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Bundesverwaltungsgericht 13.10.2011 E-508/2009

October 13, 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,997 words·~10 min·2

Summary

Nichteintreten auf Asylgesuch (Papierlosigkeit) und Wegweisung | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 13. Januar 2009

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­508/2009 Urteil   v om   1 3 .   O k t ob e r   2011 Besetzung Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz), Richter Fulvio Haefeli, Richterin Emilia Antonioni,    Gerichtsschreiber Simon Thurnheer Parteien A._______, geboren am (…), Irak,  (…),   Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 13. Januar 2009 / N (…).

E­508/2009 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge seinen Heimatstaat  am  14. Juli  2008  verliess  und  am  14.  September  2008  in  die  Schweiz  einreiste, wo er gleichentags um Asyl nachsuchte, dass der Beschwerdeführer anlässlich der Kurzbefragung  im Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  B._______  vom  29.  September  2008  bzw.  anlässlich  der  Anhörung  nach  Art.  29  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  vom  29. Dezember  2008  (vgl.  Art.  36  Abs.  1  AsylG)  geltend  machte,  er  sei  ethnischer  Kurde  aus  dem  von  (…)  bewohnten Dorf C._______ bei Mosul im Zentralirak, sein Vater sei "(…)"  der Baath­Partei gewesen, dieser sei nach dem Sturz des Regimes von  Saddam Hussein zweimal von einer Person namens D._______ und fünf  weiteren,  ihm unbekannten Personen aufgesucht worden – während der  Beschwerdeführer  abwesend  gewesen  sei  –  und  sei  von  diesen  Personen  aufgefordert  worden,  das Dorf  zu  verlassen,  sein  Vater  habe  sich beide Male geweigert, dieser Aufforderung nachzukommen, und sei  beim  zweiten  Vorfall,  am  7.  Juli  (…)  um  14.00,  von  D._______  getötet  worden,  anschliessend  hätten  sich  (…)  und  er  aus  Furcht  vor  weiteren  Übergriffen nach Mosul begeben, während aber (…) dort verblieben sei,  habe er seinen Heimatstaat verlassen, dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  13.  Januar  2009  –  eröffnet  am  15. Januar  2009  –  in Anwendung  von Art. 32 Abs.  2 Bst.  a  und Abs.  3  AsylG  auf  das  Asylgesuch  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz sowie den Vollzug der Wegweisung anordnete, dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  der  Beschwerdeführer habe innerhalb der gesetzlichen Frist von 48 Stunden  seit  Einreichen  des  Asylgesuchs  keine  rechtsgenüglichen  Ausweispapiere  zu  den  Akten  gegeben,  ihm  sei  nicht  gelungen,  entschuldbare  Gründe  für  das  Fehlen  solcher  Papiere  glaubhaft  zu  machen, vielmehr sei davon auszugehen, dass er über einen relevanten  Identitätsausweis  verfüge  und  davon  absehe,  diesen  dem  BFM  zu  übergeben, dass  das  BFM  die  zwischen  der  Erstbefragung  und  der  vertieften  Anhörung  eingereichte  Identitätskarte  des  Beschwerdeführers  als  Fälschung erachtete und einzog,

E­508/2009 dass  es  ferner  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  für  offenkundig  unglaubhaft  hielt,  so  dass  keine  weiteren  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art.  3  und  7  AsylG  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses nötig seien, dass  der  Vollzug  der Wegweisung  zulässig,  zumutbar  und möglich  sei,  insbesondere  weil  auf  Grund  fehlender  Arabischkenntnisse  des  Beschwerdeführers und weiterer Indizien davon auszugehen sei, dass er  entgegen seinen Aussagen nicht aus dem Zentralirak, sondern aus dem  Nordirak stamme,  dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  22.  Januar  2009  gegen  diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und  dabei beantragte, die Ziffern 3 und 4 des Dispositivs der angefochtenen  Verfügung  seien  wegen  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  aufzuheben und es sei die vorläufige Aufnahme anzuordnen, eventualiter  sei  die  Sache  zwecks  materieller  Prüfung  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen, dass der Beschwerdeführer  in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte,  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  sei  zu  verzichten,  die  Verfahrenskosten  seien  zu  erlassen  und  ihm  sei  eine  Parteientschädigung auszurichten, dass  der  Beschwerdeführer  seiner  Rechtsmitteleingabe  ein  Arbeitszeugnis vom Januar 2009 beilegte, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Zwischenverfügung  vom  30. Januar  2009  feststellte,  dass  die  Beschwerde  hinsichtlich  ihrer  Anträge unklar  sei, da sie ausdrücklich nur die Dispositivziffern 3 und 4  (Vollzugspunkt)  der  Verfügung  des  BFM  anfechte,  eventualiter  mit  Verweis  auf  Art. 32  Abs.  3  Bst.  c  AsylG  aber  die  Rückweisung  an  die  Vorinstanz zwecks materieller Beurteilung verlange, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  genannter  Zwischenverfügung  Frist zur Beschwerdeverbesserung ansetzte,  dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  4.  Februar  2009  der  Aufforderung  zur  Beschwerdeverbesserung  fristgerecht  nachkam  und  damit die gesamte Verfügung anfocht, 

E­508/2009 dass  das  BFM  in  seiner  Vernehmlassung  vom  27.  Februar  2009  an  seiner  Verfügung  festhielt  und  beantragte,  die  Beschwerde  sei  abzuweisen, dass  die  Vernehmlassung  mit  Schreiben  vom  16.  März  2009  dem  Beschwerdeführer zur Kenntnis gebracht wurde,  und zieht in Erwägung,  dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer 

E­508/2009 selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass  indessen  im Falle  des Nichteintretens  auf  ein Asylgesuch gemäss  Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  und  Abs.  3  AsylG  über  das  Nichtbestehen  der  Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, soweit  dies  im  Rahmen  einer  summarischen  Prüfung  möglich  ist  (vgl.  BVGE  2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.), dass  dementsprechend  in  einem  diesbezüglichen  Beschwerdeverfahren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen  Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozessgegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73), dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs  materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  volle Kognition zukommt, dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende den  Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs  Reise­ oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG), dass  diese  Bestimmung  jedoch  keine  Anwendung  findet,  wenn  Asylsuchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus  entschuldbaren Gründen nicht  in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG),  auf  Grund  der  Anhörung  sowie  gestützt  auf  Art.  3  und  7  AsylG  die  Flüchtlingseigenschaft festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG) oder  sich auf Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  nötig  sind  (Art.  32  Abs.  3  Bst.  c  AsylG), dass  der  Beschwerdeführer,  wie  nachfolgend  aufzuzeigen  ist,  keine  entschuldbaren  Gründe  für  die  Nichtabgabe  eines  beweistauglichen  Identitätsdokuments (vgl. BVGE 2007/7 E. 4­6) innerhalb der Frist von 48  Stunden  nach  Einreichen  seines  Asylgesuchs  glaubhaft  zu  machen  vermag (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG; vgl. BVGE 2010/2 E. 5 und 6, BVGE  2007/8 E. 3.2),

E­508/2009 dass  insbesondere  die  in  der  Erstbefragung  (A1/9  S.  3)  angebotene  Erklärung für das Fehlen einer Identitätskarte ­  jene habe sich zu Hause  befunden,  er  sei  aber  nach  dem  Tod  seines  Vaters  nicht  mehr  nach  Hause  zurückgekehrt,  sondern  habe  sich  vom  Arbeitsplatz  aus  direkt  nach  Mosul  begeben  ­  nicht  geglaubt  werden  kann,  da  sie  sich  im  Wesentlichen auf seine, wie nachfolgend aufzuzeigen  ist, unglaubhaften  Vorbringen zu den Fluchtgründen stützt, dass  vielmehr  davon  ausgegangen  werden  muss,  dass  entweder  die  Einschätzung  des  BFM  zutrifft,  wonach  der  Beschwerdeführer  über  ein  relevantes Ausweispapier  verfügte und davon absah, dieses  innert Frist  zu den Akten zu geben, oder der Beschwerdeführer seine Identitätskarte  zwar  in  seinem  Heimatstaat  zurückgelassen  hat,  aber  ausreichend  Gelegenheit gehabt hätte, sie mitzunehmen, dass  für  die  erste  Annahme  die  Tatsache  spricht,  dass  der  Beschwerdeführer  eine  Identitätskarte  verspätet  zu  den  Akten  reichte,  welche ihm angeblich aus dem Irak nachgesandt worden war, ohne dass  er dafür ein Beweismittel anbot wie etwa den Briefumschlag, der für den  Versand verwendet wurde, dass  indes  offen  gelassen  werden  kann,  welche  Sachverhaltsvariante  zutrifft,  da,  wie  nachfolgend  aufzuzeigen  ist,  in  beiden  Fällen  keine  entschuldbaren Gründe für das Nichtvorlegen relevanter Ausweispapiere  innert der gesetzlichen Frist bestünden, dass es nämlich dem Beschwerdeführer obliegt, den Nachweis dafür zu  erbringen,  dass  er  nicht  imstande  ist,  fristgerecht  relevante  Ausweispapiere  vorzulegen,  und  dass  für  dieses  Unvermögen  entschuldbare  Gründe  vorliegen  (vgl.  BVGE  2010/2  E.  5.5;  WALTER  SÖCKLI, Asyl, in: Peter Uebersax/ Beat Rudin/ Thomas Hugi Yar/ Thomas  Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht,  Handbücher  für  die  Anwaltspraxis,  Bd.  VIII, Basel 2009, S. 561 Rz. 11.118), dass Gründe  insbesondere  dann  entschuldbar  sind,  wenn  sie  nicht  auf  der  Absicht  beruhen,  den  Aufenthalt  in  der  Schweiz  unrechtmässig  zu  verlängern (vgl. BVGE 2010/2 E. 5.6), dass,  sofern  der  Beschwerdeführer  seine  Identitätskarte  tatsächlich  zu  Hause  gelassen  haben  sollte,  aus  dem  Umstand,  dass  er  den  Grund  dafür mit unglaubhaften Vorbringen zu erklären versucht, auf eine solche  unentschuldbare Absicht schliessen lässt,

E­508/2009 dass ihm der Nachweis entschuldbarer Gründe nicht gelingt, dass es bei dieser Sachlage (in Bezug auf die Frage des Eintretens auf  das  Asylgesuch)  auch  auf  die  Echtheit  der  verspätet  nachgereichten  Identitätskarte nicht ankommt, dass im vorliegenden Fall aufgrund der Aktenlage, wie sie sich nach der  Direktanhörung vom 29. Dezember 2008 präsentierte, unter Verzicht auf  zusätzliche tatbestandliche oder rechtliche Abklärungen im Rahmen einer  bloss  summarischen  Prüfung  der  Schluss  gezogen  werden  konnte,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  offenkundig  nicht,  (Art. 32 Abs. 3 Bst. b und c AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 6­8 S. 725­733  und E. 10 S. 733­737, BVGE 2007/8 E. 5.5. und 5.6.), dass dem BFM darin zuzustimmen  ist, dass die Vorbringen unglaubhaft  sind,  da  sie  zu  wenig  konkret  und  differenziert  sind  und  zudem  einige  Unstimmigkeiten  enthalten,  wobei  auf  die  Ausführungen  des  BFM  verwiesen werden kann, dass  es  dem  Beschwerdeführer  auch  in  der  Rechtsmitteleingabe  nicht  gelungen  ist,  diese  Unstimmigkeiten  auszuräumen,  zumal  er  nicht  zu  substanziieren vermochte, worin Aufgabe und Stellung seines Vaters bei  der  Baath­Partei  bestanden  hatte,  er  über  die  Identität  derjenigen  Personen, die  ihn und seine Familie angeblich verfolgten und  im selben  Dorf  wie  er  wohnten,  keine  näheren  Angaben  machen  konnte  und  die  Verfolgungsmotive  sehr  vage  hielt,  zwar  in  der  Erstbefragung  noch  angedeutet  hatte,  dass ein Zusammenhang mit  (…),  die  im  Jahre 2003  stattgefunden  haben  sollen,  bestehen  könnte,  auf  diesen  Punkt  aber  weder bei der Anhörung noch in der Beschwerdeschrift näher einging und  nur  ganz  allgemein  auf  die  politische  Vergangenheit  seines  Vaters  hinwies, dass die auf Beschwerdeebene gemachten Erklärungen für die vom BFM  monierten  Widersprüche  nicht  überzeugen  und  darüber  hinaus  an  der  Substanzlosigkeit der Vorbringen nichts zu ändern vermögen, dass  entgegen  den  Ausführungen  in  der  Beschwerdeschrift  hinsichtlich  der  Flüchtlingseigenschaft  keine  weiteren  Abklärungen  im  Sinne  von  Art. 32  Abs.  3  Bst.  c  AsylG  nötig  sind,  zumal  die  nachgereichte  Identitätskarte,  deren  Echtheit  strittig  ist,  nicht  geeignet  ist,  die  vorgebrachten  Fluchtgründe  zu  beweisen,  sondern  lediglich  allenfalls  über die Herkunft des Beschwerdeführers Aufschluss geben kann, 

E­508/2009 dass das BFM demnach zu Recht gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a i.V.m.  Art.  32  Abs.  3  AsylG  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eingetreten ist, dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  EMARK 2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und  demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner  Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser  [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser  massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist,  da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 

E­508/2009 erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen  Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet  und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im  Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  die  dem  Beschwerdeführer im Heimat­ oder Herkunftsland droht, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass  das BFM den Wegweisungsvollzug  in  die  drei  von  der  kurdischen  Regionalregierung kontrollierten nordirakischen Provinzen  (Nordirak) auf  Grund  der  dort  herrschenden  Sicherheits­  und  Menschenrechtslage  grundsätzlich für zumutbar hält (vgl. BVGE 2008/5 E.7.5.8),   dass  es  auf  Grund  der  Unstimmigkeiten  bei  den  Vorbringen  und  der  fehlenden  Arabisch­Kenntnisse  des  Beschwerdeführers  dessen  behauptete Herkunft aus dem Zentralirak nicht glaubt und wegen seiner  kurdischen Ethnie und der fehlenden Arabisch­Kenntnisse annimmt, dass  er aus dem Nordirak stamme und dort über ein tragfähiges familiäres und  soziales Netz verfüge, dass  der  Beschwerdeführer  mit  seiner  unentschuldbar  verspätet  eingereichten  Identitätskarte  (siehe  vorstehende  Erwägungen)  seine  behauptete Herkunft aus dem Zentralirak zu beweisen sucht, dass  das  BFM  dieses  Beweismittel  in  seiner  Verfügung  für  nicht  authentisch  hält,  da  "die  für  solche  Dokumente  üblichen  Sicherheitsmerkmale"  fehlten  und  "behördliche  vorgenommene Einträge  nicht  von  jener Art"  seien,  "wie  sie  in  echten  irakischen  Identitätskarten  angebracht"  würden,  wobei  es  offen  lässt,  welche  Sicherheitsmerkmale  und  welche  behördlichen  Einträge  es  anspricht  und  inwiefern  diese  unecht sein sollen,

E­508/2009 dass das BFM offenbar auf Grund einer am 12. Januar 2009 (am Vortag  der  Verfügung)  von  einem  Mitarbeiter  des  BFM  erstellten  Aktennotiz  (A11/9),  welche  gemäss  Aktenverzeichnis  nicht  zur  Edition  vorgesehen  ist, festhält, dass die Identitätskarte nicht echt sei, dass  das  BFM  es  damit  versäumt,  das  rechtliche  Gehör,  welches  in  Art. 29  Abs. 2  der  Bundeverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) verankert und in den  Art. 29  ff.  VwVG  für  das  Verwaltungsverfahren  konkretisiert  wird,  zu  gewähren, dass der Anspruch auf das rechtliche Gehör einerseits zur Aufklärung des  Sachverhalts  dient  und  andererseits  ein  persönlichkeitsbezogenes  Mitwirkungsrecht der Parteien darstellt, dass gemäss Art. 30 Abs. 1 VwVG eine Behörde die Parteien anzuhören  hat, bevor sie verfügt, dass  der  Anspruch  auf  vorgängige  Anhörung  insbesondere  beinhaltet,  dass die Behörde sich beim Erlass  ihrer Verfügung nicht auf Tatsachen  abstützen darf, zu denen sich die von der Verfügung betroffenen Person  nicht vorgängig äussern und diesbezüglich Beweis führen konnte, dass  eng  mit  dem  Äusserungsrecht  der  verfahrensrechtliche  Anspruch  auf Akteneinsicht (Art. 26 VwVG) verbunden ist, dass sich die Betroffenen nur dann wirksam zur Sache äussern und den  Beweis  führen  beziehungsweise  geeignete  Beweismittel  bezeichnen  können,  wenn  ihnen  die  Möglichkeit  eingeräumt  wird,  die  Unterlagen  einzusehen, auf welche sich die Behörde stützt, dass es beim Umfang des Akteneinsichtsrechts auf die im konkreten Fall  objektive  Bedeutung  eines  Aktenstückes  für  die  entscheidwesentliche  Sachverhaltsfeststellung  ankommt  und  nicht  auf  die  Einstufung  des  Beweismittels durch die Behörden als internes oder geheimes Papier, dass  der  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  überdies  beinhaltet,  dass  die  Behörden alles  in den Akten  festzuhalten haben, was zur Sache gehört  und eintscheidwesentlich sein kann,

E­508/2009 dass  daraus  die  Pflicht  resultiert,  Abklärungen,  Befragungen,  Zeugeneinvernahmen und Verhandlungen zu protokollieren, diese zu den  Akten zu nehmen und aufzubewahren (BGE 130 II 473 E. 4.2), dass die Aktenführung geordnet, übersichtlich und vollständig zu sein hat, dass  ersichtlich  sein  muss,  wer  eine  Akte  erstellt  hat  und  wie  sie  zustande gekommen ist (vgl. MARC HÄUSLER  / RETO FERRARI­VISCA, Das  Recht auf Akteneinsicht im Verwaltungs­ und Verwaltungsjustizverfahren,  in  Jusletter  8. August  2011  S. 4  f.,  RENÉ  RHINOW/HEINRICH  KOLLER/CHRISTINA  KISS/DANIELA  THURNHERR/DENISE  BRÜHL­MOSER,  Öffentliches Prozessrecht, 2. Aufl., Basel 2010, Rz. 339 ff.), dass das Recht auf Akteneinsicht zwar eingeschränkt werden kann, wenn  ein überwiegendes Interesse an deren Geheimhaltung vorhanden ist,  dass dies aber auf Grund einer konkreten, sorgfältigen und umfassenden  Abwägung  der  entgegenstehenden  Interessen  beurteilt  werden  muss,  wobei  der  Grundsatz  der  Verhältnismässigkeit  zu  beachten  ist,  d.h.  je  stärker  das Verfahrensergebnis  von  der Stellungnahme  der Betroffenen  zum konkreten Dokument  abhängt  und  je  stärker  auf  ein Dokument  bei  der  Entscheidfindung  (zum  Nachteil  der  Betroffenen)  abgestellt  wird,  desto  intensiver  ist  dem  Akteneinsichtsrecht  Rechnung  zu  tragen  (vgl.  Art. 27  und  28  VwVG  sowie  zum  Ganzen  HÄUSLER  /  FERRARI­VISCA,  a.a.O. S. 2 mit weiteren Hinweisen), dass aus dem Grundsatz des rechtlichen Gehörs sich schliesslich ergibt,  dass die Abfassung der Begründung dem Betroffenen ermöglichen  soll,  den  Entscheid  sachgerecht  anfechten  zu  können,  was  nur  der  Fall  ist,  wenn  sich  sowohl  der  Betroffene  als  auch  die Rechtsmittelinstanz  über  die Tragweite des Entscheides ein Bild machen können,  dass  sich  dabei  die  Begründungsdichte  nach  dem  Verfügungsgegenstand,  den  Verfahrensumständen  und  den  Interessen  des Betroffenen richtet, wobei bei schwerwiegenden Eingriffen in rechtlich  geschützte  Interessen  –  und  darum  handelt  es  sich  beim  Wegweisungsvollzug  ­  des  Betroffenen  eine  sorgfältige  Begründung  verlangt  (BVGE  2008/47  E. 3.2  S. 674f.,  EMARK  2006  Nr. 24  E. 5.1.  S. 256),  dass  auf  Grund  der  Bedeutung  des  Inhalts  für  den  Entscheid,  den  Beschwerdeführer  in  den  Nordirak  wegzuweisen,  es  sich  bei  der 

E­508/2009 Aktennotiz  A13/1  nicht,  wie  im  Aktenverzeichnis  vermerkt,  um  eine  geheime Akte handeln kann, dass  nämlich  die  in  der  Notiz  enthaltenen  Informationen  für  den  Entscheid  von  solcher  Relevanz  sind,  dass  diese  vorbehältlich  von  Geheimhaltungsinteresse dem Akteneinsichtsrecht unterstehen, dass  das  BFM  auf  Grund  der  Aktenführungspflicht  zudem  gehalten  gewesen  wäre,  die  Abklärungen  zur  Authentizität  der  Identitätskarte  in  den  Akten  so  zu  dokumentieren,  dass  jederzeit  nachvollzogen  werden  kann, wie das BFM zu seinen diesbezüglichen Erkenntnissen gelangt ist, dass  aus  der  erwähnten  Aktennotiz  indessen  nicht  hervorgeht,  wie  der  Mitarbeiter des BFM an die von ihm festgehaltenen Informationen gelangt  ist  und  aufgrund  welcher  Erkenntnisse  diese  ihrerseits  zustande  gekommen sind, dass  das BFM mit  diesem Versäumnis  die Aktenführungspflicht  verletzt  hat  (vgl.  Entscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts  D­812/2009  vom  19. September 2011 E. 5.4.3), dass das BFM es darüber hinaus unterlassen hat, dem Beschwerdeführer  vor dem Erlass der Verfügung Gelegenheit zu geben, sich zu den in der  Aktennotiz  festgehaltenen  Fälschungsmerkmalen  seiner  Identitätskarte  zu äussern, dass  der  Umstand,  dass  bei  einer  vollständigen  Offenlegung  aller  Einzelheiten  von  behördlichen  Fälschungserkenntnissen  gewisser  Dokumente deren missbräuchliche Verwendung durch den Gesuchsteller  oder Dritte zu befürchten  ist, zwar  rechtfertigen kann, die Einsicht  in ein  Aktenstück  ganz  oder  teilweise  zu  verweigern  (vgl.  EMARK  1994  Nr. 1  E. 4c), dass das BFM dennoch gemäss Art. 28 VwVG gehalten gewesen wäre,  den  Beschwerdeführer  über  die  festgestellten  Fälschungsmerkmale  auf  eine Art und Weise in Kenntnis zu setzen, welche es ihm ermöglicht, vor  Erlass der Verfügung konkret Einwände gegen die vom BFM in Bezug auf  die Identitätskarte gewonnenen Erkenntnisse und die daraus gezogenen  Schlussfolgerungen anzubringen, dass  es mit  dieser Unterlassung  den Anspruch  des  Beschwerdeführers  auf  rechtliches Gehör  gemäss Art. 30 Abs. 1  und Art. 28 VwVG  verletzt 

E­508/2009 hat  (vgl.  Entscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts  D­812/2009  vom  19. September 2011 E. 5.4.4),  dass, da weder  in der erwähnten Aktennotiz noch  in der angefochtenen  Verfügung  ausgeführt  wird,  auf  welche Weise  die  Erkenntnis  des  BFM  zustande  gekommen  ist,  auch  für  das  Bundesverwaltungsgericht  nicht  hinreichend nachvollziehbar ist, wie das BFM zur Feststellung gelangt ist,  die  Identitätskarte  sei  nicht  authentisch,  so  dass  es  sich  bei  den  vom  BFM  in  der  Verfügung  bezüglich  der  Identitätskarte  festgestellten  Unstimmigkeiten  letztlich  um  nicht  nachvollziehbare  Behauptungen  handelt,  womit  das  BFM  hat  insofern  auch  die  ihm  obliegende  Begründungspflicht  verletzt  hat  (vgl.  Entscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts  D­812/2009  vom  19. September  2011  E.  5.4.5), dass  zusammenfassend  festzustellen  ist,  dass  das  BFM  den  Anspruch  des  Beschwerdeführers  auf  rechtliches  Gehör  mehrfach  verletzt  hat,  indem  es  ihm  nicht  zur  Kenntnis  brachte,  dass  und  weshalb  es  seine  Identitätskarte als nicht authentisch erachtet  und  ihm keine Gelegenheit  bot, sich vorgängig dazu zu äussern, und indem es seiner Aktenführungs­  und Begründungspflicht nicht hinreichend nachgekommen ist (vgl. Art. 28,  Art. 29, Art. 30 Abs. 1 und Art. 35 VwVG), dass eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör grundsätzlich  zur  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  führt  ohne  Rücksicht  darauf,  ob  diese  bei  korrekter  Verfahrensführung  im  Ergebnis  anders  ausgefallen  wäre,  und  dass  sie  von  Amtes  wegen  als  Kassationsgrund  berücksichtigt  wird,  wenn  die  Mängel  schwerwiegend  sind  und  eine  vernünftige Prozesserledigung in der Rechtsmittelinstanz verunmöglichen  (vgl.  BVGE  2009/53  E.  7.3  S.  773,  BVGE  2008/47  E. 3.3.4  S. 676  f.,  BVGE 2008/14 E. 4.1 S. 185), dass  aufgrund  der  umfassenden  Kognition  des  Bundesverwaltungsgerichts  im  Asylbeschwerdeverfahren  (vgl.  Art. 106  AsylG)  die  Verletzung  des  Anspruchs  auf  rechtliches  Gehör  in  bestimmten Schranken zwar geheilt werden (vgl. BVGE 2009/53 E. 7.3 S.  773  mit  weiteren  Hinweisen),  aber  im  vorliegenden  Fall  die  mehrfache  Verletzung des  rechtlichen Gehörs seitens des BFM als schwerwiegend  zu  erachten  ist,  weshalb  eine  Heilung  der  festgestellten  Mängel  in  der  angefochtenen Verfügung nicht in Betracht fällt,

E­508/2009 dass die angefochtene Verfügung  im Vollzugspunkt zu kassieren  ist, die  Dispositivziffern  3  und  4  aufzuheben  sind  und  die  Sache  zur  Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist, dass  die  Kassation  der  angefochtenen  Verfügung  im  Vollzugspunkt  an  der  Abweisung  der  Beschwerde  bezüglich  des  Nichteintretens  nichts  ändert, dass sich nämlich der Vorbehalt  in Art.  32 Abs. 3 Bst.  c AsylG gemäss  einem Grundsatzentscheid vom 8. Dezember 2009 (BVGE 2009/50 E. 5­ 8)  bezüglich  weiterer  Abklärungen  bei  den  Wegweisungshindernissen  lediglich auf  die Frage der Zulässigkeit  des Vollzugs,  nicht  aber  auf  die  Möglichkeit oder Zumutbarkeit des Vollzugs bezieht, dass  das  Gesuch  um  Verzicht  auf  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  mit  dem  vorliegenden  Erledigungsentscheid  gegenstandslos  geworden  ist, dass  eine  Partei,  die  nicht  über  die  erforderlichen  Mittel  verfügt,  auf  Antrag hin  von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit wird,  sofern  ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG), dass  eine  Beschwerde  dann  als  aussichtslos  gilt,  wenn  die  Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und  deshalb  kaum als  ernsthaft  bezeichnet werden  können  (vgl.  BGE 128  I  225 E. 2.5.3 S. 235 f., BGE 125 II 265 E. 4b S. 275), dass auf Grund der Aktenlage und der Einträge in der Datenbank ZEMIS  von der Bedürftigkeit des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 65 Abs. 1  VwVG ist auszugehen ist, dass  die  in  der  Beschwerde  formulierten  Begehren  aufgrund  einer  summarischen Aktenprüfung auch nicht als aussichtslos erscheinen, dass  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG somit gutzuheissen ist, dass  dem  Beschwerdeführer,  da  er  im  Vollzugspunkt  und  insofern  teilweise  obsiegt  hat,  eine  angemessene,  um  die  Hälfte  reduzierte  Parteientschädigung zu entrichten wäre (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art  37 VGG; Art. 7ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

E­508/2009 und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]), dass  er  jedoch  unvertreten  ist,  so  dass  ihm  keine  Vertretungskosten  entstanden  sind  und  ihm  folglich  auch  keine  Parteientschädigung  auszurichten ist. (Dispositiv nächste Seite)

E­508/2009 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen,  soweit  sie  den  Vollzug  der  Wegweisung betrifft; im Übrigen wird sie abgewiesen. 2.  Die  Dispositivziffern  3  und  4  werden  aufgehoben.  Das  BFM  wird  angewiesen,  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  im  Sinne  der  Erwägungen neu zu beurteilen. 3.   Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird  gutgeheissen. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 4.  Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 5.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Gabriela Freihofer Simon Thurnheer

E-508/2009 — Bundesverwaltungsgericht 13.10.2011 E-508/2009 — Swissrulings