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Bundesverwaltungsgericht 19.10.2011 E-4376/2008

October 19, 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,842 words·~14 min·2

Summary

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 20. Mai 2008

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung V E­4376/2008 Urteil   v om   1 9 .   O k t ob e r   2011 Besetzung Richter Walter Stöckli (Vorsitz), Richter Martin Zoller, Richter Bruno Huber, Gerichtsschreiber Thomas Hardegger. Parteien 1. A._______, geboren am (…), seine Ehefrau 2. B._______, geboren am (…), und deren Kinder 3. C._______, geboren am (…), 4. D._______, geboren am (…),  Serbien und Kosovo,   alle vertreten durch Franz Hollinger, Fürsprecher,  (…),  Beschwerdeführende,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 20. Mai 2008 / N (…).

E­4376/2008 Sachverhalt: A.  A.a.    Eigenen  Angaben  zufolge  verliessen  die  Beschwerdeführenden,  Angehörige  der  Goranen  mit  letztem  Wohnsitz  in  F._______,  ihr  Heimatland am 22. Dezember 2006 auf dem Landweg. Sie gelangten am  28. Dezember 2006 von Italien her kommend in die Schweiz, wo sie am  folgenden  Tag  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  Basel  um  Asyl nachsuchten. Die Kurzbefragungen aller vier Beschwerdeführenden  fanden am 16. Januar 2007 statt und die einlässlichen Anhörungen des  Beschwerdeführers  1  am  29.  Januar,  der  Beschwerdeführerin  2  am  2.  sowie 5. Februar und der Beschwerdeführer 3 und 4 am 2. Februar 2007. A.b.  Zur Begründung des Asylgesuchs führte der Beschwerdeführer 1 im  Wesentlichen aus, nach einem Aufenthalt  (1985 bis 1997)  in  (ein Ort  in  Serbien)  sei  er  mit  seiner  Familie  im  Jahr  1997  in  den  Kosovo  zurückgekehrt.  Er  habe  in  F._______  im  (...)  als  (...)  gearbeitet.  Nach  Ende des Krieges sei er aus dem unbefristeten Arbeitsverhältnis am 18.  Juni 1999 entlassen respektive von seiner Stelle vertrieben worden, weil  er angeblich einer albanisch­stämmigen Person die Stelle weggenommen  habe.  Als  er  die  Kündigung  habe  abholen  wollen,  sei  er  von  vier  selbsternannten  Polizisten  der  Ushtria  Çlirimtare  e  Kosovës  (Befreiungsarmee  des  Kosovo,  UÇK)  festgenommen  und  ins  Dorf  (...)  gebracht worden. Dort  sei  er während  zweier Tage  in  einem Gefängnis  der  UÇK  festgehalten,  geschlagen  und  über  Kollaborateure  des  (...)  während des Krieges verhört worden. Später habe er erfahren, dass ein  Arbeitskollege, über den er ausgefragt worden sei, im Dezember 2000 in  seinem  Haus  in  F._______  erschossen  worden  sei.  Er  vermute,  dass  seine damaligen Befrager für diese Tötung verantwortlich seien. Nach der  Freilassung  habe  er  sich  mehrmals  um  eine  Wiederanstellung  im  (...)  bemüht. Da seinem Bemühen kein Erfolg beschieden gewesen sei, sei er  in sein Heimatdorf  (...), Region F._______, zurückgekehrt, das sich  (…)  befinde. Er habe als (…) gearbeitet.  In dieser Zeit habe er Probleme mit  Albanern  bekommen,  die  illegal  in  den  Kosovo  eingedrungen  seien.  Einige  von  ihnen  seien  verhaftet  worden.  Sie  hätten  ihn  in  der  Folge  beschuldigt,  (…)  sie  bei  der  Kosovo­Truppe  (Kosovo  Force,  KFOR)  anzuschwärzen.  Er  sei  in  der  Folge mehrmals  bedroht  und  geschlagen  worden,  selbst  in  Anwesenheit  seines  (...)  (1999).  Nachdem  er  diesen  Zwischenfall  angezeigt  habe,  habe  ihm die Polizei  verstärkte Kontrollen  versprochen und eine Untersuchung der Vorfälle  eingeleitet. Gleichwohl  sei  er  weiterhin  bedroht  worden,  beispielsweise  nach  einer  Zeugenaussage vor Gericht wegen Übergriffen auf eine andere Person. 

E­4376/2008 Im  Frühjahr  2000  habe  er  sich  bei  der  (…)  beworben, weil  er  geglaubt  habe, als G._______ respektiert zu werden. Von November 2000 bis 20.  Dezember 2006 habe er als G._______ der (...) gearbeitet.  In der Folge  sei  er  nach  F._______  gezogen.  Dort  habe  er  wegen  seiner  Ethnie  gravierende  Probleme  mit  den  Kosovo­Albanern  gehabt.  Diese  hätten  Mühe  bekundet,  dass  er  als  H._______  bei  der  (...)  eine  Anstellung  gefunden habe. So hätten sie  ihn schon beim blossen (…) bedroht, und  sie seien selbst vor Tätlichkeiten nicht zurückgeschreckt. Auf Anzeige hin  seien sie  jeweils zu milde bestraft und selbst  im Falle einer Verurteilung  zu 20 Tagen Haft nach wenigen Tagen auf  freien Fuss gesetzt worden.  Er  habe  als  H._______  keine  Unterstützung  von  den  albanisch­ stämmigen Berufskollegen erfahren. Diese hätten oft ihre (Taten) mit dem  lapidaren Hinweis  an  den  Täter  erhoben,  sie müssten  dies  tun,  weil  er  (Beschwerdeführer  1)  gerade  ortsanwesend  sei.  Als  er  dieses  Problem  den  Vorgesetzten  gemeldet  habe,  hätten  diese  seinem  Anliegen  keine  Beachtung  geschenkt.  In  den  Jahren  2005  und  2006  sei  er  mehrmals  telefonisch  bedroht  und  aufgefordert  worden,  das  Land  zu  verlassen.  Zudem seien die Familienangehörigen durch mehrfaches Klopfen an die  Haustür  eingeschüchtert  worden.  Die  Kinder  seien  von  Gleichaltrigen  geschlagen und dem jüngeren Sohn sei das Mobiltelefon weggenommen  worden. Am 19. Dezember 2006 habe die Familie ein Drohschreiben  in  albanischer  Sprache  bei  der  Haustür  vorgefunden.  Sie  sei  darin  aufgefordert  worden,  das  Land  zu  verlassen.  In  der  Folge  seien  sie  ausgereist. A.c.    Die  Beschwerdeführerin  2  berief  sich  im  Wesentlichen  auf  die  Angaben des Beschwerdeführers 1. Sie hätten ständig Probleme gehabt  und sie seien bedroht worden. Nach Beendigung des Krieges sei sie  im  Jahr 1999 von zwei unbekannten Albanern beim Holzsammeln  im Wald  überfallen,  gefesselt  und  vergewaltigt  worden.  Seither  leide  sie  unter  Panikgefühlen und Ängsten und könne das Haus nur zu zweit verlassen.  Ende  2002  sei  ihr  Cousin  von  Unbekannten  ermordet  worden,  was  sie  schwer mitgenommen und  ihre regelmässige psychiatrische Behandlung  in  (ein Ort  in Kosovo) zur Folge gehabt habe. Sie sei von Unbekannten  eingeschüchtert worden,  die  sich während der Ortsabwesenheiten  ihres  Ehemannes  in der Nähe ihres Hauses aufgehalten oder an  ihre Haustür  geklopft  hätten.  Sie  habe  in  solchen  Situationen  oft  Selbstgespräche  geführt, um bei den Fremden den Anschein zu erwecken, nicht allein zu  Hause  zu  sein.  Auch  habe  sie  Drohanrufe  Unbekannter  erhalten,  die  dabei so gelacht hätten wie ihre Vergewaltiger. Weil sie diese Ereignisse  zu  stark  belastet  hätten,  habe  sie  Anfang  Dezember  2006  Tabletten 

E­4376/2008 genommen,  sie  habe  sich  umbringen wollen.  Ihr Mann  und  ein  Notarzt  hätten  sie  retten  können.  Die  Kinder  seien  in  der  Schule  und  auf  der  Strasse  belästigt  geworden.  Als  sie  den  Dieb  des  Mobiltelefons  ihres  Sohnes  zur  Rede  habe  stellen wollen,  habe  dieser  sie  angegriffen.  Sie  habe  den Vorfall  bei  der Polizei  gemeldet  und  danach  ärztliche Hilfe  in  Anspruch  nehmen  müssen.  Der  Dieb  sei  zu  einer  Busse  von  70  Euro  verurteilt  worden,  habe  aber  in  der  Folge  die  Familie  wiederholt  beobachtet. A.d. Die beiden Söhne der Beschwerdeführenden, die Beschwerdeführer  3  und  4,  beriefen  sich  auf  die  Asylgründe  ihrer  Eltern.  Als  H._______  seien  sie  bei  den  albanischen  Mitschülern  und  Jugendlichen  verhasst  gewesen. Sie seien geschlagen und aufgefordert worden, den Kosovo zu  verlassen. Der ungehinderte Besuch von Kulturzentren, Jugendtreffs und  Internetcafés sei nicht möglich gewesen. B.  Mit Verfügung vom 20. Mai 2008 – am 29. Mai 2008 eröffnet – lehnte das  BFM  die  Asylgesuche  ab  und  ordnete  die  Wegweisung  der  Beschwerdeführenden aus der Schweiz und deren Vollzug an.  C.  Der Beschwerdeführer  erhoben am 30.  Juni  2008 gegen die Verfügung  des BFM beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Sie beantragten,  die  angefochtenen  Verfügung  sei  aufzuheben,  es  sei  ihnen  Asyl  zu  gewähren  und  von  der Wegweisung  sei  abzusehen.  Sodann wurde  die  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung,  einschliesslich  den  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses,  und  die  amtliche  Verbeiständung  in der Person des aktuellen Rechtsvertreters beantragt.  Als Beweismittel wurde eine Kopie der angefochtenen Verfügung und ein  Arztzeugnis  vom  10.  Juni  2008,  ausgestellt  von  den  Psychiatrischen  Diensten, eingereicht. D.  Mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 7. Juli 2008  wurde die Behandlung des Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen  Prozessführung auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen, das Einreichen  einer  Fürsorgebestätigung  gefordert  und  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses verzichtet. Das Gesuch um amtliche Verbeiständung  wurde  abgewiesen.  Das  BFM  wurde  zu  einer  Vernehmlassung  eingeladen.

E­4376/2008 E.  Die Fürsorgebestätigung ging am 11. Juli 2008 beim Gericht ein. F.  F.a. Das BFM hielt  in der Vernehmlassung vom 31. Juli 2008 an seiner  Verfügung  fest,  äusserte  sich  zur  Frage  der  Behandelbarkeit  der  Beschwerdeführerin 2  im Heimatland und beantragte die Abweisung der  Beschwerde.  F.b. Mit Replik vom 3. September 2008 hielten die Beschwerdeführenden  an  ihren Anträgen  fest  und  reichten  ein  vom 25.  August  2008  datiertes  ärztliches Zeugnis ein.  Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls  in  der Regel  –  so  auch  vorliegend  –  endgültig  (Art. 105  des Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2.  Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach  dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). 1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Die  Beschwerdeführenden  haben  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  und  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung.  Sie  sind  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG i.V.m. Art. 37  VGG,  Art. 48  Abs. 1  sowie  Art. 52  VwVG).  Auf  die  Beschwerde  ist  einzutreten.

E­4376/2008 1.4. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 2.  In  der  Beschwerde wird  behauptet,  entgegen  der  Darstellung  des  BFM  könne nicht von einer funktionierenden und effizienten Schutzinfrastruktur  in  Kosovo  die  Rede  sein.  Vielmehr  sei  eine  solche  inexistent.  Das  Bundesamt könne sich von der  latenten Bedrohungssituation,  in der die  Beschwerdeführenden gesteckt hätten, keine Vorstellungen machen. Die  Ausführungen des BFM seien lebensfremd (Beschwerde S. 3).  Die  dem BFM  vorgehaltene  Lebensfremde  bezieht  sich  primär  auf  eine  als  falsch  empfundene  Wertung  der  geschilderten  Bedrohungslage.  Soweit  die  Beschwerdeführenden  sinngemäss  eine  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  rügen,  ist  festzustellen,  dass  sich  das  BFM  in  der  angefochtenen Verfügung mit der Situation  in Kosovo und  insbesondere  mit  den  eingereichten  Unterlagen  und  Ausführungen  der  Beschwerdeführenden  korrekt  und  rechtsgenüglich  auseinandergesetzt  hat.  Dass  die  Vorinstanz  gestützt  auf  ihre  Kenntnisse  andere  Schlüsse  als  die  Beschwerdeführenden  gezogen  hat,  stellt  keine  Verletzung  des  Anspruchs auf rechtliches Gehör dar. 3.   3.1.    Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat  oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken.  Den  frauenspezifischen  Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen  oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen,  die  in  wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte  oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).

E­4376/2008 Massgeblich  für  die  Beurteilung  der  Flüchtlingseigenschaft  sind  die  tatsächlichen  Verhältnisse,  wie  sie  im  Zeitpunkt  der  Entscheidfällung  bestehen.  Ausgangspunkt  der  Prüfung  ist  die  Frage  nach  der  im  Zeitpunkt  der  Ausreise  vorhandenen  Furcht  vor  einer  absehbaren  Verfolgung  im  Heimatstaat.  Veränderungen  der  objektiven  Situation  im  Heimatstaat  zwischen  Ausreise  und  Asylentscheid  sind  zugunsten  und  zulasten  der  Asylgesuch  stellenden  Person  zu  berücksichtigen  (vgl.  BVGE 2008/4 E. 5.4). 3.2.  Das BFM hielt zur Begründung seines ablehnenden Asylentscheides  fest,  die  Angaben  des  Beschwerdeführers  1  (nachfolgend:  Beschwerdeführer)  seien  unglaubhaft,  wonach  er  als  H._______  bei  seiner  Tätigkeit  als  G._______  seit  dem  Jahr  2000  Probleme  mit  kriminellen  Kosovo­Albanern  gehabt  habe,  namentlich  indem  er  wiederholt während der Arbeit tätlich angegriffen worden sei, regelmässig  anonyme  Drohanrufe  und  ein  anonymes  Drohschreiben  erhalten  habe,  die  von  ihm  angezeigten  Tätern  milde  bestraft  worden  seien,  er  keine  Unterstützung  seitens  der  Arbeitskollegen  und  Vorgesetzten  erhalten  habe,  mehrmals  versucht  worden  sei,  seine  Familienangehörigen  einzuschüchtern und seine Kinder durch Gleichalterige behelligt worden  seien.  So  sei  in  Kosovo  grundsätzlich  von  einer  funktionierenden  und  effizienten Schutzinfrastruktur auszugehen. Schutzfähigkeit und ­willigkeit  seitens  der  Behörden  bei  Übergriffen  privater  Drittpersonen  seien  gewährleistet,  auch  wenn  in  der  Gemeinde  F._______  nicht  gänzlich  ausgeschlossen  werden  könne,  dass  es  zu  Übergriffen  auf  Angehörige  der ethnischen Minderheit der H._______ gekommen sei. Namentlich die  qualifizierte Schwere und  jahrelange  Intensität der Übergriffe, denen der  Beschwerdeführer seit 2001 bis 2006 ausgesetzt gewesen sein will, seien  wegen  seiner  Rolle  im  Krieg,  mangels  Unterstützung  serbischer  Interessen  und  wegen  des  (…)  zu  bezweifeln.  Er  habe  zudem  die  Kriminellen bezeichnenderweise nicht näher zu definieren vermocht und  keine weitergehenden Massnahmen zum Schutz seiner eigenen Person  und  der  Familienangehörigen  getroffen.  So  hätten  seinen  Angaben  zufolge  in der Polizeistation rund (…) Personen gearbeitet.  (…). Folglich  sei  nicht  nachvollziehbar,  dass  ihm  die  Unterstützung  seiner  Dienstkollegen und ­vorgesetzten verwehrt gewesen sei, (…). Weiter sei  das fluchtauslösende Ereignis unsubstanziiert dargelegt worden. Er habe  nicht  plausibel  dargelegt,  warum  nach  Jahren  angeblich  erlittener  Probleme dieses Drohschreiben den Anlass zur Ausreise gegeben habe  und weshalb er auf eine Anzeige verzichtet habe. Weiter hätte von einem  erfahrenen  G._______  erwartet  werden  können,  dass  er  originale 

E­4376/2008 Beweismittel einreicht und die berufliche Tätigkeit nachweist. Schliesslich  gebe es Widersprüche zwischen den Aussagen der Familienangehörigen  bezüglich der erhaltenen Drohanrufe. Einerseits werde von Drohanrufen  über  das  Telefon  im  Haus  gesprochen,  anderseits  habe  es  nur  SMS­ Nachrichten auf die Mobiltelefone des Beschwerdeführers und eines der  Söhne gegeben. Die eingereichten Beweismittel, soweit sich diese auf die  berufliche  Tätigkeit  als  G._______  und  auf  den  Diebstahl  des  Mobiltelefons bezögen, vermöchten an der Beurteilung der Situation der  Beschwerdeführenden nichts zu ändern. Weiter lägen die Vorkommnisse  der  Jahre  1999  bis  2002  (ungerechtfertigte  Entlassung  als  (...),  Behelligungen  und  Haft  durch  UÇK­Angehörige,  Probleme  als  […]  mit  ethnischen Albanern) zeitlich zu weit zurück, um als Anlass für die Flucht  aus Kosovo gelten zu können. Insbesondere habe der Beschwerdeführer  die Frage, ob er mit den UÇK­Leuten nach der Freilassung Kontakt oder  Probleme gehabt habe, verneint und angegeben, bis zum Jahr 2001 mit  Albanern aus Albanien Probleme gehabt zu haben. Auch habe er nähere  Affinitäten als eine blosse Bekanntschaft und teilweise Verwandtschaft zu  drei  getöteten  Personen  in  Abrede  gestellt.  Die  Beschwerdeführerin  2  (nachfolgend:  Beschwerdeführerin)  habe  zudem  erklärt,  persönlich  mit  ihren  Vergewaltigern  (1999)  keine  weiteren  Kontakte  gehabt  zu  haben.  Die eingereichten Beweismittel zur beruflichen Tätigkeit oder Entlassung  als (...) und zu den Problemen mit Albanern aus Albanien vermöchten am  Ausgang des Verfahrens nichts zu ändern. Da vom Vorhandensein eines  adäquaten  Schutzes  durch  den  Heimatstaat  auszugehen  sei,  seien  die  geltend  gemachten  Übergriffe  nicht  asylrelevant.  Diese  würden  keine  Intensität  erreichen,  welche  den  Beschwerdeführenden  ein  menschenwürdiges  Leben  in  Kosovo  verunmöglichen  oder  in  unzumutbarer Weise erschweren würden. 3.3.  Demgegenüber  behauptete  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Rechtsmitteleingabe,  in  Kosovo  sei  eine  funktionierende  und  effiziente  Schutzinfrastruktur  praktisch  inexistent.  Er  wisse  nicht,  warum  er  in  die  Opferrolle  geraten  sei.  Hätte  er  etwas  gegen  seine  Vorgesetzten  oder  Kollegen  unternommen,  so  hätte  er  weit  schwerere  Nachteile  in  Kauf  nehmen  müssen.  Es  sei  angesichts  der  damaligen  Situation  durchaus  plausibel,  weshalb  er  sich  nicht  habe  wehren  und  nicht  habe  erwarten  können,  dass  ihn  seine  Berufskollegen  unterstützten.  Mit  dem  Drohschreiben – ein Karton von einer gewissen Grösse, der nicht einfach  in eine Tasche passe – sei eine neue Dimension der Gefährdung erreicht  worden,  die  seine  leise Hoffnung auf Besserung der Situation  endgültig  und  schlagartig  begraben  habe.  Der  Vorfall  mit  dem Drohschreiben  sei 

E­4376/2008 glaubhaft  gemacht.  Immerhin  hätten  die  Beschwerdeführenden  unabhängig voneinander darüber berichtet. Dass er seinen (…) in Kopie  eingereicht  habe,  könne  ihm  nicht  angekreidet  werden,  weil  seine  Tätigkeit  bei  (…)  unbestritten  sei.  Schliesslich  habe  der  Sohn  von  Drohanrufen  per  SMS  und  per  Telefon  gesprochen.  Damit  bestünden  keine Ungereimtheiten.  3.4.    Dem  eingereichten  Zeugnis  einer  psychiatrischen  Fachstelle  vom  10.  Juni  2008  ist  zu  entnehmen,  dass  sich  die Beschwerdeführerin  seit  18.  Februar  2008  einer  Behandlung  für  posttraumatische  Belastungsstörungen  unterzogen  hat.  Sie  leide  unter  mehrfacher  psychischer  und  physischer  Traumatisierung,  die  zu  einer  Persönlichkeitsänderung  geführt  habe.  Sie  erlebe  täglich  Ängste  und  Flashbacks, und es sei schon zu suizidalen Krisen gekommen. Die Ärzte  raten  wegen  einer  zu  erwartenden  deutlichen  Gesundheitsverschlechterung  von  einer  Rückkehr  an  den  Ort  ihrer  Traumata  oder  ins  Herkunftsland  ab  und  empfehlen  die  Weiterführung  der Traumatherapie an einem psychotraumatologisch sicheren Ort (in der  Schweiz). Der Kritik des BFM in der Vernehmlassung vom 31. Juli 2008,  wonach  sich  diesem  ärztlichen  Zeugnis  keine  Hinweise  zur  Art  und  Häufigkeit  der  Traumatherapie  entnehmen  liessen,  und  den  Feststellungen, ein tieferer medizinischer Stand im Heimatland stelle kein  völkerrechtliches Wegweisungshindernis dar und Rückkehrberatung und  medizinische Vorbereitung auf eine Rückkehr seien gewährleistet, hielten  die  Beschwerdeführenden  unter  Einreichung  eines  ergänzenden  Arztzeugnisses  vom  25.  August  2008  entgegen,  eine  Rückkehr  der  Beschwerdeführerin  ins Heimatland würde zur Retraumatisierung  führen  und das ärztlich Erreichte zerstören. 3.5. Das Bundesverwaltungsgericht schliesst sich aus folgenden Gründen  der Argumentation des BFM in der angefochtenen Verfügung an: 3.5.1.  Das  Bundesverwaltungsgericht  bejaht  in  seiner  Rechtsprechung  den  generellen  Schutzwillen  und  die  generelle  Schutzfähigkeit  der  zuständigen  Sicherheitskräfte  bezüglich  strafrechtlich  relevanter  Übergriffe  auf  Angehörige  der  ethnischen  Minderheiten  in  Kosovo  (vgl.  zur Publikation vorgesehenes Urteil BVGE D­6827/2010 vom 2. Mai 2011  E.  4.7).  In  diesem Zusammenhang  ist  in Erinnerung  zu  rufen,  dass  der  Bundesrat  mit  Beschluss  vom  6.  März  2009  Kosovo  als  verfolgungssicheren  Staat  ("Safe  Country")  bezeichnet  hat.  Dieser  Beschluss  trat  am  1.  April  2009  in  Kraft. Massgebliche Kriterien  für  die 

E­4376/2008 Bezeichnung  eines  Staates  als  "Safe  Country"  sind  insbesondere  die  Einhaltung  der  Menschenrechte  sowie  die  Anwendung  internationaler  Konventionen  im  Menschenrecht­  und  Flüchtlingsbereich.  Die  Vertreter  der  neuen  Regierung  haben  sich  im  Rahmen  ihrer  Unabhängigkeitserklärung  im  Februar  2008  verpflichtet,  sämtliche  Verträge und Absprachen, die sich aus dem "Umfassenden Vorschlag zur  Regelung  des  Kosovostatus"  des  Sondergesandten  des  UNO­ Generalsekretärs  für den Prozess zur Bestimmung des künftigen Status  von Kosovo ergeben, vollumfänglich zu erfüllen.  Was die allgemeine Situation der Angehörigen der H._______ in Kosovo  betrifft,  ist  festzustellen,  dass  sie  als  gut  integrierte  Minderheit  selbst  während der Unruhen im März 2004 grösstenteils verschont blieben und  gemäss  Lageberichten  für  sie  die  Situation  auch  nach  den  Unruhen  weitgehend  stabil  geblieben  ist.  Die  bisher  zuständigen  Behörden  in  Kosovo  sind  –  im  Rahmen  ihrer  Möglichkeiten  –  systematisch  gegen  Bedrohungen  und  Übergriffe  Dritter  vorgegangen.  Namentlich  ist  festzustellen, dass sich die Sicherheitslage  in der Gemeinde F._______  seit Jahren stabil präsentiert. (…).  3.5.2. Die  Vermutung  einer  allgemeinen  Verfolgungssicherheit  kann  im  Einzelfall  durch  den  Nachweis  konkreter  gegenteiliger  Fakten  umgestossen  werden  (Art.  6a  AsylG  und  sinngemäss  Art.  34  Abs.  1  AsylG). Solche bestehen jedoch im vorliegenden Fall nicht: Bei  den  geltend  gemachten  Bedrohungen  durch  Angehörige  der  albanischen  Ethnie  handelt  es  sich  um  Übergriffe  Dritter.  Solche  Übergriffe seitens ethnischer Albaner auf die Beschwerdeführenden sind  deshalb  nicht  asylrelevant,  weil  es  den  Beschwerdeführenden  stets  möglich gewesen ist war, sich an die heimatlichen Behörden zu wenden  und diese um Schutz  zu ersuchen. Dass die  heimatlichen Behörden  im  Allgemeinen schutzfähig und schutzbereit sind, wurde bereits ausgeführt.  Vorliegend  sind  keine  Hinweise  dafür  erkennbar,  dass  den  Beschwerdeführenden  der  staatliche  und  administrative  Schutz  konkret  und  endgültig  verweigert  worden  wäre.  Der  Beschwerdeführer  hat  eigenen  Angaben  zufolge  nie  gegen  die  ihn  und  seine  Familienangehörigen  angeblich  belästigenden  und  bedrohenden  Albanischstämmigen  (aus  Albanien  beziehungsweise  aus  Kosovo)  (…)  den administrativen und gerichtlichen Rechtsweg konsequent beschritten.  Auch im Rahmen der Ahndung der geltend gemachten Vergewaltigung ist  der  fehlende  Schutznachweis  nicht  vorhanden.  Die 

E­4376/2008 Beschwerdeführenden  haben  als  Angehörige  der  H._______  weiterhin  die Möglichkeit,  sich an die Behörden zu wenden und diese um Schutz  vor  Übergriffen  Dritter  zu  ersuchen.  Aufgrund  der  Aktenlage  ist  nicht  hinreichend  dargelegt,  dass  der  kosovarische  Staat  den  Beschwerdeführenden adäquaten Schutz verweigert hätte oder in Zukunft  verweigern  würde.  Dass  die  Beschwerdeführenden  aktuell  oder  künftig  aus  einem  der  von  der  Flüchtlingsdefinition  genannten  und  gemeinten  Gründe,  namentlich  wegen  ihrer  Ethnie,  verfolgt  würden,  kann  damit  ausgeschlossen werden.  3.5.3.  Zusammenfassend  ist  die  Feststellung  des  BFM  zu  bestätigen,  wonach  die  Beschwerdeführenden  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfüllen.  Es  kann  darauf  verzichtet  werden,  auf  die  Darlegungen  in  der  Beschwerdeschrift  und  die  Beweismittel  weiter  einzugehen,  da  sie  an  dieser Erkenntnis  nichts ändern  können. Das BFM hat  die Asylgesuche  mithin zu Recht und mit zutreffender Begründung abgelehnt. 4.  4.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht  ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und  ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit  der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 4.2.  Die  Beschwerdeführenden  verfügen  weder  über  eine  ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf  Erteilung  einer  solchen.  Die  Wegweisung  wurde  demnach  zu  Recht  angeordnet  (Art. 44  Abs. 1  AsylG,  Art.  32  der  Asylverordnung 1  vom  11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311). 5.  5.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder  nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG,  SR 142.20]). Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens glaubhaft zu machen.

E­4376/2008 5.2.    Vorab  ist  festzustellen,  dass  im  Zeitpunkt  der  Ausreise  der  Beschwerdeführenden  der  Kosovo  eine  autonome,  unter  UNO­ Verwaltung  stehende  formelle  Provinz  Serbiens  darstellte.  Am  17.  Februar  2008  erklärte  die  Republik  Kosovo  ihre  staatliche  Unabhängigkeit. Am 15. Juni 2008 trat die neue Verfassung in Kraft. Eine  Reihe  von  Staaten  –  darunter  die  Schweiz  –  haben  Kosovo  seit  der  Unabhängigkeitserklärung  als  souveränen  Staat  anerkannt.  Wie  bereits  erwähnt  gilt  Kosovo  seit  dem  Frühjahr  1999  als  sogenanntes  verfolgungssicheres Land im Sinne von Art. 6a Abs. 2 AsylG.  Gemäss den allgemeinen Regelungen des kosovarischen Gesetzes über  die  Staatsangehörigkeit  Nr.  03/L­034  vom  20.  Februar  2008  sind  alle  Personen  –  inklusive  Angehörige  von  Minderheiten  –  kosovarische  Staatsangehörige, falls sie am 1. Januar 1998 im Territorium der jetzigen  Republik  Kosovo  ihren  Wohnsitz  hatten  und  die  jugoslawische  Staatsangehörigkeit  besassen.  Aufgrund  der  Angaben  der  Beschwerdeführenden haben diese am Stichtag die beiden Bedingungen  erfüllt.  Somit  ist  davon  auszugehen,  dass  sie  heute  kosovarische  Staatsangehörige sind. Folglich  ist der Wegweisungsvollzug zuerst nach  Kosovo zu prüfen, auch wenn aus der Sicht des serbischen Staates die  Beschwerdeführenden  ihre  serbische  Staatsangehörigkeit  nicht  verloren  haben.  5.3. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  des  Ausländers  in  seinen  Heimat­,  Herkunfts­ oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG).  5.3.1. So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land  gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus  einem  Grund  nach  Art.  3  Abs.  1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art.  5    Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über  die Rechtsstellung der Flüchtlinge  [FK, SR 0.142.30] und Art. 25 Abs. 2  der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18.  April  1999  [BV,  SR  101]).  Unter  das  flüchtlingsrechtliche  Rückschiebungsverbot  fallen  somit  nur  Flüchtlinge.  Da  die  Beschwerdeführenden  nicht  als  Flüchtlinge  anerkannt  wurden,  hat  das  BFM  zu  Recht  ausgeführt,  dass  der  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  gemäss Art. 5 Abs. 1 AsylG vorliegend nicht angewendet werden kann.

E­4376/2008 5.3.2.  Das  menschenrechtliche  Rückschiebungsverbot  (Art.  3  der  Konvention  vom  4.  November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  [EMRK,  SR  0.101],  Art.  25  Abs.  3  BV),  wonach  niemand in einen Staat ausgeschafft werden darf, in dem ihm Folter oder  eine  andere  Art  grausamer  und  unmenschlicher  Behandlung  oder  Bestrafung  drohen,  ist  dagegen  auf  alle  Menschen  ohne  Rücksicht  auf  ihren  Status  anzuwenden.  Diesbezüglich  ist  zu  bemerken,  dass  sich  weder aus den Aussagen der Beschwerdeführenden noch aus den Akten  Anhaltspunkte für eine konkrete Bedrohung durch Folter oder eine andere  Art  grausamer  und  unmenschlicher  Behandlung  oder  Bestrafung  entnehmen  lassen.  Aussergewöhnliche  Umstände,  die  gestützt  auf  die  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofs  für  Menschenrechte  (EGMR)  zu  Art.  3  EMRK  zur  Feststellung  der  Unzulässigkeit  des  Wegweisungsvollzuges  aus  gesundheitlichen  Gründen  führen  könnten  (vgl.  dazu das Urteil  des EGMR Emre gegen die Schweiz  vom 22. Mai  2008, Verfahren Nr. 42034/04), sind aufgrund der Akten nicht ersichtlich.  5.3.3.  Eine  Rückkehr  der  Beschwerdeführenden  nach  Kosovo  erweist  sich demnach sowohl im Sinne der asyl­ als auch unter völkerrechtlichen  Bestimmungen  als  zulässig;  die  geltend  gemachte  physische  und  psychische Erkrankung der Beschwerdeführerin  ist ausschliesslich unter  dem  Gesichtspunkt  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  zu  prüfen. 5.4.  5.4.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug  für Ausländerinnen  und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art.  83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 5.4.2.  Die  Vorinstanz  hielt  in  der  angefochtenen  Verfügung  fest,  dass  weder  die  im Heimatstaat  herrschende  politische Situation  noch  andere  Gründe gegen die Zumutbarkeit der Rückführung nach Kosovo sprechen  würden.  Es  bestünden  auch  keinen  anderen  Gründe  gegen  die  Zumutbarkeit,  zumal  es  in  Kosovo  nach  dem Einmarsch  der  KFOR  am  12.  Juni  1999  zu  keinen  kriegerischen  Auseinandersetzungen  mehr  gekommen  sei.  Die  Sicherheitssituation  habe  sich  dank  des  KFOR­ Einsatzes  verbessert  oder  zumindest  stabilisiert  und  die  Wahrscheinlichkeit  einer  konkreten  Gefährdung  für  Bosniaken,  Torbes 

E­4376/2008 und  Goranen  alleine  aufgrund  der  Ethnie  könne  weitgehend  ausgeschlossen  werden.  Zudem  sei  für  diese  Ethnien  die  Bewegungsfreiheit  grundsätzlich  in  ganz  Kosovo  gegeben.  Auch  der  Zugang zu den medizinischen und sozialen Strukturen sei  in aller Regel  gewährleistet. Die Beschwerdeführerin könne sich (…) behandeln lassen.  Namentlich  sei  sie  seit  dem  Jahr  2002  bis  zu  ihrer  Ausreise  bei  einem  Neuropsychiater in regelmässiger ärztlicher Behandlung gewesen. Daher  stehe  fest,  dass  sie  in  ihrem  Heimatland  medizinische  Unterstützung  erfahren  könne  und  diesbezüglich  nicht  auf  einen  Aufenthalt  in  der  Schweiz angewiesen sei. In der Beschwerdeschrift und dem Arztbericht vom 10. und 25. Juni 2008  wird  ausgeführt,  dass  sich  der  bestehende  Gesundheitszustand  der  Beschwerdeführerin  (vgl.  Ziff.  3.4)  bei  einer  Rückkehr  ins  Heimatland  deutlich  verschlechtern  könnte  und  wöchentliche  Termine  zur  spezifischen  Therapie  an  einem  psychotraumatologisch  sicheren  Ort  indiziert  seien. Weiter  wird  sinngemäss  geltend  gemacht,  als  ethnische  Minderheit  würden  die  Beschwerdeführenden  wohl  Zielscheiben  von  Übergriffen durch die Albaner werden.  5.4.3. In Kosovo herrscht nicht eine generell unsichere, von bewaffneten  Konflikten  oder  jederzeit  drohenden  Unruhen  geprägte  Lage,  aufgrund  derer  die  Beschwerdeführenden  bei  einer  Rückkehr  unweigerlich  einer  konkreten  Gefährdung  ausgesetzt  würden.  Blosse  soziale  und  wirtschaftliche  Schwierigkeiten,  von  denen  weite  Teile  der  ansässigen  Bevölkerung betroffen sind, genügen nicht, um eine Gefährdung im Sinne  von  Art.  83  Abs.  4  AuG  darzustellen  (vgl.  das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  E­7846/2008  vom  15.  September  2010  E.  9.5).  Die  Beschwerdeführenden  gehören  eigenen  Angaben  zufolge  der  Minderheit der slawischen Muslime (…) an. Was die allgemeine Lage der  slawischen  Muslime  betrifft,  so  wurde  ihnen  im  Vergleich  zu  den  Angehörigen  der  Ethnien  der  Roma,  Ashkali  und  "Ägypter"  (vgl.  BVGE  2007/10,  mit  weiteren  Hinweisen)  sowie  den  Kosovo­Serben  schon  immer  eine  höhere  Toleranz  entgegengebracht.  Im  Zusammenhang mit  der Beurteilung  der Vollziehbarkeit  einer Wegweisung  äusserte  sich  die  Schweizerische Asylrekurskommission bereits in EMARK 2002 Nr. 22 zur  Situation der slawischen Muslime  in der damaligen Provinz Kosovo. Die  dort  vorgenommene  Einschätzung,  (…),  trifft  auch  heute  noch  zu  (vgl.  das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  D­6712/2009  vom  12.  April 

E­4376/2008 2010 E.  7.3.3). Die Wahrscheinlichkeit  einer  konkreten Gefährdung  (…)  alleine aufgrund ihrer Ethnie ist äusserst gering. Zudem ist auch für diese  Ethnie  die Bewegungsfreiheit  in Kosovo grundsätzlich  gegeben und der  Zugang  zu  den  medizinischen  und  sozialen  Strukturen  in  aller  Regel  gewährleistet (vgl. etwa das Urteil E­7846/2008 vom 15. September 2010  E.  9.6).  Daran  vermögen  die  gegenteiligen  Behauptungen  der  Beschwerdeführenden über Probleme bei ihrer Akzeptanz im Umfeld der  ethnischen Albaner nichts  zu ändern. Das Gericht  verkennt  dabei  nicht,  dass  die  Reintegration  in  Kosovo  insbesondere  für  Minderheiten  schwierig sein kann. Dieser Umstand vermag jedoch noch keine konkrete  Gefährdung zu begründen.  5.4.4. Ob in Bezug auf die Beschwerdeführerin eine medizinische Notlage  im  Sinne  von  Art.  84  Abs.  4  AuG  besteht,  wie  dies  von  den  Beschwerdeführenden  vorgebracht  wird,  ist  aufgrund  ihres  aktuellen  Gesundheitszustandes,  ihrer  Behandlungsbedürftigkeit  und  der  Behandlungsmöglichkeiten im Heimaland zu prüfen.  Obwohl  die  behandelnden  Ärzte  vor  drei  Jahren  (s.  Ziff.  3.4)  davon  ausgingen, die Beschwerdeführerin sei aus ärztlicher Sicht nicht am Ort  des  Traumas  erfolgreich  behandelbar,  folgt  heute  das  Gericht  der  Einschätzung des BFM. Die Beschwerdeführerin ist im jetzigen Zeitpunkt  in  ihrem  Heimatland  wegen  ihrer  Herkunft  und  des  Gesundheitszustandes  keiner  unmittelbaren  und  schweren  Gefährdung  ausgesetzt, zumal die medizinische Versorgung in Kosovo auch mit Blick  auf die von der Beschwerdeführerin benötigte psychotherapeutische und  medikamentöse  Behandlung  ausreichen  dürfte.  Seit  den  eingereichten  Berichten  vom  10.  Juni  beziehungsweise  25.  August  2008  sind  keine  weiteren  ärztlichen  Atteste  hinzugekommen,  weshalb  –  die  Beschwerdeführerin  lässt  sich  im Verfahren  professionell  vertreten  –  zu  schliessen  ist,  dass  keine  Verschlechterung  des  Gesundheitszustands  der  Beschwerdeführerin  eingetreten  ist.  Ausserdem  haben  die  beiden  ärztlichen  Kurzberichte  sich  nicht  einlässlich  über  die  Anamnese,  die  Diagnose, die effektive Art der Behandlung, die Medikamentation und die  Prognose  ausgesprochen.  Die  seinerzeit  vom  behandenden  Arzt  ausgesprochene Befürchtung,  dass  "die  geografische  Traumatanähe  zu  einer  deutlichen  Verschlechterung  des  Gesundheitszustands  führen  kann" (act. 1/42),  ist einerseits zu unbestimmt und anderseits  liegt diese  Beurteilung zu lange zurück, als dass im heutigen Zeitpunkt eine konkrete  Gefährdung  aufgrund  einer  medizinischen  Notlage  im  Falle  einer  Rückkehr  angenommen  werden  könnte.  Aus  diesem  Grund  stehen  die 

E­4376/2008 gesundheitlichen  Probleme  der  Beschwerdeführerin  einer  Durchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs nach Kosovo nicht entgegen.  Der Zugriff auf die ärztlich empfohlenen Behandlungsmöglichkeiten  lässt  sich im Bedarfsfall in Form einer individuellen Rückkehrhilfe sicherstellen  (vgl. Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG und Art. 75 f. der Asylverordnung 2 vom  11. August 1999 über Finanzierungsfragen [AsylV 2, SR 142.312]). Die in  den  Anhörungen,  der  Beschwerde  und  den  ärztlichen  Attesten  angedeutete  Labilität  der  Beschwerdeführerin  respektive  allfällige  suizidale  Neigung  könnte  –  vorausgesetzt  es  bestehe  aktuell  ein  Bedürfnis  –  mit  einer  angemessenen  Vorbereitung  und  allfälligen  ärztlichen Begleitung des Vollzugs der Wegweisung durch die zuständige  Vollzugsbehörde begegnet werden. 5.4.5.  Der Beschwerdeführer hat gemäss eigenen Angaben nach seiner  Matura  langjährige berufliche Erfahrungen als  (…) machen  können. Die  Beschwerdeführerin  hat  sich  (…)  zur  (...)  ausbilden  lassen.  Trotz  der  angespannten  Arbeitsmarktlage  in  Kosovo  oder  in  Serbien  ist  daher  anzunehmen, dass sie gute Chancen haben, mit  ihren  (…) Söhnen den  Wiedereintritt zu schaffen. Die Beschwerdeführenden verfügen in Kosovo  zudem über ein beträchtliches Beziehungsnetz (A2 und A3, je S. 3).  Die  Beschwerdeführenden  haben  inzwischen  Arbeitsverhältnisse  begonnen  beziehungsweise  eine  Berufslehre  angetreten.  Eine  solche  Berufstätigkeit wird  ihnen bei der Reintegration  im Heimatland zweifellos  zugutekommen. Soweit damit die fortschreitende Integration aufzuzeigen  versucht wird,  ist anzumerken, dass diese keine andere Beurteilung der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges  erlaubt.  Nachdem  die  Bestimmungen  betreffend  die  vorläufige  Aufnahme  infolge  einer  schwerwiegenden  persönlichen  Notlage  (insbesondere  Art.  44  Abs.  3­5  AsylG  in  der  Fassung  vom  26.  Juni  1998;  AS  1999  2273)  auf  den  1.  Januar  2007  aufgehoben  worden  sind,  kann  bei  Beschwerden  gegen  Verfügungen des BFM  im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht  das  Vorliegen  einer  schwerwiegenden  persönlichen  Notlage  nicht mehr  geprüft  werden.  Die  Integration  in  der  Schweiz  war  unter  altem  Recht  primär im Rahmen eben jener Notlagenprüfung zu berücksichtigen. Nach  geltendem  Recht  ist  es  nun  dem  Kanton  vorbehalten,  mit  Zustimmung  des  Bundesamtes  einer  ihm  nach  Gesetz  zugewiesenen  Person  eine  Aufenthaltsbewilligung  zu  erteilen,  wenn  wegen  der  fortgeschrittenen  Integration  ein  schwerwiegender  persönlicher  Härtefall  vorliegt  (Art.  14  Abs.  2  Bst.  c  AsylG;  vgl.  das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  D­ 6538/2006 vom 7. August 2008    E. 9.5). Auch den (…) Söhnen, die den 

E­4376/2008 grössten  Teil  ihres  Lebens  in  Serbien  und  in  der  seinerzeitigen  Autonomen  Provinz  Kosovo  verbracht  haben,  ist  eine  Rückkehr  in  ihr  Heimatland Kosovo zuzumuten.  5.4.6.  Schliesslich  ist  in  diesem  Zusammenhang  der  Vollständigkeit  halber  festzuhalten,  dass  Serbien  Personen  aus  Kosovo  nach  wie  vor  grundsätzlich als eigene Staatsbürger betrachtet.  Infolgedessen könnten  sich die Beschwerdeführenden auch wieder  in Serbien aufhalten, wo sie  sich  schon  von  1985  bis  1997  (Beschwerdeführer)  respektive  1989  bis  1997  (Beschwerdeführerin)  beziehungsweise  seit  der Geburt  der Söhne  bis  1997  registriert  aufgehalten  haben.  Dort  wären  für  das  gesundheitliche Wohl der Beschwerdeführerin entsprechende Institute mit  Fachpersonal  vorhanden.  Weiter  sprechen  alle  Beschwerdeführenden  Serbokroatisch;  beim  Beschwerdeführer  und  bei  den  Söhnen  ist  dies  sogar die Muttersprache. Die Beschwerdeführenden bringen zwar gegen  die  Rückreise  nach  Serbien  vor,  ihre  damaligen  serbischen  Nachbarn  hätten sie und  ihre Kinder als Albaner betitelt  und den eigenen Kindern  ein Spielen mit  ihren Kindern untersagt; zudem habe sich  ihr Mann zum  Namenswechsel  auf  "A._______"  veranlasst  gesehen  (A20 S.  2).  Doch  diese  Begründung  vermag  allein  noch  kein  Vollzugshindernis  nach  Serbien respektive die Unzumutbarkeit einer Rückreise nach Serbien zu  belegen, zumal die Söhne (…) erwachsen sind. 5.4.7. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich nach dem Gesagten als  zumutbar.  5.5.    Schliesslich  obliegt  es  den  Beschwerdeführenden,  sich  bei  der  zuständigen  Vertretung  ihres  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG  und  BVGE 2008/34  E. 12  S. 513 ff.),  weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung auch möglich ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 5.6.   Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu  Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten  fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83  Abs. 1 ­ 4 AuG). 6.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 

E­4376/2008 vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die  Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 7.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wären  die  Verfahrenskosten  grundsätzlich  den  unterliegenden  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Die  Beschwerdeführenden  haben  jedoch  um  unentgeltliche  Prozessführung  nach  Art.  65  Abs.  1  VwVG  ersucht  (vgl.  dazu  Ziff.  4  des  Dispositivs  der  Zwischenverfügung  vom  7.  Juli  2008).  Gemäss  dieser  Bestimmung  befreit  die  Beschwerdeinstanz  eine  Partei,  die  nicht  über  die  erforderlichen  Mittel  verfügt,  auf  Antrag  von  der  Bezahlung der Verfahrenskosten, sofern  ihr Begehren nicht aussichtslos  erscheint.  Im  vorliegenden  Fall  erschienen  die  Anträge  der  Beschwerdeführenden  im  Einreichungszeitpunkt  nicht  als  aussichtslos.  Da  zudem  die  Bedürftigkeit  mittels  der  am  11.  Juli  2008  eingereichten  Fürsorgebestätigung nachgewiesen ist, ist das Gesuch gutzuheissen und  von der Erhebung von Verfahrenskosten abzusehen.  (Dispositiv nächste Seite)

E­4376/2008 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  wird  gutgeheissen und es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  3.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Walter Stöckli Thomas Hardegger Versand:

E-4376/2008 — Bundesverwaltungsgericht 19.10.2011 E-4376/2008 — Swissrulings