  ändern.  Denn  in  dieser  Erklärung  wird  einzig  der  Titel,  zwar  mit  anderen  Worten,  aber  doch  inhaltlich  identisch,  wiederholt.  Sowohl  der  Titel  wie  auch  die  Konkretisierung beziehen sich eindeutig auf die zeitliche Beschränkung. 11.8. Überdies wird das Basisangebot zwar von der Beschwerdeführerin  ausgearbeitet  (vgl. auch Art. 58 Abs. 1 und 63 Abs. 1 FDV). Ob dieses  Basisangebot aber tatsächlich mit dem entsprechenden Vertrag identisch  ist  oder  ob  in  diesen  Vertrag  auch  Anregungen  und  Wünsche  der  Beschwerdegegenerin  einfliessen  können,  wenn  darüber  Einigkeit  herrscht,  kann  offen  gelassen  werden.  Denn  unbestritten  ist,  dass  die  Beschwerdegegnerin  im  Rahmen  der  Vertragsverhandlungen  bzw.  Vertragsunterzeichnung  zum  Ausdruck  bringen  darf,  ja  sogar  muss,  womit sie nicht einverstanden  ist bzw. welche Ergänzungen sie begehrt.  Ist  die  Beschwerdeführerin  mit  diesen  einverstanden,  finden  sie 

A­6019/2010 spätestens  in  den  Ergänzungen  unter  den  Ziff.  1  ff.  mit  dem Haupttitel  "Einigung"  Eingang.  Kann  bzw.  will  die  Beschwerdeführerin  diese  nicht  annehmen, herrscht hierüber Dissens, welcher in den Ergänzungen unter  der Ziff. 2 mit dem Titel "Dissens" festzuhalten ist. Folglich ist es durchaus  möglich,  dass  es  zu  einer  Dissensvereinbarung  betreffend  einer  Regelung  kommt,  die  nicht  Gegenstand  des  Basisangebots  bzw.  des  Vertrags ist. Dies war denn auch der Fall in den Ergänzung zum Vertrag  VTA, Dissens 3, S. 5. 11.9.  Die  Parteien  haben  schliesslich  in  ihrem  Vertrag  nicht  einen  Nebenpunkt offen gelassen, der notwendigerweise der Regelung bedurft  hätte. Die Verträge VTA und Kabelkanalisationen und die dazugehörigen  Ergänzungen bilden auch ohne diesen Punkt ein stimmiges Ganzes und  sind somit nicht lückenhaft. Auch kann aufgrund des bereits Dargelegten  (vgl.  E.  11.3  ff.  hiervor)  davon  ausgegangen  werden,  dass  all  jene  Punkte,  die  nicht  vom  Vertragsinhalt  erfasst  werden,  von  den  Parteien  nicht  gewollt  sind.  Folglich  ist  nicht  von  einer  (ergänzungsbedürftigen)  Vertragslücke  auszugehen  (zur  Lückenfüllung  vgl.  E.  10  hiervor).  Denn  eine  Vertragsergänzung  ist  nur  möglich,  wenn  zwischen  den  Vertragsparteien  ein  Punkt,  der  vertraglicher  Regelung  bedurft  hätte,  in  dem  von  ihnen  geschlossenen  Vertrag  nicht  geregelt  ist.  Eine  Vertragsergänzung ist ausgeschlossen, wenn die Parteien bewusst keine  Regel getroffen haben (qualifiziertes Schweigen). Zudem darf der Richter  einen  Vertrag  nur mit  Zurückhaltung  ergänzen  (vgl.  OLIVIER CHAPUIS,  Die  Haftung  wegen  Ausbleibens  der  Erfüllung  im  Sinne  von  Art.  97  Abs.  1  OR: ein Begriff im Wandel?, in: Aktuelle Juristische Praxis [AJP] 2005, S.  657). 11.10.  Aufgrund  vorstehender  Erwägungen  ist  demnach  festzuhalten,  dass  es  nicht  angeht,  die Verträge VTA und Kabelkanalisationen  sowie  die  dazugehörigen  Ergänzungen  dahingehend  auszulegen  oder  zu  ergänzen,  dass  über  eine  allfällige  Zinseszinsregelung  bzw.  Aufzinsungsmethode  im  Rahmen  der  Vertragsverhandlungen  kein  Konsens gefunden werden konnte und hinsichtlich dieses Punkts Dissens  erklärt  worden  ist.  Dementsprechend  ist  hinsichtlich  der  Zinseszinsregelung  bzw.  Aufzinsungsmethode  nicht  von  einem  ursprünglichen,  sondern  von  einem  nachträgliche  Dissens  auszugehen.  Die Vorinstanz war zur Beurteilung dieser Frage folglich nicht befugt. Die  Beschwerden  der  Beschwerdeführerin  sind  daher  in  diesem  Punkt  gutzuheissen und der jeweils letzte Satz der Ziff. 2 und 3 des Dispositivs 

A­6019/2010 der  angefochtenen  Verfügungen  (Anordnung  einer  Zinseszinsregelung  bzw. Aufzinsungsmethode) ist aufzuheben. Der Vollständigkeit  halber wird  jedoch darauf  hingewiesen,  dass hiermit  nichts  über  die  eigentliche  Zulässigkeit  einer  Zinseszinsregelung  bzw.  einer  Aufzinsungsmethode  ausgesagt  ist.  Es  steht  den  Parteien  somit  offen, entweder mit dieser Problematik an die Zivilgerichte zu gelangen –  sollten die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt  sein – oder aber  im  ungekündigten  Vertragsverhältnis  hierüber  Neuverhandlungen  aufzunehmen  und,  wenn  diese  zu  keiner  Einigung  führen  sollten,  wiederum mit einem Gesuch an die Vorinstanz zu gelangen. 12.  Die  Beschwerdeführerin  bringt  weiter  vor,  für  die  trotz  fehlender  Regulierungszuständigkeit  der  Vorinstanz  verfügte  Ergänzung  der  Ziff.  8.2.5  und  8.3.1  der  Verträge  VTA  und  Kabelkanalisationen  dürften  ihr  keine Verfahrenskosten auferlegt werden. Weiter bestehe keine gesetzliche Grundlage oder Rechtsprechung, die es  erlauben  würde,  der  obsiegenden  Partei  jenseits  der  Vorgaben  von  Art. 63  Abs.  3  VwVG  die  Verfahrenskosten  ganz  oder  teilweise  aufzuerlegen.  Auch  werde  beim  verbleibenden  Stundenaufwand  nicht  berücksichtigt,  dass die angefochtenen Verfügungen nur nötig gewesen seien, weil die  Beschwerdegegnerin  für  eine  einvernehmliche  Regelung  trotz  klarem  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht  Hand  geboten  habe.  Entsprechend  habe  sie  einen  kleineren  Teil  des  verbleibenden  Stundenaufwands  zu  tragen  als  die Beschwerdegegnerin.  Zudem  stehe  die  vorinstanzliche  Regelung  der  Verfahrenskosten  im  Verfahren  betreffend  VTA  in  Widerspruch  zur  Kostenregelung  im  Verfahren  betreffend  Kabelkanalisationen,  wo  die  nach  Wiederaufnahme  des  Verfahrens  entstandenen  Kosten  der  Beschwerdegegenerin  zu  einem  Drittel  und  ihr  zu  zwei Dritteln auferlegt worden seien. Dies  sei  aber  im  Übrigen auch nicht rechtmässig. Schliesslich  sei  sie  im  vorinstanzlichen  Verfahren  betreffend  Kabelkanalisationen  mit  ihrem  Antrag  bezüglich  des  wiederkehrenden  Preises  vollständig  durchgedrungen  und  gelte  somit  als  obsiegend.  Sie  habe  im  erstinstanzlichen  Verfahren  nicht  zunächst  einen  höheren  als  den  verfügten  Preis  verlangt.  Ihr  seien  in  dieser  Hinsicht  folglich  keine 

A­6019/2010 Verfahrenskosten  aufzuerlegen.  Ein  Abweichen  vom  Unterliegerprinzip  sei  nicht  angezeigt.  Denn  die  von  der  Vorinstanz  als  Argument  vorgebrachte Informations­asymmetrie könnte nur dann beseitigt werden,  wenn  sie  keine  Geschäftsgeheimnisse  geltend  machen  würde  und  ihr  Kostenmodell  COSMOS  auch  den  zugangsberechtigten  FDA  zur  Verfügung  stellen  würde.  Die  Berufung  auf  Geschäftsgeheimnisse  sei  aber  gesetzlich  ausdrücklich  vorgesehen.  Zudem  bestehe  keine  Pflicht  zur  Aushändigung  ihres  Kostenmodells  und  verletze  sie  das  Transparentgebot nicht bzw. halte sie die Kostenorientierung ein. Einzig  eine  Verletzung  von  Verfahrenspflichten  würde  eine  Kostenauferlegung  an sie rechtfertigen, was aber vorliegend nicht der Fall sei und auch von  der  Vorinstanz  nicht  behauptet  werde.  Hätte  die  Vorinstanz  davon  absehen  wollen,  der  Beschwerdegegnerin  die  gesamten  Kosten  aufzuerlegen,  hätte  sie  einen  Kostenerlass  prüfen  und  anschliessend  verneinen müssen. 12.1.  Die  Vorinstanz  ist  der  Ansicht,  der  geltend  gemachte  Stundenaufwand  sei  nicht  derart  hoch,  dass  der  entstandene  Gesamtaufwand  in  einer  detaillierten  Begründung  hätte  ausgewiesen  werden müssen.  Weiter  seien  im  Verfahren  betreffend  VTA  die  Verfahrenskosten  der  Beschwerdeführerin  auferlegt worden, weil  sie hinsichtlich der  verfügten  Zinseszinsregelung  vollständig  unterliege  und  weiterer  Verfahrensaufwand  nicht  entstanden  sei.  Im  Verfahren  betreffend  Kabelkanalisationen sei dagegen auch zu entscheiden gewesen, wer die  Verfahrenskosten hinsichtlich des monatlich wiederkehrenden Preises für  Kabelkanalisationen  2009  zu  tragen  habe.  Bei  der  Kostenverlegung  sei  schliesslich  nicht  zu  berücksichtigen,  dass  es  zu  keiner  Einigung  zwischen  den  Parteien  gekommen  sei.  Denn  für  die  Festlegung  der  Zinshöhe seien keine Verfahrenskosten erhoben worden. Für  die  Verlegung  der  Verfahrenskosten  bezüglich  des  monatlich  wiederkehrenden  Preises  2009  sei  sie  vom  Unterliegerprinzip  ausgegangen. Ein reines Abstellen auf das Resultat der Überprüfung des  Kostennachweises  werde  jedoch  den  Besonderheiten  des  Netzzugangsverfahrens nicht vollständig gerecht. Insbesondere herrsche  zwischen  den  Parteien  ein  Ungleichgewicht  hinsichtlich  Informationen  über  das  Zustandekommen  der  angebotenen  Preise.  Die  Beschwerdeführerin  veröffentliche  zwar  seit  dem  Jahr  2009  eine  Modellbeschreibung und einen Kenngrössenbericht zur Preisberechnung. 

A­6019/2010 Den potentiellen um Zugang ersuchenden Anbieterinnen seien jedoch die  Mittel zur Kostenberechnung nur  teilweise bekannt. Sie verfügten weder  über  das  Kostenmodell,  noch  seien  ihnen  sämtliche  Inputparameter  bekannt.  Unter  diesen  Bedingungen  sei  es  für  sie  schwierig,  abzuschätzen,  ob  sie  die  Kostenorientiertheit  eines  Preises  erfolgreich  anfechten  können  oder  nicht.  Dieses  Ungleichgewicht  hinsichtlich  Information  über  das  Zustandekommen  der  angebotenen  Preise  rechtfertige  es,  eine  differenzierte  Regelung  zur  Kostentragung  anzuwenden.  Es  liege  denn  auch  weitgehend  in  der  Macht  der  Beschwerdeführerin,  durch  die  Konzeption  des  Kostennachweises  und  die  Wahl  der  Inputparameter  mehr  oder  weniger  Transparenz  zu  schaffen. Es sei zudem durchaus denkbar, dass die Beschwerdeführerin  trotz  berechtigter  Geschäftsgeheimnisse  ihrem  Kostennachweis  eine  Transparenz  verleihen  könne,  die  dazu  führe,  dass  sie  kein  Verfahrenskostenrisiko  trage.  Die  angefochtene  Verfügung  halte  denn  auch  nicht  fest,  bereits  die  kleinste  Intransparenz  würde  zu  einer  grundsätzlichen Kostenauferlegung an die Beschwerdeführerin führen. 12.2. Die  Beschwerdegegnerin  führt  aus,  die  Vorinstanz  sei  zuständig,  die  Zinseszinsregelung  zu  verfügen,  weshalb  die  Beschwerdeführerin –  eigentlich auch  im Verfahren betreffend Kabelkanalisationsanlagen – als  vollständig  unterliegende  Partei  gelten  müsse.  Auch  sei  es  nicht  sie,  sondern  die  Beschwerdeführerin,  die  eine  einvernehmliche  vertragliche  Regelung der Zinseszinsregelung abgelehnt habe. Auch  hinsichtlich  des  monatlich  wiederkehrenden  Preises  gelte  die  Beschwerdeführerin  nicht  als  vollständig  obsiegend.  Denn  im  erstinstanzlichen  Verfahren  habe  sie  zuerst  einen  höheren  als  den  verfügten  Preis  verlangt.  Wer  sein  Rechtsbegehren  im  Verlaufe  des  Verfahrens  anpasse  bzw.  reduziere  und  deshalb  obsiege,  könne  nicht  mehr als vollumfänglich obsiegend gelten. Massgebend für die Frage des  Obsiegens und Unterliegens sei zudem auch, welche Korrekturen von der  Behörde  vorgenommen  würden.  Schliesslich  habe  die  Beschwerdeführerin  die  gesetzlich  geforderte  Transparenz  nicht  vollumfänglich hergestellt. 13.  Im  Beschwerdeverfahren  sind  die  Verfahrenskosten  in  Anwendung  von  Art. 63 Abs. 1 VwVG in der Regel der unterliegenden Partei aufzuerlegen.  Wird  ein  erstinstanzliches  oder  ein  verwaltungsinternes  Beschwerdeverfahren  gegenstandslos,  so werden  die  Verfahrenskosten 

A­6019/2010 jener Partei auferlegt,  deren Verhalten die Gegenstandslosigkeit bewirkt  hat.  Ist  das  Verfahren  ohne  Zutun  der  Parteien  gegenstandslos  geworden, so werden die Kosten auf Grund der Sachlage vor Eintritt des  Erledigungsgrunds  festgelegt  (Art. 4b  der  Verordnung  vom  10. September  1969  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  im  Verwaltungsverfahren [VwKV, SR 172.041.0]). 13.1.  Das  Unterliegerprinzip  wird  nur  für  das  Beschwerdeverfahren  in  Art. 63 Abs. 1 VwVG ausdrücklich vorgeschrieben und geregelt. Immerhin  schreibt  Art.  1  VwKV  seit  dem  1.  Mai  2007  vor,  dass  die  Verfahrenskosten zu Lasten der unterliegenden Partei gehen. Zudem hat  das  Bundesgericht  die  Anwendbarkeit  des  Unterliegerprinzips  insbesondere bei mit dem vorliegenden Zugangsverfahren vergleichbaren  erstinstanzlichen Interkonnektionsverfahren wiederholt gutgeheissen. Das  einem  Klageverfahren  gleichende  erstinstanzliche  Interkonnektionsverfahren  werde  durch  die  Beteiligung  zweier  Parteien  mit  gegenläufigen  Interessen  zwar  nicht  zu  einem  eigentlichen  Beschwerdeverfahren. Dass die  zu erhebende Verwaltungsgebühr  nach  Massgabe  des  Obsiegens  und  Unterliegens  auf  die  Verfahrensparteien  zu  verlegen  sei,  entspreche  indessen  einem  allgemeinen  prozessualen  Grundsatz,  der  sich  nicht  nur  aus  dem  für  das  Beschwerdeverfahren  geltenden Art. 63 VwVG ergebe, sondern in zahlreichen kostenpflichtigen  staatlichen  Verfahren  üblich  sei  (BGE  132  II  47  E.  3.3,  Urteil  des  Bundesgerichts  2A.191/2005  vom  2.  September  2005  E. 2.2;  vgl.  auch  Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A­5979/2010 vom 9. Juni 2011 E.  4.2  und  A­293/2010  vom  30.  August  2010  E.  7.3).  Gleichzeitig  ist  im  Gebührenrecht  aber  auch  das  allgemein  geltende  Verursacherprinzip  anwendbar (vgl. Art. 2 Abs. 1 der Allgemeinen Gebührenverordnung vom  8. September 2004 [AllgGebV, SR 172.041.1]). 13.2. Eine Partei gilt als unterlegen, wenn ihren Begehren aus formellen  oder materiellen Gründen nicht entsprochen wird. Verglichen werden die  – anhand  der  Begründung  ausgelegten  –  Anträge  der  Beschwerde  führenden  –  oder  wie  vorliegend  der  Gesuch  stellenden  –  Partei  (vgl.  MARCEL  MAILLARD,  in:  Waldmann/Weissenberger  [Hrsg.],  Praxiskommentar  VwVG,  Zürich  2009,  Rz.  14  zu  Art.  63;  MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O.,  Rz.  4.39  f.).  Dabei  ist  auf  das  materiell wirklich Gewollte abzustellen (vgl. BGE 123 V 156 E. 3c). 13.3.  Der  Spruchbehörde  kommt  beim  Kostenentscheid  ein  grosses  Ermessen zu. Aus der Begründungspflicht folgt zwar, dass eine Behörde 

A­6019/2010 wenigstens  kurz  die Überlegungen darstellen muss,  von denen  sie  sich  leiten  liess  und  auf  welche  sie  ihren  Entscheid  stützt.  Ein  Kosten­  und  Entschädigungsentscheid  muss  jedoch  nach  der  Rechtsprechung  unter  Umständen  gar  nicht  begründet  werden  oder  es  kann  eine  äusserst  knappe Begründung genügen, so zum Beispiel dann, wenn bezüglich der  Höhe  eines  Kosten­  oder  Entschädigungsbetrags  alle  tatbeständlichen  und  rechtlichen Berechnungsgrundlagen klar sind. Bewegt sich also der  Kostenentscheid  innerhalb  des  gesetzlichen  Rahmens  und  sind  die  Sachumstände  klar,  genügt  eine äusserst  knappe Begründung,  d.h.  der  Begründungspflicht ist Genüge getan, wenn die Entscheidbehörde auf die  anwendbare  gesetzliche  Grundlage  verweist.  Eine  darüber  hinausgehende  Begründung  ist  nur  erforderlich,  wenn  die  Kostenverlegung Besonderheiten aufweist, wie etwa wenn sie entgegen  dem  Prozessausgang  erfolgt  oder  die  Behörde  von  ihrem  Ermessen  Gebrauch  machen  will  oder  muss  (vgl.  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­5979/2010  vom  9. Juni  2011  E.  4.4,  A­ 300/2010  vom  8.  April  2011  E.  20.2  und  A­292/2010  vom  19.  August  2010  E.  3.4;  LORENZ  KNEUBÜHLER,  Die  Begründungspflicht  –  Eine  Untersuchung  über  die  Pflicht  der  Behörden  zur  Begründung  ihrer  Entscheide, Bern  1998, S.  199; MAILLARD,  a.a.O., Rz.  26  f.  zu Art.  63).  Dieser Grundsatz gilt auch in erstinstanzlichen Verwaltungsverfahren. 14.  Aufgrund  der  angefochtenen  Verfügungen  und  der  Ausführungen  der  Vorinstanz  in  ihren  Stellungnahmen  vom  8.  November  2010  ergibt  sich  hinsichtlich der vorinstanzlich erhobenen und verlegten Verfahrenskosten  folgendes Bild: Im  erstinstanzlichen  Verfahren  betreffend  VTA  wurden  keine  Verfahrenskosten  für  die  Festlegung  der  Zinshöhe  und  für  den  Nichteintretensentscheid  erhoben.  Die  auf  Fr.  1'680­­  (8  Stunden  à  Fr.  210.­­)  bestimmten  und  der  Beschwerdeführerin  auferlegten  Verfahrenskosten beziehen sich einzig auf die Frage der Festlegung der  Zinseszinsregelung bzw. Aufzinsungsmethode. Für  die  Bestimmung  des  monatlich  wiederkehrenden  Preises  für  die  Mitbenutzung  von  Kabelkanalisationen  aus  dem  Jahr  2009  wurden  im  erstinstanzlichen  Verfahren  betreffend  Kabelkanalisationen  Verfahrenskosten  von  insgesamt Fr.  14'560.­­  (56 Stunden à Fr.  260.­­)  erhoben.  Diese  wurden  der  Beschwerdeführerin  und  der  Beschwerdegegnerin je zur Hälfte, ausmachend je Fr. 7'280.­­, auferlegt. 

A­6019/2010 Ferner  wurden  Fr.  3'150.­­  (15  Stunden  à  Fr.  210.­­)  für  den  weiteren  Aufwand  nach  Wiederaufnahme  des  Verfahrens  ausgewiesen.  Davon  entfallen zwei Drittel, ausmachend Fr. 2'100.­­, auf die Frage, wer den für  die  Festlegung  des  monatlich  wiederkehrenden  Preises  2009  angefallenen  Verfahrensaufwand  zu  bezahlen  hat.  Diese  wurden  wiederum  den Parteien  je  hälftig,  ausmachend  je  Fr. 1'050.­­,  auferlegt.  Das  verbleibende  Drittel  von  Fr.  1'050.­­  betrifft  die  Beurteilung  der  Zinseszinsregelung  bzw.  Aufzinsungsmethode  und  wurde  der  Beschwerdeführerin  auferlegt.  Keine  Verfahrenskosten  wurden  für  die  Festlegung der Zinshöhe erhoben. 14.1.  Einleitend  kann  zum  einen  festgehalten  werden,  dass  für  die  Festlegung  der  Zinshöhe  und  den  Nichteintretensentscheid  in  den  vorinstanzlichen  Verfahren  betreffend  VTA  und  Kabelkanalisationen  mangels nennenswertem Aufwand keine Verfahrenskosten erhoben und  verlegt  wurden.  Zum  anderen  sind  der  von  der  Vorinstanz  geltend  gemachte Stundenaufwand und Stundenansatz nicht zu beanstanden; sie  werden denn auch von der Beschwerdeführerin grundsätzlich anerkannt. 14.2. Die Beschwerdeführerin  ist  im  vorliegenden Beschwerdeverfahren  mit  ihrem  Antrag  hinsichtlich  der  Zinseszinsregelung  bzw.  Aufzinsungsmethode  durchgedrungen  (vgl.  insbesondere  E.  11.10  hiervor).  Aufgrund  dessen  sind  ihr  für  die  Beurteilung  der  Zinseszinsregelung  bzw.  Aufzinsungsmethode  keine  vorinstanzlichen  Kosten aufzuerlegen. 14.3. Zu prüfen bleibt die Kostenverlegung im erstinstanzlichen Verfahren  betreffend  Kabelkanalisationen  hinsichtlich  der  Bestimmung  des  monatlich  wiederkehrenden  Preises  für  die  Mitbenutzung  von  Kabelkanalisationen aus dem Jahr 2009. Wie  ausgeführt  (vgl.  E.  14  hiervor),  belaufen  sich  diese  auf  insgesamt  Fr. 16'660.­­  (Fr.  14'560.­­  plus  Fr.  2'100.­­)  und  wurden  der  Beschwerdeführerin  und  der  Beschwerdegegnerin  je  zur  Hälfte,  ausmachend je Fr. 8'330.­­, auferlegt. 14.3.1.  Wie  gezeigt,  sind  die  Kosten  auch  im  erstinstanzlichen  Verwaltungsverfahren  grundsätzlich  der  unterliegenden  Partei  aufzuerlegen.  Wie  bereits  mit  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­ 5979/2010  vom 9. Juni  2011 E.  5  ausgeführt,  ist  dies  jedoch nur  in  der  Regel  der  Fall,  da  das  Unterliegen  im  erstinstanzlichen 

A­6019/2010 Verwaltungsverfahren  oft  nicht  so  klar  abgegrenzt  werden  kann  wie  im  Beschwerdeverfahren.  Im  auf  Begehren  einer  Partei  eingeleiteten  Verwaltungsverfahren  wird  der  Streitgegenstand  von  der  Gesuch  stellenden Partei durch  ihre Anträge definiert. Zudem liegt vor Einleitung  des  Verfahrens  auf  Erlass  einer  Verfügung  noch  kein  behördlicher  Entscheid vor. Das heisst, die Gesuchstellerin kann erst mit Einreichung  des  Gesuchs  einen  hoheitlichen  Entscheid  über  eine  zwischen  ihr  und  der Gesuchsgegnerin  umstrittene  Angelegenheit  erwirken.  Es  lässt  sich  vertreten, nicht nur auf die konkreten Anträge abzustellen, sondern auch  auf  das  Vorwissen  bzw.  die  Informationen,  die  der  Gesuchstellerin  zur  Verfügung stehen, um ihre Erfolgssaussichten abschätzen zu können. Je  weniger  gut  die  Gesuchstellerin  in  der  Lage  ist,  ihre  Erfolgschancen  abzuschätzen,  desto  eher  kann  es  sich  rechtfertigen,  sie  –  auch  bei  vollständiger Abweisung ihrer Anträge – nicht als vollständig unterliegend  zu  betrachten  bzw.  der  Gesuchsgegnerin  aufgrund  mangelnder  Transparenz  in  Anwendung  des  Verursacherprinzips  einen  Teil  der  Verfahrenskosten aufzuerlegen. Diese Handhabung trägt insbesondere auch den speziellen Verhältnissen  beim Zugangsverfahren Rechnung, da dort die marktbeherrschende FDA  immer  einen  gewissen  Informationsvorsprung  hat.  Bei  der  Kostenverteilung lässt sich so jeweils berücksichtigen, wie sie mit diesem  Vorsprung  umgeht,  d.h.  ob  sie  versucht, möglichst  viel  Transparenz  zu  schaffen,  damit  die  um  Zugang  ersuchenden  FDA  die  Rechtmässigkeit  der Kosten  selbst  überprüfen  können und  entsprechende Verfahren  vor  der  Vorinstanz  nicht  (mehr)  notwendig  sind  (vgl.  auch  hierzu Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts A­5979/2010 vom 9. Juni 2011 E. 5). 14.3.2. Das Bundesverwaltungsgericht hat bereits mit Urteil A­5979/2010  vom  9. Juni  2011  E.  5.2  ausgeführt,  dass  ein  Abweichen  vom  reinen  Unterliegerprinzip  prinzipiell  möglich  ist  und  es  kann  vorliegend  auf  die  diesbezüglichen  Erwägungen  verwiesen  werden.  Umstände,  um  vorliegend  von  dieser Einschätzung  abzuweichen,  sind  keine  ersichtlich  und werden keine geltend gemacht. Nach  der  von  der  Vorinstanz  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  angewandten  Konzeption  ist  im  Einzelfall  zu  beurteilen,  ob  eine  bestehende  Informationsasymmetrie  noch  als  erträglich  betrachtet  werden  kann,  was  zu  keiner  Kostenauferlegung  an  die  obsiegende  marktbeherrschende  FDA  führt,  oder  ob  sie  so  gross  ist,  dass  die  um  Zugang  ersuchende  FDA  ihre  Erfolgsaussichten  nicht  genügend 

A­6019/2010 abschätzen  kann  und  daher  eine  (teilweise)  Auferlegung  der  Verfahrenskosten  an  die  marktbeherrschende  FDA  gerechtfertigt  erscheint. Wie  ausgeführt  (vgl.  E.13.3  hiervor),  kommt  der  Entscheidbehörde  bei  der  Kostenverlegung  ein  erhebliches  Ermessen  zu.  Weicht  sie  vom  Unterliegerprinzip ab, hat sie dies zu begründen. Dieser Pflicht ist die Vorinstanz  in  ihrer  angefochtenen Verfügung  nachgekommen.  Ihre Begründung  ist  zudem  sachlich  vertretbar.  Zudem  wurde  bereits  mit  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­5979/2010  vom  9. Juni  2011  E.  5.4  festgehalten,  dass  die  sich  aus  Art.  63  Abs.  3  VwVG  unter  Umständen  ergebende  Konsequenz  der  Kostentragung  durch  den  Staat  dem  im  Gebührenregime  des  Fernmelderechts  geltenden  Kostendeckungsprinzip  –  und  für das Zugangsverfahren ebenso dem Dispositionsgrundsatz – widerspräche. Mit  der  Auferlegung  der  hälftigen  Verfahrenskosten  für  die  Bestimmung  des  monatlich  wiederkehrenden  Preises  für  die  Mitbenutzung  von  Kabelkanalisationen aus dem Jahr 2009 an die Beschwerdeführerin verletzt  die Vorinstanz folglich kein Bundesrecht. 14.4. Dementsprechend  sind  die  Beschwerden  der  Beschwerdeführerin  dahingehend  gutzuheissen,  als  ihr  im  vorinstanzlichen  Verfahren  betreffend  VTA  keine  und  im  vorinstanzlichen  Verfahren  betreffend  Kabelkanalisationen  um  Fr.  1'050.­­  auf  Fr.  8'330.­­  reduzierte  Verfahrenskosten  aufzuerlegen  sind.  Soweit  weitergehend  sind  die  Beschwerden in diesem Punkt abzuweisen. Die  Vorinstanz  wird  noch  zu  prüfen  haben,  ob  die  nicht  mehr  der  Beschwerdeführerin  zu  belastenden  erstinstanzlichen  Verfahrenskosten  von  insgesamt  Fr.  2'730.­­  (Fr.  1'680.­­  betreffend  VTA  und  Fr.  1'050.­­  betreffend  Kabelkanalisationen)  in  Anwendung  Art.  3  AllgGebV  zu  erlassen  oder  aber  der  Beschwerdegegnerin  aufzuerlegen  sind.  Das  Verfahren  ist  deshalb  an  die  Vorinstanz  zurückzuwiesen  zur  allfälligen  Auferlegung dieser Kosten an die Beschwerdegegnerin. 15.  Die Kosten für das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht, welche  vorliegend auf insgesamt Fr. 4'000.­­ festgelegt werden, sind in der Regel  von der unterliegenden Partei  zu  tragen. Unterliegt  sie nur  teilweise,  so  werden die Verfahrenskosten ermässigt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Obsiegen  und Unterliegen  im Prozess  ist grundsätzlich nach den Rechtsbegehren  der beschwerdeführenden Partei, gemessen am Ergebnis der Anfechtung  des  vorinstanzlichen  Entscheids  zu  beurteilen,  wobei  auf  das  materiell  wirklich Gewollte abzustellen ist (vgl. hierzu E. 13.2 hiervor).

A­6019/2010 Hinsichtlich  der  Frage,  ob  die  Vorinstanz  zur  Beurteilung  der  Zinseszinsregelung  bzw.  Aufzinsungsmethode  zuständig  war  oder  nicht  sowie  hinsichtlich  der Verlegung  der  erstinstanzlichen Verfahrenskosten  betreffend  Zinseszinsregelung  bzw.  Aufzinsungsmethode  ist  die  Beschwerdeführerin  mit  ihren  Beschwerden  vollumfänglich  durchgedrungen,  die  Beschwerdegegnerin  hingegen  vollumfänglich  unterlegen.  In  Bezug  auf  die  Verlegung  der  erstinstanzlichen  Verfahrenskosten  betreffend  Bestimmung  des  monatlich  wiederkehrenden  Preises  für  die Mitbenutzung  von  Kabelkanalisationen  aus  dem  Jahr  2009  ist  die  Beschwerdeführerin  als  unterlegen  und  die  Beschwerdegegnerin  als  obsiegend  zu  betrachten.  Daraus  ergibt  sich,  dass  die Verfahrenskosten  von  insgesamt  Fr.  4'000.­­  zu  4/5, mithin  zu  Fr. 3'200.­­, der Beschwerdegegnerin und zu 1/5, mithin zu Fr. 800.­­, der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  sind.  Die  der  Beschwerdeführerin  auferlegten  Kosten  von  Fr.  800.­­  sind  mit  den  geleisteten  Kostenvorschüssen  von  insgesamt  Fr.  4'000.­­  zu  verrechnen.  Der  Restbetrag  von  Fr. 3'200.­­  ist  ihr  zurückzuerstatten.  Keine  Verfahrenskosten  sind  gemäss Art.  63 Abs.  2 VwVG der Vorinstanz  zu  überbinden. 16.  Nach Art. 64 Abs. 1 VwVG hat die  im Beschwerdeverfahren obsiegende  Partei  Anspruch  auf  eine  Parteientschädigung  für  die  ihr  erwachsenen  notwendigen und verhältnismässig hohen Kosten. Vorliegend sind, wenn  auch  in unterschiedlichem Ausmass, sowohl die Beschwerdeführerin als  auch die Beschwerdegegnerin als teilweise obsiegend zu betrachten. Da  sie ihren internen Rechtsdienst mit der Interessenwahrung betraut haben  und  nicht  durch  externe  Anwälte  vertreten  sind,  stehen  ihnen  jedoch  keine  Parteientschädigungen  zu  (Art.  8  ff.  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, SR 173.320.2],  speziell Art.  9 Abs. 2  VGKE;  vgl.  auch  BGE  133  III  439  E.  4  sowie  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts A­300/2010 vom 8. April 2011 E. 21.7). 17.  Dieses Urteil kann nicht beim Bundesgericht angefochten werden (Art. 83  Bst. p Ziff. 2 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  [BGG, SR  173.110], vgl. auch MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 1.47  f.). Es  ist somit endgültig.

A­6019/2010 A­6019/2010 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerden der Beschwerdeführerin werden insoweit gutgeheissen,  als  der  jeweils  letzte  Satz  der  Ziff.  2  und  3  des  Dispositivs  der  angefochtenen  Verfügungen  vom  21.  Juni  2010  (Anordnung  einer  Zinseszinsregelung bzw. Aufzinsungsmethode) aufgehoben wird. 2.  Die Beschwerden der Beschwerdeführerin werden insoweit gutgeheissen,  als der Beschwerdeführerin im vorinstanzlichen Verfahren betreffend VTA  keine  und  im  vorinstanzlichen Verfahren  betreffend Kabelkanalisationen  um  Fr.  1'050.­­  auf  Fr.  8'330.­­  reduzierte  Verfahrenskosten  auferlegt  werden. 3.  Soweit darüber hinaus den erstinstanzlichen Kostenpunkt betreffend, wird  das  Verfahren  im  Sinne  der  Erwägung  E.  14.4  an  die  Vorinstanz  zurückgewiesen zur allfälligen Auferlegung zusätzlicher Verfahrenskosten  an die Beschwerdegegnerin. 4.  Soweit weitergehend werden die Beschwerden abgewiesen. 5.  Die Verfahrenskosten  in der Höhe von insgesamt Fr. 4'000.­­ werden zu  4/5  der  Beschwerdegegnerin,  ausmachend  Fr.  3'200.­­,  und  zu  1/5  der  Beschwerdeführerin, ausmachend Fr. 800.­­, auferlegt. Die der Beschwerdeführerin auferlegten Kosten von Fr. 800.­­ werden mit  den  geleisteten  Kostenvorschüssen  von  insgesamt  Fr.  4'000.­­  verrechnet.  Der  Restbetrag  von  Fr. 3'200.­­  wird  ihr  zurückerstattet.  Hierzu  hat  sie  dem  Bundesverwaltungsgericht  ihre  Kontonummer  anzugeben. Die  der  Beschwerdegegenerin  auferlegten  Verfahrenskosten  von  Fr. 3'200.­­  sind  innert  30  Tagen  zu  Gunsten  der  Gerichtskasse  zu  überweisen. Die Zustellung  des Einzahlungsschein  erfolgt mit  separater  Post. 6.  Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

A­6019/2010 7.  Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Beschwerdegegnerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz  (Ref­Nr.  Vf10­06­21_010  /  AZ  330.31  /  5340­20­000;  Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: André Moser Michelle Eichenberger Versand:

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