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Bundesverwaltungsgericht 21.02.2012 E-5664/2011

February 21, 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,534 words·~13 min·2

Summary

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 12. September 2011 / N

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­5664/2011 Urteil   v om   2 1 .   Februar   2012 Besetzung Einzelrichter Kurt Gysi, mit Zustimmung von Richter François Badoud;   Gerichtsschreiber Christoph Berger. Parteien A._______, geboren am (…), Irak,   vertreten durch lic. iur. Michael Steiner, Rechtsanwalt,  (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 12. September 2011 / N (…).

E­5664/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  der  Beschwerdeführer,  kurdischer  Volkszugehörigkeit,  seinen  Heimatstaat  eigenen  Angaben  zufolge  am  10.  Oktober  2008  auf  dem  Landweg  verliess,  über  die  Türkei  und  ihm  unbekannte  Länder  am  3.  November 2008 in die Schweiz gelangte und gleichentags im Empfangs­  und Verfahrenszentrum (EVZ) Basel um Asyl nachsuchte, dass  er  am 5. November  2008  im EVZ und  am 8. Oktober  2009  durch  das BFM zu seinem Asylgesuch angehört wurde, dass  er  im Wesentlichen  vorbrachte,  er  sei  im  Raume  Zakho  (Provinz  Dohuk)  geboren  worden  und  habe  seit  seiner  frühen  Kindheit  bis  zu  seiner Ausreise aus dem Heimatland ausschliesslich in Mosul gelebt, dass  er  in Mosul  vier  bis  fünf  Jahre  die Schule  besucht  und  später  als  Chauffeur bei einer (…) gearbeitet habe, dass  er  dabei  beruflich  öfters  auch  Waren  von  Mosul  in  den  Nordirak  transportiert habe, dass er  im September 2008 von drei Männern über seine Arbeit befragt  worden  sei  und  er  sie  über  seine  Transporte  in  den Nordirak  informiert  habe, dass  er  am  3.  Oktober  2008  auf  einer  Fahrt  in  den  Nordirak  ein  Lokal  aufgesucht  habe,  das  sich  auf  der  gegenüberliegenden  Strassenseite  befunden habe,  dass  er  von  dort  aus  beobachtet  habe,  wie  sich  die  Polizei  um  sein  Fahrzeug  versammelt,  das  Fenster  seines  Wagens  eingeschlagen  und  eine Tasche an sich genommen habe, dass er  seinen Firmenchef  telefonisch über die Situation orientiert  habe  und dieser ihm geraten habe, zu fliehen, dass er sich umgehend zu seiner Schwester begeben und sich bis zum  10. Oktober 2008 dort aufgehalten habe, dass  in  dieser  Zeit  die  Polizei  mehrmals  bei  seinen  Eltern  zu  Hause  vorgesprochen und nach ihm gefragt habe,

E­5664/2011 dass  er  von  seinem  Vater  und  seinem  Onkel,  die  sich  bei  der  Polizei  gemeldet hätten, vernommen habe, dass sich in der Tasche Sprengstoff  befunden habe und nach ihm gesucht werde, dass er sich nicht  in den Nordirak habe absetzen können, da sein Vater  als  ehemaliges  Baath­Mitglied  und  Rafik  der  ehemaligen  irakischen  Regierung mit der nordirakischen Regierung Probleme gehabt habe und  mit einem dort ansässigen Stamm in einer Blutrache­Fehde stehe, dass  sein  Vater  und  sein  Onkel  beim  Firmenbesitzer  ein  Darlehen  aufgenommen  hätten  und  mit  deren  Hilfe  die  Ausreise  aus  seinem  Heimatland finanziert worden sei, dass  er  im  Verlaufe  des  erstinstanzlichen  Verfahrens  als  Beweismittel  unter  anderem  eine  irakische  Identitätskarte  und  einen  irakischen  Führerausweis zu den Akten gab, dass  das  BFM  in  einer  amtsinternen  Analyse  darauf  erkannte,  der  Identitätskarte hafte zahlreiche objektive Fälschungsmerkmale an, dass  das  BFM  über  die  Fachstelle  "LINGUA"  einen  Experten  damit  beauftragte, mittels  einer Sprach­  und Herkunfts­Analyse  abzuklären,  in  welchem Gebiet  die  Sozialisation  des Beschwerdeführers  stattgefunden  habe, dass zu diesem Zweck am 17. April 2011 ein telefonisches Gespräch mit  dem Beschwerdeführer geführt wurde, dass mit dem Expertenbericht vom 18. April 2011 im Resultat festgestellt  wurde,  die  vorherrschende  Sozialisation  des  Beschwerdeführers  habe  "definitely  not"  in  Mosul  und  "most  likely"  in  Zakho,  Nordirak,  stattgefunden, dass  dem  Beschwerdeführer  mit  Schreiben  vom  21.  April  2011  Gelegenheit  gegeben  wurde,  zu  den  Resultaten  der  Prüfung  der  Identitätskarte  sowie  der  Herkunfts­Analyse  schriftlich  Stellung  zu  nehmen,  dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  seiner  damaligen  Rechtsvertreterin vom 10. Mai 2011 festhielt, er habe seit seiner Kindheit  in  der  Provinz  Mosul  gelebt  und  dort  die  Schule  besucht  und  stellte  Dokumente in Aussicht, die dies bestätigen könnten,

E­5664/2011 dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  seiner  Rechtsvertreterin  vom   20. Juli 2011 eine Wohnsitzbescheinigung datiert vom 15. Mai 2011 und  ein  Zeugnis  des  Schuljahres  1994/1995,  das  die  Eltern  des  Beschwerdeführers  von der Schule mit Datum vom 7.  Juni  2011 hätten  bestätigen lassen, zu den Akten reichte, dass  das  BFM  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  mit  Verfügung  vom  12.  September  2011  ablehnte  und  dessen  Wegweisung  aus  der  Schweiz sowie den Vollzug der Wegweisung anordnete, dass das BFM die als gefälscht erkannte Identitätskarte einzog, dass  das  BFM  zur  Begründung  der  angefochtenen  Verfügung  im  Wesentlichen  anführte,  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  würden  den  Anforderungen  von  Art.  7  des  Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998  (AsylG,       SR  142.31)  an  die  Glaubhaftmachung  eines  asylbegründenden  Sachverhalts  nicht  genügen,  weshalb  er  die  Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle und das Asylgesuch abzulehnen sei,  dass der Ablehnung des Asylgesuches in der Regel die Wegweisung aus  der  Schweiz  folge  und  keine  Gründe  ersichtlich  seien,  die  auf  Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit  oder  Unmöglichkeit  eines  Wegweisungsvollzuges schliessen lassen könnten, dass  insbesondere  Art.  5  Abs.  1  AsylG  (Grundsatz  der  Nichtrückschiebung) nicht anwendbar  sei und sich aus den Akten keine  Anhaltspunkte  dafür  ergeben  würden,  dass  dem  Beschwerdeführer  im  Falle  einer  Rückkehr  in  den  Heimatstatt  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  eine  durch  Art.  3  der  Konvention  vom  4. November 1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  verbotene  Strafe  oder  Behandlung  drohe, dass  davon  auszugehen  sei,  dass  der  Beschwerdeführer  aus  dem  von  der  kurdischen  Regionalregierung  kontrollierten  nordirakischen  Zakho  stamme und dort  längere Zeit gelebt habe, wo aufgrund der Sicherheits­  und  Menschenrechtslage  keine  Situation  allgemeiner  Gewalt  herrsche,  weshalb der Wegweisungsvollzug dorthin grundsätzlich zumutbar sei, dass vorliegend auch keine individuellen Gründe gegen die Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges  sprechen  würden,  da  es  sich  beim 

E­5664/2011 Beschwerdeführer  um  einen  jungen,  gesunden  und  alleinstehenden  Mann handle, dass,  nachdem  er  versucht  habe,  die  Asylbehörden  über  seine  wahre  Herkunftsregion zu täuschen, davon auszugehen sei, dass er im Nordirak  über  ein  soziales Netz  verfüge,  das  ihm bei  der Reintegration  behilflich  sein könne, dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  ausserdem  technisch  möglich  und  praktisch durchführbar sei, dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  13.  Oktober  2011  gegen  diesen Entscheid Beschwerde erhob und beantragt, es sei ihm Einsicht in  die  Akten  A6/3,  A7/1,  A14/2,  A16/1,  A18/7,  A24/1,  in  die  eingereichten  Fotos  sowie  das  Zustellcouvert  betreffend  Wohnsitzbestätigung  und  Schulzeugnis und die Identitätskarte im Original zu gewähren, dass  ihm  eventualiter  das  rechtliche  Gehör  zu  den  Akten  A6/3,  A7/1,  A14/2,  A16/1,  A18/7,  A24/1,  zu  den  eingereichten  Fotos  sowie  dem  Zustellcouvert betreffend Wohnsitzbestätigung und Schulzeugnis und die  Identitätskarte im Original zu gewähren und eventualiter das Abhören der  Lingua­CD zu ermöglichen sei, dass  ihm nach der Gewährung der Akteneinsicht beziehungsweise nach  der  Anhörung  der  Lingua­CD  eine  angemessene  Frist  zur  Einreichung  einer Beschwerdeergänzung anzusetzen sei, dass  er  weiter  beantragt,  die  Verfügung  des  BFM  vom  12.  September  2011  sei  aufzuheben  und  die  Sache  dem  BFM  zur  vollständigen  und  richtigen  Abklärung  und  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhaltes und zur Neubeurteilung zurückzuweisen, dass  eventualiter  die  Verfügung  des  BFM  vom  12.  September  2011  aufzuheben und dem Beschwerdeführer Asyl zu gewähren sei, dass  eventualiter  die  Verfügung  des  BFM  vom  12.  September  2011  aufzuheben  und  die  Unzulässigkeit  des  Wegweisungsvollzuges  des  Beschwerdeführers festzustellen sei, dass  dem  unterzeichneten  Anwalt  vor  Gutheissung  der  vorliegenden  Verwaltungsbeschwerde  eine  angemessene  Frist  zur  Einreichung  einer  detaillierten  Kostennote  zur  Bestimmung  der  Parteientschädigung  einzuräumen sei, 

E­5664/2011 dass das Bundesverwaltungsgericht mit Verfügung vom 17. Oktober 2011  den Eingang der Beschwerde bestätigte, und zieht in Erwägung, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  im  Regelfall  ­  so  auch  vorliegend  ­  endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  des Bundesgesetzes  vom 20. Dezember 1968 über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR  172.021])  des  BFM  entscheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31­33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32]  sowie  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG  richtet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 6 AsylG), dass der Beschwerdeführer am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen  hat,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird  (Art. 111  Bst. e  AsylG),  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt, um eine solche handelt, dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass  mit  vorliegender  Beschwerde  ausdrücklich  auch  die  nicht  selbständig  anfechtbare  Verfügung  des  BFM  vom  21.  April  2011  (rechtliches  Gehör  zur  amtsinternen  Überprüfung  der  eingereichten  Identitätskarte  und  zum  wesentlichen  Inhalt  sowie  zum  Resultat  der  Lingua­Analyse) sowie die Verfügung vom 5. Oktober 2011 (Gewährung  Akteneinsicht) angefochten werden,

E­5664/2011 dass  die  in  der  Rechtsmitteleingabe  erhobenen  Rügen  der  Verletzung  des Anspruchs  auf Akteneinsicht,  der  schwerwiegenden Verletzung des  Anspruchs  auf  Gewährung  des  rechtlichen  Gehörs  sowie  der  nicht  vollständigen  und  nicht  richtigen  Abklärung  des  rechtserheblichen  Sachverhaltes offenkundig ins Leere stossen, dass  entgegen  der  Rüge  in  der  Rechtsmitteleingabe  in  die  Akten  A6/3  (Formular  Lingua­Auftrag  vom  5.  November  2008  und  entsprechende  Faxkopie)  und  A16/1  (Formular  Lingua­Auftrag  vom  3.  Juni  2010)  die  Einsicht nicht zu Unrecht verweigert wurde, da es sich dabei um interne  Nebenakten  handelt  (vgl.  etwa  bereits  Zwischenverfügung  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom 11. März 2008  in Sachen E­1402/2008  mit gleichem Rechtsvertreter), dass  zwar  dem  Beschwerdeführer  von  der  Vorinstanz  die  Formulare  durchaus  hätten  ediert  werden  dürfen,  indessen  diese  entsprechende  Unterlassung  der  Vorinstanz  keine  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörsanspruchs darstellt, da darin ohnehin lediglich Eckdaten enthalten  sind, die vom Beschwerdeführer selbst vorgebracht wurden, dass  ebenso  die  Akte  A7/1  als  solche  nicht  edierungspflichtig  ist,  wird  darin doch lediglich festgehalten, dass zum damaligen Zeitpunkt "Badini­ Analysen" aus organisatorischen Gründen nicht möglich seien und dieser  Umstand  für  das  vorliegende  Verfahren  irrelevant  ist  und  die  Nichtedierung  dieser  Akte  offenkundig  keine Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs darstellen kann, dass  demnach  entgegen  der  in  der  Rechtsmitteleingabe  angestellten  Mutmassungen der  Inhalt der Akte A7/1 keine wichtigen Fragen  für das  vorliegende Verfahren aufwirft  und  zur Erstellung des  rechtserheblichen  Sachverhaltes nicht auch nur ansatzweise von Bedeutung ist, dass im Weiteren die Rüge, die Einsicht in das Lingua­Gutachten an sich  gemäss der Akte A18/7 sei rechtswidrig verweigert worden, unbegründet  ist, dass  die  Lingua­Analysen  betreffend  den  Beschwerdeführer,  ­  welche  entgegen  der  Bezeichnung  durch  das  BFM  keine  Gutachten  im  Rechtssinn,  sondern  Auskünfte  von Drittpersonen  im Sinne  von Art.  12  Bst.  c  VwVG  darstellen  (vgl.  Entscheide  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  (EMARK)  2003  Nr.  14  E.  7)  ­  grundsätzlich  der  Akteneinsicht  unterstehen,  da  sie  geeignet  sind,  den 

E­5664/2011 Entscheid der Behörde  in diese oder  jene Richtung hin zu beeinflussen,  wobei  die  Fragen  und  Antworten  unter  Umständen  in  zusammenfassender Weise offen zu legen sind (a.a.O, E. 9), dass  der  Inhalt  und  die Ergebnisse  der  Lingua­Herkunftsanalyse  in  Art,  Form  und  Umfang  dem  Beschwerdeführer  unter  dem  zutreffenden  Hinweis  auf  die  Einschränkung  überwiegender  öffentlicher  Geheimhaltungsinteressen gemäss Art. 27 VwVG mit der Gewährung des  rechtlichen Gehörs vom 21. April 2011 rechtsgenüglich, das heisst soweit  dies  gesetzlich  geboten  und  zulässig  ist,  zur Kenntnis  gebracht wurden  (A20/3)  und  darüber  hinaus  in  der  angefochtenen  Verfügung  vom  12.  September 2011 die wesentlichen Resultate der Analyse angeführt sind, dass  anlässlich  der  Gewährung  des  rechtlichen  Gehörs  vom  21.  April  2011 dem Beschwerdeführer auch der Werdegang und die Qualifikation  der sachverständigen Person der Herkunftsanalyse offengelegt wurde, dass  dem  Beschwerdeführer  darüber  hinaus  mit  der  Gewährung  des  rechtlichen Gehörs vom 21. April 2011 die Möglichkeit eröffnet wurde, die  Gesprächsaufzeichnungen  nach  vorheriger  Terminabsprache  beim BFM  anzuhören, dass der Beschwerdeführer mit Eingaben vom 10. Mai 2011 und 20. Juli  2011  unter Mitwirkung  seiner  damaligen  rechtskundigen Vertreterin  das  ihm gewährte rechtliche Gehörs in dem von ihm als notwendig erachteten  Umfang vollumfänglich wahrnahm, dass  demnach  dem  in  der  Rechtsmitteleingabe  gestellten  Antrag,  dem  Beschwerdeführer  sei  zwingend  die  Gelegenheit  zu  geben,  die  CD  betreffend das Gespräch anzuhören, mit  dem durch das BFM gewährte  rechtliche Gehör  vom 21. April  2011 bereits  vollumfänglich  entsprochen  wurde, dass  demnach  der  Antrag,  dem  Beschwerdeführer  sei  durch  das  Bundesverwaltungsgericht,  eventualiter  durch  das  BFM,  die Möglichkeit  zu gewähren, die entsprechende CD ­ in Begleitung des Rechtsvertreters  und eines selbst gewählten Dolmetschers ­ anzuhören, abzuweisen ist, dass  ebenso  die  Ergebnisse  der  Dokumentenanalyse  betreffend  die  eingereichte  Identitätskarte  in  Art,  Form  und  Umfang  dem  Beschwerdeführer unter dem zutreffenden Hinweis auf die Einschränkung  überwiegender  öffentlicher  Geheimhaltungsinteressen  gemäss  Art.  27 

E­5664/2011 VwVG mit  der  Gewährung  des  rechtlichen  Gehörs  vom  21.  April  2011  rechtsgenüglich  zur  Kenntnis  gebracht  wurden  (A20/3)  und  die  Akte  A14/2  als  solche  in  Beachtung  der  gesetzlichen  Vorgaben  und  der  gefestigten Rechtsprechung nicht zur Einsicht zu geben  ist, weshalb die  diesbezügliche Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs unbegründet  ist, dass  bei  einer  vollständigen  Offenlegung  aller  Einzelheiten  von  behördlichen  Fälschungserkenntnissen  gewisser  Dokumente  deren  missbräuchliche  Verwendung  durch  den  Gesuchsteller  oder  Dritte  zu  befürchten  ist und dieser Umstand es  rechtfertigen kann, die Einsicht  in  ein  Aktenstück  ganz  oder  teilweise  zu  verweigern  (vgl.  EMARK  1994  Nr. 1 E. 4c), dass  das  BFM  in  seiner  Verfügung  vom  21.  April  2011  den  Beschwerdeführer  über  die  festgestellten  Fälschungsmerkmale  zwar  in  kurzer Form, jedoch in einer Art und Weise in Kenntnis setzte, welche es  ihm  sehr  wohl  ermöglicht  hätte,  vor  Erlass  der  Verfügung  konkret  Einwände gegen die vom BFM in Bezug auf die Identitätskarte gewonnen  Erkenntnisse  und  die  daraus  gezogenen  Schlussfolgerungen  anzubringen, zumal er den Ausweis persönlich erlangt habe (A2/10 S. 4)  und  persönlich  zu  den  Akten  gereicht  hat,  weshalb  das  BFM  den  Anspruch des Beschwerdeführers auf  rechtliches Gehör gemäss Art. 30  Abs. 1 und Art. 28 VwVG nicht verletzt hat,  dass  das  BFM  die  als  gefälscht  erkannte  Identitätskarte  zu  Recht  eingezogen  hat  und  entgegen  dem  Antrag  in  der  Rechtsmitteleingabe  eine  Aushändigung  des  Originals  an  den  Beschwerdeführer  nicht  in  Betracht  kommt,  zumal  es  ihm  auch  auf  Beschwerdeebene  offen  gestanden hätte, konkret Einwände gegen die vom BFM in Bezug auf die  Identitätskarte  gewonnen  Erkenntnisse  und  die  daraus  gezogenen  Schlussfolgerungen anzubringen, dass  dem  Beschwerdeführer  insoweit  beizupflichten  ist,  ohne  entsprechende  Bezeichnung  der  als  interne  Aktennotiz  geführte  Akte  A24/1 sei es  ihm unmöglich, sich über deren  Inhalt ein Bild zu machen,  dass  es  sich  dabei  jedoch  bloss  um  den  BFM­internen  Kopienverteiler  bezüglich der Verfügung vom 12. September 2011 handelt und somit den  Anspruch des rechtlichen Gehörs bezüglich des vorliegenden Verfahrens  nicht tangiert,

E­5664/2011 dass  in der Rechtsmitteleingabe zutreffend  festgestellt wird, wonach die  vom  Beschwerdeführer  eingereichten  Fotos  und  das  in  der  angefochtenen  Verfügung  erwähnte  Zustellcouvert  weder  in  der  Akte  1  (Beweismittelumschlag)  noch  im  Aktenverzeichnis  aufgeführt  sind,  diesem  Umstand  im  vorliegenden  Verfahren  jedoch  keine  rechtsverletzende Bedeutung zukommt und die Nichtedierung der Fotos  und des Zustellcouverts offenkundig keine Verletzung des Anspruchs auf  rechtliches Gehör  darstellt,  da  diese  Aktenstücke  für  die  Erhebung  des  rechtserheblichen  Sachverhaltes  irrelevant  sind  und  sie  zudem  in  der  angefochtenen  Verfügung  zur  Entscheidfindung  auch  nicht  ansatzweise  herangezogen wurden, dass  dasselbe  für  das  eingereichte  Formular  des  UNHCR  Damaskus  betreffend Aufforderung zur Registrierung vom 19. November 2007 gilt, dass  im Weiteren vom Beschwerdeführer selbst eingereichte Unterlagen  und  Beweismittel  diesem  selbstredend  bekannt  sind  und  ihm  die  Wahrnehmung des rechtlichen Gehörs hierzu ohne Weiteres offenstünde, dass  die  weiteren  Ausführungen  in  der  Rechtsmitteleingabe  (vgl.  dort    Art.  15)  im  Zusammenhang  mit  der  Lingua­Analyse  offenkundig  nicht  stichhaltig  erscheinen,  zumal  die Bezeichnung  des Dialektes  "Badinani"  nicht falsch ist, sondern gleichbedeutend mit "Badini",  dass zudem entgegen dem Vorbringen in der Rechtsmitteleingabe in der  Verfügung vom 12. September 2011 im Vergleich mit der Verfügung vom  21.  April  2011  keine  widersprüchliche  Wiedergabe  bezüglich  der  Schlussfolgerung  der  Lingua­Analyse  zu  erkennen  ist,  sondern  in  der  Rechtsmitteleingabe  vielmehr  die  Verfügung  vom  21.  April  2011  falsch  oder zumindest beabsichtigt oder unbeabsichtigt verkürzt zitiert wird, dass  in  beiden  Verfügungen  mit  hinreichender  Deutlichkeit  festgestellt  wird,  die  Schlussfolgerung  der  Lingua­Analyse  habe  ergeben,  dass  der  Beschwerdeführer  einerseits  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  aus  Zakho  oder  der  Region  Zakho  stamme  und  andererseits  nicht  wie  von  ihm geltend gemacht in Mosul sozialisiert worden sei, dass demnach auch in diesem Zusammenhang kein Grund ersichtlich ist,  inwiefern bezüglich der Lingua­Analyse erweiterte Einsicht  zu gewähren  wäre,

E­5664/2011 dass  zudem  die  Rüge  in  der  Rechtsmitteleingabe,  wonach  durch  die  Nennung der Stadt Kirkuk  unter  dem Sachverhalt  in  der  angefochtenen  Verfügung  völlig  unterschiedliche  Fazits  betreffend  der  Lingua­Anlyse  bestehen  würden  und  auch  deshalb  zwingend  Einsicht  in  die  Analyse  gewährt  werden  müsse,  nicht  haltbar  ist,  handelt  es  sich  doch  bei  der  Nennung  von  Kirkuk  offenkundig  um  ein  redaktionelles  Versehen,  was  dem  Beschwerdeführer  beziehungsweise  seinem  Rechtsvertreter  bei  objektiver Betrachtungsweise nicht verschlossen geblieben sein sollte, dass  unter  dem  Gesichtspunkt  des  rechtlichen  Gehörs  nicht  zu  beanstanden  ist,  wenn  das  BFM  den  vom  Beschwerdeführer  selbst  eingereichten  Führerschein  keiner  weiteren  Dokumentenprüfung  unterzieht  und  der  entsprechende  Vorhalt  in  der  Rechtsmitteleingabe  unbegründet ist, dass  das  BFM  in  Berücksichtigung  der  gesamten  Aktenlage  ohne  Verletzung  der  Begründungspflicht  auf  die  Fälschungsanfälligkeit  der  eingereichten Wohnsitzbestätigung  und  des Schulzeugnisses  verweisen  durfte, dass Art. 32 Abs. 1 VwVG der Behörde eine Würdigung aller erheblichen  und rechtzeitigen Vorbringen der Parteien gebietet, bevor sie verfügt, und  sich die Pflicht zur Begründung einer Verfügung sich aus Art. 35 VwVG  ergibt,  wobei  gemäss  der  Praxis  des  Bundesgerichts  eine  Begründung  grundsätzlich  so  abzufassen  ist,  dass  der  Betroffene  diese  gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann (BGE 122 II 363), dass  sich  die  Behörde  nicht  mit  jeder  tatbeständlichen  Behauptung,  jedem  rechtlichen  Einwand  und  jedem  Beweismittel  auseinandersetzen  muss,  sondern  sich  vielmehr  auf  die  für  den  Entscheid  wesentlichen  Gesichtspunkte beschränken kann (EMARK 1993, Nr. 3, E. 4b, S. 16 ff.,  mit Hinweisen; BGE 117 Ib 492), dass  auch  die  Rüge  in  der  Rechtsmitteleingabe,  das  BFM  habe  die  Begründungspflicht  und  damit  den  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  verletzt,  da  es  unterlassen  habe  zu  erwähnen,  dass  der  Vater  des  Beschwerdeführers  ein  "Rafik"  beziehungsweise  Baath­Mitglied  der  damaligen  irakischen  Regierung  gewesen  sei  und  ihm  im  Nordirak  die  Blutrache gedroht hätte, in Berücksichtigung der Gesamtbegründung der  angefochtenen Verfügung nicht durchzudringen vermag, 

E­5664/2011 dass das BFM in der angefochtenen Verfügung einerseits das Vorbringen  der  drohenden Blutrache  im Nordirak  im Sachverhalt  aufgenommen hat  und  in Würdigung  der  gesamten  Aktenlage  zur  Einschätzung  gelangte,  der Beschwerdeführer stamme aus dem nordirakischen Zakho und habe  dort  längere  Zeit  gelebt  und  somit  zumindest  implizit  eine  ihm  konkret  drohende Blutrache im Nordirak ausgeschlossen hat, dass  im Weiteren  das  entsprechende  Vorbringen  derart  unsubstanziiert  und unglaubhaft ausgefallen  ist, dass es auch nicht nur ansatzweise als  entscheidwesentliches  Element  des  vorliegenden  Verfahrens  zu  betrachten  und  zu  würdigen  gewesen  wäre,  hat  der  Beschwerdeführer  doch  die  Frage  nach  dem  Grund  der  angeblichen  Blutrache  mit  Nichtwissen quittiert und er demnach auch in Unkenntnis geblieben wäre,  wovor er sich im Nordirak überhaupt hätte in Acht nehmen sollen (A15/11  F66), dass zudem die Rüge in der Rechtsmitteleingabe, es handle sich um eine  schwere  Verletzung  der  Begründungspflicht,  dass  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  im  Sachverhalt  die  regelmässigen  Erkundigungen  von  Leuten  der  irakischen  Regierung  beziehungsweise  der Polizei nach dem Beschwerdeführer nicht erwähnt habe, nicht gehört  werden  kann,  hat  das  BFM  doch  ausdrücklich  erwogen,  auch  "die  Ausführungen zu der anschliessenden Suche nach ihm bleiben dünn und  oberflächlich" und er vermöge in keiner Art und Weise darzutun, dass er  das Geschilderte tatsächlich erlebt habe, dass  zusammenfassend  festzustellen  ist,  dass  das  BFM  den  Anspruch  des  rechtlichen  Gehörs  weder  unter  dem  Aspekt  des  Akteneinsichtsrechts noch der Begründungspflicht verletzt hat, dass  aufgrund  obiger  Erwägungen  auch  keine  Veranlassung  besteht,  seitens  des  Bundesverwaltungsgerichts  erweiterte  Akteneinsicht  zu  gewähren  und  demnach  der  Antrag  auf  Fristansetzung  zur  Einreichung  einer  Beschwerdeergänzung  als  offensichtlich  unbegründet  abzuweisen  ist, dass mit der Beschwerde im Weiteren zu Unrecht gerügt wird, das BFM  habe  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  weder  vollständig  noch  richtig  abgeklärt  und  demnach  der  Antrag  auf  Rückweisung  der  Sache  zur  Feststellung  des  vollständigen  und  richtigen  rechtserheblichen  Sachverhaltes,  zur  Durchführung  einer  weiteren  Anhörung  des  Beschwerdeführers und zur Neubeurteilung an das BFM abzuweisen ist,

E­5664/2011 dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  gewährt  (Art. 2 Abs. 1  AsylG), wobei als Flüchtlinge Personen gelten, die  in  ihrem Heimatstaat  oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft  gemacht werden muss (Art. 7 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält, dass  Vorbringen  insbesondere  dann  unglaubhaft  sind,  wenn  sie  in  wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte  oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden, dass  die Vorinstanz  gesetzes­  und  praxiskonform erkannt  hat,  dass  die  Vorbringen des Beschwerdeführers den Anforderungen von Art. 7 AsylG  an  die  Glaubhaftmachung  eines  asylbegründenden  Sachverhalts  nicht  genügen, dass nach Prüfung der vorliegenden Aktenlage die Erwägungen des BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  den  vom  Beschwerdeführer  vorgebrachten  Sachverhalt  in  den  rechtserheblichen  Aspekten  in  ausgewogener  und  überzeugender  Form  beurteilen  und  zu  bestätigen  sind, dass  die  Entgegnungen  in  der  Rechtsmitteleingabe  in  entscheidwesentlicher  Hinsicht  offenkundig  keine  andere  Beurteilung  zulassen, dass entgegen des Einwandes in der Rechtsmitteleingabe nicht willkürlich  und  rechtswidrig  erscheint,  das  Protokoll  der  Erstbefragung  vom  5.  November  2008  zur  Würdigung  der  Glaubhaftigkeit  der  Angaben  des  Beschwerdeführers  heranzuziehen,  auch  wenn  anlässlich  dieser  Anhörung  ausdrücklich  aus  Kapazitätsgründen  auf  eine  vertiefte  Abklärung der Asylgesuchsgründe verzichtet wurde und nicht ersichtlich 

E­5664/2011 ist,  weshalb  den  anlässlich  dieser  Anhörung  tatsächlich  gemachten  Aussagen an sich weniger Relevanz beigemessen werden sollten, dass  nicht  nachvollziehbar  erscheint,  wenn  der  Beschwerdeführer  im  Rahmen  des  geltend  gemachten  Vorfalls  der  polizeilichen  Fahrzeugkontrolle  einerseits  unmissverständlich  aussagte,  er  sei  in  ein  Restaurant  gegangen,  um  zu  essen  (A2/10  S.  5),  und  es  sich  andererseits um einen normalen Laden gehandelt haben soll, wo er einen  Tee und etwas anders habe kaufen wollen (A15/11 F49), dass der Erklärungsversuch in der Rechtsmitteleingabe,  in diesem Lokal  sei der Kauf von offenem heissen Tee ebenso möglich gewesen wie von  anderen Lebensmitteln, nicht zu überzeugen vermag, dass weiter die Rüge  in der Rechtsmitteleingabe,  das BFM habe  in der  angefochtenen Verfügung in unverhältnismässiger Weise eine willkürliche  Würdigung  der  Lingua­Analyse  vorgenommen  und  habe  es  faktisch  unterlassen, weitere Elemente der Vorbringen des Beschwerdeführers zu  würdigen, offenkundig unbegründet ist, dass  die  vorliegende  Lingua­Analyse  fundiert,  sehr  differenziert  und  in  allen Teilen der Begründung überzeugend ausgefallen ist, weshalb sie zu  keinen Beanstandungen Anlass gibt, dass mit dem Expertenbericht vom 18. April 2011 im Resultat festgestellt  wurde,  die  vorherrschende  Sozialisation  des  Beschwerdeführers  habe  "definitely not"  in der Stadt Mosul und  "most  likely"  in Zakho, Nord­Irak,  stattgefunden, dass die Lingua­Analyse mit hinreichender Aussagekraft erkennen  lässt,  dass  der  Beschwerdeführer  aus  einer  der  nordirakischen  Provinzen  stammt und dort aufgewachsen und sozialisiert wurde, dass  das  Ergebnis  der  Herkunfts­Analyse  durch  die  eingereichten  Dokumente auch nicht nur ansatzweise  in Zweifel  gezogen wird, da die  zu  den  Akten  gereichte  Identitätskarte  zu  Recht  als  Fälschung  erkannt  wurde und dieser kein Beweiswert zuerkannt werden kann, dass  in  Bezug  auf  die  weiteren  Dokumente  (Wohnsitz­  und  Schulbestätigung)  zu  berücksichtigen  ist,  dass  nach  Erkenntnissen  der  schweizerischen Asylbehörden im Irak derartige Dokumenten einfach auf  illegale  Weise  zu  beschaffen  sind,  weshalb  ihnen  generell  nur  ein  reduzierter Beweiswert beizumessen ist und diese Dokumente daher die 

E­5664/2011 dargelegten  erheblichen  Anhaltspunkte  für  die  Unglaubhaftigkeit  der  Angaben  des  Beschwerdeführers  zu  seiner  angeblichen  rund  achtzehnjährigen Sozialisation in Mosul nicht auszuräumen vermögen, dass  auch  die  Ausführungen  in  der  Rechtsmitteleingabe  im  Zusammenhang  mit  der  vorherrschenden  Sozialisation  des  Beschwerdeführers in entscheidwesentlicher Hinsicht nichts Stichhaltiges  entgegenzusetzen vermögen, dass  zwar  insofern  der  Feststellung  in  der  Rechtsmitteleingabe  zuzustimmen  ist,  als  anlässlich  der  Bundesanhörung  dem  Beschwerdeführer  keine  spezifisch­konkreten  städtekundlichen  Fragen  zu  Mosul  gestellt  wurden,  diese  Feststellung  für  den  Ausgang  des  Verfahrens jedoch nicht relevant ist, dass  andererseits  das  Aussageverhalten  des  Beschwerdeführers  vom  BFM zu Recht als ausweichend und oberflächlich gewertet wurde, wenn  er  in  diesem  Zusammenhang  ausführte,  er  habe  in  Mosul  kein  freies  Leben  gehabt  und  sei  nur  von  der  Arbeit  nach  Hause  gegangen  und  umgekehrt (A15/11 F29), und dies umso unverständlicher anmutet, als er  in Mosul beruflich als Chauffeur tätig gewesen sein soll,  dass,  wie  bereits  oben  ausgeführt,  das  Vorbringen,  der  Vater  des  Beschwerdeführers  sei  ein  "Rafik"  beziehungsweise  Mitglied  der  Baathpartei  gewesen  und  im  Nordirak  mit  Blutrache  bedroht,  derart  unsubstanziiert  und  unglaubhaft  ausgefallen  ist,  dass  es  auch  nicht  nur  ansatzweise  als  entscheidwesentliches  Element  des  vorliegenden  Verfahrens zu betrachten ist, dass  demnach  entgegen  dem  Vorbringen  in  der  Rechtsmitteleingabe  nicht davon auszugehen  ist,  der Beschwerdeführer wäre wegen seinem  Vater  einer  gezielten  und  politisch  und  ethnisch  motivierten  Verfolgung  ausgesetzt  gewesen  oder  müsste  begründeterweise  befürchten,  künftig  einer solchen ausgesetzt zu werden, dass  die  gesamten  Akten  und  Umstände  das  klar  überwiegend  wahrscheinliche Bild eines eigentlichen Sachverhaltskonstrukts zeichnen, dass  der  Beschwerdeführer  demnach  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu  machen  vermag,  weshalb  das Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat,

E­5664/2011 dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung  einer  solchen  besteht  (Entscheide  des  Schweizerischen  Bundesverwaltungsgerichts  [BVGE]  2009/50  E.  9  S.  733),  weshalb  die  verfügte Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen, wenn  der  strikte  Beweis möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen  (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser,  Ausländerrecht,  2. Auflage,  Basel  2009, Rz. 11.148), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser  massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist,  da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen  Non­Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet 

E­5664/2011 und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im  Sinne  von  Art.  3  EMRK  ersichtlich  sind,  die  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat droht, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass weder die allgemeine Lage im Nordirak noch individuelle Gründe auf  eine  konkrete  Gefährdung  im  Falle  einer  Rückkehr  schliessen  lassen,  weshalb der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  gemäss  seiner  aktuellen  Praxis  davon  ausgeht,  dass  in  den  drei  kurdischen  Provinzen  keine  Situation  allgemeiner  Gewalt  herrscht  und  die  politische  Lage  nicht  dermassen  angespannt  ist,  dass  eine Rückführung  dorthin  als  generell  unzumutbar  betrachtet werden müsste (BVGE 2008/5 E. 7.5.8 S. 72), dass  die  Anordnung  des  Wegweisungsvollzugs  hingegen  voraussetzt,  dass  die  betroffene  Person  ursprünglich  aus  der  Region  stammt  oder   längere  Zeit  dort  gelebt  hat  und  über  ein  soziales  Netz  (Familie,  Verwandtschaft  oder  Bekanntenkreis)  oder  Beziehungen  zu  den  herrschenden Parteien verfügt (a.a.O.), dass  das  BFM  aufgrund  der  Akten  zu  Recht  von  der  vorherrschenden  Sozialisierung des Beschwerdeführers in einer nordirakischen kurdischen  Provinz  ausgeht  und  die Wegweisungsanordnung  und  den  Vollzug  der  Wegweisung gesetzes­ und praxiskonform erwogen hat, dass, nachdem erstellt ist, dass der Beschwerdeführer unwahre Angaben  zu seinem Sozialisierungsort gemacht hat, und seine Identität angesichts  der  gefälschten  beziehungsweise  nicht  beweiskräftigen  eingereichten  Identitätsdokumente  nicht  erstellt  ist,  auch  Zweifel  an  seinen  Aussagen  zu seinem Familiennetz berechtigt sind und davon auszugehen ist, dass  er  in  der  nordirakischen  Herkunftsregion  auf  ein  Beziehungsnetz  von  Verwandten und Bekannten zurückgreifen kann, dass  unter  diesen  Umständen  entgegen  der  Angaben  des  Beschwerdeführers  davon  auszugehen  ist,  dass  er  in  seiner  Herkunftsland über ein tragfähiges soziales Netz verfügt und im Übrigen  darauf hinzuweisen ist, dass wirtschaftliche Schwierigkeiten, von welchen 

E­5664/2011 die  vor  Ort  ansässige  Bevölkerung  generell  betroffen  ist,  wie  beispielsweise Wohnungsnot oder ein  schwieriger Arbeitsmarkt,  für  sich  allein praxisgemäss keine konkrete Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs.  4  AuG  darstellen  (vgl.  EMARK  2003  Nr.  24  E.  5e  S.  159 mit  weiteren  Hinweisen), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen  (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es  ihm obliegt, bei der Beschaffung  der erforderlichen Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG), dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.−  (Art. 1­3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63  Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

E­5664/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die Verfahrenskosten von Fr. 600.−  werden dem Beschwerdeführer auf­ erlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Kurt Gysi Christoph Berger Versand:

E-5664/2011 — Bundesverwaltungsgericht 21.02.2012 E-5664/2011 — Swissrulings