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Bundesverwaltungsgericht 15.09.2011 E-4909/2011

September 15, 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,135 words·~6 min·3

Summary

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung nach Italien (Dublin-Verfahren); Verfügung des BFM vom 25. August 2011 / N

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung V E­4909/2011 Urteil   v om   1 5 .   S ep t embe r   2011 Besetzung Einzelrichterin Muriel Beck Kadima, mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi; Gerichtsschreiberin Patricia Petermann Loewe. Parteien A._______, geboren am (…), Afghanistan,   vertreten durch Suzanne Stotz,  Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende,  (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung nach Italien  (Dublin­Verfahren); Verfügung des BFM vom 25. August  2011 / N (…).

E­4909/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  der  Beschwerdeführer  eigenen  Angaben  zufolge  Afghanistan  im  März  2011  verliess  und  über  den  Iran,  die  Türkei,  Griechenland,  Österreich und Italien am 10. Juli 2011 in die Schweiz einreiste, wo er am  selben Tag ein Asylgesuch stellte, dass  er  im  Rahmen  der  summarischen  Befragung  vom  25. Juli  2011  erwähnte,  er  habe  in  Griechenland  kein  Asylgesuch  gestellt;  hingegen  habe  er  in  Italien  etwas  unterschrieben  und  ein  Papier  mit  einem  Foto  erhalten, mit welchem er sich ausgewiesen habe, dass er – angesprochen auf eine mögliche Rücküberstellung nach Italien  – nicht  in  diesem  Land  bleiben  wolle,  da  die  dort  verbrachte  Zeit  unerträglich gewesen sei, da es keine Sicherheit gebe und er den ganzen  Tag – egal ob es geregnet habe oder nicht – draussen habe verbringen  müssen, dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  25. August  2011  –  dem  Beschwerdeführer  am  2. September  2011  von  den  zuständigen  kantonalen  Behörden  persönlich  eröffnet  –  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs. 2  Bst. d  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  auf  das Asylgesuch  nicht  eintrat  und  die Wegweisung  aus  der Schweiz  nach Italien sowie den Vollzug anordnete, dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  dass  ein  Abgleich  der Fingerabdrücke mit  der Zentraleinheit  Eurodac  nachweise,  der  Beschwerdeführer  habe  am  7. April  2011  in  Italien  ein  Asylgesuch  eingereicht, dass, da die italienischen Behörden innerhalb der festgelegten Frist zum  Übernahmeersuchen  der  Schweiz  nicht  Stellung  bezogen  hätten,  in  Anwendung von Art. 20 Abs. 1 Bst. c der Verordnung (EG) Nr. 343/2003  des  Rates  vom  18. Februar  2003  zur  Festlegung  von  Kriterien  und  Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der  für die Prüfung eines  Asylantrags zuständig ist, den ein Staatsangehöriger eines Drittlandes in  einem Mitgliedstaat gestellt hat (Dublin­II­VO) und des Abkommens vom  26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  zuständigen  Staates  für  die  Prüfung  eines  in  einem  Mitgliedstaat  oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin­

E­4909/2011 Assoziierungsabkommen,  SR  0.142.392.689)  Italien  für  das  Asyl­  und  Wegweisungsverfahren des Beschwerdeführers zuständig sei, dass  der  Beschwerdeführer  durch  seine  Rechtsvertreterin  am  7. September  2011  vorab  per  Telefax  eine  Beschwerde  gegen  die  Verfügung  des  BFM  vom  25.  August  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht einreichte, dass  dabei  beantragt  wurde,  die  Verfügung  vom  25. August  2011  sei  aufzuheben und das BFM sei anzuweisen, diese unter Einhaltung der  in  BVGE  2010/1  ausgeführten  Eröffnungsvorschriften  neu  zu  eröffnen,  sowie eventualiter sein Recht auf Selbsteintritt auszuüben, dass  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  im  Sinne  vorsorglicher  Massnahmen  die  aufschiebende  Wirkung  zu  erteilen  sei  und  die  Vollzugsbehörden anzuweisen seien, von einer Überstellung nach Italien  abzusehen,  bis  das  Bundesverwaltungsgericht  über  die  vorliegende  Beschwerde  entschieden  habe;  im  Falle  einer  bereits  vollzogener  Überstellung  sei  das  BFM  anzuweisen,  die  Rückführung  des  Beschwerdeführers in die Schweiz zu veranlassen, dass ferner auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und  die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren sei, dass  das Bundesverwaltungsgericht  per Telefax  am 8. September  2011  als vorsorgliche Massnahme anordnete, der Vollzug der Wegweisung sei  per sofort auszusetzen, bis nach Eingang der vorinstanzlichen Akten über  die  allfällige  Gewährung  der  aufschiebenden  Wirkung  nach  Art. 107a  AsylG zu befinden sei, dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  9. September  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG, 

E­4909/2011 SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer  selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 mit weiteren Hinweisen), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass  die  Rüge  der  unrechtmässigen  Eröffnung  der  Verfügung  vom  25. August  2011  –  einerseits  sei  in  casu  das  Gebot  des  effektiven  Rechtsschutzes  im  Sinne  von  Art. 29a  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR  101) 

E­4909/2011 verletzt,  anderseits  widerspreche  die  Art  und Weise  der  Eröffnung  vom  2. September 2011 der bundesverwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung  (vgl.  dazu  BVGE  2010/1)  –  das  Bundesverwaltungsgericht  nicht  überzeugt,  dass  die  vorinstanzliche  Verfügung  dem Beschwerdeführer  gemäss  der  Eröffnungs­  und  Empfangsbestätigung  am  2. September  2011  –  in  der  Sprache der Paschtunen – persönlich eröffnet wurde (vgl. A18), dass dieses Vorgehen Art. 13 Abs. 5 AsylG, der am 1. Januar 2011 – d.h.  nach der Publikation von BVGE 2010/1 – in Kraft trat, entspricht, der die  Möglichkeit  einer  Eröffnung  eines  Nichteintretensentscheides  im  Sinne  von  Art. 34  Abs. 2  Bst. d  AsylG  an  Asylsuchende  persönlich  vorsieht,  wobei  bei  einer  vertretenen  asylsuchenden  Person  dieser  Verfahrensschritt  nach  der  Eröffnung  unverzüglich  der  bevollmächtigten  Person bekannt gegeben werden muss (Art. 13 Abs. 5 AsylG), dass indes im vorliegenden Verfahren zum damaligen Zeitpunkt nicht von  einem  Mandatsverhältnis  auszugehen  war,  da  sich  (damals)  keine  Vertretungs­Vollmacht  in  den  Akten  der  Vorinstanz  befand  –  gemäss  Beschwerdeschrift wurde durch das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) in  Glarus erst am 5. September 2011 ein Termin mit der heute mandatierten  Rechtsvertreterin  vereinbart  –,  weshalb  von  einer  rechtmässigen  Eröffnung auszugehen ist, welche dementsprechend die Beschwerdefrist  auslöste, dass  der  Beschwerdeführer  gemäss  seiner  Rechtsvertreterin  nach  der  Eröffnung der Verfügung in Haft genommen worden sei, was gegen die in  BVGE  2010/1  festgelegten  Eröffnungsvorschriften  –  und  implizit  gegen  das Gebot des effektiven Rechtsschutzes – verstosse, dass vorab festzustellen ist, dass der Beschwerdeführer  innert Frist eine  Beschwerde erhob,  dass  laut der Dispositiv­Ziffer 3 der angefochtenen Verfügung dieser die  Schweiz  zwar  spätestens  am  Tag  nach  Ablauf  der  Beschwerdefrist  zu  verlassen habe, dass dieses Vorgehen Art. 45 Abs. 3 AsylG, der ebenfalls am 1. Januar  2011  in  Kraft  trat,  entspricht,  nach  welchem  die  Wegweisung  sofort  vollstreckbar  ist,  wenn  die  betroffene  Person  aufgrund  der  Dublin­ Assoziierungsabkommen weggewiesen wird,

E­4909/2011 dass  hingegen  mit  dem  Einlegen  einer  Beschwerde  bzw.  mit  einem  Antrag innerhalb der Beschwerdefrist um Gewährung der aufschiebenden  Wirkung  der  Vollzug  der  Wegweisung  für  mindestens  fünf  Arbeitstage  ausgesetzt  wird  (vgl.  Art. 107a  AsylG),  innert  welchen  das  Bundesverwaltungsgericht  über  einen  solchen  Antrag  zu  befinden  hat,  womit  die  Anordnung  des  sofortigen  Vollzugs  in  Dispositiv­Ziffer 3  der  angefochtenen Verfügung obsolet wird, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  in  casu  mit  Telefax  vom  8. September 2011 den Vollzug der Wegweisung vorsorglich ausgesetzt  hat,  bis  es  über  die Gewährung  der  aufschiebenden Wirkung  im  Sinne  von Art. 107a AsylG entscheidet, dass  somit,  der  Frist  von  fünf  Arbeitstagen  von  Art.  107a  AsylG  entsprechend,  der  Vollzug  (vorsorglich)  bis  zum  16. September  2011  ausgesetzt wurde, dass  folglich  der  Beschwerdeführer  bis  zu  diesem  Datum  nicht  ausser  Landes  geschafft  bzw.  die  Wegweisungsverfügung  nicht  vollzogen  werden darf, dass  indes  eine Haftanordnung  kurz  nach  der Eröffnung  der Verfügung  weder  als  Verstoss  gegen  heutige  gesetzlich  verankerte  Eröffnungsvorschriften  noch  gegen  die  vom  Gericht  vorliegend  angeordnete Aussetzung des Vollzugs zu bezeichnen  ist  (vgl. Art. 73  ff.  des Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über  die Ausländerinnen  und  Ausländer  [AuG,  SR  142.20],  insbesondere  Art. 76  Abs. 1  Bst. b  Ziff. 6 AuG), dass  auch  nicht  gesagt  werden  kann,  das  Gebot  des  effektiven  Rechtsschutzes sei verletzt, zumal effektiv eine Beschwerde – vor Ablauf  der Beschwerdefrist – eingereicht werden konnte, dass  somit  kein  Anlass  besteht,  die  Verfügung  des  BFM  an  die  Vorinstanz  zur  erneuten  Eröffnung  bzw.  wegen  Verletzung  des  Gebots  des effektiven Rechtsschutzes zurückzuweisen, dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  einem  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

E­4909/2011 dass die Vorinstanz zu Recht Italien für die Prüfung des am 10. Juli 2011  in  der  Schweiz  eingereichten  Asylgesuchs  des  Beschwerdeführers  erachtet hat (vgl. Art. 13 Dublin­II­VO), was vom Beschwerdeführer auch  nicht bestritten wird, dass dieses Land auf ein entsprechendes Aufnahmegesuch seitens der  Schweiz  nicht  geantwortet  hat,  so  dass  davon  ausgegangen  werden  kann,  es  habe  die  Wiederaufnahme  im  Sinne  der  Dublin­Verordnung  akzeptiert (Art. 20 Abs. 1 Bst. c Dublin­II­VO), dass  Italien  Signatarstaat  des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR  0.142.30)  und  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ist und keine konkreten Anhaltspunkte  vorliegen,  wonach  sich  Italien  nicht  an  die  daraus  resultierenden  völkerrechtlichen Verpflichtungen hält,  dass  folglich aus genereller Sicht  keine menschenrechtlichen Bedenken  offenkundig  gegen  die Wegweisung  nach  Italien  sprechen  (vgl.  das  zur  Publikation  vorgesehene  Grundsatzurteil  D­2076/2010  vom  16. August  2011 E. 2.6 und 4.11; dazu auch EGMR, Urteil M.S.S. gegen Belgien und  Griechenland  vom 21. Januar 2011, Nr. 30696/09, § 205 ff.),  auch wenn  nicht  zu  verkennen  ist,  dass  die  Aufnahmebedingungen  in  Italien  schwierig sind,  dass  es  dem  Beschwerdeführer  zudem  weder  in  der  Befragung  vom  25. Juli  2011  noch  in  der  Beschwerdeschrift  gelungen  ist,  eine  einzelfallspezifische  besondere  Verletzlichkeit  nachzuweisen,  aufgrund  derer  geschlossen  werden  könnte,  es  drohe  ihm  in  Italien  eine  unmenschliche  Behandlung  oder  ein  Refoulement  in  sein  Heimatland  bzw.  es  würden  humanitäre  Gründe  im  Sinne  von  Art.  29a  Abs.  3  der  Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen  (AsylV 1,  SR  142.311)  vorliegen,  die  einen  Selbsteintritt  gemäss  Art. 3  Abs. 2  Dublin­II­VO als notwendig oder angezeigt erscheinen lassen, dass das BFM demnach  in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eingetreten  ist, dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung  aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch 

E­4909/2011 auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet  wurde, dass  im  Rahmen  des  Dublin­Verfahrens,  bei  dem  es  sich  um  ein  Überstellungsverfahren  in  den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuchs  zuständigen  Staat  handelt,  systembedingt  kein  Raum  bleibt  für  Ersatzmassnahmen  im  Sinne  von  Art. 44  Abs. 2  AsylG  i.V.m.  Art. 83  Abs. 1 AuG, dass eine entsprechende Prüfung, soweit notwendig, vielmehr bereits im  Rahmen  des  Nichteintretensentscheides  stattzufinden  hat  (vgl.  BVGE  2010/45 E. 10.2), dass  in diesem Sinne die Vorinstanz den Vollzug der Wegweisung nach  Italien zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet hat, dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, dass  mit  Ergehen  des  vorliegenden  Urteils  der  mit  Eingabe  vom  7. September  2011  gestellte  Antrag  auf  aufschiebende  Wirkung  der  Beschwerde gegenstandslos wird, dass  eine  Partei,  die  nicht  über  die  erforderlichen  Mittel  verfügt,  auf  Antrag hin  von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit wird,  sofern  ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG), dass  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art. 65  Abs.1  VwVG  ungeachtet  einer  möglichen  Bedürftigkeit  des  Beschwerdeführers  abzuweisen  ist,  da  die  Beschwerdebegehren  nach dem Gesagten als aussichtslos zu bezeichnen sind,  dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.­  (Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 

E­4909/2011 SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1  VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

E­4909/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das  Gesuch  um  unentgeltliche  Rechtspflege  gemäss  Art. 65  Abs. 1  VwVG wird abgewiesen. 3.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses Urteil  geht an die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, das  BFM und die zuständige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Muriel Beck Kadima Patricia Petermann Loewe Versand:

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