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Bundesverwaltungsgericht 12.10.2011 E-5518/2011

October 12, 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,278 words·~6 min·1

Summary

Nichteintreten auf Asylgesuch (Verletzung Mitwirkungspflicht) und Wegweisung | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 26. September 2011

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung V E­5518/2011 Urteil   v om   1 2 .   O k t ob e r   2011 Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer, mit Zustimmung von Richter Gérald Bovier; Gerichtsschreiberin Chantal Schwizer. Parteien A._______, geboren am (…), und dessen Ehefrau B._______, geboren am (…), und deren gemeinsame Kinder C._______, geboren am (…), D._______, geboren am (…), E._______, geboren am (…), F._______, geboren am (…), G._______, geboren am (…), Bosnien und Herzegowina,  alle wohnhaft (…), Beschwerdeführende,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 26. September 2011 / N (…).

E­5518/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  die  Beschwerdeführenden,  ethnische  Bosniaken  mit  letztem  Wohnsitz  H._______,  I._______,  ihr  Heimatland  eigenen  Angaben  zufolge am 28. August  2011  verliessen und  tags darauf  in  der Schweiz  um Asyl nachsuchten,  dass  sie  im  Rahmen  der  Gesuchseinreichung  ihre  Reisepässe  zu  den  Akten reichten, dass sie anlässlich der Erstbefragungen,  die am 7. September 2011  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  J._______  durchgeführt  wurden,  im Wesentlichen  geltend machten, wegen des Krieges  im  Jahr  1992  seien  sie  nach  K._______  geflüchtet,  wo  sie  als  Flüchtlinge  aufgenommen worden seien, dass sie  im Jahr 1997 wegen der vielen Emigranten von den Behörden  von  K._______  nach  L._______  geschickt  worden  seien,  wo  sie  sich  ungefähr eineinhalb Monate als Flüchtlinge aufgehalten hätten,  dass  sich  die  allgemeine  Sicherheitslage  in  L._______  aufgrund  der  vielen Demonstrationen  verschlimmert  habe,  und  aus  den  umliegenden  Ländern immer mehr Flüchtlinge gekommen seien, dass  die  Behörden  von  L._______  die  Aufenthaltsvisa  der  Beschwerdeführerin und der Kinder nicht mehr  verlängert  hätten,  zumal  deren Pässe nicht mehr gültig gewesen seien, dass  ihnen  die Bosnische Vertretung  in M._______  keine  neuen Pässe  habe  ausstellen  wollen  und  ihnen  dabei  mitgeteilt  habe,  sie  sollten  biometrische Pässe in ihrer Heimat beantragen, dass  sie  deshalb  im  Sommer  2011  nach  Bosnien  und  Herzegowina  zurückgekehrt seien,  dass sich der Beschwerdeführer vor Blutrache fürchte, zumal er während  des bosnischen Krieges geflüchtet sei und daher seitens der Armee und  seitens der Fikret Abdic gesucht werde,  dass sie vor diesem Hintergrund und aus Angst um die Kinder nicht mehr  nach Bosnien und Herzegowina zurückkehren könnten, 

E­5518/2011 dass  das  BFM  mit  Schreiben  vom  8.  September  2011  –  gleichentags  persönlich  ausgehändigt  –  die  Beschwerdeführenden  für  den  14.  September  2011  zur  direkten  Bundesanhörung  vorlud  (vgl.  Akten  BFM  A12/1), dass  sie  anlässlich  ihres  Kantonsaustritts  am  12.  September  2011  nochmals  schriftlich darauf  hingewiesen wurden,  sie hätten  sich am 14.  September  2011  zur  Anhörung  im  EVZ  J._______  einzufinden  (vgl.  A16/5), dass die Beschwerdeführenden zum festgesetzten Anhörungstermin nicht  erschienen, obschon sie im N._______ wiederholt dazu aufgefordert und  an ihre Mitwirkungspflicht ermahnt worden seien,  dass den Beschwerdeführenden mit Verfügung vom 14. September 2011  schriftlich das rechtliche Gehör zu ihrem Nichterscheinen gewährt wurde,  worauf sie mit Schreiben vom 21. September 2011 Stellung nahmen, dass  sie  darin  geltend  machten,  sie  hätten  abends  vor  der  Bundesanhörung  ihre  Wäsche  gewaschen,  welche  infolge  Regens  am  Morgen der Anhörung nicht trocken gewesen sei,  dass sie keine anderen Kleider hätten, weshalb sie nichts zum Anziehen  gehabt hätten und daher an der Bundesanhörung fern geblieben seien,   dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  26.  September  2011  –  eröffnet  am  28. September  2011  –  in  Anwendung  von  Art.  32  Abs.  2  Bst.  c  des  Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf die Asylgesuche  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Vollzug  anordnete, dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  die  Beschwerdeführenden  seien  dem Anhörungstermin  vom  14.  September  2011  unentschuldigt  ferngeblieben,  obschon  diesen  die  Vorladung  ordnungsgemäss zur Kenntnis gebracht worden sei, dass  nach  telefonischer  Rücksprache  mit  dem  O._______  und  dem  N._______  dem  BFM  mitgeteilt  worden  sei,  dass  sich  die  Beschwerdeführenden  mit  der  Begründung,  ihr  Sohn  habe  keine  Hose  und  es  regne,  trotz  wiederholter  Aufforderung  und  Ermahnung  an  ihre  Mitwirkungspflicht weigerten, an der Anhörung teilzunehmen, 

E­5518/2011 dass  die  Beschwerdeführenden  in  ihrer  Stellungnahme  ausführten,  sie  hätten  abends  vor  der  Bundesanhörung  nochmals  ihre  Wäsche  gewaschen und draussen zum Trocknen aufgehängt, dass die Wäsche infolge des Regens am Morgen nicht trocken gewesen  sei, weshalb sie der Anhörung in J._______ ferngeblieben seien,  dass  diese  Erklärung  als  fadenscheinige  Ausrede  zu werten  sei,  zumal  gemäss  Auskunft  des  N._______  sämtliche  Vorkehrungen  getroffen  worden  seien,  damit  die  Beschwerdeführenden  pünktlich  zum  Anhörungstermin hätten erscheinen können, dass  sie  ferner  am  14.  September  2011  wiederholt  angehalten  worden  seien, dem Anhörungstermin Folge zu leisten, und es keine Probleme mit  der Kleidung gegeben habe,  dass  sie  ihre Mitwirkungspflicht  schuldhaft  in  grober Weise  verletzt  und  sich in Kenntnis ihrer Mitwirkungspflicht offensichtlich willentlich geweigert  hätten, bei der Feststellung des Sachverhalts mitzuwirken,  dass  ihnen damit das erforderliche Rechtsschutzinteresse abzusprechen  sei,  dass daher auf die Asylgesuche nicht einzutreten sei, dass  sie  damit  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfüllten,  weshalb  der  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  gemäss  Art.  5  Abs.  1  AsylG  nicht  angewendet werden könne, dass  aus  den  Akten  keine  Anhaltspunkte  entnehmen  werden  könne,  wonach  die  Beschwerdeführenden  im  Falle  einer  Rückkehr  in  den  Heimatstaat  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  eine  durch  Art.  3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  verbotene  Strafe  oder  Behandlung drohe, dass  der Bundesrat mit  Beschluss  vom 25.  Juni  2003  nach  sorgfältiger  Prüfung  Bosnien  und  Herzegowina  als  verfolgungssicheren  Staat  (sog.  safe country) bezeichnet habe,

E­5518/2011 dass  damit  weder  die  im  Heimatland  herrschende  politische  Situation  noch  andere  Gründe  gegen  die  Zumutbarkeit  ihrer  Rückkehr  nach  Bosnien und Herzegowina sprechen würden, dass  die  Beschwerdeführenden  durch  ihr  Fernbleiben  an  der  Anhörung  eine  weitergehende  Abklärung  allfälliger  Wegweisungshindernisse  verunmöglicht hätten, und beim Vorliegen einer schuldhaften Verletzung  der  Mitwirkungspflicht  es  nicht  den  Behörden  obliege,  nach  allfälligen  Wegweisungshindernissen zu forschen, dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  in  den  Heimatstaat  der  Beschwerdeführenden auch durchführbar sei, dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Eingabe  vom  5.  Oktober  2011 –  Datum  Poststempel  –  dagegen  Beschwerde  einreichten  und  –  unter  Kosten­ und Entschädigungsfolge – beantragten, die Verfügung des BFM  sei  aufzuheben  und  die  Sache  sei  zur  Prüfung  des  Asylgesuchs  (Eintreten) an die Vorinstanz zurückzuweisen, dass  sie  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  und  um  Verzicht  auf  einen  Kostenvorschuss ersuchten, dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  7.  Oktober  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  eine  solche  Ausnahme  gemäss  Art.  83  Bst.  d  Ziff.  1  BGG  im  gegebenem Fall nicht vorliegt,

E­5518/2011 dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG  richtet,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und  Art. 6 AsylG), dass  die  Beschwerdeführenden  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  sind,  so  dass  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art.  105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art.  32  –  35a  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  Asylrekurskommission [ARK; EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs  materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  volle Kognition zukommt, dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird  (Art.  111  Bst.  e  AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, http://links.weblaw.ch/EMARK-2004/34 http://links.weblaw.ch/EMARK-2004/34 http://links.weblaw.ch/EMARK-2004/34 http://links.weblaw.ch/EMARK-2004/34 http://links.weblaw.ch/EMARK-2004/34 http://links.weblaw.ch/EMARK-2004/34 http://links.weblaw.ch/EMARK-2004/34

E­5518/2011 dass  auf  Asylgesuche  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  ihre  Mitwirkungspflicht  schuldhaft  auf  andere Weise  als  nach Art.  32 Abs.  2  Bst. a oder b AsylG grob verletzen (Art. 32 Abs. 2 Bst. c AsylG), dass eine Verletzung der Mitwirkungspflicht dann als grob zu bezeichnen  ist, wenn dadurch die Abklärungen des Falles erheblich erschwert werden  (vgl. EMARK 1995 Nr. 18 E. 3c S. 187 f.), dass das Nichterscheinen an einer Anhörung, zu der ein Asylsuchender  ordnungsgemäss eingeladen worden  ist,  als Verhinderung einer konkret  vorgesehenen  Verfahrenshandlung  gelten  muss  und  eine  grobe  Verletzung  der  Mitwirkungspflicht  im  Sinne  von  Art.  32  Abs.  2  Bst.  c  AsylG darstellt (vgl. EMARK 2000 Nr. 8 E. 7a S. 69 f.; EMARK 2003 Nr.  22 E. 4a S. 142 f.; zur Qualifizierung einer Mitwirkungspflicht als grob vgl.  auch EMARK 2001 Nr.  19 E. 4a S.  142, EMARK 2003 Nr.  21 E.  3d S.  136), dass das Asylgesetz dabei keinen Vorsatz voraussetzt (vgl. EMARK 2000  Nr.  8),  weshalb  auf  ein  Asylgesuch  nicht  einzutreten  ist,  wenn  der  Asylsuchende diese Pflicht in schuldhafter Weise verletzt hat, dass  die  Verletzung  der  Mitwirkungspflicht  in  schuldhafter  Weise,  nicht  aber  zwingend  vorsätzlich  erfolgt  sein  muss  (vgl.  EMARK  2000  Nr. 8  E. 5a S. 68 f.), dass unter einer schuldhaften Mitwirkungspflichtverletzung im Gegensatz  zur  strafrechtlichen  Terminologie  eine  solche  zu  verstehen  ist,  bei  welcher  die  betreffende  Person  durch  aktives  Handeln  zur  Verletzung  beiträgt oder ein Handeln unterlässt,  das  ihr aufgrund  ihres Alters,  ihrer  Ausbildung,  ihrer  beruflichen  und  sozialen  Stellung  vernünftigerweise  zugemutet werden kann, dass  die  Mitwirkungspflicht  der  Beschwerdeführenden  eine  aktive  Mitarbeit  an  der  Feststellung  des  Sachverhalts  verlangt,  wozu  insbesondere  auch  ihr  Erscheinen  zu  den  Anhörungen  und  die  Beantwortung  der  gestellten  Fragen  gehört  (vgl.  Art.  8  Abs.  1  Bst.  c  AsylG), dass  folglich  das Nichterscheinen  zu einer Anhörung grundsätzlich  eine  grobe und schuldhafte Verletzung der Mitwirkungspflicht darstellt, http://links.weblaw.ch/EMARK-1995/18 http://links.weblaw.ch/EMARK-1995/18 http://links.weblaw.ch/EMARK-1995/18 http://links.weblaw.ch/EMARK-1995/18 http://links.weblaw.ch/EMARK-1995/18 http://links.weblaw.ch/EMARK-1995/18 http://links.weblaw.ch/EMARK-1995/18 http://links.weblaw.ch/EMARK-2000/8 http://links.weblaw.ch/EMARK-2000/8 http://links.weblaw.ch/EMARK-2000/8 http://links.weblaw.ch/EMARK-2000/8 http://links.weblaw.ch/EMARK-2000/8 http://links.weblaw.ch/EMARK-2000/8 http://links.weblaw.ch/EMARK-2000/8 http://links.weblaw.ch/EMARK-2003/22 http://links.weblaw.ch/EMARK-2003/22 http://links.weblaw.ch/EMARK-2003/22 http://links.weblaw.ch/EMARK-2003/22 http://links.weblaw.ch/EMARK-2003/22 http://links.weblaw.ch/EMARK-2003/22 http://links.weblaw.ch/EMARK-2003/22 http://links.weblaw.ch/EMARK-2001/19 http://links.weblaw.ch/EMARK-2001/19 http://links.weblaw.ch/EMARK-2001/19 http://links.weblaw.ch/EMARK-2001/19 http://links.weblaw.ch/EMARK-2001/19 http://links.weblaw.ch/EMARK-2001/19 http://links.weblaw.ch/EMARK-2001/19 http://links.weblaw.ch/EMARK-2003/21 http://links.weblaw.ch/EMARK-2003/21 http://links.weblaw.ch/EMARK-2003/21 http://links.weblaw.ch/EMARK-2003/21 http://links.weblaw.ch/EMARK-2003/21 http://links.weblaw.ch/EMARK-2003/21 http://links.weblaw.ch/EMARK-2003/21 http://links.weblaw.ch/EMARK-2000/8 http://links.weblaw.ch/EMARK-2000/8 http://links.weblaw.ch/EMARK-2000/8 http://links.weblaw.ch/EMARK-2000/8 http://links.weblaw.ch/EMARK-2000/8 http://links.weblaw.ch/EMARK-2000/8 http://links.weblaw.ch/EMARK-2000/8 http://links.weblaw.ch/EMARK-2000/8 http://links.weblaw.ch/EMARK-2000/8 http://links.weblaw.ch/EMARK-2000/8 http://links.weblaw.ch/EMARK-2000/8 http://links.weblaw.ch/EMARK-2000/8 http://links.weblaw.ch/EMARK-2000/8 http://links.weblaw.ch/EMARK-2000/8

E­5518/2011 dass  es  sich  bei  der  Anhörung  um  eine  wichtige  Voraussetzung  zur  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  handelt  (vgl.  EMARK  2003 Nr. 22 E. 4.a und b S. 142 f.), dass aufgrund des Fernbleibens der Beschwerdeführenden an erwähnter  Anhörung  und  aufgrund  der  mehrmaligen  Aufforderungen  und  Mahnungen seitens der Betreuer des N._______, davon auszugehen ist,  sie hätten den Vorladungstermin ohne Grund nicht wahrgenommen,  dass  das  BFM  das  Verhalten  der  Beschwerdeführenden  (unentschuldigtes Nichterscheinen zur Anhörung) nach dem Gesagten zu  Recht  als  schuldhafte  und  grobe  Verletzung  der  Mitwirkungspflicht  wertete,  da  es  die  Beschwerdeführenden  unterliessen,  bei  der  Feststellung des Sachverhalts mitzuwirken, dass  die  Vorbingen  in  ihrer  Rechtsmitteleingabe  nicht  geeignet  sind  zu  einem anderen Schluss zu gelangen, zumal sie einzig auf der Wahrheit  des  bereits  Geschilderten  beharren  und  sich  unsubstanziiert  mit  dem  ihnen vorgeworfenen Fehlverhalten auseinandersetzen, dass  diese  Schilderungen  damit  nicht  geeignet  sind,  die  von  den  Beschwerdeführenden  begangene  Mitwirkungspflichtverletzung  zu  rechtfertigen,  dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. c  AsylG auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung  aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art.  44  Abs.  1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E. 9  S. 733,  BVGE 2008/34 E. 9.2 S. 510, EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte  Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und  demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  http://links.weblaw.ch/EMARK-2003/22 http://links.weblaw.ch/EMARK-2003/22 http://links.weblaw.ch/EMARK-2003/22 http://links.weblaw.ch/EMARK-2003/22 http://links.weblaw.ch/EMARK-2003/22 http://links.weblaw.ch/EMARK-2003/22 http://links.weblaw.ch/EMARK-2003/22 http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/50 http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/50 http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/50 http://links.weblaw.ch/BVGE-2008/34 http://links.weblaw.ch/BVGE-2008/34 http://links.weblaw.ch/BVGE-2008/34 http://links.weblaw.ch/EMARK-2001/21 http://links.weblaw.ch/EMARK-2001/21 http://links.weblaw.ch/EMARK-2001/21 http://links.weblaw.ch/EMARK-2001/21 http://links.weblaw.ch/EMARK-2001/21 http://links.weblaw.ch/EMARK-2001/21 http://links.weblaw.ch/EMARK-2001/21

E­5518/2011 Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art.  83  Abs.  3  des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  [AuG,  SR  142.20]), dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass  es  die  Beschwerdeführenden  durch  ihr  unentschuldigtes  Nichterscheinen  zur  Anhörung  unterliessen,  bei  der  Erhebung  des  mit  Blick  auf  die  Feststellung  ihrer  allfälligen  Flüchtlingseigenschaft  rechtserheblichen  Sachverhalts mitzuwirken,  und  aus  diesem  Verhalten  zu schliessen ist, dass sie in ihrem Heimatland Bosnien und Herzegowina  aktuell  keinen  ernsthaften  Nachteilen  im  Sinne  von  Art. 3  AsylG  ausgesetzt sind oder dort solche zu befürchten haben, dass – wie das BFM zu Recht ausgeführt hat – Bosnien und Herzegowina  als verfolgungssicheren Staat (safe country) gilt,  dass der Vollzug der Wegweisung unter diesen Umständen in Beachtung  dieser  massgeblichen  völker­  und  landesrechtlichen  Bestimmungen  zulässig  ist,  zumal  aufgrund  der  Angaben  der  Beschwerdeführenden  sowie  der  übrigen  Akten  auch  keine  konkreten  Hinweise  auf  eine  menschenrechtswidrige  Behandlung  im  Sinne  von  Art. 3  EMRK  ersichtlich sind, die ihnen in Bosnien und Herzegowina drohten,  dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass  weder  die  allgemeine  Lage  in  Bosnien  und  Herzegowina  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete  Gefährdung  der  Beschwerdeführenden  im  Falle  ihrer  Rückkehr  schliessen  lassen,  weshalb der Vollzug der Wegweisung – auch unter Berücksichtigung des  Kindeswohls – vorliegend zumutbar ist,

E­5518/2011 dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführenden  in  den  Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es den Beschwerdeführenden obliegt,  bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4  AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ff.), dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist,  dass  sich  die  Beschwerde  aufgrund  vorstehender  Erwägungen  als  aussichtslos  erweist,  weshalb  das  Gesuch  um  unentgeltliche  Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen ist, dass  mit  dem  vorliegenden  Entscheid  ohne  vorgängige  Instruktion  das  Gesuch  um  Verzicht  auf  einen  Kostenvorschuss  gegenstandslos  geworden ist, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  (Ar. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 1­3 des Reglements vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  den  Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).   (Dispositiv nächste Seite) http://links.weblaw.ch/BVGE-2008/34 http://links.weblaw.ch/BVGE-2008/34 http://links.weblaw.ch/BVGE-2008/34

E­5518/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das Gesuch um Gewährung der  unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne  von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 3.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  den  Beschwerdeführenden  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Gabriela Freihofer Chantal Schwizer Versand:

E-5518/2011 — Bundesverwaltungsgericht 12.10.2011 E-5518/2011 — Swissrulings