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Bundesverwaltungsgericht 20.10.2011 E-5721/2011

October 20, 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,145 words·~6 min·4

Summary

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) | Nichteintreten auf Asylgesuch (Dublin-Verfahren); Verfügung des BFM vom 5. Oktober 2011 / N

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­5721/2011 Urteil   v om   2 0 .   O k t ob e r   2011   Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer, mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo;  Gerichtsschreiberin Chantal Schwizer. Parteien A._______, geboren am (…), Tunesien,  (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6,  3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch (Dublin­Verfahren);  Verfügung des BFM vom 5. Oktober 2011 / N (…).

E­5721/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer seinen Heimatstaat eigenen Angaben zufolge  im  März  2011  verliess  und  auf  dem  Seeweg  gleichentags  nach  Italien   gelangte, woraufhin er nach einem Aufenthalt von ungefähr drei Wochen  in Lampedusa in Begleitung der  italienischen Behörden nach B._______  gebracht  worden  sei,  wo  er  sich  ungefähr  18  Tage  in  einem  Flüchtlingszentrum aufgehalten habe,  dass  er  von  dort  nach  C._______  überführt  worden  sei,  wo  er  sich  ungefähr  drei  bis  vier Monate  aufgehalten  habe,  bevor  er mit  dem Zug  über D._______ am 29. Juni 2011 illegal  in die Schweiz gelangte, wo er  am 1. Juli 2011  im Empfangs­ und Verfahrenszentrum (EVZ) E._______  um Asyl nachsuchte, dass das BFM am 15. Juli 2011 im EVZ E._______ die Personalien des  Beschwerdeführers  erhob  und  ihn  summarisch  zu  seinem  Reiseweg  sowie  zu  den  Gründen  für  das  Verlassen  seines  Heimatstaates  respektive Italiens befragte,  dass  er  zur  Begründung  seines  Gesuchs  anführte,  er  sei  tunesischer  Staatsangehöriger mit letztem Wohnsitz in F._______, dass sein Vater seine Mutter und ihn immer geschlagen habe, obwohl sie  geschieden seien und sein Vater sich wieder verheiratet habe, dass seine Familie in seinem Quartier einen schlechten Ruf habe, zumal  sein  Onkel  väterlicherseits  (…)  gewesen  sei  und  unter  dessen  Regime  Leute verhaftet, gefoltert und geprügelt habe, dass  die  Islamisten  und  insbesondere  die  verbotenen  islamistischen  Parteien  El­Tahrir  sowie  die  Ennahda  (fundamentalistische  Parteien;  Anmerkung  Bundesverwaltungsgericht)  nach  der  Revolution  an  Macht  gewonnen und ihm und seiner Familie Schwierigkeiten bereitet hätten, dass  er  deshalb  und  aufgrund  der  allgemeinen  Lage  in  Tunesien  nach  Italien geflüchtet sei, dass  er  auch  in  Italien  kein  gutes  Leben  habe  führen  können,  er  sehr  müde gewesen sei und keine Bleibe gehabt habe, dass er vor diesem Hintergrund Italien verlassen habe, http://www.weblexikon.de/Fundamentalismus.html http://www.weblexikon.de/Fundamentalismus.html http://www.weblexikon.de/Fundamentalismus.html http://www.weblexikon.de/Fundamentalismus.html http://www.weblexikon.de/Fundamentalismus.html http://www.weblexikon.de/Fundamentalismus.html http://www.weblexikon.de/Fundamentalismus.html

E­5721/2011 dass  dem  Beschwerdeführer  im  Anschluss  an  die  genannte  Befragung  vom 15. Juli 2011 im Hinblick auf eine allfällige Zuständigkeit  Italiens für  die Durchführung  des Asyl­  und Wegweisungsverfahrens  das  rechtliche  Gehör gewährt wurde, dass er hierzu geltend machte, er möchte  lieber  in der Schweiz bleiben,  zumal er in Italien kein gutes Leben habe führen können, dass  für  den  Inhalt  der  weiteren  Aussagen  auf  die  Akten  verwiesen  werden kann, dass  das  BFM  am  4.  August  2011  die  italienischen  Behörden  um  Aufnahme  (take  charge)  des  Beschwerdeführers  gestützt  auf  Art.  10  Abs. 1  der  Verordnung  EG  Nr.  343/2003  des  Rates  vom  18.  Februar  2003  zur Feststellung  von Kriterien  und Verfahren  zur Bestimmung des  Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  Asylantrags  zuständig  ist,  den  ein Staatsangehöriger eines Drittlandes in einem Mitgliedstaat gestellt hat  (Dublin­II­VO)  ersuchte  und  dieselben  bis  zum  Ablauf  der  Frist  am  5.  Oktober 2011 dazu keine Stellungnahme einreichten, dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  5.  Oktober  2011  –  eröffnet  am  7.  Oktober 2011 – gestützt auf Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eintrat  und  ihn  nach  Italien  wegwies,  ihn  aufforderte,  die  Schweiz  spätestens  am  Tag  nach  Ablauf  der  Beschwerdefrist  zu  verlassen,  den  Kanton  G._______ mit  dem  Vollzug  der  Wegweisung  beauftragte,  dem  Beschwerdeführer  die  editionspflichtigen  Akten  gemäss  Aktenverzeichnis  aushändigte  und  festhielt,  eine  Beschwerde  gegen  diese  Verfügung  habe  keine  aufschiebende Wirkung, dass  es  festhielt,  der  Beschwerdeführer  habe  anlässlich  der  summarischen  Befragung  zu  Protokoll  gegeben,  im  März  2011  bei  Lampedusa  illegal  in das Hoheitsgebiet der Dublin­Staaten eingereist zu  sein, dass  bei  dieser  Sachlage  Italien  gestützt  auf  die  einschlägigen  staatsvertraglichen Bestimmungen (Dublin­Assoziierungsabkommen vom  26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  zuständigen  Staates  für  die  Prüfung  eines  in  einem  Mitgliedstaat  oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  [SR 

E­5721/2011 0.142.392.68,  DAA],  Dublin­II­VO  und  Verordnung  [EG]  Nr.  1560/2003  der  Kommission  vom  2.  September  2003  mit  Durchführungsbestimmungen  zur  Verordnung  [EG]  Nr.  343/2003  des  Rates  [DVO­Dublin])  für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig  sei, dass die italienischen Behörden das Übernahmeersuchen nicht innerhalb  der  festgelegten Frist beantwortet hätten, weshalb die Zuständigkeit das  Asyl­ und Wegweisungsverfahren gestützt auf Art. 18 Abs. 7 Dublin­II­VO  durchzuführen, am 5. Oktober 2011 auf Italien übergegangen sei,  dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder  Verlängerung – bis spätestens am 5. April 2012 zu erfolgen habe, dass auf das Asylgesuch somit nicht einzutreten sei, dass  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  die Regelfolge  des Nichteintre­ tens auf ein Asylgesuch sei (Art. 44 Abs. 1 AsylG), dass  der  Beschwerdeführer  in  einen  Drittstaat  reisen  könne,  in  dem  er  Schutz vor Rückschiebung  im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG  finde, und  das Non­Refoulement­Gebot bezüglich des Heimatstaates nicht zu prüfen  sei, dass ferner keine Hinweise auf eine Verletzung von Art. 3 der Konvention  vom  4.  November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  im  Falle  einer  Rückkehr  des  Beschwerdeführers nach Italien bestehen würden, dass  zudem  weder  die  in  Italien  herrschende  Situation  noch  andere  Gründe gegen die Zumutbarkeit der Wegweisung sprechen würden, dass  dem  Beschwerdeführer  am  15.  Juli  2011  das  rechtliche  Gehör  gewährt worden sei und er bei dieser Gelegenheit  lediglich erklärt habe,  in Italien habe er keine Unterkunft und kein gutes Leben führen können,  dass  Italien  die  Mindestnormen  der  EU  für  die  Aufnahme  der  Antragsteller  (RL  2003/9/EG  des  Rates  vom  27.  Januar  2003  zur  Festlegung von Mindestnormen  für die Aufnahme von Asylbewerbern  in  den  Mitgliedstaaten)  anwende  und  dementsprechend  Aufnahmestrukturen zur Verfügung stelle,

E­5721/2011 dass  sich  der  Beschwerdeführer  demzufolge  an  die  zuständigen  Behörden wenden könne, um Unterstützung zu erhalten, dass  demzufolge  die  Aussagen  des  Beschwerdeführers  nicht  geeignet  seien, die Zumutbarkeit der Wegweisung nach Italien zu widerlegen, dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  technisch  möglich  und  praktisch  durchführbar sei,  dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 11. Oktober 2011 – Datum  Poststempel:  13.  Oktober  2011  –  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  gegen die  vorinstanzliche Verfügung  vom 5. Oktober  2011  erhob  und  sinngemäss  beantragte,  die  Verfügung  des  BFM  sei  aufzuheben,  das  BFM  sei  anzuhalten,  sein  Recht  auf  Selbsteintritt  auszuüben  und  sich  für  vorliegendes  Asylgesuch  für  zuständig  zu  erklären,  dass auf die Begründung der Rechtsbegehren, soweit  für den Entscheid  wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird, dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  18.  Oktober  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht eingingen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom  20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]  des  BFM  entscheidet  (Art.  105  AsylG  i.V.m.  Art.  31­33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  [VGG, SR 173.32]; Art.  83 Bst.  d Ziff. 1  des Bundesgerichtsgesetzes  vom 17.  Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]),  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht, dass  eine  solche  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  83  Bst.  d  Ziff.  1  BGG  vorliegend nicht gegeben ist und das Bundesverwaltungsgericht demnach  endgültig entscheidet, dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  ist  und  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung 

E­5721/2011 der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art.  48 Abs. 1 VwVG), dass auf die  frist­ und  formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten  ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG, Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52  VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  respektive  einer  zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG), und es sich,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Be­ schwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art.  111a Abs.  2  AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver­ zichtet wurde, dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art.  32  –  35a  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den  Nichteintretens­ entscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbstständigen materiellen  Prüfung enthält,  die angefochtene Verfügung aufhebt  und die Sache zu  neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist  (vgl. Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  ehemals  zuständigen  Schweizerischen  Asylrekurskommission [ARK; EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.),  dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs  indes  materiell  geprüft  hat,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  grundsätzlich  volle  Kognition  zukommt,  wobei  sich  die  Fragen  –  namentlich  diejenigen  hinsichtlich  des  Bestehens  von  Vollzugshindernissen  (Durchführbarkeit  der  Überstellung  an  den  zuständigen  Staat)  –  in  den  Dublin­Verfahren  bereits  vor  Erlass  des  Nichteintretensentscheids stellen,  http://links.weblaw.ch/EMARK-2004/34 http://links.weblaw.ch/EMARK-2004/34

E­5721/2011 dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asyl­ suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durchfüh­ rung  des  Asyl­  und Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zuständig  ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass  sich  die  vorinstanzlichen  Erwägungen  aufgrund  der  Akten  als  zutreffend erweisen, weshalb zur Vermeidung von Wiederholungen vorab  auf  die  nicht  zu  beanstandenden  Ausführungen  des  BFM  in  der  angefochtenen Verfügung verwiesen werden kann, dass der vorgängige Aufenthalt des Beschwerdeführers in Italien feststeht  und er diesen auch nicht bestreitet, dass die  in der Schweiz geltend gemachten Asylgründe daher  in  Italien,  welches  aufgrund  der  einschlägigen  Staatsverträge  (vgl.  vorstehend  S. 3 f.,  DAA  sowie  Dublin­II­VO  und  DVO­Dublin  [vgl.  insbesondere  Art. 10 Abs. 1 Dublin­II­VO]) als für die Durchführung des Asylverfahrens  zuständig zu erachten ist, zu prüfen sein werden,  dass  zu  prüfen  bleibt,  ob  Gründe  vorliegen,  die  das  BFM  hätten  veranlassen müssen, sein –  ihm gemäss Art. 3 Abs. 2 Satz 1 Dublin­II­ VO auch bei Zuständigkeit eines anderen Signatarstaates zustehendes –  Selbsteintrittsrecht auszuüben, dass  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Eingabe  unter  anderem  geltend  macht, dass viele Flüchtlinge aus Tunesien seinen Onkel kennen würden,  weshalb er seinetwegen auch in Italien Probleme habe, dass  aus  demselben  Grund  einige  Flüchtlinge  ihn  in  B._______  hätten  zwingen  wollen,  Drogen  zu  verkaufen,  zu  stehlen  und  für  sie  "krumme  Geschäfte" durchzuführen,  dass sie ihm gedroht hätten, seine Mutter und Geschwister umzubringen,  falls er sich weigere, dass er auch in C._______ wegen seines Onkels Probleme gehabt habe, dass diese Einwände an der Zuständigkeit  Italiens  für die Durchführung  des Asylverfahrens nichts ändern und auch keinen Anlass zur Ausübung  des Selbsteintrittsrechts der Schweiz (Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO, Art. 29a  Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen  [AsylV 1, SR 142.311]) begründen,

E­5721/2011 dass  Italien  Signatarstaat  des  Abkommens  vom  28.  Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR  0.142.30),  der  EMRK  und  des  Übereinkommens  vom  10.  Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK, SR 0.105)  ist,  und  sich  aus  den Akten  keine  konkreten Hinweise  ergeben,  wonach  Italien  sich  nicht  an  die  daraus  resultierenden  massgebenden  völkerrechtlichen  Bestimmungen,  insbesondere  an  das  Rückschiebungsverbot oder die einschlägigen Normen der EMRK, halten  würde, dass demzufolge nicht davon auszugehen ist, die italienischen Behörden  würden den Beschwerdeführer direkt  in sein Heimatland überstellen und  ihn  damit  allenfalls  einer  gegen  Art.  3  EMRK  verstossenden  unmenschlichen Behandlung aussetzen, ohne zuvor sein Asylgesuch zu  prüfen, dass  der  Beschwerdeführer  bei  einer  Rückführung  nach  Italien  den  dortigen Behörden übergeben wird, die damit die Möglichkeit haben, sich  um ihn gebührend zu kümmern und sein Asylverfahren durchzuführen, dass  –  wie  das  BFM  bereits  ausgeführt  hat  –  Italien  an  die  Aufnahmerichtlinie gebunden  ist und demnach dafür besorgt sein muss,  den Asylsuchenden ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen, dass nach dem Gesagten keine konkreten Anhaltspunkte dafür ersichtlich  sind,  der Beschwerdeführer würde  im Falle  einer Rückkehr  nach  Italien  wegen der dortigen Aufenthaltsbedingungen in eine existenzielle Notlage  geraten, dass  Dublin­Rückkehrende  und  verletzliche  Personen  betreffend  Unterbringung  von  den  italienischen  Behörden  zudem  bevorzugt  behandelt  werden  und  sich  neben  den  staatlichen  Strukturen  auch  zahlreiche private Hilfsorganisationen der Betreuung von Asylsuchenden  und Flüchtlingen annehmen,  dass  der  Beschwerdeführer  in  Italien  im  Übrigen  behördlichen  Schutz  gegen  allfällige  Schwierigkeiten  mit  Drittpersonen  beanspruchen  kann,  weshalb  seine  Befürchtungen,  mit  Drittpersonen  erneut  Probleme  zu  bekommen, nicht zu einem Verbleib  in der Schweiz zu führen vermögen  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  D­2536/2011  vom  23.  Mai  2011, S. 12),

E­5721/2011 dass  an  diesen  Einschätzungen  auch  die  übrigen  Einwände  in  der  Beschwerde nichts zu ändern vermögen, dass eine Überstellung nach Italien diesen Erwägungen gemäss zulässig  ist, dass somit entgegen der Beschwerdevorbringen nicht davon auszugehen  ist,  das  BFM  hätte  Veranlassung  zu  einem  Selbsteintritt  (Art. 3  Abs. 2  Dublin­II­VO) gehabt, dass das BFM demnach  in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eingetreten  ist, dass  die  Anordnung  der  Wegweisung  nach  Italien  der  Systematik  des  Dublin­Verfahrens  ­  bei  dem  es  sich  um  ein  Überstellungsverfahren  in  den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuchs  zuständigen  Staat  handelt  ­  entspricht und im Einklang mit der Bestimmung von Art. 44 Abs. 1 AsylG  steht, wobei in Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG die Frage nach  der Zulässigkeit  und Möglichkeit  des Wegweisungsvollzugs  regelmässig  bereits  Voraussetzung  (und  nicht  erst  Regelfolge)  des  Nichteintretensentscheids ist, und hier nicht mehr zu prüfen ist, dass sich auch die Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in  einem  Dublin­Verfahren  nicht  unter  dem  Aspekt  der  vorläufigen  Aufnahme  gemäss  Art.  83  Abs.  1  und  4  des  Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR  142.20)  stellt,  sondern  eine  entsprechende  Prüfung,  soweit  notwendig,  vielmehr  bereits  im  Rahmen  der  Entscheidfindung  hinsichtlich  der  Ausübung  des  Selbsteintrittsrechts  stattfinden  muss  (vgl.  vorstehende  Erwägungen), dass  vorliegend  –  wie  aufgezeigt  –  kein  Anlass  zur  Ausübung  des  Selbsteintrittsrechts (Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO) besteht, weshalb der vom  BFM verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist, dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist,

E­5721/2011 dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  CHF  600.­  (Art. 1 ­ 3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1  VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

E­5721/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Gabriela Freihofer Chantal Schwizer Versand:

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