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Bundesverwaltungsgericht 30.09.2011 E-5332/2011

September 30, 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,044 words·~5 min·2

Summary

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 21. September 2011 / N

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­5332/2011 Urteil   v om   3 0 .   S ep t embe r   2011   Besetzung Einzelrichter Kurt Gysi, mit Zustimmung von Richter Bendicht Tellenbach,    Gerichtsschreiber Nicholas Swain. Parteien A._______, Eritrea,  Beschwerdeführerin,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin­ Verfahren);  Verfügung des BFM vom 21. September 2011 / N (…).

E­5332/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass die Beschwerdeführerin am 28. Juni 2011  in der Schweiz um Asyl  nachsuchte, dass ein Fingerabdruckvergleich mit der Eurodac­Datenbank ergab, dass  sie  am  31.  März  2011  illegal  in  Italien  eingereist  war  und  in  diesem  Zusammenhang erkennungsdienstlich erfasst wurde, dass am 30. Juni 2011 im Empfangs­ und Verfahrenszentrum B._______  eine  summarische  Befragung  der  Beschwerdeführerin  stattfand  und  ihr  dabei das  rechtliche Gehör zu einer möglichen Zuständigkeit  Italiens  für  das vorliegende Verfahren sowie zu einer allfälligen Wegweisung dorthin  gewährt wurde, dass  die  Beschwerdeführerin  dabei  im  Wesentlichen  bestritt,  in  Italien  daktyloskopisch erfasst worden zu sein und auf die schlechte allgemeine  Situation in diesem Land verwies,  dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  21.  September  2011  –  eröffnet  am  22. September  2011  –  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs. 2  Bst. d  des  Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  nach  Italien  sowie den Vollzug anordnete, dass  das  Bundesamt  die  Beschwerdeführerin  aufforderte,  die  Schweiz  spätestens  am Tag  nach Ablauf  der  Beschwerdefrist  zu  verlassen,  den  Kanton  C._______  verpflichtete,  die  Wegweisungsverfügung  zu  vollziehen,  feststellte, eine allfällige Beschwerde gegen diese Verfügung  habe  keine  aufschiebende  Wirkung,  und  der  Beschwerdeführerin  die  editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aushändigte, dass  es  zur  Begründung  im  Wesentlichen  ausführte,  die  Beschwerdeführerin sei nachweislich am 31. März 2011 in Italien illegal in  das Hoheitsgebiet der Dublin­Mitgliedstaaten eingereist,  dass das BFM gestützt auf einen Eurodac­Treffer an Italien ein Ersuchen  um  Übernahme  der  Beschwerdeführerin  im  Sinne  von  Art. 16  Abs.  1  Bst. e  der  Verordnung  (EG)  Nr. 343/2003  des  Rates  vom  18. Februar  2003  zur  Festlegung  von  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  Asylantrags  zuständig  ist,  den 

E­5332/2011 ein Staatsangehöriger eines Drittlandes in einem Mitgliedstaat gestellt hat  (Dublin­II­VO), gestellt habe, dass Italien innerhalb der festgelegten Frist nicht geantwortet habe, wes­ halb gestützt auf Art. 20 Abs. 1 Bst. c Dublin­II­VO die Zuständigkeit  für  die Durchführung des Asylverfahrens auf Italien übergegangen sei, dass  somit  Italien  gestützt  auf  das  Abkommen  vom  26. Oktober  2004  zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin­Assoziierungsabkommen  [DAA,  SR  0.142.392.68]),  auf  das  Übereinkommen  vom  17. Dezember  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft,  der  Republik  Island und dem Königreich Norwegen über die Umsetzung, Anwendung  und Entwicklung des Schengen­Besitzstands und über die Kriterien und  Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines  in  der  Schweiz,  in  Island  oder  in  Norwegen  gestellten  Asylantrags  (Übereinkommen  vom  17.  Dezember  2004,  SR 0.362.32)  und  in  Berücksichtigung  der  Dublin­II­VO  sowie  der  Verordnung  (EG)  Nr.  1560/2003  der  Kommission  vom  2.  September  2003  mit  Durchführungsbestimmungen  zur  Dublin­II­VO  (Dublin­DVO)  für  die  Durchführung des Asylverfahrens zuständig sei, dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder  Verlängerung  der  Frist  –  bis  spätestens  am  21. März  2012  zu  erfolgen  habe, dass  die  von  der  Beschwerdeführerin  anlässlich  der  Gewährung  des  rechtlichen  Gehörs  geltend  gemachten  Gründe  praxisgemäss  nicht  geeignet seien, ihre Rückführung nach Italien zu verhindern, dass keine Hinweise auf eine mögliche Verletzung des Non­Refoulement­ Gebots  oder  von  Art.  3  der  Konvention  vom  4.  November  1950  zum  Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101)  im  Falle  einer  Rückführung  der  Beschwerdeführerin  nach  Italien  bestehen  und weder die dort herrschende Situation noch andere Gründe gegen die  Zumutbarkeit der Wegweisung in diesen Staat sprechen würden, dass  die  Beschwerdeführerin  mit  Eingabe  vom  26.  September  2011  gegen  die  Verfügung  des  BFM  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhob  und  beantragte,  diese  sei  aufzuheben  und  die 

E­5332/2011 Vorinstanz anzuweisen,  ihr Recht zum Selbsteintritt auszuüben und sich  als für das vorliegende Asylgesuch zuständig zu erachten,  dass sie in formeller Hinsicht beantragte, der Vollzug der Wegweisung sei  auszusetzen  und  die  zuständige  Fremdenpolizeibehörde  anzuweisen,  einstweilen von allfälligen Vollzugsmassnahmen abzusehen, dass sie ferner um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  sowie  um  Verzicht  auf  die Erhebung eines Kostenvorschusses ersuchte, dass für den Inhalt der Beschwerde auf die Akten verwiesen und − soweit  entscheidwesentlich  −  in  den  nachfolgenden  Erwägungen  darauf  eingegangen wird, dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  28.  September  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und erwägt, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  die  Beschwerde  frist­  und  formgerecht  eingereicht  wurde,  die  Beschwerdeführerin  am  Verfahren  vor  dem  BFM  teilgenommen  hat,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art.  108  Abs.  2  AsylG  sowie  Art.  105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und  Art. 48  Abs.  1  und  Art. 52  VwVG),  weshalb  auf  die  Beschwerde  einzutreten ist,

E­5332/2011 dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird  (Art. 111 Bst. e AsylG), und es sich, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  auf  einen  Schriftenwechsel  verzichtet wurde, dass  im vorliegenden Beschwerdeverfahren einzig zu prüfen  ist, ob das  BFM  gestützt  auf  Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  auf  das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin zu Recht nicht eingetreten ist und infolgedessen die  Wegweisung aus der Schweiz zu Recht verfügt hat,  dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbständigen  materiellen  Prüfung  enthält,  die  angefochtene  Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zur  neuen  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.), dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs  indes  materiell  geprüft  hat,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  grundsätzlich  volle  Kognition  zukommt,  wobei  sich  diese  Fragen  –  namentlich  diejenigen  hinsichtlich  des  Bestehens  von  Vollzugshindernissen  (Durchführbarkeit  der  Überstellung  an  den  zuständigen  Staat)  –  in  den  Dublin­Verfahren  bereits  vor  Erlass  des  Nichteintretensentscheids stellen, dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass  der  vorgängige  Aufenthalt  des  Beschwerdeführerin  in  Italien  feststeht und die Beschwerdeführerin diesen nicht bestreitet,

E­5332/2011 dass das BFM am 20. Juli 2011 an Italien ein Ersuchen um Übernahme  der Beschwerdeführerin gestellt und dieser Staat  innert der  festgelegten  Frist nicht geantwortet hat, weshalb das Bundesamt  in seiner Verfügung  zu Recht feststellte, gestützt auf die Dublin­II­VO sei die Zuständigkeit auf  Italien übergegangen, dass  Italien  unter  anderem Signatarstaat  des Abkommens  vom 28.  Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR  0.142.30),  der  EMRK und des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter  oder  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder Strafe (FoK, SR 0.105) ist, dass  keine  Hinweise  dafür  bestehen,  wonach  Italien  sich  nicht  an  die  massgebenden  völkerrechtlichen  Bestimmungen,  insbesondere  an  das  Rückschiebungsverbot oder die einschlägigen Normen der EMRK, halten  würde,  dass aufgrund der Aktenlage  insbesondere nicht davon auszugehen  ist,  Italien  werde  die  Beschwerdeführerin  in  Verletzung  der  vorgenannten  völkerrechtlichen Abkommen in ihr Heimatland zurückschaffen, dass  für  das  Bundesverwaltungsgericht  auch  im  Übrigen  keine  Gründe  ersichtlich sind, die das BFM zur Ausübung des Selbsteintrittsrechts der  Schweiz (Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO) hätten veranlassen sollen, dass  die  von  der  Beschwerdeführerin  in  ihrer  Beschwerdeeingabe  allgemein geäusserte Kritik am italienischen Asylverfahren sowie an den  Unterbringungs­  und  Versorgungsmodalitäten  nicht  zu  überzeugen  vermag, zumal keine konkreten Anhaltspunkte dafür ersichtlich sind, dass  sie  im  Falle  ihrer  Überstellung  nach  Italien  eine  existenzgefährdende  Situation zu gewärtigen hätte,  dass  sich  das  italienische  Asylsystem  aufgrund  der  jüngsten  Entwicklungen  im  nordafrikanischen Raum  verbunden mit  einer  starken  Zunahme von Asylsuchenden zwar mit erheblichen Kapazitätsproblemen  konfrontiert sieht, dass  indessen vorliegend keine konkreten Hinweise dafür bestehen, der  italienische  Staat  würde  den  Zugang  zu  einem  funktionierenden  Asylverfahren nicht gewährleisten,

E­5332/2011 dass  Asylsuchende  in  Italien  bei  der  Unterkunft,  der  Arbeit  und  dem  Zugang  zur  medizinischen  Infrastruktur  zwar  gewissen  Schwierigkeiten  ausgesetzt  sein  können,  wobei  sich  bereits  vorbestandene  Kapazitätsprobleme in der jüngsten Zeit akzentuiert haben dürften, dass  indessen  das  Gericht  auch  in  Berücksichtigung  der  mit  den  Kapazitätsengpässen  im  Zusammenhang  stehenden  schwierigen  Aufenthalts­  und  Lebensbedingungen  –  eine  Betreuung  durch  die  italienischen Behörden oder durch die privaten karitativen Organisationen  ist nicht  in  jedem Fall gewährleistet – nicht zum Schluss gelangt,  Italien  verletze  nachgewiesenermassen  in  systematischer  Weise  die  Richtlinie  Nr. 2003/9/EG, dass  angesichts  dieser  Sachlage  keine  Veranlassung  besteht,  die  Regelvermutung  in  Frage  zu  stellen,  wonach  sich  Italien  an  die  massgebenden  völkerrechtlichen  Bestimmungen,  insbesondere  an  das  Rückschiebungsverbot  oder  die  einschlägigen  Normen  der  EMRK  und  der FoK, hält (BVGE 2010/45 E. 7.5. und 7.7.),  dass  diese  Regelvermutung  umgestossen  werden  kann,  wenn  im  konkreten  Einzelfall  ernsthafte  Indizien  dafür  vorliegen,  dass  die  Behörden des betreffenden Signatarstaates Völkerrecht verletzen (BVGE  2010/45 a.a.O.), dass indessen solche Indizien im vorliegenden Fall nicht ersichtlich sind, dass  namentlich  Dublin­Rückkehrende  und  verletzliche  Personen  bezüglich  Unterbringung  von  den  italienischen  Behörden  bevorzugt  behandelt  werden  und  sich  –  neben  den  staatlichen  Strukturen  –  auch  zahlreiche private Hilfsorganisationen der Betreuung von Asylsuchenden  und Flüchtlingen annehmen, dass  beispielsweise  die  Organisation  "Arci  con  Fraternità"  seit  dem  1. Januar  2009  die  Betreuung  der  Flüchtlinge  im  Flughafen  Fiumicino  (Rom)  organisiert  und  dort  den  Asylsuchenden  kostenlose  Rechtsberatung anbietet (s. Urteil des BVGer D­7654/2010 vom 20. April  2011), dass  insgesamt  keine  schwerwiegenden  humanitären Gründe  im  Sinne  von  Art.  29a  Abs.  3  der  Asylverordnung 1  vom  11. August  1999  über  Verfahrensfragen  (AsylV 1,  SR  142.311)  zu  erkennen  sind,  die  einer  Überstellung  der  Beschwerdeführerin  nach  Italien  entgegenstehen  und 

E­5332/2011 aus diesem Grunde einen Selbsteintritt als angezeigt erscheinen  lassen  würden, dass das BFM nach dem Gesagten zu Recht  in Anwendung von Art. 34  Abs. 2 Bst. d AsylG auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass sich die Frage nach der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in  Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG nicht unter dem Aspekt von  Art. 83 Abs. 1 und 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über  die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]) stellt, sondern vor  der  Prüfung  des  Nichteintretens  im  Rahmen  der  Ausübung  des  Selbsteintrittsrechts  (Art.  3  Dublin­II­VO)  oder  gegebenenfalls  –  wenn  sich Familienmitglieder  in verschiedenen Dublin­Mitgliedstaaten befinden  und  zusammengeführt  werden  sollen  –  bei  der  Ausübung  der  sogenannten Humanitären Klausel (Art. 15 Dublin­II­VO), dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist, dass  die  Beschwerdeführerin  nicht  darzutun  vermag,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen ist  (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist,  dass mit dem Entscheid  in der Hauptsache ohne vorgängige  Instruktion  die Gesuche um Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde  und  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  hinfällig  werden, dass  das  mit  der  Beschwerde  gestellte  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  VwVG  unbesehen  der behaupteten Bedürftigkeit  (eine entsprechende Bestätigung  liegt der  Beschwerde  nicht  bei)  abzuweisen  ist,  da  diese  –  wie  sich  aus  den  vorstehenden  Erwägungen  ergibt  –  als  aussichtslos  zu  bezeichnen  waren,  dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.–  (Art. 1­3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,                      SR 173.320.2]) der Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1  VwVG).

E­5332/2011 (Dispositiv nächste Seite)

E­5332/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 3.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.−  werden  der  Beschwerdeführerin  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführerin,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Kurt Gysi Nicholas Swain Versand:

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