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Appenzell Ausserrhoden Kantonsgericht Sammlung ARGVP 24.02.2015 OG ARGVP 2015 3654

24 février 2015·Deutsch·Appenzell Rhodes-Extérieures·Ausserrhoden Kantonsgericht Sammlung ARGVP·PDF·372 mots·~2 min·5

Résumé

B. Gerichtsentscheide 3654 3654 Legitimation. Verlust der Passivlegitimation nach Veräusserung der Liegen-schaft, auch wenn diese nicht unmittelbar Streitgegenstand ist. Aus den Erwägungen: 2. Legitimation Die Berufungsklägerin hat ihre

Texte intégral

B. Gerichtsentscheide 3654

91 3654 Legitimation. Verlust der Passivlegitimation nach Veräusserung der Liegenschaft, auch wenn diese nicht unmittelbar Streitgegenstand ist. Aus den Erwägungen: 2. Legitimation Die Berufungsklägerin hat ihre Liegenschaft während des Prozesses veräussert. Zu fragen ist, ob diese Veräusserung die Berufungsklägerin von ihren Verpflichtungen befreit. Diese Frage beantwortet sich nach dem materiellen Recht (Graber/Frei, Schweizerische Zivilprozessordnung, Basler Kommentar, 2. A., Basel 2013, N 14 f. zu Art. 83; Bernhard Balz, Zivilprozessordnung, Berner Kommentar, Bern 2012, N 20 zu Art. 83; Ivo Schwander, Sutter- Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2. A., Zürich/Basel/Genf 2013, N 19 zu Art. 83; Tarkan Göksu, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, Zürich/St.Gallen 2011, N 15 zu Art. 83). Die Berufungsbeklagten stellen Ansprüche aus einer Grunddienstbarkeit (Unterhalt eines Brunnens) und aus Nachbarrecht (Entfernung von Pflanzen, die die Abstandsvorschriften nicht einhalten). Die Rechte und damit auch die Pflichten am Brunnen und an den Pflanzen stehen dem Eigentümer des Grundstückes zu, auf dem sich der Brunnen und die Pflanzen befinden. Wegen der Aufgabe des Eigentums und auch des Besitzes ist die Berufungsklägerin nicht mehr befugt, Veränderungen am Brunnen oder an den Pflanzen vorzunehmen. Eine Verurteilung auf Realerfüllung ist deshalb nicht mehr möglich. Mithin ist festzustellen, dass die Berufungsklägerin die Passivlegitimation verloren hat. Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass ein Parteiwechsel i.S.v. Art. 83 ZPO nicht stattgefunden hat. Eine Prozessstandschaft ist abzulehnen; für sie besteht keine gesetzliche Grundlage (Ivo Schwander, a.a.O., N 25 zu Art. 83 ZPO; Graber/Frei, a.a.O., N 11 zu Art. 83 ZPO; Tarkan Göksu, a.a.O., N 14 zu Art. 83 ZPO; Staehelin/Staehelin/Grolimund, Zivilprozessrecht, 2. A., Zürich/Basel/Genf 2013, § 13 Rz. 79; anderer Meinung etwa Mark Livschitz, in: Baker & McKenzie [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, Bern 2010, N 9 zu Art. 83, und Tanja Domej, in: Oberhammer/Domej/Haas [Hrsg.], Kurzkommentar ZPO, 2. A., Basel 2013, N 10 f. zu Art. 83). Die fehlende Passivlegitimation hat zur Folge, dass die Klage abzuweisen ist (Graber/Frei, a.a.O., N 20 ff. zu Art. 83 ZPO; Ivo Schwander, a.a.O., N 26 zu Art. 83 ZPO; Tarkan Göksu, a.a.O., N 14 zu Art. 83 ZPO; Roger Morf, in: Gehri/Kramer [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, Zürich 2010, N 5 zu Art. 83; Staehelin/Staehelin/Grolimund, a.a.O., § 13 Rz. 79). Dies wiederum führt zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids. OGP, 24.02.2015

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