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Bundesverwaltungsgericht 27.10.2011 A-2848/2011

27 octobre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,140 mots·~11 min·2

Résumé

Radio- und Fernsehempfangsgebühren | Radio- und Fernsehempfangsgebühren

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung I A­2848/2011 Urteil   v om   2 7 .   O k t ob e r   2011 Besetzung Richterin Marianne Ryter Sauvant (Vorsitz), Richter Alain Chablais, Richterin Kathrin Dietrich,    Gerichtsschreiberin Flurina Peerdeman. Parteien A._______,   Beschwerdeführer,  gegen Billag AG, av. de Tivoli 3, 1700 Freiburg,    Erstinstanz, und Bundesamt für Kommunikation BAKOM,  Zukunftstrasse 44, Postfach, 2501 Biel,    Vorinstanz. Gegenstand Radio­ und Fernsehempfangsgebühren.

A­2848/2011 Sachverhalt: A.  Die  Schweizerische  Inkassostelle  für  Radio­  und  Fernsehempfangsgebühren  (Billag  AG)  leitete  am  22. Mai  2008  gegen  A._______  wegen  Nichtbezahlens  der  Radio­  und  Fernsehempfangsgebühren  für  die  Zeit  vom  1.  Juli  2007  bis  am  31.  Dezember  2007  beim  Betreibungsamt  X._______  die  Betreibung  über  den Betrag von Fr. 142.60 nebst Mahn­ und Betreibungsgebühren von Fr.  40.­ ein. B.  A._______  erhielt  am  6. Juni  2008  in  der  Betreibung  (…)  des  Betreibungsamts  X._______  einen  Zahlungsbefehl  und  erhob  gegen  diesen Rechtsvorschlag. C.  Am  22. September  2008  hielt  die  Billag  AG  verfügungsweise  fest,  A._______ sei zur Bezahlung der Betreibungsforderung verpflichtet, und  beseitigte den Rechtsvorschlag. Sie wies ausserdem darauf hin, dass die  Betreibungskosten dem Schicksal der Betreibung folgten.  D.  Gegen  diese  Verfügung  reichte  A._______  am  20. Oktober  2008  Beschwerde beim Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) ein. E.  Mit  Entscheid  vom 8.  April  2011  hiess  das BAKOM die  von A._______  erhobene  Beschwerde  teilweise  gut,  soweit  es  darauf  eintrat.  Für  die  Mahngebühr von Fr. 5.­ sowie die Betreibungsgebühr von Fr. 20.­ hob es  den Rechtsvorschlag in der Betreibung auf. Zu  der  in  Betreibung  gesetzten  Gebührenforderung  in  der  Höhe  von  Fr. 142.60 führte das BAKOM in seiner Begründung aus, aus den Akten  der  Billag  AG  gehe  hervor,  dass  A._______  seiner  Gebührenpflicht  für  den  Zeitraum  vom  1. Juli  2007  bis  zum  31. Dezember  2007  vollumfänglich  nachgekommen  sei.  Insoweit  sei  die  Beschwerde  gutzuheissen  und  der  Rechtsvorschlag  in  der  Betreibung  aufrechtzuerhalten. Einzig die Zahlung für das 3. Quartal 2007, Fälligkeit  1. September 2007, sei erst am 31. Oktober 2007 und somit verspätet bei  der  Billag  AG  eingegangen.  Hierfür  sei  A._______  am  17. September  2007 zu Recht  kostenpflichtig gemahnt worden. Die Betreibung erweise 

A­2848/2011 sich daher  im Umfange der genannten Mahn­  sowie Betreibungsgebühr  als  gerechtfertigt.  Die  übrigen  in  Betreibung  gesetzten  Mahngebühren  seien  hingegen  nicht  geschuldet.  Auf  die  Rüge  hinsichtlich  der  Betreibungskosten  werde  nicht  eingetreten,  da  diese  mit  aufsichtsrechtlicher  Beschwerde  gemäss  Art. 17  des  Bundesgesetzes  vom  11. April  1889  über  Schuldbetreibung  und  Konkurs  (SchKG,  SR 281.1) anzufechten wären. F.  Mit  Eingabe  vom  18.  Mai  2011  führt  A._______  (Beschwerdeführer)  gegen den Entscheid  des BAKOM vom 8. April  2011 Beschwerde beim  Bundesverwaltungsgericht.  Sinngemäss  beantragt  er,  er  sei  von  sämtlichen  Mahn­,  Betreibungsgebühren  sowie  Betreibungskosten  zu  entlasten  und  der  Betreibungsregistereintrag  in  der  Betreibung  (…)  des  Betreibungsamts X._______ sei zu löschen.  Zur Begründung  führt der Beschwerdeführer aus, er habe die Gebühren  für  den  Radio­  und  Fernsehempfang  jeweils  rechtzeitig  bezahlt.  Ungeachtet dessen sei er von der Billag AG wiederholt gemahnt und für  das  3.  und  4. Quartal  2007  nun  sogar  betrieben  worden.  Das  BAKOM  habe  in  der  Verfügung  vom  8.  April  2011  zwar  anerkannt,  dass  er  die  Empfangsgebühren  für  den  in  Betreibung  gesetzten  Zeitraum  bereits  beglichen  habe,  dennoch  seien  ihm  die  angefallenen  Mahn­  und  Betreibungsgebühren auferlegt worden. Es könne  indes nicht sein, dass  er für eine grundlos angehobene Betreibung kostenpflichtig werde. Der  Beschwerdeführer  weist  ergänzend  daraufhin,  für  das  4. Quartal  2009 sei er erneut von der Billag AG willkürlich gemahnt worden, obwohl  er  auch  diese  Rechnung  nachweislich  innert  Frist  bezahlt  habe.  Das  Verhalten der Billag AG empfände er zunehmend als schikanierend und  stelle  für  ihn eine grosse persönliche Belastung dar. Sie sei deshalb zu  verpflichten, ihm eine Entschädigung von Fr. 1'000.­ zu bezahlen. Ferner  habe sie sich für ihr Fehlverhalten schriftlich bei ihm zu entschuldigen. G.  Auf Aufforderung der Instruktionsrichterin reicht der Beschwerdeführer mit  Eingabe  vom  12.  Juni  2011  die  angefochtene  Verfügung  vom  8.  April  2011  sowie  unter  anderem  die  Zahlungsbelege  für  die  Empfangsgebühren des Zeitraums 4. Quartal 2005 bis und mit 4. Quartal  2007 ins Recht ein.

A­2848/2011 H.  Die Billag AG (Erstinstanz) schliesst in der Vernehmlassung vom 28. Juni  2011  auf  Abweisung  der  Beschwerde,  soweit  darauf  einzutreten  sei.  Dazu  verweist  sie  im  Wesentlichen  auf  ihre  Verfügung  vom  22. September 2008 und die dortige Begründung. I.  In der Vernehmlassung vom 6. Juli 2011 hält das BAKOM (Vorinstanz) an  der Verfügung vom 8. April 2011 vollumfänglich fest.  J.  Der  Beschwerdeführer  betont  in  seiner  Schlussbemerkung  vom  22. Juli  2011  nochmals,  er  habe  die  in  Betreibung  gesetzten  Gebührenforderungen jeweils rechtzeitig bezahlt.  K.  Mit  Verfügung  vom  12. September  2011  wird  der  Beschwerdeführer  ergänzend  aufgefordert,  allfällig  vorhandene  Zahlungsbelege  zu  den  Gebührenrechnungen 1. bis und mit 3. Quartal 2005 einzureichen.  L.   Mit Eingabe vom 20. September 2011 teilt der Beschwerdeführer mit, den  geforderten  Zahlungsbeleg  für  das  2. Quartal  2005  könne  er  nicht  beibringen.  Gemäss  Art. 61  Abs. 3  der  Radio­  und  Fernsehverordnung  vom  9. März  2007  (RTVV,  SR  784.401)  sei  er  auch  nicht  verpflichtet,  Beweismittel länger als fünf Jahre aufzubewahren.  M.  Am  27. September  2011  reicht  der  Beschwerdeführer  zusätzliche  Dokumente zur Gebührenforderung 1. Quartal 2010 ins Recht ein.  N.  Auf  weitere  Vorbringen  der  Parteien  und  die  sich  in  den  Akten  befindlichen  Schriftstücke  wird  –  sofern  entscheidrelevant  –  in  den  nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 

A­2848/2011 1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt des Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021),  sofern  sie  von einer Vorinstanz nach Art.  33 VGG stammen und  keine Ausnahme  nach  Art.  32  VGG  vorliegt.  Als  Verfügungen  im  erwähnten  Sinn  gelten  auch Beschwerdeentscheide nach Art.  61 VwVG  (Art.  5 Abs.  2 VwVG).  Das BAKOM ist eine Vorinstanz nach Art. 33 Bst. d VGG, eine Ausnahme  gemäss  Art.  32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zur  Beurteilung  der  Beschwerde  gegen  den  Entscheid  der  Vorinstanz vom 8. April 2011 zuständig. 1.2. Zur Beschwerde nach Art. 48 Abs. 1 VwVG ist berechtigt, wer vor der  Vorinstanz  am  Verfahren  teilgenommen  oder  keine  Möglichkeit  zur  Teilnahme  erhalten  hat,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  ist  und  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  oder  Änderung hat. Als formeller Adressat der angefochtenen, ihn belastenden  Verfügung  hat  der  Beschwerdeführer  ein  aktuelles,  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung.  Er  ist  daher  ohne  Weiteres  zur  Beschwerdeführung legitimiert. 1.3. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren fechtet der Beschwerdeführer  neben der Mahn­ und Betreibungsgebühr von insgesamt Fr. 25.­ auch die  bislang angefallenen Betreibungskosten im Umfange von Fr. 30.­ an. Wie  bereits  die  Vorinstanz  in  ihrer  Verfügung  vom  8. April  2011  zutreffend  ausführt, folgen die Betreibungskosten dem Schicksal der Betreibung. Die  Höhe  der  schuldbetreibungsrechtlich  geschuldeten  Betreibungskosten  müssen  weder  im  Rechtsöffnungsentscheid  noch  im  Urteil  selbst  festgelegt  werden,  sondern  ergeben  sich  direkt  aus  dem  Vollstreckungsrecht.  Sie  sind  vom  Gläubiger  vorschüssig  an  das  Betreibungsamt  zu  zahlen  und werden  im Anschluss  an  die Betreibung  zur Forderung hinzugeschlagen, sofern diese zu Recht erhoben worden  ist.  Setzt  das  Betreibungsamt  die  Betreibungskosten  in  unzulässiger  Weise  fest,  steht  dem  Schuldner  die  Möglichkeit  der  Aufsichtsbeschwerde  nach  Art. 17  des  Bundesgesetzes  vom  11. April  1889 über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG, SR 281.1) offen. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  hierfür  nicht  zuständig.  Auf  die  Rüge  betreffend die Betreibungskosten in der Höhe von Fr. 30.­ ist daher nicht  einzutreten.

A­2848/2011 1.4. Streitgegenstand  in  der  nachträglichen  Verwaltungsrechtspflege  ist  das  Rechtsverhältnis,  das  Gegenstand  der  angefochtenen  Verfügung  bildet,  soweit  es  im Streit  liegt. Der Streitgegenstand  darf  im Laufe  des  Beschwerdeverfahrens weder erweitert noch qualitativ verändert werden;  er  kann  sich  höchstens  verengen  und  um  nicht  mehr  streitige  Punkte  reduzieren, nicht aber ausweiten. Fragen, über welche die erstinstanzlich  verfügende Behörde  nicht  entschieden  hat,  darf  die Rechtsmittelinstanz  nicht beurteilen; sonst würde  in die  funktionelle Zuständigkeit der ersten  Instanz  eingegriffen  (ANDRÉ  MOSER/MICHAEL  BEUSCH/LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  Basel  2008, S. 26 RZ. 2.8 mit Hinweisen). In der angefochtenen Verfügung hat die Vorinstanz ausschliesslich über  die  Gebührenpflicht  des  Beschwerdeführers  für  den  Zeitraum  vom  1. Juli bis 31. Dezember 2007 sowie über die damals angefallenen Mahn­  und Betreibungsgebühren entschieden. Soweit  der Beschwerdeführer  in  seiner  Beschwerde  die  Mahnung  aus  dem  Jahr  2009  sowie  die  Ersatzrechnung für das 1. Quartal 2010 rügt, ist darauf nicht einzutreten,  da diese nicht Gegenstand des vorinstanzlichen Verfahrens waren.  1.5. Auf  die  im Übrigen  frist­  und  formgerecht  eingereichte Beschwerde  (Art.  50  Abs.  1  und  Art.  52  Abs.  1  VwVG)  ist  –  unter  Vorbehalt  der  Ausführungen in E. 1.3 f. hiervor – einzutreten. 2.  Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf  Verletzungen  von  Bundesrecht  –  einschliesslich  der  unrichtigen  oder  unvollständigen Feststellung  des Sachverhalts  und Überschreitung  oder  Missbrauch  des  Ermessens  –  sowie  auf  Angemessenheit  hin  (Art. 49  VwVG). Im Verfahren  vor  dem Bundesverwaltungsgericht  gilt  der Grundsatz  der  Rechtsanwendung von Amtes wegen. Das Bundesverwaltungsgericht  ist  nicht an die Begründung der Begehren gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG).  Es kann daher eine Beschwerde aus anderen Gründen als den von den  Verfahrensbeteiligten angerufenen gutheissen oder abweisen. Auch kann  es  die  angefochtene  Verfügung  mit  einer  völlig  anderen  Begründung  schützen,  als  sie  von  der  Behörde  angegeben  wurde  (sog.  Motivsubstitution;  THOMAS  HÄBERLI,  in:  Praxiskommentar  zum  VwVG,  Waldmann/Weissenberger  [Hrsg.],  Zürich  2009,  Art.  62  N  40).  Der  Grundsatz  gilt  indes  nicht  uneingeschränkt.  Namentlich  sind  von  den 

A­2848/2011 Parteien  nicht  aufgeworfene  Rechtsfragen  nur  zu  prüfen,  wenn  hierzu  aufgrund  der  Parteivorbringen  oder  anderer  sich  aus  den  Akten  ergebenden Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 48  E.  4a;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­2690/2010  vom  9. November 2010 E. 3.1; MADELEINE CAMPRUBI, in: Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG], Zürich 2008, Rz. 15 zu Art. 62). 3.  Wer ein zum Empfang von Radio­ und Fernsehprogrammen geeignetes  Gerät  zum  Betrieb  bereithält  oder  betreibt,  muss  dies  der  Gebührenerhebungsstelle  vorgängig  melden  und  hat  eine  Empfangsgebühr  zu  bezahlen  (Art. 68  Abs. 1  und  Abs. 3  des  Bundesgesetzes vom 24. März 2006 über Radio und Fernsehen [RTVG,  SR  784.40]).  Zur  Durchsetzung  der  Gebührenpflicht  kann  die  Gebührenerhebungsstelle gemäss Art. 62 Abs. 1 Bst. b und c der Radio­  und  Fernsehverordnung  vom  9. März  2007  (RTVV,  SR  784.401)  pro  erfolgter Mahnung eine Gebühr von Fr. 5.­ und pro zu Recht erhobener  Betreibung eine Gebühr von Fr. 20.­ erheben.  4.  4.1. Der Beschwerdeführer  führt  in  seiner Beschwerde  im Wesentlichen  an,  er  habe  die  Rechnung  für  das  3. Quartal  2007,  Fälligkeit  1. September  2007,  pünktlich  am  30. Juli  2007  bezahlt.  Die  Mahn­  wie  auch die Betreibungsgebühr seien daher ohne Grund erhoben worden.  4.2. Die Vorinstanz stellt die geltend gemachte Zahlung nicht  in Abrede,  legt  aber  dar,  der  Beschwerdeführer  habe  hierfür  nicht  den  Originaleinzahlungsschein  verwendet,  sondern  einen  roten  Einzahlungsschein,  den  er  von  Hand  ausgefüllt  habe.  Da  der  Beschwerdeführer  dabei  weder  den  Zahlungszweck  noch  eine  Referenznummer angegeben habe, sei die Erstinstanz nach Art. 87 des  Obligationenrechts  vom  30. März  1911  (OR,  SR  220)  befugt  gewesen,  die  eingegangene  Zahlung  auf  die  zu  diesem  Zeitpunkt  noch  offene  Gebührenforderung  des  1.  Quartals  2007  anzurechnen.  Dementsprechend  könne  die  Rechnung  des  3. Quartals  2007  nicht  am  30.  Juli  2007,  sondern  erst  mit  der  nachfolgenden  Zahlung  vom  31. Oktober  2007  und  damit  nach  Ablauf  der  Zahlungsfrist  vom  1. September 2007 als bezahlt gelten. 

A­2848/2011 4.3. Strittig  und  zu  prüfen  ist  vorliegend  allein  noch,  ob  die  Vorinstanz  dem Beschwerdeführer die Mahngebühr im Umfang von Fr. 5.­ (Mahnung  vom 17. September 2007 betreffend 3. Quartalsrechnung 2007) sowie die  Betreibungsgebühr  in  der  Höhe  von  Fr.  20.­  (Betreibung  […]  des  Betreibungsamts X._______  vom 22. Mai  2008)  zu Recht  auferlegt  hat.  Auch wenn der Streitgegenstand damit klar umgrenzt  ist, wird es  infolge  der  von  der  Vorinstanz  vorgenommenen  rückwärtigen  Anrechnung  der  Zahlungseingänge erforderlich sein,  für die Beurteilung der hier strittigen  Fragen die relevanten Vorgänge der Vorjahre ebenfalls zu beleuchten. In  tatsächlicher  Hinsicht  ist  zunächst  festzuhalten,  dass  der  Beschwerdeführer im Verlaufe des Schriftenwechsels seine Behauptung,  er  habe  seit  dem  3. Quartal  2005  sämtliche  Forderungen  aus  der  Gebührenpflicht  (abgesehen  von  einzelnen  Mahngebühren)  fristgerecht  bzw.  teilweise  auch  vor  Rechnungsstellung  erfüllt,  anhand  von  Einzahlungsbelegen der Schweizerischen Post lückenlos beweisen kann.  Insoweit kann er auch den Nachweis für die rechtzeitige Zahlung der hier  fraglichen  3. Quartalsrechnung  2007  erbringen.  Gemäss  den  vorliegenden  Kontoauszügen  hat  die  Erstinstanz  zudem  sämtliche  Überweisungen  des  Beschwerdeführers  korrekt  als  Zahlungseingänge  verbucht.  Diese  auf  den  ersten  Blick  klare  Aktenlage  steht  indes  unter  dem  Vorbehalt  einer  möglichen  rückwärtigen  Anrechnung  der  Zahlungseingänge  auf  frühere  Ausstände,  wie  dies  die  Vorinstanz  in  Anwendung von Art. 87 OR vorgenommen hat. In  einem  ersten  Schritt  ist  daher  zu  prüfen,  ob  in  der  Vergangenheit  überhaupt  ein  Zahlungsausstand  zu  verzeichnen  ist,  auf  den  die  nachweislich  geleistete  Zahlung  des  Beschwerdeführers  vom  30.  Juli  2007 angerechnet werden könnte. Falls dies bejaht werden kann, wird in  einem  zweiten  Schritt  die  rechtliche  Zulässigkeit  einer  Anrechnung  von  Teilzahlungen analog zum Privatrecht zu klären sein.  5.  5.1.  Hinsichtlich  möglicher  Zahlungsausstände  ist  unter  allen  Verfahrensbeteiligten unstrittig geblieben, dass der Beschwerdeführer bis  und  mit  1. Quartal  2005  die  Gebührenrechnungen  jeweils  mittels  Originaleinzahlungsscheine  korrekt  beglichen  hat.  Weiter  kann  der  Beschwerdeführer, wie bereits ausgeführt (E. 4.3), beweisen, dass er ab  dem  3. Quartal  2005  bis  und  mit  4.  Quartal  2007  seinen  Zahlungsverpflichtungen regelmässig nachgekommen ist. 

A­2848/2011 Angesichts  der  Sachlage  kann  somit  festgehalten  werden,  dass  in  tatsächlicher Hinsicht  – entgegen den Ausführungen der Erst­ wie auch  der Vorinstanz – nur die Entrichtung der Radio­ und Fernsehgebühren für  das  2. Quartal  2005  ungewiss  erscheint.  Überprüft  man  die  von  der  Erstinstanz  eingereichten  Kontoauszügen  auf  diesen  Zeitraum  hin,  so  wird deutlich, dass  tatsächlich kein Zahlungseingang zu verzeichnen  ist.  Mit  Verfügung  vom  12. September  2011  ist  dem  Beschwerdeführer  deshalb  nochmals  Gelegenheit  gegeben  worden,  einen  allfälligen  Zahlungsnachweis  für  das  2. Quartal  2005  zu  erbringen.  Der  Beschwerdeführer  äussert  sich  innert  Frist  dahingehend,  dass  er  diese  Rechnung  zwar  bezahlt,  aber  den  Zahlungsbeleg  nicht  länger  als  die  gesetzlich vorgeschriebenen fünf Jahre aufbewahrt habe. 5.2.  Im  Verwaltungsverfahren  gilt  das  Untersuchungsprinzip,  d.h.  die  Behörden haben den Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären und sind  für  die  Beschaffung  der  Entscheidungsgrundlagen  verantwortlich.  Die  Parteien tragen weder eine Behauptungs­ noch eine Beweisführungslast.  Der  Untersuchungsgrundsatz  ändert  aber  nichts  an  der  Verteilung  der  materiellen  Beweislast,  d.h.  an  der  Regelung  der  Folgen  der  Beweislosigkeit.  Kann  ein  Sachverhalt  nicht  bewiesen  werden,  muss  jeweils diejenige Partei die Folgen tragen, welche daraus Rechte ableiten  will  (analog  zu  Art.  8  des  Schweizerischen  Zivilgesetzbuches  vom  10.  Dezember 1907 [ZGB, SR 210]; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A­ 6559/2008  vom  8.  Juni  2009  E. 5;  vgl.  auch  ULRICH  HÄFELIN/GEORG  MÜLLER/FELIX  UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  6. Aufl.,  Zürich/St.  Gallen  2010,  RZ. 1623).  Der  Beschwerdeführer  macht  die  Zahlung  der  Gebührenforderung  für  das  2. Quartal  2005  geltend,  entsprechend ist er mit dem Beweis belastet. Misslingt dieser Beweis, hat  er die Folgen zu tragen. 5.3.  Gemäss  den  erstinstanzlichen  Kontoauszügen  ist  für  die  Gebührenforderung  des  2. Quartals  2005  keine  Zahlung  eingegangen  und  trotz  gerichtlicher  Aufforderung  gelingt  es  dem  Beschwerdeführer  nicht,  den  geforderten  Nachweis  für  die  Tilgung  zu  erbringen.  Da  der  Beschwerdeführer  diesbezüglich  die  Beweislast  trägt,  muss  er  in  Anwendung  der  ausgeführten  Rechtsprechung  die  Folgen  der  Beweislosigkeit  tragen.  Zwar  erscheint  es  verständlich,  dass  der  Beschwerdeführer  seine  Zahlungsbelege  nicht  länger  als  die  gesetzlich  vorgeschriebene  Frist  von  fünf  Jahren  aufbewahrt,  doch  vermag  dieser  Umstand alleine keine Umkehr der Beweislast zu rechtfertigen.

A­2848/2011 5.4.  Im  Ergebnis  ist  deshalb  davon  auszugehen,  dass  die  Gebührenforderung  für  das  2. Quartal  2005  nicht  beglichen  worden  ist.  Offen bleibt die Frage, ob es infolgedessen zulässig ist, die nachfolgend  eingegangenen  Gebührenzahlungen,  welche  somit  lediglich  Teilzahlungen  sind,  analog  zum  Privatrecht  auf  die  älteste  fällige  Forderung anzurechnen. 6.  6.1.  Das  Privatrecht  regelt  die  Anrechnung  von  Teilzahlungen  an  bestehende  Schulden  wie  folgt:  Liegt  weder  eine  gültige  Erklärung  des  Schuldners über die Tilgung (Art. 86 Abs. 1 OR) noch eine Bezeichnung  in  der  Quittung  durch  den  Gläubiger  (Art. 86  Abs. 2  OR)  vor,  ist  nach  Art. 87 Abs. 1 OR die Zahlung auf die  fällige Schuld anzurechnen, unter  mehreren  fälligen  auf  diejenige  Schuld,  für  die  der  Schuldner  zuerst  betrieben  worden  ist,  und  hat  keine  Betreibung  stattgefunden,  auf  die  früher  verfallene.  Die  privatrechtliche  Doktrin  geht  davon  aus,  dass  Art. 87 OR auf  öffentlich­rechtliche Verbindlichkeiten  analog Anwendung  findet  (vgl.  ROLF  WEBER,  in:  Berner  Kommentar,  Rz. 8  zu  Art. 87  OR  i.V.m.  Rz. 9  zu  Art. 86  OR;  URS  LEU,  in:  Basler  Kommentar,  Rz. 2  zu  Art. 87 OR i.V.m. Rz. 2 zu Art. 86 OR und Rz. 2 zu Art. 85 OR).  Weder  in den  rundfunkrechtlichen Bestimmungen noch  im VwVG  ist die  Anrechnung von Teilzahlungen an bestehende Schulden geregelt. Weist  das  öffentliche  Recht  eine  Lücke  aus,  sind  zuerst  die  öffentlichen  Bestimmungen,  die  ähnliche  Fälle  regeln,  analog  anzuwenden.  Sind  keine  vorhanden,  so  kommen  privatrechtliche  Bestimmungen  zur  Anwendung  (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,  a.a.O.,  Rz. 305  ff.).  Zumindest  im  Hinblick  auf  die  Beitragszahlungen  für  die  Alters­  und  Hinterlassenenversicherung  (AHV)  hat  das  Bundesgericht  in  ständiger  Rechtsprechung  festgehalten,  dass  –  in  Anlehnung  an  Art. 87  OR –  nachträgliche Zahlungen vorab zur Tilgung der ältesten Beitragsschulden  zu verwenden sind (BGE 119 V 389; BGE 114 V 78, BGE 112 V 6, Urteile  des Bundesgerichts H 118/05 vom 30. Januar 2006 E. 4.2 und H 244/03  vom 8. Oktober 2004 E. 3.2).  6.2.  Die  hier  zu  prüfende  Streitfrage  betreffend  Radio­  und  Fernsehgebührenpflicht  ist  mit  der  vom  Bundesgericht  entschiedenen  Sachlage ohne Weiteres vergleichbar. Eine analoge Anwendung von Art.  87  OR  erscheint  deshalb  als  zulässig  und  auch  als  sachgerecht,  insbesondere da die privatrechtlich vorgesehene Tilgungsreihenfolge auf 

A­2848/2011 die mutmasslichen Interessen des Schuldners ausgerichtet ist (vgl. ROLF  WEBER,  in:  Berner  Kommentar,  Rz. 5  zu  Art. 87  OR).  Im  Sinne  des  Verhältnismässigkeitsprinzips  wird  auf  diese  Weise  die  Gefahr  einer  möglichen  Betreibung,  welche  bei  früher  fälligen  Forderungen  erfahrungsgemäss grösser ist, für den Gebührenpflichtigen minimiert und  ihm  im Ergebnis mehr  Zeit  eingeräumt,  seinen  Zahlungsverpflichtungen  doch noch nachzukommen. 6.3.  Es  kann  daher  als  Zwischenfazit  festgehalten  werden,  dass  vorliegend  die  Tilgungsordnung  von  Art. 87  OR  in  analoger  Weise  anzuwenden ist.  7.  7.1.  Wie  die  Eingaben  an  die  Erstinstanz  sowie  auch  die  Beschwerdeschrift  im  vorliegenden  Verfahren  aufzeigen,  geht  der  Beschwerdeführer  offensichtlich  davon  aus,  sämtliche  Gebührenrechnungen  jeweils  rechtzeitig  bezahlt  zu  haben.  Auf  die  wiederholten  Nachfragen  des  Beschwerdeführers  bei  der  Erstinstanz,  wieso  er  nach  jeder  Gebührenzahlung  erneut  gemahnt  werde,  hat  sich  diese  in den Jahren 2005 bis 2007  im Wesentlichen darauf beschränkt,  ihm den  jeweils aktuellen Zahlungsausstand zu beziffern. Weder hat sie  ihn  auf  die  ausstehende  Zahlung  für  das  2. Quartal  2005  hingewiesen  noch  darauf,  dass  seit  diesem  Zeitpunkt  die  Zahlungseingänge  jeweils  auf  die  vorangegangene  Rechnungsperiode  im  Sinne  von  Art.  87  OR  angerechnet  wurden.  Der  Beschwerdeführer  ist  daher  trotz  diesbezüglicher  Korrespondenz  mit  der  Erstinstanz  in  Unkenntnis  über  die Sachlage geblieben.  7.2. Wenn der Schuldner, wie  vorliegend,  irrtümlicherweise annimmt,  er  habe alle Schulden getilgt, geht die privatrechtliche Lehre in Abweichung  zur gesetzlich vorgesehenen Tilgungsreihenfolge nach Art. 87 OR davon  aus,  dass die Teilleistung entweder auf  jene Schulden anzurechnen  ist,  die  der  Schuldner  ohne  den  Irrtum  nach  seinem  –  für  den  Gläubiger  erkennbaren  –  Willen  bestimmt  hätte  oder  dem  Schuldner  ist  noch  nachträglich  die  Bestimmung  im  Sinne  von  Art.  86  Abs.  1  OR  zu  ermöglichen  (MARIUS  SCHRANER,  in:  Zürcher  Kommentar,  Rz. 3  f.  zu  Art. 87 OR; ROLF WEBER, in: Berner Kommentar, Rz. 5 f. zu Art. 87 OR).  Hinsichtlich  der  ersteren  der  möglichen  Rechtsfolgen  ist  festzuhalten,  dass  es  gerade  dem  mutmasslichen  Willen  des  Beschwerdeführers 

A­2848/2011 entsprach,  die  Zahlung  auf  die  früher  fällige  Forderung  anzurechnen,  denn  dadurch  konnte  die  Anhebung  der  Betreibung  aufgeschoben  werden.  Ein  allfällig  anderer  Wille  des  Beschwerdeführers  war  für  die  Erstinstanz zumindest nicht erkennbar.  Die  zweitgenannte  mögliche  Rechtsfolge,  d.h.  ein  Wiederaufleben  des  Wahlrechts  des  Beschwerdeführers  nach  Art. 86  Abs. 1  OR,  fällt  vorliegend  ebenfalls  ausser  Betracht,  da  gemäss  der  Rechtsprechung  dem  Schuldner  im  öffentlichen  Recht  nur  dann  ein  Erklärungsrecht  zukommt,  wenn  keine  berechtigten  Interessen  der  Verwaltung  dem  entgegenstehen.  Ein  solches  Interesse  könnte  namentlich  in  einer  drohende  Beitragsverjährung  bestehen  (Urteil  des  Bundesgerichts  H 118/05 vom 30. Januar 2006 E. 4.2; Pra 2001 225 E. 2, Pra 2000 631  E. 2).  Gemäss  Art.  61  Abs. 3  RTVV  beträgt  die  Verjährungsfrist  für  Empfangsgebühren fünf Jahre. Ohne eine Anrechnung von Teilzahlungen  gemäss Art. 87 OR droht der Gebührenforderung für das 2. Quartal 2005  die  Verjährung.  Ein  Erklärungsrecht  des  Schuldners  infolge  Irrtums  ist  damit schon aus diesem Grund ausgeschlossen. 7.3. Im Ergebnis bleibt es somit – trotz Irrtums des Beschwerdeführers –  bei  der  sinngemässen  Anwendung  der  in  Art. 87  OR  vorgesehenen  gesetzlichen Tilgungsordnung.  8.  8.1. Auf den vorliegenden Fall  bezogen,  sind diejenigen Zahlungen des  Beschwerdeführers, bei denen eine Anrechnungserklärung fehlt, d.h. bei  denen  die  Überweisung  nicht  mit  Originaleinzahlungsscheine,  sondern  mit  roten  Einzahlungsscheinen  getätigt  wurden,  auf  die  zunächst  verfallenen  Gebührenforderungen  anzurechnen.  Ausgehend  von  der  ausstehenden Rechnung für das 2. Quartal 2005 (vgl. E. 5) bedeutet dies  im Einzelnen Folgendes:  Die  Zahlung  für  das  1. Quartal  2006  vom  9.  Januar  2006  ist  in  Anwendung  von  Art.  87  OR  auf  die  früher  fällige  Rechnung  des  2. Quartals 2005 anzurechnen (die Rechnungen für das 3. und 4. Quartal  2005  wurden  jeweils  mit  Originaleinzahlungsscheinen  beglichen).  Die  Zahlung für das 2. Quartal 2006 vom 28. Februar 2006 wiederum ist dem  1. Quartal  2006  gutzuschreiben.  Wird  dieser  Anrechnungsmodus  bis  in  das  Jahr  2007  so  weiter  geführt,  ist  auch  die  Zahlung  für  das  hier  relevante  3. Quartal  2007  auf  das  vorangegangene  1. Quartal  2007  zu 

A­2848/2011 beziehen (die Rechnung für das 2. Quartal 2007 wurde wiederum mittels  Originaleinzahlungsschein  bezahlt).  Das  hat  zur  Folge,  dass  die  Rechnung  für  das 3. Quartal  2007 erst  am 31. Oktober  2007 und damit  nach Ablauf der Zahlungsfrist vom 1. September 2007 beglichen wurde.  Die Mahnung vom 17. September 2007 erweist sich daher als  rechtens.  Der  Beschwerdeführer  schuldete  zum  Zeitpunkt  der  Betreibungsanhebung  am  22.  Mai  2008  die  Mahngebühr  von  Fr.  5.­,  weshalb  auch  die  Einleitung  der  Betreibung  nicht  zu  beanstanden  ist.  Schliesslich  ist  die  Erstinstanz  nach  Art. 62  Abs. 1  Bst. c  RTVV  berechtigt, für eine zu Recht eingeleitete Betreibung eine Gebühr von Fr.  20.­ zu fordern. 8.2.  Die  erhobene  Beschwerde  erweist  sich  damit  im  Ergebnis  als  unbegründet und ist im Sinne der Erwägungen abzuweisen, soweit darauf  einzutreten ist.  9.  9.1.  Bei  diesem  Verfahrensausgang  ist  der  Beschwerdeführer  unterliegend.  Er  hat  daher  grundsätzlich  die  Verfahrenskosten  zu  übernehmen  (Art.  63  Abs.  1  VwVG,  Art.  1  ff.  des Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]).  Allerdings  gilt  es  zu  berücksichtigen,  dass  das  vorliegende  Beschwerdeverfahren  vermutlich  vermeidbar oder wesentlich weniger aufwändig gewesen wäre, wenn die  Erst­  bzw.  die  Vorinstanz  dem  Beschwerdeführer  die  Sach­  sowie  die  Rechtslage in nachvollziehbarer Weise erläutert hätten.  Werden  Zahlungseingänge  in  Anwendung  von  Art.  87  OR  auf  frühere  Ausstände angerechnet und dies über einen  längeren Zeitraum hinweg,  so  sind  deutlich  höhere  Anforderungen  an  die  Auskunftspflicht  der  Verwaltung  zu  stellen.  Bereits  die  Erstinstanz  wäre  daher  gehalten  gewesen,  dem  Beschwerdeführer  auf  Nachfrage  hin  nicht  nur  den  aktuellen  Zahlungsausstand  zu  beziffern,  sondern  im  Einzelnen  darzulegen, wie sich dieser zusammensetzt. Fraglich erscheint auch die  Begründung  des  vorinstanzlichen  Entscheids.  Auf  den  entscheidrelevanten Zahlungsausstand des 2. Quartals 2005 wird  in den  Erwägungen  nicht  eingegangen.  Es  ist  somit  zweifelhaft,  ob  die  Vorinstanz  ihrer Begründungspflicht  nachgekommen  ist  (vgl.  BGE 134  I  83  E. 4.1,  BGE  133  III  439  E. 3.3,  BGE  112  Ia  107  E. 2b;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­7365/2009  vom  9. November  2009 

A­2848/2011 E. 9.8.1.1  und  A­3434/2010  vom  2. November  2010  E. 5.1;  LORENZ  KNEUBÜHLER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], a.a.O., Rz. 4 ff. zu Art. 35;  MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O.,  Rz. 3.103 ff.).  Dies  braucht  vorliegend indes nicht abschliessend geklärt zu werden, da eine allfällige  Verletzung  der  Begründungspflicht  im  Rahmen  des  vorliegenden  Beschwerdeverfahrens  als  geheilt  zu  gelten  hätte  (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O.,  Rz. 3.112 ff;  BGE  135  I  279  E. 2.6.1;  vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­4481/2010  vom  8. Dezember  2010  E. 6.2.6  mit  weiteren  Hinweisen).  Dem  Umstand  ist  jedoch bei der Verlegung der Kosten entsprechend Rechnung zu tragen  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­4481/2010  vom  8. Dezember  2010 E. 8 und A­3434/2010 vom 2. November 2010 E. 10).  Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen rechtfertigt es sich daher, die  Verfahrenskosten  dem  Beschwerdeführer  zu  erlassen  und  auf  die  Gerichtskasse zu nehmen (Art. 63 Abs. 1 VwVG und Art. 6 Bst. b VGKE).  Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 500.­  ist dem Beschwerdeführer  nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückzuerstatten. 9.2.  Dem  nicht  anwaltlich  vertretenen,  im  Ergebnis  unterliegenden  Beschwerdeführer  ist  keine  Parteientschädigung  zuzusprechen  (Art. 64  Abs. 1  VwVG,  Art.  7  Abs.  1  VGKE).  Die  Vorinstanz  hat  als  Bundesbehörde  ebenfalls  keinen  Anspruch  auf  Parteientschädigung  (Art. 7 Abs. 3 VGKE). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 2.  Es  werden  keine  Verfahrenskosten  erhoben.  Der  Kostenvorschuss  von  Fr.  500.­  wird  dem  Beschwerdeführer  nach  Eintritt  der  Rechtskraft  des  vorliegenden  Urteils  zurückerstattet.  Hierzu  hat  er  dem  Bundes­ verwaltungsgericht seine Kontonummer anzugeben. 3.  Es werden keine Parteientschädigungen gesprochen.

A­2848/2011 4.  Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Erstinstanz (eingeschrieben) – die Vorinstanz (eingeschrieben) – das Generalsekretariat UVEK (Gerichtsurkunde) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Marianne Ryter Sauvant Flurina Peerdeman Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die  Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren,  deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu  enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit  sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:

A-2848/2011 — Bundesverwaltungsgericht 27.10.2011 A-2848/2011 — Swissrulings