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Bundesverwaltungsgericht 20.01.2012 A-4582/2010

20 janvier 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·3,256 mots·~16 min·2

Résumé

Personensicherheitsprüfungen | Personensicherheitsprüfung

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung I A­4582/2010 Urteil   v om   2 0 .   J a nua r   2012 Besetzung Richter Christoph Bandli (Vorsitz), Richter Alain Chablais, Richterin Kathrin Dietrich, Gerichtsschreiber Andreas Meier. Parteien A._______ vertreten durch Fürsprecher Thomas Marfurt, Beschwerdeführer,  gegen Fachstelle für Personensicherheitsprüfungen im Bereich  Informations­ und Objektsicherheit (IOS), Papiermühlestrasse 20, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Personensicherheitsprüfung.

A­4582/2010 Sachverhalt: A.  A._______  arbeitete  seit  2006  als  (…)  im  Oberauditorat  des  Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS). Da  er  in  dieser  Funktion  regelmässigen  Zugang  zu  VERTRAULICH  klassifizierten Informationen hat, wurde anlässlich seiner Anstellung eine  Personensicherheitsprüfung  (Grundsicherheitsprüfung)  durchgeführt. Die  Fachstelle  für  Personensicherheitsprüfungen  im Bereich  Informatik­  und  Objektsicherheit  (Fachstelle  IOS;  nachfolgend:  Fachstelle)  erachtete  A._______  nicht  als  Sicherheitsrisiko  und  erliess  am  6. Juli  2006  eine  positive Risikoverfügung. Mitte  2008  leitete  das Generalsekretariat  VBS  sodann  eine  erweiterte  Sicherheitsprüfung  durch  die  Fachstelle  ein,  da  A._______  auch  regelmässigen  Zugang  zu  GEHEIM  klassifizierten  Informationen habe. A._______ gab am 27. Mai 2008 auf dem Formular  "Personensicherheitsprüfung  für  Angestellte  des  Bundes"  seine  Zustimmung  zur  Durchführung  dieser  Sicherheitsprüfung  und  zur  Datenerhebung durch die Fachstelle. B.  Die Fachstelle erlangte während des Verfahrens Kenntnis von mehreren  strafrechtlich  relevanten  Vorfällen:  Am  18. September  1995  wurde  A._______ vom (…) der Urkundenfälschung, begangen im Frühjahr 1995  durch  Herstellen  einer  Anwohnerparkkarte  für  die  "Blaue  Zone",  sowie  des  mehrfachen  Nichtanbringens  der  Parkscheibe  in  Blauer  Zone  schuldig  gesprochen. Er wurde  zu  einer Gefängnisstrafe  von  14 Tagen,  bedingt  auf  zwei  Jahre,  und  einer Busse  von Fr. 150  verurteilt.  Sodann  sprach  das  (…)  per  Strafmandat  vom  12. Februar  1999  wegen  mehrfacher  Urkundenfälschung  eine  bedingte  Gefängnisstrafe  von  10 Tagen aus,  bei  einer Probezeit  von drei  Jahren. A._______ hatte  im  Oktober 1998 selber Kehrichtgebührenmarken hergestellt  (zwei Bögen à  fünf  Stück)  und  sieben  der  gefälschten  Marken  auf  Kehrichtsäcke  aufgeklebt.  Schliesslich  wurde  ihm  am  27. Dezember  2012  noch  eine  Busse  von  Fr. 40.–  wegen  Missachtung  eines  richterlichen  Verbots  (Parkieren auf Privatgrund) auferlegt. Weiter  stellte  die  Fachstelle  fest,  dass  gemäss  Betreibungsregisterauszug  vom  10. Juli  2008  von  der  Steuerverwaltung  eine  Betreibung  über  Fr. 1'412.–  gegen  A._______  eingeleitet  worden  war und dieser dagegen Rechtsvorschlag erhoben hatte.

A­4582/2010 C.  Am 6. August 2009 führte die Fachstelle eine persönliche Befragung von  A._______ durch. D.  Anlässlich  der  persönlichen  Befragung  gab  A._______  auf  den  Formularen  "Fristverlängerung  zur  Datenerhebung"  und  "Ermächtigung  zur  Befragung  von  Drittpersonen"  seine  Zustimmung  zu  einer  weiteren  Datenerhebung.  Gemäss  dem  von  der  Fachstelle  gleichentags  per  Fax  eingeholten Betreibungsregisterauszug vom 6. August 2009 waren keine  Betreibungen mehr registriert. E.  Mit Schreiben vom 3. März 2010 teilte die Fachstelle A._______ mit, sie  beabsichtige  eine  Risikoverfügung  mit  Auflagen  oder  eine  negative  Risikoverfügung zu erlassen, und begründete dies ausführlich. Sie setzte  A._______  Frist  an,  um  eine  schriftliche  Stellungnahme  und  allenfalls  Beweismittel  einzureichen.  A._______  äusserte  sich  gegenüber  der  Fachstelle mit Schreiben vom 15. März 2010. F.  Am  20. Mai  2010  erliess  die  Fachstelle  eine  negative  Risikoverfügung.  Sie  hielt  im  Dispositiv  fest,  A._______  werde  als  Sicherheitsrisiko  im  Sinne  von  BWIS  und  PSPV  erachtet  (Ziff. 1).  Von  seiner  Weiterverwendung  in  der  Funktion  als  (…)  im  Oberauditorat  sei  abzusehen  (Ziff. 2).  Von  der  Weiterverwendung  in  einer  sicherheitsempfindlichen  Funktion  im  VBS  sei  generell  abzusehen  (Ziff. 3).  Es  dürfe  ihm  kein  Zugang  zu  VERTRAULICH  und  GEHEIM  klassifizierten  Informationen,  militärischen  Anlagen  oder  Materialien  gewährt werden (Ziff. 4). G.  Am  21. Juni  2010  erhebt  A._______  (nachfolgend:  Beschwerdeführer)  Beschwerde  ans  Bundesverwaltungsgericht  mit  dem  Begehren,  die  negative Risikoverfügung vom 20. Mai 2010 sei aufzuheben. Der Beschwerdeführer führt unter anderem aus, dass die Verurteilungen  längst  aus  dem  Strafregister  gelöscht  sein  müssten  und  deshalb  auch  von der Fachstelle (nachfolgend: Vorinstanz) nicht mehr hätten beachtet  werden  dürfen.  Insgesamt  rügt  er  neben  der  Unrechtmässigkeit  der 

A­4582/2010 Verfügung  die  Verletzung  allgemeiner  Verfahrensgarantien  und  des  Willkürverbots. H.  Der  Beschwerdeführer  stellte  in  der  Beschwerdeschrift  zudem  den  Antrag, das Beschwerdeverfahren sei vorläufig zu sistieren, da versucht  werde,  eine  einvernehmliche  Lösung  zwischen  Arbeitgeber  und  Beschwerdeführer  zu  finden.  In  der  Folge  sistierte  das  Bundesverwaltungsgericht  das  Verfahren  längstens  bis  zum  23. August  2010;  auf  entsprechende  Begehren  des  Beschwerdeführers  wurde  die  Sistierung mehrmals verlängert, letztmals bis zum 2. Mai 2011. Nachdem  der  Beschwerdeführer  am  2. Mai  2011  erneut  die  Verlängerung  der  Verfahrenssistierung  beantragt  hatte,  forderte  das  Bundesverwaltungsgericht mit  Zwischenverfügung  vom 5. Mai  2011 den  Oberauditor als Arbeitgeber auf, Auskunft  in zeitlicher Hinsicht über den  Stand  der  arbeitsrechtlichen  Verhandlungen mit  dem Beschwerdeführer  zu  geben.  Das  Oberauditorat  teilte  darauf  mit  Schreiben  vom  11. Mai  2011  mit,  dass  der  Beschwerdeführer  seit  Eröffnung  der  negativen  Risikoverfügung  nicht  mehr  im  Oberauditorat,  sondern  (Angaben  zum  aktuellen  Arbeitsort)  arbeite.  Der  öffentlich­rechtliche  Arbeitsvertrag  mit  dem  Oberauditor  sei  nicht  aufgelöst  worden.  Dem  Beschwerdeführer  werde  (vom  zukünftigen  Arbeitgeber)  zugesichert,  dass  er  ab  ca.  Mitte  2012  (eine  bestimmte  Stelle)  übernehmen  könne.  Die  Vertragsmodalitäten würden unmittelbar vor dem Stellenantritt festgelegt.  Der  Beschwerdeführer  erklärte  darauf  in  seiner  Stellungnahme  vom  25. Mai 2011, dass auf die Verfahrenssistierung verzichtet werde. I.  Ebenfalls am 25. Mai 2011 reichte der Beschwerdeführer ein Gesuch um  Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ein. Mit Zwischenverfügung  vom 23. Juni 2011 wies das Bundesverwaltungsgericht das Gesuch ab. J.  Die  Vorinstanz  reicht  dem  Bundesverwaltungsgericht  7. Juli  2011  ihre  Vernehmlassung  zur  Beschwerde  ein  und  beantragt,  diese  sei  abzuweisen. K.  Der Beschwerdeführer hält  in seiner Stellungnahme vom 16. September  2011 am Antrag fest, die Verfügung der Vorinstanz sei aufzuheben.

A­4582/2010 L.  Auf die Vorbringen der Parteien im Einzelnen und die sich bei den Akten  befindlichen Schriftstücke wird, soweit für den Entscheid relevant,  in den  nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1.  Das  Bundesverwaltungsgericht  beurteilt  gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  (VGG,  SR 173.32)  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom  20. Dezember  1968  (VwVG,  SR 172.021),  sofern  sie  von  Behörden  erlassen  wurden,  die  gemäss  Art. 33 VGG als Vorinstanzen gelten, und überdies keine Ausnahme nach  Art. 32 VGG vorliegt. Die Fachstelle IOS ist eine Organisationseinheit des  Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS). Sie  gehört  somit  zu  den  Behörden  nach  Art. 33  Bst. d  VGG  und  ist  daher  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Die  Personensicherheitsprüfung  fällt  nicht  unter  die  Ausnahme  von  Art. 32  Abs. 1  Bst. a  VGG  betreffend  das  Gebiet  der  inneren  und  äusseren  Sicherheit  (vgl.  THOMAS  HÄBERLI,  in:  Basler  Kommentar  zum  Bundesgerichtsgesetz,  2. Auflage,  Basel  2011,  Art. 83  Rz. 24  sowie  HANSJÖRG  SEILER,  in:  Seiler  /  von  Werdt  /  Güngerich  [Hrsg.]  Handkommentar  zum  Bundesgerichtsgesetz  [BGG],  Bern  2007,  Art. 83  Rz. 17 mit weiteren Hinweisen). Das Bundesverwaltungsgericht  ist damit  zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig (vgl. auch Art. 21  Abs. 3  des  Bundesgesetzes  vom  21. März  1997  über Massnahmen  zur  Wahrung der inneren Sicherheit [BWIS, SR 120]). 1.2. Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht  richtet sich nach  dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). 1.3. Zur Beschwerde ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG berechtigt, wer vor der  Vorinstanz  am  Verfahren  teilgenommen  hat  oder  keine  Möglichkeit  zur  Teilnahme  erhalten  hat,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  ist  und  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  oder  Änderung hat. Der Beschwerdeführer ist als Adressat der angefochtenen  Verfügung  durch  diese  besonders  berührt.  Auch  hat  er  ein  schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung. Zwar wird 

A­4582/2010 er (…) weiterbeschäftigt, doch sind die genauen Anstellungsbedingungen  noch  nicht  bekannt.  Aufgrund  der  negativen  Risikoverfügung  ist  zudem  auch  die  Möglichkeit  zukünftiger  Stellenwechsel  eingeschränkt.  Der  Beschwerdeführer ist somit zur Beschwerde legitimiert. 1.4. Auf  die  im Übrigen  frist­  und  formgerecht  eingereichte Beschwerde  (vgl. Art. 50 und Art. 52 VwVG) ist daher einzutreten. 2.  Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf  Rechtsverletzungen,  einschliesslich  unrichtiger  oder  unvollständiger  Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der  Ausübung des Ermessens  (Art. 49 Bst. a  und b VwVG). Weiter  prüft  es  die Verfügung auf Unangemessenheit (Art. 49 Bst. c VwVG). Es darf sein  eigenes Gutdünken jedoch nicht ohne hinreichenden Grund an die Stelle  des  Ermessens  der  Vorinstanz  setzen,  da  diese  über  spezielle  Fachkenntnisse  verfügt.  Auch  hat  das  Bundesverwaltungsgericht  den  Massstab  für  sicherheitsrelevante  Bedenken  nicht  selber  zu  definieren  (Urteil  des  Bundesgerichts  2A.705/2004  vom  16. März  2005  E. 3.1  mit  Hinweisen).  Daher  auferlegt  sich  das  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich eine gewisse Zurückhaltung. Soweit die Überlegungen der  Vorinstanz als sachgerecht erscheinen, greift es nicht in deren Ermessen  ein (vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A­6275/2010  vom  27. April  2011  E. 2  mit  weiteren  Hinweisen;  vgl.  auch  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts A­5050/2011 vom 12. Januar 2012 E. 2). 3.  3.1.  Der  Beschwerdeführer  rügt  in  der  Beschwerdeschrift  zunächst,  er  habe  die  Vorinstanz  mit  Schreiben  vom  9.   Juni  2010,  d.h.  während  laufender  Beschwerdefrist,  um  Einsicht  in  die  Akten  ersucht.  Die  Vorinstanz  habe  nicht  darauf  reagiert  und  ihm  damit  das  Akteneinsichtsrecht  verweigert.  Somit  sei  das  rechtliche  Gehör  verletzt  worden und die Verfügung nur schon aus diesem Grund aufzuheben. Wie  sich  aus  den  Vorakten  ergibt,  hat  die  Vorinstanz  die  Akten  dem  Beschwerdeführer  tatsächlich  erst  am  23. Juni  2010  zugestellt,  als  die  Rechtsmittelfrist bereits abgelaufen und die Beschwerde eingereicht war.  Die  Vorinstanz  führt  in  ihrer  Vernehmlassung  dazu  aus,  die  zuständige  Person  habe  sich  im  Militärdienst  befunden  und  ihr  Stellvertreter  habe  das Gesuch bedauerlicherweise nicht bearbeitet.

A­4582/2010 3.2.  Der  Anspruch  der  Parteien  auf  rechtliches  Gehör  wird  in  Art. 29  Abs. 2  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101)  garantiert.  In  Bezug  auf  das  Verwaltungsverfahren  wird  er  in  Art. 26  bis  33  VwVG  konkretisiert.  Die  Parteien haben insbesondere das Recht, vor dem Erlass einer Verfügung  angehört zu werden, und die Behörde hat ihren Entscheid zu begründen.  Unter  anderem  Umfasst  der  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  auch  das  Recht  auf  Akteneinsicht  (vgl.  Art. 26  VwVG).  Im  Verfahren  der  Personensicherheitsprüfung  ist  insbesondere  auch die Tonaufzeichnung  der persönlichen Befragung zu den Akten zu legen (vgl. BGE 130 II 473  E. 4.5).  Der  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  ist  formeller  Natur;  eine  Verletzung  führt  zur  Aufhebung  des  angefochtenen  Entscheids,  unabhängig davon, ob die Gewährung des rechtlichen Gehörs etwas am  Ausgang  des  Verfahrens  geändert  hätte  (vgl.  BGE  127 V  431 E. 3d/aa  mit Hinweis; vgl. auch Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A­1291/2011  vom 3. Oktober 2011 E 3.1 mit Hinweisen). 3.3. Vorliegend hat die Vorinstanz dem Beschwerdeführer  im Sinne von  Art. 20  Abs. 1  aPSPV  Gelegenheit  geboten,  zum  Ergebnis  der  Abklärungen  schriftlich  Stellung  zu  nehmen  und  ihm  dadurch  das  rechtliche  Gehör  grundsätzlich  gewährt.  Der  Beschwerdeführer  hat  im  Rahmen  des  Verfahrens,  welches  dem  Entscheid  der  Vorinstanz  vorausgegangen  ist,  kein  Gesuch  um  Akteneinsicht  gestellt.  Vielmehr  geht  es  vorliegend  um  das  späte  bzw.  verspätete  Gewähren  der  nachträglichen  Akteneinsicht,  welche  für  das  Ergreifen  eines  Rechtsmittels  von  Bedeutung  ist  (vgl.  BERNHARD WALDMANN  / MAGNUS  OESCHGER,  in:  Waldmann  /  Weissenberger  (Hrsg.),  Praxiskommentar  zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich / Basel / Genf  2009, Art. 26 Rz. 86 mit Hinweisen). Ein Akteneinsichtsrecht nach Art. 26  Abs. 1 VwVG besteht, solange die Rechtsmittelfrist noch nicht abgelaufen  ist  (vgl.  STEPHAN  C.  BRUNNER,  in:  Auer  /  Müller  /  Schindler  (Hrsg.),  Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich  /  St. Gallen  2008,  Art. 26  Rz. 16  mit  Hinweisen;  BERNHARD WALDMANN  /  MAGNUS OESCHGER, a.a.O., Art. 26 Rz. 48, Fussnote 116 mit Hinweisen).  Die  Vorinstanz  wollte  die  nachträgliche  Akteneinsicht  indessen  nicht  verweigern,  sondern  es  ist  ihr  ein  Fehler  unterlaufen.  Der  Beschwerdeführer  hat  das Gesuch  erst  ziemlich  spät  gestellt  und  dann  auch nicht mehr nachgefragt.  Eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs  kann  im  Beschwerdeverfahren  ausnahmsweise  "geheilt"  werden,  wenn 

A­4582/2010 der Berechtigte noch die Möglichkeit hat, sich eingehend zu äussern und  der Beschwerdeinstanz eine Prüfung  im gleichen Umfang wie durch die  Vorinstanz möglich  ist  (vgl.  BGE 133  I  201 E. 2.2  und BGE 127 V  431  E. 3d/aa mit Hinweis; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A­1291/2011  vom  3. Oktober  2011  E. 3.2  mit  Hinweisen;  vgl.  auch  BGE  137  I  195  E. 2.3.2). Die Akten  lagen  dem Beschwerdeführer  zum Zeitpunkt  seiner  Stellungnahme ans Bundesverwaltungsgericht  vom 16. September 2011  vor und dieser hatte damit die Möglichkeit, noch auf Aspekte einzugehen,  welche sich erst nach dem Aktenstudium ergeben haben. Er bringt solche  Aspekte indessen nicht vor und macht auch nicht geltend, dass ihm durch  die späte Aktenzustellung Nachteile erwachsen seien.  In einem solchen  Fall  kann  die Verletzung  des  rechtlichen Gehörs  als  geheilt  gelten  (vgl.  dazu  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­4116/2011  vom  8. Dezember  2011  E.  4.3).  Die  angefochtene  Verfügung  ist  damit  in  materieller Hinsicht zu prüfen. 4.  Ziel der Personensicherheitsprüfung  ist es, bei Personen, die eine nach  Art. 19  Abs. 1  Bst.  a­e  BWIS  sensible  Arbeit  verrichten  oder  verrichten  würden,  Sicherheitsrisiken  aufzudecken.  Nach  Art. 20  Abs. 1  BWIS  werden im Rahmen der Personensicherheitsprüfung sicherheitsrelevante  Daten  über  die  Lebensführung  der  betroffenen  Person  erhoben,  insbesondere über  ihre engen persönlichen Beziehungen und  familiären  Verhältnisse,  ihre  finanzielle  Lage,  ihre  Beziehungen  zum  Ausland  und  Aktivitäten,  welche  die  innere  oder  die  äussere  Sicherheit  in  rechtswidriger  Weise  gefährden  können.  Über  die  Ausübung  verfassungsmässiger Rechte werden keine Daten erhoben. Gemäss dem  Zweckartikel  von  Art. 1  BWIS  dient  das  Gesetz  der  Sicherung  der  demokratischen  und  rechtsstaatlichen  Grundlagen  der  Schweiz  sowie  dem Schutz der Freiheitsrechte  ihrer Bevölkerung. Der Bundesrat hat  in  seiner  Botschaft  vom  7. März  1994  ausgeführt,  eine  der  heikelsten  und  intensivsten Bedrohungen der inneren Sicherheit entstehe dann, wenn an  besonders  wichtigen  Schlüsselpositionen  eingesetzte  Personen  Verrat  übten,  gegen  den  Staat  selber  arbeiteten  oder  seine  Institutionen  auf  rechtswidrige Art  verändern wollten. Es  sollten nur Personen eingesetzt  werden,  die  nicht  erpressbar  seien  und  Gewähr  böten,  das  ihnen  entgegengebrachte Vertrauen nicht zu missbrauchen (BBl 1994 II 1147).  Als  Sicherheitsrisiken  im  Sinne  des  BWIS  gelten  insbesondere  Terrorismus,  verbotener  Nachrichtendienst,  gewalttätiger  Extremismus,  kriminelle Handlungen, Korruption, finanzielle Probleme, Abhängigkeiten, 

A­4582/2010 Erpressbarkeit  und  exzessiver  Lebenswandel  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­5050/2011  vom  12. Januar  2012  E. 3  mit  Hinweisen).

A­4582/2010 5.  Am  1. April  2011  ist  die  Verordnung  vom  4. März  2011  über  die  Personensicherheitsprüfungen  (PSPV,  120.4)  in  Kraft  getreten.  Auf  den  vorliegenden Fall  findet  jedoch noch die Verordnung vom 19. Dezember  2001  über  die  Personensicherheitsprüfungen  (aPSPV,  AS  2002  377)  Anwendung. 6.  6.1. Im Rahmen der Beurteilung, ob eine Person ein Sicherheitsrisiko im  Sinne  des  BWIS  darstellt,  ist  stets  eine  Abwägung  zu  treffen  zwischen  der  Sicherheitsempfindlichkeit  der  Funktion  und  dem  konkreten  Risiko,  das  von  der  betroffenen  Person  ausgeht.  Je  heikler  eine  Funktion  ist,  desto  tiefer  ist  die  Schwelle  für  ein  Sicherheitsrisiko  anzusetzen  (vgl.  Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A­5050/2011 vom 12. Januar 2012  E. 5.1 mit Hinweis). 6.2. Die Bejahung eines relevanten Sicherheitsrisikos im Sinne des BWIS  kann  auch  aufgrund  der  Summe  mehrerer  Risikoquellen  gerechtfertigt  sein,  selbst  wenn  einzelne  davon  für  sich  genommen  kein  relevantes  Sicherheitsrisiko  darstellen  würden  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts A­5050/2011 vom 12. Januar 2012 E. 5.3 mit  Hinweisen). 6.3. Bei der Personensicherheitsprüfung kann nicht nur aufgrund "harter"  Fakten  entschieden  werden.  Es  geht  vielmehr  darum,  eine  Risikoeinschätzung  vorzunehmen,  welche  aufgrund  von  Erhebungen  gemacht  wird.  Dass  es  sich  bei  den  aus  den  erhobenen  Daten  gezogenen  Schlussfolgerungen  auch  um  Annahmen  und  Vermutungen  handeln  muss,  liegt  in  der  Natur  der  Sache,  da  bei  der  Personensicherheitsprüfung  eine  Prognose  über  ungewisse  künftige  Sacherhalte  vorgenommen  werden  muss.  Gerichtlich  überprüft  werden  kann  zum  einen,  ob  die  getätigten  Erhebungen  auf  zulässige  Weise  erfolgt sind, zum andern, ob die erhobenen Daten anschliessend korrekt  gewürdigt  worden  sind  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­ 5050/2011 vom 12. Januar 2012 E. 5.4 mit Hinweisen).

A­4582/2010 7.  7.1.  Der  Beschwerdeführer  führt  aus,  dass  die  gegen  ihn  ergangenen  Urteile bereits anlässlich der ersten Personensicherheitsprüfung  im Jahr  2006 bekannt gewesen seien, welche zu einer positiven Risikoverfügung  geführt habe. Die Vorinstanz hält dem in ihrer Vernehmlassung entgegen,  sie  habe  bei  der  damaligen  Grundsicherheitsprüfung  keine  Datenerhebung  durch  die  zuständige  kantonale  Polizei  durchführen  lassen können, weshalb ihr die Verurteilungen damals nicht zur Kenntnis  gelangt  seien.  Bei  einer  erweiterten  Sicherheitsprüfung,  wie  sie  vorliegend  stattgefunden  habe,  könnten  Daten  hingegen  nicht  nur  aus  dem  Strafregister  erhoben  werden,  sondern  auch  durch  Erhebung  der  zuständigen Polizei. 7.2. Für Angestellte der Bundesverwaltung mit regelmässigem Zugang zu  VERTRAULICH  klassifizierten  Informationen  erfolgt  eine  Grundsicherheitsprüfung (Art. 10 Abs. 1 Bst. a aPSPV). Bei einer solchen  werden  die  Daten  gemäss  Art. 20  Abs. 2  Bst. a  und  d  BWIS  erhoben,  nämlich  aus  den  Registern  der  Sicherheits­  und  der  Strafverfolgungsorgane  von  Bund  und  Kantonen  und  aus  dem  Strafregister  sowie  durch  Einholen  von  Auskünften  über  laufende  Strafverfahren, und die betreffende Person wird auf Grund dieser Daten  beurteilt (Art. 10 Abs. 2 aPSPV). Weitere Erhebungen erfolgen nur, wenn  die  Person  in  den  Registern  nach  Art. 20  Abs. 2  Bst. a  und  d  BWIS  verzeichnet  ist  und die Vorinstanz  aus diesem Grund beabsichtigt,  eine  negative  Verfügung oder  eine Verfügung mit  Auflagen  zu  erlassen  (vgl.  Art. 10 Abs. 3 aPSPV). Hingegen erfolgt  für Angestellte des Bundes mit  regelmässigem  Zugang  zu  GEHEIM  klassifizierten  Informationen  eine  erweiterte  Sicherheitsprüfung  (Art. 11  Abs. 1  Bst. a  aPSPV).  Dabei  werden  die  Daten  gemäss  Artikel  20  Absatz  2  Buchstaben  a–e  BWIS  erhoben,  unter  anderem  somit  durch  Erhebung  der  zuständigen  kantonalen Polizei über die zu prüfende Person (Art. 11 Abs. 2 aPSPV). Am 1. Januar 2007 trat die Revision des Ersten und Dritten Buches des  Schweizerischen  Strafgesetzbuchs  vom  21. Dezember  1937  (StGB,  SR  311.0)  in  Kraft.  Gemäss  der  vor  diesem  Zeitpunkt  in  Kraft  gewesenen  Fassung  des Ersten  und Dritten Buches  (aStGB) waren  unter  anderem  Verurteilungen  wegen  Verbrechen  und  Vergehen  ins  Strafregister  einzutragen  (Art. 360  Abs. 2  Bst. a  aStGB).  Sodann  ordnete  die  zuständige  Behörde  des  Urteilskantons  die  Löschung  des  Urteils  im  Strafregister an, wenn sich der Verurteilte  im Fall einer bedingten Strafe 

A­4582/2010 bis  zum  Ablauf  der  Probezeit  bewährte  und  allfällige  Bussen  vollzogen  waren  (Art. 41  Ziff. 4  aStGB).  Ein  gelöschter  Eintrag  durfte  gemäss  Art. 363  Abs. 4  aStGB  nur  Untersuchungsämtern,  Strafgerichten,  Strafvollzugsbehörden  und  den  für  die  Rehabilitation  und  die  Löschung  zuständigen Gerichten mitgeteilt werden; sowie auch den für die Erteilung  und  den  Entzug  von  Führerausweisen  zuständigen  Verwaltungsbehörden. 7.3. Die  dem  Beschwerdeführer  angesetzten  Probezeiten  liefen  in  den  Jahren 1997 bzw. 2002 ab. Es kann somit davon ausgegangen werden,  dass  die  Vorinstanz  bei  der  Grundsicherheitsprüfung  im  Jahr  2006  aufgrund der Löschung der Strafregistereinträge von den Verurteilungen  keine Kenntnis hatte. Der Beschwerdeführer vermag das nicht begründet  in  Zweifel  zu  ziehen.  Das  Ergebnis  der  damaligen  Sicherheitsprüfung  kann der Vorinstanz daher vorliegend nicht entgegengehalten werden. Zwar ist es nicht verständlich, dass die erweiterte Sicherheitsprüfung vom  Arbeitgeber  erst  ungefähr  zwei  Jahre  nach  Beginn  des  Arbeitsverhältnisses  eingeleitet  wurde,  dies  kann  aber  der  Fachstelle  nicht zum Vorwurf gemacht werden. 8.  8.1.  Der  Beschwerdeführer  macht  sodann  geltend,  dass  die  Verurteilungen unterdessen aus dem Strafregister entfernt sein müssten.  Entsprechend, so der Beschwerdeführer, wäre die Vorinstanz verpflichtet  gewesen, die beiden Urteile bei der aktuellen Personensicherheitsprüfung  nicht zu berücksichtigen. 8.2. Gemäss Art. 369 Abs. 3  StGB, wie  er  seit  der Revision  des  ersten  und  Dritten  Buches  in  Kraft  ist,  werden  Urteile,  die  eine  bedingte  Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe als Hauptstrafe enthalten, nach zehn  Jahren  von Amtes wegen aus dem Strafregister  entfernt. Dies gilt  auch  für  unter  altem  Recht  erlassene  Urteile  (Ziff. 3  Abs. 1  der  Schlussbestimmungen  der  Änderung  des  StGB  vom  13. Dezember  2002). Betreffend die Verurteilungen vom 18. September 1995 und vom  12. Februar 1999 lief diese Frist vor Erlass der negativen Risikoverfügung  ab, nur in einem Fall allerdings vor Einleitung der Sicherheitsprüfung. Die  Entfernung  nach  Art. 369  Abs. 3  StGB  entspricht  nicht  etwa  der  altrechtlichen Löschung  (vgl.  oben E. 7.2)  sondern der Entfernung nach  Art. 14  der  alten  Verordnung  über  das  automatisierte  Strafregister  vom 

A­4582/2010 1. Dezember  1999  (AS  1999  3509).  Nach  der  Entfernung  sind  die  Eintragungen auch  für die Strafbehörden nicht mehr ersichtlich. Neu  ist,  dass  in  Art. 369  Abs. 7  StGB  explizit  festgehalten  wird,  dass  die  Eintragungen nach der Entfernung nicht mehr rekonstruierbar sein dürfen  und  –  insbesondere  –  dass  das  entfernte  Urteil  dem  Betroffenen  nicht  mehr entgegengehalten werden darf. Das Bundesverwaltungsgericht hat  in  seinem  Urteil  vom  16. Juli  2008  bereits  festgehalten,  dass  letzteres  grundsätzlich nur für Strafverfahren gilt (BVGE 2008/49 E. 5.1). Dennoch  sind  im  Folgenden  die  Auswirkungen  von  Art 369  Abs. 7  StGB  auf  das  Verfahren  der  Personensicherheitsprüfung  eingehend  zu  prüfen,  zumal  sich  unterdessen  auch  das  Bundesgericht  zu  dieser  Bestimmung  geäussert hat. 8.3. Der Entwurf des Bundesrates zum Bundesgesetz über die Wahrung  der  inneren  Sicherheit  sah  vor,  dass  die  Daten  anlässlich  der  Personensicherheitsprüfung aus den Registern der Sicherheits­  und der  Strafverfolgungsorgane  von  Bund  und  Kantonen  sowie  aus  dem  Strafregister,  ferner  aus  den  Betreibungs­  und  Konkursregistern,  durch  Befragung  von  Drittpersonen  und  durch  persönliche  Befragung  der  betroffenen Person erhoben werden können (Art. 18 Abs. 2 des Entwurfs;  BBl  1994  II  1210).  In  der  Botschaft  wurde  dazu  ausgeführt,  dass  die  Datenerhebung  in  Absatz 2  abschliessend  geregelt  sei.  Weiter  wurde  darauf  hingewiesen,  dass  nach  dem  damals  geltenden  Recht  keine  gelöschten  Einträge  aus  dem  Strafregister  bekannt  gegeben  werden  konnten. Dies solle auch so bleiben  (Botschaft  zum Bundesgesetz über  Massnahmen zur Wahrung der  inneren Sicherheit und zur Volksinitiative  «S.O.S. Schweiz ohne Schnüffelpolizei»  vom 7. März 1994, BBl 1994  II  1127, 1187). Jedoch wurde im Verlauf der parlamentarischen Beratungen  unter  anderem  die  Möglichkeit  hinzugefügt,  die  zuständige  kantonale  Polizei  mit  Erhebungen  über  die  zu  prüfende  Person  zu  beauftragen  (Art. 20 Abs. 2 Bst. c BWIS; vgl. bereits oben E. 7.2). Aus den Materialien  ergibt sich dazu nichts Näheres. Tatsache ist allerdings, dass das BWIS,  so  wie  es  in  Kraft  getreten  ist,  der  zuständigen  Stelle  die  Möglichkeit  einräumt,  sich  nicht  nur  mittels  Registerauszügen,  sondern  auch  auf  anderem  Wege  über  begangene  Straftaten  zu  informieren.  Die  Verwertbarkeit der so erhobenen Daten wird nicht eingeschränkt (z.B. auf  Informationen  über  Verurteilungen,  welche  gar  nie  im  Strafregister  erscheinen). Es  ist daher davon auszugehen, dass der Gesetzgeber die  Verwertung  bereits  aus  dem  Strafregister  gelöschter  bzw.  entfernter  Daten zulassen wollte.

A­4582/2010 8.4. Bezüglich des unterdessen in Kraft getretenen Art. 369 Abs. 7 StGB  führte der Bundesrat in der Botschaft zur Revision des Ersten und Dritten  Buches aus, nach der Entfernung dürfe das betreffende Urteil und damit  auch die Tat selbst dem Täter nicht mehr entgegengehalten werden, das  heisse, es dürften daran keine Rechtsfolgen mehr geknüpft werden. Der  Täter  sei  vollständig  rehabilitiert  (Botschaft  zur  Änderung  des  Schweizerischen  Strafgesetzbuches  [Allgemeine  Bestimmungen,  Einführung und Anwendung des Gesetzes]  und des Militärstrafgesetzes  sowie  zu  einem  Bundesgesetz  über  das  Jugendstrafrecht  vom  21. September  1998,  BBl  1999  1979,  2168  [mit  Bezug  auf  den  gleichlautenden Art. 372 Abs. 7 des Entwurfs]). Was die Kenntnisnahme von aus dem Strafregister entfernten Vorstrafen  durch  den  Strafrichter  betrifft,  sind  die  Konsequenzen  eindeutig:  Das  Bundesgericht hatte unter dem alten Recht ein Verwertungsverbot noch  abgelehnt.  Die  Entfernung  aus  dem  Strafregister  aufgrund  des  Zeitablaufs  könne  aber  ein  Indiz  dafür  sein,  dass  der  Vorstrafe  für  die  Sanktion  keine  grosse  Bedeutung  mehr  zukomme  (BGE  121  IV  3  E. 1c/dd).  Nach  Inkrafttreten  von  Art 369  Abs. 7  StGB  ist  das  Bundesgericht  angesichts  dieser  neuen,  expliziten  Gesetzesvorschrift  indessen zum Schluss gekommen, dass entfernte Urteile weder bei der  Strafzumessung  noch  bei  der  Prognosebeurteilung  zu  Lasten  des  Betroffenen verwendet werden dürfen  (BGE 135  IV 87 E. 2, bestätigt  in  BGE  136  IV  1,  E. 2.6.3).  Was  die  Begutachtung  durch  medizinische  Sachverständige  betrifft,  sieht  das  Bundesgericht  sodann  eine  differenzierte  Regelung  vor,  da  einerseits  ein  forensischer  Psychiater  Vorstrafen,  die  ihm  bekannt  sind,  bei  der  Begutachtung  nicht  einfach  ausbelenden  kann,  andererseits  aber  eine  Umgehung  der  gerichtlichen  Verwertungsverbots verhindert werden muss (BGE 135 IV 87 E. 2.5). Unklar  bleibt  aber,  wie  sich  die  vollständige  Rehabilitierung,  von  der  in  der Botschaft  gesprochen wird,  ausserhalb  von Strafverfahren  auswirkt.  Es stellt  sich  insbesondere die Frage, ob sämtliche  rechtsanwendenden  Behörden  dem  Betroffenen  die  Verurteilung  nicht  mehr  entgegenhalten  dürfen.  In  diese  Richtung  geht  die  Formulierung  von  GRUBER,  wonach  das Verwertungsgebot für alle Behörden gelte, welche Strafregisterdaten  beziehen,  nicht  nur  für  Strafverfolgungsbehörden  (PATRICK GRUBER,  in:  Basler Kommentar, Strafrecht  II, 2. Auflage, Basel 2007, Art. 369 Rz. 8).  Damit äussert  sich GRUBER  aber nicht dazu, was gilt, wenn das Gesetz  eine  Datenbeschaffung  auf  anderem  Weg  ausdrücklich  vorsieht.  Anderswo  wird  davon  ausgegangen,  dass  ein  Verwertungsverbot  im 

A­4582/2010 Strafverfahren  bestehe,  der Betroffene  sich  im Fall  der Entfernung aber  auch  gegenüber  anderen  staatlichen  Stellen  als  nicht  vorbestraft  bezeichnen  dürfe  (GÜNTER  STRATENWERTH  /  WOLFGANG  WOHLERS,  Schweizerisches Strafgesetzbuch, Handkommentar, Bern 2007, Art. 369  Rz. 4). 8.5.  Zumindest  was  das  Verfahren  der  Personensicherheitsprüfung  betrifft,  ist nicht von einem Verwertungsverbot von aus dem Strafregister  entfernten Straftaten auszugehen, denn das BWIS lässt die Beschaffung  von  entsprechenden  Informationen  auf  anderem  Weg  zu  und  schränkt  deren  Verwertung  auch  nicht  ein.  Weiter  geht  es  bei  der  Personensicherheitsprüfung  nicht  darum,  der  betroffenen  Person  einen  Vorwurf zu machen. Ziel ist vielmehr, Sicherheitsrisiken aufzudecken und  damit  Gefährdungen  der  inneren  und  äusseren  Sicherheit  abzuwenden  (vgl. E. 4). Entsprechend kann ein Sicherheitsrisiko nicht nur aufgrund der  Begehung von Straftaten bejaht werden, sondern auch aufgrund anderer  Erkenntnisse  über  die  zu  beurteilende  Person.  Es  wäre  daher  nicht  sachgerecht,  Art. 369  Abs. 7  StGB  auf  das  Verfahren  der  Personensicherheitsprüfung  im  gleichen  Sinne  wie  auf  Strafverfahren  anzuwenden.  Auch  bei  einem  Straftäter,  der  an  sich  vollständig  rehabilitiert  ist,  kann  das  Vorliegen  eines  Sicherheitsrisikos  nicht  von  Vornherein ausgeschlossen werden. Wirkt sich die Straftat aufgrund der  konkreten Umstände nach wie vor auf die Risikoeinschätzung aus, muss  dies die Fachstelle berücksichtigen dürfen. 8.6.  Indessen  ist  zu  beachten,  dass  nach  der  Rechtsprechung  des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht  jede  Verurteilung  wegen  kriminellen  Handlungen  eine  Person  zum  Sicherheitsrisiko  macht.  Auszugehen  ist  vielmehr von der Art des Delikts, den Umständen und den Beweggründen  der  Delinquenz.  Es  ist  zu  fragen,  ob  die  damaligen  Umstände  Rückschlüsse  auf  Charakterzüge  des  Beschwerdeführers  zulassen,  die  einen Risikofaktor darstellen. Weiter spielt eine Rolle, ob es sich um ein  einmaliges  Vergehen  handelt  oder  ob  der  Betroffene  wiederholt  delinquiert  hat  und  ob  davon  ausgegangen  werden  muss,  dass  Wiederholungsgefahr besteht. Zu berücksichtigen ist auch, wie lange das  Delikt  beziehungsweise die Verurteilung  zurückliegt. Auch die Höhe der  Strafe  ist  für  sich  allein  nicht  entscheidend;  ist  das  Strafmass  aufgrund  einer herabgesetzten Zurechnungsfähigkeit tief ausgefallen, kann gerade  dieser Umstand Anlass zu besonderer Vorsicht sein. Bei der Beurteilung  des  sich  im  Delikt  manifestierenden  Sicherheitsrisikos  muss  aber  auch  der  Frage  nachgegangen  werden,  ob  seither  Umstände  hinzugetreten 

A­4582/2010 sind,  welche  die  Verurteilung  in  den  Hintergrund  treten  oder  anders  beurteilen  lassen,  d.h.  ob  sich  die  Risikobeurteilung  zugunsten  der  zu  überprüfenden  Person  geändert  hat.  Vorab  sind  die  Umstände  des  Einzelfalls  massgebend  (vgl.  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­ 5050/2011  vom  12. Januar  2012  E. 5.2  und  A­4673/2010  vom  7. April  2011 E. 6.4 je mit Hinweisen). Bei  bereits  aus  dem  Strafregister  entfernten  Vorstrafen  ist  somit  dem  langen Zeitraum seit der Verurteilung Rechnung zu tragen. Hinzu kommt,  dass  die  betroffene  Person  mit  der  Entfernung  des  Eintrags  als  vollständig  rehabilitiert gilt. Aus diesen Gründen kann es auf keinen Fall  mehr  angehen,  ihre  Vertrauenswürdigkeit  mit  dem  blossen  Hinweis  auf  die  entsprechende  Vorstrafe  in  Frage  zu  stellen.  Sind  aus  dem  Strafregister  entfernte  Vorstrafen  ausschlaggebend  für  den Erlass  einer  negativen Risikoverfügung, so hat die Fachstelle eingehend darzulegen,  weshalb  im  konkreten  Einzelfall  trotz  dem  weiten  zurückliegen  der  Vorstrafen nach wie vor von einem Sicherheitsrisiko auszugehen ist. 8.7. Bezüglich der Vorstrafen des Beschwerdeführers besteht somit kein  Verwertungsverbot.  Der  Tatsache,  dass  die  Vorstrafen  längere  Zeit  zurückliegen und unterdessen aus dem Strafregister entfernt wurden,  ist  aber gebührend Rechnung zu tragen. 9.  9.1.  Die  Vorinstanz  begründet  die  negative  Risikoverfügung  zunächst  unter dem Titel  "Integrität und Vertrauenswürdigkeit". Unter diesem Titel  ist zu prüfen, ob darauf vertraut werden kann, dass der Beschwerdeführer  bei der Ausübung seiner Tätigkeit loyal zu seiner Aufgabe steht, mithin ob  er Gewähr  dafür  bietet,  das  ihm  entgegengebrachte  Vertrauen  nicht  zu  missbrauchen  (vgl.  oben  E. 4;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­5050/2011 vom 12. Januar 2012 E. 8.1 mit Hinweis). 9.1.1. Der Beschwerdeführer wurde zwei Mal der Urkundenfälschung für  schuldig  befunden,  da  er  eine  Anwohnerparkkarte  für  die  "Blaue  Zone"  bzw. Kehrichtgebührenmarken selber hergestellt hatte. Anlässlich seiner  persönlichen  Befragung  durch  die  Fachstelle  hat  der  Beschwerdeführer  diese  Strafen  nicht  von  sich  aus  erwähnt.  Als  er  gegen  Ende  der  Befragung explizit danach gefragt wurde, ob er polizeilich verzeichnet sei,  führte  er  aus,  er  habe  sich  einmal  ein  "Spässchen"  geleistet  und  Kehrichtetiketten selber hergestellt, da dies für ihn eine Herausforderung 

A­4582/2010 gewesen  sei;  er  habe  deswegen  bei  der  Polizei  erscheinen  müssen  (01:34:42).  Die  zweite  Vorstrafe  wurde  vom  Beschwerdeführer  trotz  mehrmaligem Nachfragen nach weiteren Verzeichnungen nicht erwähnt.  Als er auf den Vorfall betreffend Parkkarte aufmerksam gemacht wurde,  führte er aus, er habe diese Angelegenheit vergessen, da deswegen nie  etwas  passiert  sei  (01:44:20,  01:45:55).  Er  habe  beide  Male  schauen  wollen, wie  lange es gehe, bis man es merke  (01:46:14). Die Tatsache,  dass  er  aufgrund  der  Delikte  zu  bedingten  Gefängnisstrafen  verurteilt  worden ist, war dem Beschwerdeführer nicht mehr bewusst (01:48:50). 9.1.2.  Die  Vorinstanz  führt  in  ihrer  Verfügung  aus,  obschon  die  begangenen  Urkundenfälschungen  bereits  einige  Jahre  zurücklägen,  beurteile sie die Art der Delikte  in Bezug auf die sicherheitsempfindliche  Funktion des Beschwerdeführers als erheblich und die dafür notwendige  kriminelle  Energie  als  besorgniserregend.  Die  Delikte  seien  nicht  im  jugendlichen  Leichtsinn,  sondern  im  Alter  von  (…)  bzw.  (…)  Jahren  begangen  worden.  Zusätzlich  erstaune  die  Tatsache,  dass  der  Beschwerdeführer die Delikte heute noch bagatellisiere, nicht als solche  anerkenne  und  dementsprechend  auch  keine  Einsicht  oder  Reue  empfinde. Er bezeichne seine Taten heute noch als Herausforderung und  vergesse oder verdränge sogar eine der beiden Straftaten. Daher könne  die Fachstelle zum heutigen Zeitpunkt nicht mit Sicherheit ausschliessen,  dass es nicht noch zu mehr Deliktsversuchen oder begangenen Delikten  gekommen  ist  oder  noch  kommen  wird.  Der  Aussage  des  Beschwerdeführers,  er  habe  einen  ausgeprägten  Gerechtigkeitssinn,  könne daher kaum Gehör geschenkt werden. Erschwerend komme hinzu,  dass  der  Beschwerdeführer  seine  grafischen  Kenntnisse  wiederholt  widerrechtlich  eingesetzt  habe  und  deshalb  zwei  Mal  wegen  Urkundenfälschung  verurteilt  worden  sei.  In  seiner  Stellungnahme  zuhanden  der  Vorinstanz  vom  15. März  2010  bedauere  der  Beschwerdeführer  zwar,  nicht  von  Anfang  an  die  Wahrheit  gesagt  zu  haben,  was  jedoch  als  Schutzbehauptung  gewertet  werden  müsse.  Weiter halte der Beschwerdeführer in dieser Stellungnahme fest, er wolle  die  begangenen Taten  nicht  verharmlosen, was  jedoch  im Widerspruch  zu seinen Äusserungen während der Befragung stehe. Es sei durchaus  möglich,  dass  das  Verfahren  der  Sicherheitsprüfung  den  Beschwerdeführer  zu  einer  neuen  Einsicht  betreffend  seiner  Delikte  bewegt  habe,  dabei  stelle  sich  jedoch  die  Frage,  wie  lange  dieser  kognitive  Wechsel  bestehen  bleibe.  Die  Prognose  bezüglich  Wiederholungsgefahr sei deshalb selbst dann ungünstig, wenn der lange  Zeitraum  seit  der  letzten  Verurteilung  sowie  die  Beteuerungen,  nicht 

A­4582/2010 wieder Rückfällig zu werden, mit einbezogen werden. Die Verurteilungen  und  vor  allem  die  leichtfertige  Einstellung  zu  den  begangenen  Delikten  würden,  unter  Berücksichtigung  der  sicherheitsempfindlichen  Funktion  des  Beschwerdeführers  einen  wesentlichen  Schatten  auf  dessen  Integrität und Vertrauenswürdigkeit werfen. Der  Beschwerdeführer  bestreitet  die  Beurteilung  der  Vorinstanz.  Die  Äusserung, wonach die Prognose bezüglich Wiederholungsgefahr selbst  dann ungünstig sei, wenn der lange Zeitraum seit der letzten Verurteilung  sowie die Beteuerungen des Beschwerdeführersmit einbezogen würden,  sei persönlichkeitsverletzend. 9.1.3. Bei der Urkundenfälschung handelt es sich um ein Delikt, welches  die  Vertrauenswürdigkeit  des  Täters  generell  zu  trüben  vermag,  auch  wenn  aufgrund  der  konkreten  Tatumstände  keine  hohen  Strafen  ausgesprochen  wurden.  Sodann  ist  zu  berücksichtigen,  dass  der  Beschwerdeführer  sich  von  einer  ersten  Verurteilungen  nicht  davon  hat  abhalten lassen, einschlägig rückfällig zu werden. Andererseits fällt stark  zugunsten des Beschwerdeführers ins Gewicht, dass die Delikte, welche  er 1995 und 1998 begangen hat,  längere Zeit  zurückliegen, er  sich seit  der  zweiten  Verurteilung  im  Februar  1999  nichts  mehr  hat  zuschulden  kommen  lassen  und  die  entsprechenden  Strafregistereinträge  unterdessen entfernt wurden (vgl. zum Ganzen E. 8.6). Die Vorinstanz beurteilt die Vertrauenswürdigkeit des Beschwerdeführers  nicht  allein  aufgrund  der  begangenen  Urkundenfälschungen  als  eingeschränkt,  sondern  auch  aufgrund  der  Tatsache,  dass  der  Beschwerdeführer  die Vorstrafen  anlässlich  der  persönlichen Befragung  bagatellisierte  und  nicht  als  solche  anerkannte,  also  nach  wie  vor  eine  leichtfertige Einstellung zu den begangenen Delikten zeigte.  Klarzustellen  ist,  dass  der  Beschwerdeführer  auch  auf  Nachfrage  nicht  verpflichtet war, über begangene Delikte zu informieren, wovon auch die  Fachstelle  nicht  ausgeht.  Die  Bagatellisierungstendenzen  zeigten  sich  indessen  auch,  nachdem  das  jeweilige  Delikt  (vom  Beschwerdeführer  bzw. vom Befrager) angesprochen worden war. Es entsteht bei Anhörung  der  Tonaufzeichnung  tatsächlich  der  Eindruck,  der  Beschwerdeführer  halte  die  begangenen  Urkundenfälschungen  nach  wie  vor  für  Bagatelldelikte.  Trotz  dem  langen Zeitraum  seit  der  letzten Verurteilung  besteht  damit  Anlass,  nach  wie  vor  von  einer  Wiederholungsgefahr  auszugehen. Daran ändern auch die Ausführungen in der Stellungnahme 

A­4582/2010 des  Beschwerdeführers  zuhanden  der  Vorinstanz  nichts,  er  sei  bei  der  Befragung  in  Versuchung  gekommen,  seine  Vergangenheit  zu  beschönigen,  sei  sich  aber  immer  bewusst  gewesen,  dass  Urkundenfälschung  keine  Bagatelle  sei.  Wie  die  Vorinstanz  zu  Recht  ausführt, muss dies jedoch als Schutzbehauptung gewertet werden. 9.1.4.  Integrität  und  Vertrauenswürdigkeit  des  Beschwerdeführers  sind  damit als eingeschränkt zu beurteilen. 9.2. Unter dem Titel "passive Bestechlichkeit" kommt die Vorinstanz zum  Schluss,  dass  angesichts  der  angespannten  finanziellen  Lage  des  Beschwerdeführers eine erhöhte Korruptionsanfälligkeit bestehe.  In  ihrer  Vernehmlassung  führt  sie  dann  allerdings  aus,  dass  von  Verbesserung  der  finanziellen  Situation  ausgegangen  werden  könne,  sollte  der  Beschwerdeführer  in  der  Zeit  der  Sistierung  des  vorliegenden  Beschwerdeverfahrens  den  aufgenommenen  Kleinkredit  wie  geplant  nahezu  abbezahlt  haben.  Ohnehin  aber  ist  die  Vorinstanz  zu  keinem  Zeitpunkt  von gravierenden  finanziellen Problemen ausgegangen. Sollte  die  finanzielle  Situation  des  Beschwerdeführers  dennoch  in  einem  gewissen Masse angespannt sein, so würde diesem Umstand  jedenfalls  nur untergeordnete Bedeutung zukommen. Die Frage braucht daher nicht  geklärt zu werden. 9.3. Unter dem Titel "Erpressbarkeit" führt die Vorinstanz sodann aus, wer  vor  seinem  privaten  oder  beruflichen  Umfeld  Unregelmässigkeiten  in  seiner  Biographie  verheimlichen  wolle,  die  bei  Offenlegung  zu  persönlichen  Nachteilen  führen  könnten,  gelte  als  erpressbar.  Der  Beschwerdeführer  habe  nach  eigenen  Angaben  weder  seinen  Arbeitgeber  noch  sein näheres  soziales Umfeld  über  die Verurteilungen  informiert.  Seine  Vorgesetzten  seien  zudem  auch  nicht  über  seine  finanziellen  Verhältnisse  orientiert.  Aufgrund  des  bewussten  Vorenthaltens von wesentlichen Informationen bezüglich der persönlichen  Lebenssituation  gegenüber  dem  Arbeitgeber,  insbesondere  als  Mitarbeiter  im  Bereich  Militärjustiz,  müsse  von  einer  erhöhten  Erpressungsgefährdung  ausgegangen  werden.  Der  Beschwerdeführer  wendet  in  seiner  Stellungnahme  zuhanden  des  Bundesverwaltungsgerichts  ein,  er  habe  keine  Schwäche,  welche  ihn  erpressbar  mache.  Er  verharmlose  die  Delikte  zwar  nicht,  aber  da  die  Taten lange zurücklägen und sein Verschulden sehr gering gewesen sei,  sei er mit diesen sicher nicht erpressbar.

A­4582/2010 Dem Beschwerdeführer  ist  insofern Recht  zu  geben,  als  die Vorinstanz  Bagatellisierungstendenzen  und  eine  leichtfertigen  Einstellung  zu  den  begangenen  Delikten  festgestellt  hat.  Entsprechend  kann  nicht  davon  ausgegangen  werden,  dass  es  dem  Beschwerdeführer  überaus  wichtig  ist, die Taten vor seinem Umfeld zu verheimlichen. 9.4. Schliesslich  führt die Vorinstanz unter dem Titel  "Reputationsverlust  und  Spektakelwert"  aus,  das  Oberauditorat  als  Institution  des  Bundes  geniesse  ein  sogenanntes  Institutionsvertrauen,  welches  ihm  die  Bevölkerung entgegenbringe. Als Mitarbeiter des Oberauditorats, welches  unter  anderem  die  Aufsicht  über  die  Militärjustiz  ausübe,  müsse  der  Beschwerdeführer über einen makellosen Leumund verfügen. Die beiden  Verurteilungen wegen Urkundenfälschung  seien mit  seiner Funktion  per  se  unverträglich  und  würden  der  Glaubwürdigkeit  des  Oberauditorats  erheblich  schaden.  Allein  dieser  Umstand  lasse  auf  ein  erhöhtes  Sicherheitsrisiko schliessen. Der  Beschwerdeführer  führt  sinngemäss  aus,  er  stehe  aufgrund  seiner  Funktion  nicht  unter  erhöhter  Beobachtung  durch  die  Öffentlichkeit,  sondern sei lediglich als (…) tätig und habe sich auch seit Jahren weder  beruflich noch privat etwas zuschulden kommen lassen. 9.4.1.  Bei  der  Beurteilung  des  Spektakelwerts  geht  es  –  wie  die  Vorinstanz richtig ausführt – nicht primär darum, den Staat vor allfälligen  Blamagen  zu  schützen.  Es  soll  vielmehr  materieller  wie  auch  immaterieller  Schaden  präventiv  abgewendet  und  das  störungsfreie  Funktionieren der betroffenen  Institution bzw. der Eidgenossenschaft als  solcher gewahrt werden. Die Annahme eines Sicherheitsrisikos  ist dann  gerechtfertigt,  wenn  ein  konkreter  Zusammenhang  zwischen  dem  vorgeworfenen  Sicherheitsrisiko  und  der  dadurch  entstandenen  Bedrohung  des  Institutionsvertrauens  gegeben  ist  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­8451/2010  vom  20. September  2011  E. 11.3  mit  Hinweis).  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  in  mehreren Fällen  davon  ausgegangen,  dass  bereits  das Bekanntwerden  des einer Vorstrafe zugrunde liegenden Sachverhalts zu einem schweren  materiellen  und  immateriellen  Schaden  führen  könnte  (vgl.  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts A­4673/2010 vom 7. April  2011 E. 6.7.4 und  A­7894/2009 vom 16. Juni 2010 E. 6.4). 9.4.2. Wie  die  Vorinstanz  zu  Recht  ausführt,  muss  das  Oberauditoriat,  welches  für  das  Funktionieren  der Militärjustiz  verantwortlich  ist,  darauf 

A­4582/2010 bedacht  sein,  nur  Personen  mit  tadellosem  Leumund  zu  beschäftigen.  Die  Tatsache,  dass  der  Beschwerdeführer  Urkunden  gefälscht  hat,  ist  daher  im  Hinblick  auf  seine  Beschäftigung  im  Oberauditoriat  problematisch,  unabhängig  von  seinen  konkreten  Aufgaben.  Ob  sich  bereits  ein  so  grosser  Spektakelwert  ergibt,  dass  allein  deshalb  von  einem Sicherheitsrisiko auszugehen wäre, kann indessen offen bleiben. 10.  10.1.  Die  Vorinstanz  kommt  zum  Schluss,  in  der  Person  des  Beschwerdeführers  bestehe  ein  Sicherheitsrisiko.  Aufgrund  der  eingeschränkten  Integrität  und  Vertrauenswürdigkeit  des  Beschwerdeführers  besteht  im  Ergebnis  kein  Anlass,  von  dieser  Einschätzung  abzuweichen,  zumal  sich  das  Bundesverwaltungsgericht  bei der diesbezüglichen Beurteilung eine gewisse Zurückhaltung auferlegt  (vgl. oben E. 2). 10.2.  Die  Ausführungen  der  Vorinstanz  betreffend  die  Verhältnismässigkeit der erlassenen negativen Risikoverfügung sind kurz  gehalten  und  beschränken  sich  im  Wesentlichen  auf  die  theoretischen  Grundlagen.  Es  kann  mit  der  Vorinstanz  aber  darin  einig  gegangen  werden,  dass  keine  mildere  Massnahme  ersichtlich  ist,  welche  ebenso  wie  der  Erlass  einer  negativen  Risikoverfügung  zum  angestrebten  Ziel  führen würde, das Risiko eines Schadens sofort und nachhaltig möglichst  klein  zu  halten.  Der  Beschwerdeführer  wird  sodann,  wie  sich  im  Beschwerdeverfahren  ergeben  hat,  (…)  in  einer  neuen  Funktion  weiterbeschäftigt, wenn auch die genauen Anstellungsbedingungen noch  nicht bekannt sind. Entsprechend überwiegt das öffentliche  Interesse an  der  Vermeidung  eines  Sicherheitsrisikos  gegenüber  dem  privaten  Interesse  des  Beschwerdeführers  an  einer  weiteren  Ausübung  seiner  bisherigen Funktion. Die angefochtene Verfügung erweist sich damit als  verhältnismässig. 10.3. Der  Beschwerdeführer  rügt  verschiedentlich,  die  Vorinstanz  habe  die  Grundsätze  rechtsstaatlichen  Handelns  verletzt;  ihr  Entscheid  verstosse  gegen  das  Willkürverbot  von  Art. 9  BV  und  verletze  den  Anspruch auf gleiche und gerechte Behandlung nach Art. 29 Abs. 1 BV. Nachdem  gezeigt  wurde,  dass  sowohl  die  Datenerhebung  durch  die  Vorinstanz als auch die anschliessende Würdigung der erhobenen Daten  nicht  zu  beanstanden  sind,  ist  die  Rüge  der  Willkür  zurückzuweisen. 

A­4582/2010 Weiter  legt  der Beschwerdeführer  nicht  dar,  inwiefern  der Anspruch auf  gleiche  und  gerechte  Behandlung  im  Verfahren  vor  Vorinstanz  verletzt  worden sein soll, und dies  ist auch nicht ersichtlich, weshalb auch diese  Rüge zurückzuweisen ist. 10.4. Die Beschwerde ist somit abzuweisen. 11.  11.1. Grundsätzlich hat die unterliegende Partei die Verfahrenskosten zu  tragen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG).  Diese  wären  vorliegend,  inklusive  der  Kosten  für  den  Zwischenentscheid  vom  23. Juni  2011,  auf  Fr. 1'000.–  festzusetzen  (Art. 1  ff.  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,  SR 173.320.2]), angesichts der Verletzung des rechtlichen Gehörs durch  die  Vorinstanz  rechtfertigt  sich  allerdings  eine  Reduktion  auf  Fr. 500.–.  Die Kosten sind in dem Beschwerdeführer in diesem Betrag aufzuerlegen  und  mit  dem  in  derselben  Höhe  geleisteten  Kostenvorschuss  zu  verrechnen. 11.2. Angesichts seines Unterliegens steht dem Beschwerdeführer keine  Parteientschädigung zu (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 VGKE). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 500.–  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kostenvorschuss verrechnet. 3.  Es wird keine Parteientschädigung gesprochen. 4.  Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)

A­4582/2010 – die Vorinstanz (Ref­Nr. […]; Einschreiben) – das Generalsekretariat VBS (Gerichtsurkunde). Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Christoph Bandli Andreas Meier Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000 Lausanne 14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]).  Die  Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren,  deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu  enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit  sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:

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