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Bundesverwaltungsgericht 06.10.2011 E-5915/2010

October 6, 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,257 words·~6 min·3

Summary

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung | Asyl und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 2. Juni 2010

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­5915/2010 Urteil   v om   6 .   O k t ob e r   2011 Besetzung Einzelrichter Kurt Gysi, mit Zustimmung von Richter Fulvio Haefeli;   Gerichtsschreiberin Barbara Balmelli. Parteien A._______, geboren am (…), und dessen Ehefrau   B._______, geboren am (…), und deren gemeinsames Kind C._______, geboren am (…), Kolumbien,  p.A. Schweizerische Botschaft Bogotá, Kolumbien, Beschwerdeführende,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Einreisebewilligung und Asylgesuch aus dem Ausland; Verfügung des BFM vom 2. Juni 2010 / N (…).

E­5915/2010 Sachverhalt: A.  Die Beschwerdeführenden suchten mit Eingabe vom 29. Januar 2008 an  die Schweizerische Botschaft in Bogotá um Asyl in der Schweiz nach. Zur  Begründung der Asylgesuche machten die Beschwerdeführenden, unter  Beilage zahlreicher Beweismittel, geltend, sie hätten bei der Familie der  Beschwerdeführerin  in  D._______  (Departement  E._______)  als  F._______  gelebt.  In  ihren  beiden  Familien  seien  zwischen  1995  und  2007 zehn Personen durch die FARC entführt oder ermordet worden. Im  Jahre 2004 habe das Militär einen Stützpunkt auf der Finca der Familie  der Beschwerdeführerin errichtet. Aus diesem Grund habe die FARC sie  bedroht,  weshalb  sie  den  Ort  verlassen  und  sich  nach  G._______  (Departement  H._______)  begeben  hätten.  Aus  finanziellen  Gründen,  und  in  der  Hoffnung,  die  Probleme  hätten  sich  zwischenzeitlich  gelöst,  seien sie nach einem Jahr nach D._______ zurückgekehrt und hätten bei  einer  Schwägerin  Unterkunft  gefunden.  Im  Oktober  2005  seien  Bewaffnete  in das Haus der Schwägerin eingedrungen und hätten diese  entführt. Seither  hätten  sie  keine Nachricht mehr  von  ihrer Verwandten.  Ebenso  hätten  Unbekannte  versucht,  die  Beschwerdeführerin  zu  entführen,  da  sie  aber  bewusstlos  worden  sei,  hätten  die  Täter  von  ihr  abgelassen. Umgehend nach der Entführung der Schwägerin hätten sie  sich nach I._______ begeben. Nach drei Wochen seien sie dort von der  FARC  kontaktiert  worden,  welche  ihnen  unter  Drohungen  vorgeworfen  habe, nach I._______ gekommen zu sein, um eine Anzeige zu erheben.  Aus  Sicherheitsgründen  seien  sie  in  ein  anderes  Quartier  umgezogen.  Auch  dort  hätten  sich  Unbekannte  nach  ihnen  erkundigt,  weshalb  sie  fortan getrennt und in unterschiedlichen Quartieren von I._______ gelebt  hätten.  Indes  sei  der  Beschwerdeführer  auch  am  neuen  Ort  von  zwei  Männern  überfallen,  mit  seinem  Namen  angesprochen  und  mit  einer  Waffe  bedroht  worden.  Diesen  Vorfall  hätten  sie  bei  der  Fiscalìa  gemeldet.  B.  Mit  Schreiben  vom  4.  Februar  2008  überwies  die  Schweizerische  Botschaft die eingereichten Akten an das BFM zur weiteren Bearbeitung  und  zum  Entscheid.  Im  Begleitschreiben  führte  die  Vertretung  aus,  die  Beschwerdeführenden würden  durch  die FARC  verfolgt.  Es  handle  sich  bei  ihnen  nicht  um  national  bekannte  Persönlichkeiten.  Die  Beschwerdeführenden hätten den Wohnort gewechselt. Sie hätten keine 

E­5915/2010 Beziehung  zur  Schweiz  und  würden  keine  schweizerische  Landessprache sprechen.  C.  Mit  Schreiben  vom  29.  März  2010  teilte  das  BFM  den  Beschwerdeführenden  mit,  es  erachte  den  entscheidwesentlichen  Sachverhalt aufgrund der schriftlichen Begründung der Asylgesuche und  der  ausführlichen  Dokumentation  als  erstellt.  Eine  Anhörung  auf  der  Botschaft  erweise  sich  deshalb  nicht  als  notwendig.  Unter  Berücksichtigung  der  Akten,  der  zu  beachtenden  Aspekte  und  des  ihm  zustehenden weiten  Ermessensspielraums  erwäge  es,  die  Asylgesuche  abzulehnen und die Einreise in die Schweiz zu verweigern. Insbesondere  erachte  es  vorliegend  die  Möglichkeit  einer  anderweitigen  Schutzsuche  als gegeben. Zur Einreichung einer Stellungnahme setzte das BFM den  Beschwerdeführenden Frist.  Innert der angesetzten Frist  liessen sie sich  nicht vernehmen. D.  Mit  Verfügung  vom  2.  Juni  2010  verweigerte  das  BFM  den  Beschwerdeführenden  die  Einreise  in  die  Schweiz  und  lehnte  die  Asylgesuche  ab.  Am  29.  Juni  2010  wurde  die  Verfügung  den  Beschwerdeführenden eröffnet. E.  Mit Eingabe vom 29. Juli 2010 an die Schweizerische Botschaft (Eingang:  gleichentags)  zuhanden  des Bundesverwaltungsgerichts  beantragen  die  Beschwerdeführenden  sinngemäss  die  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung. Die Beschwerde ging am 20. August 2011 beim Gericht ein. F.  Am  27.  August  2010  bestätigte  die  damals  zuständige  Instruktionsrichterin  den  Beschwerdeführenden  den  Eingang  der  Beschwerde. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 

E­5915/2010 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]). 2.  Die  Beschwerdeführenden  haben  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen,  sind  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt,  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  und  sind  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert.  Auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  ist  somit  einzutreten  (Art. 108  AsylG  sowie  Art.  105  AsylG  i.V.m. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). 3.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 4.  4.1.  Über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  wird  in  einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e  AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine  solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen  ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 4.2.  Gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die  Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 5.  5.1. Gemäss  Art.  19  AsylG  kann  ein  Asylgesuch  im  Ausland  bei  einer  schweizerischen Vertretung gestellt werden, welche es mit einem Bericht  an das Bundesamt überweist  (Art. 20 Abs. 1AsylG). Die schweizerische 

E­5915/2010 Vertretung  führt  mit  der  asylsuchenden  Person  in  der  Regel  eine  Befragung  durch  (Art.  10 Abs.  1  der Asylverordnung  1  vom 11.  August  1999  über  Verfahrensfragen  [AsylV  1,  SR142.311]).  Ist  dies  nicht  möglich,  so  wird  die  asylsuchende  Person  von  der  Vertretung  aufgefordert, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten (Art. 10 Abs. 2 AsylV  1).  5.2.  Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person  anerkannt,  wenn  sie  in  ihrem  Heimatstaat  oder  im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete  Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte  Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder  Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck  bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen  (Art. 3 AsylG). 5.3. Das BFM kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, wenn  die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen oder ihr die  Aufnahme  in  einem Drittstaat  zugemutet  werden  kann.  Vorbringen  sind  glaubhaft  gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen,  die  in  wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (vgl.  Art.  3,  Art.  7  und  Art.  52  Abs.  2  AsylG). 5.4.  Gemäss  Art.  20  Abs.  2  AsylG  bewilligt  das  BFM  einem  Asylsuchenden die Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes, wenn ihm  nicht  zugemutet  werden  kann,  im  Wohnsitz­  oder  Aufenthaltsstaat  zu  bleiben oder in ein anderes Land auszureisen. Gestützt auf Art. 20 Abs. 3  AsylG  kann das Eidgenössische  Justiz­  und Polizeidepartement  (EJPD)  schweizerische  Vertretungen  ermächtigen,  einem  Asylsuchenden  die  Einreise  zu  bewilligen,  der  glaubhaft  macht,  dass  eine  unmittelbare  Gefahr  für  Leib  und Leben oder  für  die Freiheit  aus  einem Grund nach  Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe.

E­5915/2010 5.5.  Bei  diesem  Entscheid  gelten  restriktive  Voraussetzungen  für  die  Erteilung  einer  Einreisebewilligung,  wobei  den  Behörden  ein  weiter  Ermessensspielraum zukommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im  Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz,  die  Möglichkeit  der  Schutzgewährung  durch  einen  anderen  Staat,  die  Beziehungsnähe  zu  anderen  Staaten,  die  praktische  Möglichkeit  und  objektive  Zumutbarkeit  zur  anderweitigen  Schutzsuche  sowie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs­  und  Assimilationsmöglichkeiten  in  Betracht  zu  ziehen  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1997 Nr. 15 E. 2.e.­ g.  S.  131  ff.;  die  dort  akzentuierte  Praxis  hat  nach  bloss  redaktionellen  Änderungen bei der  letzten Totalrevision des Asylgesetzes nach wie vor  Gültigkeit). 6.  6.1.  In  der  angefochtenen  Verfügung  wird  ausgeführt,  die  Beschwerdeführenden  würden  geltend  machen,  von  Angehörigen  der  FARC verfolgt und bedroht zu werden, weil auf der Finca der Mutter der  Beschwerdeführerin  ein  Militärstützpunkt  errichtet  worden  sei  und  ihn  deshalb  Kollaboration  mit  der  Armee  vorgeworfen  werde.  Dazu  sei  festzustellen,  dass  der  kolumbianische  Staat  grundsätzlich  über  eine  funktionierende  und  effiziente  Schutzinfrastruktur,  insbesondere  über  einen  funktionierenden  Polizeiapparat  sowie  über  ein  intaktes  Rechts­  und  Justizsystem  verfüge.  Da  der  kolumbianische  Staat  die  Aktivitäten  der  Guerilla  im  Rahmen  des  Möglichen  bekämpfe,  könne  die  Schutzwilligkeit als gegeben erachtet werden. Sodann gelinge es keinem  Staat, die absolute Sicherheit aller seiner Bürger jederzeit und überall zu  garantieren.  Bei  der  Familie  der  Beschwerdeführenden  handle  es  sich  nicht  um  landesweit  bekannte  Persönlichkeiten.  Es  sei  deshalb  nicht  davon  auszugehen,  dass  sie  von  der  FARC  an  jedem  beliebigen  Ort  ausfindig gemacht werden könne. Zwar würden sie geltend machen, sie  seien von D._______ nach  I._______ umgezogen und hätten auch dort  mehrmals  den  Wohnort  gewechselt.  Indes  hätten  sich  die  Beschwerdeführenden,  seit  sie  das  Departement  E._______  verlassen  hätten,  immer  in  I._______  aufgehalten.  Es  sei  ihnen  daher  zumutbar,  sich  in  eine  andere  Region  innerhalb  Kolumbiens  zu  begeben.  Demzufolge bedürften sie keines Schutzes durch die Schweiz.  Weiter  führt die Vorinstanz aus, die Asylgesuche könnten auch gestützt  auf  Art.  52  Abs.  2  AsylG  abgelehnt  werden.  Gemäss  diesem  Artikel  könne  ein  Asylgesuch  eines  sich  im  Ausland  befindenden  Ausländers 

E­5915/2010 abgelehnt  werden,  wenn  ihm  zugemutet  werden  könne,  sich  in  einem  anderen Staat um Aufnahme zu bemühen. Dabei sei das Vorhandensein  enger Bindungen zur Schweiz eines der wesentlichen Kriterien, welches  zur Erteilung  einer Einreisebewilligung  führe. Die Beschwerdeführenden  machten  keine  besonders  nahen  Beziehungen  zur  Schweiz  geltend.  Unter diesen Umständen sei es ihnen zuzumuten, in einem anderen Land  um  Asylgewährung  nachzusuchen,  beispielsweise  in  einem  der  Nachbarstaaten von Kolumbien. Die meisten Staaten Südamerikas hätten  das  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR  0.142.30)  ratifiziert  und  würden  sich  gemäss  den  Erkenntnissen  des  BFM  an  die  damit  verbundenen  Verpflichtungen  halten.  So  seien  beispielsweise  die  Nachbarstaaten  Brasilien,  Ecuador,  Panama  und  Peru  Vertragsparteien  sowohl  der  FK  als  auch  des  betreffenden  Zusatzprotokolls  vom  31.  Januar  1967;  Venezuela  seinerseits  habe  das  Abkommen  selbst  nicht  ratifiziert,  indes  das  Protokoll. Diese  Länder würden  über  ein  eigenes,  gesetzlich  geregeltes  Verfahren  zur  Anerkennung  von  Flüchtlingen  verfügen.  Namentlich  Argentinien und Brasilien würden über ein im Allgemeinen formelles und  gesichertes Asylverfahren verfügen. Zudem hielten sie sich gemäss den  Erkenntnissen  des  BFM  grundsätzlich  an  das  Gebot  des  Non­ Refoulement  von  Art.  33FK,  auch  wenn  als  Einschränkung  habe  festgestellt  werden  müssen,  dass  es  in  den  Grenzgebieten –  insbesondere  denjenigen  zu  Panama  und  Venezuela  –  in  den  letzten  Jahren  zu  unkontrollierten  Rückschiebungen  durch  die  Grenzbehörden  gekommen sei. Für die praktische Möglichkeit und die Zumutbarkeit der  anderweitigen  Schutzsuche  spreche  im  weiteren  die  Möglichkeit  der  visumsfreien Einreise in sämtliche umliegende Länder Kolumbiens sowie  der  Umstand,  dass  jährlich  mehrere  tausend  kolumbianische  Staatsangehörige  in den Nachbarländern – namentlich  in Ecuador – um  Asyl ersuchen und dort zu einem beträchtlichen Teil auch als Flüchtlinge  anerkannt  würden.  Diese  Staaten  würden  überdies  aus  geografischen,  sprachlichen  und  kulturellen  Gründen  als  offensichtlich  näherliegend  erscheinen. Hinzu komme, dass das UNHCR  in diesen Ländern vor Ort  sei  und  während  der  ersten  Monaten  wirtschaftliche  Unterstützung  an  Asylsuchende  und  Flüchtlinge  gewähre.  Den  Beschwerdeführenden  sei  es somit zumutbar, sich in einem anderen Staat um Schutz zu bemühen. 6.2.  In  der  Rechtsmitteleingabe  machen  die  Beschwerdeführenden  sinngemäss geltend, das BFM habe  ihnen zu Unrecht die Einreise nicht  bewilligt  und  sie  zu  Unrecht  nicht  als  Flüchtlinge  anerkannt.  Sie  hätten 

E­5915/2010 keine  Sicherheit  und  könnten  keinen  Ort  finden,  an  welchem  sie  sich  sicher fühlen würden. 6.3.  Zunächst  ist  festzuhalten,  dass  sowohl  das  BFM  als  auch  das  Bundesverwaltungsgericht  nicht  ausschliessen,  dass  die  Beschwerdeführenden seitens der FARC bedroht werden.  Indes gelangt  das  Gericht  zum  Schluss,  dass  die  Vorinstanz  in  der  angefochtenen  Verfügung  einerseits  zutreffend  festgestellt  hat,  den  Beschwerdeführenden  würde  eine  valable  innerstaatliche  Fluchtalternative  offenstehen,  weshalb  sie  nicht  auf  den  Schutz  der  Schweiz  angewiesen  seien.  Andererseits  hat  es  ausführlich  dargelegt,  dass  es  den  Beschwerdeführenden  zumutbar  und  möglich  ist,  sich  in  einem  der  Nachbarstaaten  Kolumbiens  um  Schutz  vor  allfälliger  Verfolgung  zu  bemühen.  An  diesen  Feststellungen  vermögen  die  Beschwerdeführenden mit den Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe  nichts zu ändern. Insbesondere legen sie nicht substantiiert dar, inwiefern  sie einen Bezug zur Schweiz haben und inwiefern ihnen eine Ausreise in  einen der Nachbarstaaten Kolumbiens nicht zumutbar sein soll. Demnach  ist mit der Vorinstanz zu schliessen, dass es den Beschwerdeführenden  zuzumuten  ist,  in  einem  anderen  Land  als  der  Schweiz  um  Asylgewährung  nachzusuchen.  Um  diesbezüglich  Wiederholungen  zu  vermeiden, kann vollumfänglich auf die zutreffenden Erwägungen  in der  angefochtenen Verfügung verwiesen werden. 6.4. Zusammenfassend  ist  festzustellen, dass die Beschwerdeführenden  weder  schutzbedürftig  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  sind,  noch  die  Anforderungen an eine Aufnahme in der Schweiz gemäss Art. 52 Abs. 2  AsylG erfüllt sind. Das BFM hat den Beschwerdeführenden demnach zur  Recht  die  Einreise  in  die  Schweiz  nicht  bewilligt  und  die  Asylgesuche  abgelehnt. 7.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106AsylG).  Die  Beschwerde ist daher abzuweisen. 8.  Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich den  Beschwerdeführerenden  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1VwVG).  Aus  verwaltungsökonomischen  Gründen  sowie  in  Anwendung  von  Art.  63 

E­5915/2010 Abs.  1  in  fine VwVG und Art.  2  und  6 Bst.  b  des Reglements  vom 21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2)  ist  vorliegend  auf  die  Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite)

E­5915/2010 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die  Schweizerische Botschaft in Bogotá. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Kurt Gysi Barbara Balmelli Versand:

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