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Bundesverwaltungsgericht 09.01.2012 E-6265/2011

January 9, 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,133 words·~6 min·1

Summary

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung | Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 1. November 2011

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­6265/2011 Urteil   v om   9 .   J a nua r   2012   Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer, mit Zustimmung von Richter Gérard Scherrer;   Gerichtsschreiberin Blanka Fankhauser. Parteien A._______, geboren am (…), Eritrea,   vertreten durch Urs Jehle, HEKS, (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;  Verfügung des BFM vom 1. November 2011 / (…).

E­6265/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass  der  Rechtsvertreter  im  Auftrag  eines  angeblichen,  in  der  Schweiz  als Flüchtling lebenden Cousins (B._______) des Beschwerdeführers, ein  Asylgesuch für letzteren einreichte,   dass darin  im Wesentlichen beantragt wurde, es sei auf das Asylgesuch  einzutreten,  es  sei  dem  Beschwerdeführer  zwecks  Durchführung  des  ordentlichen  Asylverfahrens  die  Einreise  in  die  Schweiz  zu  bewilligen,  und  vor  allfälliger  negativen  Entscheidfällung  sei  dem  Unterzeichneten  vollumfängliche Einsicht in alle verfahrensrelevanten Akten zu gewähren,  dass zu Begründung des Gesuchs im Wesentlichen vorgebracht   wurde,  der Beschwerdeführer sei aus der eritreischen Armee desertiert und über  den Sudan nach Libyen geflohen, wo er sich seit zwei Jahren aufhalte,   dass er bei einer Rückkehr nach Eritrea mit asylrelevanter Verfolgung zu  rechnen habe,  dass die erforderliche Beziehungsnähe  zur Schweiz  vorliege,  da er  hier  einen Cousin habe,   dass  der  Eingabe  zwar  eine  vom  angeblichen  Cousin  unterzeichnete  Vollmacht an das HEKS vom 18. März 2011 beilag, dass  aber  keine  Vertretungsvollmacht  (mit  Substitutionsvollmacht)  zwischen  dem  angeblichen  Cousin  und  dem  Beschwerdeführer  ausgewiesen wurde, dass  das  BFM  mit  Schreiben  vom  14.  April  2011  dem  Rechtsvertreter  mitteilte,  die  Schweizer  Botschaft  in  Tripolis  sei  seit  dem  23.  Februar  2011  geschlossen,  weshalb  sein  Gesuch  zurzeit  nicht  weiterbehandelt  werden könne,  dass  der  Rechtsvertreter  mit  Schreiben  vom  4.  Mai  2011  dem  BFM  mitteilte,  der  Beschwerdeführer  befinde  sich  nun  im  C._______  in  Tunesien und dessen Cousin stehe mit ihm in Kontakt, dass das BFM dem Rechtsvertreter mit Schreiben vom 31. August 2011  mitteilte,  gemäss  Auskunft  der  schweizerischen  Vertretung  in  Tunis  sei  diese  aus  personellen,  sicherheitstechnischen,  räumlichen  und  organisatorischen  Gründen  nicht  in  der  Lage,  eine  Befragung  von 

E­6265/2011 Asylsuchenden durchzuführen, weshalb das Verfahren schriftlich geführt  werde, dass  das  BFM  dem  Rechtsvertreter  gleichzeitig  Gelegenheit  gab,  zur  Vervollständigung des Sachverhalts innert Frist mehrere konkrete Fragen   (hinsichtlich  persönlicher Daten,  Aufenthalte  in  Eritrea  und  in  Tunesien,  Familienangehörigen  und  Verwandten  in  Drittstaaten  sowie  der  Ausreisegründe,  des  Status  und  des  Standes  eines  allfälligen  Asylgesuchs in Tunesien und der Gründe, warum ein weiterer Aufenthalt  in  diesem  Land  nicht  mehr  zumutbar  sein  solle)  schriftlich  zu  beantworten, dass  der  Rechtsvertreter  dieser  Aufforderung mit  Eingabe  an  das  BFM  vom  23. September  2011  nachkam  und  unter  anderem  ausführte,  dass  die  Lage  in  Tunesien  schlecht  sei  und  der  Beschwerdeführer  weder  Arbeit noch Geld habe, dass  mit  Schreiben  vom  29.  September  2011  eine  vom  Beschwerdeführer  unterzeichnete  Vollmacht  (Bevollmächtigung  des  Rechtsvertreters)  in  Faxkopie  zu  den  Akten  gereicht  wurde,  das  in  Aussicht gestellte Original jedoch bis heute nicht nachgereicht wurde, dass  das  BFM mit  an  den  Rechtsvertreter  adressierter  Verfügung  vom  1. November  2011  –  eröffnet  am 2. November  2011  –  die Einreise  des  Beschwerdeführers  in  die  Schweiz  verweigerte  und  das  Asylgesuch  ablehnte, dass es zur Begründung darlegte, es handle sich um ein eigenständiges  Asylgesuch aus dem Ausland im Sinne von Art. 20 des Asylgesetzes vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31),  wobei  die  Abklärung  des  rechtserheblichen Sachverhalts die Anwesenheit des Beschwerdeführers  in der Schweiz nicht erfordere, dass ferner davon auszugehen sei, der Beschwerdeführer habe in Eritrea  ernstzunehmende  Schwierigkeiten  mit  den  heimatlichen  Behörden,  indessen keine konkreten Anhaltspunkte bestünden, wonach ein weiterer  Verbleib im (…) in Tunesien nicht zumutbar oder möglich sei, auch wenn  die  Lage  vor  Ort  für  diese  Menschen  nicht  einfach  sei,  weshalb  der  Beschwerdeführer  vorderhand  in  Tunesien  verbleiben  könne  und  den  subsidiären Schutz der Schweiz nicht benötige,

E­6265/2011 dass  auch  die  Voraussetzungen  für  eine  Familienzusammenführung  gemäss  Art.  51  Abs.  2  AsylG  nicht  gegeben  seien,  zumal  der  Beschwerdeführer  nicht  zur  Kernfamilie  seines  Cousins  gehöre  und  aufgrund der Aktenlage auch keine enge Beziehung zwischen den beiden  vorliege, dass  für die weitere Begründung der vorinstanzlichen Verfügung auf die  Akten zu verweisen ist, dass  der  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  mit  Eingabe  an  das  Bundesverwaltungsgericht  vom  16. November  2011 Beschwerde  gegen  die  vorinstanzliche  Verfügung  erhob  und  beantragte,  der  angefochtene  Entscheid  des  BFM  sei  aufzuheben,  dem  Beschwerdeführer  sei  die  Einreise  in  die  Schweiz  zwecks  Durchführung  des  Asylverfahrens  zu  bewilligen und nach seiner Einreise das Asylverfahren fortzusetzen, dass  eventualiter  die  Sache  zur  vollständigen  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  zur  erneuten  Entscheidung  an  die  Vorinstanz zurückzuweisen sei,  dass  in  prozessualer  Hinsicht  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  (Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR  172.021])  sowie  Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht wurde, dass  er  zur  Begründung  im Wesentlichen  geltend machte,  ein  weiterer  Aufenthalt  im  (…)  in  Tunesien  sei  angesichts  der  prekären  Lage  für  Flüchtlinge  auch  für  den  Beschwerdeführer  –  insbesondere  in  Berücksichtigung der Beziehungsnähe zur Schweiz – nicht zumutbar, dass  der  Beschwerde  die  gleiche,  bereits  mit  Schreiben  vom  29.  September  2011  vom  Beschwerdeführer  unterzeichnete  Vollmacht  (Bevollmächtigung  des  Rechtsvertreters)  in  Kopie  beilag,  die  der  Beschwerdeführer seinem Cousin per Fax zukommen liess, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 

E­6265/2011 Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht  vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG  richtet,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und  Art. 6 AsylG), dass  über  offensichtlich  unbegründete  oder  offensichtlich  begründete  Beschwerden  in  einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  wird  (Art. 111  Bst. e  AsylG),  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften­ wechsel verzichtet wurde, dass die Beschwerde  frist­  und  formgerecht eingereicht wurde, weshalb  diesbezüglich darauf einzutreten ist (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG sowie  Art. 52 VwVG), dass  abgesehen  davon,  dass  die  Vertretungsvollmacht  und  damit  auch  die  Unterschrift  lediglich  in  Fax­Kopie  vorliegt,  sich  überdies  grundsätzliche  Fragen  bezüglich  der  Vertretungszugänglichkeit  eines  Asylgesuchs und der Beschwerdelegitimation überhaupt, stellen, dass  insbesondere  im Sinne  der  Legitimationsvoraussetzungen  (Art.  48  Abs. 1 VwVG) zu klären  ist, ob der Beschwerdeführer am Verfahren vor  der  Vorinstanz  überhaupt  teilgenommen  hat,  durch  die  angefochtene  Verfügung besonders berührt  ist und somit ein schutzwürdiges Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung haben kann, dass  es  nicht  massgebend  ist,  ob  das  Asylgesuch  entsprechend  dem  Wortlaut  in Art.  19 Abs.  1  und Art.  20 AsylG  bei  einer  schweizerischen  Vertretung  oder  beim  BFM  direkt  eingereicht  wurde  (vgl.  die  in  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 1997 Nr. 15 E. 2b publizierte und nach  wie  vor  geltende  Praxis),  weshalb  diesbezüglich  das  vorliegende 

E­6265/2011 Asylgesuch  zu  Recht  als  Asylgesuch  aus  dem  Ausland  anhand  genommen wurde, dass  das  gemäss  Art.  29  Abs.  2  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR  101)  gewährleistete  Recht  auf  Vertretung  als  Teilgehalt  des  Anspruchs  auf  rechtliches  Gehör  auch  im  Verwaltungsverfahren  und  damit  im  Asylbeschwerdeverfahren gilt (vgl. Art. 11 VwVG, Art. 37 VGG und Art. 6  AsylG),  sofern  –  unter  Wahrung  der  Verhältnismässigkeit  –  nicht  sachliche  Gründe  wie  beispielsweise  das  Erfordernis  einer  gesetzlich  vorgeschriebenen  oder  in  der  Natur  der  Sache  liegenden  persönlichen  Mitwirkung der vertretenen Person dagegen sprechen, dass sich eine Partei, wenn sie nicht persönlich zu handeln hat, auf jeder  Stufe  des  Verfahrens  vertreten  oder,  soweit  die  Dringlichkeit  einer  amtlichen  Untersuchung  es  nicht  ausschliesst,  verbeiständen  lassen  kann,  wobei  die  Behörde  den  Vertreter  auffordern  kann,  sich  durch  schriftliche Vollmacht auszuweisen (vgl. Art. 11 Abs. 2 VwVG), dass  die  –  wie  vorliegend  –  gewillkürte  Vertretung  einer  Partei  durch  einen  frei  bestimmten  Dritten  unter  Vorbehalt  des  Erfordernisses  des  persönlichen  Handelns  jederzeit  möglich  ist,  wobei  die  Rechtsbeziehungen  zwischen  dem  gewillkürten  Vertreter  und  dem  Vertretenen grundsätzlich vom Privatrecht bestimmt werden (vgl. Art. 32  ff. des Obligationenrechts vom 30. März 1911 [OR, SR 220]), dass   gestützt  auf  diese  Bestimmungen  der  Vertreter  durch  eine  Bevollmächtigung  bestimmt  wird  und  sich  der  Umfang  der  Vertretungsbefugnis nach der erteilten Vollmacht richtet, dass  der  Rechtsvertreter  im  Verlaufe  des  Verfahrens  zwar  eine  Vertretungsvollmacht  in  Kopie  durch  den  Beschwerdeführer  unterschrieben, via dessen Cousin vorgelegt hat, dass  sich  jedoch  die  grundsätzliche  Frage  stellt,  ob  das  Stellen  eines  Asylgesuchs vertretungszugänglich ist,  dass  das  Gericht  feststellt,  dass  der  Beschwerdeführer  im  bisherigen  Verfahren vor der ersten und zweiten  Instanz nie persönlich aufgetreten  ist, sei dies beispielsweise als Verfasser eines eigenen Asylgesuchs, als  Direktbeteiligter  an  einer  Befragung  oder  Anhörung  oder  in  anderer  Weise,

E­6265/2011 dass  unter  den  gegebenen  Umständen  Zweifel  angebracht  erscheinen,  ob der Beschwerdeführer überhaupt  jemals als Asylgesuchsteller an die  schweizerischen  Behörden  herangetreten  ist  und  –  sollte  er  dies  getan  haben  –  die  schriftlich  gestellten  Verfolgungsgründe  tatsächlich  die  seinigen sind, dass  zudem  gestützt  auf  die  langjährige  Praxis  die  Einreichung  eines  Asylgesuchs  als  sogenannt  "relativ  höchstpersönliches  Recht"  gilt  (vgl.  EMARK 1996 Nr. 5), das eine Vertretung nur insofern zulässt, als für eine  urteilsunfähige  Person  ein  Asylgesuch  auch  durch  ihren  gesetzlichen  Vertreter eingereicht werden kann (vgl. EMARK 1996 Nr. 4 und 5), dass ein höchtspersönliches Recht – sei es relativer oder absoluter Natur  – dessen  Träger,  auch  wenn  er  unmündig,  jedoch  urteilsfähig  ist,  grundsätzlich verpflichtet, dieses selbständig beziehungsweise ohne Hilfe  eines allfälligen gesetzlichen Vertreters geltend zu machen, dass diese Pflicht erst recht auf urteilsfähige Mündige zutrifft, dass  folglich  die  Einleitung  eines  Asylverfahrens  aus  dem  Ausland  prinzipiell  einen  persönlichen  Antrag  derselben  voraussetzt  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  E­3162/2011  vom   6.  Dezember  2011  und  dort  zitierte  weitere  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts),  wobei  im  Fall  des  Fehlens  eines  solchen  beispielsweise  durch  eine Anhörung  oder  eine  persönlich  verfasste  beziehungsweise  zumindest  unterzeichnete Stellungnahme zum Fragenkatalog des BFM eine Heilung  des Mangels erfolgen kann, dass  vorliegend  der  Beschwerdeführer  weder  im  erstinstanzlichen  Verfahren noch auf Beschwerdeebene je in irgendeiner Weise persönlich  in Erscheinung getreten  oder  vor  einer  schweizerischen Behörde  im  In­  oder Ausland aufgetreten  ist, weshalb für das Bundesverwaltungsgericht  gestützt auf die bestehende Aktenlage nicht feststeht, ob er überhaupt ein  seiner Intention entsprechendes Asylgesuch stellen wollte und will, dass  an  dieser  Einschätzung  die  mit  Eingabe  an  das  BFM  vom  29.  September  2011  mitgegebene  Kopie  einer  Vollmacht  nichts  zu  ändern  vermag, da dieses Dokument nur  in Kopie mit  unleserlicher Unterschrift  vorliegt, weshalb letztlich nicht feststeht, von wem es stammt,   dass folglich unklar geblieben ist, ob der Beschwerdeführer überhaupt als  Gesuchsteller  am  vorinstanzlichen  Verfahren  teilgenommen  hat  und 

E­6265/2011 dadurch die Legitimationsvoraussetzungen (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG) zur  Beschwerdeführung erfüllt, dass  deshalb  die  angefochtene  Verfügung  aufgrund  des  sich  im  damaligen Zeitpunkt präsentierenden Abklärungsstandes hinsichtlich der  Erfüllung  der  Verfahrensvoraussetzungen  nicht  hätte  ergehen  dürfen,  weshalb sie aufzuheben ist, dass  es  dem  BFM  überlassen  bleibt,  über  das  weitere  Vorgehen  zu  befinden beziehungsweise zu entscheiden, ob es das Asylverfahren unter  Behebung  der  festgestellten  Mängel  wieder  aufnehmen  und  gegebenenfalls  einer  neuen Entscheidung  zuzuführen  gedenkt,  oder  ob  es dem Rechtsvertreter eine Mitteilung betreffend die Nichtanhandnahme  des  Asylgesuchs  infolge  fehlender  höchstpersönlicher  Einreichung  senden will, dass  zusammenfassend  festzustellen  ist,  dass  das  BFM  die  Höchstpersönlichkeit des Rechts, ein Asylgesuch einzureichen, verkennt  und  mithin  eine  Verfügung  erlassen  hat,  die  mangels  zureichender  Prüfung der Verfahrensvoraussetzungen nicht hätte ergehen dürfen, dass  die  angefochtene  Verfügung  gestützt  auf  diese  Erwägungen  Bundesrecht  verletzt  und  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  und  unvollständig  feststellt  (Art.  106  AsylG),  weshalb  die  angefochtene  Verfügung von Amtes wegen aufzuheben und die Sache an das BFM zur  Wiederaufnahme  oder  allenfalls  Beendigung  des  erstinstanzlichen  Asylverfahrens zurückzuweisen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens weder dem Beschwerdeführer  noch  seinem  Rechtsvertreter  oder  dem  BFM  Kosten  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG), weshalb das Gesuch um Gewährung der  unentgeltlichen Rechtspflege nach Art. 65 Abs. 1 VwVG gegenstandslos   wird, dass  das  Gesuch  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  infolge  des  Direktentscheides  gegenstandslos  geworden ist, dass  vorliegend  grundsätzlich  ein  Anspruch  auf  Parteientschädigung  besteht, da die Beschwerde führende Partei mit  ihrem Antrag betreffend  Aufhebung der angefochtenen Verfügung durchgedrungen ist (Art. 7 Abs.  1  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und 

E­6265/2011 Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]), dass  indes  das Obsiegen  in  keiner Weise  durch  den  Beschwerdeinhalt  motiviert  ist und die übrigen Anträge (Erteilung einer Einreisebewilligung  zwecks Durchführung des Asylverfahrens, Bewilligung der erforderlichen  Einreisepapiere)  mangels  eines  rechtsgültig  gestellten  Asylantrags  gar  nicht  zur  Beurteilung  gelangt  sind,  weshalb  es  sich  rechtfertigt,  eine  reduzierte Parteientschädigung von Fr. 100.­ auszurichten.    (Dispositiv nächste Seite)

E­6265/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die  Beschwerde  wird  insoweit  gutgeheissen,  als  die  angefochtene  Verfügung aufgehoben und die Sache an das BFM zur Wiederaufnahme  oder  allenfalls  Beendigung  des  erstinstanzlichen  Asylverfahrens  zurückgewiesen wird.  2.  Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3.  Es  wird  eine  reduzierte  Parteientschädigung  in  Höhe  von  Fr.  100.­  zu  Lasten des BFM ausgerichtet. 4.  Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und das BFM. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Gabriela Freihofer Blanka Fankhauser Versand:

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