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Schwyz Kantonsgericht 2. Zivilkammer 04.09.2020 ZK2 2019 57

September 4, 2020·Deutsch·Schwyz·Kantonsgericht 2. Zivilkammer·HTML·1,800 words·~9 min·3

Summary

vorsorgliche Massnahmen (Unterhalt) | Vors. Massnahmen Scheidung

Full text

\n \n \n \n \n Kantonsgericht Schwyz

\n 1

\n \n \n \n   \n   \n   \n   \n \n   \n Beschluss vom 4. September 2020 \n ZK2 2019 57 \n   \n   \n \n \n \n Mitwirkend

\n Kantonsgerichtsvizepräsidentin lic. iur. Daniela Pérez-Steiner, Kantonsrichterinnen Dr. Veronika Bürgler Trutmann und Bettina Krienbühl, Gerichtsschreiberin lic. iur. Gabriela Thurnherr.

\n \n \n \n   \n   \n   \n \n \n \n In Sachen

\n A.________, Gesuchsgegner und Berufungsführer, vertreten durch Rechtsanwalt B.________,   gegen   C.________, Gesuchstellerin und Berufungsgegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt D.________,      

\n \n \n \n   \n   \n \n \n \n betreffend

\n vorsorgliche Massnahmen (Unterhalt)

\n \n \n \n (Berufung gegen die Verfügung des Einzelrichters am Bezirksgericht March vom 30. Juli 2019, ZES 2019 32);- \n   \n   \n   \n hat die 2. Zivilkammer, \n \n nachdem sich ergeben und in Erwägung: \n 1. A.________ und C.________ sind die Eltern der Kinder I.________ und J.________. Am 31. August 2017 machte C.________ das Scheidungsverfahren vor dem Bezirksgericht March rechtshängig (angef. Verfügung, E. A; ZEO 2017 62). \n a) Mit Gesuch vom 10. Januar 2019 betreffend vorsorgliche Massnahmen beantragte C.________ insbesondere Folgendes (Vi-act. 1): \n 1. Kinderbelange \n   \n 1.1 (gemeinsame elterliche Sorge, alleinige Obhut der Mutter) \n   \n 1.2 (Besuchs- und Ferienrecht des Vaters) \n   \n 1.3 Es sei der Beklagte rückwirkend ab 1. September 2017 zu verpflichten für I.________ und J.________ monatliche Unterhaltsbeiträge (zzgl. Kinder- und Familienzulagen) von mind. je CHF 2’000.00 (je CHF 1’250.00 Bar- und je CHF 750.00 Betreuungsunterhalt), eventualiter von CHF wieviel, zu bezahlen, zahlbar an die Klägerin im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats bis zur Volljährigkeit bzw. bis zum Abschluss einer angemessenen Erstausbildung des jeweiligen Kindes auch über dessen Volljährigkeit hinaus. \n   \n 1.4 Darüber hinaus sei der Beklagte zu verpflichten, zusätzlich zu den Unterhaltsbeiträgen – gegen Vorlage der entsprechenden Rechnung – sich zur Hälfte an den ausserordentlichen Kosten der Kinder (Zahnkorrekturen, Therapiekosten, Sehhilfen/-korrekturen, notwendige schulische Massnahmen wie Stütz- oder Nachhilfeunterricht, Schul- und Sportlager, Studienwochen, Musikunterricht und -instrumente etc.) zu beteiligen, soweit diese Behandlungskosten nicht von Dritten gedeckt sind. \n   \n 2. Es sei der Beklagte rückwirkend ab 1. September 2017 zu verpflichten, der Klägerin an deren eigenen Unterhalt monatlich und im Voraus einen Unterhalt von CHF 500.00 bis zum Abschluss der ordentlichen Erstausbildung von J.________ zu bezahlen. \n   \n  Eventualiter, wenn die Unterhaltsbeiträge für die Kinder I.________ und J.________ tiefer angesetzt würden, sei der Beklagte rückwirkend ab 1. September 2017 zu verpflichten, der Klägerin an deren eigenen Unterhalt monatlich und im Voraus einen Unterhalt von CHF 4’500.00 abzüglich der Kinderunterhaltsbeiträge bis zum Abschluss der ordentlichen Erstausbildung von J.________ zu bezahlen. \n   \n 3. (Indexierung der Unterhaltsbeiträge) \n   \n 4. (AHV-Gutschriften zugunsten der Gesuchstellerin) \n   \n 5. (Kosten- und Entschädigungsfolgen) \n Mit Gesuchsantwort vom 21. März 2019 stellte A.________ folgende Anträge (Vi-act. 8): \n 1. (gemeinsame elterliche Sorge) \n   \n 2. (alternierende Obhut) \n   \n 3. (Betreuungsanteile) \n   \n 4. (Besuchs- und Ferienrecht der Gesuchstellerin) \n   \n 5. (Auskunftsbegehren) \n   \n 6. Dem Gesuchsgegner sei nach Durchführung des Beweisverfahrens die Gelegenheit zu geben, Anträge zu den Unterhaltsbeträgen einzureichen. \n   \n 7. (Zuteilung der Liegenschaft) \n   \n 8. Die Rechtsbegehren der Gesuchstellerin seien abzuweisen. \n   \n 9. (Kosten- und Entschädigungsfolgen) \n Am 29. April 2019 nahm C.________ Stellung zur Gesuchsantwort (Vi-act. 10). \n Mit Eingabe vom 17. Juni 2019 konkretisierte A.________ seine Anträge betreffend Unterhaltsbeiträgen wie folgt (Vi-act. 17): \n 5. A) Es sei festzustellen, dass der Gesuchsgegner monatliche Unterhaltsbeiträge in der Zeit vom 10. Januar 2018 bis 31. Dezember 2018 für das Kind I.________, den Betrag von CHF 896.00 und für das Kind J.________, den Betrag von CHF 976.00 schuldet. \n   \n B) Die Gesuchstellerin sei zu verpflichten, aus der bereits erfolgten Mehrbezahlung des Gesuchsgegners betr. Unterhaltsbeiträge gemäss Rechtsbegehren Ziffer 5.A) in der Zeit vom 10. Januar 2018 bis Dezember 2018 in der Gesamthöhe von CHF 36’000.00 den Betrag von CHF 13’536.00 an den Gesuchsgegner zurückzuerstatten. \n   \n 6. A) Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, ab dem 1. Januar 2019 bis zu dessen Volljährigkeit bzw. bis zum Abschluss einer Erstausbildung von I.________, monatlich den Unterhaltsbetrag von CHF 581.00, und für J.________, bis zu dessen Volljährigkeit bzw. zum Abschluss dessen Erstausbildung den monatlichen Unterhaltsbetrag von CHF 621.00 zu bezahlen. \n   \n B) Die durch den Gesuchsgegner bereits erbrachten monatlichen Leistungen von je CHF 3’000.00 seien an die Unterhaltsbeträge gemäss Ziffer 6.A) anzurechnen. \n   \n C) Weitere Rückforderungen von bereits erbrachten Leistungen werden vorbehalten. \n Am 30. Juli 2019 verfügte der Einzelrichter am Bezirksgericht March Folgendes: \n 1. (alleinige Obhut der Mutter) \n   \n 2. (Besuchs- und Ferienrecht des Vaters) \n   \n 3. Der Gesuchsgegner/Vater wird verpflichtet, der Gesuchstellerin/Mutter an den Unterhalt von I.________ (teilweise rückwirkend), jeweils zuzüglich Kinderzulage, folgende monatliche Beiträge zu bezahlen, zahlbar im Voraus auf den Ersten eines Monats: \n   \n - Fr. 2'088.00 (Fr. 732.00 Barunterhalt, Fr. 1'301.00 Betreuungsunterhalt und Fr. 55.00 Überschussbeteiligung) \n ab 01.01.2018 bis 31.12.2019; \n   \n - Fr. 1'519.50 (Fr. 732.00 Barunterhalt, Fr. 448.50 Betreuungsunterhalt und Fr. 339.00 Überschussbeteiligung) \n ab 01.01.2020 bis Eintritt J.________ in die Oberstufe; \n   \n - Fr. 1'221.00 (Fr. 732.00 Barunterhalt und Fr. 489.00 Überschussbeteiligung) \n ab Eintritt von J.________ in die Oberstufe. \n   \n 4. Der Gesuchsgegner/Vater wird verpflichtet, der Gesuchstellerin/Mutter an den Unterhalt von J.________ (teilweise rückwirkend), jeweils zuzüglich Kinderzulage, folgende monatliche Beiträge zu bezahlen, zahlbar im Voraus auf den Ersten eines Monats: \n   \n - Fr. 2'103.00 (Fr. 747.00 Barunterhalt, Fr. 1'301 .00 Betreuungsunterhalt und Fr. 55.00 Überschussbeteiligung) \n ab 01.01.2018 bis 31.12.2019; \n   \n - Fr. 1'534.50 (Fr. 747.00 Barunterhalt, Fr. 448.50 Betreuungsunterhalt und Fr. 339.00 Überschussbeteiligung) \n ab 01.01.2020 bis Eintritt J.________ in die Oberstufe; \n   \n - Fr. 1'236.00 (Fr. 747.00 Barunterhalt und Fr. 489.00 Überschussbeteiligung) \n ab Eintritt von J.________ in die Oberstufe. \n   \n 5. Der Gesuchsgegner/Vater wird verpflichtet, der Gesuchstellerin/Mutter zusätzlich zu den vorstehenden Unterhaltsbeiträgen - gegen Vorlage der entsprechenden Rechnung - sich zur Hälfte an den ausserordentlichen Kinderkosten zu beteiligen, soweit diese Behandlungen nicht von Dritten gedeckt sind. \n   \n 6. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin an ihren persönlichen Unterhalt (teilweise rückwirkend) monatliche Beiträge wie folgt zu bezahlen: \n   \n - Fr. 109.00  ab 01.01.2018 bis 31.12.2019; \n - Fr. 678.00  ab 01.01.2020 bis Eintritt J.________ in die Oberstufe; \n - Fr. 847.00  ab Eintritt von J.________ in die Oberstufe. \n   \n 7. Der Gesuchsgegner wird berechtigt erklärt, sämtliche Zahlungen, die er ab 01.01.2018 an den Unterhalt der Gesuchstellerin und/oder der Kinder geleistet hat, an die vorstehend (vgl. Disp.-Ziff. 3-6) genannten Unterhaltsbeiträge anzurechnen. \n   \n 8. Die vorstehende Unterhaltsregelung (vgl. Disp.-Ziff. 3-6) basiert auf folgenden Einkommens- und Bedarfsverhältnissen: \n   \n \n \n \n  

\n Einkommen (netto, monatlich)

\n Bedarf

\n \n \n Ehemann

\n Fr. 8‘650.00

\n Fr. 4‘240.00

\n \n \n Ehefrau

\n ab 01.01.2018: Fr. 440.00 ab 01.01.2020: Fr. 2‘330.00 (hypoth.) ab Eintritt J.________ in die Oberstufe: Fr. 3‘730.00 (hypoth.)

\n ab 01.01.2018: Fr.3‘042.00 ab 01.01.2020: Fr. 3‘227.00   ab Eintritt J.________ in die Oberstufe: Fr. 3‘342.00

\n \n \n I.________

\n Fr. 220.00 (KZ)

\n Fr. 952.00

\n \n \n J.________

\n Fr. 220.00 (KZ)

\n Fr. 967.00

\n \n \n \n   \n 9. (Indexierung) \n   \n 10. (Zuteilung eheliche Liegenschaft an Gesuchstellerin/Regelung Finanzierungs- und Unterhaltskosten). \n   \n 11.-14. (Kostenfolgen, Rechtsmittel, Mitteilung) \n b) Dagegen erhob A.________ (nachfolgend Berufungsführer) am 16. September 2019 Berufung mit folgenden Anträgen (KG-act. 1): \n 1. Ziffer 3, 4, 5, 6, 8, 11 und 12 des Dispositivs der Verfügung vom 30. Juli 2019 des Bezirksgerichts March seien aufzuheben. \n   \n 2. Der Berufungskläger/Vater sei zu verpflichten, der Berufungsbeklagten/Mutter an den Unterhalt von I.________ für die Zeit vom 10. Januar 2018 bis 31. Januar 2018 \n   \n - CHF 840 (CHF 488 Barunterhalt, CHF 70 Betreuungsunterhalt, CHF 282 Überschussbeteiligung) ab 10. Januar 2018 bis 31. Januar 2018 \n   \n plus die gesetzliche Kinderzulage zu bezahlen. \n   \n 3. Der Berufungskläger/Vater sei zu verpflichten, der Berufungsbeklagten/Mutter an den Unterhalt von I.________ (teilweise rückwirkend), jeweils zuzüglich Kinderzulage, folgende monatliche Beiträge zu bezahlen, zahlbar im Voraus auf den Ersten eines Monats: \n   \n - CHF 1'261 (CHF 732 Barunterhalt, CHF 106 Betreuungsunterhalt, CHF 423 Überschussbeteiligung) ab 1. Februar 2018 bis 30. September 2018; \n   \n - CHF 1'290 (CHF 732 Barunterhalt, CHF 106 Betreuungsunterhalt, CHF 452 Überschussbeteiligung) ab 1. Oktober 2018 bis Eintritt von J.________ in die Oberstufe bzw. bis längstens zum 18. Lebensjahr von I.________; \n   \n - CHF 1'220 (CHF 732 Barunterhalt, CHF 488 Überschussbeteiligung) ab Eintritt von J.________ in die Oberstufe, längstens aber bis zum 18. Lebensjahr von I.________. \n   \n 4. Der Berufungskläger/Vater sei zu verpflichten, der Berufungsbeklagten/Mutter an den Unterhalt von J.________ für die Zeit vom 10. Januar 2018 bis 31. Januar 2018 \n   \n  - CHF 850 (CHF 498 Barunterhalt, CHF 70 Betreuungsunterhalt, CHF 282 Überschussbeteiligung) ab 10. Januar 2018 bis 31. Januar 2018 \n   \n plus die gesetzliche Kinderzulage zu bezahlen. \n   \n 5. Der Berufungskläger/Vater sei zu verpflichten, der Berufungsbeklagten/Mutter an den Unterhalt von J.________ (teilweise rückwirkend), jeweils zuzüglich Kinderzulage, folgende monatliche Beiträge zu bezahlen, zahlbar im Voraus auf den Ersten eines Monats: \n   \n - CHF 1'276 (CHF 747 Barunterhalt, CHF 106 Betreuungsunterhalt, CHF 423 Überschussbeteiligung) ab 1. Februar 2018 bis 30. September 2018; \n   \n - CHF 1'305 (CHF 747 Barunterhalt, CHF 106 Betreuungsunterhalt, CHF 452 Überschussbeteiligung) ab 1. Oktober 2018 bis Eintritt von J.________ in die Oberstufe; \n   \n - CHF 1'220 (CHF 732 Barunterhalt, CHF 488 Überschussbeteiligung) ab Eintritt von J.________ in die Oberstufe, längstens aber bis zum 18. Lebensjahr von J.________. \n   \n 6. Der Berufungskläger/Vater sei zu verpflichten, der Berufungsbeklagten/Mutter zusätzlich zu den vorstehenden Unterhaltsbeiträgen sich zur Hälfte an den ausserordentlichen Kinderkosten zu beteiligen, soweit diese Behandlungen nicht von Dritten gedeckt sind und er diesen Kosten zugestimmt hat. \n   \n 7. Der Berufungskläger sei zu verpflichten, der Berufungsbeklagten an ihren persönlichen Unterhalt (teilweise rückwirkend) monatliche Beiträge wie folgt zu bezahlen: \n   \n - CHF 546 ab 10. Januar bis 31. Januar 2018 \n - CHF 846 ab 01. Februar bis 30. September 2018 \n - CHF 906 ab 01. Oktober bis Eintritt von J.________ in die Oberstufe \n   \n 8. Die Unterhaltsregelung gemäss Rechtsbegehren 2 - 7 basiert auf folgenden Einkommens- und Bedarfsverhältnissen: \n   \n    Einkommen  Bedarf \n Ehemann CHF 8650  CHF 4420 bis 30. September 2018 \n      CHF 4240 ab 1. Oktober 2018 \n Ehefrau CHF 2830  CHF 3042 \n I.________ CHF 220 (KZ) CHF 952 \n J.________ CHF 220 (KZ) CHF 967 \n   \n 9. Eventualiter \n  Das Verfahren sei im Sinne der Erwägungen des Kantonsgerichts an die Vorinstanz zurückzuweisen. \n   \n 10. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehrwertsteuer) des Berufungsverfahrens seien der Berufungsbeklagten aufzuerlegen. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen der Vorinstanz seien entsprechend dem Berufungsentscheid zu verlegen. \n Mit Berufungsantwort vom 17. Oktober 2019 beantragte C.________ (nachfolgend Berufungsgegnerin) die vollumfängliche Abweisung der Berufung unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Berufungsführers (KG-act. 8). \n 2. Auf die grundsätzlichen rechtlichen Erwägungen der Vorinstanz zur Berechnung der Kinder- und Ehegattenunterhaltsbeiträge (angef. Verfügung, E. 4 und 4.2) kann verwiesen werden (

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