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Bundesverwaltungsgericht 26.01.2012 A-4930/2011

26 janvier 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,280 mots·~11 min·1

Résumé

Elektrische Anlagen (Übriges) | Gesuch um Plangenehmigung der neuen Transformatorenstation Sersax (Vorlage Nr. S-151124) in 8892 Berschis (Walenstadt) sowie der 16-kV-Kabelleitung zwischen den Transformatorenstationen TS Galsersch und TS Sersax (Vorlage Nr. L-214275) zwischen 8890 Flums und 8892 Berschis

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung I A­4930/2011 Urteil   v om   2 6 .   J a nua r   2012 Besetzung Richter Christoph Bandli (Vorsitz), Richterin Claudia Pasqualetto Péquignot, Richter Jérôme  Candrian, Gerichtsschreiberin Christa Baumann. Parteien Martin Zeller AG, Elektrizitätswerk, Postplatz, 8890 Flums,   vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Otmar Kurath, Bommer  Kurath Rechtsanwälte, Wilerstrasse 21, 8570 Weinfelden, Beschwerdeführerin,  gegen Eidgenössisches Starkstrominspektorat ESTI,  Luppmenstrasse 1, 8320 Fehraltorf,    Vorinstanz.  Gegenstand Gesuch um Plangenehmigung der neuen  Transformatorenstation Sersax (Vorlage Nr. S­151124) in  8892 Berschis (Walenstadt) sowie der 16­kV­Kabelleitung  zwischen den Transformatorenstationen TS Galsersch und  TS Sersax (Vorlage Nr. L­214275) zwischen 8890 Flums und  8892 Berschis.

A­4930/2011 Sachverhalt: A.  Die Martin  Zeller  AG mit  Sitz  in  Flums  (SG)  reichte  am  18. März  2010  beim  Eidgenössischen  Starkstrominspektorat  (ESTI)  Plangenehmigungsgesuche  für  den  Bau  einer  neuen  Transformatorenstation,  genannt  "Sersax",  in  8892  Berschis  (Nr. S­ 151124)  und  einer  dazugehörigen  16 kV­Übertragungsleitung  zur  bestehenden  Transferstation  Galserschein  (Nr. L­109766)  ein.  Zur  Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, dieses Projekt diene dazu,  der  stetigen  Verschlechterung  der  Netzqualität  im  Gebiet  "Sersax"  entgegenzuwirken.  B.  Mit Schreiben vom 7. Juli 2010 teilte das Bundesamt für Umwelt (BAFU)  dem  ESTI  mit,  dem  fraglichen  Projekt  wegen  der  hiermit  verbundenen  landschaftlichen  Störung  sowie  der  Gefährdung  der  Avifauna  nicht  zustimmen zu können. Es regte an, die Führung der projektierten 16 kV­ Leitung  als  erdverlegte  Kabelleitung,  den  Ausbau  mit  einer  1000  kV­ Leitung sowie den Verzicht auf das Projekt infolge einer Überprüfung des  Versorgungsbedarfs  zu  prüfen. Würden  die  Abklärungen  ergeben,  dass  sich weder die erste noch  zweite Variante  realisieren  liesse,  so  sei  das  Projekt  dem  BAFU  zur  nochmaligen  Stellungahme  vorzulegen.  Im  Rahmen  dieser  Stellungnahme  werde  es  sich  abschliessend  über  die  Notwendigkeit  eines  Gutachtens  der  Eidgenössischen  Natur­  und  Heimatschutzkommission (ENHK) äussern.  C.  Mit  Schreiben  vom  8. Dezember  2010  beantragte  das  Bundesamt  für  Zivilluftfahrt  (BAZL)  beim  ESTI,  das  interessierende  Projekt  unter  der  Auflage  zu  bewilligen,  ihm  den  Baubeginn  30  Tage  im  Voraus  bekanntzugeben  und  es  über  den Abbruch,  den Umbau  sowie  allfällige  Handänderungen zu informieren.  D.  Mit  Schreiben  vom  3. Januar  2011  teilte  das  Amt  für  Raumentwicklung  und  Geoinformation  des  Kantons  St.  Gallen  (AREG)  dem  ESTI  schliesslich  mit,  das  Projekt  nicht  als  landschaftsverträglich  und  damit  genehmigungsfähig  zu  betrachten.  Ausserdem  würde  das  geplante  Bauvorhaben den minimalen Gewässerabstand nicht  einhalten. Die  von  der  Martin  Zeller  AG  hierfür  geltend  gemachten  Gründe  würden  ein 

A­4930/2011 solches  Vorgehen  nicht  rechtfertigen.  Ebenfalls  in  dieser  Beziehung  erweise sich das Bauvorhaben demnach nicht als genehmigungsfähig. E.  Vor dem Hintergrund dieser Stellungnahmen hielt das ESTI im Schreiben  vom  28. Januar  2011  gegenüber  der  Martin  Zeller  AG  fest,  das  eingereichte  Projekt  würde  den  gesetzlichen  Anforderungen  über  die  Raumplanung  sowie  den  Natur­  und  Heimatsschutz  nicht  entsprechen.  Aus  diesem Grunde  gebe  das  ESTI  der  Martin  Zeller  AG Gelegenheit,  dieses bis zum 30. Mai 2011 zu überarbeiten oder zurückzuziehen. Sollte  die  Martin  Zeller  AG  innert  dieser  Frist  keine  dieser  Möglichkeiten  in  Anspruch nehmen, so werde das ESTI deren Plangenehmigungsgesuche  unter Aufwandverrechnung abweisen. Die Martin Zeller AG reichte in der  Folge weder  eine  überarbeitete  Fassung  der  interessierenden Gesuche  ein noch zog es diese zurück. F.  Mit  Verfügung  vom  7. Juli  2011  wies  das  ESTI  die  Plangenehmigungsgesuche  der  Martin  Zeller  AG  Nr. S­151124  und  L­ 109766 daraufhin unter Auferlegung der Verfahrenskosten ab.  G.  Gegen  diese  Verfügung  hat  die  Martin  Zeller  AG  (nachfolgend:  Beschwerdeführerin)  mit  Schreiben  vom  7. September  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  eingereicht. Darin  beantragt  sie,  die  angefochtene  Verfügung  aufzuheben  und  den  Plangenehmigungsgesuchen  der  Beschwerdeführerin  stattzugeben.  Eventualiter sei der Beschwerdeführerin die Möglichkeit einzuräumen, die  eingereichten  Gesuche  betreffend  den  gesetzlich  geforderten  Mindestabstand  zum  Galschersgraben  anzupassen.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  beantragt  die  Beschwerdeführerin  ausserdem die Einholung einer Expertise. H.  Das ESTI  (nachfolgend: Vorinstanz) schliesst  in seiner Vernehmlassung  vom 14. Oktober auf Abweisung der Beschwerde. I.  Die  Beschwerdeführerin  hält  in  ihren  Schlussbemerkungen  vom  5. Dezember  2011  an  ihrer  Argumentation  fest  und  stellt  weitere  Beweisanträge.

A­4930/2011 J.  Auf  die  übrigen  Ausführungen  der  Parteien  wird  in  den  nachfolgenden  Erwägungen, soweit erforderlich, eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom  20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach  Art. 32  VGG  vorliegt.  Als  Vorinstanzen  gelten  die  in  Art. 33  und  Art. 34  VGG  aufgezählten  Behörden.  Zu  den  zulässigen  Anfechtungsobjekten  gehören  namentlich  Verfügungen  des  ESTI  in  Plangenehmigungsverfahren  gemäss  Art. 16h  Abs.  2  des  Bundesgesetzes vom 24. Juni 1902 betreffend die elektrischen Schwach­  und  Starkstromanlagen  (EleG,  SR 734.0).  In  der  angefochtenen  Verfügung  hat  das  ESTI  die  Plangenehmigungsgesuche  der  Beschwerdeführerin  betreffend  den  Bau  einer  neuen  Transformatorenstation  und  einer  dazugehörigen  16 kV­ Übertragungsleitung  zur  bestehenden  Transferstation  Galserschein  (Nr. S­109766)  kostenfällig  abgewiesen.  Die  Beurteilung  der  dagegen  erhobenen Beschwerde obliegt demnach dem Bundesverwaltungsgericht. 1.2.  Das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  richtet  sich,  soweit  das  VGG  nichts  anderes  vorsieht,  nach  dem VwVG. Danach  ist  zur  Beschwerde  berechtigt,  wer  vor  der  Vorinstanz  am  Verfahren  teilgenommen  hat  oder  keine  Möglichkeit  zur  Teilnahme  erhalten  hat  (Art. 48  Abs.  1  Bst. a  VwVG),  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  ist  (Art. 48  Abs. 1  Bst.  b)  und  ein  schutzwürdiges  Interesse an deren Aufhebung oder Abänderung hat  (Art. 48 Abs. 1 Bst.  c).  Die  Beschwerdeführerin  hat  am  vorinstanzlichen  Verfahren  teilgenommen,  ist  Adressatin  der  angefochtenen  Verfügung  und  durch  diese  in  ihren  Interessen  berührt.  Sie  hat  überdies  ein  schutzwürdiges  Interesse an deren Überprüfung. Sie  ist  folglich  zur Beschwerdeführung  legitimiert. 1.3.  Auf  die  im  Übrigen  frist­  (Art. 50  VwVG)  und  formgerecht  (Art. 52  VwVG) eingereichte Beschwerde ist damit einzutreten.

A­4930/2011 2.  Das  Bundesverwaltungsgericht  prüft  die  angefochtene  Verfügung  auf  Rechtsverletzungen,  einschliesslich  unrichtiger  oder  unvollständiger  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  Rechtsfehlern  bei  der  Ausübung  des  Ermessens,  sowie  auf  Angemessenheit  (Art. 49  VwVG). Bei der Prüfung der Angemessenheit auferlegt es sich allerdings  unter  anderem  dann  eine  gewisse  Zurückhaltung,  wenn  es  um  die  Beurteilung  technischer Fragen geht und die Vorinstanz  ihren Entscheid  auf  Fachberichte  stützt  (ANDRÉ  MOSER/MICHAEL  BEUSCH/LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  Handbücher für die Anwaltspraxis, Band X, Basel 2008, Rz. 2.154 ff.). In  diesen  Fällen  hat  das  Bundesverwaltungsgericht  primär  abzuklären,  ob  die Vorinstanz alle berührten  Interessen ermittelt und beurteilt sowie die  möglichen  Auswirkungen  des  Projektes  bei  der  Enscheidfindung  berücksichtigt  hat.  Trifft  dies  zu  und  hat  sich  die  Vorinstanz  bei  ihrer  Entscheidung von sachgerechten Überlegungen  leiten  lassen, so weicht  das  Bundesveraltungsgericht  nicht  von  der  vorinstanzlichen  Auffassung  ab  (BGE 133  II  35  E. 3,  BGE  125  II  591  E. 8a;  vgl.  im  Weiteren  statt  vieler:  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­7872/2010  vom  17. Oktober  2011  E. 4;  CHRISTOPH  BANDLI,  Neue  Verfahren  im  Koordinationsgesetz:  Ausgleich  von  Schutz  und  Nutzen  mittels  Interessenabwägung, in: URP 2001, S. 549).  3.  3.1.  Nach  Auffassung  der  Beschwerdeführerin  steht  die  angefochtene  Verfügung  im  Widerspruch  zu  den  massgeblichen  Regelungen  des  Elektrizitätsgesetzes.  Zur  Begründung  dieses  Standpunktes  bringt  die  Beschwerdeführerin im Wesentlichen vor, das in Frage stehende Projekt  sei erforderlich, um der stetigen Verschlechterung der Netzqualität in dem  Gebiet  "Valschgen"  bzw.  "Sersex"  entgegenzuwirken,  die  in  der  Vergangenheit  bereits  zu  unerwünschten  Netzschwankungen  geführt  habe,  welche  die  Sicherheit  für  Personen,  Tiere  und  Sachen  gefährdet  habe. Aus diesem Grund sei das geplante Projekt  für die Sicherstellung  des Erschliessungsanspruchs der Wohnbevölkerung  im Gebiet  "Sersex"  und  Umgebung  unerlässlich.  Hinsichtlich  der  vom  BAFU  vorgeschlagenen erdverlegten Kabelleitung  sei  anzumerken,  dass diese  Variante ungefähr Fr. 1'000'000.­­ mehr kosten würde. Diese Mehrkosten  hätte in erster Linie die Beschwerdeführerin als Elektrizitätsversorgerin zu  tragen, weil  sie diese den betroffenen 18 Endverbraucher nur  zu einem  geringen  Teil  in  Rechnung  stellen  könne  und  eine  Finanzierung  durch 

A­4930/2011 den  Fonds  Landschaft  Schweiz  (FLS)  fraglich  sei.  Das  vom  BAFU  vorgeschlagene  Projekt  würde  damit  den  sicheren  Ruin  der  Beschwerdeführerin  bedeuten.  Im  Übrigen  seien  solche  Mehrkosten  unverhältnismässig, bloss um ein Freikabel zu vermeiden, das am Rande  eines  im  Bundesinventar  der  Landschaften  und  Naturdenkmäler  von  nationaler Bedeutung  (BLN)  aufgenommenen Gebietes  verlaufe.  Soweit  das BAFU im Weiteren vorschlage, das bestehende Stromnetz mit einer  1000  V­Lösung  auszubauen,  sei  darauf  hinzuweisen,  dass  die  Beschwerdeführerin  bereits  versucht  habe,  diese Lösung  zu  realisieren,  jedoch  gescheitert  sei.  Auf  diese  Weise  könne  das  bestehende  Netz  daher  nicht  im  erforderlichen  Umfang  ausgebaut  werden.  Das  eingereichte Bauvorhaben stelle somit die einzige Möglichkeit dar, um die  Energieversorgung  der  Wohnbevölkerung  im  Gebiet  "Sersex"  und  Umgebung  langfristig  zu  zumutbaren  Kosten  sicherzustellen.  In  Abwägung  der  in  Frage  stehenden  Interessen  seien  die  eingereichten  Plangenehmigungsgesuche  daher,  allenfalls  unter  Vorbehalt  der  Einhaltung des gesetzlichen Gewässerschutzabstandes, zu bewilligen. 3.2. Dieser  Argumentation  hält  die  Vorinstanz  entgegen,  die  durch  die  projektierte  Transformatorenstation  "Sersax"  und  die  dazugehörige  16 kV­Übertragungsleitung betroffene Landschaft gehöre zu einem BLN­ Gebiet.  Als  Objekt  des  BLN­Inventars  geniesse  diese  Landschaft  grundsätzlich  ungeschmälerte  Erhaltung  und  grösstmögliche  Schonung.  Deshalb  müssten  laut  der  als  Hilfsmittel  heranzuziehenden  Wegleitung  "Elektrizitätsübertragung  und  Landschaftsschutz"  des  eidgenössischen  Departements  des  Innern  vom  17. November  1980  solche  Gebiete  grundsätzlich unberührt gelassen werden. Die Elektrizitätsversorgung sei,  soweit  erforderlich,  mit  erdverlegten  Kabeln  sicherzustellen.  Unvermeidbare  Freileitungen  seien  möglichst  unauffällig  zu  führen  und  besonders  gut  zu  tarnen.  Die  projektierte  Freileitung  genüge  diesen  Anforderungen  nicht, würde  sie  doch  in  einem Winkel  von  45 Grad  am  Berg  hinaufgezogen  und  damit  im  Gelände  stark  auffallen.  Bei  der  Interessenabwägung  sei  ausserdem  zu  berücksichtigen,  dass  das  betroffene Gebiet  bereits  erschlossen,  die  behauptete Verschlechterung  der Netzqualität nicht belegt sei und das geplante Projekt den minimalen  Gewässerabstand  nicht  einhalte.  Unter  diesen  Umständen  komme  die  Vorinstanz  zum  Schluss,  dass  die  Interessen  des  Landschaftsschutzes  gegenüber dem Interesse der besseren Stromversorgung des betroffenen  Gebietes überwiegen würden, zumal die Beschwerdeführerin nicht bereit  gewesen  sei,  ihre  Gesuche  im  Sinne  der  angeregten  Varianten  zu  ergänzen.

A­4930/2011 4.  Das  Erstellen  oder  Ändern  einer  Starkstromanlage  bedarf  einer  Plangenehmigung  (Art.  16  Abs.  1  EleG).  Im  Rahmen  des  Plangenehmigungsverfahrens  ist  neben  den  einschlägigen  technischen  Bestimmungen  und  Anforderungen  des  Raumplanungsrechts  insbesondere  den  massgeblichen  Vorschriften  über  Natur­  und  Heimatschutz  sowie  dem  Landschafts­,  Umwelt­  und  Gewässerschutz  Rechnung  zu  tragen  (Art. 7  Abs. 1  der  Verordnung  vom  30. März  1994  über  elektrische  Starkstromanlagen  [Starkstromverordnung,  SR 734.2]).  Im  vorliegenden  Fall  steht  die  natur­  und  landschaftschutzrechtliche  Dimension des strittigen Bauvorhabens im Vordergrund. 4.1.  Die  Genehmigung  von  Plänen  für  Werke  und  Anlagen  zur  Beförderung von Energie stellt eine Bundesaufgabe gemäss Art. 2 Abs. 1  Bst. b  des  Bundesgesetzes  vom  1. Juli  1966  über  den  Natur­  und  Heimatschutz  (NHG,  SR 451)  dar.  Bei  der  Erfüllung  dieser  Aufgabe  haben die Behörden dafür zu sorgen, dass die heimatlichen Landschafts­  und Ortsbilder, geschichtliche Stätten sowie Natur­ und Kulturdenkmäler  geschont werden und, wo das allgemeine  Interesse an  ihnen überwiegt,  ungeschmälert  erhalten  bleiben  (BGE 137  II  274  E. 4).  Diese  Pflicht  ist  unabhängig  davon  zu  beachten,  ob  der  Eingriff  in  ein  Objekt  von  nationaler,  regionaler  oder  lokaler Bedeutung  vorgenommen wird  (Art. 3  Abs. 1 und 3  i.V.m. Art. 4 NHG). Für Objekte  von nationaler Bedeutung  gilt  indes  ein  strengeres  Schutzregime,  da  diese  gemäss  Art. 6  Abs.  1  NHG  in  besonderem  Masse  der  ungeschmälerten  Erhaltung  oder  jedenfalls  der  grösstmöglichen  Schonung  bedürfen.  Infolgedessen  darf  ein  Abweichen  von  der  ungeschmälerten  Erhaltung  im  Sinne  des  Inventars  bei  der  Erfüllung  einer  Bundesaufgabe  nur  in  Erwägung  gezogen  werden,  wenn  ihr  gleich­  oder  höherwertige  Interessen  von  ebenfalls nationaler Bedeutung entgegenstehen (Art. 6 Abs. 2 NHG). Zur  Beurteilung dieser Frage müssen alle bedeutsamen  Interessen ermittelt,  beurteilt, gewichtet und im Entscheid möglichst umfassend berücksichtigt  werden  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­7872/2010  vom  17. Oktober 2011 E. 6.2; JÖRG LEIMBACHER, in: Keller/Zufferey/Fahrländer  [Hrsg.],  Kommentar  NHG,  Zürich  1997,  Art. 6  N. 23  f.).  Dabei  ist  insbesondere  zu  prüfen,  ob  bessere,  für  die  Landschaft  schonendere  Alternativen  als  die  geplante  existieren.  Demzufolge  kann  die  Gesetzeskonformität  von  Plangenehmigungsgesuchen  nicht  isoliert,  sondern  stets  nur  mit  Blick  auf  die  bestehenden  Alternativen  geprüft  werden. Dazu  gehören  neben Varianten  des  Leitungstrassees  auch  die  Erdverlegung der Starkstromleitung in einer Kabelanlage (BGE 137 II 274 

A­4930/2011 E. 4, Urteil  des Bundesgerichtes 1C_172/2011 vom 15. November 2011  E. 2.4;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­7872/2011  vom  17. Oktober 2011 E. 8a, je m.w.H.).  4.2. Dass diese Voraussetzungen hinsichtlich eines in einem BLN­Gebiet  geplanten  Werks  zur  Beförderung  von  Energie  oder  einer  entsprechenden  Anlage  erfüllt  sind,  ist mit  der  erforderlichen  Sicherheit  erstellt,  wenn  das  Bundesverwaltungsgericht  gestützt  auf  die  Beweiswürdigung  nach  objektiven  Gesichtspunkten  zur  Überzeugung  gelangt,  dass  die  nationalen  Interessen  an  dessen  Realisierung  die  diesen gegenüberstehenden Erhaltungsinteressen überwiegen oder sich  zumindest  als  gleichwertig  erweisen.  Bleibt  ein  für  die  Interessenabwägung bedeutsames Sachverhaltselement unbewiesen, so  stellt  sich  die  Frage,  wer  die  Folgen  der  Beweislosigkeit  zu  tragen  hat.  Diesbezüglich  gilt  im  Bereich  des  öffentlichen  Rechts  in  Anlehnung  an  Art. 8  des  Schweizerischen  Zivilgesetzbuches  vom  10. Dezember  1907  (ZGB, SR 210) der allgemeine Rechtsgrundsatz, wonach diejenige Partei  das Vorhandensein einer Tatsache zu beweisen hat, die daraus Rechte  ableitet. Demzufolge trägt bei begünstigenden Verfügungen grundsätzlich  der  Ansprecher  die  Beweislast,  während  bei  belastenden  Verfügungen  die Verwaltung beweisbelastet ist (Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes  A­3834/2011  vom 28. Dezember  2011  E. 6.2,  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­6664/2009  vom  29. Juni  2010  E. 5.7.1;  CHRISTOPH  AUER,  in:  Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  VwVG,  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren  [nachfolgend:  Verwaltungsverfahrenskommentar], Zürich/St. Gallen 2008, Art. 12 N. 16,  ANDRÉ  MOSER/MICHAEL  BEUSCH/LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 3.150).  4.3.  Die  Beschwerdeführerin  reichte  am  18. März  2010  Plangenehmigungsgesuche  für  den  Bau  einer  neuen  Transformatorenstation  in  8892  Berschis  (Nr. S­151124)  und  einer  dazugehörigen  16 kV­Übertragungsleitung  zur  bestehenden  Transferstation Galserschein (Nr. L­109766) ein. 4.3.1.  Zur  Realisierung  dieses  Projekts  sind  laut  den  eingereichten  Planunterlagen unter anderem zwei Leitungsmaste zu errichten, einer im  Tal auf einer Höhe von 438 m über Meer, der zweite am oberen Rand der  Felswand  im  Gebiet  "Sersex"  auf  713  m  über  Meer  (vgl.  das  von  der  Beschwerdeführerin  eingereichte  Längenprofil).  Diese  Höhendifferenz  von  287  m  soll  auf  einer  Distanz  von  275  m  mit  einem  Freileitung 

A­4930/2011 überwunden werden. Daraus schliesst die Vorinstanz, dass die  fragliche  Leitung mit einem Winkel von 45 Grad am Berg heraufgezogen werden  soll.  Anlässlich des Augenescheines im Juni 2010 sind die Vertreter des  BAFU sowie des AREG vor diesem Hintergrund zur Auffassung gelangt,  dass  sich  diese  Freileitung  nicht  in  die  landschaftsprägende  Felswand  und  den  Wald  an  dessen  Fusse  eingliedern,  sondern  als  steil  ansteigende  Freileitung  gut  sichtbar  sein  wird  (vgl.  Stellungnahme  des  BAFU vom 12. Juli 2010 und  jene des AREG vom 3. Januar 2011). Das  Gericht  hat  keinen Anlass,  an  der Richtigkeit  dieser  auf  den  relevanten  Sachverhaltselementen basierenden Einschätzung der Fachbehörden zu  zweifeln.  Mit  der  Vorinstanz  ist  folglich  davon  auszugehen,  dass  das  strittige Bauvorhaben eine Freileitung von 275 m beinhaltet, die in einem  Winkel  von  45  Grad  von  438  m  über  Meer  an  den  oberen  Rand  der  dortigen  Felswand  auf  713  m  über  Meer  geführt  werden  soll  und  sich  nicht harmonisch in die betroffene Gebirgslandschaft einfügt. 4.3.2.  Diese  Freileitung  plant  die  Beschwerdeführerin  im  BLN­Objekt  Nr. 1613  "Speer­Churfirsten­Alvier"  zu  realisieren.  Die  Bedeutung  des  betroffenen  Gebietes  wird  in  der  massgeblichen  Objektbeschreibung  dahingehend  umschrieben,  dass  es  sich  hierbei  um  eine  markante  Gebirgslandschaft  von  beeindruckender  Schönheit  handle,  die  geologisch, floristisch und touristisch gleichermassen von Bedeutung sei.  Bezeichnend für sie sei ein prachtvoll ausgeschlossenes Querprofil durch  Stratigraphie  und  Tektonik  des  Alpenrandes  (abrufbar  unter:  http://www.ba­ fu.admin.ch/ > Themen > BLN > Objektbeschreibung > 16  Zentraler  und  östlicher  Alpennordhang,  besucht  am  11. Januar  2012).  Diese  Gebirgslandschaft  wird  durch  die  von  der  Beschwerdeführerin  projektierte Freileitung, die gut sichtbar, in einem Winkel von 45 Grad an  der  Felswand  empor  gezogen werden  soll,  beeinträchtigt. Das  geplante  Bauvorhaben  erweist  sich  somit  als  schutzzielrelevant.  Bei  dieser  Ausgangslage  darf  es  nur  bewilligt  werden,  wenn  die  für  dessen  Realisierung sprechenden na­tionalen Interessen die entgegenstehenden  Erhaltungsinteressen  unter  Berücksichtigung  sämtlicher  relevanten  Umstände  überwiegen  oder  zumindest  gleichwertig  erscheinen.  Dies  setzt insbesondere voraus, dass keine alternative Projekte existieren, die  weniger stark als das geplante in das BLN­Objekt Nr. 1613 eingreifen. 4.4. Die Beschwerdeführerin macht  geltend,  die Netzstabilität  im Gebiet  "Sersex" und Umgebung sei infolge zunehmender Überlastung gefährdet.  Zum Beweis dieser Behauptung hat sie mehrere  im Juni 2009 verfasste  Schreiben eingereicht, in denen sie Endverbraucher auf die ungenügende 

A­4930/2011 Netzqualität  im  Gebiet  "Sersex"  hinweist  (Beilagen  11.1.,  11.3.,  11.4,  11.5,  11.6,  11.7).  Diese  Schreiben  vermögen  die  Behauptung  der  Beschwerdeführerin  zur  Qualität  der  Stromversorgung  im  betroffenen  Gebiet  nicht  nachzuweisen,  widerspiegeln  sie  doch  lediglich  die  entsprechende Auffassung der Beschwerdeführerin. Weitere Beweismittel  zu  diesem Punkt  liegen  nicht  vor.  Bei  dieser  Sachlage  ist  nicht  erstellt,  dass  das  geplante  Bauvorhaben  für  die  Gewährleistung  einer  angemessenen  Stromversorgung  im  Gebiet  "Sersex"  und  Umgebung  erforderlich  ist.  Ebenso  wenig  nachgewiesen  ist  die  Behauptung  der  Beschwerdeführerin,  die  Verstärkung  des  existierenden  Netzes  durch  eine 1000 kV­Leitung lasse sich technisch nicht realisieren. Zum Beweis  dieser  Behauptung  wie  auch  jener,  wonach  die  vorgeschlagene,  erdverlegte Kabelleitung Fr. 1'000'000.­­ kosten würde, liegt kein einziges  Beweismittel  im  Recht.  Infolgedessen  steht  nicht  fest,  dass  keine  alternativen Projekte existieren, die weniger stark als das geplante in das  BLN­Objekt  Nr. 1613  eingreifen  würden.  Die  Folgen  dieser  Beweislosigkeit  hat die Beschwerdeführerin als begünstigte Partei eines  positiven Plangenehmigungsentscheides zu tragen.  4.5.  Dieser  Beweislage  ist  sie  sich  durchaus  bewusst.  Deshalb  hat  sie  sowohl in ihrer Beschwerdeschrift als auch in ihren Schlussbemerkungen  verlangt,  hinsichtlich  dieser  Tatsachenbehauptungen  eine  Expertise  einzuholen und einen Augenschein durchzuführen. 4.5.1. Im Verwaltungsverfahren sind die Behörden gemäss Art. 12 VwVG  verpflichtet,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  von  Amtes  wegen  festzustellen.  Dieser  sog.  Untersuchungsgrundsatz  prägt  ebenfalls  das  Beschwerdeverfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (Art. 37  VwVG).  Zwar  muss  dieses  den  massgeblichen  Sachverhalt  nicht  zwingend  von  Amtes  wegen  abklären  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­342/2008  vom  23. Juni  2008  E. 4.2.;  ISABELLE HÄNER, Die Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts, in:  Häner/Waldmann  [Hrsg.],  Das  erstinstanzliche  Verwaltungsverfahren,  Zürich/Basel/Genf  2008,  S. 41  f.).  Es  hat  jedoch  die  Feststellungen  der  Vorinstanz auf ihre Richtigkeit und Vollständigkeit hin zu überprüfen (vgl.  dazu  ausführlich:  E. 2).  Sodann  sind  im  Beschwerdeverfahren  neue  Sachumstände,  die  sich  zeitlich  vor  oder  erst  im  Laufe  des  Rechtsmittelverfahrens  zugetragen  haben,  im  Rahmen  des  Streitgegenstandes  zu  berücksichtigen.  Dasselbe  gilt  für  neue  Beweismittel  (Urteil  des  Bundesveraltungsgerichts  A­342/2008  vom  23. Juni  2008  E. 4.2.2;  BERNHARD  WALDMANN/JÜRG  BICKEL, 

A­4930/2011 Verwaltungsverfahrenskommentar,  Art. 32  N. 1  ff.,  MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.204).  4.5.2.  Dieser  Untersuchungsgrundsatz  wird  durch  Art. 13  VwVG  allerdings dahingehend relativiert, als sich die Parteien unter bestimmten  Umständen  an  der  Ermittlung  des  rechtserheblichen  Sachverhaltes  zu  beteiligen  haben.  Laut  Abs. 1  Bst.  a  dieser  Bestimmung  gilt  dies  insbesondere,  wenn  sie  das  Verfahren  durch  ein  eigenes  Begehren  eingeleitet haben oder darin eigene Rechte geltend machen (PATRICK L.  KRAUSKOPF/KATRIN EMMENEGGER,  in: Waldmann/ Weissenberger  [Hrsg.],  VwVG,  Praxiskommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren  [nachfolgend  zitiert:  Praxiskommentar  VwVG],  Zürich/Basel/Genf  2009,  Art. 13  N. 10  f.,  RENÉ  RHINOW/HEINRICH  KOLLER/CHRISTINA  KISS/DANIELA  THURNHERR/DENISE  BRÜHL­MOSER,  Öffentliches Prozessrecht, Grundlagen und Bundesrechtspflege, 2. Aufl.,  Basel 2010, Rz. 1208 f.). Für das Plangenehmigungsverfahren wird diese  Regelung  in  Art. 16b  EleG  konkretisiert.  Danach  ist  das  Plangenehmigungsgesuch  mit  den  erforderlichen  Unterlagen  bei  der  Genehmigungsbehörde einzureichen. Diese prüft die Unterlagen auf ihre  Vollständigkeit  und  verlangt  allenfalls  Ergänzungen.  Das  Ausmass  der  daraus  abzuleitenden  Mitwirkungspflicht  richtet  sich  nach  der  Zumutbarkeit  und  der  Verhältnismässigkeit  (CHRISTOPH  AUER,  Verwaltungsverfahrenskommentar,  Art. 13  N.  6).  Dieser  Mitwirkungspflicht  der  Parteien  steht  eine  Aufklärungspflicht  der  zuständigen Behörden gegenüber. Diese haben die Betroffenen darüber  zu  informieren,  worin  ihre  Mitwirkungspflicht  besteht  und  welche  Beweismittel  sie  beizubringen haben  (BGE 132  II  113 E. 3.2, Urteil  des  Bundesgerichtes 2C_388/2008 vom 16. Dezember 2008 E. 4.1; Urteil des  Bundesverwaltungsgerichtes  A­4597/2009  vom  17. Juni  2010  E. 2.7.2;  AUER,  Verwaltungsverfahrenskommentar,  Art. 13  N. 10,  MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O.,  Rz. 3.120).  Verweigert  eine  Partei  die  gebotene  Mitwirkung,  so  kann  die  Behörde  auf  ihr  Gesuch  in  Ausnahmefällen  nicht  eintreten  (Art. 13  Abs.  2  VwVG,  AUER,  Verwaltungsverfahren, Art. 13 N. 24). Im Regelfall hat sie dem Verhalten  der  mitwirkungspflichtigen  Partei  indes  im  Rahmen  der  freien  Beweiswürdigung Rechnung zu  tragen  (Art. 19 VwVG  i.V.m. Art. 40 des  Bundesgesetzes  vom  4. Dezember  1947  über  den  Bundeszivilprozess  [BZP, SR 273]).  4.6.  Die  Beschwerdeführerin  hat  am  18.  März  2010  zwei  Plangenehmigungsgesuche auf den von der Vorinstanz zu diesem Zweck 

A­4930/2011 herausgegebenen  Formularen  vollständig  ausgefüllt  unter  Beilage  der  Projektpläne  eingereicht.  Diese  Gesuche  hat  sie  Ende  2010  auf  entsprechende Aufforderung hin insofern ergänzt, als sie gegenüber dem  AREG  begründet  hat,  weshalb  sie  einen  Mast  in  Unterschreitung  des  geltenden  Gewässerabstandes  projektiert  hat.  Damit  weisen  die  fraglichen  Gesuche  die  konstitutiven  Elemente  von  Plangenehmigungsgesuchen  auf.  Die  Vorinstanz  ist  darauf  folglich  zu  Recht  eingetreten  und  hat  das  BAFU,  AREG  sowie  BAZL  zur  Stellungnahme  aufgefordert  sowie  einen  Augenschein  durchgeführt.  Im  Lichte  der  dadurch  gewonnenen  Erkenntnisse  hat  sie  der  Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 28. Januar 2011 im Wesentlichen  mitgeteilt,  die  festgestellte  Beeinträchtigung  der  Avifauna  und  des  landschaftlich geschützten Gebiets sei derart, dass sie mit dem Gebot der  grösstmöglichen  Schonung  nicht  vereinbar  sei  (Art. 6  Abs. 1  NHG).  Entsprechend  sei  es  erforderlich,  alternative  Projekte  zur  geplanten  Freileitung  zu  prüfen. Das BAFU  und  der  Kanton St. Gallen  erachteten  das  Projekt  zurzeit  wegen  der  hiermit  verbundenen  landschaftlichen  Beeinträchtigung nicht als genehmigungsfähig.  Im Übrige beantrage das  AREG,  die  projektierte  Unterschreitung  des  gemäss  kantonaler  und  kommunaler Gesetzgebung  vorgesehenen Gewässerabstandes  nicht  zu  bewilligen. Unter diesen Umständen komme die Vorinstanz zum Schluss,  dass das eingereichte Projekt  den gesetzlichen Anforderungen über die  Raumplanung  und  den  Natur­  und  Heimatschutz  nicht  entspreche.  Die  Beschwerdeführerin habe die Möglichkeit,  ihre Gesuche bis zum 30. Mai  2011 zu überarbeiten oder zurückzuziehen. Andernfalls diese kostenfällig  abgewiesen  würden.  Mit  diesem  Schreiben  hat  die  Vorinstanz  die  Beschwerdeführerin  unmissverständlich  angehalten,  alternative  Projektvarianten  zur  geplanten  einzureichen  und  das  geplante  Bauvorhaben  im  Hinblick  auf  die  festgestellte  Unterschreitung  des  massgeblichen Gewässerabstandes zu überarbeiten.  4.6.1. Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden. Die Vorinstanz ist nach  dem  vorangehend  Ausgeführten  berechtigt  und  verpflichtet,  die  Beschwerdeführerin  anzuhalten,  sich  an  den  erforderlichen  Beweiserhebungen  zu  beteiligen.  Wenn  sie  diese  zu  diesem  Zweck  auffordert,  alternative  Projektvarianten  einzureichen  und  das  geplante  Projekt  im  Hinblick  auf  eine,  nach  ihrer  Auffassung  bestehende  Gesetzeswidrigkeit  zu  überarbeiten,  so  hat  sie  der  Beschwerdeführerin  weder  eine  unzumutbare  noch  unverhältnismässige  Mitwirkungspflicht  auferlegt,  sind  doch  hiermit  keine  übermässigen Kosten  verbunden  und  hat die Beschwerdeführerin als für das betroffene Gebiet verantwortliche 

A­4930/2011 Energieversorgerin ein wirtschaftliches Interesse an der Optimierung des  in  Frage  stehenden  Stromnetzes.  Die  Vorinstanz  durfte  die  Beschwerdeführerin  folglich  in  Konkretisierung  der  ihr  obliegenden  Mitwirkungspflicht  verpflichten,  entsprechende  Unterlagen  einzureichen.  Dies  bedeutet,  dass  sie  in  dieser  Beziehung  keine  Beweisführungslast  trifft. Für das Bundesverwaltungsgericht besteht kein Anlass, auf diesen  Entscheid  zurückzukommen  und  alternative  Projekte  durch  die  beantragte  Expertise  evaluieren  zu  lassen  und/oder  hierzu  einen  Augenschein  durchzuführen.  Die  entsprechenden  Beweisanträge  sind  daher  abzuweisen.  Soweit  die  Beschwerdeführerin  im Weiteren  fordert,  über  die  Qualität  der  Stromversorgung  im  Gebiet  "Sersex"  und  Umgebung  eine  Expertise  einzuholen,  kann  darauf  in  antizipierter  Beweiswürdigung  verzichtet  werden,  da  die  strittigen  Plangenehmigungsgesuche  –  wie  nachfolgend  zu  zeigen  sein  wird –  unabhängig von der Frage der Qualität der bestehenden Netzversorgung  abzuweisen sind ( vgl. dazu: BGE 134 I 140 E. 5.3).  4.6.2.  Das  geplante  Luftkabel  führt,  wie  dargelegt,  zu  einer  Beeinträchtigung  des  BLN­Objektes  Nr. 1613.  Dass  zu  diesem  Projekt  kein  weniger  weitgehend  in  die  schützenswerte  Gebirgslandschaft  eingreifendes  und  dem  Interesse  an  der  Stromversorgung  ebenso  gut  dienendes  Projekt  existiert,  kann  aufgrund  der  Aktenlage  nicht  ausgeschlossen  werden.  Bei  dieser  Sachlage  hat  die  Vorinstanz  die  fraglichen  Plangenehmigungsgesuche  zu  Recht  ohne  weitere  Sachverhaltsabklärungen  abgewiesen,  da  dieses  Vorgehen  selbst  dann  unerlässlich  wäre,  wenn  das  geplante  Projekt  für  die  Gewährleistung  einer  angemessenen  Stromversorgung  erforderlich  sein  sollte  und  sich  eine  Unterschreitung  des  geltenden  Gewässerabstandes  unter  den  gegebenen Umständen rechtfertigen liesse.  5. Zusammenfassend  kann  damit  festgehalten  werden,  dass  der  von  der  Beschwerdeführerin  geplante  Bau  einer  neuen  Transformatorenstation,  genannt  "Sersax",  in  8892  Berschis  (Nr. S­151124),  und  einer  dazugehörigen  16 kV­Übertragungsleitung  zur  bestehenden  Transferstation Galserschein (Nr. L­109766) schutzzielrelevant ist. Dieses  Projekt  darf  daher  nur  realisiert  werden,  wenn  die  dafür  sprechenden  nationalen  Interessen  die  gegenläufigen  Erhaltungsinteressen  überwiegen.  Dass  diese  Voraussetzungen  im  vorliegenden  Fall  erfüllt  sind,  ist  aufgrund  der  Aktenlage  nicht  erstellt.  Unter  diesen Umständen  hat  die  Vorinstanz  die  Plangenehmigungsgesuche  der 

A­4930/2011 Beschwerdeführerin  Nr. S­151124  und  Nr. L­109766  zu  Recht  abgewiesen. Die  dagegen erhobene Beschwerde erweist  sich  demnach  als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. 6. Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  gilt  die  Beschwerdeführerin  als  unterliegende  Partei,  weshalb  sie  die  Verfahrenskosten  zu  tragen  hat  (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 3'000.­­ (Art. 1 ff.  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgerichts  [VGKE,  SR 173.320.2])  festgelegt  und  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  in  gleicher  Höhe  verrechnet.  Eine  Parteientschädigung  ist  bei  diesem  Verfahrensausgang nicht geschuldet (Art. 64 Abs. 1 VwVG). 

A­4930/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Der  Beschwerdeführerin  wird  eine  Gerichtsgebühr  von  Fr. 3'000.­­  auferlegt. Sie wird nach Eintritt  der Rechtskraft des vorliegenden Urteils  mit dem Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet.  3.  Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4.  Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref­Nr. L­214275; S­151124; Einschreiben) – das Departement UVEK (Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Christoph Bandli Christa Baumann Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die  Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren,  deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu  enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit  sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:

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