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Bundesverwaltungsgericht 27.02.2012 E-952/2012

February 27, 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,282 words·~6 min·3

Summary

Vollzug der Wegweisung | Vollzug der Wegweisung; Verfügung des BFM vom 19. Januar 2012 / N

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­952/2012 Urteil   v om   2 7 .   Februar   2012 Besetzung Einzelrichter Kurt Gysi, mit Zustimmung von Richter Walter Lang;   Gerichtsschreiber Christoph Berger. Parteien A._______, seine Ehefrau B._______, und deren Kinder C._______, D._______, E._______, Serbien, vertreten durch Annelise Gerber,  (…),  Beschwerdeführende,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Vollzug der Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 19. Januar 2012 / N (…).

E­952/2012 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  die  Beschwerdeführenden  –  der  Ethnie  der  Roma  zugehörige  serbische  Staatsangehörige  –  ihren  Heimatstaat  eigenen  Angaben  zufolge am 1. November 2011 verliessen und am 2. November 2011 via  Ungarn und  ihnen unbekannte Länder  in die Schweiz einreisten, wo sie  gleichentags um Asyl nachsuchten, dass  am  15.  November  2011  die  Befragungen  zur  Person  stattfanden  und die Beschwerdeführenden am 17. Januar 2012 zu ihren Asylgründen  angehört wurden, dass  die  Beschwerdeführenden  im  Wesentlichen  ausführten,  sie  seien  seit  zirka  zwei  Jahren  von  unbekannten  Männern  zeitweise  unter  Gewaltanwendung  monatlich  zu  Geldzahlungen  gezwungen  worden,  wobei  die  Männer  sie  gewarnt  hätten,  die  Polizei  zu  verständigen,  ansonsten sie dem ältesten Sohn ernsthaften Schaden zufügen würden, dass sie aufgrund dieser Drohungen die Vorfälle der Polizei nie gemeldet  hätten, dass  die  Beschwerdeführerin  aufgrund  dieser  Vorfälle  an  psychischen  Stress­Symptomen leiden würde, dass,  nachdem  der  Beschwerdeführer  seine  Arbeit  verloren  habe,  sie  keine  Geldzahlungen  mehr  hätten  leisten  können  und  sich  gezwungen  gesehen hätten, ihr Heimatland zu verlassen, dass  das  BFM mit  Verfügung  vom  19.  Januar  2012  –  eröffnet  am  20.  Januar  2012  –  feststellte,  die  Beschwerdeführenden  erfüllten  die  Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  nicht,  die  Asylgesuche  abwies  und  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Wegweisungsvollzug  anordnete, dass  die  Vorinstanz  zur  Begründung  ausführte,  Übergriffe  durch  Dritte  seien  nur  dann  asylrelevant,  wenn  der  Staat  seiner  Schutzpflicht  nicht  nachkomme oder nicht in der Lage sei, Schutz zu gewähren, dass sich die Situation der ethnischen Minderheiten  in Serbien  im Zuge  des demokratischen Wandels entspannt habe,

E­952/2012 dass  das  Bundesgesetz  zum  Schutz  und  zur  Freiheit  der  nationalen  Minoritäten am 25. Februar 2002 in Kraft getreten sei, dass  es  sich  dabei  um  einen  gesetzlichen  Rahmen  handle,  der  die  Rechte der nationalen Minderheiten und der Angehörigen von ethnischen  Minderheiten schütze, dass auch die Roma als nationale Minderheit anerkannt worden seien, dass  die  Minoritäten  gemäss  dem  Minderheitengesetz  das  Recht  auf  Schulbildung  in  der  Muttersprache,  das  Recht  auf  den  Gebrauch  der  Muttersprache  als Amtssprache  sowie  das Recht  auf  Information  in  der  eigenen Sprache erhielten, dass zudem die proportionale Vertretung der nationalen Minderheiten  in  öffentlichen Ämtern vorgesehen sei, dass  vereinzelte  Übergriffe  durch  Drittpersonen  auf  Roma  zwar  nicht  restlos  ausgeschlossen  werden  könnten,  der  Staat  selbst  allerdings  Übergriffe seitens Drittpersonen weder billige noch unterstütze, dass  solche  Vorfälle  auch  in  Serbien  Straftatbestände  darstellten,  die  strafrechtlich verfolgt würden, dass  es  zwar  in  einzelnen  Fällen  vorkommen  könne,  dass  Behördenvertreter  mit  niederen  Chargen  die  notwendigen  Untersuchungsmassnahmen  trotz  wiederholten  Intervenierens  nicht  einleiteten, dass jedoch die Möglichkeit bestehe, gegen fehlbare Beamte  auf  dem  Rechtsweg  vorzugehen  und  die  zustehenden  Rechte  bei  höheren Instanzen einzufordern, dass  der  serbische  Staat  bestrebt  sei,  Verfehlungen  von  Beamten  zu  ahnden, dass  die  Inanspruchnahme  des  Schutzsystems  vorliegend  individuell  zumutbar gewesen sei, dass  die  Beschwerdeführenden  gemäss  ihren  Angaben  die  Behelligungen  aufgrund  der  Drohungen  der  Täter  der  Polizei  nicht  gemeldet hätten,  jedoch vom Vorhandensein eines adäquaten Schutzes  durch den Heimatstaat auszugehen sei, weshalb die geltend gemachten  Übergriffe nicht asylrelevant seien,

E­952/2012 dass die Beschwerdeführenden demnach die Flüchtlingseigenschaft nicht  erfüllen würden und das Asylgesuch abzulehnen sei, dass  die  Folge  der  Ablehnung  eines  Asylgesuches  in  der  Regel  die  Wegweisung aus der Schweiz sei, dass die Beschwerdeführenden die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllten,  weshalb  der  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  gemäss  Art.  5  AsylG  keine Anwendung finde und sich aufgrund der Akten keine Anhaltspunkte  ergäben,  dass  ihnen  im  Falle  einer  Rückkehr  in  den  Heimatstaat  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  eine  durch  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  verbotene  Strafe  oder  Behandlung  drohe, dass  weder  die  im  Heimatland  der  Beschwerdeführenden  herrschende  politische  Situation  noch  andere  Gründe  gegen  die  Zumutbarkeit  der  Rückführung in den Heimatstaat sprechen würden, dass  insbesondere  keine  individuellen  Gründe  gegen  eine  Rückkehr  sprechen würden, dass  es  dem  Beschwerdeführer  trotz  der  schwierigen  Arbeitsmarktsituation  in  Serbien  zuzumuten  sei,  erneut  einer  Erwerbstätigkeit nachzugehen, um den Lebensunterhalt zu bestreiten, dass  die  gesundheitlichen  Probleme  der  Beschwerdeführerin  gemäss  ihren  Angaben  in  Serbien  behandelt  worden  seien  und  davon  ausgegangen  werden  könne,  dass  die  medizinische  Behandlung  im  Herkunftsort  oder  in  den  umliegenden  Zentren  möglich  und  zugänglich  seien, dass  gesundheitliche  Probleme  nur  dann  zur  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges  führen  würden,  wenn  sich  aufgrund  eines  Mangels  an  angemessenen  Behandlungsmöglichkeiten  im  Heimatland  eine Gefahr für das Leben ergeben würde, was vorliegend nicht der Fall  sei, dass  ausserdem  der  Vollzug  der  Wegweisung  technisch  möglich  und  praktisch durchführbar sei, dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Telefaxeingabe  vom  20.  Februar  2012  gegen  diese  Verfügung  beim  Bundesverwaltungsgericht 

E­952/2012 Beschwerde erhoben und beantragen, der Asylentscheid vom 19. Januar  2012  sei  aufzuheben  und  die  Unzulässigkeit,  eventuell  die  Unzumutbarkeit  des  Vollzuges  der  Wegweisung  festzustellen  und  als  Folge davon für sie und ihre Kinder die vorläufige Aufnahme anzuordnen, dass  in  prozessualer  Hinsicht  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021)  ersucht wird, dass  die  Beschwerde  am  22.  Februar  2012  im  Original  beim  Gericht  einging, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  eine  solche  Ausnahme  in  casu  nicht  vorliegt,  weshalb  das  Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass  die  Beschwerdeführenden  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  sind  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und  Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und  Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

E­952/2012 dass  die  Verfügung  des  BFM  vom  19.  Januar  2012  bezüglich  der  Feststellung,  die  Beschwerdeführenden  erfüllten  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  der  Abweisung  der  Asylgesuche  und  der  Wegweisung  an  sich  nicht  angefochten  wird  und  demnach  insoweit  in  Rechtskraft erwachsen ist, dass demgegenüber gerügt wird, der Vollzug der Wegweisung sei nicht  zulässig und nicht zumutbar, dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungsvollzugshindernissen  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen  (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Peter  Uebersax/Beat  Rudin/Thomas  Hugi  Yar/Thomas  Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht,  Handbücher  für die Anwaltspraxis, Band VIII,  2. Auflage, Basel 2009, S.  568 Rz. 11.148), dass  aufgrund  der  Verneinung  einer  asylrechtlich  erheblichen  Gefährdung  der  Beschwerdeführenden  im  Heimatland  das  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulements keine Anwendung findet, dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 

E­952/2012 Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass  entgegen  der  entsprechenden  sinngemässen  Vorbringen  in  der  Rechtsmitteleingabe  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige  Behandlung  im  Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April  1999 (BV, SR 101), von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu  Art. 3  EMRK  ersichtlich  sind,  die  den  Beschwerdeführenden  im  Heimatland droht, dass  auf  Beschwerdeebene  unter  Hinweis  auf  verschiedene  Berichte,  Artikel  und  eine  TV­Reportage  insbesondere  geltend  gemacht  wird,  im  völligen  Gegensatz  zur  Einschätzung  des  BFM  wiesen  viele  Organisationen seit langem auf die Diskriminierung der Roma im ganzen  Balkan hin, dass die Roma in den Balkanländern Willkür und massiver Korruption auf  Behördenebene ausgesetzt seien, dass  die  Beschwerdeführenden  mit  grösster  Wahrscheinlichkeit  wegen  ihrer  ethnischen  Zugehörigkeit  individuell  an  Leib  und  Leben  bedroht  seien  und  es  verständlich  sei,  dass  sie  aufgrund  der  erpresserischen  Drohungen der Täter keine Anzeige bei der Polizei gemacht hätten, dass  auch  davon  auszugehen  sei,  Roma  könnten  ihre  Rechte  nie  bei  höheren Instanzen einfordern und der serbische Staat könne sie aufgrund  ihrer  ethnischen  Zugehörigkeit  gegen  Übergriffe  nicht  schützen  beziehungsweise wolle sie wohl auch nicht effektiv schützen, dass das Gericht diese Einschätzung nicht teilt, dass  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  in  Serbien  den  Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht  als  unzulässig  erscheinen lässt, dass  der Bundesrat Serbien mit Beschluss  vom 19. März  2009 ab  dem  1. April 2009 als "Safe Country" definiert, womit er  insbesondere dessen  Einhaltung  der  Menschenrechte  sowie  die  Anwendung  internationaler  Konventionen im Menschenrechtsbereich bestätigte,

E­952/2012 dass  mit  dem  in  Serbien  am  26. März  2009  verabschiedeten  Anti­ Diskriminierungsgesetz,  welches  am  1. Januar  2010  in  Kraft  trat,  und  dem  am  31. August  2009  ergangenen  Gesetz  über  nationale  Minderheiten  weitere  Verbesserungen  der  menschenrechtlichen  Lage  folgten,  dass vereinzelte, gegen Roma gerichtete Übergriffe und Schikanen durch  Drittpersonen  zwar  weiterhin  nicht  ausgeschlossen  werden  können,  gemäss der Einschätzung internationaler Beobachter der serbische Staat  diese jedoch nicht duldet, sich als schutzwillig und schutzfähig zeigt und  solche Fälle strafrechtlich verfolgt werden,  dass  die  vorinstanzlichen  Erwägungen  zu  stützen  sind,  wonach  es  den  Beschwerdeführenden  zuzumuten  gewesen  wäre,  die  ihnen  widerfahrenen Übergriffe bei den Behörden zu melden und bei diesen um  Schutz nachzusuchen, dass  in  Anbetracht  des  zur  Begründung  des  Asylgesuches  geltend  gemachten  Sachverhaltes  sowie  der  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts (vgl. statt vieler die Urteile E­7635/2007 vom  29. Dezember  2011  E. 4.2.2,  E­3317/2009  vom  30. November  2011  E. 6.2  und  6.3,  E­1098/2011  vom  30. August  2011  E. 5.4)  mit  den  Einwänden  in  der  Rechtsmitteleingabe  nicht  ansatzweise  dargetan  ist,  inwiefern die Erwägungen des BFM unzutreffend sein sollen, dass der Vollzug der Wegweisung demnach zulässig ist, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  aufgrund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass  die  allgemeine  Lage  in  Serbien  weder  von  Bürgerkrieg  noch  von  allgemeiner  Gewalt  gekennzeichnet  ist,  so  dass  der  Vollzug  der  Wegweisung dorthin grundsätzlich zumutbar ist, dass auch keine  individuellen Gründe auf eine konkrete Gefährdung der  Beschwerdeführenden im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, dass  zwar  die  Roma  in  Serbien  noch  immer  mit  erschwerten  Lebensbedingungen  zu  kämpfen  haben,  blosse  soziale  und  wirtschaftliche  Erschwernisse  jedoch  für  sich  alleine  noch  keine  existenzbedrohende  Situation  darstellen,  welche  den 

E­952/2012 Wegweisungsvollzug  als  unzumutbar  erscheinen  liesse,  weshalb –  entgegen  der  Auffassung  der  Beschwerdeführenden  –  aufgrund  der  Zugehörigkeit  zu  den  Roma  keine  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges angenommen wird, dass unter Hinweis auf die in entscheidwesentlicher Hinsicht zutreffenden  Erwägungen  in der angefochtenen Verfügung  festzustellen  ist, dass das  BFM den Vollzug der Wegweisung zu Recht als zumutbar beurteilt hat, dass das BFM zu Recht hervorhob,  es  sei  dem Beschwerdeführer  trotz  der schwierigen Arbeitsmarktsituation in Serbien zuzumuten, erneut einer  Erwerbstätigkeit nachzugehen, um den Lebensunterhalt seiner Familie zu  bestreiten, dass  mit  dem  BFM  davon  auszugehen  ist,  dass  die  Beschwerdeführenden  entgegen  ihrer  Beteuerung  in  Serbien  über  ein  Beziehungsnetz  verfügen  und  es  andernfalls  an  ihnen  liegen  würde,  entsprechende Kontakte aufzunehmen und pflegen, dass  die  Frage,  ob  die  Beschwerdeführenden  von  Verwandten  in  Dänemark  und  Deutschland  eine  gewisse  finanzielle  Hilfe  erwarten  können, nicht entscheidend ins Gewicht fällt, dass  im  Weiteren  mit  dem  BFM  einig  zu  gehen  ist,  dass  die  gesundheitlichen  Probleme  der  Beschwerdeführerin  gemäss  ihren  Angaben  in  Serbien  behandelt  worden  seien  und  davon  ausgegangen  werden kann, dass die medizinische Behandlung im Herkunftsort oder in  den umliegenden Zentren möglich und zugänglich sind, was selbstredend  für die ganze Familie der Beschwerdeführenden gilt, dass  in  Serbien  die  medizinische  Grundversorgung  für  die  gesamte  Bevölkerung gewährleistet ist, dass  das  Krankenversicherungsgesetz  Serbiens  allen  benachteiligten  Bevölkerungsgruppen, also auch den Roma, das Recht auf medizinische  Behandlung garantiert, dass  angesichts  dieser  Umstände  nicht  zu  erwarten  ist,  die  Beschwerdeführenden gerieten bei einer Rückkehr nach Serbien  in eine  existenzbedrohende Situation, weshalb der Vollzug der Wegweisung – in  Übereinstimmung mit dem BFM – als zumutbar zu bezeichnen ist,

E­952/2012 dass der in der Rechtsmitteleingabe in Aussicht gestellte ärztliche Bericht  betreffend  die  Beschwerdeführerin  nicht  abgewartet  werden  muss,  da  auch  in Serbien  psychiatrische Behandlungen mit  einem ausreichenden  medizinischen  Angebot  an  Fachkräften  umfassend  abgedeckt  werden  können, dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführenden  in  ihren  Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es ihnen obliegt, bei der Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG,  dazu  auch  BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ­ 515), dass  der  vom  Bundesamt  verfügte  Wegweisungsvollzug  demnach  zu  bestätigen  ist  und  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht fällt (Art. 83 Abs. 1­4 AuG), dass die Beschwerdeführenden somit nicht darzutun vermögen, inwiefern  die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtserheblichen  Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen ist  (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, dass  in Anbetracht des Umstands, wonach sich die Rechtsbegehren als  aussichtslos  erwiesen  haben,  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG  unbesehen  einer  allfälligen  Bedürftigkeit  der  Beschwerdeführenden  ebenfalls abzuweisen ist, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.–  (Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  sind  (Art. 63  Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

E­952/2012 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird  abgewiesen. 3.  Die Verfahrenskosten von Fr. 600. – werden den Beschwerdeführenden  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Kurt Gysi Christoph Berger Versand:

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