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Bundesverwaltungsgericht 08.12.2011 E-667/2007

December 8, 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·6,112 words·~31 min·1

Summary

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 22. Dezember 2007

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­667/2007 Urteil   v om   8 .   D e z embe r   2011 Besetzung Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), Richter Fulvio Haefeli, Richterin Jenny de Coulon Scuntaro,  Gerichtsschreiberin Gabriela Oeler. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka,  (…),  Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 22.  Dezember 2006 / N (…),

E­667/2007 Sachverhalt: A.  Der  Beschwerdeführer,  ein  Tamile  aus  B._______  (C._______  Distrikt,  Ostprovinz/Sri Lanka), verliess sein Heimatland eigenen Angaben zufolge  am 8. April 2006 und  reiste am 16. November 2006  in die Schweiz ein.  Ebenfalls  am  16.  November  2006  suchte  er  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum (EVZ) Kreuzlingen um Asyl nach. Am 22. November  2006  wurde  der  Beschwerdeführer  zu  seiner  Person  und  den  Ausreisegründen summarisch befragt. Dabei gab er zu Protokoll, er habe  früher  in  D._______  (...)  studiert  und  ein  Diplom  in  (...)  erworben.  Dort  habe  er  mit  einem  Zimmerkollegen  namens  E._______  zusammengewohnt,  welcher  mit  den  LTTE  sympathisiert  und  auch  für  diese  Organisation  gearbeitet  habe.  Dieser  habe  versucht,  ihn  in  die  Sache hineinzuziehen, mit der Folge, dass er den LTTE dann im Raume  D._______  ebenfalls  Hilfe  geleistet  habe.  Er  habe  sich  aber  auch  deswegen für Politik  interessiert, weil sein Vater  im Jahre (…) kandidiert  (…) habe. Im Jahre (…) hätten er und andere ehemalige Studenten eine  Organisation  namens  "F._______"  gegründet.  Diese  habe  zum  Ziel  gehabt,  friedlich  für  die  Rechte  der  Tamilen  zu  kämpfen.  Am  18.  April  2001  beziehungsweise  ­  gemäss  späterer  Aussage  ­  am  18.  Juli  2001   sei er von der Armee wegen Unterstützung der G._______, verhaftet und  erst am 14. April 2002 wieder freigelassen worden. Er sei im (...) Camp in  C._______  inhaftiert  worden.  Für  die  G._______  habe  er  auf  Bühnen  Reden  gehalten,  Flugblätter  verteilt  und  Plakate  geklebt.  Am  16.  April  2002 habe er  sich  in Spitalpflege begeben,  um seine Verletzungen  von  Schlägen behandeln zu lassen. Er sei vier Tage lang im Spital gewesen.  Anfang  2003  habe  er  eine  Stelle  in  H._______  in  der  (...)  angetreten.  Auch in diesem Distrikt habe er den LTTE geholfen. Am 7. Mai 2004 sei  er von der dortigen Polizei verhaftet worden. Der Polizeioffizier habe ihm  erklärt,  dass  er wegen  LTTE­Unterstützung  verhaftet worden  sei. Da  er  diesen  aber  persönlich  gekannt  habe,  sei  er  nach  vierstündiger  Befragung  wieder  freigelassen  worden.  Er  habe  daraufhin  seine  Arbeit  quittiert und sei wieder nach Hause zurückgekehrt. Am 23. Mai 2004 sei  sein Vater zwecks Befragung in einem weissen Van abgeholt worden; am  30. Mai 2004 (beziehungsweise schon 2003) hätten sie  im Spital seinen  Leichnam  besichtigt.  Er  habe  dann  weiterhin  zusammen  mit  seinem  Freund  E._______  die  LTTE  unterstützt.  Am  23.  September  2005  sei  auch E._______ von Unbekannten in einem weissen Van mitgenommen  worden.  Am  27.  September  2005  seien  dessen  Familienangehörige  telefonisch  darüber  informiert  worden,  dass  E._______  bei  einem 

E­667/2007 Fluchtversuch  erschossen  worden  sei.  Er  habe  dann  gewusst,  dass  er  der  Nächste  sein  werde.  Am Wochenende  des  8.  Oktobers  2005  habe  sich die Armee bei seiner Arbeitskollegin nach ihm erkundigt. Die Armee  habe  genau  danach  gefragt,  wann,  wie  und  auf  welchem  Weg  er  am  Montag zur Arbeit kommen werde. Die Arbeitskollegin habe ihn nach dem  Besuch angerufen,  und so habe er nun gewusst,  dass er auch von der  Armee gesucht werde. Am folgenden Montag sei er dann statt zur Arbeit  in das von den LTTE kontrollierte Gebiet nach I._______ gegangen. Dort  habe man  von  ihm  verlangt,  dass  er  sich  für  die  Bewegung  engagiere,  indem  er  E­Mails  sammle  und  weiterleite.  Später  sei  von  ihm  und  von  allen Bewohnern  im LTTE­Gebiet verlangt worden, dass sie ein Training  absolvierten.  Er  habe  sich  jedoch  geweigert,  Waffen  zu  tragen  und  zu  kämpfen. Am 4. April 2006 sei er mit Hilfe seines Cousins geflüchtet und  via  C._______  nach  Colombo  gegangen.  Sein  Cousin  habe  für  ihn  die  ganze  Ausreise,  von  welcher  er  nicht  wisse,  was  sie  gekostet  habe,  organisiert. Als  er  von  Italien aus nach Hause  telefoniert  habe,  habe er  erfahren, dass sein Cousin von den LTTE erschossen worden sei, weil er  ihm zur Flucht verholfen habe. Seine Mutter und seine Schwester würden  im Übrigen von der Bewegung und der Armee belästigt, weil diese wissen  wollten,  wo  er  sich  aufhalte.  Nach  der  konkreten  Hilfeleistung  an  die  LTTE  gefragt,  führte  der  Beschwerdeführer  aus,  er  habe  nebst  der  Weiterleitung  von  Mails  Waffen  und  Personen  mit  dem  Wagen  der  Nichtregierungsorganisation,  NGO,  für  welche  er  gearbeitet  habe,  nach  Colombo  transportiert.  Die  Fahrzeuge  der  NGO  seien  nämlich  nicht  kontrolliert  worden.  Auch  habe  er  den  Familienangehörigen  von  LTTE­ Helden  auf  deren  Verlangen  hin  zusätzliche  Lebensmittel  abgegeben.  Während  der  Zeit  in  H._______  habe  er  zudem  Unterschlupf  in  seiner  Unterkunft gewährt und Geld gespendet. Er sei  jedoch nicht Mitglied der  LTTE gewesen und habe nie ein Training absolviert, dies  im Gegensatz  zu  seinem  Freund  E._______,  welcher  zudem  "Intelligenzoffizier"  (Nachrichtendienst) gewesen sei.  Zur Untermauerung seiner Vorbringen  reichte der Beschwerdeführer ein  Schreiben  seiner  Mutter  an  den  Dorfvorsteher  vom  28.  Oktober  2005  sowie ein "Diagnosis Ticket" seine Verletzungen und den Spitalaufenthalt  vom 16. bis am 19. April 2004 betreffend ein. Seine Ausreiseumstände betreffend,  führte er aus, er  sei  von Negombo  aus  mit  einem  Boot  auf  ein  vier  Stunden  entferntes  Schiff  auf  dem  offenen Meer,  angeblich  das  australische,  gebracht  worden.  Dieses  sei  erst  nach  dreieinhalb Monaten  in Richtung Palermo  aufgebrochen.  Das 

E­667/2007 unter srilankischer Flagge fahrende Schiff habe keinen Namen gehabt; es  sei illegal unterwegs gewesen. Abschliessend  führte  der  Beschwerdeführer  aus,  er  habe  vergessen  anzuführen,  dass  im  Dezember  2005  die  Armee  zu  ihm  nach  Hause  gekommen  sei.  Diese  habe  ein  Foto  von  ihm  mitgenommen.  Seine  Schwester habe diesen Vorfall der Sri Lanka Monitoring Mission, SLMM,  und dem Roten Kreuz, IKRK, gemeldet.   Der Beschwerdeführer wies sich mit einer Identitätskarte und einer Kopie  seines Geburtsscheins aus. B.  Am  6.  Dezember  2006  fand  eine  einlässliche  Anhörung  des  Beschwerdeführers durchs BFM statt, welche  infolge von Problemen mit  dem Computer am 11. Dezember 2006 fortgesetzt wurde.  Seine Ausführungen waren dabei im Wesentlichen die Folgenden:  Im  (…)  sei  er  an  der  Gründung  der  legalen  Studentenorganisation  "F._______" beteiligt gewesen. Er sei eines von vier Gründungmitgliedern  gewesen. Auch sein Freund E._______ habe dazugehört. Sie hätten auf  friedliche  Weise  für  die  Rechte  der  Tamilen  gekämpft.  Die  Parteien  EDPD, PLOTE und TELO hätten nach der Gründung  ihrer Organisation  weniger  Stimmen  erhalten.  Sie  hätten  sie  deshalb  bei  der  Armee   bezichtigt, mit den Tigers zusammenzuarbeiten. Deshalb seien sie im Juli  2001  festgenommen  worden.   Zu  seinem  Engagement  für  die  G._______,  bei  welcher  er  ebenfalls  Mitglied gewesen sei, führte er aus, er habe Propaganda gemacht, dass  alle  Tamilen  zusammenkommen  und  nur  einer  Partei,  eben  der  G._______,  die  Stimme  geben  sollten.  Er  habe  in  C._______  und  J._______  im  März,  April  und  Mai  2001  demonstriert  und  Strassensperren  errichtet,  dies  wegen  der  Gräueltaten  der  Armee.  Am  18. Juli 2001 sei er dann festgenommen worden. Er sei nackt aufgehängt  und  geschlagen  worden.  Manchmal  habe  er  zwei  Tage  lang  nichts  zu  essen bekommen. Er habe sich auch auf den Tisch legen müssen; dann  sei  auf  seine  Fusssohlen  geschlagen  worden.  Es  seien  heute  noch  Narben am Kinn, Haaransatz und am Unterschenkel sichtbar, welche von  den  Schlägen  mit  den  Gewehrkolben  herrührten.  In  den  ersten  fünf  beziehungsweise  sechs  Monaten  sei  er  oft  beziehungsweise  täglich 

E­667/2007 gefoltert  worden,  danach  weniger.  Er  sei  auch  mit  an  den  Rücken  gefesselten  Armen  aufgehängt  worden.  Dadurch  seien  ihm  beide Arme  ausgerenkt worden. Er habe deswegen heute noch Schmerzen. Während  der Folter sei er jeweils aufgefordert worden, seine Zugehörigkeit zu den  LTTE schriftlich zu bestätigen. Er habe jedoch nie etwas unterschrieben. Am Wochenende des 8. Oktobers 2005 sei die Armee zur Arbeitskollegin  nach  Hause  gegangen  und  habe  diese  über  die  Gewohnheiten  des  Beschwerdeführers  betreffend  Arbeitszeit  und  Arbeitsweg  ausgefragt.  Diese   habe  ihn danach angerufen und vom Besuch der Armee erzählt.  Er  habe  dann  die  Entscheidung  getroffen,  am  Montag  nicht  mehr  zur  Arbeit zu erscheinen. Er habe das Wochenende zu Hause verbracht und  am Montagmorgen das Haus verlassen, ohne  jemandem zu sagen, was  er  vorhabe.  Seine  Mutter  habe  deshalb  in  der  Folge  eine  Vermisstenanzeige gemacht.  Seine Tätigkeit für die LTTE betreffend führte er aus, er habe vom Führer  K._______  nach  seiner  Flucht  nach  I._______  im  Oktober  2005  den  Auftrag  erhalten,  für  den  Geheimdient  der  Tigers  Informationen  im  Internet  zu  sammeln  und  weiterzuleiten.  Auch  Armeeangehörige  hätten  E­Mails  an  seine  Adresse  –  (…)  ­  geschickt.  Die  E­Mails  hätten  beispielsweise folgende Informationen beziehungsweise Bilder enthalten:  eine  Satellitenaufnahme  der  LTTE­Flugbasis mit  Landebahn,  eine  Liste  von  Waffen,  die  die  srilankische  Regierung  heimlich  von  Pakistan  erworben  habe,  Angaben  über Geldzahlungen  der  indischen Regierung  an  die Organisationen EPDP, PLOTE und TELO. Nach  den Absendern  gefragt,  gab  der  Beschwerdeführer  an,  er  habe  die  Namen  vergessen  und die damaligen E­Mails gelöscht. Er besitze  jedoch noch die E­mails  aus  der  Zeit  nach  dem Weggang  von  den  LTTE.  Diese  dürften  gerne  eingesehen  werden,  seine  E­Mail­Adresse  sei  ja  bekannt.  Die  an  ihn  versandten  E­mails  habe  er  jeweils  gelesen,  soweit  sie  nicht  codiert  gewesen  seien,  ausgedruckt  und  an  die  Tigers  weitergeleitet  beziehungsweise direkt K._______ gegeben. Nach sechs Monaten habe  K._______  von  ihm  verlangt,  dass  er  wie  alle  anderen  eine  Kampfausbildung absolvieren müsse. Da er nicht als Kämpfer habe tätig  sein wollen,  habe  er  beschlossen,  die  Tigers  zu  verlassen.  Am  4.  April  2006  habe  er  mit  Hilfe  seines  Cousins  L._______  die  Tiger­Gebiete  verlassen  und  sei  nach  Colombo  gegangen.  Nach  den  Tätigkeiten,  die  er  zusammen mit  seinem Freund E._______  verübt habe, gefragt,  führte der Beschwerdeführer aus, manchmal seien  mailto:jjeyasuresh@yahoo.com

E­667/2007 Geheimdienstleute  zu  ihnen  gekommen  und  hätten  bei  ihnen  übernachtet. Des Weiteren hätten sie Waffen versteckt und in der Nacht  habe er mit E._______ überall Plakate geklebt. Er habe notieren müssen,  wo sich in D._______ die Armeestützpunkte befunden hätten. E._______  habe Leute gebracht und er habe diesen erlaubt, in H._______ in seinem  Zimmer zu übernachten. In H._______ habe er von 2003 bis Mai 2004 in  den  tamilischen  Dörfern  zirka  16­Mal  mit  LTTE­Leuten  aus  J._______  Propaganda für die Tigers gemacht. Weiter habe er die Tigers über  ihre  Gegner  informiert,  die  sich  im  Gebiet  versteckt  aufgehalten  hätten.  Im  Verlauf  der  Anhörung  ergänzte  der  Beschwerdeführer  seine  Tätigkeiten  dahingehend, dass er dort auch herumspioniert und LTTE­Leute finanziell  unterstützt habe. Zur  Festnahme  in  H._______  führte  der  Beschwerdeführer  aus,  er  sei  von Leuten des  "Crine  Intelligent Departement"  beziehungsweise  "Crine  Investigation  Departement",  (recte:  Criminal  Investigation  Department)  CID,  zu  Hause  abgeholt  und  in  die  Räumlichkeiten  der  CID  im  Polizeipostengebäude  des Ortes  gebracht  worden.  Dort  sei  er  von  drei  Personen,  darunter  einem  Herrn  M._______,  befragt  worden.  Herrn  M._______ habe er  früher einmal getroffen, als er seine Nichte besucht  habe,  die mit  ihm  studiert  habe. Dieser  habe  ihm  vorgeworfen,  dass  er  vor Ort für die LTTE arbeite, indem er dieser Informationen liefere. Es sei  ihm weiter gesagt worden, dass sich Karuna von den LTTE getrennt habe  und sie nun einfach zu  Informationen über die LTTE kämen. Sie hätten  nun  auch  Informationen  über  ihn  erhalten;  jegliches  Abstreiten  sei  zwecklos. Er  habe Herrn M._______  darauf  hingewiesen,  dass  er  doch  mit  seiner  Nichte  studiert  habe,  er  keine  schlimmen  Sachen  machen  würde  und  bereit  sei,  wieder  nach  Hause  zu  gehen.  Die  anwesenden  CID­Leute hätten dann untereinander diskutiert und  ihm gesagt, dass er  noch  eine  letzte  Chance  erhalte  und  sie  ihn  gehen  liessen.  Nach  viereinhalb Stunden sei er dann freigelassen worden, nachdem er  ihnen  auch noch geschildert habe, was er in H._______ beruflich mache. Zum Waffentransport  für die LTTE führte er aus, er habe diese Tätigkeit  in der Zeit von Januar bis am 7. Oktober 2005 ausgeübt. Er habe dazu  ein Fahrzeug der NGO verwendet,  für welche er gearbeitet habe. Er sei  zusammen  mit  dem  Chauffeur  beispielsweise  vom  Büro  in  N._______  nach  D._______  oder  Colombo  gefahren.  Er  habe  nebst  Waffen  auch  Leute und Plakate für die LTTE transportiert. Die Aufträge habe er jeweils  von E._______ erhalten, der  sie wiederum von K._______  in  I._______  erhalten  habe.  Waffen  habe  er  insgesamt  dreimal  transportiert. 

E­667/2007 E._______  habe  ihm  diese  in  einem  Koffer  nach  Hause  gebracht.  Er  selbst habe sie dann in ein Auto der NGO geladen.   Seitdem  er  ins  von  der  Bewegung  kontrollierte  Gebiet  gegangen  sei,  habe  die  Karuna­Gruppe  zu  Hause  nach  ihm  gefragt.  Sie  seien  insgesamt  zirka  viermal  nach Hause  gegangen,  letztmals  im Dezember  2005. Dies habe er erfahren, als er von hier aus mit der Mutter telefoniert  habe. Von der Karuna­Gruppe werde er gesucht, weil diese nun mit der  Armee zusammenarbeite. Am 6. Dezember 2006 habe die Armee auch  Fotos von ihm mitgenommen. Zur  Untermauerung  seiner  Vorbringen  reichte  der  Beschwerdeführer  folgende Beweismittel zu den Akten: eine Mitgliedschaftsbestätigung betr.  die  "F._______"  vom  3.  Juni  2005,  bestätigend  die  Mitgliedschaft  seit  2003; eine Kopie einer Zeitungsmeldung vom 30. Juni 2006 eine Person  namens  L._______  (angeblich  Schwager)  betreffend,  eine  Todesbescheinigung  betreffend  Tod  des  Vaters,  zwei  Fotografien,  u.a.  des  toten  Vaters  und  eines  Bruders  namens  "O._______",  eine  Schülerliste  der  (...)  von  1999  bis  2001,  beinhaltend  unter  anderen  die  Namen A._______. und E._______, Fotografien des Beschwerdeführers  zusammen  mit  E._______,  eine  Fotografie  der  Totenfeier  des  Onkels  vom  12.  Juli  2002  (Kopie),  eine  Kopie  einer  Todesbescheinigung  den  Onkel  P._______  betreffend,  ein  Zeitungsbericht  über  den  Tod  des  Onkels (Kopie), eine Visitenkarte eines Mitarbeiters der SLMM. Zudem  reichte  der  Beschwerdeführer  folgende  Dokumente  im  Zusammenhang mit seiner beruflichen Tätigkeit ein:  ­ eine Arbeitsbestätigung der (...), Colombo, vom 3. Juli 2001 (betr.  Tätigkeit vom 1. April bis 30. Juni 2001), ­ einen befristeten Vertrag mit (…) vom 1. Juni 2002, befristet bis 16.  Juni 2003, Tätigkeit angeblich vom 17. Juni bis September 2002  ausgeübt, ­ einen Vertrag mit (...), Colombo, vom 11. Dezember 2002, betreffend  Tätigkeit ab 1. Januar 2003, angeblich ausgeübt bis 7. Mai 2004, ­ einen befristeten Vertrag mit "(...)" (NGO) vom 15. Januar 2005, betr.  Tätigkeit vom 11. Januar 2005 bis 31. Mai 2005, ­ einen befristeten Vertrag mit (...), Colombo, undatiert, Vertragsdauer  vom 6. April 2005 bis 31. Juli 2005,  ­ einen befristeten Vertrag mit (...) vom 24. Juni 2005, Vertragsdauer 1.  August 2005 bis 31. Juli 2006.

E­667/2007 C.  Mit Verfügung vom 22. Dezember 2006, eröffnet am  27. Dezember 2006,  wies  das BFM das Asylgesuch  des Beschwerdeführers  ab  und  ordnete  dessen Wegweisung aus der Schweiz samt Vollzug an. Zur Begründung  führte es an, die Vorbringen vermöchten entweder den Anforderungen an  die Flüchtlingseigenschaft nicht zu genügen oder seien nicht glaubhaft im  Sinne  von  Art.  7  AsylG.  Auf  die  detaillierte  Begründung  wird  in  den  nachfolgenden Erwägungen eingegangen. D.  Mit  Eingabe  vom  25.  Januar  2007  an  das  Bundesverwaltungsgericht  erhob  der  Beschwerdeführer  Beschwerde  gegen  den  BFM­Entscheid  vom  22.  Dezember  2006.  Er  beantragte  die  Aufhebung  der  angefochtenen Verfügung und die Gewährung von Asyl. Eventualiter sei  die Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit des Vollzugs festzustellen und die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  ersuchte  der  Beschwerdeführer  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege. Der Eingabe lagen zahlreiche Beweismittel bei, auf welche  in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird (vgl. E 4.2.). E.  Mit  Instruktionsverfügung  vom  6.  Februar  2007  teilte  die  zuständige  Instruktionsrichterin  dem  Beschwerdeführer  mit,  er  könne  den  Ausgang  des  Asylverfahrens  in  der  Schweiz  abwarten.  Sodann  hiess  sie  das  Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss Art.  65  Abs.  1  VwVG  –  unter  Vorbehalt  der  Änderung  der  finanziellen  Verhältnisse  –  gut  und  verzichtete  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses. Am 12. Februar 2007 überwies sie die Eingabe der  Vorinstanz  mit  dem  Ersuchen  um  Stellungnahme  zur  Beschwerde  und  den eingereichten Beweismitteln.  F.  Mit  Eingabe  vom  12.  Februar  2007  reichte  der  Beschwerdeführer  folgende Beweismittel  samt Zustellcouvert  aus Sri  Lanka  zu den Akten:  das  Original  des  bereits  eingereichten  Schreibens  des  Parlamentsmitgliedes Q._______ vom 18. Januar 2007, das Original des  bereits  eingereichten  Schreibens  des  Reverend  R._______,  eine  Original­Vorladung  der  LTTE  vom  15.  Juni  2004,  ein  Schreiben  des  Anwaltes  S._______  vom  26.  Januar  2007  an  die  Mutter  des  Beschwerdeführers,  eine  Visitenkarte  von   T._______,  Mitarbeiter  des  IKRK. 

E­667/2007 G.  In der Vernehmlassung vom 26. Februar 2007 beantragte das BFM die  Abweisung  der  Beschwerde.  Zu  den  eingereichten Beweismitteln  führte  es  im  Wesentlichen  aus,  keines  der  vorgelegten  Schriftstücke  sei  geeignet, eine aktuelle Gefährdung zu dokumentieren. H.  Mit Eingabe vom 19. März 2007 nahm der Beschwerdeführer Stellung zur  Vernehmlassung.  Der  Eingabe  lagen  ein  Bericht  der  Schweizerischen   Flüchtlingshilfe, SFH, vom 1. Februar 2007 zur Lage  in Sri Lanka sowie  diverse  Internetausdrucke  (hauptsächlich  SLMM­Pressreleases  sowie  eine Meldung über einen Angriff am (…) auf zwei Angehörige der Special  Task Force, STF, im (…) bei.   I.  Mit  Eingabe  vom  25.  Juni  2007  reichte  der  Beschwerdeführer  eine  weitere Beschwerdeergänzung in Form eines Zeitungsberichtes, diverser  Internetberichte  sowie  einer  Position  der  SFH  zur Gefährdungssituation  bei Desertion aus den LTTE vom 16. Mai 2007 zu den Akten. J.  Am 9. Juli und 30. Juli 2007 gingen beim Bundesverwaltungsgericht zwei  Denunzierungsschreiben ein, wobei eines unterschrieben und das andere  anonym verfasst war. Auf die Angabe des Inhalts kann verzichtet werden,  da diese nicht in die Begründung des vorliegenden Urteils einfliessen. K.  Mit  Instruktionsverfügung  vom  16.  August  2007  wurde  dem  Beschwerdeführer  Gelegenheit  gegeben,  zum  Inhalt  der  Schreiben  Stellung  zu  nehmen.  Von  dieser  Gelegenheit  machte  der  Beschwerdeführer mit Eingabe vom 25. August 2007 Gebrauch. L.  Die  Instruktionsrichterin  lud  das  BFM  am  7.  September  2007  zu  einer  weiteren Vernehmlassung ein. M.  In  seiner  zweiten  Vernehmlassung  vom  28.  September  2007  beziehungsweise 1. Oktober 2007 (die identische Vernehmlassung findet  sich in den Akten mit zwei unterschiedlichen Datierungen) beantragte das  BFM erneut die Abweisung der Beschwerde. 

E­667/2007 N.  Mit  Eingabe  vom  10.  Oktober  2007  nahm  der  Beschwerdeführer  zur  Vernehmlassung Stellung. O.  Mit Schreiben vom 13. August 2008 informierte das Bezirksamt (...), dass  gegen  den  Beschwerdeführer  eine  Strafuntersuchung  wegen  schwerer  Körperverletzung im Gange sei.  P.  Mit  Eingabe  vom  6.  September  2008  (Poststempel)  reichte  der  Beschwerdeführer eine weitere Beschwerdeergänzung zu den Akten. Der  Eingabe  lag eine Kopie eines Schreibens ans BFM bei,  in welchem der  Beschwerdeführer  unter  Hinweis  auf  seine  Leiden  als  Folge  eines  schweren  [Unfalls]  um Ausstellung  eines Reisepapieres  ersuchte,  damit  er  seine  Mutter  in  Indien  besuchen  könne.  Der  Eingabe  lagen  diverse  Spitalfotos [Unfallfolgen] bei. Zudem reichte der Beschwerdeführer einen  fremdsprachigen  Zeitungsartikel  zu  den  Akten.  In  diesem  sei  erwähnt,  dass die Behörden im Rahmen der Ermittlungen gegen Armeeangehörige  auf  seine  E­Mail­Adresse  gestossen  seien.  Schliesslich  verwies  der  Beschwerdeführer  auf  die  jüngste  Rechtsprechung  des  Bundesverwaltungsgerichts  betreffend  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges nach Sri Lanka.  Q.  Mit  Instruktionsverfügung  vom  27.  Oktober  2008  wurde  der  Beschwerdeführer aufgefordert, den eingereichten Zeitungsartikel in eine  Amtssprache übersetzen zu lassen und nähere Angaben zum laufenden  Strafverfahren, gegebenenfalls unter Beilage von Strafakten, zu machen. R.  Am  10.  November  2008  reichte  der  Beschwerdeführer  die  geforderte  Übersetzung  des  Zeitungsartikels  zu  den  Akten.  Der  Eingabe  lag  ausserdem  ein  Austrittsbericht  des  [Spital],  wo  der  Beschwerdeführer  wegen  [Unfallfolgen]  in  Behandlung  war,  bei.  Auf  den  genauen  Inhalt  wird, soweit wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.  Hinsichtlich  allfälliger  Strafakten  führte  er  aus,  er  könne  noch  keine  Unterlagen einreichen, da das Verfahren noch nicht abgeschlossen sei. S.  Mit  Verfügung  vom  17.  Februar  2009  wies  das  BFM  ein  Gesuch  des 

E­667/2007 Beschwerdeführers  um  Ausstellung  eines  Identitätspapieres  mit  Rückreisevisum ab. T.  Mit  Schreiben  vom  9.  Oktober  2009  tat  der  Beschwerdeführer  seine  Besorgnis  über  die  Lage  in  Sri  Lanka  kund  und  informierte  über  die  Situation  seiner  Familienangehörigen.  Gleichzeitig  wies  er  auf  seine  Integration in der Schweiz hin und ersuchte um einen baldigen Entscheid.  Der Eingabelage lagen ein Internetbericht über Hinrichtungen, ein Bericht  aus  20  Minuten,  zwei  DVDs  sowie  Unterlagen  zur  Integration  des  Beschwerdeführers bei. U.  Am  10.  Mai  2010  wurde  der  Beschwerdeführer  wegen  Führens  eines  Personenwagens  ohne  erforderlichen  Führerschein  und  Nichtbeachten  von  behördlichen  Auflagen  beim  Führen  eines  Personenwagens,  begangen am 4. Mai 2010, beim (...) verzeigt. V.  Mit  Instruktionsverfügung  vom  6.  Januar  2011  wurde  der  Beschwerdeführer aufgefordert, das Bundesverwaltungsgericht über den  Ausgang  des  Verfahrens  wegen  schwerer  Körperverletzung  zu  informieren und die entsprechenden Strafakten zu den Akten zu reichen.  Weiter  wurde  der  Beschwerdeführer  ersucht,  das  Gericht  über  den  genauen  Hergang  des  [Unfalls]  zu  informieren  und  die  von  seiner  bisherigen  Schilderung  des  Unfalls  abweichende  Darstellung  im  Austrittsbericht  des  [Spital]   zu  kommentieren.  Sodann  wurde  der  Beschwerdeführer  aufgefordert,  einen  aktuellen  ärztlichen  Bericht  über  den  Verlauf  der  Wundheilung  und  allfällig  noch  ausstehende  Behandlungen, eine aktuelle Fotografie seines Gesichtes in Farbe sowie  eine Gehaltsabrechnung zu den Akten zu reichen. Schliesslich erhielt der  Beschwerdeführer  Gelegenheit,  seine  Beschwerde  zu  aktualisieren  und  zu  seiner  heutigen  Gefährdung  nach  Beendigung  des  Bürgerkrieges  Stellung  zu  nehmen. W.  Mit Eingabe vom 19. Januar 2011 teilte der Beschwerdeführer mit, seine  frühere  Freundin  habe  ihn  beim  fraglichen  Vorfall  [verletzt].  Diese  sei  inzwischen  der  schweren  Körperverletzung  für  schuldig  gesprochen 

E­667/2007 worden. Der Beschwerdeführer reichte sodann diverse neuere Farbfotos  von seinem Körper und seinem Gesicht zu den Akten. Weiter machte der  Beschwerdeführer unter Beilage einer Arbeitsbestätigung geltend, er sei  seit einiger Zeit in der Schweiz arbeitstätig und beziehe keine Sozialhilfe.  Hinsichtlich  der  heutigen Gefährdungssituation  führte  er  aus,  er  sei  bei  einer  Rückkehr  nach  wie  vor  gefährdet,  da  er  eine  wichtige  Person  gewesen sei und von der sri­lankischen Armee, dem Geheimdienst und  der  Kriminalpolizei  gesucht  werde.  Im  Übrigen  seien  seine  Mutter  und  seine Schwester nicht mehr in Sri Lanka, sondern in Indien wohnhaft, und  sei  er  in  der  Schweiz  gut  integriert.  Der  Eingabe  lag  sodann  ein  Gerichtsurteil  vom  (…)  2010  bei,  welchem  zu  entnehmen  ist,  dass  der  Beschwerdeführer seine damalige Freundin am Tag des von ihr verübten  [Angriffs] mehrfach geschlagen und mit einem Messer bedroht habe. Der  Beschwerdeführer wurde der Tätlichkeiten und Drohung gemäss Art. 126  Abs.  1  und  Art.  180  des  Schweizerischen  Strafgesetzbuchs  vom  21. Dezember  1937  (StGB,  SR  311.0)  für  schuldig  befunden  und  deswegen  zu  einer  bedingt  ausgesprochenen  Geldstrafe  von  120  Tagessätzen  (in  der  Höhe  von  Fr.  6000.­­)  sowie  einer  Busse  von  Fr.  1'000.­  verurteilt.  Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 

E­667/2007 SR 173.110]).  Ein  Auslieferungsersuchen  betreffend  den  Beschwerdeführer liegt nicht vor. 1.2. Das Verfahren  richtet  sich  nach  dem VwVG,  soweit  das  VGG  und  das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 105 AsylG,  i.V.m. Art. 37 VGG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 50 und 52  VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3.  3.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat  oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken.  Den  frauenspezifischen  Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen  oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen,  die  in  wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7  AsylG). 4. 

E­667/2007 4.1.  Das  BFM  wies  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  mit  der  Begründung ab, dass das Vorbringen, im Juli 2001 wegen Unterstützung  der  G._______  verhaftet  und  bis  im  April  2002  im  Armeecamp  unter  Folter  festgehalten worden  zu  sein,  im Zeitpunkt  der Ausreise  im  Jahre  2005  bereits  zu  lange  zurückgelegen  habe,  als  dass  es  noch  als  asylrelevant  gewertet werden  könnte.  Zwischen diesen Ereignissen und  der  Ausreise  des  Gesuchstellers  bestehe  weder  in  sachlicher  noch  in  zeitlicher  Hinsicht  ein  Zusammenhang.  Es  erübrige  sich  daher,  diese  Vorbringen näher auf ihre Glaubwürdigkeit hin zu prüfen.  Die weiteren Vorbringen betreffend hielt das BFM fest, diese vermöchten  die Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht  zu erfüllen. So habe der  Beschwerdeführer kein konkretes Motiv anzugeben vermocht, weshalb er  von  den  LTTE,  für  welche  er  über  Jahre  wichtige  Tätigkeiten  ausgeübt  haben wolle, zu Hause gesucht worden sei. Allein die Tatsache, dass er  sich  aus  dem Gebiet  entfernt  habe,  in welchem er  sich während  sechs  Monaten  aufgehalten  habe,  vermöge  die  angeblichen  Verfolgungshandlungen nicht zu begründen.  Dem Beschwerdeführer könne nämlich nicht geglaubt werden, dass er im  beschriebenen  Mass  für  die  LTTE  tätig  gewesen  sei.  Vor  dem  Hintergrund,  dass  er  kein  Mitglied  der  LTTE  gewesen  sei,  könnten  die  angegebenen  Geheimdienstaktivitäten  kaum  den  Tatsachen  entsprechen.  So  erscheine  völlig  abwegig,  dass  geheime  politische  Informationen  (z.B.  Satellitenaufnahmen  von  militärischen  Anlagen,  behördliche  Dokumente  über  LTTE­Anschläge,  Informationen  über  Zahlungen  der  indischen  Regierung  an  tamilische  Parteien,  Listen  von  Waffenlieferungen aus Pakistan nach Sri Lanka) an seine E­Mail­Adresse  geschickt  worden  seien.  Ebenso  unglaubhaft  sei,  dass  der  Beschwerdeführer  im  Schutze  der  Anstellung als Mitarbeiter einer NGO Waffentransporte für die LTTE habe  tätigen  können.  Einerseits  sei  unwahrscheinlich,  dass  ein Nicht­Mitglied  der  Organisation  derartige  Aktionen  durchführe,  zum  anderen  dürfe  berechtigterweise  angenommen  werden,  dass  solche  illegalen  Handlungen  leicht  von  Mitarbeitern  der  NGO  bemerkt  und  niemals  toleriert worden wären. Davon  ausgehend,  dass  die  geltend  gemachte Unterstützung  der  LTTE  gar  nicht  erfolgt  sei,  sei  auch  den  daraus  abgeleiteten  Verfolgungshandlungen  durch  die  sri­lankischen  Sicherheitskräfte  die 

E­667/2007 Grundlage entzogen. Konkret würden jedoch auch weitere Schilderungen  des  Beschwerdeführers  die  Verfolgungsabsichten  des  Staates  als  unglaubhaft erscheinen  lassen. So habe er beispielsweise behauptet, er  sei  im  Oktober  2005  an  einem  Wochenende  an  seinem  Arbeitsplatz  gesucht und dann von der Arbeitskollegin  rechtzeitig zu Hause über die  Suche  informiert  worden.  Diese  Vorgehensweise  der  Sicherheitskräfte  widerspreche jedem professionellen, polizeitaktischen Verhalten. Ebenso realitätsfremd erscheine das Vorbringen des Beschwerdeführers,  er  sei  im  Mai  2004  wegen  mutmasslicher  Unterstützung  der  LTTE  verhaftet,  dann  aber  vom  zuständigen  Polizeichef  wieder  freigelassen  worden,  weil  er  dessen  Nichte  gekannt  habe.  Berechtigterweise  sei  anzunehmen,  dass  bei  tatsächlichem  Verdacht  der  LTTE­ Zusammenarbeit  ein  strafrechtliches  Ermittlungsverfahren  eingeleitet  worden wäre.  Der  Beschwerdeführer  sei  weiter  nicht  imstande  gewesen,  plausibel  zu  erklären,  weshalb  er  von  der  sri­lankischen  Regierung  gesucht  werde.  Anfänglich  habe er  angegeben,  die Regierung habe  seine Familie  nicht  gemocht  und  nun  noch  versucht,  ihn  als  letztes männliches Mitglied  zu  eliminieren,  dann  habe  er  gemutmasst,  sein  Freund  E._______  könnte  bei seiner Festnahme eine Aussage über ihn gemacht haben. Auch habe  er als weiteres mögliches Motiv seine Arbeit bei einer NGO angegeben. Insgesamt lasse sich vor dem Hintergrund obiger Erwägungen feststellen,  dass  die  Schilderungen  des  Gesuchstellers,  auch  wenn  sie  auf  den  ersten Blick umfangreich und dramatisch erschienen, kaum konkrete und  überzeugende  Fakten  enthielten.  Etliche  Behauptungen  seien  im  länderspezifischen  Kontext  nicht  nachvollziehbar,  müssten  als  tatsachenwidrig  eingestuft  werden  oder  widersprächen  der  Logik  des  Handelns.  Zudem  vermöge  keines  der  eingereichten  Beweisdokumente  die obigen Erwägungen zu entkräften. Schliesslich führte das BFM noch erhebliche Vorbehalte in Bezug auf die  Glaubhaftigkeit  der  vom  Gesuchsteller  dargelegten  Reiseumstände  an.  Die  Behauptung,  die  Reise  habe  sieben  Monate  gedauert,  da  der  Beschwerdeführer auf ein Schiff gebracht worden sei, welches sich erst  noch dreieinhalb Monate im australischen Meer aufgehalten habe, bevor  es  losgefahren sei, wirke  realitätsfremd und gebe Anlass zur Annahme,  der Gesuchsteller versuche, die Asylbehörden über seinen Reiseweg, die 

E­667/2007 tatsächlichen  Reisedaten  und  womöglich  über  weitere  Aufenthalte  in  Drittländern im Unklaren zu lassen.  Insgesamt  bezeichnete  das  BFM  die  Vorbringen  daher  als  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  AsylG  nicht  standhaltend. 4.2.    In  seiner  Beschwerde  hielt  der  Beschwerdeführer  diesen  Erwägungen Folgendes  entgegen: Die Vorinstanz  habe  den Begriff  des  Glaubhaftmachens  falsch  angewandt.  Im  Asylverfahren  gelte  ein  reduziertes  Beweismass  und  Glaubhaftmachung  lasse  durchaus  Raum  für gewisse Einwände und Zweifel. Entscheidend sei, ob die Gründe, die  für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprächen, überwögen oder  nicht. Es habe somit eine Abwägung des Gesagten stattzufinden. Dabei  sei auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen und es verbiete sich ein  allzu  schematisches  Vorgehen.  Der  vom  BFM  vorgenommenen  Glaubhaftigkeitsbeurteilung  hielt  der  Beschwerdeführer  entgegen,  die  Detailliertheit  seiner  Aussagen  sei  nicht  gebührend  gewürdigt  worden.  Gleiches gelte für den Umstand, dass er seine Vorbringen mit zahlreichen  Beweismitteln  untermauert  habe.  Das  BFM  habe  aufgrund  gewisser  Zweifel  vorschnell  auf  Unglaubwürdigkeit  der  Vorbringen  geschlossen  und  damit  die  geforderte  Abwägung  aller  Elemente  unterlassen.  Auch  habe es die Beweismittel mit einem Satz als ungeeignet bezeichnet, ohne  diese  Qualifizierung  zu  begründen,  was  als  eine  Verletzung  der  Begründungspflicht  und  damit  des  Anspruchs  auf  rechtliches  Gehör  zu  werten  sei. Weiter  führte  der Beschwerdeführer  aus,  das BFM habe  zu  Unrecht  erwogen,  dass  er  keinen Grund  für  die  Suche  durch  die  LTTE  habe  angeben  können.  Angesichts  des  Umstandes,  dass  er  Träger  geheimer Informationen gewesen sei, habe seine Flucht für die LTTE ein  Risiko dargestellt, da er die Informationen hätte weitergeben können. Der  Umstand,  dass  sein  Cousin  L._______  aus  diesem  Grund  erschossen  worden  sei,  zeige  auch  die  Gefahr  für  ihn  auf.  Das  entsprechende  Beweismittel, mithin das Schreiben der Ehefrau des ermordeten Cousins,  sei vom BFM übrigens mit keinem Wort gewürdigt worden. Des Weiteren  sei  zu  berücksichtigen,  dass  die  LTTE  –  wie  dem  eingereichten  Zeitungsartikel  zu  entnehmen  sei  –  Kinder  und  Jugendliche  zwangsrekrutieren würden. Auch habe er erwähnt, dass sein ermordeter  Freund E._______ womöglich gegenüber der Karuna­Gruppe, welche ihn  festgenommen habe,  seinen Namen genannt  habe,  und  sein Name auf  diesem Weg auch der Armee  zugetragen worden  sei. Weiter  führte  der  Beschwerdeführer  aus,  er  habe  auch  plausibel  dargelegt,  weshalb  die 

E­667/2007 LTTE ­ auch ohne Mitgliedschaft seinerseits ­ derart grosses Vertrauen in  ihn  gehabt  und  ihn  mit  den  erwähnten  Aufgaben  betraut  hätten.  Zu  Unrecht habe das BFM sodann bezweifelt, dass auf seine E­Mail­Adresse  geheime  politische  und  militärische  Informationen  eingegangen  seien.  Diese  Tatsache  könne  via  den  Provider  möglicherweise  verifiziert  werden. Der Beschwerdeführer wies in diesem Zusammenhang auf einen  Artikel  in der Zeitung "Sudar Oli" vom 3. Januar 2007 hin, aus welchem  hervorgehe, dass drei Armeemitglieder den LTTE geheime Informationen  geliefert  hätten  und  diesen  nun  die  Todesstrafe  drohe.  Der  Beschwerdeführer  hielt  weiter  auch  an  der  Darstellung  fest,  dass  er  während  seiner  Anstellung  bei  der  NGO  mit  den  Fahrzeugen  der  Organisation  Waffentransporte  ausgeübt  habe.  Da  er  mit  lokalen  Mitarbeitern  zusammengearbeitet  habe,  habe  die  NGO  nichts  bemerkt.  Die  NGO­Tätigkeit  habe  ihm  auch  Schutz  vor  Kontrollen  geboten;  dennoch sei ihm das Risiko bewusst gewesen. Zu Unrecht habe das BFM  weiter auch die dargestellte Vorgehensweise der Sicherheitskräfte in den  Jahren 2004 und 2005 als unglaubhaft bezeichnet. Es sei doch durchaus  plausibel,  dass  er  wieder  freigelassen  worden  sei,  nachdem  sich  der  Verdacht  nicht  erhärtet  habe.  Vorliegend  sei  die  Freilassung  noch  dadurch begünstigt worden, dass er den Polizeichef gekannt habe. Eine  Untersuchungshaft hätte nur angeordnet werden können, wenn konkrete  Hinweise  auf  eine  LTTE­Unterstützung  vorgelegen  hätten.  Dies  sei  damals noch nicht der Fall gewesen. Der Beschwerdeführer verwies zur Untermauerung seiner Vorbringen auf  folgende  weiteren  eingereichten  Beweismittel:  ein  Artikel  samt  Übersetzung aus der Zeitung "Sudar Oli" vom 3. Januar 2007 betreffend  Verhaftung von drei Armeespionen, ein Artikel aus der Zeitung "Features"  vom 23. Juli 2006 betreffend Rekrutierung von Kindern durch die LTTE,  eine  Bestätigung  der  "F._______"  betreffend  die  Mitgliedschaft  des  Beschwerdeführers  ab  dem  Jahre  2003,  das  Original  des  bereits  eingereichten  "Diagnosis  Tickets"  des  [Spitals]  betreffend  Behandlung  und  Spitalaufenthalt  vom  16.­  19.  April  2002,  eine  vom  20.  April  2002  datierende  Bestätigung  des  Spitals  in  B._______  betreffend  Hospitalisation vom 16. – 19. April 2002  (mit Angabe der Urheberschaft  der Verletzung), eine Bestätigung der Human Rights Commission (HRC)  Sri Lanka samt Visitenkarte betreffend die Registrierung seines Falles per  (…),  ein  Schreiben  der  SLMM  vom  (…)  2006  an  eine  Person  namens  U._______  mit  dem  Inhalt,  dass  das  Verfahren  eingestellt  und  das  Dossier  geschlossen worden sei,  ein Schreiben des Beschwerdeführers  an die SLMM vom (…) 2007, in welchem dieser seine Lage darstellt, ein 

E­667/2007 Bericht  des  [Spitals],  vom 1. November  2006  den  psychischen Zustand  der  Mutter  betreffend,  eine  Bestätigung  der  Ehefrau  des  verstorbenen  Cousins  L._______  vom  8.  Januar  2007  über  dessen  Tod  samt  Todesbescheinigung,  je  zwei  Fotos  von  Begräbnissen  des  ermordeten  Vaters und Onkels und ein Foto des Beschwerdeführers zusammen mit  E._______, das Original des bereits eingereichten Schreibens der Mutter  des Beschwerdeführers vom (…) 2005 an den Gemeindevorsteher über  das Verschwinden des Beschwerdeführers, ein Scheiben der Ehefrau des  verstorbenen  Cousins  vom  (…)  2007  an  den  Gemeindevorsteher  betreffend  Tötung  des  Ehemannes,  ein  Schreiben  der  Mutter  des  Beschwerdeführers an den Gemeindevorsteher vom (…) 2007 betreffend  weitere Behelligungen nach dem Verschwinden des  Beschwerdeführers,  ein  Schreiben  eines  Reverend  vom  12.  Januar  2007,  beinhaltend  die  allgemein  herrschende  Unsicherheit  für  junge  Männer,  und  eine  Bestätigung  des Parlamentsmitglieds Q._______,  in welcher  dieser  das  soziale  Engagement  des  Beschwerdeführers  lobt,  das  Engagement  für  seine  Partei  in  den  Jahren  2001  bis  2005  beschreibt  sowie Drohungen  gegenüber dem Beschwerdeführer bestätigt. Diese Unterlagen dokumentierten gemäss dem Beschwerdeführer,  dass  seine  Mutter  an  verschiedenen  Stellen  wegen  seines  Verschwindens  vorgesprochen  habe,  dass  sein  Cousin  wegen  Beihilfe  zur  Flucht  umgebracht worden sei, dass die Mutter nach wie vor von Unbekannten  behelligt werde, dass sein Fall der SLMM gemeldet worden sei und dass  sein  Vater  und  sein  Onkel  umgebracht  worden  seien.  Mit  seinen  Vorbringen  und  Beweismitteln  seien  die  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  erfüllt.  Sodann  erfüllten  seine  Vorbringen  auch  die  Anforderungen  an  die  Asylrelevanz, da er begründete Furcht vor zukünftiger Verfolgung seitens  der  Sicherheitskräfte,  der  LTTE  und  der  Karuna­Gruppe  habe.  Seine  subjektive  Furcht  sei  nämlich  objektiv  begründet.  So  habe  er  bereits  einmal  eine  Vorverfolgung  erlitten,  und  seine  Familie  sei  aufgrund  des  politischen  Engagements  seines  Vaters  sowie  seiner  Mitgliedschaft  bei  der  G._______  seit  jeher  im  Visier  der  Behörden  gewesen.  Der  Beschwerdeführer  verweist  abschliessend  auf  einen  SFH­Bericht  zur  Desertion aus den LTTE vom Januar 2007.  4.3.  Mit  Beschwerdeergänzung  vom  12.  Februar  2007  reichte  der  Beschwerdeführer  zwei  Originale  bereits  eingereichter  Beweismittel  (Schreiben eines Parlamentariers und Schreiben eines Reverend) zu den 

E­667/2007 Akten:  Weiter  reichte  er  ein  Formular  der  LTTE  ein.  Diesem  sei  zu  entnehmen,  dass  er  sich  im  Büro  in  B._______  zwecks  Aufgabenzuteilung  melden  musste.  Mit  diesem  Schreiben  sei  seine  Beziehung  zur  LTTE  bewiesen.  Er  sei  übrigens  manchmal  schriftlich,  manchmal telefonisch aufgefordert worden, sich bei den LTTE zu melden.  Als  weiteres  Beweismittel  reichte  der  Beschwerdeführer  ein  Anwaltsschreiben zu den Akten. Aus diesem gehe hervor, dass sich die  Mutter an einen Anwalt gewandt habe, da ihr von unbekannter Seite mit  dem Tod gedroht worden sei. Zusammen mit dem Anwalt habe sich die  Mutter  auf  dem  Polizeiposten  in  B._______  beschwert.  Auch  habe  sie  dort angegeben, dass der Beschwerdeführer seit Oktober 2005 vermisst  sei,  und  man  sie  bitte  in  Ruhe  lassen  solle.  Schliesslich  reichte  der  Beschwerdeführer  eine  Visitenkarte  von  K.  T._______,  einem  lokalen  Mitarbeiter des IKRK ein. Das IKRK habe die Mutter besucht, weil sie den  Beschwerdeführer  zuvor  als  vermisst  gemeldet  habe.  Aufgrund  deren  Aussage, dass sich der Beschwerdeführer nun  in der Schweiz aufhalte,  sei  das  Dossier  geschlossen  worden.  Der  Eingabe  lagen  die  entsprechenden Zustellcouverts der Beweismittel aus Sri Lanka bei. 4.4.  In  seiner  Vernehmlassung  vom  26.  Februar  2007  führte  das  BFM  aus,  der  Beschwerdeführer  vermöge  trotz  der  grossen  Anzahl  eingereichter  Beweismittel  keine  aktuelle  Verfolgungssituation  aufzuzeigen.  So  handle  es  sich  bei  den  eingereichten  Dokumenten  zu  einem grossen Teil um Arbeitsbestätigungen oder Arztzeugnisse älteren  Datums.  Auch  den  Schreiben  von  nahen  Angehörigen  könne  aus  offensichtlichen  Gründen  kein  Beweiswert  zugemessen  werden.  Auch  aus dem Umstand, dass sich der Beschwerdeführer  in seiner Heimat an  die  SLMM  gewandt  habe,  lasse  sich  kein  Beweis  für  die  behauptete  Gefährdung  ableiten.  Aus  den  diesbezüglichen  Visitenkarten  und  Schreiben  gehe  nur  hervor,  dass  der  Beschwerdeführer  Kontakt  mit  dieser Organisation gehabt habe. Dem neu eingereichten Schreiben der  SLMM vom (…) 2006 sei zu entnehmen, dass  in der Angelegenheit des  Beschwerdeführers  keine  stichhaltigen  Beweise  vorlägen  und  das  angelegte  Dossier  zu  schliessen  sei.  Zusammenfassend  sei  somit  kein  einziges  der  eingereichten  Schriftstücke  geeignet,  eine  aktuelle  Gefährdungssituation zu dokumentieren. 4.5.  In der Replik vom 19. März 2007 wiederholte der Beschwerdeführer  nochmals  die  Gründe  für  seine  Gefährdung:  Er  werde  nach  wie  vor  gesucht,  weil  er  ein  Informant  der  LTTE  gewesen  sei,  weil  er  des  Waffenhandels verdächtigt worden sei, weil er eine wichtige Person in der 

E­667/2007 Region gewesen sei  (Vater politisch  tätig, er selbst  für NGOs tätig), und  weil  er  die  LTTE  und  die  V._______  stark  unterstützt  habe.  Der  Beschwerdeführer machte weiter geltend, er habe in Sri Lanka ein gutes  Einkommen  und  einen  guten  Job  gehabt,  und  hätte  dies  nicht  ohne  triftigen  Grund  aufgegeben.  Dass  die  SLMM  das  Dossier  nach  seiner  eigenen  Meldung  seiner  Ausreise  in  die  Schweiz  geschlossen  habe,  lasse  keine  Rückschlüsse  auf  die  gegenwärtigen  Probleme  seiner  Familienangehörigen  zu.  Das  BFM  habe  sodann  der  Visitenkarte  des  IKRK zu Unrecht keinen Beweiswert beigemessen. Sollte die Vorinstanz  Zweifel  an  den  Vorbringen  hegen,  hätte  sie  im  Rahmen  des  Untersuchungsgrundsatzes  beim  betreffenden  IKRK­Delegierten  Abklärungen  treffen  müssen.  Weiter  rügte  der  Beschwerdeführer,  das  BFM  habe  sich  nicht  zum  Umstand  geäussert,  dass  Armeeangehörige  wegen  Spitzeldiensten  angeklagt  worden  seien.  Es  sei  davon  auszugehen, dass im Rahmen von Strafuntersuchungen gegen diese drei  Leute  die  Justizbehörden  das  ganze  Netz  untersuchten  und  dann  zwangsläufig  auf  seinen  Namen  stiessen,  da  die  Armee  ja  auch  Informationen auf seine Adresse geschickt habe. Konkretes Indiz sei der  Vorfall vom (…), als Leute der Special Task Force zur Mutter nach Hause  gekommen seien und nach ihm gesucht hätten. Auf dem Rückweg, (…),  seien  diese  Leute  in  eine  Bombe  geraten.  Am  Nachmittag  sei  eine  Spezialeinheit  zu  ihnen  zurückgekehrt  und  habe  wegen  Spionageverdachts  den  Ehemann  der  Schwester  für  zwei  Tage  festgenommen.  Zur  Untermauerung  dieses  Vorbringens  reichte  der  Beschwerdeführer  eine  Internetmeldung  über  die Bombenexplosion  (…)  zu  den  Akten.  Der  Beschwerdeführer  reichte  zudem  ein  SFH­ Positionspapier vom 1. Februar 2007 zur Gefährdung von der Spionage  für die LTTE verdächtigten Personen sowie einen Bericht der SLMM zur  Lage in seiner Herkunftsregion ein. 4.6.    In  einer  weiteren  Beschwerdeergänzung  reichte  der  Beschwerdeführer einen Zeitungsartikel der Südostschweiz vom 27. März  2007,  diverse  Internetberichte  und  einen  SFH­Bericht  zur  Gefährdung  wegen  Desertion  aus  den  LTTE  zu  den  Akten.  Aus  den  eingereichten  Beweismitteln  gehe  hervor,  dass  die  LTTE  über  eine  eigene  Luftwaffeneinheit  verfügten.  Dieser  Artikel  belege  die  Richtigkeit  seiner  Ausführungen, habe er doch anlässlich der Anhörung darüber berichtet,  dass  ihm  Informationen  über  die  Existenz  einer  Flugbasis  zugetragen  worden  seien.  Dies  habe  er  zu  einem  Zeitpunkt  gemacht,  als  dieser  Umstand  der  Öffentlichkeit  noch  nicht  bekannt  gewesen  sei.  Den  Internetberichten  sei  sodann  zu  entnehmen,  dass  in  Gefechten  täglich 

E­667/2007 Menschen  das  Leben  verlören  und  eine  Gefährdung  auch  in  Colombo  bestehe,  und  dass  kürzlich  zwei  IKRK­Mitarbeiter  umgebracht  worden  seien,  was  wiederum  auf  eine  Gefährdung  seiner  Person  als  NGO­ Mitarbeiter  schliessen  lasse.  Sodann  könne  dem  SFH­Bericht  zur  Gefährdung wegen LTTE­Desertion entnommen werden, dass diese sehr  gross sei.  4.7.   Mit  Eingabe  vom 25.  August  2007  teilte  der Beschwerdeführer  im  Rahmen  des  ihm  zu  den  anonymen  Schreiben  gewährten  rechtlichen  Gehörs  mit,  er  sei  hier  in  der  Schweiz  von  drei  Männern,  die  sich  als  Mitglieder der LTTE­Büros in der Schweiz ausgegeben hätten, über seine  Situation im Asylverfahren ausgefragt worden. Er sei beschuldigt worden,  die  LTTE  verunglimpft  zu  haben.  Es  sei  ihm  gedroht  worden,  dass  er  hierfür  bestraft  werde.  Aus  Angst  habe  er  davon  bisher  niemandem  erzählt. Am 12. Juni 2007 sei er erneut von drei LTTE­Männern besucht  worden.  Er  habe  in  ein  weisses  Auto  einsteigen müssen  und  sei  nach  W._______  in  einen  Park  geführt  worden,  wo  er  über  seine  familiäre  Situation  befragt  worden  sei.  Er  sei  auch  zu  seinen  Angaben  im  Asylverfahren  zu  den LTTE gefragt worden. Am Schluss  sei  er  bedroht  und  zum  Verlassen  der  Schweiz  aufgefordert  worden.  Es  sei  davon  auszugehen, dass diese Leute über  ihn unwahre Angaben verbreiteten,  damit  er  nach  Sri  Lanka  ausgewiesen  werde.  Offenbar  habe  die  LTTE  Angst,  dass  er  Geheimes  preisgebe.  Abschliessend  beantragte  der  Beschwerdeführer,  dass  die  Denunzierungsschreiben  bei  der  Entscheidfällung mangels Beweiswert nicht zu berücksichtigen seien.  4.8.  In  einer  weiteren  Stellungnahme  vom  10.  Oktober  2007  hielt  der  Beschwerdeführer  daran  fest,  dass  er  im  bisherigen  Verfahren  wahrheitsgetreue  und überprüfbare Angaben gemacht  habe. Er  verwies  nochmals darauf, dass gewisse Personen  ihn scheinbar davon abhalten  wollten,  sein  Asylverfahren  in  der  Schweiz  zu  durchlaufen.  Der  Beschwerdeführer  beantragte,  im  Zweifelsfalle  seien  Abklärungen  hinsichtlich früherer Aufenthalte in Drittländern zu tätigen. 4.9.  In  einer  weiteren  Beschwerdeergänzung  vom  6.  September  2008  informierte  der  Beschwerdeführer  darüber,  dass  seine  Schwester  vor  Kurzem darüber  informiert worden sei,  dass  im Zusammenhang mit der  Strafuntersuchung  gegen  Armeeangehörige  sein  Name  in  der  Tageszeitung  X._______  erwähnt  worden  sei.  Seine  Eltern  hätten  sich  aus  diesem  Grund  in  die  Bibliothek  begeben  und  eine  Kopie  dieses  Artikels erstellt. Diesen reiche er nun zu den Akten. Dieses Beweismittel 

E­667/2007 bestätige  seine bisherigen Ausführungen und die Furcht  vor  zukünftiger  Verfolgung.  Weiter  verwies  der  Beschwerdeführer  auf  die  im  Grundsatzurteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  14.  Februar  2008  vorgenommene  Einschätzung  der  Lage  in  Sri  Lanka.  Schliesslich  wies  der  Beschwerdeführer  darauf  hin,  dass  ein  ranghoher  Karuna­ Angehöriger  nun  Gouverneur  der  Ost­Provinz  sei,  und  er  dadurch  klarerweise gefährdet wäre, müsste er dorthin zurückkehren. Der Eingabe  lagen  diverse  Spitalfotos  die  zwischenzeitlich  erlittenen  [Verletzungen]  des Beschwerdeführers betreffend bei. Mitte November 2008 reichte der  Beschwerdeführer  einen  Bericht  des  [Spital]  seine  Hospitalisation  betreffend nach. 4.10.  Mit  Beschwerdeergänzung  vom  9.  Oktober  2009  informierte  der  Beschwerdeführer über Ermordungen von LTTE­Unterstützern durch die  Regierungstruppen  im  Osten  des  Landes,  wo  weiterhin  seine  Familie  wohnhaft  sei.  Der  Ehemann  seiner  Schwester  habe  im  Übrigen  bereits  mehrmals vergeblich versucht, das Land zu verlassen. Nun halte er sich  in  einem  Flüchtlingslager  in  Y._______  auf,  wo  es  aber  auch  zu  Ermordungen komme. Der Eingabe lagen Internetberichte und eine DVD,  beinhaltend Fotos von zerstückelten Leichen und einen CNN­Bericht über  Hinrichtungen im Jahre 2009 sowie eine weitere DVD mit dem Titel "Per  quanto  tempo  dobbiamo  vivere  cosi?"  bei.  Letztere  porträtiert  menschliche  Schicksale  aus  dem  Jahre  2008  im  sri­lankischen  Bürgerkriegsgebiet. 4.11. In einer weiteren Beschwerdeergänzung vom 19. Januar 2011 teilte  der  Beschwerdeführer  mit,  trotz  der  offiziellen  Beendigung  des  Krieges  sei  er  bei  einer  Rückkehr  nach  wie  vor  im  erwähnten  Ausmass  von  unterschiedlicher Seite gefährdet. Gewisse Exponenten der Karuna­ und  der  Piliyangruppe  seien  in  seiner  Herkunftsregion  aktiv  und  hätten  wichtige Posten in Sri Lanka inne. Der staatliche Geheimdienst habe viele  alte  LTTE­Mitglieder  und  –Unterstützer  umgebracht.  Schätzungsweise  30'000  Leute  seien  noch  in Gefängnissen.  Hinsichtlich  der  Lage  seiner  Familie machte er  geltend,  diese habe wegen  ihm nach wie  vor  grosse  Probleme. Seine Schwester  und  seine Mutter  lebten  zwischenzeitlich  in  Indien. Der Beschwerdeführer wies  abschliessend nochmals  darauf  hin,  dass er sich in der Schweiz bestmöglichst integriert habe. 5. 

E­667/2007 5.1. Das Bundesverwaltungsgericht hält vorab zu der geltend gemachten  formellen  Rüge  der  Verletzung  des  rechtlichen Gehörs  im Rahmen  der  Beweismittelwürdigung Folgendes fest:  Die  Vorinstanz  hat  im  angefochtenen  Entscheid  unter  Ziffer  3  erwähnt,  dass  der  Beschwerdeführer  zur  Untermauerung  seiner  Vorbringen  diverse  Beweismittel  wie  Arbeitsverträge,  Zeitungsartikel  und  Bestätigungen eingereicht habe. Gleichzeitig hat sie darauf hingewiesen,  dass  auf  diese,  soweit  für  den  Entscheid  erheblich,  unter  Ziffer  II  der  Erwägungen  eingegangen  werde.  Entgegen  dieser  Ankündigung  lässt  Ziffer  II  jedoch  jegliche  Auseinandersetzung  mit  den  Beweismitteln  vermissen.  Hingegen  findet  sich  unter  Ziffer  I  2  b)  die  Erwägung,  dass  keines  der  vom  Beschwerdeführer  eingereichten  Beweisdokumente  die  vorangehenden  Erwägungen  zu  entkräften  vermöge.  Eine  Begründung  für diese Einschätzung lässt sich dem Entscheid nicht entnehmen.  Im  Rahmen  des  Vernehmlassungsverfahrens  hat  das  BFM  die  ausstehende  Begründung  nachgeliefert  und  ausgeführt,  bei  den  eingereichten  Dokumenten  handle  es  sich  zum  grossen  Teil  um  Arbeitsbestätigungen und Arztzeugnisse älteren Datums, welche keinerlei  Rückschlüsse  auf  eine  allfällige  aktuelle  Verfolgungssituation  erlaubten.  Auch  den  vorgelegten  Schreiben  von  nahen  Angehörigen  könne  aus  offensichtlichen Gründen kein Beweiswert zugemessen werden. Sodann  könne  auch  dem  Umstand,  dass  die  SLMM  mit  der  Sache  des  Beschwerdeführers befasst gewesen sei, kein  Beweis für die behauptete  Gefährdung  abgeleitet  werden.  Grundsätzlich  gehe  aus  den  diesbezüglich vorgelegten Visitenkarten und Schreiben nur hervor, dass  der Beschwerdeführer in Kontakt mit diesen Organisationen gewesen sei.  Dies  bedeute  noch  keineswegs,  dass  der  dort  deponierte  Sachverhalt  den Tatsachen entspreche oder als wahr erachtet worden sei.  Das  Bundesverwaltungsgericht  erachtet  die  vom  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  vorgenommene  Würdigung  der  zahlreichen  eingereichten  Beweismittel  mittels  eines  einzigen  Satzes  als  den  Anforderungen  an  die  Begründungspflicht  nicht  genügend.  Mit  der  Pauschalwürdigung  diverser  Dokumente,  welche  für  sich  jeweils  unterschiedliche Begründungen für die fehlende Beweisrelevanz erfordert  hätten,  hat  die Vorinstanz das  rechtliche Gehör  des Beschwerdeführers  verletzt.  Aus  der  ausführlichen  Stellungnahme  in  der  Vernehmlassung  kann  geschlossen  werden,  dass  das  BFM  die  Mangelhaftigkeit  seiner  diesbezüglichen Begründung der Verfügung offenbar erkannt hat. 

E­667/2007 Der Anspruch auf  rechtliches Gehör  ist  formeller Natur. Eine Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  führt  deshalb  grundsätzlich  ­  das  heisst  ungeachtet der materiellen Auswirkungen ­ zur Aufhebung des daraufhin  ergangenen  Entscheides  (vgl.  BVGE  2009/54  E.  2.5,  2008/47  E.  3.3.4,  2008/14  E.  4.1,  2007/30  E.  8.2,  2007/27  E.  10.1).  Eine  Heilung  von  Gehörsverletzungen  ist  aus  prozessökonomischen  Gründen  auf  Beschwerdeebene aber dann möglich, wenn das Versäumte nachgeholt  wird,  der  Beschwerdeführer  dazu  Stellung  nehmen  kann  und  der  Beschwerdeinstanz  im  streitigen  Fall  die  freie  Überprüfungsbefugnis  in  Bezug  auf  Tatbestand  und  Rechtsanwendung  zukommt,  sowie  die  festgestellte Verletzung nicht schwerwiegender Natur ist und die fehlende  Entscheidreife  durch  die  Beschwerdeinstanz  mit  vertretbarem  Aufwand  hergestellt werden kann (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.3.4). Angesichts der auf Vernehmlassungsstufe nachgeholten Begründung und  der  dem  Beschwerdeführer  dazu  eingeräumten  Gelegenheit  zur  Stellungnahme,  von  welcher  er  mit  Eingabe  vom  19.  März  2007  Gebrauch gemacht hat, und unter Berücksichtigung der vollen Kognition  des Gerichts  kann  daher  der  festgestellte  Verfahrensmangel  als  geheilt  erachtet  werden,  zumal  der  rechtserhebliche  Sachverhalt  erstellt  und  somit die notwendige Entscheidreife gegeben ist. Nach  dem Gesagten  besteht  somit  keine  Veranlassung,  die  Verfügung  des  BFM  vom  22.  Dezember  2006  aus  formellen Gründen  aufzuheben  und  die  Sache  zur  Neubeurteilung  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen. 5.2.  In  materieller  Hinsicht  kommt  das  Bundesverwaltungsgericht  in  Abwägung sämtlicher Aussagen und unter Berücksichtigung der aktuellen  Lage  in  Sri  Lanka  zum  Schluss,  dass  der  Beschwerdeführer  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfüllt  und  die  Beschwerde  folglich  im  Asylpunkt abzuweisen ist. Zwar hat sich das BFM  im angefochtenen Entscheid  in der Hauptsache  mit  der  Frage  der  Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen  auseinandergesetzt.  Aufgrund  der  markant  veränderten  Lage  im  Heimatland  des  Beschwerdeführers seit seiner Ausreise im Jahre 2006 erscheint es aber  sinnvoll,  einleitend  diese  sich  teilweise  auf  die  Asylrelevanz  der  Vorbringen  auswirkenden  Veränderungen,  welche  ausführlich  in  der  neusten  Lageanalyse  des  Bundesverwaltungsgerichts  im  Urteil  E­ 6620/2008 vom 27. Oktober 2011 dargelegt werden, zu skizzieren:

E­667/2007 Am 19. Mai 2009 verkündete der Regierung Sri Lankas offiziell den Sieg  der Regierungstruppen über die LTTE, und Präsident Rajapakse erklärte  den seit 26 Jahren dauernden Krieg für beendet. Das Führungskader der  LTTE  ist  der  Medienberichterstattung  zufolge  komplett  ausgelöscht  worden. Hinweise  auf  aktive  LTTE­Kader  im Norden Sri  Lankas  gibt  es  laut  SFH  keine.  Die  höchstrangigen  LTTE­Kader  waren  entweder  gefangen  genommen  oder  getötet  worden  (so  auch  der  LTTE­Chef  Velupillai  Prabhakaran),  oder  sie  konnten  das  Land  verlassen.  Es  gibt  keine Anzeichen, dass die LTTE heute noch in der Lage wären, Angriffe  auf  die  Sicherheitskräfte  oder  sonstige  Attentate  auszuführen.  Es  ist  somit  davon  auszugehen,  dass  im  heutigen  Zeitpunkt  von  den  LTTE  keine  Verfolgungshandlungen  mehr  ausgehen  und  diese  Organisation  respektive  deren  Führungsverantwortliche  nicht  mehr  als  Verfolger  in  Erscheinung  treten  können.  Vor  diesem  Hintergrund  muss  das  zentrale  Vorbringen  des  Beschwerdeführers,  nach  Aufgabe  seiner  für  die  LTTE  ausgeübten  Geheimdienstaktivität  im  Jahre  2006  von  den  LTTE  selbst  heute  noch  Verfolgung befürchten zu müssen, ungeachtet seiner Glaubhaftigkeit, als  hinfällig  geworden  bezeichnet  werden. Ob  dieser  Sachlage  vermag  der  Beschwerdeführer aus der eingereichten LTTE­Vorladung aus dem Jahre  2004 heute nichts mehr für sich abzuleiten.   5.3.    Soweit  der Beschwerdeführer weiter  geltend machte,  im Zeitpunkt  der  Ausreise  im  Jahre  2006  auch  von  Seiten  der  Karuna­Anhänger  gesucht worden zu sein, ist festzuhalten, dass das Gericht ein damaliges  Interesse der Karuna­Gruppe am Beschwerdeführer nicht von Vornherein  ausschliesst,  dies  jedoch  vor  folgendem  Hintergrund:  Der  ehemalige  LTTE­Führer  Karuna  setzte  sich  im  März  2004  von  den  LTTE  ab  und  gründete die sogenannte Karuna­Gruppe, die im Osten Sri Lankas, in der  Region  um  Batticaloa,  aktiv  war.  In  der  Folgezeit  entwickelte  sich  ein  blutiger  innertamilischer  Machtkampf  zwischen  den  LTTE  und  der  Karuna­Gruppe,  welcher  sich  2006  drastisch  intensivierte.  Dabei  benutzten  sowohl  die  Karuna­Fraktion  als  auch  die  LTTE  Selbstmordattentäter  und  schreckten  vor Morden  an Zivilpersonen  nicht  zurück.  Die  LTTE warfen  der  Regierung  vor,  die  Attentate  der  Karuna­ Gruppe  stillschweigend  zu  billigen  oder  sogar  zu  unterstützen. Wie  die  LTTE  war  die  Karuna­Gruppe  im  Jahr  2006  für  politische  Morde,  Verschleppungen und Folter verantwortlich. Genaue Zahlen konnten nicht  ermittelt werden,  da  sich die Karuna­Gruppe  ­ wie auch die LTTE  ­  nur  selten  zu  ihren  Aktionen  bekannte.  Besonders  aktiv  war  die  Karuna­

E­667/2007 Gruppe bei der Rekrutierung von Soldaten, auch Kindersoldaten.  In der  Region  Batticaloa  kam  es  wöchentlich  zu  Entführungen  von  Minderjährigen,  die  aber  kaum angezeigt wurden. Die SLMM berichtete  von  mehreren  hundert  zwangsrekrutierten  Jugendlichen.  Als  Gegenleistung zum Verzicht auf eine Anzeige bei den Behörden erhielten  die  betroffenen  Familien  Geld  und  teilweise  ein  Besuchsrecht  in  den  Militärcamps der Gruppe (SFH, Sri Lanka ­ aktuelle Situation, Ein Update,  November 2006; Urteil des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein­Westfalen  vom 29. April 2009, Aktenzeichen 3 A 627/07.A). Diese Auskünfte zeigen  damit auf, dass die Zivilbevölkerung  im Osten Sri Lankas zum Zeitpunkt  der  Ausreise  des  Beschwerdeführers  im  Jahre  2006  in  nicht  unerheblicher  Weise  menschenrechtswidrigen  Repressionen  durch  die  Karuna­Gruppe  ausgesetzt war. Mit  Blick  auf  die  Sicherheitslage  in  der  Ostprovinz  im  Mai  2006,  die  wie  erwähnt  durch  gewalttätige  Auseinandersetzungen  zwischen  der  Karuna­Gruppe  und  den  LTTE  geprägt  war,  verfolgte  die  Karuna­Gruppe  mit  den  Zwangsrekrutierungsmassnahmen  das  Ziel,  Kämpfer  für  die  Auseinandersetzung mit den LTTE zu beschaffen. Anknüpfungspunkt für  solche  Zwangsrekrutierungen  war  die  Anwesenheit  der  Betroffenen  im  umkämpften Gebiet.  Das  Bundesverwaltungsgericht  erachtet  es  deshalb  als  durchaus  möglich,  dass  der  Beschwerdeführer  im  Rahmen  dieser  Rekrutierungsmassnahmen  ebenfalls  von  der  Karuna­Gruppe  gesucht  worden  ist.  Eine  damit  zusammenhängende Gefährdung  ist  aber  heute  nach Beendigung des Krieges jedenfalls als hinfällig zu betrachten. 5.4.  Mit  der  Vorinstanz  erachtet  das  Gericht  hingegen  den  vom  Beschwerdeführer behaupteten Hintergrund der Suche (sei es durch die  Karuna­Gruppe, die LTTE oder die Armee) nach seiner Person, nämlich  die  Flucht  aus  dem  LTTE­Gebiet  als  Inhaber  brisanter  Geheimdienstinformationen,  als  nicht  glaubhaft.  Das  BFM  hat  dieses  Vorbringen  betreffend  bereits  zutreffend  ins  Feld  geführt,  dass  unrealistisch  erscheine,  dass  einem  Nicht­LTTE­Mitglied  geheime  militärische und politische  Informationen zugetragen worden wären. Das  Bundesverwaltungsgericht  teilt  diese  Einschätzung  und  sieht  sich  darin  auch  durch  den  weiteren  Umstand  bestärkt,  dass  das  angebliche  Ausdrucken  dieser  brisanten  E­Mails  und  die  physische  Übergabe  sämtlicher  Meldungen  an  den  Vorgesetzten  als  unnötig  risikoreich  zu  bezeichnen  ist  und  nicht  der  Arbeitsweise  des  LTTE­Geheimdienstes  entsprochen  haben  dürfte.  Dass  der  Beschwerdeführer  als  Nicht­LTTE­

E­667/2007 Mitglied unmittelbar nach seiner Flucht ins von den Rebellen kontrollierte  Gebiet  für  diese  sensible  Tätigkeit  aufgeboten  worden  sei,  weil  er  ein  Freund  von  E._______,  einem  Geheimdienstoffizier,  gewesen  sei,  vermag das Gericht nicht zu überzeugen. Dem Beschwerdeführer gelingt  es  weiter  auch  nicht,  seine  Geheimdienstaktivitäten  mittels  eines  Zeitungsartikels  vom  27.  März  2007  (Die  Südostschweiz)  über  die  Existenz einer LTTE­Flugbasis glaubhaft zu machen. Zwar trifft zu, dass  der Beschwerdeführer  anlässlich  der  Anhörung  vom 6. Dezember  2006  angab, er habe im Rahmen seiner Geheimdienstaktivitäten Informationen  zur  Luftwaffe  und  Flugbasis  der  LTTE  erhalten.  Gleichzeitig  ist  aber  festzustellen, dass über die Existenz einer Luftwaffe der LTTE bereits im  Januar  2006  in  den Medien  berichtet  worden  ist  (vgl.  Sri  Lanka  Board,  news  vom  11.  Januar  2006,  mit  dem  Titel:  LTTE  hat  Luftwaffe).  Der  Beschwerdeführer  vermag  mit  dem  eingereichten  Artikel  somit  nicht  darzutun,  dass  diese  Information  eine  an  ihn  versandte  Geheimdienstnachricht  dargestellt  hat.  Bezeichnenderweise  gab  er  im  Übrigen an, über keine der damals per E­Mail empfangenen Nachrichten  mehr  zu  verfügen  beziehungsweise,  diese  alle  gelöscht  zu  haben.  Bei  dieser  Sachlage  ist  der  nicht  praktikable  Beweisantrag  des  Beschwerdeführers,  es  seien  die  E­Mails  allenfalls  vom  Bundesverwaltungsgericht  durch  den  Provider  erhältlich  zu  machen,  abzuweisen. Dem Beschwerdeführer  gelingt  es weiter  auch nicht,  seine  Geheimdienstaktivitäten mittels der auf Beschwerdeebene eingereichten  Zeitungskopie  zu  untermauern.  Die  fragliche  Kopie  aus  der  Zeitung  "X._______"  vom  (…)  (nur  in  Fotokopie  vorgelegt) mit  dem  Titel  "(…)",  welcher angeblich Bezug auf den im Original eingereichten Artikel  in der  "Sudar  Oli"  vom  3.  Januar  2007  betreffend  Verhaftung  von  drei  Armeespionen  nehmen  soll,  erscheint  konstruiert  und  journalistisch  unbeholfen, so dass davon ausgegangen werden muss, dass es sich um  eine  leicht  produzierbare  Falschmeldung  handelt,  (vgl.  zur  Aufgabe  solcher  fingierter  Meldungen  beispielsweise:  http://  www.  techcular.com/create­fake­newspaper­article­online.). Nachdem  es  dem  Beschwerdeführer  somit  nicht  gelingt,  seine  Geheimdienstaktivitäten  und  die  Flucht  aus  den  Kreisen  der  LTTE  glaubhaft zu machen, kann ein daraus abgeleitetes Verfolgungsinteresse  der Karuna­Gruppe ebenfalls von Vornherein ausgeschlossen werden. 5.5. Mit dem BFM ist weiter festzustellen, dass es dem Beschwerdeführer  bis  auf  die  Inhaftierung  in  den  Jahren  2001/2002,  an  welcher  ­  nicht  zuletzt  aufgrund  der  eingereichten Original­Beweismittel  ­  kaum  Zweifel 

E­667/2007 bestehen, nicht gelingt, anderweitige Verfolgungsmassnahmen glaubhaft  zu  machen.  So  bezweifelt  nämlich  auch  das  Gericht,  dass  der  Beschwerdeführer  während  seines  über  einjährigen  Aufenthaltes  in  H._______ vom 1. Januar 2003 bis am 7. Mai 2004, während welchem er  in  mannigfaltiger  Weise  (Unterkunftsgewährung,  Aufklärung,  Rekrutierung,  Geldspenden)  die  LTTE  unterstützt  haben  will,  trotz  angeblicher Kenntnisnahme dieser Tätigkeiten durch die CID von dieser  wenige Stunden nach der Verhaftung wieder  freigelassen worden wäre.  Dass die Freilassung aufgrund des Umstandes erfolgt sein soll, dass der  Beschwerdeführer  die  Nichte  des  einen  CID­Beamten  gekannt  habe,  erscheint unrealistisch,  zumal bei der Anhörung des Beschwerdeführers  weitere ihm nicht bekannte Beamte anwesend gewesen sein sollen. Auch  die  weitere  Darstellung,  dass  die  Armee  seine  Arbeitskollegin  am  7.  Oktober  2005  geradezu  vor  Ermittlungen  gegen  ihn  zu  Wochenbeginn  gewarnt  und  ihm  damit  die  Flucht  ermöglicht  habe,  ist  als  ermittlungstechnisch absurd zu bezeichnen. Weitere Zweifel wirft sodann  das Verhalten des Beschwerdeführers auf, welcher trotz dieser Warnung  noch übers Wochenende zu Hause geblieben sein will und den Wohnort  erst am folgenden Montag verlassen habe. Abschliessend gilt es auch die  Erwägungen  zu  bestätigen,  dass  der  angebliche  Waffen­  und  Personentransport  für  die  LTTE  (beispielsweise  nach  Colombo)  im  Rahmen der Tätigkeit  für die NGO aufgrund des doppelten Risikos, von  der NGO selbst oder den staatlichen Kräften entdeckt zu werden, weitere  Zweifel  am  Sachvortrag  des  Beschwerdeführers  aufwirft.  Nachdem  der  Beschwerdeführer  aus  dieser  Tätigkeit  jedoch  keine  Nachteile  für  sich  abgeleitet  hat,  ist  diesem  Vorbringen  und  den  Einwänden  des  Beschwerdeführers nicht weiter nachzugehen. 5.6.  Als  Zwischenergebnis  kann  somit  festgehalten  werden,  dass  der  Beschwerdeführer  die  Gründe,  weshalb  er  im  Zeitpunkt  der  Ausreise  verfolgt  gewesen  sein  soll,  nicht  glaubhaft  zu  machen  vermag.  Daran  vermag  auch  der  Umstand  nichts  zu  ändern,  dass  einige  Personen  im  nahen  Umfeld  des  Beschwerdeführers  in  den  Jahren  vor  der  Ausreise  glaubhafterweise  zu  Tode  gekommen  sind.  Der  Beschwerdeführer  vermochte  hinsichtlich  keiner  dieser  Personen  aufzuzeigen,  dass  deren  Tod  mit  seiner  Person  in  Verbindung  steht.  Soweit  der  vom  Beschwerdeführer  behauptete  Zusammenhang  in  der  Beschwerde  von  den  Familienangehörigen  bestätigt  wird,  ist  festzuhalten,  dass  diesen  Bestätigungen  keine  ausreichende  Beweiskraft  zuzukommen  vermag,  zumal  nirgends  hervorgeht,  aus  welchen  Umständen  die  Betroffenen  einen Zusammenhang zum Beschwerdeführer abgeleitet haben.

E­667/2007 5.7. Nachdem im erwähnten aktuellen Länderurteil E­6220/2006 vom 27.  Oktober  2011  diverse  Personenkreise  definiert  worden  sind,  die  heute  trotz der verbesserten Sicherheitslage seit Beendigung des militärischen  Konfliktes immer noch einer erhöhten Verfolgungsgefahr ausgesetzt sind,  gilt  es  einer  möglichen  Gefährdung  nachfolgend  auch  unter  diesen  Gesichtspunkten  nachzugehen.  Zum  erhöht  gefährdeten  Personenkreis  gehören laut dem erwähnten Urteil  ­  Personen,  die  auch  nach  Beendigung  des  Bürgerkriegs  verdächtigt  werden,  mit  den  LTTE  in  Verbindung  zu  stehen  oder  gestanden  zu  haben, ebenso Anhänger des Ex­Generals Sarath Fonseka,  ­ Journalisten und andere in der Medienbranche tätige Personen, ­ International  und  lokal  tätige  Vertreter  von  NGOs,  die  sich  für  die  Menschenrechte einsetzen oder Verstösse kritisieren,  ­ Opfer und Zeugen von Menschenrechtsverletzungen sowie Personen,  die solche Übergriffe bei den Behörden anzeigen,  ­ Frauen  im  Norden  und  Osten  des  Landes  sowie  in  Haftanstalten  wegen Gefahr sexueller Übergriffe, teilweise Kinder (zwecks Observation)  ­ abgewiesene  Asylbewerber  mit  Verdacht  zu  Kontakten  zum  LTTE­ Kader  ­ Personen, die über beträchtliche  finanzielle Mittel verfügen  (siehe die  ausführliche  Darstellung  der  Personengruppen  im  erwähnten  Urteil  E­ 6220/2006, E. 8) Aus  den  Akten  gehen  nach  dem  Gesagten  keine  glaubhaften  Anhaltspunkte  dafür  hervor,  dass der Beschwerdeführer  seitens der  sri­ lankischen Behörden heute als oppositionell aktiv wahrgenommen würde  oder sonst einer dieser Risikogruppen zugehörig erklärt werden müsste.  Zwar  war  der  Beschwerdeführer  nachgewiesenermassen  für  diverse  NGOs  tätig,  jedoch  hat  er  diese  Arbeit  eigenen  Angaben  zufolge  zirka  sechs Monate vor seiner Ausreise im Jahre 2006 quittiert. Seither scheint  er  keine solchen Kontakte mehr unterhalten  zu haben. Auch kann nicht  davon  ausgegangen  werden,  dass  der  sri­lankischen  Regierung  die  frühere  Tätigkeit  des  Beschwerdeführers  für  NGO­Organisationen 

E­667/2007 bekannt  ist.  Somit  erweist  sich  eine  heutige  Gefährdung  aufgrund  der  Jahre zurückliegenden Tätigkeit nicht als wahrscheinlich.  5.8. Der Beschwerdeführer hat  im Verlaufe des Verfahrens eine Vielzahl  von  Beweismitteln  in  Form  von  Arbeitsverträgen,  Bestätigungen,  Dokumenten,  Fotos,  Artikeln  und  DVDs  eingereicht.  Auf  einige  dieser  Beweismittel  wurde  vorgängig  eingegangen.  Andere  wiederum  wurden  auf  Vernehmlassungsebene  zutreffend  gewürdigt  und  es  kann  auf  die  dortigen  Erwägungen  verwiesen werden.  Das Gericht  stellt  weiter  dazu  fest,  dass  keinem  der  von  ausserhalb  der  Familie  stammenden  Dokumente  eine  klare  Aussage  für  eine  asylrelevante  Gefährdung  des  Beschwerdeführers  entnommen  werden  kann.  Auch  die  eingereichten  DVDs,  welche  mit  den  Hinrichtungen  und  zerstückelten  Leichen  sowie  der Darstellung  der  Lage  der  Zivilbevölkerung  im  Jahre  2008  schlimme  Kriegsbilder  aufzeigen,  vermögen  keine  individuelle  Verfolgung  des  Beschwerdeführers  aufzuzeigen.  Schliesslich kommt das Gericht nicht umhin zu bemerken, dass einzelne  Beweismittel  mit  dem  vom  Beschwerdeführer  dargestellten  Sachverhalt  nicht  übereinstimmen.  So  bestätigte  ihm  beispielsweise  das  Parlamentsmitglied  Q._______,  dass  er  von  den  Sicherheitskräften  mehrmals  festgenommen  und mit Warnungen wieder  entlassen worden  sei.  Diese  mehrmaligen  Festnahmen  und  Freilassungen  unter  Warnungen  hat  der  Beschwerdeführ  selbst  nicht  geltend  gemacht.  Sodann  bestätigte  die  "F._______"  dem  Beschwerdeführer  eine  Mitgliedschaft  ab  dem  Jahre  2003,  was  vor  dem  Hintergrund  erstaunt,  dass  der  Beschwerdeführer  [bereits  Jahre  früher]   eines  der  Gründungsmitglieder gewesen sein will.  5.9.  Zusammenfassend  ist  somit  nicht  davon  auszugehen,  dass  der  Beschwerdeführer  im  Zeitpunkt  der  Ausreise  von  den  sri­lankischen  Sicherheitskräften  oder  von  anderen  paramilitärischen  Gruppierungen  landesweit  gesucht  wurde  oder  in  naher  Zukunft  eine  Verfolgung  zu  befürchten  hätte.  Alleine  der  Umstand,  dass  er  seit  fünf  Jahren  landesabwesend  gewesen  ist  und  in  der  Schweiz  ein  Asylgesuch  eingereicht  hat,  vermag  seine  Flüchtlingseigenschaft  ebenfalls  nicht  zu  begründen. Das Gericht geht davon aus, dass der Beschwerdeführer Sri  Lanka  im  Jahre  2006  vor  dem  Hintergrund  der  sich  damals  verschlimmernden  Auseinandersetzungen  im  Osten  des  Landes  verlassen hat. Auch im heutigen Zeitpunkt muss nicht mit überwiegender  Wahrscheinlichkeit  angenommen  werden,  dass  ihm  bei  einer  Rückkehr 

E­667/2007 nach Sri  Lanka ernsthafte Nachteile  im Sinne des Asylgesetzes  drohen  würden.  Damit  erübrigt  es  sich,  auf  die  weiteren  Ausführungen  in  der  Rechtsmitteleingabe  einzugehen,  weil  diese  am  Ergebnis  des  vorliegenden  Verfahrens  nichts  zu  ändern  vermögen.  Schliesslich  ist  festzuhalten,  dass  auch  die  zwei  angeblichen Besuche  von  Leuten  des  LTTE­Büros  im  Jahre  2007,  welche  sich  danach  offenbar  nicht  mehr  wiederholten,  ebenfalls  keine  Gefährdung  des  Beschwerdeführers  erkennen lassen. Unter  Berücksichtigung  der  gesamten  Umstände  folgt  somit,  dass  der  Beschwerdeführer  keine  Gründe  nach  Art.  3  AsylG  nachweisen  oder  glaubhaft machen konnte. Das BFM hat das Asylgesuch damit zu Recht  abgewiesen. Die Beschwerde ist folglich im Asylpunkt abzuweisen. 6.  Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so  verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den  Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie  (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrechtliche  Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen.  Die  Wegweisung  wurde  demnach  zu  Recht  angeordnet  (vgl.  EMARK 2001 Nr. 21). 7.   7.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder  nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG,  SR 142.20]). 7.2.  Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner  Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte  Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 

E­667/2007 7.3.  Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen  der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art.  83  Abs. 3 AuG). So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus  einem  Grund  nach  Art.  3  Abs.  1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art.  5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli  1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101),  Art.  3  des  Übereinkommens  vom  10.  Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR  0.105)  und  der  Praxis  zu  Art.  3  der  Konvention  vom  4.  November  1950  zum  Schutz  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.  7.4.  Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  zutreffend  darauf hin, dass das Prinzip des  flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement  nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der  in Art. 5  AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  des  Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  ist  demnach  unter  dem  Aspekt  von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers  noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall  einer  Ausschaffung  nach  Sri  Lanka  dort  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­ Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft machen,  dass  ihm  im Fall  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde  (vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom 

E­667/2007 28. Februar  2008, Beschwerde Nr. 37201/06,  §§ 124 ­ 127, mit weiteren  Hinweisen).  Der  EGMR  hat  sich  mit  der  Gefährdungssituation  im  Hinblick  auf  eine  EMRK­widrige  Behandlung  namentlich  für  Tamilen,  die  aus  einem  europäischen  Land  nach  Sri  Lanka  zurückkehren  müssen,  wiederholt  befasst (vgl. NA. v. United Kingdom, Application no. 25904/07, Entscheid  vom 17. Juli 2008; P.K. v. Denmark, Application no. 54705/08, Entscheid  vom  20.  Januar  2011;  T.N.  v.  Denmark,  Application  no.  20594/08,  Entscheid vom 20. Januar 2011; E.G. v. United Kingdom, Application no.  41178/08, Entscheid vom 31. Mai 2011; vgl. BVGE E­6220/2006 vom 27.  Oktober  2011  E.  10.4.2).  Der  Gerichtshof  unterstreicht,  dass  nicht  in  genereller Weise davon auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe  unmenschliche  Behandlung;  eine  entsprechende  Risikoeinschätzung  müsse  vielmehr  verschiedene  Faktoren  in  Betracht  ziehen,  aus  denen  sich  insgesamt  im  Einzelfall  schliessen  lasse,  dass  der  Betreffende  ernsthafte  Gründe  für  die  Befürchtung  habe,  die  Behörden  hätten  an  seiner  Festnahme  und  Befragung  ein  Interesse.  Als  derartige  risikobegründende  Faktoren  nennt  der  EGMR  namentlich  Aspekte  wie  eine  frühere  Registrierung  als  verdächtigtes  oder  tatsächliches  LTTE­ Mitglied,  das  Bestehen  einer  Vorstrafe  oder  eines  offenen  Haftbefehls,  die  Flucht  aus  der Haft  oder  aus Kautionsauflagen,  die Unterzeichnung  eines  Geständnisses  oder  ähnlicher  Dokumente,  die  Anwerbung  als  Informant  der  Sicherheitskräfte,  die  Existenz  von  Körpernarben,  die  Rückkehr  nach  Sri  Lanka  von  London  oder  von  einem  anderen  Ort,  welcher als LTTE­Finanzmittelbeschaffungszentrum gilt,  das Fehlen von  ID­Papieren  oder  anderen  Dokumenten,  die  Asylgesuchstellung  im  Ausland  oder  die  Verwandtschaft  mit  einem  LTTE­Mitglied.  Gleichzeitig  hält  der  EGMR  fest,  dass  dem  Umstand  gebührende  Beachtung  geschenkt werden müsse, dass diese einzelnen Faktoren, für sich alleine  betrachtet,  möglicherweise  kein  "real  risk"  darstellen,  jedoch  bei  einer  kumulativen Würdigung diese Schwelle erreicht  sein  könnte,  namentlich  unter  der  weiteren  Berücksichtigung  der  aktuellen,  gegebenenfalls  erhöhten, Sicherheitsvorkehrungen aufgrund der im Lande herrschenden  allgemeinen Lage (vgl. T.N. v. Denmark, a.a.O., § 93,° S. 28).  Was  die  Prüfung  derartiger  Risikofaktoren  betreffend  die  Situation  des  Beschwerdeführers  anbelangt,  ist  an  dieser  Stelle  auf  die  oben  vorgenommene  Prüfung  zu  verweisen,  ob  der  Beschwerdeführer  einer  Risikogruppe  im  Hinblick  auf  die  Erfüllung  der  Flüchtlingseigenschaft  zugerechnet  werden  müsse.  Nachdem  der  Beschwerdeführer  nicht 

E­667/2007 glaubhaft gemacht hat, dass er befürchten müsse, bei einer Rückkehr ins  Heimatland  die  Aufmerksamkeit  der  sri­lankischen  Behörden  in  einem  flüchtlingsrechtlich  relevanten  Ausmass  auf  sich  zu  ziehen,  bestehen  auch  keine Anhaltspunkte  dafür,  ihm würde aus demselben Grund eine  menschenrechtswidrige  Behandlung  im  Heimatland  drohen.  Allein  der  Umstand,  dass  der  Beschwerdeführer  in  der  Schweiz  [Verletzungen]  erlitten hat, deren Spuren auch heute noch sichtbar sind, vermag für sich  allein  nach  Ansicht  des  Gerichts  nicht  zu  einer  Gefährdung  zu  führen,  befinden sich die auffälligsten Narben doch in einem Bereich, welcher mit  Kleidung  abgedeckt  werden  kann,  und  wäre  der  Beschwerdeführer  zudem angesichts der reichlich vorhandenen Spitalakten aus der Schweiz  in der Lage,  die Ursache der Vernarbung gegenüber den sri­lankischen  Behörden nachzuweisen. Weder die allgemeine Menschenrechtssituation  in  Sri  Lanka  noch  individuelle  Faktoren  in  Bezug  auf  die  Situation  des  Beschwerdeführers  lassen  demnach  den  Wegweisungsvollzug  zum  heutigen Zeitpunkt als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der  Vollzug  der  Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der  asyl­  als  auch  der  völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 7.5.  Zu  prüfen  ist  sodann  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs.  Gemäss  Art.  83  Abs.  4  AuG  ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  insbesondere  dann  nicht  zumutbar,  wenn  die  beschwerdeführende  Person  bei  einer  Rückkehr  in  ihren  Heimatstaat  einer  konkreten  Gefährdung  ausgesetzt  wäre.  Diese  Bestimmung  wird  vor  allem  bei  Gewaltflüchtlingen  angewendet,  das  heisst  bei  Ausländerinnen  und  Ausländern,  die  mangels  persönlicher  Verfolgung  weder  die  Voraussetzungen  der  Flüchtlingseigenschaft  noch  jene  des  völkerrechtlichen  Non­Refoulement­Prinzips  erfüllen,  jedoch  wegen  der  Folgen  von  Krieg,  Bürgerkrieg  oder  einer  Situation  allgemeiner  Gewalt  nicht  in  ihren Heimatstaat  zurückkehren  können.  Im Weiteren  findet  sie  Anwendung  auf  andere  Personen,  die  nach  ihrer  Rückkehr  ebenfalls  einer konkreten Gefahr ausgesetzt wären, weil sie die absolut notwendige  medizinische  Versorgung  nicht  erhalten  könnten  oder  –  aus  objektiver  Sicht  –  wegen  der  vorherrschenden  Verhältnisse  mit  grosser  Wahrscheinlichkeit unwiederbringlich  in völlige Armut gestossen würden,  dem  Hunger  und  somit  einer  ernsthaften  Verschlechterung  ihres  Gesundheitszustands,  der  Invalidität  oder  sogar  dem  Tod  ausgeliefert  wären (vgl. BVGE 2009/28 E. 9.3.1, mit weiteren Verweisen).

E­667/2007 In der angefochtenen Verfügung vom 22. Dezember 2006 hielt das BFM  zur  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges  fest,  eine  Rückkehr  des  Beschwerdeführers  in den Norden und Osten Sri Lankas sei angesichts  der – damals herrschenden – Lage stark erschwert. Von einer generellen  Unzumutbarkeit einer Wohnsitznahme im Süden und Westen des Landes  könne  jedoch  nicht  gesprochen  werden.  Zudem  gebe  es  auch  keine  individuellen  Gründe,  welche  gegen  die  Zumutbarkeit  eines  Wegweisungsvollzuges  sprechen  würden.  Der  Beschwerdeführer  habe  (...) studiert und habe danach verschiedene Stellen inne gehabt. Er habe  somit etliche Berufserfahrung sammeln können. Vor diesem Hintergrund  ergäben sich keine Hinweise darauf, dass er in eine existenzbedrohende  Lage geraten könnte. Auch verfüge der Beschwerdeführer  in der Heimat  über ein verwandtschaftliches Beziehungsnetz. Das Bundesverwaltungsgericht hat im erwähnten Urteil E­6220/2006 vom  27. Oktober 2011 eine neue Beurteilung der allgemeinen Lage sowie der  Nord­  und  Ostprovinzen  Sri  Lankas  unter  dem  Sicherheitsaspekt  vorgenommen und hat dazu im Wesentlichen das Folgende festgehalten:  Gemäss übereinstimmenden Berichten ist heute von einer seit Ende des  bewaffneten Konflikts zwischen der sri­lankischen Armee und den LTTE  im  Mai  2009  erheblich  verbesserten  Sicherheitslage  in  Sri  Lanka  auszugehen,  auch  wenn  sich  das  Land  immer  noch  in  einem  Entwicklungsprozess  befindet.  Auch  vom  UNHCR  wird  diese  Einschätzung  bestätigt.  Die  Lage  präsentiert  sich  jedoch  nicht  in  allen  Landesteilen  gleich:  In  der  Ostprovinz  hat  sich  die  Lage  nach  übereinstimmenden Quellen  weitgehend  stabilisiert  und  normalisiert.  Es  gibt  zwar  vermehrt  Berichte  über  kriminelle  Aktivitäten  (namentlich  Entführungen  von  und Einbrüche  bei  wohlhabenden Personen),  und  es  wird  im  Allgemeinen  davon  ausgegangen,  dass  diese  Straftaten  von  Angehörigen paramilitärischer Gruppierungen begangen werden, welche  in  einem  gewissen  Ausmass  Rückendeckung  durch  die  sri­lankischen  Sicherheitskräfte geniessen. Die Beziehung zwischen den verschiedenen  Ethnien im Osten ist relativ entspannt. Die Tamilen und Muslime im Osten  fürchten sich aber weiterhin vor einer  "Singhalisierung" des Ostens. Die  Polizeipräsenz  soll  vergleichbar  sein mit  den Verhältnissen  in Colombo.  Die Sicherheitseinschränkungen im Trincomalee­Distrikt hatten bereits im  Jahr  2009 merklich  abgenommen.  Die  Sicherheitslage  in  Batticaloa  hat  sich  ebenfalls merklich  verbessert,  obwohl  die  Stadt  nach  wie  vor  eine  hohe  Militärpräsenz  aufweist.  Die  seit  2009  erfolgte  Entspannung  der  Sicherheitslage  in  der  Ostprovinz  ist  auch  für  die  lokale  Bevölkerung 

E­667/2007 spürbar, und der Fortschritt ist erkennbar geworden: Die Infrastruktur wird  ausgebaut  (Aufbau neuer Strassen und Brücken sowie Elektrizitäts­ und  Fernmeldeleitungen).  Beobachter  sprechen  in  diesem  Zusammenhang  von grossangelegten Entwicklungsprojekten  (vgl. BVGE 6220/2006  vom  27. Oktober 2011, E. 13.1, mit weiteren Hinweisen). Das  Bundesverwaltungsgericht  erachtet  angesichts  der  neusten  Lagebeurteilung  den  Wegweisungsvollzug  in  das  gesamte  Gebiet  der  Ostprovinz als grundsätzlich wieder zumutbar.  Der  aus dem Dorf Z._______  (B._______)  im C._______ Distrikt  in  der  Ostprovinz  stammende  Beschwerdeführer  verfügt,  wie  vom  BFM  zur  Recht  festgestellt,  über  ein  Studium  in  (...).  Im Heimatland  hat  er  unter  anderem  als  "(…)"  und  als  Mitarbeiter  in  einer  (...)­firma  gearbeitet.  Er  spricht eigenen Angaben zufolge nebst  tamilisch  fliessend singhalesisch  und  gut  englisch.  Der  Beschwerdeführer  verfügte  im  Zeitpunkt  der  Ausreise noch über seine Mutter und [Geschwister] in Sri Lanka. Zwar hat  er  im  Verlaufe  des  Rechtsmittelverfahrens  angegeben,  die  Mutter  und  eine Schwester seien nach Indien weggezogen. Dieses Vorbringen hat er  jedoch  nicht  untermauert,  so  dass  fraglich  ist,  ob  sich  diese  heute  tatsächlich  nicht mehr  in Sri  Lanka aufhalten.  Immerhin  dürfte weiterhin  [ein Geschwister]  in der Ostprovinz wohnhaft sein,  [welches]  ihn bei der  Wiederansiedelung unterstützen könnte. Aufgrund seiner Ausbildung und  der beruflichen Erfahrungen, die er auch in der Schweiz sammeln konnte,  dürfte dem heute (…)­jährigen Beschwerdeführer der Wiederaufbau einer  wirtschaftlichen  Existenz  auch  ohne  nahe  Familienangehörige  möglich  sein.  Der  Umstand,  dass  der  Beschwerdeführer  wirtschaftlich  selbständig  ist,  kann  im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht berücksichtigt werden,  nachdem  gemäss  Art.  14  Abs.  2  AsylG  die  kantonalen  Behörden  (und  nicht die Asylbehörden)  für die Prüfung der  Integrationsbemühungen  im  Rahmen  eines  Gesuches  um  Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligung  zuständig  sind.  Aus  den  entsprechenden  Beweismitteln  (Lohnabrechnung,  Betreibungsregisterauszug  etc.)  kann  der  Beschwerdeführer für sein Asylverfahren daher nichts ableiten. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als  zumutbar. 

E­667/2007 7.6. Der Beschwerdeführer ist im Besitze einer Identitätskarte. Es obliegt  ihm sodann, sich bei der zuständigen Vertretung des Heimatstaates die  für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art.  8 Abs. 4 AsylG), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich  zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.7. Zusammenfassend ist festzustellen, dass das BFM im Ergebnis den  Wegweisungsvollzug  zu  Recht  als  zulässig,  zumutbar  und  möglich  qualifiziert hat. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen  Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1­4 AuG). 8.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die  Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 9.  Bei  diesem  Ausgang  des  Beschwerdeverfahrens  sind  die  Verfahrenskosten  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  VwVG)  und  auf  insgesamt  Fr.  600.­  festzusetzen  (Art.  1  ­  3  des  Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen  vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Zwar hat das  Bundesverwaltungsgericht  das  Gesuch  des  Beschwerdeführers  um  Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung mit Instruktionsverfügung  vom 6. Februar 2007 gutgeheissen. Da sich die finanziellen Verhältnisse  jedoch gemäss dem eingereichten Lohnausweis seither verändert haben  und der Beschwerdeführer nicht mehr als bedürftig erachtet werden kann,  ist  der  damalige  Entscheid  in  Wiedererwägung  zu  ziehen  und  das  Gesuch um unentgeltliche Prozessführung heute abzuweisen. Die Kosten  für  das  Verfahren  in  der  Höhe  von  Fr.  600.­­  sind  demnach  dem  Beschwerdeführer aufzuerlegen.  (Dispositiv nächste Seite) 

E­667/2007 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird  wiedererwägungsweise abgewiesen.  3. Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Christa Luterbacher Gabriela Oeler Versand:

E-667/2007 — Bundesverwaltungsgericht 08.12.2011 E-667/2007 — Swissrulings