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Bundesstrafgericht 2022 TPF 2022 49

1 janvier 2022·Deutsch·CH·CH_BSTG·PDF·1,810 mots·~9 min·2

Résumé

Beschimpfung;;Injure;;Ingiuria;;Beschimpfung

Texte intégral

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ou le WTCC. Il ne fait dès lors aucun doute qu’il connaissait le contexte général et en particulier le caractère répétitif des demandes adressées à B. SA. Il savait donc que la banque avait une vision d’ensemble des demandes de crédit en question. Il faut aussi souligner à cet égard que A. savait que certaines demandes de crédit servaient à solder d’anciens crédits, et par conséquent que les employés de B. SA en étaient également informés. Enfin, s’il est vrai que A., comme il le soutenait dans son mémoire de recours auprès du Tribunal fédéral, ne travaillait pas dans la finance, il faut toutefois relever qu’il a effectué une formation de deux années dans le domaine économique. De plus, force est de constater qu’il disposait de connaissances en matière de crédits à la consommation de par ses activités au sein du WTCC et du fait qu’il avait lui-même contracté plusieurs crédits de ce type, dont au moins trois avant les faits qui lui sont reprochés. Dès lors, eu égard à l’arrêt de renvoi du Tribunal fédéral, qui a nié le caractère astucieux de la tromperie reprochée au prévenu, et au principe in dubio pro reo, selon lequel, au stade du jugement, le fardeau de la preuve incombe à l’accusation et le doute doit profiter au prévenu (arrêt du Tribunal fédéral 6B_1283/2019 du 21 janvier 2020 consid. 1.1; voir également ATF 144 IV 345 consid. 2.2.3.3), et tenant compte des éléments dont A. avait connaissance, à savoir en particulier le fait qu’il savait que les demandes de crédit étaient adressées à B. SA et qu’il connaissait le caractère répétitif de celles-ci, il ne saurait être retenu qu’il pensait qu’il était impossible pour B. SA de se prémunir contre la tromperie. Par conséquent, il n’a pas été établi que l’intention de A. portait sur une tromperie subjectivement astucieuse. Le délit impossible d’escroquerie par métier ne peut dès lors pas être retenu. 1.4.3 Vu ce qui précède, l’appel formé par le MPC est rejeté et A. est acquitté de l’infraction de tentative d’escroquerie par métier.

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6. Auszug aus dem Urteil der Strafkammer in Sachen Bundesanwaltschaft und Privatklägerschaft gegen A. vom 10. März 2022 (SK.2021.52)

Beschimpfung

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Art. 177 StGB Die Strafbarkeit der Äusserung «crazy» im konkreten Fall verneint (E. 3.4– 3.5).

Injure Art. 177 CP Punissabilité de l’expression «crazy» niée dans le cas d’espèce (consid. 3.4–3.5).

Ingiuria Art. 177 CP Punibilità dell’affermazione «crazy» negata nel caso specifico (consid. 3.4–3.5).

Zusammenfassung des Sachverhalts: Die Bundesanwaltschaft warf A. (u.a.) vor, sich der Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB schuldig gemacht zu haben, indem er im Zuge einer Streitigkeit mit seiner ehemaligen Frau B. im Zusammenhang mit der Ausübung seines Ferienrechts betreffend den gemeinsamen Sohn C. sie in herabwürdigender Absicht und Weise mehrfach mit dem Wort «crazy» bezeichnet habe. Die Strafkammer sprach A. frei. Aus den Erwägungen: 3.2 Gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB wird auf Antrag bestraft, wer jemanden in anderer Weise als durch üble Nachrede oder Verleumdung i.S.v. Art. 173 ff. StGB durch Wort, Schrift, Bild, Gebärde oder Tätlichkeiten in seiner Ehre angreift. Die Strafnorm ist ein Auffangtatbestand, in den sämtliche ehrverletzenden Äusserungen fallen, die sich nicht als Tatsachenbehauptungen gegenüber Dritten darstellen lassen. Erfasst werden insbesondere Ehrverletzungen in Form sog. Formal- oder Verbalinjurie, also reine Werturteile, die sich als blosser Ausdruck der Missachtung nicht erkennbar auf bestimmte dem Beweis zugängliche Tatsachen stützen. Der Ehrangriff muss von einiger Erheblichkeit sein; verhältnismässig unbedeutende Übertreibungen bleiben straflos. Die Strafbarkeit einer Äusserung beurteilt sich nach dem Sinn, den der unbefangene

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Durchschnittsadressat dieser unter den jeweiligen konkreten Umständen gibt (Urteile des Bundesgerichts 6B_1270/2017 vom 24. April 2018 E. 2.1– 2.2; 6B_1288/2016 vom 8. November 2017 E. 1.1; 6B_461/2008 vom 4. September 2008 E. 3.3.2). Der subjektive Tatbestand erfordert Vorsatz. Dem Täter muss bewusst sein, dass die Äusserung ehrenrührig ist (RIKLIN, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, Art. 177 StGB N. 14). 3.3 3.3.1 Aus den Aussagen der Privatklägerin, die sie in den Einvernahmen bei der Stadtpolizei Zürich vom 30. Juni 2018 und der Bundesanwaltschaft vom 20. September 2021 machte, geht hervor, dass der Beschuldigte sie anlässlich des Vorfalls vom 30. Juni 2018 mehrfach mit dem Wort «crazy» bezeichnet habe. In der Einvernahme bei der Bundesanwaltschaft gab sie zudem an, der Beschuldigte habe ihr auch gesagt, sie hätte ein Borderline- Syndrom. Sie wisse aber nicht, ob er dies im vorliegenden Fall gesagt habe. 3.3.2 C. gab in der Einvernahme bei der Bundesanwaltschaft an, er sei sich sicher, dass der Beschuldigte seine Mutter während der Auseinandersetzung am 30. Juni 2018 beschimpft habe. Er wisse jedoch nicht mehr, was dieser gesagt habe. 3.3.3 Der Beschuldigte anerkennt, die Privatklägerin im zur Diskussion stehenden Fall einmal als «crazy» bezeichnet zu haben, nachdem sie ihm das Besuchsrecht zu C. verweigert habe. Er bestreitet jedoch, dieses Wort in ehrverletzender Weise verwendet zu haben. «Crazy» sei für ihn keine Beschimpfung. Er habe das augenscheinlich unangemessene emotionale Verhalten der Kindsmutter als «crazy» bezeichnet. Weiter bestreitet der Beschuldigte, im vorliegenden Fall der Privatklägerin gesagt zu haben, sie hätte ein Borderline-Syndrom. Der Beschuldigte behauptete in seinen Einvernahmen und schriftlichen Eingaben im Verfahren wiederholt, seine ehemalige Ehefrau leide an einem Borderline-Syndrom. In der Hauptverhandlung verneinte er auf entsprechende Frage des Einzelrichters, mit dem Wort «crazy» Bezug auf diese angebliche psychische Erkrankung genommen zu haben. 3.4 Bei der gegebenen Beweislage ist erstellt, dass der Beschuldigte im Zuge der Auseinandersetzung mit der Privatklägerin anlässlich des Vorfalls

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vom 30. Juni 2018 sie mindestens einmal mit dem Wort «crazy» (auf Deutsch verrückt) bezeichnete. Dass er mit diesem – im Alltag häufig gebrauchten – Wort die Privatklägerin als psychisch krank hinstellen wollte, wie in der Anklage behauptet, ist indes nicht rechtsgenügend bewiesen. Die diesbezügliche Aussage des Beschuldigten, er habe mit dem fraglichen Wort keinen Bezug auf die angebliche psychische Erkrankung seiner ehemaligen Frau genommen, ist für das Gericht glaubhaft. Aus den Aussagen der Privatklägerin lässt sich nichts Gegenteiliges schliessen, zumal sie sich nicht erinnern konnte, in welchem Zusammenhang der Beschuldigte ihr gesagt haben soll, sie habe ein Borderline-Syndrom. Im Ergebnis erscheint es plausibel, dass der Beschuldigte mit dem Wort «crazy» sein Missfallen über das Verhalten seiner ehemaligen Ehefrau in der konkreten Situation zum Ausdruck brachte. 3.5 Im gegebenen Kontext – emotional aufgeladene Situation anlässlich der Auseinandersetzung unter den ehemaligen Ehegatten um Elternrechte – ist der potentiell ehrenrührige Gehalt des Worts «crazy» nicht derart erheblich, dass damit die Grenzen des Tolerierbaren überschritten wären. Die Äusserung stellt unter den konkreten Umständen des vorliegenden Falls keine Beschimpfung i.S.v. Art. 177 StGB dar. Der Beschuldigte ist folglich freizusprechen.

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7. Auszug aus dem Beschluss der Beschwerdekammer in Sachen Kantonsgericht des Kantons Luzern gegen Staatssekretariat für Migration SEM vom 6. Mai 2022 (BB.2021.257)

Rechtswidriger Aufenthalt; Beizug von Akten; Erforderlichkeit; Interessenabwägung Art. 115 Abs. 1 lit. b AIG, Art. 194 StPO Ersuchen um Beizug der Akten des Asylverfahrens (namentlich der Akten der Fachstelle für Herkunftsabklärungen in der Schweiz [LINGUA]) betreffend die des rechtswidrigen Aufenthalts beschuldigte Person. Kognition des Strafgerichts bei der vorfrageweisen Überprüfung asylrechtlicher Entscheide (E. 3.2.1–3.2.4). Erforderlichkeit des Beizugs der Akten verneint, da das Strafgericht in casu an den das Asylverfahren abschliessenden Entscheid des

ou le WTCC. Il ne fait dès lors aucun doute qu’il connaissait le contexte général et en particulier le caractère répétitif des demandes adressées à B. SA. Il savait donc que la banque avait une vision d’ensemble des demandes de crédit en question. Il ... Dès lors, eu égard à l’arrêt de renvoi du Tribunal fédéral, qui a nié le caractère astucieux de la tromperie reprochée au prévenu, et au principe in dubio pro reo, selon lequel, au stade du jugement, le fardeau de la preuve incombe à l’accusation et l... 1.4.3 Vu ce qui précède, l’appel formé par le MPC est rejeté et A. est acquitté de l’infraction de tentative d’escroquerie par métier. TPF 2022 49 6. Auszug aus dem Urteil der Strafkammer in Sachen Bundesanwaltschaft und Privatklägerschaft gegen A. vom 10. März 2022 (SK.2021.52) Beschimpfung Art. 177 StGB Die Strafbarkeit der Äusserung «crazy» im konkreten Fall verneint (E. 3.4–3.5). Injure Art. 177 CP Ingiuria Art. 177 CP Punibilità dell’affermazione «crazy» negata nel caso specifico (consid. 3.4–3.5). Zusammenfassung des Sachverhalts:

Die Bundesanwaltschaft warf A. (u.a.) vor, sich der Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB schuldig gemacht zu haben, indem er im Zuge einer Streitigkeit mit seiner ehemaligen Frau B. im Zusammenhang mit der Ausübung seines Ferienrechts betref... Die Strafkammer sprach A. frei. Aus den Erwägungen: 3.2 Gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB wird auf Antrag bestraft, wer jemanden in anderer Weise als durch üble Nachrede oder Verleumdung i.S.v. Art. 173 ff. StGB durch Wort, Schrift, Bild, Gebärde oder Tätlichkeiten in seiner Ehre angreift. Die Strafnorm ist ... Der subjektive Tatbestand erfordert Vorsatz. Dem Täter muss bewusst sein, dass die Äusserung ehrenrührig ist (Riklin, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, Art. 177 StGB N. 14). 3.3 3.3.1 Aus den Aussagen der Privatklägerin, die sie in den Einvernahmen bei der Stadtpolizei Zürich vom 30. Juni 2018 und der Bundesanwaltschaft vom 20. September 2021 machte, geht hervor, dass der Beschuldigte sie anlässlich des Vorfalls vom 30. Juni ... 3.3.2 C. gab in der Einvernahme bei der Bundesanwaltschaft an, er sei sich sicher, dass der Beschuldigte seine Mutter während der Auseinandersetzung am 30. Juni 2018 beschimpft habe. Er wisse jedoch nicht mehr, was dieser gesagt habe. 3.3.3 Der Beschuldigte anerkennt, die Privatklägerin im zur Diskussion stehenden Fall einmal als «crazy» bezeichnet zu haben, nachdem sie ihm das Besuchsrecht zu C. verweigert habe. Er bestreitet jedoch, dieses Wort in ehrverletzender Weise verwendet ... Der Beschuldigte behauptete in seinen Einvernahmen und schriftlichen Eingaben im Verfahren wiederholt, seine ehemalige Ehefrau leide an einem Borderline-Syndrom. In der Hauptverhandlung verneinte er auf entsprechende Frage des Einzelrichters, mit dem ... 3.4 Bei der gegebenen Beweislage ist erstellt, dass der Beschuldigte im Zuge der Auseinandersetzung mit der Privatklägerin anlässlich des Vorfalls vom 30. Juni 2018 sie mindestens einmal mit dem Wort «crazy» (auf Deutsch verrückt) bezeichnete. Dass er mit diesem – im Alltag häufig gebrauchten – Wort die Privatklägerin als psychisch krank hinstellen wollte, wie in der Anklage behauptet, ist indes... 3.5 Im gegebenen Kontext – emotional aufgeladene Situation anlässlich der Auseinandersetzung unter den ehemaligen Ehegatten um Elternrechte – ist der potentiell ehrenrührige Gehalt des Worts «crazy» nicht derart erheblich, dass damit die Grenzen des T... TPF 2022 52 7. Auszug aus dem Beschluss der Beschwerdekammer in Sachen Kantonsgericht des Kantons Luzern gegen Staatssekretariat für Migration SEM vom 6. Mai 2022 (BB.2021.257) Rechtswidriger Aufenthalt; Beizug von Akten; Erforderlichkeit; Interessenabwägung Art. 115 Abs. 1 lit. b AIG, Art. 194 StPO Ersuchen um Beizug der Akten des Asylverfahrens (namentlich der Akten der Fachstelle für Herkunftsabklärungen in der Schweiz [LINGUA]) betreffend die des rechtswidrigen Aufenthalts beschuldigte Person. Kognition des Strafgerichts bei der vorfrageweise...

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