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Bundesstrafgericht 2008 TPF 2008 40

1 janvier 2008·Deutsch·CH·CH_BSTG·PDF·916 mots·~5 min·1

Résumé

Entschädigung bei Einstellung; Auskunftsperson.;;Indemnité en cas de classement; personne entendue à titre de renseignements.;;Indennità in caso di desistenza dal procedimento; persona informata sui fatti.;;Entschädigung bei Einstellung; Auskunftsperson.

Texte intégral

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9. Auszug aus dem Entscheid der I. Beschwerdekammer in Sachen A. gegen Bundesanwaltschaft vom 28. März 2008 (BK.2007.4)

Entschädigung bei Einstellung; Auskunftsperson. Art. 122 BStP, Art. 6, 7 der Verordnung vom 22. Oktober 2003 über die Kosten der Bundesstrafrechtspflege Nach Art. 122 BStP ist nur der vormals Beschuldigte berechtigt, im Falle der Einstellung des Verfahrens eine Entschädigung zu verlangen, nicht jedoch die Auskunftsperson. Gemäss Art. 6 und 7 der Verordnung vom 22. Oktober 2003 über die Kosten der Bundesstrafrechtspflege hat die Auskunftsperson Anspruch auf Entschädigung für Reisekosten und für Erwerbsausfall. Eine Entschädigung für Anwaltskosten der Auskunftsperson ist nicht vorgesehen (E. 2.7).

Indemnité en cas de classement; personne entendue à titre de renseignements. Art. 122 PPF, art. 6 et 7 de l'Ordonnance du 22 octobre 2003 sur les frais de la procédure pénale fédérale En vertu de l'art. 122 PPF, ce n'est que l'inculpé qui, en cas de classement, peut exiger une indemnité, mais non la personne entendue à titre de renseignements. En vertu des art. 6 et 7 de l'Ordonnance du 22 octobre 2003 sur les frais de la procédure pénale fédérale, la personne entendue à titre de renseignements a droit au remboursement des frais de déplacement et de la perte de gain. Aucune indemnité n'est prévue pour des frais d'avocat de la personne entendue à titre de renseignements (consid. 2.7).

Indennità in caso di desistenza dal procedimento; persona informata sui fatti. Art. 122 PP, art. 6 e 7 dell’ordinanza del 22 ottobre 2003 sulle spese della procedura penale federale Secondo l’art. 122 PP, l’imputato è il solo ad avere il diritto di esigere un’indennità in caso di desistenza dal procedimento, ma non la persona informata sui fatti. Secondo gli art. 6 e 7 dell’ordinanza del 22 ottobre 2003 sulle spese della procedura penale federale, la persona informata sui fatti ha diritto a un’indennità per le spese di viaggio e la perdita di guadagno. Un’indennità per le spese per l’avvocato della persona informata sui fatti non è prevista (consid. 2.7).

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Zusammenfassung des Sachverhalts: Die Bundesanwaltschaft (BA) eröffnete am 19. September 2006 ein gerichtspolizeiliches Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt resp. gegen die verantwortlichen Organe der B. AG. Durch die am 6. Februar 2007 erlassene Editionsverfügung mit dem Titel "gegen die verantwortlichen Organe der B. AG" erhielt A. in seiner damaligen Funktion als einziger Verwaltungsrat der B. AG mit Alleinunterschrift erstmals Kenntnis vom Verfahren. Am 1. Juni 2007 wurde er formell als Auskunftsperson einvernommen. Das Ermittlungsverfahren wurde von der BA am 21. August 2007 eingestellt. A. beantragte in der Folge die Ausrichtung einer Entschädigung. Die I. Beschwerdekammer hiess das Gesuch teilweise gut.

Aus den Erwägungen: 2.7 Zu beurteilen bleibt, ob der Gesuchsteller, nachdem durch die klare Bezeichnung seiner Stellung als Auskunftsperson anlässlich der Einvernahme die Grundlage für die nach Treu und Glauben vorhandene Verfahrensstellung als Beschuldigter entfiel, weiterhin einen Anspruch auf Entschädigung seiner Anwaltskosten geltend machen kann. Nach Art. 122 BStP ist nur der Beschuldigte berechtigt, eine Entschädigung zu verlangen, nicht jedoch die Auskunftsperson. Gemäss Art. 246 Abs. 1 BStP werden im Bundesstrafverfahren unter anderem für das Ermittlungsverfahren, die Voruntersuchung sowie die Anklageerhebung und -vertretung Verfahrenskosten erhoben (Satz 1). Diese bestehen aus Gebühren und Auslagen, die im Verfahren oder im Zusammenhang mit der Anklageerhebung und -vertretung entstehen (Satz 2). Der Begriff der Verfahrenskosten sowie die Festlegung der Gebühren und Auslagen werden in der Verordnung vom 22. Oktober 2003 über die Kosten der Bundesstrafrechtspflege (SR 312.025) näher umschrieben (vgl. auch BGE 133 IV 187 E. 6.1). Danach umfassen die Auslagen die vom Bund vorausbezahlten Beträge, u. a. die Entschädigung an Zeugen, Zeuginnen und Auskunftspersonen (Art. 1 Abs. 3 der Verordnung). Wie sich die Entschädigungskosten für Auskunftspersonen konkret zusammensetzen, wird in den Art. 6 und Art. 7 der Verordnung festgelegt. Berücksichtigung finden dabei die individuellen Reisekosten (Art. 6 der Verordnung) sowie die Kosten für den Erwerbsausfall (Art. 7 der Verordnung). Eine Entschädigung für eventuelle Anwaltskosten der Auskunftsperson ist jedoch gesetzlich nicht vorgesehen. Insofern steht dem Gesuchsstel-

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ler für die Zeit nach dem 1. Juni 2007 keine Entschädigung bezüglich der geltend gemachten Anwaltskosten zu.

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10. Auszug aus dem Entscheid des Präsidenten der I. Beschwerdekammer in Sachen Bundesanwaltschaft gegen A., B. und C. vom 11. April 2008 (TK.2008.45)

Internetüberwachung. Art. 24 lit. a VÜPF Eine in einem E-Mailkonto noch zwischengespeicherte, aber bereits geöffnete E-Mail fällt nicht mehr unter das Fernmeldegeheimnis. Die Erhebung einer nicht abgerufenen E-Mail ist dagegen als genehmigungspflichtige Echtzeitüberwachung zu würdigen.

Surveillance d'Internet. Art. 24 let. a OSCPT Le courrier électronique sauvegardé temporairement sur un compte E-mail, mais déjà ouvert, ne tombe plus sous le secret des télécommunications. En revanche, le prélèvement d'un courrier électronique non consulté doit être considéré comme une surveillance en temps réel sujette à autorisation.

Sorveglianza della corrispondenza via Internet. Art. 24 lett. a OSCPT Una e-mail che si trova ancora nella memoria intermedia di un conto di posta elettronica ma che è già stata aperta non è più coperta dal segreto delle telecomunicazioni. Il rilevamento di una e-mail non consultata è invece da considerarsi come una sorveglianza in tempo reale soggetta ad autorizzazione.

Zusammenfassung des Sachverhalts: Im Rahmen des gerichtspolizeilichen Ermittlungsverfahrens gegen A., B. und C. ordnete die Bundesanwaltschaft die Herausgabe des Inhalts eines