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Bundesverwaltungsgericht 27.09.2011 E-5227/2011

September 27, 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,319 words·~7 min·1

Summary

Nichteintreten auf Asylgesuch (Papierlosigkeit) und Wegweisung | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 8. September 2011

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­5227/2011 Urteil   v om   2 7 .   S ep t embe r   2011 Besetzung Einzelrichter Kurt Gysi, mit Zustimmung von Richterin Contessina Theis;   Gerichtsschreiber Christoph Berger. Parteien A._______, geboren am (…), Nigeria,  (…) Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 8. September 2011 / (…).

E­5227/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  der  Beschwerdeführer,  der  Ethnie  der  Igbo  angehörend,  eigenen  Angaben  zufolge  sein  Heimatland  am  27.  oder  28.  Mai  2011  auf  dem  Luftweg mit einem nicht auf seine Identität  lautenden Reisepass verliess  und  nach  einem  viertägigen Aufenthalt  in  Frankreich  auf  dem Landweg  am 4. Juni 2011 in die Schweiz gelangte, wo er am 5. Juni 2011 um Asyl  nachsuchte, dass  er  anlässlich  der  Kurzbefragung  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  vom  16.  Juni  2011  sowie  der  Anhörung  vom  31.  August  2011  durch  das  BFM  zur  Begründung  des  Asylgesuchs  im  Wesentlichen  geltend  machte,  nach  den  Wahlen  vom  16.  April  2011  hätten  Angehörige  der  Haussa  die  Kirche,  in  der  sein  Vater  als  Pastor  tätig  gewesen  sei,  und  (nebst  anderen  Häusern  des  Dorfes)  das  Haus  seiner Familie abgebrannt und seine Eltern sowie seine ältere Schwester  getötet, dass  er  sich  mit  Hilfe  eines  Freundes  seines  Vaters  aus  den  örtlichen  Tumulten habe befreien können, nach Lagos zu einem weiteren Freund  gebracht worden und in dessen Begleitung nach einem Monat Aufenthalt  in Lagos auf dem Luftweg nach Europa gelangt sei, dass  bezüglich  der  Ausführungen  des Beschwerdeführers  im Einzelnen  auf die Akten zu verweisen ist, dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  8.  September  2011  –  eröffnet  am       16.  September  2011  –  in  Anwendung  von  Art. 32  Abs.  2  Bst.  a  des  Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Vollzug  anordnete, dass das BFM zur Begründung des Nichteintretens auf das Asylgesuch  zusammenfassend  festhielt,  der  Beschwerdeführer  habe  innert  48  Stunden  nach  Gesuchseinreichung  ohne  entschuldbare  Gründe  keine  Reise­  oder  Identitätspapiere  abgegeben  und  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 und 7 AsylG nicht, dass  die  Behauptung  des  Beschwerdeführers,  in  Nigeria  nie  einen  Identitätsausweis  besessen  zu  haben,  bezweifelt  werden  müsse,  da  er  angeblich einen Pass beantragt und ausgestellt erhalten habe,  in einem  Internat zur Schule gegangen sei und in den Bücherläden seines Vaters  gearbeitet habe,

E­5227/2011 dass  ferner  erfahrungswidrig  sei,  nicht  gewusst  zu  haben,  auf  welchen  Namen  der  Pass  ausgestellt  gewesen  sei,  mit  dem  er  aus  Nigeria  ausgereist sei, dass  auch  unerklärlich  bleibe,  warum  er  in  Anbetracht  des Umstandes,  dass  eine Schwester  im Heimatland  lebe,  nicht  in  der  Lage  sein  sollte,  gültige Ausweise zu beschaffen, dass  in  diesem  Zusammenhang  völlig  haltlos  sei,  wenn  er  nicht  wisse,  wie  der  Mann  geheissen  habe,  bei  dem  er  rund  einen  Monat  lang  in  Lagos gewohnt habe, dass  somit  der  Verdacht  erhärtet  werde,  er  wolle  die  Schweizer  Asylbehörden über den wahren Grund und die wahren Umstände seiner  Ausreise sowie über seine Identitätsausweise täuschen, dass  deshalb  keine  entschuldbaren  Gründe  vorlägen,  die  es  dem  Beschwerdeführer verunmöglichen würden, Reise­ oder Identitätspapiere  einzureichen, dass der Beschwerdeführer  im Weiteren die Flüchtlingseigenschaft nicht  erfülle  und  zusätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  aufgrund der Aktenlage nicht erforderlich seien, dass  bezüglich  der  Begründung  des  BFM  im  Einzelnen  auf  die  angefochtene  Verfügung  und  ­  soweit  entscheidwesentlich  ­  auf  die  nachfolgenden Erwägungen verwiesen wird, dass  gemäss  Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  AsylG  auf  das  Asylgesuch  nicht  einzutreten sei, dass  dem  Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch  in  der  Regel  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  folge  und  der  Vollzug  der  Wegweisung  zulässig, zumutbar und möglich sei, dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  20.  September  2011  (Poststempel)  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhebt  und  beantragt,  die  angefochtene  Verfügung  sei  aufzuheben  und  das  Verfahren  zwecks  materieller  Prüfung  an  die  Vorinstanz zurückzuweisen,

E­5227/2011 dass  er  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  beantragt,  der  vorliegenden  Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen, dass er zudem um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  sowie  um  Verzicht  auf  die  Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht und weiter beantragt, es sei  eine angemessene Parteientschädigung auszurichten, dass  ihm  eventualiter  die  vorläufige  Aufnahme  wegen  Unzumutbarkeit  der Wegweisung zu gewähren sei, dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  22.  September  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  Art. 5  VwVG  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 

E­5227/2011 Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer  selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass  indessen  im Falle  des Nichteintretens  auf  ein Asylgesuch gemäss  Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  AsylG  über  das  Nichtbestehen  der  Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, soweit  dies  im  Rahmen  einer  summarischen  Prüfung  möglich  ist  (vgl.  BVGE  2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.), dass  dementsprechend  in  einem  diesbezüglichen  Beschwerdeverfahren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen  Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozessgegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73), dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs  materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  volle Kognition zukommt, dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende den  Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs  Reise­ oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG), dass  diese  Bestimmung  jedoch  keine  Anwendung  findet,  wenn  Asylsuchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus  entschuldbaren Gründen nicht  in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG),  auf Grund des Anhörung sowie gestützt auf Art.  3 und Art.  7 AsylG die 

E­5227/2011 Flüchtlingseigenschaft festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG) oder  sich auf Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  nötig  sind  (Art.  32  Abs.  3  Bst.  c  AsylG), dass  das BFM  in  der  angefochtenen Verfügung ausführlich  und  –  nach  Prüfung  der  Akten  auch  aus  der  Sicht  des  Bundesverwaltungsgerichts  überzeugend − dargelegt hat, weshalb für das Nichteinreichen von Reise­  oder Identitätspapieren keine entschuldbaren Gründe vorliegen, dass  die  Entgegnungen  in  der  Rechtsmitteleingabe  als  blosse  Gegenbehauptungen  zu  bezeichnen  sind  und  nicht  stichhaltig  erscheinen, dass  etwa  der  Einwand  des  Beschwerdeführers,  als  nigerianischer  Staatsangehöriger  habe  er  einen  Pass  beantragen  können,  ohne  eine  Identitätskarte zu besitzen, aufgrund der Aktenlage unbehelflich ist, einen  entschuldbaren  Grund  für  das  Nichteinreichen  von  Reise­  oder  Identitätspapieren darzulegen, dass auch das Vorbingen in der Rechtsmitteleingabe, er könne sich nicht  an  den  Namen  erinnern  auf  den  der  Pass  ausgestellt  gewesen  sei mit  dem  er  sein  Heimatland  verlassen  habe,  in  Berücksichtigung  der  Bedeutung der Sache nicht nachvollziehbar wäre, entspräche die illegale  Ausreise wahren Gegebenheiten, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  aufgrund  der  nicht  überzeugenden  Ausführungen  des  Beschwerdeführers  sowie  der  gesamten  Aktenlage  davon  ausgeht,  er  habe  bei  seiner  Ausreise  aus  seinem  Heimatland  authentische  Identitäts­  und  Reisepapiere  besessen,  welche  er  jedoch  innert  48  Stunden  und  bis  heute  in  Verletzung  seiner  gesetzlichen  Mitwirkungspflicht  (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. b AsylG) den schweizerischen  Behörde nicht aushändigte, dass  im  Weiteren  das  BFM  aufgrund  der  Aktenlage  die  Flüchtlingseigenschaft zu Recht verneint und zusätzliche Abklärungen zu  deren  Feststellung  beziehungsweise  derjenigen  von  Wegweisungsvollzugshindernissen als nicht erforderlich erachtet hat, dass  auch  diesbezüglich  die  in  der  Rechtsmitteleingabe  erhobenen  Einwände offensichtlich nicht durchzudringen vermögen,

E­5227/2011 dass das BFM  in der angefochtenen Verfügung zu Recht  feststellte, der  Beschwerdeführer habe  in der Befragung  im EVZ vorgebracht, nach der  Bekanntgabe der Wahlergebnisse am 17. April  2011 hätten die Haussa  sogleich angefangen, Leute zu töten und Gebäude niederzubrennen und  er habe am Tag nach den Ereignissen  in den Nachrichten  vernommen,  dass  die  Kirche  abgebrannt  sei  und  seine  Familienangehörigen  getötet  worden  seien, wobei  er  präzisiert  habe,  bis  zum 19. April  2011  im Dorf  verblieben zu sein, dass  er  im  Rahmen  der  einlässlichen  Anhörung  hingegen  versichert  habe,  er  habe  von  der  Zerstörung  der  Kirche  und  dem  Tod  seiner  Familienangehörigen  am  18.  April  2011,  am  Tag  der  Auseinandersetzungen, vom Freund seines Vaters erfahren und sei noch  am selben Tag in Lagos angekommen, dass wesentliche  widersprüchliche  Angaben  in  dieser  deutlichen  Art  zu  zentralen Aspekten  des Sachverhaltes  nicht  nachvollziehbar  erscheinen  lassen,  dass  der  Beschwerdeführer  die  geltend  gemachten  Ereignisse  tatsächlich in der von ihm vorgebrachten Form erlebt hat, dass die Vorbringen demnach unglaubhaft erscheinen, dass in der Rechtsmitteleingabe diesen widersprüchlichen Angaben auch  nichts entgegen gehalten wird, dass zur Vermeidung von Wiederholungen im Übrigen vollumfänglich auf  die  in  entscheidwesentlicher  Hinsicht  zutreffenden  Erwägungen  in  der  angefochtenen Verfügung zu verweisen ist, dass die diesbezüglichen Entgegnungen in der Rechtsmitteleingabe sich  in  wesentlichen  Teilen  wiederum  als  blosse  Gegenbehauptungen  ausnehmen und nicht zu überzeugen vermögen, dass  somit  im  vorliegenden  Verfahren  aufgrund  der  Aktenlage  unter  Verzicht  auf  zusätzliche  tatbeständliche  oder  rechtliche  Abklärungen  im  Rahmen  einer  bloss  summarischen  Prüfung  der  eindeutige  Schluss  gezogen  werden  kann,  dass  der  Beschwerdeführer  offensichtlich  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfüllt,  und  einem  Vollzug  seiner  Wegweisung  keine Hindernisse  entgegenstehen  (Art.  32 Abs.  3 Bstn.  b  und c AsylG),

E­5227/2011 dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a   AsylG  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eingetreten  ist, dass bei dieser Sachlage der Rückweisungsantrag abzuweisen ist, dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E.  9),  weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und  demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen, wenn  der  strikte  Beweis möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen  (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht,  2. Aufl.,  Basel 2009, Rz. 11.148), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

E­5227/2011 dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser  massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist,  da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen  Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet  und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im  Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  die  dem  Beschwerdeführer im Heimatland droht, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass weder die allgemeine Lage im Heimatstaat des Beschwerdeführers  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete  Gefährdung  im  Falle  einer  Rückkehr  schliessen  lassen,  weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend zumutbar ist, dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  dem  Beschwerdeführer  in  den  Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei  der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ­ 515), dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist, dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist,

E­5227/2011 dass bei dieser Sachlage die Ausrichtung einer Parteientschädigung nicht  in Betracht kommt (Art. 64 Abs. 1 VwVG) und der entsprechende Antrag  abzuweisen ist, dass  sich  die  in  der  Beschwerde  gestellten  Rechtsbegehren  aufgrund  vorstehender Erwägungen als aussichtslos erweisen, weshalb der Antrag  auf Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege abzuweisen ist (Art. 65  Abs. 1 VwVG), dass mit dem vorliegenden Entscheid in der Hauptsache der prozessuale  Antrag  auf  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  gegen­ standslos wird, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.­  (Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1  VwVG), dass mit vorliegendem Urteil  in der Hauptsache der Antrag auf Erteilung  der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde gegenstandslos ist. (Dispositiv nächste Seite)

E­5227/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird  abgewiesen. 3.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­   werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Kurt Gysi Christoph Berger Versand:

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