[...]r.
Urteil vom 27. Juni 2019
Es wirken mit:
Präsident Flückiger
Oberrichter Kiefer
Oberrichter Marti
Gerichtsschreiberin Küng
In Sachen
A.___ vertreten durch Rechtsanwältin Natalie Matiaska
Beschwerdeführer
Gegen
AXA Versicherungen AG, General-Guisan-Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur,
Beschwerdegegnerin
betreffend Unfallversicherung / Taggeld (Einspracheentscheid vom 27. März 2018)
zieht das Versicherungsgericht in Erwägung:
I.
1. Der 1962 geborene A.___ (nachfolgend: Beschwerdeführer) war im Unfallzeitpunkt vom 15. November 2011 seit dem 15. September 2003 als CIM Fachmann IBB mit einem Pensum von 100 % in der Firma B.___, deren Geschäftsführer er war, tätig und damit bei der Axa Versicherungen AG (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Daneben war er seit 1. Oktober 2011 mit einem Pensum von 10 % als Qualitätsmanager bei der Firma C.___, [...], angestellt. Deren obligatorischer Unfallversicherer ist die D.___ (vgl. Schadenmeldung vom 23. Januar 2012 (Axa-Akten-Nummer [Axa-Nr.] A54; vgl. auch die beigezogenen Akten der D.___ [nachfolgend zitiert mit «D.___-Nr.»] Nr. 1 und 5).
2.
2.1 Mit Schadenmeldung UVG vom 13. Dezember 2011 (Axa-Nr. A1) wurde der Beschwerdegegnerin mitgeteilt, der Beschwerdeführer habe am 15. November 2011 um 10.45 Uhr bei der Autofahrt auf der Hauptstrasse von [...] nach [...] eine unverschuldete Frontalkollision erlitten, als das entgegenkommende Fahrzeug in einer Rechtskurve auf seine Fahrbahnhälfte geraten sei. Dabei habe er sich ein Polytrauma (Kopf, Beckenpfanne, Arm rechts) zugezogen. Dem Austrittsbericht des Spitals E.___ vom 6. Dezember 2011 (Axa-Nr. M10) über die Hospitalisation des Beschwerdeführers vom 15. November bis 5. Dezember 2011 sind folgende Diagnosen zu entnehmen: «1. Polytrauma nach Hochgeschwindigkeitsunfall bei PKW-Frontalkollision am 15. November 2011 (Schädel / Beckenverletzung / Extremitätenverletzung); 2. Medikamentenallergien». Es seien vier operative Eingriffe durchgeführt worden. Der Beschwerdeführer sei für acht Wochen zu 100 % arbeitsunfähig.
2.2 Die Beschwerdegegnerin kam für die Heilbehandlung auf und richtete Taggelder aus. Am 11. Januar, 6. Februar, 1. März und 4. April 2012 fanden Gespräche zwischen dem Beschwerdeführer und dem Case Manager F.___ statt (Axa-Nr. A4, A7, A8, A11). Im Protokoll vom 2. Juli 2012 (Axa-Nr. A13) hielt der Case Manager F.___ fest, beruflich sei die ganze Betriebsorganisation der Firma B.___ etwas umgestellt worden, damit die gesundheitlichen Umstände besser berücksichtigt werden könnten. Der Beschwerdeführer habe eine Zusatzausbildung in Angriff genommen (Kurs ISO) und der QM / Auditor-Bereich werde von seiner Seite her mehr gefördert. Er möchte ab 1. Juli 2012 sicher zu 20 % wieder einsteigen. Danach sollte dann sicher eine sukzessive Steigerung möglich sein.
2.3 Am 6. Februar 2013 erstattete der Leiter Unfallanalyse der Beschwerdegegnerin, Dipl. Ing. (FH) G.___, ein unfallanalytisches Gutachten (Axa-Nr. R1). Er führte aus, im konkreten Fall gebe es einige Hinweise, die auf ein Nichttragen der Sicherheitsgurte hinweisen würden. Am 8. April 2013 wurde daher beim H.___ ein Gutachten betreffend die spurenkundliche Untersuchung einer Sicherheitsgurte (Axa-Nr. R2) eingeholt. Darin wurde festgehalten, dass die Gurte aufgrund von fehlenden «Tragspuren» im Moment des Anpralls gegen den Kollisionsgegner vom Fahrzeuglenker nicht getragen worden sei. Zu diesen Gutachten nahm Dr. med. I.___, FMH Orthopädische Chirurgie, beratender Arzt der Beschwerdegegnerin, am 24. Juli 2013 Stellung (Axa-Nr. R3).
2.4 Aufgrund der durch das Unfallereignis erlittenen Mittelgesichtsfraktur mit traumatisch verlorenen Zähnen 11, 12 und 41 (vgl. Axa-Nr. M16) und des ausgeprägten Knochendefizits regio 12 – 11 erfolgten am 10. Mai 2012 eine Knochenaugmentation mit einem autologen Knochentransplantat aus dem Beckenkamm, am 20. Dezember 2012 ein Débridement des Oberkiefers sowie ein Bindegewebstransplantat, entnommen aus dem Gaumen rechts und am 3. Mai 2013 eine Implantationsinsertion des Oberkiefers mit Metallentfernung (Axa-Nr. M36 S. 20 ff.). Im Weiteren wurden am 14. August und 18. Dezember 2013 (Axa-Nrn. M24, M29 S. 3) augentechnische operative Eingriffe durchgeführt. Im Bericht des E.___, Spezialkliniken, Augenklinik, Orthoptik, vom 2. April 2014 (Axa-Nr. M30) wurde festgehalten, aus ophthalmologischer Sicht sei noch kein Endzustand erreicht. Mit Mitteilung vom 4. November 2014 (Axa-Nr. A41) wurde der Beschwerdeführer darüber informiert, dass eine interdisziplinäre Begutachtung (Allgemeine Medizin, Psychiatrie, Orthopädie, Neurologie, Neuropsychologie, Ophthalmologie und ORL) durch die Begutachtungsstelle J.___ durchgeführt werde. Der Beschwerdeführer könne zum Fragenkatalog Zusatzfragen einreichen und begründete Einwände gegen die Gutachter geltend machen. Die Beschwerdegegnerin holte am 28. Mai 2015 (Axa-Nr. A74) bei der Firma C.___ weitere Angaben zu Beschäftigungsgrad, Arbeitsstunden und Entlöhnung ein und hielt fest, die Arbeitsunfähigkeit sei durch die Ärzte nicht korrekt attestiert worden. Sie richte bis auf Weiteres keine Unfalltaggelder mehr aus. Das letzte Taggeld sei der Firma B.___ für die Zeit vom 1. bis 28. Februar 2015 in der Höhe von CHF 1'115.80 basierend auf einer Arbeitsunfähigkeit von 30 % ausgerichtet worden. Das Antwortschreiben der Firma C.___ datiert vom 2. Juni 2015 (Axa-Nr. A75). Das Gutachten der Begutachtungsstelle J.___ wurde am 15. Mai 2015 (Axa-Nr. M35) von Dr. med. K.___, FMH Allgemeine Innere Medizin, Fallführung, lic. iur. L.___, Neuropsychologie / Neurologie, Dr. med. M.___, FMH Orthopädische Chirurgie, Dr. med. N.___, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Dr. med. O.___, FMH Otorhinolaryngologie, Dr. med. P.___, FMH Ophthalmologie und Dr. med. Q.___, FMH Neurologie, erstattet.
2.5 Mit «rechtlichem Gehör» vom 7. Juli 2015 (Axa-Nr. A77) stellte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer Folgendes in Aussicht: Kein Anspruch auf eine Rente der Unfallversicherung; die Einstellung der Taggelder per 28. Februar 2015; die Kürzung der während der ersten zwei Jahre nach dem Unfall für den Zeitraum vom 16. November 2011 bis 15. November 2013 (731 Tage, 2012 Schaltjahr) ausgerichteten Unfalltaggelder um 10 %, entsprechend CHF 7'608.75, die vom Beschwerdeführer zurückzuerstatten seien; der Verzicht auf eine Rückforderung resp. weitere Kürzung der für die Zeit vom 1. Juli 2012 bis 28. Februar 2015 basierend auf einer Arbeitsunfähigkeit von 30 % ausgerichteten Unfalltaggelder, die gemäss gutachterlicher Einschätzung um 10 % zu hoch ausgefallen seien; die Einstellung der Heilungskosten per 31. August 2015; einen unfallbedingten Integritätsschaden in der Höhe von insgesamt 25 % (CHF 31'500.00). Daran hielt die Beschwerdegegnerin trotz der Stellungnahme des Beschwerdeführers vom 22. September 2015 (Axa-Nr. A86) mit Verfügung vom 7. Januar 2016 (Axa-Nr. A92) fest. Die am 8. Februar 2016 dagegen erhobene Einsprache (Axa-Nr. A97) wies die Beschwerdegegnerin mit Einspracheentscheid vom 27. März 2018 (Akten-Seiten [A.S.] 1 ff.) ab.
3. Dagegen lässt der Beschwerdeführer am 19. April 2018 (Eingang: 9. Mai 2018, A.S. 30 ff.) fristgerecht Beschwerde erheben und folgende Rechtsbegehren und Verfahrensanträge stellen:
Rechtsbegehren:
1. Es sei der Einspracheentscheid vom 27. März 2018 aufzuheben und dem Beschwerdeführer seit Erreichen des medizinischen Endzustandes eine Invalidenrente auf Basis eines Erwerbsunfähigkeitsgrades von mindestens 20 % auszurichten und es seien die weiteren gesetzlichen Leistungen (Heilungskosten etc.) auszurichten.
2. Es sei das Taggeld rückwirkend ab dem Unfalltag auf Basis eines versicherten Verdienstes von CHF 74'900.00 neu zu berechnen und dem Beschwerdeführer die entsprechende Differenz mit Verzugszinsen von 5 % auszubezahlen.
3. Das Taggeld sei auch [in] den ersten zwei Jahren nach dem Unfall für den Zeitraum vom 16. November 2011 – 15. November 2013 ungekürzt auszurichten.
4. Der mit Entscheid vom 7. Januar 2016 verfügte Rückerstattungsbetrag ist aufzuheben und es ist die Beschwerdegegnerin anzuweisen, den verrechnungsweise einbehaltenen Betrag von CHF 7'608.75 inkl. Verzugszinsen von 5 % an den Beschwerdeführer auszurichten.
5. Unter o/e Kostenfolge.
Verfahrensanträge:
6. Es sei ein ophthalmologisches, neurologisch-neuropsychologisches Obergutachten einzuholen.
7. Es sei Herr R.___, C.___, [...], als Zeuge / Auskunftsperson zu befragen.
8. Es sei Herr S.___ als Zeuge / Auskunftsperson zu befragen.
9. Es sei eine Parteiverhandlung durchzuführen und der Beschwerdeführer zu befragen.
4. Mit Beschwerdeantwort vom 4. Juli 2018 (A.S. 55 ff.) schliesst die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde.
5. Mit Replik vom 11. Juli 2018 (A.S. 64) lässt der Beschwerdeführer auf eine Stellungnahme zur Beschwerdeantwort verzichten und an den gestellten Rechtsbegehren, Verfahrensanträgen und Ausführungen vollumfänglich festhalten.
6. Die am 16. Juli 2018 durch die Vertreterin des Beschwerdeführers eingereichte Kostennote (A.S. 66 ff.) geht mit Verfügung vom 17. Juli 2018 (A.S. 69) zur Kenntnisnahme an die Beschwerdegegnerin.
7. Mit prozessleitender Verfügung vom 11. März 2019 (A.S. 70) werden die Akten der Strafuntersuchung der Staatsanwaltschaft [...] ([...]), die Akten der IV-Stelle ([...]) und die Akten der Unfallversicherung D.___ ([...]) beigezogen.
8. Auf die Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften wird nachfolgend, soweit erforderlich, eingegangen. Im Übrigen wird auf die Akten verwiesen.
II.
1.
1.1 Die Sachurteilsvoraussetzungen (Einhaltung von Frist und Form, örtliche und sachliche Zuständigkeit des angerufenen Gerichts) sind erfüllt. Auf die Beschwerde ist einzutreten.
1.2 Die revidierte Fassung des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG, SR 832.20) ist am 1. Januar 2017 in Kraft getreten. Gleichzeitig wurden auch einige Bestimmungen der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV, SR 832.202) angepasst. Gemäss der Übergangsbestimmung zur Änderung des UVG vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem Inkrafttreten dieser Änderung ereignet haben und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Da ein Ereignis vom 15. November 2011 zu beurteilen ist, bleibt das bis 31. Dezember 2016 gültig gewesene Recht anwendbar.
2. Der Beschwerdeführer war zum Unfallzeitpunkt als Angestellter der [Firma] B.___ bei der Beschwerdegegnerin obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Gleichzeitig bestand aufgrund des Arbeitsverhältnisses bei der [Firma] C.___ (Pensum 4,3 Stunden pro Woche; vgl. Akten der Unfallversicherung D.___ [D.___-Nr.] 7 S. 2 f.) eine obligatorische Versicherung bei der D.___, welches sich auf die Folgen von Berufsunfällen beschränkte (Art. 8 Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 7 Abs. 2 UVG und Art. 13 Abs. 1 UVV). Als Berufsunfälle gelten im Rahmen dieser Versicherung bei der D.___ auch Unfälle auf dem Arbeitsweg (Art. 7 Abs. 2 UVG). Gestützt auf die beigezogenen Akten der D.___, insbesondere die (korrigierte) Unfallmeldung vom 23. Januar 2012 (D.___-Nr. 5), die ergänzenden Auskünfte des Betriebs vom 16. und 22. Februar 2012 (D.___-Nr. 6 f.) sowie die Befragung des Beschwerdeführers vom 3. April 2012 (D.___-Nr. 14), ist davon auszugehen, dass sich der Unfall ereignete, als der Beschwerdeführer von seiner Arbeit bei der [Firma] C.___ nach Hause fuhr, sich also auf dem Arbeitsweg befand. Der Unfall ist demnach aus Sicht der Versicherung bei der D.___ als Berufsunfall zu betrachten (Art. 7 Abs. 2 UVG); gleichzeitig ist er aus Sicht der Versicherung bei der Beschwerdegegnerin als Nichtberufsunfall gedeckt. Nach der Rechtsprechung geht in dieser Konstellation die Nichtberufsunfall-Versicherung bei der Beschwerdegegnerin vor (Urteil des Bundesgerichts 8C_1029/2010 vom 20. April 2011 E. 2.2.3; vgl. auch BGE 139 V 148 E. 6.2.3 S. 155 f.). Die Beschwerdegegnerin ist somit der zuständige Versicherer und der Unfall ist als Nichtberufsunfall zu behandeln. Dies ist denn auch unbestritten.
3.
3.1 Soweit das UVG nichts anderes bestimmt, werden die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Art. 6 Abs. 1 UVG). Die versicherte Person hat u.a. Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 Abs. 1 UVG) sowie auf ein Taggeld, sofern sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig ist (Art. 16 Abs. 1 UVG). Dabei handelt es sich um vorübergehende Leistungen, die – wie aus Art. 19 Abs. 1 UVG erhellt – nur solange zu gewähren sind, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes (d.h. eine Wiederherstellung oder bedeutende Steigerung der Arbeitsfähigkeit, s. BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115) erwartet werden kann, wobei nur der unfallbedingt, und nicht aber der krankheitshalber geschädigte Gesundheitszustand zu berücksichtigen ist (Alexandra Rumo-Jungo / André Pierre Holzer: Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Auflage, Zürich 2012, S. 101). Sobald dies nicht mehr der Fall ist (und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind), erfolgt der Fallabschluss mit Einstellung der vorübergehenden Leistungen bei gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente sowie auf eine Integritätsentschädigung (BGE 134 V 109 E. 4.1 S. 114). Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG) hat die versicherte Person, wenn sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid ist. Zudem besteht gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität bewirkt worden ist.
3.2 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität des Versicherten beeinträchtigt hat, der Unfall mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 S. 337, 118 V 286 E. 1b S. 289 je mit Hinweisen).
3.3 Ob zwischen einem schädigenden Ereignis oder einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall der Richter im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (Urteile 8C_819/2016 vom 4. August 2017 E. 3.2.1, 8C_589/2017 21. Februar 2018 E. 3.2.1).
4.
4.1 Nach der Rechtsprechung trifft die Beweislast in Bezug auf das Unfallereignis als solches wie auch hinsichtlich der (natürlichen) Unfallkausalität des Gesundheitsschadens in dem Sinne die versicherte Person, als der Entscheid bei Beweislosigkeit zu ihren Ungunsten ausfallen muss (Urteil des Bundesgerichts 8C_856/2017 vom 2. Mai 2018 E. 5.4 mit Hinweisen). Demgegenüber bleibt der Versicherer leistungspflichtig, wenn der Kausalzusammenhang einmal gegeben und anerkannt ist, sofern sich nicht hinreichend nachweisen lässt, dass er zu einem späteren Zeitpunkt dahingefallen ist (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45, 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b). Die Anerkennung muss sich auf das Unfallereignis und die dabei erlittenen Verletzungen wie auch auf den Umstand beziehen, dass ein bestimmter Symptomkreis die Folge dieses Vorfalls darstellt. Stehen dagegen später Beschwerden und Verletzungen zur Diskussion, welche ursprünglich gegenüber dem Unfallversicherer nicht thematisiert worden waren, liegt die Beweislast für das Bestehen der Unfallkausalität bei der versicherten Person (Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts U 6/05 vom 27. April 2005 E. 3.2, publ. in: AJP 2006 S. 1290).
4.2 Das Verwaltungsverfahren und das Verwaltungsgerichtsverfahren in Sozialversicherungssachen sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach hat die Verwaltung bzw. der Richter von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 138 V 218 E. 6 S. 221, 117 V 261 E. 3b S. 263 und 282 E. 4a, 116 V 23 E. 3c S. 26 f. mit Hinweisen).
4.3 Hinsichtlich des Beweiswertes eines medizinischen Gutachtens ist entscheidend, ob dieses für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 135 V 465 E. 4.3 S. 468 ff., 125 V 351 E. 3a S. 352 ff.).
4.4 Der im Sozialversicherungsrecht massgebende Beweisgrad ist derjenige der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b S. 360 mit Hinweisen, 130 III 321 E. 3.2 und 3.3 S. 324 f.). Rechtsprechungsgemäss bildet der Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung in tatbeständlicher Hinsicht grundsätzlich die Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 105 V 156 E. 2d S. 161). Seit Einführung des Einspracheverfahrens ist der Sachverhalt bis zum Erlass des Einspracheentscheids – vorliegend bis 27. März 2018 – mitzuberücksichtigen, da der (materielle) Einspracheentscheid an die Stelle der angefochtenen Verfügung tritt und insoweit das Verwaltungsverfahren erst mit ihm abgeschlossen wird (Ueli Kieser: ATSG-Kommentar, Zürich, Basel, Genf 2015, 3. Aufl., Art. 52 ATSG N 60 mit weiteren Hinweisen).
5. Ist der Versicherte infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat er Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).
5.1 Unter dem Valideneinkommen ist rechtsprechungsgemäss jenes Einkommen zu verstehen, welches die versicherte Person im Zeitpunkt des Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich erzielen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 135 V 297 E. 5.1 S. 300, 134 V 322 E. 4.1 S. 325, 129 V 222 E. 4.3.1 S. 224; vgl. auch BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 135 V 58 E. 3.1 S. 59).
5.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung entweder Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder die Zahlen der Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) der Unfallversicherung D.___ herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593 f., 129 V 472 E. 4.2.1 S. 475 mit Hinweisen).
5.3 Der Einkommensvergleich und damit die Bestimmung des Validen- und Invalideneinkommens haben sich auf den Zeitpunkt des Rentenbeginns, hier also auf das Jahr 2015, zu beziehen (vgl. BGE 128 V 174).
6. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente zu Recht verneint hat, ob die durch die Beschwerdegegnerin errechnete Basis für die Ausrichtung der Taggelder korrekt war sowie ob die für die ersten zwei Jahre nach dem Unfall ausgerichteten Taggelder infolge Nichttragens der Sicherheitsgurte um 10 % zu kürzen sind und von der Beschwerdegegnerin zu Recht zurückgefordert werden.
7. Es ist zunächst auf den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers einzugehen, wobei die folgenden medizinischen Akten zur Beurteilung im Wesentlichen relevant sind:
7.1 Im Austrittsbericht des E.___, Traumatologie, vom 6. Dezember 2011 (Axa-Nr. M10) wurden aufgrund der Hospitalisation des Beschwerdeführers vom 15. November bis 5. Dezember 2011 folgende Diagnosen festgehalten:
1. Polytrauma nach Hochgeschwindigkeitsunfall bei PKW-Frontalkollision am 15. November 2011
Schädel:
− Le Fort III Fx beidseits
− Abduzensparese rechts
− traumatische SAB temporoparietal links, kleine Kontusionsblutungen Vertex rechts, akutes kleines SDH Vertex rechts
Beckenverletzung:
− Acetabulumfraktur rechts zentral
Extremitätenverletzung:
− Mehrfragmentäre, intraartikuläre, distale Radiusfraktur rechts
2. Medikamentenallergien
− Aspirinallergie
− Penicillinallergie
Der Beschwerdeführer sei notfallmässig mit der Rega nach einem Hochgeschwindigkeitstrauma in [...] mit dem PKW zugewiesen worden. Bei einem Frontalzusammenstoss sei der Airbag ausgelöst worden. Der initiale GCS sei 9 gewesen, bei massiver Deformation des Mittelgesichtes sei eine Intubation vor Ort nicht möglich gewesen. Der Kreislauf sei stabil gewesen.
Beurteilung und Verlauf: Der Beschwerdeführer sei primär notfallmässig von den Kollegen der MKG-Chirurgie versorgt worden. Es sei eine Hirndrucksonde durch die Neurochirurgen eingelegt und er sei postoperativ auf der Intensivstation überwacht worden. Der Beschwerdeführer sei nur inadäquat wach geworden, sei unruhig gewesen, habe sediert und fixiert werden müssen. Unter neuroleptischer Therapie mit Haldol und Seroquel sowie vorübergehender Gabe von Catapressan sei er im Verlauf ruhiger und führbarer gewesen mit einem GCS von 11 am Tracheostoma. Fokale neurologische Defizite seien nicht aufgetreten. Hinweise für epileptische Anfälle hätten sich keine gefunden. Im Verlaufs-CCT vom 16. November 2011 habe sich ein im Vergleich zu den Voraufnahmen vom Vortag weitgehend unveränderter Befund gefunden. Die Hirndrücke seien immer unter 20 mmHg gewesen. Das Deliranten-Bild habe sich im Verlauf deutlich gebessert, sodass der Beschwerdeführer am 21. November 2011 auf den neurochirurgischen Wachsaal habe verlegt werden können. Bei der Entfernung der Hirndrucksonde durch die Kollegen der Neurochirurgie am 20. November 2011 sei das distale Ende der Sonde subcutan verblieben und teilweise intracraniell liegen geblieben, sodass nach Durchführung eines CCT eine operative Entfernung des Sondenfragmentes am 22. November 2011 durchgeführt worden sei. Gleichzeitig habe die operative Versorgung der Acetabulum- und Radiusfraktur stattgefunden. Der Beschwerdeführer habe eine antibiotische Prophylaxe mit Dalacin für sieben Tage erhalten. Bzgl. der Mittelgesichtsfrakturen hätten sich stets reizlose Wundverhältnisse gezeigt und die Fäden hätten während der Hospitalisation gezogen werden können. Nach primärem Nahrungsaufbau über die Magensonde habe nach dem Zug des Tracheostomas und unter logopädischer Betreuung auf pürierte Kost umgestellt werden können, welche gut toleriert worden sei. Die offene Wunde des ehemaligen Tracheostomas sei mit Steristrips verschlossen worden. Im weiteren Verlauf sei der Patient zunehmend aufgeklart und sei mehr und mehr führbar geworden, so dass er am 28. November 2011 auf die Normalstation habe verlegt und die neuroleptische Therapie schrittweise habe ausgeschlichen werden können. Die ophthalmologische Kontrolle habe den Verdacht auf eine Abduzensparese gezeigt, weshalb der Beschwerdeführer erneut zu einer Orthoptik ambulant aufgeboten werde. Bzgl. der Acetabulum- und Radiusfraktur sei der Beschwerdeführer primär sehr incompliant und habe zu viel bzw. sogar teilweise vollbelastet. Nachdem die Handgelenkskelettschiene unter zu starker Belastung nicht toleriert worden sei, sei eine Handgelenkscombicast angelegt worden. Bei der Entlassung sei der Beschwerdeführer an Axillagehstöcken selbständig gut mobil gewesen. Es hätten sich stets reizlose Wundverhältnisse gezeigt. Der Beschwerdeführer habe am 5. Dezember 2011 nach Hause entlassen werden können.
Procedere: Bzgl. der Acetabulumfraktur sei eine Mobilisation unter Teilbelastung von 15 kg rechts möglich und bzgl. der Radiusfraktur die Durchführung einer funktionellen Nachbehandlung ohne Belastung für sechs Wochen. Fortführen der Thromboseprophylaxe mit Fragmin bis zur schmerzfreien Vollbelastung für mindestens sechs Wochen. Es werde um regelmässige Wundkontrollen gebeten. Eine klinische und radiologische Kontrolle finde sechs Wochen postoperativ in der traumatologischen Sprechstunde statt. Laut den Kollegen der MKG-Chirurgie Wiedervorstellung des Beschwerdeführers am 12. Dezember 2011 in der Sprechstunde. Weiterhin pürierte Kost für mindestens vier Wochen. Laut den Kollegen der Neurochirurgie sei eine Kontrolle nur bei Bedarf nötig. Der Beschwerdeführer sei für acht Wochen arbeitsunfähig.
7.2 Aufgrund der traumatologischen Sprechstunde vom 4. Januar 2012 wurden im Bericht vom 12. Januar 2012 (Axa-Nr. M8) des E.___, Behandlungszentrum Bewegungsapparat, Traumatologie, die bereits im Bericht vom 6. Dezember 2011 (vgl. E. II. 7.1 hiervor) ausgewiesenen Diagnosen bestätigt. Beim Röntgen hätten sich sowohl radial rechts als auch am Acetabulum regelrechte Stellungsverhältnisse des Osteosynthesematerials gezeigt, am Radius zeige sich etwas Kallusbildung. Beurteilung und Procedere: Mit dem postoperativen Verlauf seien sie sehr zufrieden, sie strebten ab sofort den langsamen Belastungsaufbau an. Dem Beschwerdeführer sei ein erneutes Physiotherapierezept ausgestellt worden, er werde sich ambulant zum Muskelaufbau und zum Gehtraining vorstellen. Der Beschwerdeführer komme in zwei Monaten zur klinischen und radiologischen Verlaufskontrolle wieder. Bis dahin betrage die Arbeitsunfähigkeit als Sporttrainer 100 %.
7.3 Im Bericht vom 1. Februar 2012 (Axa-Nr. M5) des E.___, Mund-, Kiefer-, und Gesichtschirurgie, wurde ausgeführt, der Beschwerdeführer habe am 15. November 2011 bei einem Autounfall ein Polytrauma erlitten, bei dem er sich u.a. eine Mittelgesichtsfraktur zugezogen habe. Bei diesem Unfall seien auch die Zähne 12, 11 und 41 traumatisch verloren gegangen. Die aktuelle klinische Untersuchung zeige ein deutliches Knochendefizit regio 12 bis 11. Im Rahmen der oralen Rehabilitation sei zunächst eine Knochenaugmentation mit autologem Knochentransplantat aus dem Beckenkamm in ITN geplant. Zur Wiederherstellung der Kaufähigkeit würden anschliessend drei Einzelzahnimplantate in Lokalanästhesie inseriert. Da es sich hierbei um eine direkte Folge des Unfalls handle, werde die Beschwerdegegnerin gebeten, die Kosten für die Behandlung zu übernehmen.
7.4 Prof. Dr. med. T.___, Chefarzt, und Dr. med. U.___, Assistenzarzt, E.___, Traumatologie, wiesen im Bericht vom 13. März 2012 (Axa-Nr. M36 S. 7 f.) die bereits im Bericht vom 6. Dezember 2011 (vgl. E. II. 7.1 hiervor) festgestellten Diagnosen aus und hielten folgende Beurteilung / Procedere fest: Mit dem postoperativen Verlauf seien sie sehr zufrieden, sie strebten ab sofort den langsamen Aufbau der Arbeitsfähigkeit an. Seit dem 1. März 2012 sei der Beschwerdeführer wieder 20 % arbeitsfähig. Er werde in der handchirurgischen Sprechstunde zur Beurteilung der fehlenden Extension im distalen Daumenendglied aufgeboten. Weiterhin werde eine Metallentfernung (distaler Radius rechts) geplant.
7.5 Dr. med. V.___, Oberärztin, und die Assistenzärztin Dr. med. W.___, E.___, Augenklinik, hielten im Bericht vom 18. April 2012 (Axa-Nr. M12) die Diagnose «Abduzens- und Trochlearisparese rechts bei Status nach Lefort-III-Fraktur November 2011» fest. Bisheriger Verlauf und gegenwärtiger Zustand: Im Aufblick keine Doppelbilder, Kopfzwangshaltung in Form von Kinnsenkung von circa 15 . Unveränderte Befunde im Vergleich zu den Voruntersuchungen bei Trochlearis- und Abduzensparese rechtsseitig. Der Beschwerdeführer schaue über die Brille, da dort ein kleines Fusionsblickfeld vorhanden sei. Es spielten im Heilungsverlauf keine unfallfremden Faktoren mit. Gegenwärtig werde mit regelmässigen Kontrollen behandelt. Aktuell sei nicht absehbar, wie lange die Behandlung voraussichtlich noch dauern werde. Die Wiederaufnahme der Arbeit sei nicht durch die Augenklinik beurteilt worden.
7.6 Prof. Dr. med. Dr. med. dent. X.___, Chefarzt, Dr. med. Dr. dent. Y.___, Oberarzt, und Dr. med. et med. dent. Z.___, Assistenzarzt, E.___, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, führten im Bericht vom 13. Mai 2012 (Axa-Nr. M13) betreffend die Hospitalisation des Beschwerdeführers vom 9. Mai 2012 folgende Diagnosen auf:
Aktuell: Augmentation Oberkiefer Front bei lokaler Oberkieferatrophie regio 12 – 21 bei Status nach Avulsion 11 und 12; Metallentfernung distaler Radius rechts und Sehnennaht Dig. I rechts bei / mit:
1. Status nach Polytrauma nach Hochgeschwindigkeitsunfall bei PKW-Frontalkollision am 15. November 2011
− Status nach Le Fort III Fraktur beidseits
− Status nach traumatische SAB temporoparietal links, kleine Kontusionsblutungen Vertex rechts, akutes kleines SDH Vertex rechts
− Status nach Acetabulumfraktur rechts zentral
− Status mehrfragmentäre, intraartikuläre, distale Radiusfraktur rechts
2. Medikamentenallergien
− Aspirinallergie
− Penicillinallergie
Der peri- und postoperative Verlauf gestalte sich komplikationslos. Es sei die Initiierung einer abschirmenden antibiotischen Therapie mit Dalacin erfolgt. In der postoperativen Röntgenkontrolle (OPG) hätten sich regelrechte Stellungsverhältnisse gezeigt. Die Drainage habe am zweiten postoperativen Tag gezogen werden können. Der Beschwerdeführer habe in gutem Allgemeinzustand, afrebil und subjektiv beschwerdefrei nach Hause entlassen werden können.
7.7 Dr. med. dent. AA.___, Zahnarzt SSO, hielt in seinem Schreiben vom 27. September 2012 (Axa-Nr. M18) fest, der Beschwerdeführer sei ihm von der Abteilung für Kiefer- und Gesichtschirurgie des E.___ zur prothetischen Sanierung nach einem Verkehrsunfall vom 15. November 2011 überwiesen worden. Er stellte folgende Diagnosen:
− Status nach chirurgischer Wiederherstellung Mittelgesichtsfraktur
− Status nach sekundärer Knochenaugmentation mittels Beckenkammknochen in Oberkiefer Front
− Zahnabsplitterungen und Teilfrakturen bei den Zähnen 14okklusal, 13distal, 22palatinal und mesil, 27palatinale Wand, 36meio bukkal
− Gute Mundhygiene
Procedere: Versorgung der Schaltlücke Regio 12, 11, 21 und 41 mit Einzelzahnimplantaten. Dabei gelte es zu beachten, dass der Beschwerdeführer vor dem Unfall ein Diasthema gehabt habe. Die Lücke 12 – 21 sei zudem für die Versorgung mit einer Brücke zu gross. Ein ästhetisch befriedigendes Bild könne wegen übergrossen Zähnen sicher nicht erreicht werden. Anfertigung der Suprakonstruktion auf den Implantaten. Eine provisorische Erstversorgung sei zur Ausformung der Gingiva unumgänglich. Ein kontinuierliches Anpassen der Kunststoff Provisorien auf die gewünschte Ausdehnung erfolge schrittweise. Versorgung der Frakturen bei den Zähnen 14, 13, 22 und 36 mit Kunststoff Füllungen. Versorgung der Fraktur beim Zahn 27 mit einer Keramikfüllung. Zahnreinigung: Durch die IMF sei die Mundhygiene über längere Zeit eingeschränkt gewesen. Verdacht auf Zahnsteinbildung in der Unterkiefer Front sei das Resultat gewesen. Der Beschwerdeführer habe fast keinen Plaquebefall.
7.8 Dr. med. I.___, FMH Orthopädie Chirurgie, beratender Arzt der Beschwerdegegnerin, hielt in seinem Bericht vom 24. Juli 2013 (Axa-Nr. R3) fest, der Beschwerdeführer habe durch den Unfall folgende Verletzungen erlitten: «1. Offenes Schädelhirntrauma (Mittelgesichtsfraktur Typ III nach Le Fort beidseits mit Verlust mehrerer Zähne, Parese des Nervus abducens und des Nervus trochlearis rechts, Traumatische Subarachnoidalblutung temporoparietal links, kleinere Kontusionsblutungen akutes kleines Subduralhämatom am Vertex rechts), 2. Fraktur der hinteren Säule am Azetabulum rechts; 3. Distale intraartikuläre Radiusfraktur rechts». Auf die Frage, welche Verletzungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch aufgetreten wären, wenn der Beschwerdeführer die Sicherheitsgurte getragen hätte, führte Dr. med. I.___ aus, aus der Unfallanalyse gehe hervor, dass sich der Körper des Geschädigten nach dem Zusammenstoss nach links vorne in Fahrtrichtung bewegt habe. Dabei sei es überwiegend wahrscheinlich zu einem Aufprall des Kopfes an der Frontscheibe bzw. deren Oberrand gekommen, da es sich beim Fahrzeug des Geschädigten um ein Cabriolet gehandelt habe. Dies sei die hauptsächliche Ursache der gesamten Schädel-Hirn-Verletzungen, die somit bei getragenem Sicherheitsgurt überwiegend wahrscheinlich nicht oder nur in sehr geringem Ausmass aufgetreten wären. Dies zeige sich auch in der Unfallanalyse von Dipl. Ing. G.___ vom 6. Februar 2013, wo auf S. 15 in der Rubrik «Insassenschutz für Erwachsene» beim Fahrzeugtyp des Beschädigten der Kopf sowohl bei einem Front- als auch bei einem Seitenaufprall als gut geschützt bezeichnet werde. Durch den heftigen Zusammenprall sei es an beiden Fahrzeugen zu einer erheblichen Stauchung der Frontpartie gekommen. Dabei zeigten die nach dem Unfall angefertigten Bilder am Fahrzeug des Geschädigten eine Schädigung namentlich auf der Fahrerseite, die sich wahrscheinlich bis in den Innenraum fortgesetzt habe. Diese habe vorwiegend den unteren Teil des Fahrzeugs betroffen, der somit vor allem gegen die untere Körperhälfte des Geschädigten geprallt sei. Obwohl auch hier die einwirkenden Kräfte durch die relative Vorwärtsbewegung des Geschädigten verstärkt worden seien, sei davon auszugehen, dass er sich eine Beckenverletzung auch bei getragenen Sicherheitsgurten zugezogen hätte. Gleiches sei auch bezüglich der distalen Radiusfraktur zu sagen, die bei Positionierung der Hand am Steuerrad durch die nach hinten gedrückte Frontpartie aufgetreten wäre. Auch dies korreliere gut mit den Angaben in der oben erwähnten Unfallanalyse, wo Oberschenkel / Becken als nur ausreichend durch die Gurten geschützt bezeichnet würden.
Bei getragenem Sicherheitsgurt komme es nach einem Frontaufprall zu einem relativen Zur.kziehen des Körpers gegen den Sitz, der nach einer kurzen Vorwärtsbewegung ruckartig erfolge. Dabei würden Kräfte vorwiegend im unteren Abdominalbereich und am Thorax auftreten, die beim Lenker eines Fahrzeugs vor allem die linke Thoraxhälfte betreffen würden. Dabei könne es thorakal zu Frakturen kommen, die vor allem Klavikula (Schlüsselbein) und Rippen betreffen könnten, begleitend allenfalls auch zu Herz und / oder Lungenverletzungen. Im abdominalen Bereich seien Prellungen möglich, welche vor allem die Leber und / oder den Darm betreffen und dort schlimmstenfalls zu Blutungen führen könnten. Die geschilderten Verletzungen träten allgemein beim Tragen des Sicherheitsgurts nur möglicherweise auf und es seien keine Gründe sichtbar, weshalb sie im konkreten Fall des Geschädigten überwiegend wahrscheinlich aufgetreten wären. Dies zeige sich unter anderem auch in der Tatsache, dass sich der Lenker des anderen beteiligten Fahrzeugs, der betreffend die Beschleunigung seines Körpers vergleichbaren Kräften ausgesetzt gewesen sei wie der Geschädigte, keine namhaften Verletzungen zugezogen habe.
In Bezug auf die Frage, wie sich die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers wahrscheinlich entwickelt hätte, wenn er die Gurten getragen hätte, legte Dr. med. I.___ dar, dass Angaben zum Verlauf der Verletzungen am Becken und am rechten Arm leider fehlten, die sich der Geschädigte wahrscheinlich auch bei Tragen des Sicherheitsgurtes zugezogen hätte. Vorliegend sei einzig ein undatiertes Zeugnis von Prof. T.___, Chefarzt im Behandlungszentrum Bewegungsapparat des E.___, worin eine Arbeitsunfähigkeit bis zum 28. Februar 2012 attestiert werde. Dies decke sich gut mit der allgemeinen Erfahrung bei den erlittenen Verletzungen, wo bei komplikationsfreiem Verlauf nach drei – vier Monaten eine ossäre Ausheilung eingetreten sei. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit dürfe jedenfalls postuliert werden, dass der Geschädigte rein von Seiten der wahrscheinlich auch mit getragenem Sicherheitsgurt erlittenen Verletzungen spätestens nach sechs Monaten, somit Ende Mai 2012, wieder in seiner angestammten Tätigkeit als selbständiger IT-Unternehmer uneingeschränkt arbeits- und leistungsfähig gewesen wäre.
7.9 Im Bericht vom 25. Februar 2014 (Axa-Nr. M29) betreffend die Verlaufskontrolle vom 31. Januar 2014 stellte die Assistenzärztin AB.___, E.___, Spezialkliniken, Augenklinik, folgende Diagnosen:
Status nach Polytrauma November 2011 mit Le Fort III-Fraktur mit
− Abduktionseinschränkung rechts
− Senkungseinschränkung rechts
− RA: Rücklagerung de M. rectus medialis um 3 mm und M. rectus superior um 5 mm am 14. August 2013
− RA: Status nach Rücklagerung M. rectus medialis 6 mm vom ursprünglichen Ansatz am 18. Dezember 2013
Beurteilung und Verlauf: Leichte Zentralisierung des Funktionsblickfelds, Umschlag in diversen Winkeln im Linksblick bei etwas verschlechterter Adduktion. Adduktion postoperativ nach Rücklagerung des Musculus rectus medialis subjektiv viel besser, Toleranz beim entspannten Schauen deutlich grösser. Der Beschwerdeführer sei zufrieden. Die Abduktion des rechten Auges scheine zu schwanken, unmittelbar postoperativ 6 mm, jetzt 4 mm. Vorher sei dies auch schon unterschiedlich gewesen. Es sei dem Beschwerdeführer ein Versuch mit Bewegungsübungen horizontal empfohlen worden. Dem Beschwerdeführer sei für die postoperative Zeit vom 17. bis 27. Dezember 2013 eine Arbeitsunfähigkeit gegeben worden.
7.10 Am 2. April 2014 (Axa-Nr. M30) nahmen die Assistenzärztin AB.___ und die Leitende Ärztin Prof. AC.___, E.___, Spezialkliniken, Augenklinik, Orthoptik, zu den Fragen der Beschwerdegegnerin Stellung. Dabei führten sie aus, es sei aktuell eine abwartende Haltung vorgesehen. Der Beschwerdeführer werde sich demnächst zur postoperativen Dreimonatskontrolle vorstellen. Eine weitere Operation sei aktuell nicht geplant. Aktuell sei der Behandlungsabschluss noch nicht vorhersehbar. Aus ophthalmologischer Sicht sei noch kein Endzustand erreicht. Die Befunde würden weiterhin kontrolliert, um auf eventuelle Veränderungen so schnell wie möglich reagieren zu können.
7.11 Im Bericht vom 3. Juli 2014 (Axa-Nr. M32) stellte Dr. med. AD.___, Oberärztin, E.___, Spezialkliniken, Augenklinik, Orthoptik, folgende Diagnosen:
Status nach zweimaliger Schieloperation
− August 2013: Rücklagerung M. rectus medialis um 3 mm, Rücklagerung M. rectus superior um 5 mm am rechten Auge
− Dezember 2013: Rücklagerung M. rectus medialis um 6 mm am rechten Auge
Der Beschwerdeführer sei zur Verlaufskontrolle nach der Schieloperation im Dezember 2013 gesehen worden. Grundsätzlich habe sich ein schönes Operationsergebnis gezeigt mit noch leichten Doppelbildern bei Abblick mit der Gleitsichtbrille. Dies sei v.a. beim Lesen störend. In der monokularen Exkursion habe sich rechts eine Hebungs- und Senkungseinschränkung gezeigt, es habe sich aber unter verstärkter Innovation eine deutlich bessere Senkung gezeigt. Die Motilität des rechten Auges sei in alle Richtungen vermindert gewesen. Da am rechten Auge eine Motilitätseinschränkung bestehe und das rechte Auge zweimal voroperiert worden sei, hätten sie aktuell besprochen, zuzuwarten und aufgrund der Doppelbilder bei Abblick beim Lesen eine neue Gleitsichtbrille mit hochgezogenem Nahteil anzufertigen.
7.12 Dr. med. AE.___, Arzt für allgemeine Medizin FMH, hielt in den ihm durch die Beschwerdegegnerin zugestellten Fragebögen vom 20. Juni 2014 am 10. Oktober 2014 (vgl. Axa-Nrn. M33 f.) zum bisherigen Verlauf und zum gegenwärtigen Zustand Folgendes fest: Eigentlich gehe es sehr gut, allerdings bestünden weiterhin eine 100%ige Anosmie, allgemeine Müdigkeit, Koordinationsprobleme rechtes Bein und weiterhin Schmerzen und Feinmotorikdefizit Dig. 1 rechte Hand sowie permanente Doppelbilder. Er könne folgende objektive Befunde erheben: 100%ige Anosmie, Einbeinstand rechts nicht möglich, rechtes Auge liege tiefer als linkes, anästhetische Areale im Bereich des rechten Gesichtsschädels aussen und enoral (Zähne), in jeder Hinsicht orientiert, abgemagert. Das Beschwerdebild werde durch keine unfallfremden medizinischen Faktoren beeinflusst. Die Behandlung sei nicht abgeschlossen. Die rechte Orbita müsse s.w. unterfüttert werden. Entscheidungen erst im April 2015, Kraft- und evtl. noch Physiotherapie, evtl. werde die rechte Sehnenoperation am rechten Daumen noch einmal versucht. Evtl. noch neurologisches Konsilium. Notwendig seien regelmässige Kontrollen v.a. im Augenspital. Gemäss Dr. med. AE.___ seien 30 % Arbeitsunfähigkeit das absolute Minimum. Es sollten eher 50 % sein, da sich nach vier Stunden eine extreme Müdigkeit einschleiche, aber der Beschwerdeführer wolle bei 30 % bleiben, da er glaube, dass er durch das Arbeitstraining schneller «gesund» werde (das Entgegenkommen gegenüber der Taggeldversicherung sei hier sehr gross, da sei sich Dr. med. AE.___ sonst anderes gewöhnt). Die 30%ige Arbeitsunfähigkeit sei schon allein durch die Doppelbilder erklärt. Eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (restitutio ad integrum) sei nicht möglich, handle es sich doch um einen Zustand nach einem Polytrauma, der wichtige rechte Daumen werde nie mehr 100 % beweglich sein; wie sich die Augensymptomatik entwickle, lasse sich heute nicht sagen, ebenso sei eine 100%ige Wiedererlangung der alten körperlichen Stärke unwahrscheinlich. Es sei mit einer bleibenden Einschränkung zu rechnen. Der medizinische Endzustand sei nicht erreicht. Bemerkungen: Dr. med. AE.___ habe selbst eine einjährige Rekonvaleszenz nach 38 % Verbrennung hinter sich und könne daher aus eigener Erfahrung berichten, dass v.a. die körperliche Erholung viel länger dauere als man gemeinhin annehme. Kurzfristig funktioniere nach einer gewissen Zeit das meiste wieder, aber v.a. die z.T. plötzlich einfahrende Schwäche und Müdigkeit liessen in der Regel nach solchen schweren Unfällen keine restitutio ad integrum mehr zu.
7.13 Im Gutachten der Begutachtungsstelle J.___ vom 15. Mai 2015 (Axa-Nr. M35) hielten Dr. med. K.___, FMH Allgemeine Innere Medizin, lic. iur. L.___, Neuropsychologie / Neurologie, Dr. med. M.___, FMH Orthopädische Chirurgie, Dr. med. N.___, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Dr. med. O.___, FMH Otorhinolaryngologie, Dr. med. P.___, FMH Ophthalmologie und Dr. med. Q.___, FMH Neurologie, folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit fest (S. 30):
1. Leicht bis mässiggradig verminderte Sehfähigkeit
− Anlagebedingte Fehlsichtigkeit (Hyperopie, Astigmatismus) (ICD-10 H52.0, H52.2)
− Presbyopie (ICD-10 H52.5)
− Chronische Benetzungsstörung (ICD-10 H19.3)
− Cataracta incipiens (ICD-10 H25.0)
− Zustand nach Polytrauma mit Abduzens- und Trochlearisparese (rechtes Auge) (ICD-10 H49.1, H49.2)
− Zustand nach zweimaliger Schieloperation (rechtes Auge)
− Rückverlagerung des M. rectus medialis beidseits und des M. rectus superior
2. Anosmie (ICD-10 R43.0) bei
− Zustand nach Mittelgesichtsfraktur Le Fort III
− Zustand nach Polytrauma (vgl. Diagnose 2.1)
Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien:
1. Status nach offenem Schädel-Hirntrauma am 15. November 2011 (ICD-10 S06)
− Mittelgesichtsfraktur Typ III nach Le Fort beidseits mit Verlust mehrerer Zähne
− Parese des N. abducens und des N. trochlearis rechts
− traumatische Subarachnoidalblutung tempoparietal links
− kleine Kontusionsblutungen und Subduralhämatom rechts
− Hyposmie
− persistierende Doppelbilder
2. Chronisch intermittierende Hüftschmerzen rechts (ICD-10 T91.2 / Z98.8)
− Status nach zentraler Azetabulumfraktur am 15. November 2011
− Status nach offener Reposition und Osteosynthese des Azetabulum am 22. November 2011 (E.___)
− radiologisch regelrechter Befund (Röntgen 7. März 2012)
− klinisch weitgehend unauffälliger Befund
3. Chronische Beschwerden am dominanten rechten Daumen (lCD-10 T92.2 / Z98.8)
− Status nach distaler mehrfragmentärer intraartikulärer Radiusfraktur am 15. November 2011
− Status nach offener Reposition und Plattenosteosynthese am 22. November 2011 (E.___)
− Status nach Entfernung des Osteosynthesematerials sowie Sehnentransfer Extensor indicis auf Extensor pollicis longus am 10. Mai 2012 (E.___)
− radiologisch regelrechter Befund (Röntgen 7. März 2012)
− klinisch bis auf Extensionsdefizit am Daumenendgelenk unauffälliger Befund
4. Anamnestisch chronische Epicondylopathia humeri radialis beidseits (lCD-10 M77.1)
5. Fortgesetzter Nikotinkonsum (circa 20 – 30 packyears) (lCD-10 F17.1)
6. Anamnestisch Medikamentenallergien (Aspirin, Penicillin)
Zusammenfassend resultiere aus interdisziplinärer Sicht, dass beim Exploranden in leichten bis mittelschweren, adaptierten Tätigkeiten, wozu auch die angestammten zählten, eine 80%ige Arbeitsund Leistungsfähigkeit bestehe. Das Pensum könne vollschichtig umgesetzt werden mit erhöhtem Pausenbedarf.
Aufgrund der anamnestischen Angaben, der Untersuchungsbefunde, der vorliegenden Dokumente sowie der früher attestierten Arbeitsunfähigkeit sei die feststellbare Arbeitsfähigkeit arbiträr ab Juli 2012 anzunehmen, nach vorher aufgehobener Arbeitsfähigkeit nach dem Unfall vom 15. November 2011. Der Explorand halte sich im aktuellen Ausmass arbeitsfähig, er äussere sich nicht genau, spreche davon, dass er 30 % arbeitsunfähig geschrieben sei. Faktisch ergebe sich somit keine grosse Diskrepanz zur Selbsteinschätzung des Exploranden. Die Einschränkungen seien beim Exploranden rein unfallkausal zuordenbar. Insgesamt könnten keine spezifischen Massnahmen vorgeschlagen werden, insbesondere nicht solche mit wesentlicher Beeinflussung der Arbeitsfähigkeit. Der Explorand scheine beruflich optimal in den angestammten Tätigkeiten integriert zu sein, so dass keine beruflichen Massnahmen vorzuschlagen seien (S. 32).
7.14 Prof. Dr. med. AC.___ und die Assistenzärztin AF.___, E.___, Spezialkliniken, Augenklinik, Orthoptik, hielten in ihrem Bericht vom 1. Dezember 2015 (Axa-Nr. M37) folgende Beurteilung und Verlauf fest: Bei den Verlaufskontrollen im Juli und September 2015 habe sich beim Beschwerdeführer im alltäglichen Leben eine kaum störende Situation mit leichten Doppelbildern gefunden, v.a. beim Lesen mit stabilen orthoptischen und ophthalmologischen Befunden. Bei einem subjektiv deutlich besseren zentralen Fusionsblick hätten sie vorerst von weiteren operativen Vorgehen abgesehen.
7.15 Prof. Dr. Dr. med. AG.___, Leitender Arzt, und Dr. med. AH.___, Stellvertretende Oberärztin, E.___, Plastische, Rekonstruktive, Ästhetische und Handchirurgie, hielten im Bericht vom 16. Juni 2016 (Axa-Nr. M38) folgende Diagnose fest:
Subkutaner Strecksehnenausriss Mittelfinger rechts seit circa drei Monaten
Der Beschwerdeführer berichte über eine Unfähigkeit, sein rechtes Mittelfinger-endgelenk zu strecken, seit etwa drei Monaten. Ein Trauma sei nicht erinnerlich. Klinisch zeige sich eine Schwellung sowie ein Herabhängen des Mittelfingerendgliedes im Bereich der rechten Hand. Es bestehe ein aktives Extensionsdefizit von circa 45 °. Passiv könne das DIP Dig. III rechts komplett gestreckt werden. Ansonsten normale Trophik, intakte periphere Sensibilität palmarseits. Beurteilung und Procedere: Der Befund sei dem Beschwerdeführer erklärt worden, es werde das konsequente Tragen einer Stack’schen Schiene für acht Wochen empfohlen, anschliessend könne diese noch für weitere vier Wochen getragen werden.
8. Da die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid vom 27. März 2018 (A.S. 1 ff.) im Wesentlichen auf das Gutachten der Begutachtungsstelle J.___ vom 15. Mai 2015 (vgl. E. II. 7.13 hiervor) abstützte, ist nachfolgend zu prüfen, ob dieses beweiswertig ist:
8.1 Das polydisziplinäre Gutachten von Dr. med. K.___, Fallführung, FMH Allgemeine Innere Medizin, lic. iur. L.___, Neuropsychologie / Neurologie, Dr. med. M.___, FMH Orthopädische Chirurgie, Dr. med. N.___, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Dr. med. O.___, FMH Otorhinolaryngologie, Dr. med. P.___, FMH Ophthalmologie und Dr. med. Q.___, FMH Neurologie, wird den von der Rechtsprechung entwickelten Anforderungen (Vollständigkeit, Schlüssigkeit, Nachvollziehbarkeit; vgl. E. II. 4.3 hiervor) vollumfänglich gerecht: Es beruht auf den vollständigen Vorakten, indem die vorhandenen Akten in chronologischer Reihenfolge aufgelistet werden (Axa-Nr. M35 S. 3 ff.). Anschliessend erfolgt ein Auszug aus den wichtigsten medizinischen Vordokumenten. Es kann daher bei den Experten von der Kenntnis der Anamnese ausgegangen werden. Da die Gutachter in ihren jeweiligen Teilgutachten auch je eine umfassende Exploration des Beschwerdeführers durchführten (S. 7 f., 9 ff., 13 f., 18, 22, 24 f., 27 f.), sind auch die subjektiv beklagten Beschwerden des Beschwerdeführers in die gutachterliche Beurteilung miteingeflossen. Das Gutachten basiert zudem auf umfassenden und allseitigen Untersuchungen. So wurden am 3. Februar 2015 Laboruntersuchungen durchgeführt und der allgemeininternistische Status erhoben (S. 9 oben). Im Weiteren wurden der psychopathologische Befund (S. 11 f.), der orthopädische Status (S. 14 f.), der neurologische Status inkl. verschiedene Testverfahren (S. 18 f.), der neuropsychologische Status inkl. neuropsychologische Testverfahren (S. 22 ff.), der otorhinolaryngologische Befund mit diversen Testverfahren (S. 26) und der ophthalmologische Status (S. 28 f.) erhoben bzw. durchgeführt.
Ferner leuchten auch die Darstellung der medizinischen Zusammenhänge und die Beurteilung der medizinischen Situation ein: So ist aufgrund der unauffälligen Laborwerte und des ebenfalls unauffälligen allgemeininternistischen Status (S. 9) mit regelmässigem Puls und unauffälligen Herz, Lungen, Abdomen, nachvollziehbar, dass der allgemeininternistische Gutachter Dr. med. K.___ dem Beschwerdeführer einzig die Sistierung des Nikotinkonsums empfahl. Aufgrund der festgestellten Befunde bei der psychiatrischen Exploration durch Dr. med. N.___ leuchtet ein, dass er keine psychiatrische Diagnose stellen konnte: So mache der Beschwerdeführer einen aktiven, energischen Eindruck, sei bewusstseinsklar, zeitlich, örtlich, situativ und zur eigenen Person gut orientiert, zeige nie Zeichen von Konzentrationsschwäche, keine Einengung des Denkens, kein wahnhaftes Denken oder Wahnvorstellungen, keine Anhaltspunkte für illusionäre Verkennungen, akustische, optische, olfaktorische oder taktile Halluzinationen, kein Gedankenausbreiten oder Fremdbeeinflussungserlebnisse, keine Zwangsgedanken. Im Weiteren wurden auch im Rahmen der orthopädischen Untersuchung keine auffälligen Befunde erhoben. Daher hielt Dr. med. M.___ fest, in Anbetracht des klinisch weitgehend blanden Befundes werde auf die Anfertigung von Bilddokumenten verzichtet (S. 16 unten). Die vom Beschwerdeführer gemachten Angaben, wonach die Beweglichkeit des rechten Beines wieder ein sehr gutes Niveau erreicht habe, wenngleich er nicht springen könne und beide Ellbogen radialseitig an den «Schläuchen» schmerzten und er den rechten Daumen nur unvollständig strecken könne (S. 13), lassen sich aufgrund der durchgeführten gutachterlichen Untersuchungen verifizieren. So wurden dabei u.a. ein flüssiges, zügiges Treppenabgehen im Wechselschritt, ein hinkfreier Fersenund Zehengang beidseits über mehrere Meter ohne Absinken sowie orthograde Beinsowie Rückfussachsen und keine Seitendifferenz bei der Prüfung der Beinlängen festgestellt (S. 14). Am IP des rechten Daumens liege zudem ein deutliches aktives Streckdefizit vor, passiv könne aber die Endstellung erreicht werden (S. 15). Aufgrund dieser gutachterlichen Feststellungen erscheint schlüssig, dass Dr. med. M.___ zusammenfassend festhielt, die vom Beschwerdeführer seitens des Bewegungsapparates angegebene, weitgehende Beschwerdefreiheit lasse sich durch die klinischen und radiologischen Befunde durchaus nachvollziehen (S. 17 oben). Die bei der neurologischen Begutachtung durch den Beschwerdeführer beklagte Sensibilitätsverminderung in den Fingern der rechten Hand (S. 18) wurde durch den neurologischen Experten Dr. med. Q.___ aufgrund der durchgeführten neurographischen Untersuchung als leichte residuelle Läsion (sensibel) des N. radialis beurteilt (S. 21). Ein neuropathischer Schmerz sowie eine funktionelle Einschränkung könnten ausgeschlossen werden. Betreffend die deutlich vermehrte Ermüdbarkeit habe der Beschwerdeführer auf der Schläfrigkeitsskala einen normalen Wert von 9 erreicht (S. 20). Die in diesem Zusammenhang durchgeführte Pulsoxymetrie vom 9. März 2015 (S. 19) ergab lediglich ein leichtes Schlafapnoesyndrom. Es erscheint daher schlüssig, wenn Dr. med. Q.___ ausführte, eine weitere Abklärung mittels Polysomnographie dränge sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht auf, da unter Berücksichtigung der anamnestischen Angaben (seltenes Schnarchen, keine Atempausen, keine Aufwachreaktion mit nach Luftringen, kein vermehrtes Schwitzen) die Wahrscheinlichkeit eines relevanten pathologischen Befundes als gering anzusehen sei (S. 21). Die vermehrte Müdigkeit stehe wahrscheinlich im Zusammenhang mit der ophthalmologischen Störung. Diese Beurteilung erscheint plausibel, zumal der neurologische Experte anschliessend ausführte, dass dazu die Angaben des Beschwerdeführers passen würden, wonach es bei der konzentrierten Tätigkeit am Bildschirm zu einer raschen Ermüdung komme. Da sich die Resultate der durchgeführten neuropsychologischen Testverfahren unauffällig präsentierten und der Beschwerdeführer im Bereich der Intelligenz überdurchschnittlich leistungsfähig sei, erscheint schlüssig, dass lic. phil. L.___ keine neuropsychologische Diagnose auswies und auch keine Massnahmen empfahl (S. 24). In Bezug auf die durch den Beschwerdeführer beklagte persistente Geruchsstörung bei erhaltenem Geschmackssinn führte Dr. med. O.___ in seiner otorhinolaryngologischen Beurteilung aus (S. 26), es könnten aufgrund der Untersuchungsbefunde aktuell eine persistente Anosmie bei endoskopisch endonasal, ausser von Schleimhaut bedecktem Osteosynthesematerial im Bereich des linksseitigen Nasenbodens, unauffälligen strukturellen Befunden, objektiviert werden (S. 26). Diese Einschätzung überzeugt, zumal der Beschwerdeführer im Rahmen der Begutachtung die Geruchsprobe beidseits nicht erkannt habe (S. 26). Gestützt auf die bei der ophthalmologischen Begutachtung erhobenen Befunde mit u.a. eingeschränkter Augenbeweglichkeit am rechten Auge in alle Blickrichtungen sowie einer Innenschielung (S. 29) erscheint schlüssig, wenn der ophthalmologische Gutachter Dr. med. P.___ darlegte, es bestehe eine deutliche Motilitätseinschränkung am rechten Auge mit Doppelbildwahrnehmung, welche insbesondere in der Nähe (Blick nach nasal und unten) störend sei. In der Ferne bei Geradeausblick bestehe keine Doppelbildwahrnehmung.
Damit kann dem Gutachten der Begutachtungsstelle J.___ vom 15. Mai 2015 grundsätzlich Beweiswert zugesprochen werden.
8.2 Nachfolgend ist zu prüfen, ob die vor dem Gutachten verfassten medizinischen Berichte den grundsätzlich beweiswertigen Ausführungen und Diagnosestellungen im Gutachten der Begutachtungsstelle J.___ vom 15. Mai 2015 allenfalls entgegenstehen.
8.2.1 In Bezug auf das psychiatrische Teilgutachten von Dr. med. N.___ vom 2. Februar 2015 (Axa-Nr. M35 S. 9 ff.) ist festzuhalten, dass sich in den medizinischen Vorakten weder Berichte von Psychiatern befinden noch eine längerdauernde psychiatrische Behandlung stattgefunden hat. Jedenfalls ist eine solche in den vorliegenden Akten nicht dokumentiert und der Beschwerdeführer gab bei der psychiatrischen Exploration an, nie in psychologischer oder psychiatrischer Behandlung gewesen zu sein (S. 10). In diesem Sinn hielt der psychiatrische Gutachter auch fest, es fänden sich keine Hinweise auf psychiatrische Störungen, die die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen würden. Folglich wird der Beweiswert des psychiatrischen Gutachtens durch die medizinischen Vorakten nicht geschmälert.
8.2.2 Betreffend das allgemeininternistische Teilgutachten von Dr. med. K.___ vom 3. Februar 2015 (Axa-Nr. M35 S. 9) ist auf die Angaben des Hausarztes des Beschwerdeführers, Dr. med. AE.___, auf dem Fragebogen der Beschwerdegegnerin vom 10. Oktober 2014 (vgl. E. II. 7.12 hiervor) einzugehen. Es kann festgehalten werden, dass Dr. med. AE.___ zwar sowohl Befunde erhob als auch Diagnosen stellte, die indes nicht dem medizinischen Fachgebiet der Allgemeinmedizin entsprechen, auf welches er sich spezialisiert hat. Zudem wurde die durch ihn attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50 % einzig mit der nach vier Stunden aufkommenden extremen Müdigkeit begründet. Diese Beurteilung wird nicht in nachvollziehbarer Weise hergeleitet. Daher kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Annahme, nach vier Stunden trete eine extreme Müdigkeit auf, lediglich auf den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers beruht. Es kommt hinzu, dass Dr. med. AE.___ auch persönliche Erfahrungen aus einem eigenen Unfall einbezog (vgl. E. II. 7.12 hiervor am Ende); dies kann unter therapeutischen Aspekten sinnvoll und sogar vorteilhaft sein, es führt aber im vorliegenden Zusammenhang dazu, dass seine Stellungnahme nicht mehr den Charakter einer ausschliesslich fachmedizinischen Beurteilung hat. In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten ist zudem der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc S. 353. In diesem Sinn führte auch der allgemeininternistische Experte Dr. med. K.___ aus, die attestierten Arbeitsunfähigkeiten des Beschwerdeführers seien in den Akten nicht ganz klar, hausärztlich sei er 30 % arbeitsunfähig geschrieben, dies wegen verschiedener Probleme nach dem Trauma. Allgemeininternistische Befunde und Diagnosen habe der Hausarzt nicht angeführt. Der Beweiswert des allgemeininternistischen Teilgutachtens wird somit durch den hausärztlichen Bericht nicht verringert.
8.2.3 Betreffend das orthopädische Teilgutachten von Dr. med. M.___ vom 2. Februar 2015 (Axa-Nr. M35 S. 13 ff.) ist auf das Schreiben von Dr. med. I.___ vom 24. Juli 2013 (vgl. E. II. 7.8 hiervor) einzugehen. Gemäss der Einschätzung des Orthopäden Dr. med. I.___ sei der Beschwerdeführer von Seiten der Verletzungen (wahrscheinlich auch mit dem getragenen Sicherheitsgurt) spätestens nach sechs Monaten, somit Ende Mai 2012, in seiner angestammten Tätigkeit als selbständiger IT-Unternehmer wieder uneingeschränkt arbeits- und leistungsfähig. Diese Beurteilung teilte Dr. med. M.___. So führte er aus, dieser Einschätzung sei aufgrund der heutigen Untersuchung klar zu folgen (S. 17). Es könne für körperlich leichte bis intermittierend mittelschwere Tätigkeiten einschliesslich jener im angestammten Bereich spätestens sechs Monate nach dem am 15. November 2011 erlittenen Autounfall von einer zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Dabei verwies Dr. med. M.___ explizit auf das Schreiben von Dr. med. I.___ vom 24. Juli 2013. Demnach ergeben sich zwischen den beiden orthopädischen Fachärzten keine divergierenden Beurteilungen in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit.
Eingehend auf die Berichte des E.___ vom 12. Januar und 13. März 2012 (vgl. E. II. 7.2 und 7.4 hiervor), in welchen sechs Wochen nach der operativ versorgten Azetabulum- und Radiusfraktur ein subjektiv sehr guter Verlauf ausgewiesen und festgehalten wurde, dass der Beschwerdeführer auf eine Physiotherapie verzichtet habe, da er es auch so schaffe und die Bewegung der Hüfte schmerzfrei möglich und die klinische Untersuchung weitgehend unauffällig waren, hielt Dr. med. M.___ fest, der Einschätzung, wonach der Beschwerdeführer seit dem 1. März 2012 wieder zu 20 % arbeitsfähig gewesen sei, könne aufgrund der heutigen Untersuchung klar zugestimmt werden (S. 17 unten). Es liegen somit auch insoweit keine unterschiedlichen Beurteilungen vor.
Der Beweiswert des orthopädischen Teilgutachtens wird durch die vorangehend verfassten medizinischen Berichte nicht in Frage gestellt.
8.2.4 Da sich in den medizinischen Akten keine neurologischen Berichte oder Untersuchungen finden und Dr. med. Q.___ in seinem neurologischen Teilgutachten vom 4. Februar 2015 (Axa-Nr. M35 S. 18 ff.) auch ausführte, es liege keine neurologische Vorbeurteilung vor (S. 21 unten), wird der Beweiswert des neurologischen Teilgutachtens durch die medizinischen Vorakten nicht beeinträchtigt.
8.2.5 Auch in Bezug auf das neuropsychologische Teilgutachten sind in den vorliegenden Akten keine neuropsychologischen Berichte ersichtlich. So führte lic. phil. L.___ im neurologischen Teilgutachten vom 5. Februar 2015 (Axa-Nr. M35 S. 22 ff.) auch aus, es seien keine vorbestehenden neuropsychologischen Untersuchungen bekannt. Daher wird der Beweiswert des neuropsychologischen Teilgutachtens nicht durch vorangehende medizinische Berichte verringert.
8.2.6 Im otorhinolaryngologischen Teilgutachten vom 6. Februar 2015 (Axa-Nr. M35 S. 24ff.) hielt Dr. med. O.___ fest, es fänden sich keine eigentlichen vorgängigen otorhinolaryngologischen / otoneurologischen Untersuchungsbefunde, so dass diesbezüglich keine Stellungnahme möglich sei (S. 27). Dieser Einschätzung kann gefolgt werden. So sind keine früheren otorhinolaryngologischen Berichte und Untersuchungen aktenkundig. Die Problematik betreffend die unfallbedingten Zahnschäden und die entsprechenden Behandlungsmassnahmen (vgl. E. II. 7.3, 7.6 f. hiervor) flossen in das Teilgutachten mit ein und waren dem Gutachter somit bekannt (S. 25). Aufgrund der wegen der traumatisch verlorenen Zähne und Zahnabsplitterungen durchgeführten zahnmedizinischen Eingriffe vermag einzuleuchten, dass Dr. med. O.___ bei seiner Untersuchung im Rahmen des HNO-Status u.a. zum Ergebnis gelangte, dass die Kiefergelenke beidseits leicht subluxiert seien und deshalb eine leichtgradige Kiefergelenksdysfunktion beidseits feststellte (S. 26 unten). In Übereinstimmung mit der bereits durch den Hausarzt Dr. med. AE.___ im Fragebogen vom 10. Oktober 2014 (vgl. E. II. 7.12 hiervor) ausgewiesenen Diagnose einer «100%igen Anosmie» ging Dr. med. O.___ aufgrund seiner durchgeführten Untersuchungen ebenfalls von einer Anosmie aus. Es kann diesbezüglich auf das bereits unter E. II. 8.2.2 Ausgeführte verwiesen werden, wonach der otorhinolaryngologischen Befund- und Diagnosestellung von Dr. med. AE.___ nicht ohne Weiteres gefolgt werden kann, da er sich auf das medizinische Fachgebiet der Allgemeinmedizin spezialisiert hat. Insgesamt vermögen die vorangehenden medizinischen Akten den Beweiswert des otorhinolaryngologischen Teilgutachtens jedenfalls nicht zu vermindern.
8.2.7 In Bezug auf das ophthalmologische Teilgutachten von Dr. med. P.___ (Axa-Nr. M35 S. 27 ff.) kann festgehalten werden, dass sich der Gutachter mit den vorangehenden medizinischen Vorakten nicht substantiiert auseinandersetzte. Dieses Vorgehen ist indes vorliegend nicht zu beanstanden, da in den vorangehenden Berichten im Wesentlichen der Verlauf betreffend die Augenproblematik wiedergegeben wird. So wurde bereits im Austrittsbericht des E.___ vom 6. Dezember 2011 (vgl. E. II. 7.1 hiervor) festgehalten, dass eine Abduzensparese vorliege und der Beschwerdeführer ambulant erneut zu einer Orthoptik aufgeboten werde. Dementsprechend diagnostizierte auch Dr. med. V.___ im Bericht vom 18. April 2012 (vgl. E. II. 7.5 hiervor) eine «Abduzens- und Trochlearisparese rechts». Es sei kein Behandlungsende in Sicht. Im Rahmen der Verlaufskontrolle im E.___ vom 25. Februar 2014 (vgl. E. II. 7.9 hiervor) wurde ein positiver postoperativer Verlauf nach der Durchführung zweier operativer Eingriffe vom 14. August und 18. Dezember 2013 festgehalten. Dennoch wurde im Bericht vom 2. April 2014 (vgl. E. II. 7.10 hiervor) ausgeführt, dass der Behandlungsabschluss aktuell noch nicht vorhersehbar und aus ophthalmologischer Sicht noch kein Endzustand gegeben sei. Im Bericht des E.___ vom 3. Juli 2014 (vgl. E. II. 7.11 hiervor) wurde zudem von einem schönen Operationsergebnis berichtet, wobei bei Abblick mit der Gleitsichtbrille noch immer leichte Doppelbilder vorhanden seien, was v.a. beim Lesen störend sei. Man fertige eine neue Gleitsichtbrille mit hochgezogenem Nahteil an. Somit ergeben sich aus den medizinischen Vorakten keine dem ophthalmologischen Teilgutachten widersprechenden Beurteilungen. Da der Beschwerdeführer auch bei der ophthalmologischen Begutachtung im Rahmen des Gutachtens der Begutachtungsstelle J.___ von einer Doppelbildwahrnehmung berichtete, die sich zwar nach der Schieloperation vom Dezember 2013 verbessert habe, er aber in der Nähe und in PC-Distanz noch immer Doppelbilder wahrnehme (S. 28), was sich aufgrund der durchgeführten gutachterlichen Untersuchungen bestätigen liess, indem sich beim simultanen Abdecktest in der Nähe eine Innenschielung (S. 29 oben) und eine eingeschränkte Augenbeweglichkeit am rechten Auge in alle Blickrichtungen zeigten, ist keine unterschiedliche Beurteilung der Augenproblematik gegenüber den medizinischen Vorakten ersichtlich.
8.3 Zusammenfassend vermögen die vor dem Gutachten der Begutachtungsstelle J.___ vom 15. Mai 2015 verfassten medizinischen Berichte dessen Beweiswert nicht zu schmälern.
8.4 Zu prüfen ist weiter, ob die zeitlich nach dem Gutachten der Begutachtungsstelle J.___ vom 15. Mai 2015 erstatteten Berichte dessen Beweiswert zu erschüttern vermögen:
8.4.1 Im Bericht der Augenklinik des E.___ vom 1. Dezember 2015 (vgl. E. II. 7.14 hiervor) werden dieselben Diagnosestellungen ausgewiesen, wie bereits in den vor dem Gutachten vom 15. Mai 2015 verfassten Berichten vom 25. Februar 2014 und 3. Juli 2014 (vgl. E. II. 7.9 und 7.11 hiervor). Zudem wurde ein positiver Verlauf aufgezeigt, indem die Verlaufskontrollen vom Juli und September 2015 beim Beschwerdeführer im alltäglichen Leben eine kaum störende Situation mit leichten Doppelbildern gezeigt hätten. So bestünden v.a. beim Lesen stabile orthoptische und ophthalmologische Befunde. Entsprechende Angaben machte der Beschwerdeführer bereits während der gutachterlichen Exploration bei Dr. med. P.___, wo er angab, er nehme noch Doppelbilder in der Nähe und in der PC-Distanz wahr (Axa-Nr. M35 S. 27). Weiter wurde im Bericht vom 1. Dezember 2015 ein subjektiv deutlich besserer zentraler Fusionsblick ausgewiesen. Folglich lässt sich in Bezug auf das ophthalmologische Teilgutachten von Dr. med. P.___ keine wesentliche gesundheitliche Veränderung feststellen. Damit wird der Beweiswert des ophthalmologischen Teilgutachtens nicht geschmälert.
8.4.2 Im Bericht vom 16. Juli 2016 des E.___, Plastische, Rekonstruktive, Ästhetische und Handchirurgie (vgl. E. II. 7.15 hiervor), wird eine neue Diagnose im Sinne eines «subkutanen Strecksehnenausriss Mittelfinger rechts seit circa drei Monaten» ausgewiesen. Es ist somit davon auszugehen, dass sich der Strecksehnenausriss am rechten Mittelfinger ungefähr im April 2016 und damit erst nach dem hier relevanten Zeitpunkt vom 15. November 2011 ereignet hat. Da kein Zusammenhang mit diesem Unfallereignis ersichtlich ist oder geltend gemacht wird, ist diese neue Diagnosestellung für die Beurteilung der hier streitigen Fragen nicht zu berücksichtigen.
8.4.3 Der Beweiswert des polydisziplinären Gutachtens der Begutachtungsstelle J.___ vom 15. Mai 2015 wird somit durch die zeitlich später verfassten medizinischen Berichte nicht infrage gestellt.
8.5 Es ist nachfolgend auf die durch den Beschwerdeführer gegen das Gutachten der Begutachtungsstelle J.___ erhobenen inhaltlichen Einwände einzugehen: Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt (A.S. 32, 37 f.), dass seine in den gutachterlichen Untersuchungen immer wieder vorgebrachten Schilderungen, wonach seine Konzentrations- und Leistungsfähigkeit nach zwei bis drei Stunden konzentrierter Arbeit enorm abfalle, er auch viel schneller ermüde, gelegentlich sogar einschlafe und so nicht mehr zu den gleichen Leistungen fähig sei wie vor dem schweren Unfall mit Schädel-Hirntrauma, im Gutachten nicht getestet und auch medizinisch nicht näher abgeklärt worden sei. Diesem Vorbringen kann nicht gefolgt werden. So wurde im Rahmen des neurologischen Teilgutachtens auf die durch den Beschwerdeführer geschilderte, deutlich vermehrte Ermüdbarkeit eingegangen (Axa-Nr. M35 S. 21 Mitte). Dabei wurde festgehalten, dass der Beschwerdeführer keine exzessive Tagesschläfrigkeit im engeren Sinn beschreibe. Entsprechend erreiche der Beschwerdeführer auf der Schläfrigkeitsskala einen normalen Wert von 9 Punkten. Das Vorliegen eines relevanten Schlafapnoesyndroms konnte sodann aufgrund der durchgeführten Pulsoxymetrie ausgeschlossen werden. Ein leichtes Schlafapnoesyndrom könne dennoch vorliegen. In diesem Zusammenhang hielt Dr. med. Q.___ fest, dass unter Berücksichtigung der anamnestischen Angaben zum jetzigen Zeitpunkt die Wahrscheinlichkeit eines relevanten pathologischen Befundes via Polysomnographie als gering anzusehen sei. Die vermehrte Müdigkeit stehe wohl im Zusammenhang mit der ophthalmologischen Störung. Diese gutachterliche Einschätzung ist nachvollziehbar, da der Beschwerdeführer bei der Exploration gegenüber dem ophthalmologischen Experten Dr. med. P.___ u.a. angab (Axa-Nr. M35 S. 27 unten), auch nach den Operationen im Jahr 2013 noch immer Doppelbilder wahrzunehmen, dies in der Nähe und in der PC-Distanz. Besonders beim Wechsel von PC-Distanz zur Nahdistanz (circa 30 – 40 cm) sehe er immer wieder doppelt und müsse dann ein Auge schliessen. Daher ermüde ihn die PC-Arbeit und Naharbeit sehr und er müsse immer wieder Pausen einlegen. Es wurde daher im Rahmen der gutachterlichen Gesamtbeurteilung festgehalten, dass Tätigkeiten mit der Notwendigkeit für ein Stereosehen sowie potenziell gefährliche Arbeiten, bspw. auf Gerüsten und an schnell drehenden Maschinen, aus ophthalmologischer Sicht nicht geeignet seien. Für Arbeiten mit einer durchschnittlichen Anforderung an die Sehfähigkeit, so auch die vom Beschwerdeführer ausgeführte, bestehe eine Einschränkung von 20 %. Dies sei aufgrund der übermässigen Kompensation bezüglich der Doppelbilder einem erhöhten Pausenbedarf geschuldet (Axa-Nr. M35 S. 31 unten). Aufgrund dieser Darlegungen erweist sich das Vorbringen des Beschwerdeführers als nicht stichhaltig. Es kann somit nicht – wie es der Beschwerdeführer formuliert (A.S. 32 f.) – von einem unvollständigen Gutachten der Begutachtungsstelle J.___ ausgegangen werden.
8.6 Zusammenfassend vermögen weder die übrigen medizinischen Akten noch das Vorbringen des Beschwerdeführers den Beweiswert des Gutachtens der Begutachtungsstelle J.___ vom 15. Mai 2015 zu schmälern. Diesem ist der volle Beweiswert zuzusprechen. Die Beschwerdegegnerin hat somit in ihrem Einspracheentscheid vom 27. März 2018 (A.S. 1 ff.) zu Recht auf dieses polydisziplinäre Gutachten abgestellt. Es ist daher in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers von den Einschätzungen in diesem Gutachten auszugehen: Damit besteht beim Beschwerdeführer ab Juli 2012 für körperlich leichte bis mittelschwere adaptierte Tätigkeiten, was auch auf die angestammte Tätigkeit zutreffe, eine 80%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit, die vollschichtig realisierbar ist (Axa-Nr. M35 S. 32 unten). Zuvor, seit dem Unfall vom 15. November 2011, war die Arbeitsfähigkeit aufgehoben. Es ist zudem vom Endzustand – im Sinne des Erreichens des Fallabschlusses (vgl. E. II. 3.1 hiervor) auszugehen (S. 36).
9. Wie bereits in E. II. 2 hiervor ausgeführt, hat die versicherte Person Anspruch auf ein Taggeld, sofern sie infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig ist (Art. 16 Abs. 1 UVG).
9.1 Taggeldabrechnungen ergehen regelmässig nicht in Verfügungsform, sondern formlos (vgl. Art. 51 ATSG). Nach einer bestimmten Frist erlangen sie jedoch Rechtsbeständigkeit, auch wenn keine formelle Verfügung verlangt und erlassen wird. So kann der Versicherungsträger bereits nach Ablauf einer Zeitspanne, die der Rechtsmittelfrist bei formellen Verfügungen entspricht (also nach 30 Tagen, vgl. Art. 52 Abs. 1 ATSG), in einer unbeanstandet gebliebenen faktischen Verfügung zugesprochene Versicherungsleistungen nur unter den Voraussetzungen der Wiedererwägung oder der prozessualen Revision zurückfordern (BGE 129 V 110; für die Unfallversicherung z.B. Urteil des Bundesgerichts 8C_121/2017 vom 5. Juli 2018 E. 3.1). Gegenüber der versicherten Person werden Taggeldabrechnungen rechtsbeständig, wenn nicht innert 90 Tagen ab ihrer Eröffnung eine anfechtbare Verfügung verlangt wird (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_340/2018 vom 16. Mai 2019 E. 4.2 mit Hinweisen).
9.2
9.2.1 Der Beschwerdeführer lässt vorbringen (A.S. 43), er sei von der Beschwerdegegnerin nie «als versicherte Person informiert worden», wie sich der für das Taggeld massgebende versicherte Verdienst berechne, wie hoch dieser sei und wie sich gestützt darauf der Taggeldsatz ableite. Demgegenüber stellt sich die Beschwerdegegnerin in ihrer Replik vom 4. Juli 2018 (A.S. 58) auf den Standpunkt, die Taggeldabrechnungen seien immer der Firma B.___ zugestellt worden. Als Geschäftsführer dieser Firma hätten diese Abrechnungen dem Beschwerdeführer bekannt sein müssen. Aufgrund der durch die Beschwerdegegnerin eingereichten Taggeld-Abrechnungen vom 19. Dezember 2011 bis 31. März 2015 kann davon ausgegangen werden, dass diese stets an die korrekte Adresse der Firma B.___, welche mit der Privatadresse des Beschwerdeführers identisch ist, zugestellt wurden. Diese Zustellung an sein Domizil ist dem Beschwerdeführer als Gesellschafter und Geschäftsführer der Firma (gemäss Handelsregister [www.zefix.ch, besucht am 17. Juni 2019], versah er diese Funktionen während des gesamten hier interessierenden Zeitraums) zuzurechnen. Es ist davon auszugehen, dass er die Abrechnungen zur Kenntnis nehmen konnte und die Möglichkeit gehabt hätte, sie zu beanstanden. Die Argumentation, er sei über die Taggeldhöhe nicht noch separat «als versicherte Person informiert» worden, verdient unter dem Aspekt von Treu und Glauben keinen Rechtsschutz. Aus den Abrechnungen kann der versicherte Verdienst ohne weiteres entnommen werden. Die Rechtsbeständigkeit gegenüber dem Beschwerdeführer ist somit nach Ablauf von drei Monaten seit der Zustellung der jeweiligen Abrechnung eingetreten. Der Beschwerdeführer liess die Taggeldabrechnungen erstmals mittels E-Mail vom 6. Februar 2015 (Axa-Nr. A55) beanstanden. Damals waren die Abrechnungen vom 26. November, 17. Dezember 2014, 21. Januar und vom 31. März 2015 noch nicht rechtsbeständig geworden. Die vorangehenden Taggeldabrechnungen können dagegen nicht mehr überprüft werden, zumal kein Anhaltspunkt dafür besteht, dass die Voraussetzungen einer prozessualen Revision nach Art. 53 Abs. 1 ATSG erfüllt sein könnten, während eine Wiedererwägung (Art. 53 Abs. 2 ATSG) bereits deshalb ausscheidet, weil das Gericht den Versicherungsträger nicht dazu verhalten kann (BGE 133 V 50). Soweit die Abrechnungen nicht rechtsbeständig geworden sind und im vorliegenden Verfahren überprüft werden können, ist eine allseitige Überprüfung vorzunehmen. Diese umfasst auch das Argument der Beschwerdegegnerin, die Taggelder seien zu hoch angesetzt worden (vgl. BGE 122 V 19; 138 V 298).
9.2.2 Die Beschwerdegegnerin will ihrerseits die Taggeldbemessung der ersten beiden Jahre nach dem Unfall durch eine nachträgliche Kürzung wegen Selbstverschuldens (vgl. Art. 37 Abs. 2 UVG) modifizieren, weil der Beschwerdeführer den Sicherheitsgurt nicht getragen habe. Ihr gegenüber ist die Rechtsbeständigkeit der entsprechenden Taggeldabrechnungen ebenfalls längst eingetreten (vgl. E. II. 9.1 hiervor). Eine nachträgliche Korrektur wäre nur unter den Voraussetzungen einer Wiedererwägung (Art. 53 Abs. 2 ATSG) oder einer prozessualen Revision (Art. 53 Abs. 1 ATSG) möglich.
9.3
9.3.1 Laut Art. 15 Abs. 1 UVG werden Renten und Taggelder nach dem versicherten Verdienst bemessen. In zeitlicher Hinsicht legt Art. 15 Abs. 2 UVG fest, dass sich der versicherte Verdienst für die Bemessung der Taggelder anders bestimmt als jener für die Renten. Grundlage der Berechnung des versicherten Verdienstes für die Taggeldbemessung ist gemäss Art. 15 Abs. 2 Halbsatz 1 UVG der «letzte vor dem Unfall bezogene Lohn» («dernier salaire reçu»; «ultimo salario riscosso»). Dieser Wortlaut bringt zum Ausdruck, dass der tatsächliche Lohnbezug als massgebendes Kriterium zu betrachten ist. Damit orientiert sich die Taggeldbemessung unmittelbar an jenem Einkommen, welches der verunfallten Person durch den Eintritt des versicherten Risikos entgeht (BGE 135 V 287 E. 4.3 S. 291; André Pierre Holzer: Der versicherte Verdienst in der obligatorischen Unfallversicherung, SZS 2010 S. 201 ff., 212; André Ghélew / Olivier Ramelet / Jean-Baptiste Ritter: Commentaire de la loi sur l'assurance-accidents [LAA], 1992, S. 86). Das Taggeld wird somit grundsätzlich während der ganzen Bezugsdauer nach dem gleichen Verdienst bemessen. Prinzipiell nicht massgebend ist dagegen, was die versicherte Person nach dem Unfall verdient hätte (Jean-Maurice Frésard / Margit Moser-Szeless: L'assurance-accidents obligatoire, in: Ulrich Meyer [Hrsg.] Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR] Band XIV, Soziale Sicherheit, 3. Auflage 2016, S. 956, Rz. 179).
9.3.2 Nach der Grundregel von Art. 22 Abs. 3 UVV bildet Grundlage für die Bemessung der Taggelder der letzte vor dem Unfall bezogene Lohn, einschliesslich noch nicht ausbezahlter Lohnbestandteile, auf die ein Rechtsanspruch besteht (Art. 22 Abs. 3 Satz 1 UVV). Beim «letzten bezogenen Lohn» handelt es sich in der Regel um den Monats-, Wochen- oder Stundenlohn. Dieser wird auf ein volles Jahr umgerechnet und durch 365 geteilt (Art. 17 Abs. 3 UVG in Verbindung mit Art. 25 Abs. 1 UVV und Anhang 2 UVV; BGE 128 V 298 E. 2a S. 299 f.). Der Anspruch ist während der ganzen Dauer der Arbeitsunfähigkeit (Art. 16 Abs. 2 UVG) für alle Tage geschuldet, einschliesslich der Sonn- und Feiertage (Art. 25 Abs. 1 UVV), unabhängig von einer während der Arbeitsunfähigkeit erfolgten Änderung oder Auflösung des Arbeitsverhältnisses (Frésard / Moser-Szeless, a.a.O., S. 896 Rz. 159; vgl. auch BGE 134 V 392, 139 V 464 E. 2.2 S. 467).
9.4 Im vorliegenden Fall ist somit der vor dem Unfallereignis vom 15. November 2011 durch den Beschwerdeführer zuletzt bezogene Lohn zu eruieren. Dazu sind im Wesentlichen die folgenden Unterlagen relevant:
9.4.1 Der Schadenmeldung UVG vom 13. Dezember 2011 (Axa-Nr. A1) ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer seit dem 15. September 2003 in der Firma B.___, [...], in einem Arbeitspensum von 100 % (38 Stunden pro Woche) als CIM Fachmann IBB erwerbstätig war. Der vertragliche Grundlohn wurde mit CHF 51'000.00 + Kinderzulagen von CHF 9'600.00 angegeben. Zudem wurde festgehalten, dass der Beschwerdeführer bei einem weiteren Arbeitgeber, der Firma C.___, [...], angestellt war. Dort bestand, wie bereits erwähnt, eine auf Berufsunfälle beschränkte obligatorische Versicherung bei der D.___.
9.4.2 Aus der Schadenmeldung UVG vom 23. Januar 2012 (Axa-Nr. A54) geht hervor, dass der Beschwerdeführer seit dem 1. Oktober 2011 bei der Firma C.___, [...], in einem Arbeitspensum von 10 % (4,3 Stunden pro Woche) als Qualitätsmanager angestellt war. Sein vertraglicher Grundlohn betrug monatlich CHF 1'100.00 inkl. 13. Monatslohn.
9.4.3 Dem Rapport der Unfallversicherung D.___ vom 3. April 2012 (Beschwerdebeilage Nr. 4, D.___-Nr. 14) ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer bei der Firma C.___ für die EDV-Einrichtung, Schulung und den Support zuständig sei. Der Lohn betrage CHF 1'100.00 pro Monat (x 13). Der Beschwerdeführer habe zudem eine eigene EDV-Firma, die Firma B.___, [...]. Das Geschäftsdomizil sei an seinem Wohnort. Er sei Alleininhaber und einziger Mitarbeiter. Er biete Informatiklösungen für KMU-Betriebe an. Er habe andere Auftraggeber, wie die Firma C.___. Seit dem Unfall habe er noch keine davon verloren.
9.4.4 Die Abklärungsfachfrau der IV-Stelle AI.___ führte im Abklärungsbericht vom 19. Dezember 2013 (Beschwerdebeilage Nr. 6, IV-Nr. 20) die Geschäftsabschlüsse der Firma B.___ wie folgt auf: Im Jahr 2006 betrugen die Löhne total CHF 91'419.13 und der Gewinn CHF 2'261.60 (inkl. Lohn Partner, AHV-Lohnabrechnung fehle noch). Im Jahr 2007 betrugen die Löhne total CHF 96'612.75 und der Verlust CHF 6.09 (inkl. Lohn Partner, AHV-Lohnabrechnung fehle noch). Im Jahr 2008 beliefen sich die Löhne total auf CHF 105'672.00 und der Verlust auf CHF 300.26 (inkl. Lohn Partner, AHV-Lohnabrechnung fehle noch). Im Jahr 2009 betrugen die Löhne total CHF 74'736.00 und der Gewinn CHF 1'986.43 (inkl. Lohn Partner, AHV-Lohnabrechnung fehle noch). Im Jahr 2010 beliefen sich die Löhne total auf CHF 75'794.62 und der Gewinn auf CHF 4'445.82 (inkl. Lohn Partner, AHV-Lohnabrechnung fehle noch). Im Jahr 2011 betrugen die Löhne total CHF 46'916.25 und der Verlust CHF 86'244.39 (inkl. Lohn Partner, AHV-Lohnabrechnung fehle noch). Im Jahr 2012 betrugen die Löhne CHF 23'621.79 und der Verlust CHF 19'863.89. Der Partner des Beschwerdeführers sei im Jahr 2011 krankheitsbedingt aus der Firma ausgestiegen.
9.4.5 Den Auszügen aus dem individuellen Konto der Ausgleichskasse des Kantons [...] vom 1. Juli 2013 und 14. April 2015 (IV-Nr. 13 und Axa-Nr. A72) ist Folgendes zu entnehmen. Der Beschwerdeführer erzielte im Jahr 2009 in der Firma B.___ ein Einkommen von CHF 46'800.00 und als Selbständigerwerbender ein solches von CHF 8'991.00. Im Jahr 2010 erzielte er ein Einkommen von CHF 38'400.00 in der Firma B.___ und CHF 8'991.00 als Selbständigerwerbender. Im Jahr 2011 erzielte er ein Einkommen von CHF 42'356.00 bei der Firma B.___ (vgl. dazu auch die AHV-Lohnbescheinigung 2011, IV-Nr. 19 S. 10), CHF 9'094.00 als Selbständigerwerbender sowie von Oktober bis Dezember 2011 ein Einkommen von CHF 3'575.00 bei der Firma C.___. Im Jahr 2012 erzielte er bei der Firma B.___ ein Einkommen von CHF 27'610.00 und bei der Firma C.___ von CHF 14'300.00. Im Jahr 2013 betrug sein Einkommen bei der Firma B.___ CHF 10'452.00 und bei der Firma C.___ CHF 28'100.00. Im Jahr 2014 erhielt der Beschwerdeführer im Oktober 2014 eine EO-Entschädigung von CHF 243.00 und erzielte bei der Firma C.___ ein Einkommen von CHF 75'200.00.
9.4.6 Am 2. Juni 2015 beantwortete die Firma C.___ die Fragen der Beschwerdegegnerin (Axa-Nr. A75). Dabei gab sie an, der Beschwerdeführer sei im Zeitpunkt des Unfalls vom 15. November 2011 als Qualitätsmanager zu 10 % (4,3 Stunden pro Woche) mit einem Verdienst von CHF 14'300.00 pro Jahr angestellt gewesen. Diese Angaben stimmen mit denjenigen im «Dienstvertrag» vom 13. September 2011 (IV-Nr. 30 S. 2 f.) überein. Das Arbeitsverhältnis sei nicht aufgelöst worden. Die Lohnzahlungen seien ohne Kürzung weitergeleistet worden. Es sei vom 15. November 2011 bis 7. März 2012 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % geltend gemacht worden. Der Lohn sei immer zu 100 % ausbezahlt worden. Seit Oktober 2013 sei der Beschwerdeführer als Qualitätsmanager und Projektleiter KVP in einem Arbeitspensum von 30 % angestellt (13 Stunden pro Woche). Der Verdienst betrage CHF 67'600.00 pro Jahr. Das Arbeitsverhältnis sei angepasst worden. Dem «Dienstvertrag» vom 27. September 2013 (IV-Nr. 30 S. 4 f.) ist diesbezüglich zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer seine Tätigkeit bei der Firma C.___ in der Abteilung Qualitätssicherung als Qualitätsmanager am 1. Oktober 2013 aufnehme. Das Gehalt betrage monatlich brutto CHF 16'000.00 (x 13 bei 100 %). Die Arbeitszeit betrage 14 Stunden pro Woche (32,5 %, da 43 Stunden 100 % entsprächen).
9.4.7 Mit Schreiben vom 25. Januar 2016 (Axa-Nr. A97 Beleg-Nr. 2) bestätigte die Firma C.___, dass der Beschwerdeführer am 1. Oktober 2011 die Tätigkeit als Management System Verantwortlicher im Teilzeitpensum angetreten habe. Beim Anstellungsgespräch hätten sie dem Beschwerdeführer die Ausbauziele (Auditierung weiterer Zertifikate, usw.) deklariert und ihm in Aussicht gestellt, dass er sein Pensum entsprechend den erreichten Ausbauzielen aufstocken könnte. Beim Antritt seien die für das Erreichen der Ziele erforderlichen Kompetenzen festgelegt und die notwendigen Weiterbildungskurse besprochen worden. Diese habe der Beschwerdeführer bereits im ersten Quartal 2012 besuchen können. Nach einem ersten Weiterbildungsblock sei das Teilzeitpensum des Beschwerdeführers erhöht worden. Zwischenzeitlich seien, gemäss den Zielen, zwei neue Zertifikate auditiert worden und das Pensum des Beschwerdeführers habe erneut ausgebaut werden können. Im Moment sei wegen der reduzierten Leistungsfähigkeit kein weiterer Ausbau der Anstellung möglich bzw. vorgesehen. Weiterbildungskurse würden vom Beschwerdeführer nach Bedarf weiter besucht.
9.4.8 Dem Auszug aus dem Individuellen Konto (IK) des Beschwerdeführers bei der Ausgleichskasse [...] vom 7. Februar 2018 (Axa-Nr. A106) ist nebst den seit 1980 erzielten Einkommen in Ergänzung zu den Angaben unter E. II. 9.3.5 hiervor zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer in den Jahren 2015 und 2016 bei der Firma C.___ ein Einkommen von je CHF 87'360.00 erzielte.
9.4.9 R.___ von der Firma C.___ hielt im Schreiben vom 16. Februar 2018 (Axa-Nr. A108) fest, die Firma B.___ und damit der Beschwerdeführer habe in seiner Firma die EDV Geräte und Software betreut. Die Dienstleistungen seien in allen Belangen von der Firma B.___, mit dem Beschwerdeführer als Ansprechpartner, im Auftrag erledigt worden. 2011 habe der Beschwerdeführer eine Festanstellung als Qualitätsmanager übernommen und einen Büroraum neben dem Büro von R.___ bezogen. Seit seinem Unfall Ende 2011 sei seine tägliche Arbeitsfähigkeit verschieden. Es gebe Tage, an denen nach zwei Stunden eine starke Ermüdung bemerkbar werde. Bei Gesprächen nach zwei bis drei Stunden Arbeit falle die längere Wortsuche auf. Auch seine Kurzpausen nähmen dann auffallend zu. Sitzungen würden aus diesem Grund am Morgen abgehalten, Termine auf seinen Wunsch auf den Morgen gelegt.
Aus der Sicht von R.___ seien die 18 Stunden pro Woche im Moment das Maximum. Der Beschwerdeführer könne sich die Zeiten frei einteilen bis auf die fixierten Sitzungs- und Audittermine. Wenn, durch Projekte oder Einführungen, diese Stundenzahl erhöht werden müsse, werde danach eine ein- bis zweitägige Pause eingelegt. Diese 18 Sollstunden pro Woche könnten auf den Monat bezogen stets eingehalten werden. Der Beschwerdeführer sei jedoch in der Einteilung bis auf die Enddaten bzw. Sitzungstermine frei. Eine solche Flexibilität komme in der Firma nur bei den Inhabern und den leitenden Angestellten in Frage. Dem Beschwerdeführer werde dieses Zugeständnis wegen den Unfallfolgen, dem über Jahre entstandenen Vertrauen und der Zufriedenheit, gewährt. Es würde R.___ freuen, wenn der Beschwerdeführer in Zukunft zu 60 bis 70 % beschäftigt werden könnte.
9.4.10 Wie dargelegt, war der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Unfallereignisses vom 15. November 2011 zum einen in seiner eigenen Firma B.___ zu 100 % (38 Stunden / Woche) und zum anderen bei der Firma C.___ zu 10 % (4,3 Stunden / Woche) erwerbstätig. Dabei erwirtschaftete er gemäss der Schadenmeldung vom 13. Dezember 2011 (vgl. E. II. 9.3.1 hiervor) in der Firma B.___ ein Einkommen von CHF 51'000.00 + Kinderzulagen von CHF 9'600.00, total also insgesamt CHF 60'600.00 im Jahr. Diese Angaben werden indes durch den Auszug aus dem Individuellen Konto der Ausgleichskasse [...] vom 14. April 2015 nicht bestätigt (vgl. E. II. 9.3.5 hiervor). So wird in diesem bei der Firma B.___ für das Jahr 2011 (Januar bis Dezember) ein Einkommen von CHF 42'356.00 ausgewiesen. Dies entspricht auch der AHV-Lohnbescheinigung, welche die B.___ der Ausgleichskasse einreichte (vgl. IV-Nr. 19 S. 10). Dieses Erwerbseinkommen ist unter Beizug der in den letzten Jahren vor dem Unfall erzielten Einkommen, welche sich in einer ähnlichen Grössenordnung bewegten, nachvollziehbar: So erzielte der Beschwerdeführer in den beiden Jahren zuvor CHF 46'800.00 (2009) und CHF 38'400.00 (2010). Hinzu kommen die Kinderzulagen von CHF 9'600.00. Damit beträgt das zuletzt vor dem Unfall bei der Firma B.___ erzielte, vorliegend relevante Einkommen CHF 51'956.00. Es stellt sich die Frage, wie es sich mit dem bei der Firma C.___ ab 1. Oktober 2015 erzielten Einkommen von monatlich CHF 1'100.00 (bei 13 Monatslöhnen, vgl. E. II. 9.3.2 f. hiervor) entsprechend CHF 14'300.00 pro Jahr, verhält.
9.4.11 Laut Art. 23 Abs. 5 Satz 1 UVV in der seit 1. Januar 2017 geltenden Fassung ist bei Versicherten, die vor dem Unfall bei mehr als einem Arbeitgeber tätig waren, für die Bemessung des versicherten Verdienstes für das Taggeld der Gesamtlohn aus allen Arbeitsverhältnissen massgebend, unabhängig davon, ob diese Arbeitsverhältnisse eine Deckung nur bei Berufsunfällen oder auch bei Nichtberufsunfällen begründet haben. Hier ist jedoch noch das bis 31. Dezember 2016 gültig gewesene Recht anwendbar (vgl. E. II. 1.2 hiervor). Damals lautete Art. 23 Abs. 5 UVV weniger eindeutig wie folgt: «War der Versicherte vor dem Unfall bei mehr als einem Arbeitgeber tätig, so ist der Gesamtlohn massgebend.» Die Rechtsprechung interpretierte die Bestimmung grundsätzlich so, dass nur der Gesamtlohn aus denjenigen Anstellungen berücksichtigt wurde, welche zu einer Versicherung für das jeweilige Risiko (Berufs- bzw. Nichtberufsunfall) führten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_1029/2010 vom 20. April 2011 E. 2.2). Für die hier gegebene Konstellation wurde aber bereits zum bis Ende 2016 gültig gewesenen Recht entschieden, bei Mehrfachbeschäftigten, die einen Unfall auf dem Arbeitsweg zu einem ihrer Arbeitsorte erleiden, sei der Gesamtlohn aus allen Erwerbstätigkeiten massgebend, unabhängig davon, ob das Ereignis als Berufs- oder als Nichtberufsunfall zu qualifizieren ist (BGE 139 V 148 E. 8 S. 160 f.). Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin ist diese Rechtsprechung ohne weiteres anwendbar, auch wenn das zitierte Bundesgerichts-Urteil erst nach dem Unfall vom 15. November 2011 ergangen ist. Da der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Autounfalls vom 15. November 2011 sowohl bei der Firma B.___ zu 100 % à 38 Stunden pro Woche als auch bei der Firma C.___ zu 10 % à 4,3 Stunden pro Woche arbeitete und sich der Unfall auf dem Arbeitsweg ereignete, ist somit vom Gesamtlohn auszugehen. Beim versicherten Verdienst ist daher auch das jährliche Einkommen bei der Firma C.___ von CHF 14'300.00 (CHF 1'100.00 x 13) zu berücksichtigen. Damit beläuft sich der versicherte Verdienst des Beschwerdeführers auf CHF 66'256.00. Die Beschwerdegegnerin hat den versicherten Verdienst in den Taggeldabrechnungen 26. November, 17. Dezember 2014, 21. Januar und vom 31. März 2015 auf einer zu geringen Basis von CHF 60'600.00 ausbezahlt.
9.4.12 Die Beschwerdegegnerin weist allerdings darauf hin, dass die der Taggeldberechnung zugrunde gelegte Arbeitsunfähigkeit von 30 % dem Ergebnis des inzwischen eingeholten polydisziplinären Gutachtens widerspricht. Das beweiskräftige Gutachten der Begutachtungsstelle J.___ vom 15. Mai 2015, das in zeitlicher Nähe zu den hier relevanten Taggeld-Perioden erstattet wurde, geht für die Zeit ab Juli 2012 für leichte bis mittelschwere, adaptierte Tätigkeiten, zu welchen auch die angestammten Tätigkeiten zu zählen seien, von einer Arbeitsunfähigkeit von 20 % aus (vgl. E. II. 8.6 hiervor). Im Rahmen der Überprüfung des Taggeldanspruchs ist auch dieser Aspekt zu berücksichtigen (vgl. E. II. 9.2.1 hiervor am Ende). Der Einwand der Beschwerdegegnerin ist daher berechtigt. Die Reduktion des Taggeldanspruchs wegen der reduzierten Arbeitsunfähigkeit übersteigt die Erhöhung wegen des versicherten Verdienstes. Es bleibt daher bei der ausbezahlten Taggeldhöhe. Eine Rückforderung ist dagegen ausgeschlossen, weil die Taggeldabrechnungen gegenüber der Beschwerdegegnerin längst rechtsbeständig geworden sind und ein Rückkommenstitel (prozessuale Revision, Wiedererwägung) offensichtlich nicht vorliegt.
10. Es stellt sich weiter die Frage, ob die Beschwerdegegnerin mit dem angefochtenen Einspracheentscheid zu Recht die während der ersten zwei Jahre nach dem Unfall ausgerichteten Taggelder zu Recht um 10 % gekürzt und den Differenzbetrag zurückgefordert hat (offenbar wurde der Rückforderungsbetrag mit der Integritätsentschädigung verrechnet und nicht ausbezahlt, vgl. Einspracheentscheid, Ziffer 1.23, A.S. 10). Dabei ist wiederum zu berücksichtigen, dass die Taggeldabrechnungen rechtsbeständig geworden sind. Die nachträgliche Kürzung ist daher nur zulässig, wenn ein Rückkommenstitel (Wiedererwägung oder prozessuale Revision) erfüllt ist (vgl. E. II. 9.1 und 9.2.2 hiervor).
10.1 Gemäss Art. 37 Abs. 2 UVG werden in der Versicherung der Nichtberufsunfälle die Taggelder, die während der ersten zwei Jahre nach dem Unfall ausgerichtet werden, gekürzt, wenn der Versicherte den Unfall grobfahrlässig herbeigeführt hat. Unfälle auf dem Arbeitsweg gelten in diesem Zusammenhang als Nichtberufsunfälle. Dies gilt auch in Fällen von Art. 7 Abs. 2 UVG (Deckung für Unfälle auf dem Arbeitsweg bei Teilzeitbeschäftigung von weniger als acht Stunden pro Woche). Daher dürfen Leistungskürzungen wegen Grobfahrlässigkeit auch für Unfälle auf dem Arbeitsweg vorgenommen werden (Kaspar Gehring, in: Hürzeler / Kieser [Hrsg.]: Kommentar schweizerischen Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Bern 2018, Art. 37 UVG N 79 S. 550). Unabhängig davon wäre hier ohnehin von einem Nichtberufsunfall auszugehen (vgl. E. II. 2 hiervor).
10.2 Grobfahrlässig nach Art. 37 Abs. 2 UVG handelt, wer jene elementaren Vorsichtsgebote unbeachtet lässt, die jeder verständige Mensch in der gleichen Lage und unter den gleichen Umständen befolgt hätte, um eine nach dem natürlichen Lauf der Dinge vorhersehbare Schädigung zu vermeiden (BGE 121 V 40 E. 3b S. 45, 118 V 305 E. 2a S. 307 mit Hinweisen, 138 V 522 E. 5.2.1 S. 527).
10.3 Bei Fehlverhalten im Strassenverkehr ist grobe Fahrlässigkeit im Sinne von Art. 37 Abs. 2 UVG in der Regel dann anzunehmen, wenn in ursächlichem Zusammenhang mit dem Unfall eine elementare Verkehrsvorschrift oder mehrere wichtige Verkehrsregeln schwerwiegend verletzt wurden. Der Begriff der groben Fahrlässigkeit nach Art. 37 Abs. 2 UVG ist in diesen Fällen weiter zu fassen als derjenige der groben Verletzung von Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 2 Strassenverkehrsgesetz [SVG, SR 741.01], welcher ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend regelwidriges Verhalten voraussetzt (BGE 118 V 305 E. 2b S. 307; seit 1. Januar 2013: Art. 90 Abs. 2 SVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_263/2013 vom 19. August 2013 E. 4.2). Das Nichttragen der Sicherheitsgurten stellt grundsätzlich eine grobe Fahrlässigkeit dar, welche eine Kürzung der Versicherungsleistungen rechtfertigt, wenn zwischen einem solchen Verschulden und dem Unfallereignis oder seinen Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 109 V 150 E. 1 S. 152). Aufgrund der wissenschaftlich gesicherten Erfahrungen mit Sicherheitsgurten kann im Regelfall auch ohne aufwendige unfalltechnische und -medizinische Untersuchungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass Sicherheitsgurten wirksam gewesen wären und dass Verletzungen nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge nicht oder nicht im selben Ausmass entstanden wären. In diesem Sinne ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Nichttragen der Gurten und den erlittenen Unfallfolgen als gegeben zu betrachten, soweit aufgrund der besonderen Unfallverumständungen nicht das Gegenteil angenommen werden muss (BGE 109 V 150 E. 3b S. 154).
10.4 Zur hier relevanten Frage, ob der Beschwerdeführer beim Unfallereignis vom 15. November 2011 die Sicherheitsgurte getragen hat, sind im Wesentlichen die folgenden Akten relevant:
10.4.1 Im unfallanalytischen Gutachten vom 6. Februar 2013 (Axa-Nr. R1) hielt Dipl. Ing. (FH) G.___, Leiter Unfallanalyse, folgendes Fazit fest (S. 18 f.): Die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung des Pw [...] Cabriolet sei zwischen 43 und 51 km/h gelegen. Es sei von einer durchschnittlichen Stosszeit ausgegangen worden (aus zahlreichen gemessenen Versuchen bekannt). Eine Drehung des Pw [...] sei im Gegen-Uhrzeigersinn um etwa 10 ° erfolgt, da die Seitenführungskräfte der Reifen geringer gewesen wären, wenn der rechte Heckbereich nicht das Strassenbord erreicht hätte. Das andere Fahrzeug [...] sei auf die Gegenfahrbahn geraten, wo die