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Bundesverwaltungsgericht 21.12.2011 E-766/2009

December 21, 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·3,462 words·~17 min·2

Summary

Asyl und Wegweisung (Beschwerden gegen Wiedererwägungsentscheid) | Wegweisung und Wegweisungsvollzug (Beschwerde gegen Wiedererwägungsentscheid); Verfügung des BFM vom 13. Januar 2009

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung V E­766/2009 Urteil   v om   2 1 .   D e z embe r   2011 Besetzung Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), Richter Robert Galliker, Richterin Jenny de Coulon Scuntaro;  Gerichtsschreiberin Gabriela Oeler. Parteien A._______, geboren am (…), Kongo (Kinshasa),  vertreten durch Ngoyi wa Mwanza Alfred,   (…), Beschwerdeführerin,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), vormals Bundesamt für  Flüchtlinge (BFF), Quellenweg 6, 3003 Bern,  Vorinstanz.  Gegenstand Wegweisung und Wegweisungsvollzug (Beschwerde gegen  Wiedererwägungsentscheid); Verfügung des BFM vom  13. Januar 2009 / N (…).

E­766/2009 Sachverhalt: A.  Gemäss Bericht der Kantonspolizei Zürich vom 14. Mai 2001 gelangte die  Beschwerdeführerin am 14. Mai 2001 von B._______ kommend auf dem  Luftweg nach Zürich­Kloten, wo sie noch gleichentags um Bewilligung der  Einreise und Asylgewährung ersuchte. Die Beschwerdeführerin wies sich  mit  einem  auf  den  Namen  C._______,  geboren  (…),  Demokratische  Republik  Kongo/  Zaire  lautenden  kongolesischen  Pass  sowie  einem  Ausländerausweis  des  Kantons  (…),  lautend  ebenfalls  auf  den  Namen  C._______, aus. B.  Mit  Zwischenverfügung  des  BFF  vom  14.  Mai  2001  wurde  der  Beschwerdeführerin die Einreise  in die Schweiz vorläufig verweigert und  sie  wurde  für  die  Dauer  des  Asylverfahrens  dem  Transitbereich  des  Flughafens zugewiesen.  C.  Die  Kantonspolizei  Zürich  unterzog  den  von  der  Beschwerdeführerin  verwendeten  Reisepass  noch  am  14.  Mai  2001  einer  Ausweisprüfung.  Dabei  stellte  sich  heraus,  dass  im  Pass  eine  Bildauswechslung  sowie  zwei Stempelabdruckfälschungen vorgenommen worden waren. D.  Am  17.  Mai  2001  wurde  die  Beschwerdeführerin  auf  dem  Flughafen  Zürich­Kloten  von  der  Kantonspolizei  Zürich  zu  ihrem  Asylgesuch  angehört.  Weil  die  Beschwerdeführerin  angab,  minderjährig  zu  sein,  wurde ihr durch das Sozialamt (Zentralsstelle MNA) ein Beistand ernannt.  Ebenfalls  am  17.  Mai  2001  unterzeichnete  die  Beschwerdeführerin  zuhanden der Zentralstelle MNA eine Vollmacht. Bei  der Anhörung gab  sie zu Protokoll,  sie sei gerade 16 Jahre alt geworden. Sie habe zuerst  mit  ihrer  Familie  in  Kinshasa  gewohnt,  dann  seien  sie  wegen  der  militärischen  Versetzung  ihres  Vaters  nach  D._______  gezogen.  Während ihres Aufenthaltes in D._______, konkret am 19. Mai 1997, sei  ihr Vater, welcher für Mobutu gearbeitet habe, verhaftet und umgebracht  worden.  Am  20.  Mai  1997  habe  sie  D._______  zusammen  mit  ihrer  Mutter  und  ihrer Schwester wieder  in Richtung Kinshasa  verlassen. Auf  dem Rückweg nach Kinshasa sei  ihre Mutter  in einer Piroge gestorben.  Man  habe  die  Tote  dann  in  ein  Tuch  eingehüllt  und  dem  Wasser  übergeben. Sie selbst sei auf der Reise an Malaria erkrankt. Sie sei mit  ihrer  Schwester  nach  Kinshasa  zurückgekehrt,  wo  sie  zuerst  auf  der 

E­766/2009 Strasse geschlafen hätten. Die Schwester habe auf der Strasse gebettelt,  während  sie  (die  Beschwerdeführerin)  bis  ins  Jahr  2000  die  Schule  besucht  habe.  Ihre  Schwester  habe  einen  Mann  namens  E._______  kennen gelernt, der mit ihr habe zusammenleben wollen. Sie beide seien  deshalb im August 1997 zu diesem E._______ gezogen. E._______ habe  Politik  gemacht  und  für  einen  Verwandten  von  Kabila  gearbeitet.  Eines  Nachts,  konkret  am  16.  Januar  2001,  seien  Soldaten  zur  Wohnung  gekommen und hätten die anderen beiden umgebracht. Ihr selbst sei eine  Plastiktasche  über  den  Kopf  gestülpt  worden.  Soldaten  hätten  sie  mitgenommen  und  in  ein  dunkles  schmutziges  Zimmer  gesteckt.  Dort  seien  ihr von den Soldaten, welche maskiert gewesen seien, manchmal  Spritzen verabreicht worden. Sie sei dadurch "einfach weg" gewesen. Wo  dies gewesen sei, wisse sie nicht. In der Zeit vom 16. Januar 2001 bis zur  Ausreise am 13. Mai 2001 seien viele schlechte Sachen geschehen. Sie  sei  geschlagen  und  vergewaltigt  worden.  Sie  sei  gewöhnlich  von  drei  Soldaten umgeben gewesen. Manchmal  seien  ihr die Augen verbunden  worden. Eines Tages habe sie mit einem der Soldaten sprechen können.  Sie habe diesem gesagt, dass sie so nicht weiterleben könne. Er habe ihr  gesagt, dass er ihr helfen werde, vorausgesetzt, dass sie ausschliesslich  ihm  zur  Verfügung  stehe.  Er  habe  ihr  in  Aussicht  gestellt,  dass  er  sie  irgendwohin bringen werde. Gleichzeitig habe er  ihr aufgezeigt, dass sie  keine Wahl habe und sonst umgebracht würde. Am 10. Mai 2001 sei sie  mit diesem Soldaten  irgendwohin gegangen. Am 13. Mai 2001 um 6.00  Uhr morgens habe sie diesen Soldaten das  letzte Mal gesehen. Sie sei  dann in einem Auto alleine an den Flughafen gelangt.  E.  Im Auftrag des BFF  führte das  Institut  für Rechtsmedizin der Universität  Zürich­Irchel  am  23.  Mai  2001  eine  Alterseinschätzung  der  Beschwerdeführerin  anhand  einer  körperlichen  Untersuchung,  eines  Röntgenbildes  der  linken  Hand  und  einer  zahnmedizinischen  Untersuchung durch. Am 25. Mai 2001 und ausführlich am 22. Juni 2001  erstattete das Institut gegenüber dem BFF Bericht. Das Institut kam zum  Schluss,  dass die Zusammenführung der drei Untersuchungen ein Alter  von unter 18 Jahren nicht ausschliessen lasse.  F.  Am 28. Mai 2001 bewilligte das BFF der Beschwerdeführerin die Einreise  gestützt  auf  Art.  21  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31) zur Prüfung des Asylgesuches.

E­766/2009 G.  Mittels  Merkblatt  wurde  die  Beschwerdeführerin  unter  Hinweis  auf  die  Möglichkeit  eines  Nichteintretensentscheides  am  28.  Mai  2001  aufgefordert, innert 48 Stunden gültige Identitätsdokumente zu den Akten  zu reichen. H.  Am  30.  Mai  2001  fand  in  der  Empfangsstelle  Kreuzlingen,  heute  Empfangs­ und Verfahrenszentrum [EVZ] Kreuzlingen, die Befragung zur  Person  statt.  Dabei  führte  die  Beschwerdeführerin  aus,  sie  stamme  ursprünglich  aus  Kinshasa  und  habe  dort  wieder  seit  dem  Jahre  1999  gelebt. Sie gehöre der Ethnie der  (...) an und sei protestantisch. Sie sei  im Heimatland während acht Jahren in die Schule gegangen. Ihre Eltern  seien verstorben, Geschwister habe sie keine. Sie habe weder  je einen  Pass noch eine Identitätskarte besessen. Jedoch sei sie  im Besitz eines  Schülerausweises  gewesen.  Sie  könne  keine  Identitätsdokumente  beschaffen, da sie im Heimatland weder Familie noch Freunde habe. Aus  diesem Grund wünsche sie auch, dass man sich hier um sie kümmere.  Asylgründe wurden bei der Befragung keine erhoben. I.  Am  5.  Juli  und  23.  August  2001  fand  im  Beisein  einer  Vertreterin  der  Zentralstelle  MNA  die  Anhörung  der  Beschwerdeführerin  durch  die  zuständige  kantonale  Behörde  statt.  Dabei  bestätigte  sie  eingangs  ihre  Angaben zu ihren Familienangehörigen und deren Hinschied. In Kinshasa  habe  sie  niemanden  mehr  und  könne  deshalb  auch  keine  Identitätsdokumente  besorgen.  Sie  habe  allenfalls  noch  Tanten  und  Onkel in D._______, kenne deren Adressen jedoch nicht. Sie selbst habe  aufgrund der Versetzung  ihres Vaters während dreier Jahre ab 1996  im  Militärcamp  in  D._______  gewohnt.  Sie  habe  dort  die  Schule  besucht.  Beschreiben könne sie den Ort aber nicht, da sie jeweils nur vom Camp,  welches  sich  ausserhalb  der  Stadt  befunden  habe,  zur  Schule,  welche  sich  ebenfalls  im  Camp  befunden  habe,  und  zurück  gegangen  sei.  Ausserdem  sei  sie  sehr  jung  gewesen.  Einen  Ausweis  habe  sie  nicht  benötigt,  da  man  sie  dort  gekannt  habe.  Gegen  Ende  1998  habe  sie  D._______  wieder  verlassen  und  sei  per  Schiff  und  Camion  nach  Kinshasa  gelangt.  Sie  sei  etwa  drei  Tage  mit  dem Schiff unterwegs gewesen; an die Dauer der Fahrt mit dem Camion  könne sie sich nicht mehr erinnern. Die Grenze zwischen D._______ und 

E­766/2009 Kinshasa  habe  sie  im  Camion  passiert.  Ob  die  Schiffreise  auf  einem  Fluss oder einem See erfolgt sei, wisse sie nicht.  Sie habe insgesamt während neun Jahren die Schule besucht, zuletzt die  Sekundarschule  in  der  Gemeinde  F._______  in  Kinshasa.  Einen  Schulabschluss habe sie jedoch nicht erworben. Nach der Rückkehr aus  D._______ hätten sie und die Schwester  zuerst während dreier Monate  auf der Strasse gelebt und gebettelt. Ein gewisser E._______ habe ihrer  Schwester geholfen und auch sie habe dann bei diesem wohnen dürfen.  Am 16. Januar 2001 sei sie dann nachts, als sie schon geschlafen habe,  mit  verbundenen  Augen  entführt  worden.  Die  Leute  hätten  damals  das  Schlafzimmer  durchsucht  und offenbar  das Foto mitgenommen,  das  sie  später  für  die  Passfälschung  verwendet  hätten.  Bei  dem Überfall  seien  ihre Schwester und deren Mann getötet worden. Sie sei dann mit einem  Sack über dem Kopf in ein Haus ohne Licht gebracht worden, irgendwo in  Kinshasa. Man habe sie dort bis am 11. Mai 2001  festgehalten. Sie sei  mehrmals vergewaltigt und es seien ihr Spritzen und Schläge verabreicht  worden. Sie habe deswegen heute noch Schmerzen an den Augen und  Menstruationsbeschwerden. Ein Helfer (Soldat), dessen Namen sie nicht  kenne, habe sie dann aus Mitleid im Kofferraum eines Wagens an einen  anderen ihr nicht bekannten Ort gebracht. Sie habe mit diesem schlafen  müssen und als Entgelt die gefälschten Papiere für die Ausreise und ein  Ticket  erhalten.  Sie  habe  sich  während  zweier  Tage  in  dessen  Haus  aufgehalten, dann habe sie dieser zum Flughafen gebracht, wo er ihr alle  Dokumente übergeben habe. Sie vermöge sich nicht daran zu erinnern,  mit  welcher  Fluggesellschaft  sie  geflogen  sei.  Es  habe  eine  Zwischenlandung gegeben und sie habe erst dort erfahren, dass sie nach  G._______  gereist  sei.  Mit  den  Dokumenten,  die  ihr  der  Helfer  in  Kinshasa gegeben habe, sei sie dann am Abend weiter geflogen, ohne zu  wissen wohin. Zum Umstand, dass das Flugticket am 13. Mai 2001 nicht  in Kinshasa, sondern in B._______ ausgestellt worden sei, vermochte die  Beschwerdeführerin keine Erklärung abzugeben.  Zusammenfassend  formulierte  die  Beschwerdeführerin  ihre  Ausreisegründe  dahingehend,  dass  sie  geflüchtet  sei,  weil  sie  entführt,  vergewaltigt und mit dem Tode bedroht worden sei. Auch sei sie an einer  Augenkrankheit  erkrankt.  Schliesslich  habe  sie  noch  erfahren,  dass  der  Freund ihrer Schwester, bei welchem sie gewohnt hätten, ein Mitglied der  Familie  (Cousin)  des  Mörders  von  Kabila  gewesen  sei.  Da  alle  Familienmitglieder  des  Mörders  gesucht  worden  seien,  habe  auch  sie  sich fürchten müssen. Zudem habe sie keine Familie mehr in Kinshasa. 

E­766/2009 J.  Mit Schreiben vom 23. August 2001 wies die Vertreterin der Zentralstelle  MNA auf  eine anfänglich  falsche Übersetzung der Übersetzerin  hin und  machte geltend, es sei nicht auszuschliessen, dass die in der Befragung  angesprochenen Widersprüche auf eine  frühere  fehlerhafte Übersetzung  zurückzuführen seien. K.  Mit Verfügung vom 11. Februar 2002 wies das BFF das Asylgesuch der  Beschwerdeführerin  ab  und  ordnete  ihre  Wegweisung  nach  Kongo  (Kinshasa) an. Zur Begründung führte es aus, die Vorbringen vermöchten  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  AsylG  nicht  standzuhalten. Den Wegweisungsvollzug erachtete das BFF als zulässig,  zumutbar und möglich. Konkret führte das BFF zum Wegweisungsvollzug  aus, aufgrund der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen sei auch nicht davon  auszugehen,  dass  sich  die  Eltern  und  die  Schwester  nicht  mehr  in  Kinshasa aufhalten würden. Es sei vielmehr davon auszugehen, dass die  Beschwerdeführerin bei  der Rückkehr  von dem sozialen oder  familiären  Netz umgeben sei, welches ihr die Ausreise nach Europa finanziert habe.  Die  von  der Beschwerdeführerin  angegebene Adresse  und  die Adresse  der  Schulen  befänden  sich  in  einem  der  reichsten  Quartiere  Kinshasa,  was darauf hindeute, dass sie einer wohlhabenden Familie entstamme. L.   Mit Eingabe vom 4. März 2002 erhob die Beschwerdeführerin durch ihre  Vertreterin  bei  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK)  Beschwerde  gegen  die  negative  Verfügung  des  BFF  vom  11.  Februar  2002.  M.  Mit Strafbefehl vom 21. Oktober 2003 wurde die Beschwerdeführerin des  Diebstahls  im  Betrage  von  Fr.  915.80  schuldig  befunden  und  zu  einer  bedingten  Freiheitsstrafe  von  30  Tagen  Gefängnis  (bei  einer  Probezeit  von zwei Jahren) verurteilt. N.  Mit Vernehmlassung vom 6. November 2003 schloss die Vorinstanz auf  Abweisung der Beschwerde. O.  Die  ARK  wies  die  Beschwerde  mit  Urteil  vom  5.  März  2004  ab.  Sie 

E­766/2009 würdigte  die  vorgebrachten  Asylgründe  ebenfalls  als  unglaubhaft.  Betreffend  den  Wegweisungspunkt  stützte  sie  die  Argumentation  der  Vorinstanz, welche das Fehlen eines  familiären und sozialen Netzes als  unglaubhaft  bezeichnet  hatte. Weiter  hielt  sie  fest,  in Kongo  (Kinshasa)  herrsche keine Situation von Krieg, Bürgerkrieg oder allgemeiner Gewalt.  Die  ARK  setzte  sich  auch  mit  der  Frage  des  Vorliegens  einer  schwerwiegenden  persönlichen  Notlage  gemäss  Art.  44  Abs.  3  aAsylG  auseinander.  In  diesem  Zusammenhang  führte  sie  aus,  die  Beschwerdeführerin  habe  in  der  Schweiz  eine  gewisse  Ausbildung  absolvieren  können.  Zudem  stehe  die  Rückkehr  an  einen  Ort  an,  an  welchem  die  Beschwerdeführerin  geboren  sei,  welchen  sie  kenne  und  dessen  Sprache  sie  spreche.  Aufgrund  ihres  Alters  und  ihres  Gesundheitszustandes  sollte  es  ihr  möglich  sein,  allfällige  Startschwierigkeiten zu überwinden und eine Arbeit zu finden, die ihr das  Existenzminimum  sichere.  Der  Beschwerdeführerin  wurde  in  der  Folge  seitens des BFF eine neue Ausreisefrist gesetzt. P.  Mit  Schreiben  vom  22.  März  2004  teilte  die  Zentralstelle  MNA mit,  die  Beschwerdeführerin  habe  zwischenzeitlich  die  Volljährigkeit  erreicht.  Damit  sei  die  Zentralstelle  MNA  nicht  mehr  zuständig.  Die  Folgekorrespondenz sei deshalb künftig direkt an die Beschwerdeführerin  zuzustellen.  Q.   Mit Schreiben vom 18. April 2004 ans BFF teilte die Beschwerdeführerin  mit,  sie  sei  nicht  bereit,  ins Heimatland  zurückzukehren. Eine Rückkehr  bedeute für sie den Tod. Sie werde weder heute noch morgen das Risiko  einer Rückkehr auf sich nehmen. Weiter verwies die Beschwerdeführerin  auf  ihren  sich  verschlechternden  Gesundheitszustand.  Schliesslich  machte sie geltend, ihr Asylverfahren sei noch nicht abgeschlossen.  R.  Mit  Antwortschreiben  vom  23.  April  2004  teilte  das  BFF  der  Beschwerdeführerin mit, das Asylverfahren sei entgegen ihrer Darstellung  rechtskräftig  abgeschlossen.  Soweit  sie  Gründe  vorbringen  könne,  welche  gegen  eine  Rückkehr  ins  Heimatland  sprächen,  seien  diese  im  Rahmen eines begründeten Gesuches ans BFF geltend zu machen. S.  Am 17. Februar 2005 verfügte der Kanton H._______. die Ausgrenzung 

E­766/2009 der  Beschwerdeführerin  aus  dem  Kanton  H._______.  Zur  Begründung  führte  er  an,  die  Beschwerdeführerin  sei  am  16.  Februar  2005  wegen  Verdachts  auf Diebstahl  in  I._______  festgenommen worden. Sie  sei  in  der  Folge  beim  zuständigen  [Amt]  verzeigt  worden.  Für  den  Fall  der  Nichtbefolgung  der  Ausgrenzung  wurde  der  Beschwerdeführerin  die  Ausschaffungshaft/Vorbereitungshaft angedroht. T.  Am  5.  Juli  2005  erliess  das  Einzelrichteramt  des  Kantons  J._______  einen  Strafbefehl  wegen  Übertretung  des  Transportgesetzes,  nachdem  die  Beschwerdeführerin  innert  kürzester  Zeit  insgesamt  viermal  ohne  gültige  Fahrkarte  in  den  Schweizerischen  Bundesbahnen  erwischt  worden  sei.  Der  Beschwerdeführerin  wurden  eine  Busse  von  Fr.  150.­­  und Kosten von Fr. 100.­­ auferlegt. U.  Am  15.  Februar  2008  erliess  die  Staatsanwaltschaft  K._______einen  Strafbefehl wegen Hausfriedensbruchs und geringfügigen Diebstahls. Die  Beschwerdeführerin  wurde  zu  einer  Geldstrafe  von  20  Tagessätzen  zu  Fr.  30.­­,  davon bereits  7 Tagessätze  durch Haft  erstanden  [12.  bis  19.  Januar 2007], und einer Busse von Fr. 300.­­ verurteilt. Für den Fall der  Nichtbezahlung wurde der Beschwerdeführerin eine Ersatzfreiheitsstrafe  von 3 Tagen angedroht. Der Beschwerdeführerin wurden sodann Kosten  von Fr. 900.­­ auferlegt. V.  Mit Eingabe vom 24. März 2008 ersuchte die Beschwerdeführerin durch  eine  neu  mandatierte  Rechtsvertreterin  um  Wiedererwägung  der  BFF­ Verfügung  vom  11.  Februar  2002  soweit  den  Wegweisungsvollzug  betreffend.  Es  sei  festzustellen,  dass  seit  Erlass  der  ursprünglichen  Verfügung  eine  wiedererwägungsrechtlich  massgebliche  Änderung  der  Sachlage  eingetreten  sei,  und  dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  unzumutbar  im  Sinne  von  Art.  83   Abs.  5  des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR  142.20) geworden sei, weshalb die vorläufige Aufnahme anzuordnen sei.  Dem  Wiedererwägungsgesuch  sei  die  aufschiebende  Wirkung  zu  gewähren. Die für den Vollzug zuständige Behörde sei anzuweisen, den  Vollzug  während  der  Behandlung  des  vorliegenden  Gesuches  auszusetzen.  Auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  sei  zu  verzichten  und  es  sei  die  unentgeltliche  Prozessführung  zu  gewähren.  Zur  Begründung  machte  die  Beschwerdeführerin  im  Wesentlichen 

E­766/2009 geltend, sie würde bei ihrer Rückkehr nach Kinshasa in eine existenzielle  Notlage geraten und eventuell in die Prostitution getrieben. Sie habe den  grössten  Teil  ihrer  Jugend  in  der  Schweiz  verbracht  und  hier  an  Ausbildungskursen  teilgenommen.  Eine  Rückkehr  führe  zu  ihrer  Entwurzelung und sei daher nicht zumutbar, zumal sie über kein soziales  oder familiäres Netz mehr in Kinshasa oder sonst wo in Kongo (Kinshasa)  verfüge. Der Eingabe  lagen diverse Unterlagen zur Lage  im Heimatland  und zur Integration der Beschwerdeführerin bei. W.  Mit  Schreiben  vom  28. März  2008  teilte  das  BFM  der  Vollzugsbehörde  mit,  dass  aufgrund  einer  summarischen  Prüfung  der  Akten  der  Vollzug  der Wegweisung nicht ausgesetzt werde. X.  Mit  Verfügung  des  BFM  vom  13.  Mai  2008  trat  dieses  auf  das  Wiedererwägungsgesuch vom 27. März 2008 nicht ein. Es erklärte seine  Verfügung vom 11. Februar 2002 für rechtskräftig und vollstreckbar. Der  Beschwerdeführerin  auferlegte  es  eine  Gebühr  von  Fr.  600.­­.  Sodann  verfügte  das  BFM,  dass  einer  allfälligen  Beschwerde  keine  aufschiebende Wirkung zukomme. Zur Begründung führte das BFM aus,  die Beschwerdeführerin sei seit dem Jahre 2004 zur Ausreise verpflichtet  und  könne  sich  nun  nicht  darauf  berufen,  sich  in  der  Schweiz  zwischenzeitlich gut integriert zu haben. Weiter ergäben sich gemäss den  Feststellungen im ordentlichen Verfahren keine Hinweise darauf, dass die  Beschwerdeführerin  im  Heimatland  über  kein  Beziehungsnetz  verfüge.  Die  ARK  habe  sodann  festgehalten,  dass  es  der  Beschwerdeführerin  aufgrund  ihrer  Schulbildung  zumutbar  sei,  sich  wie  zahlreiche  kongolesische  Staatsangehörige  eine  Existenzgrundlage  zu  erarbeiten.  Das BFM verwies schliesslich auf seine bisherige Argumentation, welcher  zu entnehmen sei, dass die Beschwerdeführerin aus einer wohlhabenden  sozialen Schicht stamme. Y.  Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft K._______ vom 31. Oktober 2008  wurde  die  Beschwerdeführerin  der  Widerhandlung  gegen  das  Bundesgesetz  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR  142.20),  Art.  115  Abs.  1  Bst.  b,  und  des  geringfügigen Diebstahls  für schuldig befunden. Die Beschwerdeführerin  wurde  mit  einer  Freiheitsstrafe  von  90  Tagen,  abzüglich  1  Tag 

E­766/2009 erstandener  Haft,  als  Zusatzstrafe  zum  Strafbefehl  vom  15.  Februar  2008, sowie einer Busse von Fr. 300.­­ als Gesamtstrafe bestraft. Z.  Mit Schreiben vom 16. Dezember 2008 ersuchte die Beschwerdeführerin  um  Akteneinsicht  zwecks  Anstrengung  eines  erneuten  ausserordentlichen  Verfahrens. Mit  Antwortschreiben  des BFM  vom  22.  Dezember 2008 wurden ihr drei Anhörungsprotokolle zugestellt. AA.  Mit  Eingabe  vom  4.  Januar  2009  ans  BFM  ersuchte  die  Beschwerdeführerin  ein  zweites  Mal  um  Wiedererwägung  des  angeordneten  Wegweisungsvollzugs.  In  ihrem  Gesuch  machte  sie  im  Wesentlichen geltend, das BFM sei  in seinem Entscheid zu Unrecht von  einer  wohlhabenden  sozialen  Herkunft,  einer  soliden  Schulbildung  und  dem Bestehen eines sozialen Netzes ausgegangen. Vielmehr stamme sie  aus dem ärmlichen Dorf bei Kinshasa und habe keine höheren Schulen  besucht.  Zudem  seien  alle  Familienmitglieder  verstorben. Des Weiteren  sei  ihre  Integration  in  der  Schweiz  nicht  ausreichend  berücksichtigt  worden. Sodann lasse auch die sozio­ökonomische Situation in Kinshasa  einen  Wegweisungsvollzug  als  unzumutbar  erscheinen.  Die  Beschwerdeführerin  verwies  auf  ein  nicht  näher  genanntes  Urteil  der  Beschwerdeinstanz,  in  welchem  die  Rückkehr  von  Frauen  nach  Kongo  (Kinshasa)  als  unzumutbar  erklärt  worden  sei.  Schliesslich  machte  sie  geltend, sie leide heute an Depressionen. BB.  Mit  Entscheid  vom  13.  Januar  2009  trat  das  BFM  auch  auf  dieses  Wiedererwägungsgesuch  nicht  ein.  Es  führte  aus,  es  würden  im  Wesentlichen die gleichen Gründe wie  im ersten Wiederwägungsgesuch  geltend  gemacht,  weshalb  auf  den  entsprechenden  Entscheid  vom  13.  Mai  2008,  aber  auch  auf  das ARK­Urteil  vom  5. März  2004,  verwiesen  werden könne. Das BFM erklärte seine Verfügung vom 11. Februar 2002  erneut  als  rechtskräftig  und  vollstreckbar  und  verfügte,  dass  einer  allfälligen Beschwerde keine aufschiebende Wirkung zukomme. CC.  Gegen diesen Entscheid erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom  12.  Februar  2009  (Datum Poststempel)  beim Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde.  Sie  beantragte  die  Aufhebung  des  vorinstanzlichen  Entscheides vom 13. Januar 2009 ­ und damit auch des Entscheides vom 

E­766/2009 11.  Februar  2002  ­  und  die  Gewährung  der  vorläufigen  Aufnahme.  In  formeller Hinsicht  ersuchte  sie  darum,  der  Vollzug  der Wegweisung  sei  einstweilen auszusetzen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses  sei  zu  verzichten.  Sie  machte  im  Wesentlichen  erneut  die  im  Wiedererwägungsgesuch dargelegten Vorbringen geltend. DD.  Am  16.  Februar  2009  verfügte  die  zuständige  Instruktionsrichterin  bis  zum Eingang der Akten einen provisorischen Vollzugsstopp. EE.  Mit  Zwischenverfügung  vom  20.  Februar  2009  verfügte  die  Instruktionsrichterin  nach  Eingang  der  Akten,  der  Vollzug  der  Wegweisung  werde  während  des  Beschwerdeverfahrens  nicht  ausgesetzt.  Die  Beschwerdeführerin  habe  den  Entscheid  im  Ausland  abzuwarten  und  innert  10  Tagen  ab  Verlassen  der  Schweiz  ihre  Zustelladresse mitzuteilen. Das sinngemässe Gesuch um Gewährung der  unentgeltlichen  Prozessführung  wurde  abgewiesen  und  die  Beschwerdeführerin  wurde  unter  Androhung  eines  Nichteintretensentscheides  aufgefordert,  einen  Kostenvorschuss  in  der  Höhe von Fr. 1'200.­­ einzuzahlen. FF.  Mit  Eingabe  vom  2.  März  2009  ersuchte  die  Beschwerdeführerin  das  Bundesverwaltungsgericht  um Wiedererwägung  der  Zwischenverfügung  vom 20. Februar 2009. Sie begründete das Gesuch in erster Linie mit der  Verschlechterung der gesundheitlichen Situation und  legte dem Gesuch  ein ärztliches Zeugnis [einer psychiatrischen Einrichtung]vom 27. Februar  2009 bei. Der behandelnde Arzt wies  in seinem Bericht darauf hin, dass  die  Beschwerdeführerin  "aus  psychiatrischer  Sicht  in  keinster  Weise  reisefähig"  sei,  und  dass  im  Falle  einer  forcierten  Ausreise  ein  hohes  Suizidrisiko bestehe. Der Eingabe lagen sodann Kopien fremdsprachiger  Schreiben an einen Onkel der Beschwerdeführerin sowie Postquittungen  betreffend den Versand bei.  GG.  Mit  Zwischenverfügung  vom  6.  März  2009  entsprach  die  Instruktionsrichterin  wiedererwägungsweise  dem  Begehren  um  Erlass  einer  vorsorglichen  Massnahme.  Die  zuständige  Instruktionsrichterin  stellte  aufgrund  der  gesundheitlichen  Situation  der  Beschwerdeführerin  ein  überwiegendes  privates  Interesse  für  das  Abwarten  des 

E­766/2009 Beschwerdeentscheides  in  der  Schweiz  fest.  Der  Beschwerdeführerin  wurde gestattet, den Ausgang des Beschwerdeverfahrens in der Schweiz  abzuwarten. Sodann wurde nachträglich das Gesuch um Gewährung der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gutheissen  und  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  verzichtet. HH.  Mit  Instruktionsverfügung  vom  12.  Mai  2009  wurde  die  Beschwerdeführerin  aufgefordert,  innert  Frist  die  eingereichten  Briefkopien  in eine Amtssprache übersetzen und dem bloss dreizeiligen  Arztschreiben einen ausführlichen fachärztlichen Bericht folgen zu lassen. II.  Mit  Eingabe  vom  26. Mai  2009  (Poststempel  27. Mai  2009)  reichte  die  Beschwerdeführerin  einen  ausführlichen  Bericht  [einer  psychiatrischen  Einrichtung]  vom  25.  Mai  2009  zu  den  Akten.  Darin  wird  ihr  eine  posttraumatische Belastungsstörung ICD­10F 43.1 attestiert. Sie benötige  stützende  Gespräche  und  psychopharmakologische  Medikation  (Seroquel,  Zoloft,  Temesta).  Zudem  reichte  die  Beschwerdeführerin  die  geforderten Übersetzungen, bei denen es sich um Briefe an den Onkel im  Heimatland handelte, in einer Amtssprache zu den Akten. JJ.  Am 9. Juni 2009 wurde das BFM aufgefordert, sich zur Beschwerde und  deren Ergänzungen vernehmen zu lassen. KK.  Mit  Vernehmlassung  vom  22.  Juni  2009  beantragte  die  Vorinstanz  die  Abweisung  der  Beschwerde.  Zum  eingereichten  psychiatrischen Bericht  hielt  das BFM  vorab  fest,  dieser  stütze  sich  auf  Verfolgungsvorbringen,  welche bisher als unglaubhaft qualifiziert worden seien. Zudem seien die  von  der  Beschwerdeführerin  geltend  gemachten  gesundheitlichen  Probleme  in Kongo  (Kinshasa) grundsätzlich behandelbar. Ein allfälliger  Standardunterschied  in  den  Behandlungsmöglichkeiten  stehe  einem  Wegweisungsvollzug nicht entgegen. LL.  Mit  Schreiben  vom  8.  Juli  2009  (Poststempel  9.  Juli  2009)  nahm  die  Beschwerdeführerin  zur  Vernehmlassung  der  Vorinstanz  Stellung.  Sie  machte  geltend,  der  Entscheid  über  die  Zumutbarkeit  des 

E­766/2009 Wegweisungsvollzugs  bedinge  eine Gesamtschau  sämtlicher  Elemente,  die  zu  einer  Gefährdung  zu  führen  vermöchten.  Nebst  der  gesundheitlichen  Situation  sei  daneben  die  Dauer  des  bisherigen  Aufenthaltes  in  der  Schweiz,  die  Situation  als  alleinstehende  Frau,  das  Fehlen  einer  guten  Schulbildung  sowie  das  Fehlen  eines  familiären  Beziehungsnetzes,  welches  sie  beherbergen  und  bei  der  Reintegration  unterstützen  könnte,  zu  berücksichtigen.  Sie  habe  im  Verlaufe  des  Beschwerdeverfahrens  aufgezeigt,  dass  sie  im  Heimatland  vergeblich  nach  Familienangehörigen  in D._______  gesucht  habe. Das BFM habe  es  unterlassen  aufzuzeigen,  wie  ihr  die  Integration  aufgrund  der  vielen  fehlenden Faktoren und ihres Gesundheitszustandes gelingen sollte. Das  BFM  habe  es  insbesondere  unterlassen  zu  erwähnen,  in  welchem  Gesundheitszentrum  des  Heimatlandes  sie  die  adäquate  Behandlung  erhalte. Aus dem Dossier könne auch nicht geschlossen werden, dass sie  über  die  nötigen  intellektuellen  und  beruflichen  Fähigkeiten  verfügen  würde,  die  ihr  zu  einer  Arbeit  und  damit  zum  nötigen  Geld  für  eine  medizinische  Behandlung  und  die  Bestreitung  der  Lebenskosten  verhelfen würden. MM.  Am 26. April 2010 ging beim BFM ein erstes Denunzierungsschreiben die  Beschwerdeführerin  betreffend  ein,  welches  in  der  Folge  ans  Bundesverwaltungsgericht  übermittelt  wurde.  In  diesem  gibt  der/die  Schreibende  bekannt,  dass  A._______  falsche  Asylgründe  vorgebracht  habe und beabsichtige, mittels Heirat zu einer Aufenthaltsbewilligung zu  gelangen. Die Beschwerdeführerin habe in Kinshasa an der Adresse (...)  (Gemeinde)  Quartier  (...)  gewohnt  und  verfüge  in  der  Schweiz  über  Familienangehörige – darunter eine  in H._______ wohnhafte Schwester  namens  L._______  sowie  eine  weitere  Schwester  namens  M._______  und  einen  Bruder  namens  N._______  im  Raume  (...).  Die  Eltern  seien  weiterhin  im  Heimatland  wohnhaft,  sie  hiessen  O._______  und  P._______. Die Beschwerdeführerin sei sodann am (…) geboren. Sie sei  eine  Diebin,  stehle  in  Läden,  wie  Mango,  Kleider  und  verkaufe  diese  dann.  Der  Eingabe  lag  ein  amtliches,  an  die  Familie  der  angeblichen  Schwester gerichtetes Schreiben und eine Fotografie bei. NN.  Am  1.  Oktober  2010  ging  beim  BFM  ein  weiteres  anonymes  Denunzierungsschreiben  die  Beschwerdeführerin  betreffend  ein.  Laut  diesem  sei  der  richtige  Name  der  Beschwerdeführerin  Q._______.  Sie  habe hier  in der Schweiz eine Schwester, welche  in H._______ wohne. 

E­766/2009 Zudem wohne  eine  weitere  Schwester  namens M._______  in  (...).  Ihre  grosse  Schwester  habe  für  sie  die  Ausreise  organisiert.  Die  Beschwerdeführerin  habe  betreffend  ihrer  Asylgründe  gelogen.  Sie  sei  hier,  um  nach  (ehewilligen)  Personen  mit  B­Bewilligung  Ausschau  zu  halten.  Sie  stehle  Sachen,  um  diese  dann  zu  verkaufen,  den  Erlös  in  Dollar umzuwechseln und  ins Heimatland zu schicken. Auch schicke sie  Pakete von Kleidern in den Kongo (Kinshasa). OO.  Mit Eingabe  vom 14. März  2010  (recte  2011)  teilte  der  neu beauftragte  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführerin  mit,  diese  sei  vom  (…)  hospitalisiert  gewesen.  Näheres  könne  dem  beigelegten  Arztbericht  entnommen  werden.  Der  Rechtsvertreter  verwies  erneut  darauf,  dass  eine Abwägung  sämtlicher  für  und gegen die Wegweisung  sprechender  Punkte vorzunehmen sei. Er machte geltend, die psychische Erkrankung  der  Beschwerdeführerin  habe  sich  verschlimmert.  Sie  benötige  gegenwärtig eine medikamentöse Therapie gegen die PTBS und gegen  Depressionen.  In  Kongo  (Kinshasa)  könne  sie  sich  die  Medikamente  jedoch  nicht  leisten,  zumal  keine  Krankenversicherung  bestehe.  Hinzu  komme, dass die Behandlung von psychischen Schwierigkeiten in Kongo  (Kinshasa)  gemäss  einem  Bericht  der  Schweizerischen  Flüchtlingshilfe  (SFH)  vom  Juni  2009  nicht  von  guter  Qualität  sei.  Der  Rechtsvertreter  verwies sodann, wie bereits die Beschwerdeführerin in ihren vorgängigen  Eingaben, auf das Fehlen eines familiären Netzes im Heimatland und die  schlechten persönlichen Erwerbsvoraussetzungen. Der Eingabe lag eine  SFH­Länderanalyse vom 10. Juni 2009 zur psychiatrischen Versorgung in  Kongo (Kinshasa), eine Karte betreffend Termin beim Facharzt Dr. med.  (...)  sowie  eine  Bestätigung  der  Privatklinik  (...)  über  den  erwähnten  Aufenthalt  bei.  Als  Diagnose  nennt  der  Bericht  eine  posttraumatische  Belastungsstörung  und  eine  leichte  depressive  Episode  ohne  somatisches Syndrom. PP.  Am  8.  Juli  2011  reichte  der  Rechtsvertreter  einen  spezialärztlichen  Bericht  von Dr. med.  (...), FMH Psychiatrie und Psychotherapie,  vom 5.  Juli  2011  ein.  Diesem  ist  zu  entnehmen,  dass  die  Beschwerdeführerin  seit dem 18. Februar 2011 beim erwähnten Arzt in Behandlung steht. Der  Facharzt  diagnostiziert  der  Beschwerdeführerin  im  erwähnten  Bericht  eine  posttraumatische  Belastungsstörung  ICD  F  43.1  und  eine  rezidivierende  mittelgradige  depressive  Störung  ICD  F  33.1.  Die  Behandlung  bestehe  aus  einer  Kombination  von 

E­766/2009 psychopharmakologischer  Medikation  sowie  stützender  Psychotherapie  im Rahmen von wöchentlichen Sitzungen. Diese Behandlung habe nur zu  einer  gewissen  Erleichterung  der  Symptomatik  geführt,  nicht  aber  zu  einer  kurativen  Besserung.  Ohne  entscheidende  Wende  in  der  festgefahrenen  psychosozialen  Pattsituation  sei  keine  wesentliche  Besserung möglich. QQ.  Am  9.  August  2011  teilte  die  Staatsanwaltschaft  K._______  dem  Bundesverwaltungsgericht  telefonisch  mit,  dass  gegen  die  Beschwerdeführerin  erneut  wegen  Hausfriedensbruch,  Sachbeschädigung  und  versuchten  Diebstahls  vom  16.  Mai  2011  in  R._______ ermittelt werde.  RR.  Mit Instruktionsverfügung vom 9. August 2011 wurde der Rechtsvertreter  über  die  Delinquenzserie  der  Beschwerdeführerin  sowie  über  die  Existenz und den Inhalt der anonymen Schreiben in Kenntnis gesetzt und  es  wurde  ihm  Gelegenheit  zur  Stellungnahme  insbesondere  auch  zu  einer allfälligen Anwendung von Art. 83 Abs. 7 AuG gegeben. SS.  Mit Eingabe vom 22. August 2011 (Poststempel 24. August 2011) nahm  der  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführerin  unter  Beilage  diverser  fremdsprachiger  Schreiben,  bei  welchen  es  sich  um  weitere,  der  Beschwerdeführerin  direkt  zugestellte  Denunzierungsschreiben/Drohbriefe handeln soll, Stellung. Weiter reichte  er einen Bericht [einer medizinischen Institution] vom 11. Juli 2011 zu den  Akten, welchem zu entnehmen ist, dass die Beschwerdeführerin seit dem  15. Februar 2011 wegen Eisenmangelanämie behandelt und wegen ihrer  Depression  an  den  Facharzt  Dr. med.  (...)  weiterverwiesen worden  sei.  Zur  Delinquenz  nahm  der  Rechtsvertreter  dahingehend  Stellung,  dass  diese  nicht  derart  schwerwiegend  sei,  dass  von  einer  Gefährdung  der  öffentlichen Sicherheit und Ordnung ausgegangen werden könne, zumal  die  längste  Verurteilung  auf  eine  zwischenzeitlich  erfolgte  Gesetzesänderung  zurückzuführen  sei.  Zudem  liege  die  letzte  Übertretung  fünf  Jahre  zurück.  Zu  den  Ermittlungen  wegen  Diebstahls  vom Mai 2011  führte der Rechtsvertreter aus, es habe sich dabei bloss  um Polizeiermittlungen wegen Verdachts auf Diebstahl gehandelt, und es  sei  schliesslich  kein  Strafverfahren  eröffnet  worden.  Hinsichtlich  der  Denunzierungsschreiben hielt der Rechtsvertreter  fest, diesen dürfe kein 

E­766/2009 hoher  Beweiswert  beigemessen  werden.  Die  Briefe  seien  das  Resultat  eines privaten Konfliktes. Die Beschwerdeführerin  habe die Absenderin,  welche  aus  Eifersucht  gehandelt  und  weitere  Schreiben  verfasst  habe,  ermitteln  können.  Sämtliche  Aussagen  der  Denunziantin  seien  unwahr.  Der  Rechtsvertreter  verwies  sodann  auf  die  lange  Anwesenheit  der  Beschwerdeführerin  in  der  Schweiz  und  beantragte  abschliessend,  im  Zweifelsfall via die Schweizer Botschaft in Kinshasa weitere Abklärungen  zu treffen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]).  Eine  solche  Situation  ist  vorliegend  nicht gegeben. 1.2.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Die  Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen,  ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung;  sie  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG).  Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 

E­766/2009 oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3.  Die  Wiedererwägung  im  Verwaltungsverfahren  ist  ein  gesetzlich  nicht  geregelter  Rechtsbehelf,  auf  dessen  Behandlung  durch  die  verfügende  Behörde  grundsätzlich  kein  Anspruch  besteht.  Gemäss  herrschender  Lehre  und  ständiger Praxis  des Bundesgerichts wird  jedoch aus Art. 29  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101)  unter  bestimmten  Voraussetzungen  ein  verfassungsmässiger  Anspruch  auf  Wiedererwägung  abgeleitet  (vgl.  BGE 127 I 133 E. 6 S. 137 f. mit weiteren Hinweisen). Danach ist auf ein  Wiedererwägungsgesuch  einzutreten,  wenn  sich  der  rechtserhebliche  Sachverhalt  seit  dem  ursprünglichen  Entscheid  beziehungsweise  seit  dem  Urteil  der  mit  Beschwerde  angerufenen  Rechtsmittelinstanz  in  wesentlicher  Weise  verändert  hat  und  mithin  die  ursprüngliche  (fehlerfreie)  Verfügung  an  nachträglich  eingetretene Veränderungen  der  Sachlage  anzupassen  ist.  Sodann  können  auch Revisionsgründe  einen  Anspruch  auf  Wiedererwägung  begründen,  sofern  sie  sich  auf  eine  in  materielle  Rechtskraft  erwachsene  Verfügung  beziehen,  die  entweder  unangefochten  geblieben  oder  deren  Beschwerdeverfahren  mit  einem  formellen Prozessurteil abgeschlossen worden ist. Ein solchermassen als  qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch zu bezeichnendes Rechtsmittel ist  grundsätzlich  nach  den  Regeln  des  Revisionsverfahrens  zu  behandeln  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2003 Nr. 17 E. 2.a S. 103 f. mit weiteren  Hinweisen).  4.  Die Behörde hat auf ein Wiedererwägungsgesuch hin zunächst zu prüfen,  ob  die  Voraussetzungen,  unter  denen  sie  zum  Eintreten  auf  ein  Wiedererwägungsgesuch  verpflichtet wäre,  erfüllt  sind. Dabei  genügt es  zwar für die Zulässigkeit des Wiedererwägungsgesuchs, dass Umstände,  die  einen  verfassungsmässigen  Anspruch  auf  Wiedererwägung  begründen  würden,  substanziiert  behauptet  werden  (vgl.  EMARK  1998  Nr.  1,  Erw.  6b,  S.  11).  Das  Wiedererwägungsgesuch  in  seiner  Ausprägung  als  ausserordentliches  Rechtsmittel  ist  indessen  nicht  hinreichend  begründet,  wenn  aus  der  Rechtsschrift  die  tatsächlichen  Anhaltspunkte,  die  auf  das  Vorliegen  eines  Wiedererwägungsgrundes  hindeuten sollen, nicht ersichtlich sind. Sind dem Gesuch nicht genügend  substanziierte  Wiedererwägungsgründe  zu  entnehmen,  so  ist  die  http://www.ark-cra.ch/emark/1998/9801011PUB.htm http://www.ark-cra.ch/emark/1998/9801011PUB.htm http://www.ark-cra.ch/emark/1998/9801011PUB.htm http://www.ark-cra.ch/emark/1998/9801011PUB.htm http://www.ark-cra.ch/emark/1998/9801011PUB.htm http://www.ark-cra.ch/emark/1998/9801011PUB.htm http://www.ark-cra.ch/emark/1998/9801011PUB.htm http://www.ark-cra.ch/emark/1998/9801011PUB.htm http://www.ark-cra.ch/emark/1998/9801011PUB.htm http://www.ark-cra.ch/emark/1998/9801011PUB.htm http://www.ark-cra.ch/emark/1998/9801011PUB.htm http://www.ark-cra.ch/emark/1998/9801011PUB.htm http://www.ark-cra.ch/emark/1998/9801011PUB.htm http://www.ark-cra.ch/emark/1998/9801011PUB.htm http://www.ark-cra.ch/emark/1998/9801011PUB.htm

E­766/2009 Verwaltungsbehörde  nicht  gehalten,  auf  das  Gesuch  einzutreten,  ja  es  überhaupt  formell  anhand  zu  nehmen   Das  Bundesverwaltungsgericht  stellt  fest,  dass  die  Begründung  des  vorliegend  zu  beurteilenden  Wiedererwägungsgesuchs  den  oben  umschriebenen  Anforderungen  nicht  zu  genügen  vermag.  Die  Beschwerdeführerin verlangte mit der Eingabe vom 4. Januar 2009 unter  dem  Titel  der  Wiedererwägung  eine  erneute  Würdigung  ihrer  (bereits  mehrfach  gewürdigten)  Rückkehrsituation  und  damit  der  Frage  der  Zumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs.  Zur Begründung  führte  sie  an,  bisher sei von falschen Prämissen ausgegangen worden, beispielsweise,  dass sie aus einer wohlhabenderen sozialen Schicht stamme, oder dass  sie  im  Heimatland  über  ein  familiäres  Beziehungsnetz  verfüge.  Auch  seien  ihre  bescheidene  Schulbildung  und  das  Fehlen  von  beruflicher  Erfahrung  nicht  gebührend  berücksichtigt  worden.  Die  Beschwerdeführerin  hielt  daran  fest,  dass  sie  bei  einer  Rückkehr  existenziell gefährdet wäre und ihr diese deshalb nicht zugemutet werden  könne. Das BFM hat hinsichtlich dieser Vorbringen im Entscheid vom 13.  Januar  2009  zutreffend  erwogen,  dass  die  behaupteten  ungünstigen  Rückkehrfaktoren  im  Wesentlichen  bereits  Gegenstand  des  ersten  Wiedererwägungsverfahrens  gewesen  seien. Zu Recht  hat  das BFM  im  angefochtenen  Entscheid  auch  auf  das  ARK­Urteil  vom  5.  März  2004  verwiesen,  welches  sich  ebenfalls  mit  der  Frage  der  Zumutbarkeit  der  Rückkehr  der  Beschwerdeführerin  auseinandergesetzt  hat.  Es  sei  an  dieser  Stelle  nochmals  daran  erinnert,  dass  weder  das  BFM  noch  die  ARK die Vorbringen der Beschwerdeführerin, namentlich auch diejenigen  rund um die Ermordung beziehungsweise den natürlichen Tod sämtlicher  Familienmitglieder,  als  glaubhaft  erachtet  haben,  und  vielmehr  immer  davon ausgegangen sind, die Beschwerdeführerin habe  in Kinshasa ein  Beziehungsnetz.  Die  Beschwerdeführerin  hat  trotz  gegenteiliger  Erwägungen  der  Behörden  lediglich  weiterhin  am  Fehlen  jeglicher  Beziehungen  zu  Kongo­Kinshasa  festgehalten  ­  ohne  dazu  aber  beweiskräftige  Dokumente  wie  beispielweise  Todesurkunden  einzureichen  (die  Schreiben  an  den  Onkel  müssen  als  untaugliches  Beweismittel  eingestuft  werden)  ­  und  repetitiv  eine  fehlende  Reintegrationsmöglichkeit  wegen  unzureichender  Schul­  und  Berufsbildung und langer Landesabwesenheit behauptet. Diese Faktoren  wurden  in  den  früheren  Verfahren  bereits  gewürdigt  und  der  Beschwerdeführerin  wurde  aufgezeigt,  weshalb  ihre  Einschätzung  nicht  geteilt werden könne. Es sei an dieser Stelle nochmals verdeutlicht, dass  eine Wiedererwägung nicht  in Frage kommt, wenn weder das Bestehen 

E­766/2009 einer  seit  der  früheren  Verfügung  veränderten  Sachlage,  noch  das  Vorliegen  von  wiedererwägungsrechtlich  relevanten  neuen  Tatsachen  oder Beweismitteln gegeben sind, sondern lediglich eine neue Würdigung  der beim  früheren Entscheid bereits bekannten Tatsachen herbeigeführt  werden soll (vgl. EMARK 2000 Nr. 24, Erw. 3b, S. 217 f.). Insoweit  die  Beschwerdeführerin  sodann  als  weiteren  vermeintlichen  Wiedererwägungsgrund  anführt,  ihre  Wegweisung  sei  nicht  mit  einem  zwischenzeitlich  ergangenen  Leiturteil  der  ARK  vereinbar  (gemeint  sein  dürfte  das  in  EMARK,  2004  Nr.  33  publizierte  Urteil  vom  19.  Oktober  2004 i.S. A.M.A., Demokratische Republik Kongo), welches die Rückkehr  von Frauen als unzumutbar erklärt habe, ist vorab festzuhalten, dass das  fragliche Urteil hinsichtlich der Rückkehr von alleinstehenden Frauen nur  dann  (in der Regel) von Unzumutbarkeit ausgeht, wenn diese über kein  soziales  oder  familiäres  Beziehungsnetz  in  Kinshasa  oder  einer  westlichen Stadt verfügen. Das Fehlen eines familiären Netzes wurde  in  den  bisherigen  Verfahren  aber  konstant  als  unglaubhaft  bezeichnet,  so  dass sich die Beschwerdeführerin schon aus diesem Grund nicht auf die  erwähnte Rechtsprechung berufen kann. Ohnehin ist aber hinsichtlich der  Massgeblichkeit  von  Praxisänderungen  für  das  Wiedererwägungsverfahren  zu  bemerken,  dass  eine  Praxisänderung  nach  gefestigter  Lehre  und  Rechtsprechung  grundsätzlich  nicht  zur  Wiedererwägung  eines  bereits  in Rechtskraft  erwachsenen Entscheides  zu führen vermag (s. dazu EMARK 2000 Nr. 5 E. 3. f, S. 48). Zusammenfassend  ist  somit  festzuhalten,  dass  dem  Wiedererwägungsgesuch  der  Beschwerdeführerin  vom  4.  Januar  2009  keine genügend substanziierten Wiedererwägungsgründe zu entnehmen  sind, welche ein Eintreten auf dieses erfordert hätten. Das BFM ist somit  mit  Verfügung  vom  13.  Januar  2009  zu  Recht  nicht  auf  das  zweite  Wiedererwägungsgesuch eingetreten.  5.  5.1.  Nachdem  die  Beschwerdeführerin  im  Verlaufe  des  Rechtsmittelverfahrens  diverse  Arztberichte  eingereicht  hat,  welche  ihr  eine  posttraumatische  Belastungsstörung  bei  zeitweiliger  Reiseunfähigkeit  attestierten,  ist  nachfolgend,  obwohl  diese  Umstände  nicht Gegenstand des Wiedererwägungsverfahrens des BFM bildeten, zu  prüfen,  ob  damit  heute  allenfalls  einem  Wegweisungsvollzug  entgegenstehende  Gründe  vorliegen,  die  im  Rahmen  eines  Wiedererwägungsverfahrens  einer  eingehenden  Prüfung  unterzogen  http://www.ark-cra.ch/emark/2000/24.htm http://www.ark-cra.ch/emark/2000/24.htm http://www.ark-cra.ch/emark/2000/24.htm http://www.ark-cra.ch/emark/2000/24.htm http://www.ark-cra.ch/emark/2000/24.htm http://www.ark-cra.ch/emark/2000/24.htm http://www.ark-cra.ch/emark/2000/24.htm http://www.ark-cra.ch/emark/2000/24.htm http://www.ark-cra.ch/emark/2000/24.htm http://www.ark-cra.ch/emark/2000/24.htm http://www.ark-cra.ch/emark/2000/24.htm http://www.ark-cra.ch/emark/2000/24.htm http://www.ark-cra.ch/emark/2000/24.htm http://www.ark-cra.ch/emark/2000/24.htm http://www.ark-cra.ch/emark/2000/24.htm http://www.ark-cra.ch/emark/2000/24.htm http://www.ark-cra.ch/emark/2000/24.htm

E­766/2009 werden müssten  und  gegebenenfalls  eine Rückweisung  der  Sache  ans  BFM zur Folge haben müssten. Dazu  sind  vorab  nochmals  die  Voraussetzungen  zu  vergegenwärtigen,  die  zu  einem  Verzicht  auf  den  Wegweisungsvollzug  und  zu  einer  vorläufigen  Aufnahme  zu  führen  vermögen:  Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  (Art.  44  Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG). Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der  Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren  (vgl.  Botschaft  zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818; BVGE 2008/34 E. 11.1 mit  weiteren Hinweisen).  5.2. Gemäss dem Vorbehalt  von Art. 83 Abs. 7 AuG wird die vorläufige  Aufnahme  nach  den  Absätzen  2  und  4  (wegen  Unmöglichkeit  beziehungsweise  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs)  nicht  verfügt,  wenn  die  weg­  oder  ausgewiesene  Person  a)  zu  einer  längerfristigen  Freiheitsstrafe  im  In­  oder  Ausland  verurteilt  wurde  oder  wenn gegen sie eine strafrechtliche Massnahme in Sinne von Art. 64 oder  61  des  Schweizerischen  Strafgesetzbuchs  vom  21. Dezember  1937  (StGB, SR 311.0) angeordnet wurde; b) erheblich oder wiederholt gegen  die  öffentliche Sicherheit  und Ordnung  in  der Schweiz  oder  im Ausland  verstossen  hat  oder  diese  gefährdet  oder  die  innere  oder  die  äussere  Sicherheit gefährdet oder c) die Unmöglichkeit im Vollzug der Weg­ oder  Ausweisung durch ihr eigenes Verhalten verursacht hat. Bevor  sich  das  Gericht  somit  vorliegend  mit  dem  Vorliegen  einer  medizinischen  Notlage  beziehungsweise  der  medizinischen  Behandelbarkeit  der  Krankheit  der  Beschwerdeführerin,  welche  erst  im  Verlaufe des zweiten Wiedererwägungsverfahrens zu Tage getreten sei,  auseinandersetzt,  prüft  es  nachfolgend  vorfrageweise,  ob  die  Beschwerdeführerin mit  ihrer Delinquenz nicht die Voraussetzungen von  Art. 83 Abs. 7 Bst. b AuG erfüllt.  Vorliegend  stehen  aufgrund  der  Akten  nachfolgende  Straftaten  und  Verurteilungen fest: 

E­766/2009 ­ Verwendung  gefälschter  Ausweisepapiere  (Pass  und  Ausländerausweis) im Jahre 2001 (keine Strafakten in Dossier),  ­ Diebstahl  im  Betrag  von  Fr.  915.80,  Verurteilung  zu  einer  bedingten  Gefängnisstrafe von 30 Tagen Gefängnis mit Strafbefehl vom 21. Oktober  2003,  ­ wiederholte Übertretung des Transportgesetzes, Busse von Fr. 150.­­ und Kostenauferlegung mit Strafbefehl vom 5. Juli 2005,  ­ Hausfriedensbruch und Diebstahl, Verurteilung per Strafbefehl vom 15.  Februar  2008  zu  einer Geldstrafe  von  20 Tagessätzen  zu Fr.  30.­­  und  einer Busse von Fr. 300.­­, ­ Widerhandlung  gegen  das  AuG  und  Diebstahl,  Verurteilung  mit  Strafbefehl vom 31. Oktober 2008 zu 90 Tagen Freiheitsstrafe und eine  Busse von Fr. 300.­­. Weiter kann den Akten entnommen werden, dass die Beschwerdeführerin  am  16.  Februar  2005  wegen  Verdachts  auf  Diebstahl  in  unmittelbarer  Nähe  des  Diebesgutes  festgenommen  wurde.  Die  betroffenen  Warenhäuser  verzichteten  in  der Folge aufgrund der Sicherstellung des  Diebesgutes auf  eine Anzeige,  vermochten die Beschwerdeführerin  und  ihre  Begleiterinnen  aber  als  (vor  dem  Diebstahl)  im  Laden  sich  aufhaltende Personen  zu  identifizieren. Der Kanton H._______  verfügte  in der Folge die Ausgrenzung der Beschwerdeführerin  aus dem Kanton  (vgl. A 47 und A48). Sodann  ist  gegenwärtig  ein  Strafverfahren  bei  der  Staatsanwaltschaft  K._______  wegen  Hausfriedensbruch,  Sachbeschädigung  und  versuchten Diebstahls, begangen am 16. Mai 2011 in R._______, hängig.  5.3.  Wann  ein  wegweisungsrelevanter  Verstoss  gegen  die  öffentliche  Sicherheit  und  Ordnung  vorliegt,  wird  in  Art.  80  der  Verordnung  vom  24. Oktober  2007  über  Zulassung,  Aufenthalt  und  Erwerbstätigkeit  (VZAE,  SR  142.201)  konkretisiert.  Demnach  liegt  ein  solcher  Verstoss  unter  anderem  bei  Missachtung  von  gesetzlichen  Vorschriften  und  behördlichen  Verfügungen  vor  (vgl.  Art.  80  Abs.  1  Bst.  a  VZAE).  Eine  Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung liegt gemäss Absatz  2  der  genannten  Bestimmung  dann  vor,  wenn  konkrete  Anhaltspunkte  dafür  bestehen,  dass  der  Aufenthalt  der  betroffenen  Person  in  der 

E­766/2009 Schweiz mit erheblicher Wahrscheinlichkeit zu einem Verstoss gegen die  öffentliche Sicherheit und Ordnung führt. Aufgrund der oben erwähnten Straftaten und weiteren Tatbestände steht  für  das Gericht  fest,  dass  die Beschwerdeführerin  im Sinne  von Art.  83  Abs.  7  Bst.  b  AuG  wiederholt  gegen  die  öffentliche  Sicherheit  und  Ordnung verstossen hat und diese auch weiterhin zu gefährden scheint.  An  dieser  Auffassung  vermag  auch  der  vom  Rechtsvertreter  geltend  gemachte  Umstand  nichts  zu  ändern,  dass  die  letzte  Verurteilung  der  Beschwerdeführerin bereits längere Zeit zurückliege und es sich nicht um  schwere Delikte handelt. Art. 80 VZAE schreibt nicht vor, welcher Art die  wiederholten  Gesetzesverstösse  sein  müssten.  Überdies  hat  sich  die  Beschwerdeführerin  nebst  des  mehrfachen  Diebstahls  weiterer  unterschiedlicher Straftaten schuldig gemacht und damit aufgezeigt, dass  sie nicht gewillt  ist, sich an die elementaren Regeln der schweizerischen  Rechtsordnung  zu  halten.  Ob  dieser  klaren  Sachlage  kann  darauf  verzichtet werden, auf die weiteren Relativierungen der Straftaten durch  den Rechtsvertreter  einzugehen,  vermögen  diese  doch  insgesamt  nicht  zu überzeugen.  Gemäss  Literatur  und  Praxis  ist  auch  bei  Art.  83  Abs.  7  AuG  dem  rechtstaatlichen  Prinzip  der  Verhältnismässigkeit  Rechnung  zu  tragen  (vgl.  RUEDI  ILLES,  in  MARTINA  CARONI/THOMAS  GÄCHTER/DANIELA  THURNHERR  [HRSG.],  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer,  Handkommentar,  Bern  2010,  N  53  zu  Art.  83;  Urteil  des  Bundesgerichts  2C_295/2009  vom  25.  September  2009  E.  4.3;  BVGE  2007/32 E. 3.2; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D­2448/2008 vom  16. November 2011, E. 6.3). Art. 83 Abs. 7 AuG ist so zu verstehen, dass  das  Vorliegen  der  Straftatbestände  das  öffentliche  Interesse  am  Wegweisungsvollzug  gewichtig  erscheinen  lässt,  keinesfalls  aber,  dass  eine Interessenabwägung im Einzelfall nicht doch zugunsten der privaten  Interessen  ausfallen  könnte  (vgl.  PETER  BOLZLI,  in  MARC  SPESCHA/HANSPETER THÜR/ANDREAS ZÜND/PETER BOLZLI, Migrationsrecht,  R._______ 2008, N 23 zu Art.83). Bei  der  im  Rahmen  der  Verhältnismässigkeit  vorzunehmenden  Interessenabwägung  gilt  als  öffentliches  Interesse  dasjenige  an  der  Fernhaltung straffälliger ausländischer Personen. Beim privaten Interesse  sind insbesondere die Dauer des (legalen) Aufenthalts, die wirtschaftliche  Integration  und die  familiären Bindungen  zu  berücksichtigen  (vgl.  SILVIA  HUNZIKER,  in  MARTINA  CARONI/THOMAS  GÄCHTER/DANIELA  THURNHERR 

E­766/2009 [HRSG.], a.a.O., N 31 zu Art. 62). Von Relevanz ist sodann eine allfällige  Gefährdungslage  der  betroffenen  Person  im  Falle  einer  Rückkehr  ins  Heimatland  (vgl.  BOLZLI,  a.a.O,  N  23  zu  Art.  83).  Von  Bedeutung  sind  letztlich  auch  das  Verschulden  der  betroffenen  Person  und  deren  Verhalten  seit  der  Tat  bzw.  den  Taten.  Bei  der  Beurteilung  der  Verhältnismässigkeit  ist  somit  nicht  von  einer  schematischen  Betrachtungsweise  auszugehen,  sondern  es  ist  auf  die  gesamten  Umstände des Einzelfalles abzustellen. Die vorliegend in Betracht zu ziehenden privaten Interessen am Verbleib  in der Schweiz vermögen das sich aus der wiederholten Delinquenz und  Verurteilung der Beschwerdeführerin ergebende öffentliche Interesse am  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  aufzuwiegen.  Der  von  der  Beschwerdeführerin  ins  Feld  geführte  jahrelange  Aufenthalt  in  der  Schweiz  ist  insofern  zu  relativieren,  als  dass  die  Beschwerdeführerin  während vier  Jahren zur Ausreise verpflichtet  gewesen wäre,  sie dieser  Aufforderung  jedoch  nie  nachgekommen  ist,  und  sie  in  der  Folgezeit  mittels erfolgloser, ausserordentlicher Rechtsmittel ihren Aufenthalt in der  Schweiz verlängert hat. Weiter ist festzustellen, dass das Asylgesuch der  Beschwerdeführerin  im  März  2004  rechtskräftig  abgelehnt  worden  ist,  wobei im Urteil der ARK vom 5. März 2004 festgestellt wurde, dass ihr im  Heimatland  keinerlei  Gefährdung  drohe.  Nachdem  die  Beschwerdeführerin  das  Vorhandensein  familiärer  Bindungen  in  der  Schweiz konsequent verneint hat und sie auch in wirtschaftlicher Hinsicht  nicht Fuss zu fassen vermochte, liegen auch diesbezüglich keine privaten  Interessen  vor,  die  dem  öffentlichen  Interesse  am  Vollzug  entgegenstehen könnten.  Aus  den  vorstehenden  Erwägungen  lassen  sich  somit  keine  überwiegenden  privaten  Interessen  am  Verbleib  in  der  Schweiz  entnehmen, welche  das  öffentliche  Interesse  am Vollzug  der wiederholt  straffälligen  Beschwerdeführerin  zu  überwiegen  vermöchten.  Ein  Wegweisungsvollzug erweist sich somit als verhältnismässig. Somit sind die Voraussetzungen von Art. 83 Abs. 7 Bst. b AuG, wonach  die  vorläufige  Aufnahme  trotz  (allfälliger  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs)  nicht  zu  verfügen  ist,  gegeben.  Bei  dieser  Sachlage kann darauf verzichtet werden, auf die Behandelbarkeit der erst  nach acht Jahren Aufenthalt in der Schweiz geltend gemachten PTBS im  Heimatland  sowie  die  diversen  Arztberichte  näher  einzugehen.  Nichtsdestotrotz  sei  aber  bemerkt,  dass  das  Bundesverwaltungsgericht 

E­766/2009 bereits  in  mehreren  Fällen  eine  PTBS  als  einem  Wegweisungsvollzug  nach Kongo  (Kinshasa) nicht entgegenstehend betrachtet hat  (vgl. etwa  die  Entscheide  E­3479/2008  vom  12.  Juni  2008,  D­1005/2010  vom  24.  August 2010, E­8392/2010 vom 28. Januar 2011, D­7475/2007 vom 23.  November 2009, D­4411/2006 vom 27. April 2007 und E­/1177/2010 vom  24. März 2010). Bei  dieser  Sachlage  ist  schliesslich  der  Antrag  um  Vornahme  weiterer  Abklärungen  via  die  Schweizer  Botschaft  in  Kinshasa  abzuweisen.  Als weiteres Ergebnis ist festzustellen, dass sich auch aus heutiger Sicht  eine Rückweisung  der  Sache  zur  erneuten wiedererwägungsrechtlichen  Prüfung nicht rechtfertigen würde. 6.  Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  das  BFM  auf  das  Wiedererwägungsgesuch  der  Beschwerdeführerin  zu  Recht  nicht  eingetreten ist, und dass sich ein Wiedererwägungsbedarf auch nicht aus  dem erst im Beschwerdeverfahren vorgebrachten Sachverhalt ergibt. Die  Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 7.   Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  und  5  VwVG).  Angesichts  der  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  mit  Zwischenverfügung  vom  6.  März  2009  und  der  seither  unveränderten  finanziellen  Lage  der  Beschwerdeführerin  wird  auf  die  Auferlegung  von  Verfahrenskosten verzichtet (Art. 65 Abs. 1 VwVG).  (Dispositiv nächste Seite)

E­766/2009 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.  2.  Infolge  Gutheissung  des  Gesuches  um  unentgeltliche  Prozessführung  werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3.  Dieses Urteil  geht  an  den Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführerin,  das  BFM und die zuständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Christa Luterbacher Gabriela Oeler Versand:

E-766/2009 — Bundesverwaltungsgericht 21.12.2011 E-766/2009 — Swissrulings