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Bundesverwaltungsgericht 07.09.2011 A-1766/2011

7 septembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·535 mots·~3 min·2

Résumé

Hausinstallationen | Ausstehender Sicherheitsnachweis

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung I A­1766/2011 Urteil   v om   7 .   S ep t embe r   2011 Besetzung Richter Christoph Bandli (Vorsitz), Richterin Marianne Ryter Sauvant, Richter Jérôme Candrian,    Gerichtsschreiber Stephan Metzger. Parteien A._______,   Beschwerdeführer,  gegen Eidgenössisches Starkstrominspektorat ESTI,  Luppmenstrasse 1, 8320 Fehraltorf,    Vorinstanz.  Gegenstand Ausstehender Sicherheitsnachweis.

A­1766/2011 Sachverhalt: A.  Anlässlich  einer  periodischen  Kontrolle  stellte  das  Kontrollorgan  der  Netzbetreiberin  Groupe  E  am  15.  Oktober  2007  Mängel  an  den  elektrischen Einrichtungen der Wohnung von A._______ fest. Eine erste  Frist zur Mängelbehebung liess A._______ unbenutzt verstreichen. Auch  aufgrund  weiterer  drei  Mahnungen  kam  er  seinen  Pflichten  als  Eigentümer der Wohnung nicht nach, die elektrischen  Installationen den  Sicherheitsanforderungen anzupassen. B.  Nach  erfolgloser  dritter  Mahnung  überwies  die  Netzbetreiberin  die  Angelegenheit  am  9.  April  2009  dem  Eidgenössische  Starkstrominspektorat  (ESTI)  zur  Durchsetzung.  Dieses  forderte  von  A._______ die verlangte Mängelbehebungsanzeige bis am 18. Dezember  2009 und drohte für den Säumnisfall den Erlass einer gebührenpflichtigen  Verfügung  an. Dennoch  unterliess  es A._______  bis  am  23. November  2010,  der  Netzbetreiberin  die  verlangte  Mängelbehebungsanzeige  zuzustellen. C.  Mit  Verfügung  vom  7.  Februar  2011  wies  das  ESTI  A._______  an,  bis  zum  7.  April  2011  den  Sicherheitsnachweis  für  die  elektrischen  Installationen  seiner Wohnung  einzureichen. Die Gebühr  für  den Erlass  dieser  Verfügung  setzte  das  ESTI  auf  Fr.  600.­­  fest  und  drohte  A._______ eine Ordnungsbusse von Fr. 5'000.­­ an für den Fall, dass er  diese  Anordnung  missachten  werde.  Die  am  7.  Februar  2011  mit  eingeschriebener Post versandte Verfügung wurde von A._______ nicht  abgeholt, worauf ihm das ESTI diese nochmals am 24. Februar 2011 per  A­Post zustellte. D.  A._______  (Beschwerdeführer)  gelangt  am  21.  März  2011  mit  Beschwerde gegen die Verfügung des ESTI (Vorinstanz) vom 7. Februar  2011  an  das  Bundesverwaltungsgericht.  Er  macht  geltend,  die  administrativen  Kosten  von  Fr.  600.­­  seien  unverhältnismässig  und  würden in keiner Weise den effektiven Aufwand wiedergeben. Im Übrigen  sei  das  in  der  Verfügung  gesetzte  Datum  für  die  Instandstellung  unzumutbar  und  missbräuchlich,  zumal  innerhalb  von  wenigen  Tagen  kein qualifizierter Elektriker  verfügbar  sei. Ausserdem begründet er  sein  Begehren damit, dass sich die Instandstellung durch die Verspätung des 

A­1766/2011 Umbauprojektes um 2 Jahren verzögert habe und erst  im Sommer 2011  realisiert werden  könne, weshalb  er  für  die  Instandstellung  eine weitere  Fristerstreckung von mindestens 6 Monaten beantrage.  E.  Auf  die  Aufforderung  des  Bundesverwaltungsgerichts,  bis  am  31.  März  2011  die  angefochtene  Verfügung  einzureichen,  wobei  im  Säumnisfall  aufgrund der Akten entschieden werde, reagiert A._______ nicht.  F.  Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 18. Mai 2011 die  Abweisung  der  Beschwerde.  Der  Beschwerdeführer  seinerseits  hat  die  Gelegenheit  zur  Einreichung  von  Schlussbemerkungen  unbenutzt  verstreichen lassen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021),  sofern  sie  von  Behörden  erlassen  wurden,  die  gemäss  Art.  33  und  34  VGG  als  Vorinstanzen gelten und keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Mit  der  hier  zu  beurteilenden  Beschwerde  wird  eine  Verfügung  des  Eidgenössischen  Starkstominspektorats  angefochten.  Dieses  ist  Vorinstanz  im  Sinne  von  Art.  33  f.  VGG.  Eine  Ausnahme  nach  Art.  32  VGG ist nicht ersichtlich. Das Bundesverwaltungsgericht ist demnach zur  Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 1.2. Art.  20  Abs.  2bis  VwVG  hält  fest,  dass  eine  Mitteilung,  welche  nur  gegen  Unterschrift  des  Adressaten  oder  einer  anderen  berechtigten  Person überbracht wird, spätestens am siebenten Tag nach dem ersten  erfolglosen  Zustellversuch  als  erfolgt  gilt.  Die  Verfügung  der  Vorinstanz  vom  7. Februar  2011 wurde mit  eingeschriebener  Post  gleichentags  an  den  Beschwerdeführer  abgesandt.  Ein  erster  Zustellversuch  war  erfolglos.  Auch  während  der  bis  am  15.  Februar  2011  dauernden  Frist  holte der Beschwerdeführer die Sendung bei der Post nicht ab. Demnach  gilt die Sendung als am letzten Tag der Abholfrist zugestellt und somit als 

A­1766/2011 am  15. Februar  2011  eröffnet.  Die  Beschwerdefrist  begann  am  16.  Februar 2011 zu  laufen (Art. 20 Abs. 1 VwVG) und dauerte bis zum 17.  März 2011. Gemäss Art. 50 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG sind Beschwerden an  das  Bundesverwaltungsgericht  innerhalb  von  30  Tagen  nach  Eröffnung  der  Verfügung  einzureichen.  Diese  Frist  ist  gewahrt,  wenn  die  Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist der Rechtsmittelinstanz  oder  zu  deren  Handen  der  schweizerischen  Post  oder  einer  schweizerischen  diplomatischen  oder  konsularischen  Vertretung  übergeben wird (Art. 21 Abs. 1 VwVG).  Die Beschwerdeschrift datiert vom 21. März 2011 (Postaufgabe). Da die  Beschwerdefrist  am  17.  März  2011  unbenutzt  verstrich,  erfolgte  die  Beschwerde  verspätet.  Zwar  macht  der  Beschwerdeführer  geltend,  die  Verfügung vom 7. Februar 2011 sei nicht fristgerecht überbracht worden  und beantragt eine Verlängerung der Beschwerdefrist um 30 Tage. Dem  kann nicht gefolgt werden. Die korrekte Zustellung der Verfügung durch  die  Post  und  deren  weiteres  Vorgehen  sind  in  den  Akten  belegt.  Aus  diesem  Grund  besteht  auch  kein  Raum  für  eine Wiederherstellung  der  Frist  gemäss  Art.  24  Abs.  1  VwVG,  zumal  der  Beschwerdeführer  oder  sein  Vertreter  nicht  unverschuldeterweise  abgehalten  wurden,  binnen  Frist  zu  handeln.  Der  Beschwerdeführer  hat  demnach  die  Beschwerdefrist versäumt, weshalb auf die Beschwerde nicht einzutreten  ist. 2.  Im Übrigen geht aus den Akten hervor, dass sowohl die Netzbetreiberin  als auch die Vorinstanz dem Beschwerdeführer auf grosszügige Art und  Weise  immer wieder  –  über mehr  als  drei  Jahre  hinweg  – Gelegenheit  gaben,  seinen  Pflichten  nachzukommen  und  die  geforderte  Mängelbehebungsanzeige  einzureichen.  Es  ist  demnach  festzuhalten,  dass  der  Beschwerdeführer  offensichtlich  über  genügend  Zeit  verfügte,  die notwendigen Schritte zur Mängelbehebung an die Hand zu nehmen.  3.  Bei diesem Prozessausgang sind gestützt  auf Art.  63 Abs. 1 VwVG die  Verfahrenskosten  dem Beschwerdeführer  aufzuerlegen.  Sie  werden  auf  Fr.  500.­­   festgesetzt  und mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  in  der  gleichen Höhe verrechnet.

A­1766/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  500.­­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der gleichen Höhe  verrechnet. 3.  Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref­Nr. W­14618; Einschreiben) – das Generalsekretariat UVEK (Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Christoph Bandli Stephan Metzger Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die  Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren,  deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu  enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit  sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:

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