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Bundesverwaltungsgericht 13.02.2012 E-653/2012

February 13, 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,091 words·~5 min·2

Summary

Nichteintreten auf Asylgesuch (Safe Country) und Wegweisung | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; verfügung des BFM vom 26. Januar 2012

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung V E­653/2012 Urteil   v om   1 3 .   Februar   2012 Besetzung Einzelrichter Bruno Huber, mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo; Gerichtsschreiber Peter Jaggi. Parteien A._____, geboren (…), Serbien, (…), Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 26. Januar 2012 / N (…).

E­653/2012 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  die  Beschwerdeführerin  eigenen  Angaben  zufolge  Serbien  am  6. November  2011  zusammen  mit  (…)  verliess  und  über  Ungarn  und  Österreich  am  7. November  2011  in  die  Schweiz  gelangte,  wo  sie  gleichentags im (…) um Asyl nachsuchte, dass sie daselbst am 17. November 2011 zur Person, zum Reiseweg und  zu den Gesuchsgründen summarisch befragt und am 13. Januar 2012 in  Bern­Wabern einlässlich zu ihren Asylgründen angehört wurde, dass  sie  zur  Begründung  ihres  Asylgesuchs  anführte,  sie  sei  serbische  Staatsangehörige  albanischer  Ethnie  mit  letztem  Wohnsitz  bei  ihren  Eltern in B._____, dass  sie  wegen  ihrer  Ethnie  beschimpft  und  beleidigt  worden  sei,  und  sich  ihre Situation  zusätzlich  verschlechtert  habe,  nachdem  sie  vor  drei  Jahren begonnen habe, einen Schleier zu tragen, dass sie deshalb das elterliche Haus nur noch selten verlassen habe, dass für die weiteren Aussagen auf die Akten verwiesen wird, dass  das  BFM mit  Verfügung  vom  26.  Januar  2012  –  eröffnet  am  28.  Januar 2012 – gestützt auf Art. 34 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  auf  das  Asylgesuch  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung aus der Schweiz anordnete, dass  das  Bundesamt  gleichzeitig  die  Beschwerdeführerin  –  unter  der  Androhung  von  Zwangsmitteln  im  Unterlassungsfall  –  aufforderte,  die  Schweiz  am  Tag  nach  Eintritt  der  Rechtskraft  (der  Verfügung)  zu  verlassen,  den  Kanton  Zürich  mit  dem  Vollzug  der  Wegweisung  beauftragte und die Aushändigung der editionspflichtigen Akten gemäss  Aktenverzeichnis an die Beschwerdeführerin verfügte, dass  es  zur  Begründung  anführte,  der  Bundesrat  habe  Serbien  mit  Beschluss  vom  6.  März  2009  als  verfolgungssicheren  Staat  (Safe  Country)  im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG bezeichnet, weshalb  auf  Asylgesuche  serbischer  Staatsangehöriger  nicht  eingetreten  werde,  ausser es gebe Hinweise auf eine Verfolgung,

E­653/2012 dass  solche  Hinweise,  welche  die  widerlegbare  Vermutung  der  Verfolgungssicherheit  umstossen  könnten,  vorliegend  nicht  ersichtlich  seien, dass sich die Situation der ethnischen Minderheiten  in Serbien mit dem  demokratischen  Wandel  und  mit  dem  am  25.  Februar  2002  in  Kraft  getretenen  Gesetz  zum  Schutz  und  zur  Freiheit  der  nationalen  Minderheiten entspannt habe, dass  zwar  vereinzelte  Benachteiligungen  und  Schikanen  gegenüber  serbischen  Staatsangehörigen  albanischer  Ethnie  nicht  restlos  ausgeschlossen  werden  könnten,  aber  der  serbische  Staat  Übergriffe  Dritter weder billige noch unterstütze, dass  solche  Vorfälle  in  Serbien  –  wenn  auch  gelegentlich  erst  auf  Intervention bei höheren Instanzen hin – strafrechtlich geahndet würden,  und der Staat bestrebt sei, Verfehlungen von Beamten zu ahnden, dass  zudem  die  von  der  Beschwerdeführerin  geschilderten  Probleme  nicht  derart  intensiv  seien,  dass  sie  einen  unerträglichen  psychischen  Druck  bewirkt  oder  ein  menschenwürdiges  Leben  in  Serbien  verunmöglicht oder unzumutbar erschwert hätten, dass  darüber  hinaus  festzustellen  sei,  dass  viele  andere  Menschen  aufgrund ihrer Ethnie und als praktizierende Muslime unter den gleichen  Schwierigkeiten  wie  die  Beschwerdeführerin  litten,  weshalb  es  an  der  vom Asylgesetz geforderten Zielgerichtetheit der Verfolgung fehle, dass  die Wegweisung  die  Regelfolge  des  Nichteintretens  auf  ein  Asyl­ gesuch und der Vollzug der Wegweisung durchführbar sei, dass  die  Beschwerdeführerin  mit  handschriftlich  ergänzter  Formular­ Rechtsmitteleingabe  vom  3.  Februar  2012  (Poststempel)  in  materieller  Hinsicht  die  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  und  unter  Zuerkennung  der  Flüchtlingsleigenschaft  die  Gewährung  von  Asyl,  eventualiter unter Anordnung der vorläufigen Aufnahme die Feststellung  der  Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit  und  Unmöglichkeit  des  Wegweisungsvollzugs beantragt, dass sie in prozessualer Hinsicht beantragt, es sei unter Verzicht auf die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  die  unentgeltliche  Rechtspflege  zu  gewähren, eventualiter sei die aufschiebende Wirkung wiederherzustellen  und  zudem  sei  die  zuständige  Behörde  vorsorglich  anzuweisen,  die 

E­653/2012 Kontaktaufnahme mit  den Behörden des Heimat­  oder Herkunftsstaates  und  jegliche Datenweitergabe  an  dieselben  zu  unterlassen,  eventualiter  sei  sie bei  bereits  erfolgter Datenweitergabe darüber  in einer  separaten  Verfügung zu informieren, dass auf die Begründung der Rechtsbegehren, soweit  für den Entscheid  wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen wird, dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  7.  Februar  2012  beim  Bundesverwaltungsgericht eingingen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und erwägt, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  in  der  Regel  –  so  auch  vorliegend  –  endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  des Bundesgesetzes  vom 20. Dezember 1968 über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht  vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass  sich das Verfahren nach dem VwVG  richtet,  soweit  das VGG und  das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), dass  die  Beschwerdeführerin  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde –  vorbehältlich der nachstehenden Erwägungen – einzutreten  ist  (Art. 108  Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

E­653/2012 dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer  selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  [vormaligen]  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2004  Nr. 34  E. 2.1.  S. 240 f.), dass  demzufolge  die  Prüfung  der  Flüchtlingseigenschaft  und  des  Asyls  nicht Gegenstand dieses Verfahrens ist, weshalb auf das diesbezügliche  Rechtsbegehren nicht einzutreten ist, dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs  materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  volle Kognition zukommt, dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird  (Art. 111  Bst. e  AsylG),  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass gemäss Art. 34 Abs. 1 AsylG auf Gesuche von Asylsuchenden aus  verfolgungssicheren  Staaten  nach  Art.  6a  Abs. 2  Bst.  a  AsylG  (sogenannte  "Safe  Countries")  nicht  eingetreten  wird,  ausser  es  gebe  Hinweise auf eine Verfolgung, dass der Bundesrat mit Beschluss vom 6. März 2009  (in Kraft  seit dem  1. April 2009) Serbien zum "Safe Country"  (im Sinne von Art. 6a Abs. 2  Bst. a  AsylG)  erklärt  hat,  in  welchem  nach  seinen  Feststellungen  Sicherheit vor Verfolgung besteht, dass  somit  die  Grundvoraussetzung  für  einen  Nichteintretensentscheid  gestützt auf Art. 34 Abs. 1 AsylG erfüllt ist,

E­653/2012 dass bei der Prüfung, ob Hinweise auf Verfolgung vorliegen, erstens ein  weiter  Verfolgungsbegriff  gilt,  der  alle  erlittenen  oder  befürchteten  Nachteile  umfasst,  die  von  Menschenhand  zugefügt  werden,  und  zweitens  nur  einem  tiefen  Beweismass  Genüge  getan  werden  muss,  weshalb  auf  ein  Gesuch  einzutreten  ist,  wenn  Verfolgungshinweise  geltend gemacht werden, die nicht bereits auf den ersten Blick als haltlos  zu erkennen sind (vgl. EMARK 2004 Nr. 5), dass  sich  die  Ausführungen  in  der  Beschwerde  im Wesentlichen  darin  erschöpfen, die mündlichen Vorbringen zur Begründung des Asylgesuchs  zu wiederholen, ohne  indessen  in substanziierter und detaillierter Weise  zu  den  Erwägungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  Stellung  zu  nehmen, dass  auch  das  weitere  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin,  ihre  Nachbarn  und  die  umliegenden  Bewohner  in  B._____  seien  darüber  informiert, dass sie  im Ausland als Angehörige einer Minderheit um Asyl  nachsuche und negativ über ihre serbischen Landsleute berichten würde,  weshalb  sie  sich  bei  einer  Rückkehr  dorthin  auf  grosse  Konflikte  einstellen  müsse,  nicht  geeignet  ist,  Hinweise  auf  eine  Verfolgung  darzutun,  zumal  sie  sich  gegebenenfalls  an  die  serbischen  Behörden  wenden kann, dass an dieser Stelle mangels stichhaltiger weiterer Entgegnungen in der  Beschwerde  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  vollumfänglich  und  ohne weiteren Begründungsaufwand auf die zutreffenden Erwägungen in  der angefochtenen Verfügung zu verweisen ist, dass  das  BFM  demnach  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs.  1  AsylG  zu  Recht auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht eingetreten ist, dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E.  9  S.  737),  weshalb  die  verfügte Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 

E­653/2012 nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  der  vormaligen  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen  (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  UEBERSAX/RUDIN/HUGI  YAR/GEISER [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser  massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist,  da  es  der  Beschwerdeführerin  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen  Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet  und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im  Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  die  der  Beschwerdeführerin im Heimat­ oder Herkunftsland droht, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 

E­653/2012 Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass die allgemeine Lage in Serbien nicht auf eine konkrete Gefährdung  der Beschwerdeführerin im Falle ihrer Rückkehr dorthin schliessen lässt, dass sich zudem aus den Akten keine konkreten Anhaltspunkte ergeben,  aufgrund  derer  allenfalls  geschlossen  werden  könnte,  die  Beschwerdeführerin  geriete  in  Serbien  aus  individuellen  Gründen  wirtschaftlicher,  sozialer  oder  gesundheitlicher  Natur  in  eine  existenzbedrohende Situation (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass  die  Beschwerdeführerin  mit  (…),  deren  Beschwerden  mit  Urteilen  gleichen  Datums  abgewiesen  werden,  nach  Serbien  in  das  elterliche  Haus zurückkehren kann, wo sie mit weiteren Familienangehörigen über  ein tragfähiges verwandtschaftliches Beziehungsnetz verfügt, dass sich der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführerin nach Ser­ bien somit als zumutbar erweist, dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  möglich  ist,  da  die  Beschwerdeführerin  über  einen  gültigen  serbischen  Reisepass  verfügt  und zudem kei­ne Vollzugshindernisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Weg­ weisung zu bestätigen ist, dass es der Beschwerdeführerin demnach nicht gelungen ist darzutun, in­ wiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, soweit darauf einzutreten ist, dass mit dem Entscheid  in der Hauptsache ohne vorgängige  Instruktion  die Verfahrensanträge hinfällig werden, dass  sich  die  Beschwerde  aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  als  aussichtslos  erweist,  weshalb  der  Antrag  auf  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  (Art.  65  Abs.  1  VwVG)  unbesehen  der  allenfalls bestehenden prozessualen Bedürftigkeit abzuweisen ist und bei  diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.­ (Art. 1 – 3 des  Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

E­653/2012 vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  der  Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2.  Der  Antrag  auf  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird  abgewiesen. 3.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  der  Beschwerdeführerin  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und (…). Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Bruno Huber Peter Jaggi Versand:

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