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Bundesverwaltungsgericht 29.08.2011 E-4315/2011

August 29, 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·959 words·~5 min·2

Summary

Ausländerrecht (Übriges) | Kantonswechsel; Verfügung des BFM vom 5. Juli 2011

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung V E­4315/2011 Urteil   v om   2 9 .   Augus t   2011 Besetzung Richter Bruno Huber (Vorsitz),  Richter Thomas Wespi, Richter Kurt Gysi, Gerichtsschreiberin Laura Wayllany. Parteien A._______, geboren (…), Serbien,   vertreten durch lic. iur. Othman Bouslimi,  Beschwerdeführerin,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Kantonswechsel;  Verfügung des BFM vom 5. Juli 2011 / N (…).

E­4315/2011 Sachverhalt: A.  Am  30.  Januar  2003  lehnte  das  damalige  Bundesamt  für  Flüchtlinge  (BFF) das von der Beschwerdeführerin am 16. Januar 2003 eingereichte  Asylgesuch ab und beauftragte den Kanton B._______ mit dem Vollzug  der  Wegweisung.  Die  gegen  diese  Verfügung  erhobene  Beschwerde  wurde  mit  Urteil  der  vormals  zuständigen  Schweizerischen  Asylrekurs­ kommission (ARK) vom 17. Juli 2003 abgewiesen. B.  Nachdem  die  Vorinstanz  auf  mehrere  Wiedererwägungsgesuche  der  Beschwerdeführerin  nicht  eingetreten war,  hiess  sie  jenes  vom 20.  Juni  2008  mit  Verfügung  vom  7. August  2009  gut,  ordnete  wegen  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  die  vorläufige  Aufnahme  an  und  beauftragte  den  Kanton  B._______  mit  deren  Umsetzung.  Diese  Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. C.  Am 1. Juli 2010 stellte die Beschwerdeführerin ein Gesuch um Wechsel  in den Kanton C._______ mit der Begründung, ihre drei Geschwister, mit  welchen sie im Jahre 2002 in die Schweiz gelangt sei, seien damals dem  Kanton C._______ und sie selbst sei dem Kanton B._______ zugewiesen  worden. Sie sei in der Folge vorläufig aufgenommen worden und verfüge  seit kurzem über eine Arbeitsbewilligung. Ihr fehle die Unterstützung und  Nähe  ihrer  Familie,  und  mit  einem Wechsel  in  den  Kanton  C._______  hätte sie die Möglichkeit,  in die gemeinsame Wohnung der Geschwister  zu ziehen. D.  In der Folge unterbreitete das BFM das Gesuch der Beschwerdeführerin  um  Kantonswechsel  den  betroffenen  Kantonen  zur  Stellungnahme.  Während der Kanton B._______ mit Schreiben vom 23. Juli 2010 seine  Zustimmung  erteilte,  wurde  diese  vom  Kanton  C._______  am  15.  Juli  2010  verweigert.  Der  Beschwerdeführerin  wurde  im  Rahmen  des  rechtlichen  Gehörs  Frist  zur  Einreichung  einer  Stellungnahme  gewährt,  welche sie ungenutzt verstreichen liess. Mit  Verfügung  vom  30. September  2010  prüfte  die  Vorinstanz  den  Anspruch  auf  Einheit  der  Familie  der  Beschwerdeführerin,  verneinte  diesen  und  wies  aufgrund  der  ablehnenden  Haltung  des  Kantons  C._______ das Kantonswechselgesuch ab.

E­4315/2011 E.  Am  17.  März  2011  reichte  die  Beschwerdeführerin  beim  Kanton  C._______ ein Stellenantrittsgesuch (Hilfsarbeiterin  im […]) ein, welches  mit Schreiben vom 23. März 2011 abgelehnt wurde. F.  Mit  Schreiben  vom  6.  Mai  2011  stellte  die  Beschwerdeführerin  durch  ihren (neu mandatierten) Rechtsvertreter beim BFM ein erneutes Gesuch  um  Wechsel  in  den  Kanton  C._______.  Dabei  wiederholte  sie  im  Wesentlichen  die  Begründung  des  ersten  Gesuches  vom  1.  Juli  2010,  verwies auf die mögliche Teilzeitstelle im (…) und führte ergänzend aus,  sie  fühle  sich  oft  einsam  und  führe  ein  sozial  isoliertes  Leben.  Dieser  Umstand würde dem individuellen Anspruch auf Wahrung der Einheit der  Familie aus Art. 8 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  entgegenstehen. G.  In der Folge unterbreitete das BFM das Gesuch der Beschwerdeführerin  um Kantonswechsel dem Kanton C._______ zur Stellungnahme, welcher  dieses mit Schreiben vom 19. Mai 2011 verweigerte. Mit  Schreiben  vom  15.  Juni  2011  informierte  das  BFM  die  Beschwerdeführerin  über  die  beabsichtigte  Ablehnung  ihres  Kantonswechselgesuches und gewährte  ihr diesbezüglich das  rechtliche  Gehör. Am 1. Juli 2011 reichte die Beschwerdeführerin bei der Vorinstanz  eine Stellungnahme ein. H.  Mit Verfügung  vom 5. Juli  2011 – eröffnet  am 7. Juli  2011 –  lehnte  das  BFM  das  Gesuch  der  Beschwerdeführerin  um  Kantonswechsel  vom  6. Mai 2011 ab. Zur  Begründung  führte  das  Bundesamt  aus,  ein  Kantonswechsel  einer  vorläufig aufgenommenen Person werde einzig bei Anspruch auf Einheit  der  Familie  oder  bei  schwerwiegender  Gefährdung  verfügt.  Würden  anderen  Gründe  geltend  gemacht,  bedürfe  dies  der  Zustimmung  der  betroffenen  Kantone,  welche  aber  (in  casu)  nicht  vorliege.  In  den  Schutzbereich  von  Art.  8  EMRK  falle  einzig  die  Kernfamilie.  Die  Beziehung zwischen allen übrigen Verwandten – auch diejenige zwischen  Geschwistern  –  werde  nur  unter  der  Voraussetzung  eines  besonderen 

E­4315/2011 Abhängigkeitsverhältnisses im Sinne von Art. 8 EMRK erfasst. Vorliegend  sei  ein  solches  aber  nicht  ersichtlich  und  werde  auch  nicht  geltend  gemacht.  Die  Beschwerdeführerin  sei  (…)  Jahre  alt  und  den  Akten  sei  nicht  zu  entnehmen,  sie  würde  an  einer  schwerwiegenden  Krankheit  leiden. Zudem würde der Umstand, dass die Geschwister nicht denselben  Wohnsitz  hätten,  einen  regelmässigen  Kontakt  zwischen  diesen  nicht  verhindern.  Somit  könne  sich  die  Beschwerdeführerin  nicht  auf  den  Anspruch  der  Einheit  der  Familie  berufen,  und  eine  schwerwiegende  Gefährdung oder andere Gründe würden nicht geltend gemacht. I.  Mit  Rechtsmitteleingabe  vom  4.  August  2011  beantragte  die  Beschwerdeführerin,  die  Beschwerde  sei  als  formgetreu  anzunehmen,  der Entscheid vom 5. Juli 2011 sei aufzuheben und der Kantonswechsel  sei zu bewilligen.  Für  die  Begründung  der  Beschwerde  wird,  soweit  für  den  Entscheid  wesentlich, auf die nachfolgenden Erwägungen verwiesen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM ge­ hört  zu  den Behörden  nach Art. 33 VGG  und  ist  daher  eine Vorinstanz  des Gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme  im Sinne von  Art. 32 VGG  liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht  ist daher zu­ ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet  auch  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  des  BFM  betreffend  den  Kantonswechsel  einer  vorläufig  aufgenommenen  Person  endgültig        (Art. 112 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die  Ausländerinnen  und  Ausländer  [AuG,  SR  142.20]  i.V.m.  Art.  83  Bst.  c     Ziff.  3  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [BGG,                 SR 173.110]). 1.2.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Die  Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 

E­4315/2011 ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung.  Sie  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 112  Abs. 1  AuG  i.V.m.  Art.  48  Abs.  1  sowie  Art. 50  und  Art. 52  VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 1.3. Der vorliegende Entscheid vor Ablauf der Beschwerdefrist rechtfertigt  sich, weil die Rechtmitteleingabe als abschliessend erachtet wird und der  Sachverhalt  vollständig erstellt  ist  (Entscheidungen und Mitteilungen der  Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1997 Nr. 13). 2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG). 3.  Gestützt  auf  Art.  57  Abs.  1  VwVG  (e  contrario)  wurde  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel  verzichtet,  da  sich  die  Beschwerde,  wie  in  den  nachfolgenden Erwägungen dargelegt wird, als aussichtlos und damit als  von  vornherein  unbegründet  im  Sinne  der  erwähnten  Bestimmung  erweist. 4.  Im vorliegenden Fall begründete die Beschwerdeführerin  ihr Gesuch um  Kantonswechsel  explizit  und  ihre  Beschwerde  sinngemäss  mit  dem  Grundsatz der Einheit der Familie; sie verwies auf Art. 85 Abs. 4 AuG und  brachte vor, ein Einstieg in die Arbeitswelt würde ihr nur mit der Hilfe ihrer  Brüder  gelingen  und  sie  möchte  in  der  gemeinsamen  Wohnung  ihrer  Geschwister  in  C._______  leben.  Auf  die  weitere  Begründung  (Teilzeitstelle  bei  […],  "Curriculum  vitae  ist  leer"  und  Senkung  der  Lebensunterhaltungskosten)  wird  in  der  Folge  –  wie  nachfolgend  aufgezeigt – nicht einzugehen sein. 5.  5.1.  Der  Kantonswechsel  wird  vom  BFM  nur  bei  Zustimmung  beider  Kantone, bei Anspruch auf Einheit der Familie oder bei schwerwiegender  Gefährdung  der  asylsuchenden  Person  oder  anderer  Personen  verfügt  (Art. 21 der Verordnung vom 11. August 1999 über den Vollzug der Weg­  und  Ausweisung  von  ausländischen  Personen  [VVWA,  SR  142.281] 

E­4315/2011 i.V.m.  Art.  22  Abs.  2  der  Asylverordnung 1  vom  11. August  1999  über  Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]). 5.2. Gemäss Art. 85 Abs. 3 AuG ist das Gesuch um Kantonswechsel von  vorläufig  aufgenommenen  Personen  beim  BFM  einzureichen,  wobei  dieses  nach  Anhörung  der  betroffenen  Kantone  grundsätzlich  endgültig  entscheidet.  Vorbehalten  bleibt  gemäss  Art. 85  Abs. 4  AuG  die  Anfechtung  dieses  Entscheides  mit  der  Begründung,  er  verletze  den  Grundsatz der Einheit der Familie.  5.3. Die Bestimmungen von Art. 85 Abs. 4 AuG und Art. 27 Abs. 3 AsylG,  wonach  der  Zuweisungsentscheid  beziehungsweise  ein  Entscheid  über  ein Kantonswechselgesuch nur mit der Begründung angefochten werden  kann,  der  Grundsatz  der  Einheit  der  Familie  sei  verletzt,  haben  den  gleichen materiellen Inhalt, weshalb es sich rechtfertigt, die in Bezug auf  Art. 27 Abs. 3 AsylG entwickelte Rechtsprechung zu berücksichtigen.  Der von Art. 27 Abs. 3 AsylG erfasste Begriff der Familieneinheit orientiert  sich  am  grundsätzlich  im  Asylrecht  geltenden  Familienbegriff,  wonach  gemäss  Art.  1  Bst.  e  AsylV  1  in  erster  Linie  Ehegatten  und  deren  minderjährige  Kinder,  mithin  also  die  Kernfamilie,  als  Familie  zu  verstehen sind, wobei eingetragene Partnerinnen und Partner sowie die  in  dauernder  eheähnlicher  Gemeinschaft  lebenden  Personen  den  Ehegatten gleichgestellt sind. Über die Kernfamilie hinausgehend umfasst  der Familienbegriff  gemäss Art.  51 Abs.  2 AsylG  i.V.m. Art.  38 AsylV 1  auch  andere  nahe Angehörige, wenn  sie  eine Behinderung  haben  oder  aus einem anderen Grund auf die Hilfe einer Person, die in der Schweiz  lebt,  angewiesen  sind  (vgl.  EMARK  1995  Nr.  24).  Nach  der  Rechtsprechung der ARK ist darunter –  im Rahmen des Familienasyls –  eine Person zu verstehen, welche der Unterstützung bedarf, die durch ein  in  der  Schweiz  lebendes  (asylberechtigtes)  Familienmitglied  und  nicht  durch die Schweizer Behörden oder  durch Dritte  zu erbringen  ist. Dazu  wird  ein  besonderes  Engagement  des  in  der  Schweiz  lebenden  Angehörigen verlangt,  indem dieser seine verwandte Person nicht bloss  finanziell  oder  moralisch  unterstützt,  sondern  sich  persönlich  um  sie  kümmert (vgl. EMARK 2000 Nr. 21 E. 6c S. 200 f., EMARK 2001 Nr. 24  E. 3 S. 191 f.).  In  BVGE  2008/47  vom  10.  November  2008  kam  das  Bundesverwaltungsgericht  im Ergebnis zum Schluss, dass die Berufung  auf  den Grundsatz  der Einheit  der Familie  im Sinne  von Art.  27 Abs.  3 

E­4315/2011 letzter  Satz  AsylG  entweder  die  Anwesenheit  eines  Angehörigen  der  Kernfamilie der asylsuchenden Person oder – so dies nicht der Fall  ist –  ein  Abhängigkeitsverhältnis  gemäss  Rechtsprechung  zu  Art.  8  EMRK  beziehungsweise Art. 51 Abs. 2 AsylG voraussetzt. 6.  6.1.  Die  Beschwerdeführerin  bringt  vor,  durch  die  Ablehnung  ihres  Kantonswechselgesuches  werde  der  Grundsatz  der  Einheit  der  Familie  verletzt, weil sie nicht im gleichen Kanton wie ihre Geschwister Wohnsitz  nehmen könne und dadurch ein isoliertes Leben führe.  6.2. Geschwister sind aber der vorstehenden Erwägung zufolge (E. 5.3.)  nicht der Kernfamilie zuzurechnen. Somit bleibt zu prüfen, ob vorliegend der weitere Familienbegriff im Sinne  von Art. 51 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 38 AsylV 1 zur Anwendung gelangt.  Voraussetzung  dafür  wäre  ein  bestehendes  und  besonderes  Abhängigkeitsverhältnis  zwischen  der  Beschwerdeführerin  und  ihren  Geschwistern  (E. 5.3). Ein solches kann vorliegend – und wie das BFM  zu Recht festgestellt hat – aber nicht bejaht werden.  Die  von  der  Beschwerdeführerin  geltend  gemachte  Hilfe  bei  der  Stellensuche kann auch durch eine Behörde oder durch Dritte und nicht  einzig  durch  deren  Geschwister  erbracht  werden.  Dasselbe  gilt  für  die  Unterstützung auf dem Wege zur finanziellen Unabhängigkeit. Weder den  Gesuchen noch der Beschwerde sind Anhaltspunkte zu entnehmen, dass  das Engagement  der Geschwister  über  eine  finanzielle  oder moralische  Unterstützung hinausgehen würde. Der Beschwerdeführerin  ist  es auch ohne Kantonswechsel möglich,  per  Telefon  oder  in  Form  von  gelegentlichen  Besuchen  Kontakt  mit  ihren  Geschwistern  zu  pflegen  und  nötigenfalls  deren  Hilfe  in  Anspruch  zu  nehmen. 6.3. Wie  erwähnt  kann  der  Entscheid  über  ein  Kantonswechselgesuch  gemäss Art. 85 Abs. 4 AuG nur mit der Begründung angefochten werden,  dieser  verletze  den Grundsatz  der  Einheit  der  Familie.  Da  die weiteren  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  schwergewichtign  wirtschaftlicher  Natur  sind  und  –  wie  dargelegt  –  kein  besonderes  Abhängigkeitsverhältnis  zu  begründen  vermögen,  ist  darauf  nicht  einzugehen.

E­4315/2011 Im Übrigen  kann  an  dieser  Stelle  zur  Vermeidung  von Wiederholungen  auf  die  zutreffenden  Erwägungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  verwiesen werden. 7.  Nach  dem  Gesagten  ist  festzustellen,  dass  die  Verweigerung  des  Kantonswechsels der Beschwerdeführerin den Grundsatz der Einheit der  Familie  im  Sinne  von  Art.  85  Abs.  4  AuG  nicht  verletzt,  das  Kantonswechselgesuch  vom BFM  zu Recht  abgewiesen wurde  und  die  Beschwerde demnach abzuweisen ist. 8.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG)  und  auf  insgesamt  Fr. 600.–  festzusetzen  (Art.  1  –  3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite)

E­4315/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  der  Beschwerdeführerin  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3.  Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und das Amt für  Migration des Kantons B._______. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Bruno Huber Laura Wayllany Versand:

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