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Bundesverwaltungsgericht 28.12.2011 E-4646/2009

December 28, 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,000 words·~10 min·5

Summary

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 17. Juni 2009

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­4646/2009 Urteil   v om   2 8 .   D e z embe r   2011 Besetzung Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), Richter Walter Stöckli, Richter Bruno Huber,    Gerichtsschreiberin Aglaja Schinzel. Parteien A._______, Irak,   vertreten durch (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 17. Juni 2009 / N (…).

E­4646/2009 Sachverhalt: A.  Gemäss eigenen Angaben verliess der Beschwerdeführer, ein  irakischer  Staatsangehöriger  kurdischer  Ethnie  aus  der  Stadt  B._______,  seinen  Heimatstaat  "Ende Sommer 2007"  in Richtung Türkei, wo er sich einige  Monate aufhielt. Am 3. Juli 2008 gelangte er mit Hilfe eines Schleppers in  die Schweiz, wo er als damals noch Minderjähriger am 4.  Juli 2008 um  Asyl  nachsuchte.  Am  11.  Juli  2008  fand  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  C._______  die  Kurzbefragung  statt  und  gleichentags  mandatierte  der  Beschwerdeführer  rubrizierten  Rechtsvertreter  mit  der  Verfahrensführung.  Am  6.  März  2009  fand  die  Anhörung  statt,  wobei  der  Beschwerdeführer  gemäss  einem  Telefax  seines Rechtsvertreters  vom 4. März  2009  von R. A.A.  begleitet wurde. Zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  machte  der  Beschwerdeführer  im  Wesentlichen  Folgendes  geltend:  Er  sei  seit  seiner  Geburt  bis  zur  Ausreise  stets  in  B._______  wohnhaft  gewesen  sei.  Als  er  Anfang  Sommer 2007 mit einem Kollegen, dessen Vater eine hohe Stellung bei  der  Demokratischen  Partei  Kurdistans  (KDP)  innehabe,  schwimmen  gegangen sei,  sei dieser Kollege von der Strömung mitgerissen worden  und  ertrunken.  Er  (der  Beschwerdeführer)  habe  zwar  versucht,  ihn  zu  retten,  was  jedoch misslungen  sei;  nur  knapp  habe  er  das Ufer  wieder  erreicht, dann das Bewusstsein verloren und er sei erst  im Spital wieder  zu  sich  gekommen.  Dort  sei  er  von  der  Polizei  zum  Vorfall  befragt  worden.  Als  sein  Vater  zur  Trauerfeier  des  Verstorbenen  habe  gehen  wollen,  sei  er  hinausgeworfen  worden  mit  der  Begründung,  der  Beschwerdeführer  habe  den  Verstorbenen  ertrinken  lassen  und  man  wolle  ihn  deshalb  töten.  Daraufhin  sei  gegen  ihn  Anzeige  erstattet  worden,  wobei  er  vom Gericht  als  unschuldig  befunden worden  sei,  da  keine Beweise gegen  ihn  vorgelegen hätten. Später  sei  er  von Brüdern  und  Cousins  des  verstorbenen  Kollegen  angegriffen  worden.  Beim  zweiten  solchen  Angriff  sei  er  von  einem  Felsen  hinuntergestossen  worden, worauf er ein Bein gebrochen habe. Daraufhin habe er in Dohuk  operiert  werden  und  eine Woche  im  Spital  bleiben müssen.  Sein  Vater  habe in der Folge noch einmal versucht, mit der Familie seines Kollegen  zu sprechen, wobei diese jedoch auf der Tötung ihres Sohnes durch den  Beschwerdeführers beharrt habe. Sein Vater habe dann entschieden, er  solle  das  Land  verlassen,  was  er  ungefähr  vier  Monate  später  getan  habe.

E­4646/2009 Anlässlich  der  Anhörung  zu  den  Asylgründen  reichte  der  Beschwerdeführer als Beweismittel ein gelochtes Metallstück sowie zwei  Schreiben seines Arztes, (…), Bern, vom 31. Oktober und 18. November  2008,  bezüglich Metallentfernung  und  Narbe  am  Unterschenkel  zu  den  Akten.  B.  Der Beschwerdeführer wurde mit Verfügung des BFM vom 22. Juli 2008  für  den  weiteren  Aufenthalt  während  des  Verfahrens  dem  Kanton  D._______ zugewiesen. Dagegen erhob er am 30. Juli 2008 Beschwerde  mit  der  Begründung,  er  wolle  zu  seinem  Bruder  in  den  Kanton  E._______. Mit Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 1. Dezember  2008 wurde die Beschwerde abgewiesen.  C.  Mit Verfügung vom 17. Juni 2009 – eröffnet tags darauf – lehnte das BFM  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  ab  und  ordnete  seine  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Vollzug  an.  Die  Vorinstanz  begründete  den  ablehnenden Asylentscheid  damit,  dass  die Vorbringen  des Beschwerdeführers den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft  gemäss Art. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998  (AsylG, SR 142.31)  nicht  standhielten.  Der  Vollzug  der Wegweisung  sei  zulässig,  zumutbar  und möglich. Für die detaillierte Begründung wird, soweit wesentlich, auf  die Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen.  D.  Mit  Beschwerde  vom  20.  Juli  2009  an  das  Bundesverwaltungsgericht  beantragte der Beschwerdefürer in materieller Hinsicht die Aufhebung der  vorinstanzlichen  Verfügung,  die  Gutheissung  des  Asylgesuchs,  eventualiter  die  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  sowie  in  prozessualer  Hinsicht  die  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  und  Rechtsverbeiständung.  Als  Beweismittel  reichte  er  eine  Fürsorgebestätigung vom 8. August 2008 zu den Akten.  E.  Mit Eingabe vom 30. Juli 2009 reichte der Beschwerdeführer einen neuen  irakischen  Haftbefehl  vom  21.  Juli  2009,  eine  Erklärung  seiner  Familie  (beide  im  Original,  inkl.  Übersetzungen),  die  Personalausweise  des  Vaters,  der  Mutter  und  zweier  Geschwister  (in  Kopie,  inkl.  Übersetzungen) sowie eine Bestätigung des  in der Schweiz wohnhaften  Bruders und dessen Ehefrau vom 28.  Juli  2009, welcher zu entnehmen 

E­4646/2009 ist, dass diese auch in Zukunft bereit seien, für den Beschwerdeführer zu  sorgen und ihm Kost und Logis zu gewähren, zu den Akten F.  Mit  Zwischenverfügung  vom  17.  August  2009  stellte  die  Instruktionsrichterin  den  legalen  Aufenthalt  des  Beschwerdeführers  während  des  Verfahrens  fest.  Gleichzeitig  wies  sie  die  Gesuche  um  Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Rechtsverbeiständung  – unter anderem unter Berücksichtigung der Unterstützungserklärung des  in der Schweiz  lebenden Bruders – ab,  verzichtete  jedoch aufgrund der  damaligen Minderjährigkeit auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6  AsylG). 1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 

E­4646/2009 (Art. 105 und Art. 108 Abs. 2 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG).  Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3.  Gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die  Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4.  4.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat  oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 4.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich  widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7  AsylG). 4.3.  Die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art. 3  AsylG  erfüllt  eine  asylsuchende  Person  nach  Lehre  und  Rechtsprechung  dann,  wenn  sie  Nachteile  von  bestimmter  Intensität  erlitten  hat  beziehungsweise  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in  absehbarer  Zukunft  befürchten  muss,  welche  ihr  gezielt  und  aufgrund  bestimmter  Verfolgungsmotive  durch  Organe  des  Heimatstaates  oder  durch  nichtstaatliche  Akteure  zugefügt worden sind beziehungsweise zugefügt zu werden drohen (vgl.  BVGE  2008/4  E. 5.2  S. 37).  Aufgrund  der  Subsidiarität  des  flüchtlingsrechtlichen  Schutzes  setzt  die  Zuerkennung  der 

E­4646/2009 Flüchtlingseigenschaft ausserdem voraus, dass die betroffene Person  in  ihrem Heimatland keinen ausreichenden Schutz  finden kann (vgl. BVGE  2008/12  E. 7.2.6.2  S. 174  f.,  BVGE  2008/4  E. 5.2  S. 37 f.).  Ausgangspunkt  für  die  Beurteilung  der  Flüchtlingseigenschaft  ist  die  Frage nach der  im Zeitpunkt der Ausreise vorhandenen Verfolgung oder  begründeten  Furcht  vor  einer  solchen.  Die  Situation  im  Zeitpunkt  des  Asylentscheides  ist  jedoch  im  Rahmen  der  Prüfung  der  Aktualität  der  Verfolgungsfurcht  ebenfalls  wesentlich.  Veränderungen  der  objektiven  Situation  im  Heimatstaat  zwischen  Ausreise  und  Asylentscheid  sind  deshalb  zugunsten und  zulasten der  das Asylgesuch  stellenden Person  zu  berücksichtigen  (vgl.  BVGE  2008/4  E. 5.4  S. 38  f., WALTER STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht,  2.  Aufl., Basel/Bern/Lausanne 2009, Rz. 11.17 und 11.18). 5.  5.1. Die Vorinstanz begründete ihren ablehnenden Entscheid damit, dass  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  den  Anforderungen  an  die  Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht standhielten. So seien  Übergriffe durch Dritte oder Befürchtungen, künftig solchen ausgesetzt zu  sein,  nur  dann  asylrelevant,  wenn  der  Staat  seiner  Schutzpflicht  nicht  nachkomme  oder  nicht  in  der  Lage  sei,  Schutz  zu  gewähren.  Gemäss  dem  unter  BVGE  2008/4  publizierten  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  (vgl.  E.  6.5)  seien  die  nordirakischen  Behörden grundsätzlich in der Lage und willens, Hinweisen auf Übergriffe  durch  Dritte  nachzugehen  und  nötigenfalls  eine  Strafverfolgung  einzuleiten.  Bei  den  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  betreffend  Verfolgung  durch  die  Familie  seines  verstorbenen  Kollegen  handle  es  sich um eine Verfolgung durch Dritte. Gemäss eigenen Aussagen sei der  Beschwerdeführer freigesprochen worden, was deutlich mache, dass die  nordirakischen  Behörden  trotz  der  angeblich  hohen  KDP­Position  des  Vaters des Verstorbenen ein neutrales Verfahren durchgeführt hätten. Es  könne  deshalb  davon  ausgegangen  werden,  dass  die  Behörden  den  Beschwerdeführer  auch  vor  Übergriffen  durch  die  verfeindete  Familie  schützen  würden,  weshalb  er  nicht  auf  den  Schutz  der  Schweiz  angewiesen  sei.  Weiter  habe  der  Beschwerdeführer,  nachdem  er  zum  zweiten  Mal  zusammengeschlagen  worden  sei,  noch  drei  oder  vier  Monate  in  B._______  verbracht  und  er  sei  in  dieser  Zeit  nicht  belästigt  worden. Überdies sei bemerkenswert, dass die Familienangehörigen des  Beschwerdeführers  seit  seiner  Ausreise  keine  Probleme  mehr  mit  der  verfeindeten Familie gehabt hätten. Aufgrund dieser Umstände sei davon 

E­4646/2009 auszugehen,  dass  der  Kausalzusammenhang  zwischen  Verfolgung  und  Ausreise  unterbrochen  sei  und  zudem  der  Beschwerdeführer  im  Falle  einer  Rückkehr  keine  begründete  Furcht  habe  vor  Verfolgung.  Schliesslich argumentierte die Vorinstanz, der Beschwerdeführer mache  Nachteile  geltend,  die  sich  aus  lokal  oder  regional  beschränkten  Verfolgungsmassnahmen  ableiten  würden.  Da  er  sich  diesen  Verfolgungsmassnahmen durch einen Wegzug in einen anderen Teil des  Heimatlandes,  namentlich  in  eine  andere  nordirakische  Provinz,  entziehen  könne,  sei  er  nicht  auf  den Schutz  der Schweiz  angewiesen.  Demzufolge  erfülle  der  Beschwerdeführer  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht, weshalb sein Asylgesuch abzulehnen sei. Der Wegweisungsvollzug  sei  ausserdem  trotz  seiner  Minderjährigkeit  zumutbar,  da  er  in  einem  Alter  sei,  in  dem  er  nicht  mehr  der  ständigen  Unterstützung  und  Betreuung  Erwachsener  bedürfe,  auf  ein  tragfähiges  Beziehungsnetz  zurückgreifen  könne  und  zahlreiche  Verwandte  von  ihm  in  B._______  lebten.  Auch  würden  keine  gesundheitlichen  Probleme  gegen  den  Wegweisungsvollzug  sprechen,  da  den  eingereichten  Arztberichten  zu  entnehmen  sei,  dass  die  Heilung  des  Beines  ohne  Probleme  verlaufen  sei.  Ausserdem  könne  er,  wenn  nötig,  medizinische  Rückkehrhilfe  beantragen.  5.2.  In  seiner  Beschwerde  entgegnet  der  Beschwerdeführer  der  Argumentation der Vorinstanz, es seien seit seiner Ausreise aus dem Irak  gegenüber  seinen  Familienangehörigen  wiederholt  Drohungen  ausgesprochen  worden,  und  es  sei  ihm  unmissverständlich  zum  Ausdruck gebracht worden, dass er mit dem Tod zu rechnen habe,  falls  er  in  den  Irak  zurückkehre. Es  sei  zudem davon  auszugehen,  dass  die  heimatlichen Behörden keinen genügenden Schutz bieten könnten und er  nach einer Rückkehr der Willkür und der Gewalt der verfeindeten Familie  ausgesetzt  wäre.  Auch  der  mehrmonatige  Verbleib  in  B._______  nach  dem  zweiten  Angriff  weise  nicht  darauf  hin,  dass  er  nicht  weiterhin mit  Repressalien rechnen müsste, zumal er sich während dieser Zeit im Haus  verbarrikadiert habe und nur  in Begleitung seiner Familie aus dem Haus  gegangen  sei.  Der  Beschwerdeführer  erfülle  deshalb  die  Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG. Die Rückkehr in den Irak sei  für  ihn überdies unzumutbar. Der  in der Schweiz wohnhafte Bruder und  dessen Ehefrau seien ausserdem gerne bereit, ihn bei sich aufzunehmen. 5.3.  Mit  Beschwerdeergänzung  vom  30.  Juli  2009  machte  der  Beschwerdeführer  geltend,  es  sei  am  (…).  Juli  2009  auf  Veranlassung  der  Familie  des  verstorbenen Kollegen  erneut  ein Haftbefehl  gegen  ihn 

E­4646/2009 erlassen  worden.  Er  werde  im  Irak  nach  wie  vor  verfolgt  und  habe  bei  einer Rückkehr mit erheblichen Repressalien von Seiten der verfeindeten  Familie  zu  rechnen.  Ausserdem  lebe  der  Beschwerdeführer  seit  über  einem  Jahr  bei  seinem Bruder  und  dessen Ehefrau,  für welche  er  eine  vertraute Bezugsperson geworden sei.  5.4.  Mit  Zwischenverfügung  vom  17.  August  2009  führte  die  Instruktionsrichterin aus, die Fürsorgebestätigung sei bereits vor mehr als  einem  Jahr  ausgestellt  worden  und  vermöge  deshalb  die  aktuelle  Fürsorgeabhängigkeit  nicht  zu  belegen.  Aus  einem  Schreiben  des  Bruders  des Beschwerdeführers und dessen Ehefrau ergebe  sich,  dass  diese  für  ihn  sorgen  und  ihm  Kost  und  Logis  gewähren  würden.  Die  Gesuche  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  sowie  Rechtsverbeiständung  wurden  deshalb  abgewiesen,  wobei  gestützt  auf  die  Minderjährigkeit  des  Beschwerdeführers  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses verzichtet wurde. 6.  6.1.  Das  Bundesverwaltungsgericht  kommt  nach  eingehender  Prüfung  der Akten zum Schluss, dass die vorinstanzliche Verfügung  im Ergebnis  zu  stützen  ist.  Im  vorliegenden  Fall  macht  der  Beschwerdeführer  eine  Verfolgung durch die Familie seines verstorbenen Freundes geltend, also  eine Verfolgung durch Dritte. Wie das BFM korrekt festgestellt hat, führte  das  Bundesverwaltungsgericht  in  seinem Grundsatzurteil  BVGE  2008/4  vom  22.  Januar  2008  bezüglich  der  Lage  im  kurdisch  kontrollierten  Nordirak  aus,  die  nordirakischen  Behörden  seien  grundsätzlich  in  der  Lage und willens, Hinweisen auf Übergriffe durch Dritte nachzugehen und  nötigenfalls  eine  Strafverfolgung  einzuleiten.  Die  Sicherheits­  und  Polizeikräfte  sind  ausreichend  dotiert  und  gelten  als  gut  und  straff  organisiert.  Das  Rechts­  und  Justizsystem  ist  zwar  parallel  strukturiert  und  wird  teilweise  durch  die  traditionelle  Stammesjustiz  konkurrenziert.  Trotzdem  kann  davon  ausgegangen  werden,  dass  Streitigkeiten  im  Regelfall  gerichtlich  beigelegt  werden  können.  In  Bezug  auf  die  drei  kurdischen Nordprovinzen kann entsprechend von einer funktionierenden  Schutz­Infrastruktur  gesprochen  werden.  Die  kurdischen  Behörden  vermögen  damit  den  Anforderungen  an  eine  stabile  und  dauerhafte  Schutzgewährung  zu  entsprechen  (a.a.O.,  E. 6.5).  Weiter  führte  die  Vorinstanz  zutreffend  aus,  aus  den  Aussagen  des  Beschwerdeführers  gehe  hervor,  dass  die  nordirakischen  Behörden  ihrer  Schutzpflicht  nachgekommen  seien.  Sie  hätten  nach  der  Anzeige  der  verfeindeten 

E­4646/2009 Familie ein Verfahren eingeleitet und den Beschwerdeführer vor Gericht  freigesprochen.  Dies mache  deutlich,  dass  er  nicht  auf  den  Schutz  der  schweizerischen  Behörden  angewiesen  sei.  Dieser  Einschätzung  des  BFM ist zuzustimmen.  6.2. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Behörden am Heimatort  des Beschwerdeführers willens und  in der Lage sind, diesem Schutz zu  gewähren,  und  er  entsprechend  keine  begründete  Furch  hat  vor  asylrelevanter Verfolgung bei einer Rückkehr  in seinen Heimatstaat. Die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  halten  den  Anforderungen  an  die  Asylrelevanz somit nicht stand. An dieser Auffassung vermögen auch die  auf  Beschwerdeebene  eingereichten  Beweismittel  nichts  zu  ändern.  Selbst  wenn  zugunsten  des  Beschwerdeführers  davon  ausgegangen  wird, der eingereichte Haftbefehl vom (…). Juli 2009 sei echt, ändert dies  nichts  daran,  dass  vom  Schutzwillen  der  Behörden  in  B._______  auszugehen  ist. Aufgrund  vorstehender  Erwägungen,  in  welchen  eine  asylrelevante  Verfolgung  in  B._______  verneint  wurde,  erübrigt  es  sich,  auf  die  vorinstanzlichen  Erwägungen  sowie  die  entsprechenden  Ausführungen  des  Beschwerdeführers  in  den  Rechtsmitteleingaben  hinsichtlich  Kausalzusammenhang  zwischen  Verfolgung  und  Ausreise  sowie  einer  Fluchtalternative in einer anderen nordirakischen Provinz einzugehen.  7.  7.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht  ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und  ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit  der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 7.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche  Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44  Abs. 1 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9). 8.  8.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder  nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes 

E­4646/2009 vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG,  SR 142.20]). Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  der  vormaligen  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte  Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl.  STÖCKLI, a.a.O., Rz. 11.148). 8.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen  der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art.  83  Abs. 3 AuG). So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 8.2.1. Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  zutreffend  darauf hin, dass das Prinzip des  flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement  nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der  in Art. 5  AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  des  Beschwerde­ führers  in den Nordirak  ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG  rechtmässig.

E­4646/2009 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers  noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall  einer  Ausschaffung  in  den  Heimatstaat    dort  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  einer  nach Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft  machen,  dass  ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung  drohen würde  (vgl. EGMR  [Grosse Kammer], Saadi gegen  Italien, Urteil  vom  28. Februar  2008,  Beschwerde  Nr. 37201/06,  §§ 124 ­ 127,  mit  weiteren  Hinweisen).  Auch  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  im  Nordirak lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als  unzulässig  erscheinen.  Nach  dem  Gesagten  ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der  asyl­  als  auch  der  völkerrechtlichen  Bestimmungen zulässig. 8.3.    Gemäss  Art. 83  Abs. 4  AuG  kann  der  Vollzug  für  Ausländerinnen  und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 8.3.1. Das BFM  führte  in der angefochtenen Verfügung aus,  in den drei  von  der  kurdischen  Regionalregierung  kontrollierten  nordirakischen  Provinzen  herrsche  keine  Situation  allgemeiner  Gewalt.  Die  dortige  Sicherheitslage  sei  stabil,  auch  wenn  sie  von  der  unsicheren  Lage  im  Zentral­ und Südirak abhängig bleibe. Auch sprächen keine individuellen  Gründe  gegen  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  des  Beschwerdeführers, welcher  den  letzten Wohnsitz  in B._______  gehabt  habe.  So  verfüge  er  dort  mit  seinen  Eltern  und  weiteren  Familienmitgliedern  über  ein  tragfähiges  Beziehungsnetz.  Die  gesundheitlichen  Probleme  aufgrund  seiner  Beinverletzung  würden  ebenfalls  nicht  gegen  den  Wegweisungsvollzug  sprechen,  da  den  eingereichten  medizinischen  Gutachten  zu  entnehmen  sei,  dass  die  Heilung gut verlaufe. 8.3.2.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  im  Grundsatzurteil  vom  14. März 2008  (BVGE  2008/5)  aufgrund  einer  umfassenden Beurteilung  der  Situation  in  den  nordirakischen  Provinzen  Dohuk,  Suleimaniya  und 

E­4646/2009 Erbil  zum  Schluss  gekommen,  dass  dort  keine  Situation  allgemeiner  Gewalt  mehr  herrscht  und  die  politische  Lage  nicht  so  angespannt  ist,  dass  eine  Rückführung  in  diese  Provinzen  generell  als  unzumutbar  betrachtet  werden  müsste.  Zudem  ist  die  Region  mit  Direktflügen  aus  Europa  und  aus  den  Nachbarstaaten  erreichbar.  Damit  entfällt  das  Element der unzumutbaren Rückreise via Bagdad und anschliessend auf  dem  Landweg  durch  den  Zentralirak.  Die  Sicherheitslage  in  den  drei  kurdischen Provinzen hat sich seit Publikation des erwähnten Urteils nicht  verschlechtert.  In  den  Berichten  staatlicher  und  nichtstaatlicher  Organisationen  sowie  des  UN­Sicherheitsrats  wird  denn  auch  eine  insgesamt stabile Situation beschrieben (zur aktuellen Lageeinschätzung  durch  das  Bundesverwaltungsgericht  vgl.  unter  anderen  die  Urteile  E­ 1618/2008 vom 28. Februar 2011 und E­1804/2008 vom 14. März 2011,  mit weiteren Hinweisen).  8.3.3. Nach dem Gesagten und unter Berücksichtigung der zutreffenden  Erwägungen  der  Vorinstanz  ist  der  Schluss  zu  ziehen,  dass  der  Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach B._______ keiner konkreten  Gefahr  im  Sinne  von  Art. 83  Abs. 4  AuG  ausgesetzt  sein  wird  und  der  Vollzug  der  Wegweisung  als  zumutbar  zu  bezeichnen  ist.  Da  der  Beschwerdeführer  inzwischen  volljährig  ist,  ist  die  Vereinbarkeit  eines  Wegweisungsvollzugs mit dem Übereinkommen vom 20. Dezember 1989  über die Rechte des Kindes (KRK, SR 0.107) nicht mehr zu prüfen.  8.4.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG  und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ­ 515), weshalb der Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist  (Art. 83  Abs. 2  AuG). 8.5. Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den Wegweisungsvollzug  zu  Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten  fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83  Abs. 1 ­ 4 AuG). 9.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die  Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

E­4646/2009 10.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG)  und  auf  insgesamt  Fr. 600.­  festzusetzen  (Art.  1  ­  3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite)

E­4646/2009 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Regula Schenker Senn Aglaja Schinzel Versand:

E-4646/2009 — Bundesverwaltungsgericht 28.12.2011 E-4646/2009 — Swissrulings