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Bundesverwaltungsgericht 29.07.2011 E-4208/2011

July 29, 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,052 words·~5 min·2

Summary

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren); Verfügung des BFM vom 15. Juli 2011

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung V E­4208/2011 Urteil   v om   2 9 .   Juli   2011 Besetzung Einzelrichter Bruno Huber, mit Zustimmung von Richter Bendicht Tellenbach;  Gerichtsschreiber Jonas Tschan. Parteien A._______, geboren (…),  Syrien,   vertreten durch lic. iur. Sabina Sorg,  Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  (Dublin­Verfahren);  Verfügung des BFM vom 15. Juli 2011 / N (…).

E­4208/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  der  Beschwerdeführer  am  29.  Mai  2011  in  der  Schweiz  um  Asyl  nachsuchte, dass ein Fingerabdruckvergleich (Zentraleinheit Eurodac) ergab, dass er  am  10.  Dezember  2010  in  Italien  erkennungsdienstlich  erfasst  worden  war, dass  am  (…)  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  B._______  eine  summarische Befragung des Beschwerdeführers  stattfand und  ihm  dabei das  rechtliche Gehör zu einer möglichen Zuständigkeit  Italiens  für  das vorliegende Verfahren sowie zu einer allfälligen Wegweisung dorthin  gewährt wurde, dass  der  Beschwerdeführer  dabei  im Wesentlichen  darauf  verwies,  von  den  italienischen  Behörden  eine  Wegweisungsverfügung  erhalten  zu  haben,  dass  das  BFM mit  Verfügung  vom  15.  Juli  2011  –  eröffnet  am  20.  Juli  2011  –  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs. 2  Bst. d  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  (AsylG,  SR 142.31)  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers nicht eintrat und die Wegweisung nach  Italien sowie  den Vollzug anordnete, dass  das  Bundesamt  den  Beschwerdeführer  aufforderte,  die  Schweiz  spätestens  am Tag  nach Ablauf  der  Beschwerdefrist  zu  verlassen,  den  Kanton  C._______  verpflichtete,  die  Wegweisungsverfügung  zu  vollziehen,  feststellte, eine allfällige Beschwerde gegen diese Verfügung  habe  keine  aufschiebende  Wirkung,  und  dem  Beschwerdeführer  die  editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aushändigte, dass  es  zur  Begründung  im  Wesentlichen  ausführte,  der  Beschwerdeführer sei gemäss eigenen Angaben am 10. Dezember 2011  (recte:  2010)  illegal  in  das  Hoheitsgebiet  der  Dublin­Staaten  eingereist,  was durch einen Abgleich der Fingerabdrücke (Eurodac) bestätigt werde,  dass  das  BFM  an  Italien  ein  Ersuchen  um  Übernahme  des  Beschwerdeführers  im  Sinne  von  Art. 16  Abs.  1  Bst. c  der  Verordnung  (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur Festlegung von  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung eines Asylantrags zuständig ist, den ein Staatsangehöriger eines 

E­4208/2011 Drittlandes  in  einem  Mitgliedstaat  gestellt  hat  (Dublin­II­VO),  gestellt  habe, dass Italien innerhalb der festgelegten Frist nicht geantwortet habe, wes­ halb gestützt auf Art. 20 Abs. 1 Bst. c Dublin­II­VO die Zuständigkeit  für  die Durchführung des Asylverfahrens auf Italien übergegangen sei, dass  somit  Italien  gestützt  auf  das  Abkommen  vom  26. Oktober  2004  zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin­Assoziierungsabkommen  [DAA,  SR  0.142.392.68]),  auf  das  Übereinkommen  vom  17. Dezember  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft,  der  Republik  Island und dem Königreich Norwegen über die Umsetzung, Anwendung  und Entwicklung des Schengen­Besitzstands und über die Kriterien und  Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines  in  der  Schweiz,  in  Island  oder  in  Norwegen  gestellten  Asylantrags  (Übereinkommen  vom  17.  Dezember  2004,  SR 0.362.32)  und  in  Berücksichtigung  der  Dublin­II­VO  sowie  der  Verordnung  (EG)  Nr.  1560/2003  der  Kommission  vom  2.  September  2003  mit  Durchführungsbestimmungen  zur  Dublin­II­VO  (Dublin­DVO)  für  die  Durchführung des Asylverfahrens zuständig sei, dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder  Verlängerung der Frist – bis spätestens am 12. Januar 2012 zu erfolgen  habe, dass  die  vom  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Gewährung  des  rechtlichen  Gehörs  geltend  gemachten  Gründe  nicht  geeignet  seien,  seine Rückführung nach Italien zu verhindern, dass keine Hinweise auf eine mögliche Verletzung des Non­Refoulement­ Gebots  oder  von  Art.  3  der  Konvention  vom  4.  November  1950  zum  Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101)  im  Falle  einer  Rückführung  des  Beschwerdeführers  nach  Italien  bestehen  und weder die dort herrschende Situation noch andere Gründe gegen die  Zumutbarkeit der Wegweisung in diesen Staat sprechen würden, dass  der  Beschwerdeführer  durch  seine  Rechtsvertreterin  mit  Eingabe  vom  27.  Juli  2011  gegen  die  Verfügung  des  BFM  beim  Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und  in materieller Hinsicht 

E­4208/2011 beantragt,  diese sei aufzuheben und die Vorinstanz sei anzuweisen,  ihr  Recht  zum  Selbsteintritt  auszuüben  und  sich  als  für  das  vorliegende  Asylgesuch zuständig zu erachten,  dass  er  in  formeller  Hinsicht  beantragt,  der  Beschwerde  sei  die  aufschiebende Wirkung  zu  erteilen  und  die  Vollzugsbehörden  seien  im  Sinne  vorsorglicher  Massnahmen  superprovisorisch  anzuweisen,  von  Vollzugshandlungen  bis  zu  einem  Entscheid  über  das  vorliegende  Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung abzusehen, dass  er  weiter  sinngemäss  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021)  und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht, dass für den Inhalt der Beschwerde auf die Akten verwiesen und − soweit  entscheidwesentlich  −  in  den  nachfolgenden  Erwägungen  darauf  eingegangen wird, dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  28.  Juli  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und erwägt, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  die  Beschwerde  frist­  und  formgerecht  eingereicht  wurde,  der  Beschwerdeführer am Verfahren vor dem BFM teilgenommen hat, durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung hat und daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art.  108  Abs.  2  AsylG  sowie Art. 105 AsylG  i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52  VwVG), weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist,

E­4208/2011 dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird  (Art. 111 Bst. e AsylG), und es sich, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  auf  einen  Schriftenwechsel  verzichtet wurde, dass  im vorliegenden Beschwerdeverfahren einzig zu prüfen  ist, ob das  BFM  gestützt  auf  Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers zu Recht nicht eingetreten  ist und  infolgedessen die  Wegweisung aus der Schweiz zu Recht verfügt hat,  dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbständigen  materiellen  Prüfung  enthält,  die  angefochtene  Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zur  neuen  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.), dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs  indes  materiell  geprüft  hat,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  grundsätzlich  volle  Kognition  zukommt,  wobei  sich  diese  Fragen  –  namentlich  diejenigen  hinsichtlich  des  Bestehens  von  Vollzugshindernissen  (Durchführbarkeit  der  Überstellung  an  den  zuständigen  Staat)  –  in  den  Dublin­Verfahren  bereits  vor  Erlass  des  Nichteintretensentscheids stellen, dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass der vorgängige Aufenthalt des Beschwerdeführers in Italien feststeht  und der Beschwerdeführer diesen nicht bestreitet, dass das BFM am 28. Juni 2011 an Italien ein Ersuchen um Übernahme  des Beschwerdeführers gestellt und dieser Staat  innert der  festgelegten 

E­4208/2011 Frist nicht geantwortet hat, weshalb das Bundesamt  in seiner Verfügung  zu Recht feststellte, gestützt auf die Dublin­II­VO sei die Zuständigkeit auf  Italien übergegangen, dass  Italien  unter  anderem Signatarstaat  des Abkommens  vom 28.  Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR  0.142.30),  der  EMRK und des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter  oder  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder Strafe (FoK, SR 0.105) ist, dass  keine  Hinweise  dafür  bestehen,  wonach  Italien  sich  nicht  an  die  massgebenden  völkerrechtlichen  Bestimmungen,  insbesondere  an  das  Rückschiebungsverbot oder die einschlägigen Normen der EMRK, halten  würde,  dass aufgrund der Aktenlage  insbesondere nicht davon auszugehen  ist,  Italien  werde  den  Beschwerdeführer  in  Verletzung  der  vorgenannten  völkerrechtlichen Abkommen in sein Heimatland zurückschaffen, dass  sich  demnach  die  diesbezüglichen,  in  der  Beschwerdeeingabe  geäusserten Befürchtungen als grundlos erweisen, dass  sich  das  italienische  Asylsystem  aufgrund  der  jüngsten  Entwicklungen  im  nordafrikanischen  Raum  mit  einer  starken  Zunahme  von  Asylsuchenden  zwar  mit  erheblichen  Kapazitätsproblemen  konfrontiert sieht, dass  aber  vorliegend  keine  konkreten  Hinweise  dafür  bestehen,  der  italienische  Staat  würde  den  Zugang  zu  einem  funktionierenden  Asylverfahren nicht gewährleisten, dass  Asylsuchende  in  Italien  bei  der  Unterkunft,  der  Arbeit  und  dem  Zugang  zur  medizinischen  Infrastruktur  zwar  gewissen  Schwierigkeiten  ausgesetzt  sein  können,  wobei  sich  bereits  vorbestandene  Kapazitätsprobleme in der jüngsten Zeit akzentuiert haben dürften, dass  indessen  das  Gericht  auch  in  Berücksichtigung  der  mit  den  Kapazitätsengpässen  im  Zusammenhang  stehenden  schwierigen  Aufenthalts­  und  Lebensbedingungen  –  eine  Betreuung  durch  die  italienischen Behörden oder durch die privaten karitativen Organisationen  ist nicht  in  jedem Fall gewährleistet – nicht zum Schluss gelangt,  Italien  verletze  nachgewiesenermassen  in  systematischer  Weise  die  Richtlinie  Nr. 2003/9/EG,

E­4208/2011 dass  angesichts  dieser  Sachlage  keine  Veranlassung  besteht,  die  Regelvermutung  in  Frage  zu  stellen,  wonach  sich  Italien  an  die  massgebenden  völkerrechtlichen  Bestimmungen,  insbesondere  an  das  Rückschiebungsverbot  oder  die  einschlägigen  Normen  der  EMRK  und  der FoK, hält (BVGE 2010/45 E. 7.5. und 7.7.),  dass  diese  Regelvermutung  umgestossen  werden  kann,  wenn  im  konkreten  Einzelfall  ernsthafte  Indizien  dafür  vorliegen,  dass  die  Behörden des betreffenden Signatarstaates Völkerrecht verletzen (BVGE  2010/45 a.a.O.), dass indessen solche Indizien im vorliegenden Fall nicht ersichtlich sind,  da die vom Beschwerdeführer behaupteten Probleme  in  Italien  in keiner  Weise belegt sind, dass  namentlich  Dublin­Rückkehrende  und  verletzliche  Personen  bezüglich  Unterbringung  von  den  italienischen  Behörden  bevorzugt  behandelt  werden  und  sich  –  neben  den  staatlichen  Strukturen  –  auch  zahlreiche private Hilfsorganisationen der Betreuung von Asylsuchenden  und Flüchtlingen annehmen, dass  beispielsweise  die  Organisation  "Arci  con  Fraternità"  seit  dem  1. Januar  2009  die  Betreuung  der  Flüchtlinge  im  Flughafen  Fiumicino  (Rom)  organisiert  und  dort  den  Asylsuchenden  kostenlose  Rechtsberatung anbietet (s. Urteil des BVGer D­7654/2010 vom 20. April  2011), dass  zudem  davon  auszugehen  ist,  dass  eine  adäquate  medizinische  Behandlung der  vom Beschwerdeführer  vorgebrachten gesundheitlichen  Probleme  (der  Beschwerdeführer  soll  gemäss  der  Rechtsmitteleingabe  an Knieschmerzen leiden) in Italien gewährleistet ist, dass  insgesamt  keine  schwerwiegenden  humanitären Gründe  im  Sinne  von  Art.  29a  Abs.  3  der  Asylverordnung 1  vom  11. August  1999  über  Verfahrensfragen  (AsylV 1,  SR  142.311)  zu  erkennen  sind,  die  einer  Überstellung  des  Beschwerdeführers  nach  Italien  entgegenstehen  und  aus diesem Grunde einen Selbsteintritt als angezeigt erscheinen  lassen  würden, dass das BFM nach dem Gesagten zu Recht  in Anwendung von Art. 34  Abs. 2 Bst. d AsylG auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

E­4208/2011 dass sich die Frage nach der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in  Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG nicht unter dem Aspekt von  Art. 83 Abs. 1 und 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über  die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]) stellt, sondern vor  der  Prüfung  des  Nichteintretens  im  Rahmen  der  Ausübung  des  Selbsteintrittsrechts  (Art.  3  Dublin­II­VO)  oder  gegebenenfalls  –  wenn  sich Familienmitglieder  in verschiedenen Dublin­Mitgliedstaaten befinden  und  zusammengeführt  werden  sollen  –  bei  der  Ausübung  der  sogenannten Humanitären Klausel (Art. 15 Dublin­II­VO), dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist, dass  der  Beschwerdeführer  nicht  darzutun  vermag,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen ist  (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist,  dass mit dem Entscheid  in der Hauptsache ohne vorgängige  Instruktion  die Gesuche um Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde  und  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  hinfällig  werden, dass  das  mit  der  Beschwerde  sinngemäss  gestellte  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  VwVG  unbesehen  der  behaupteten  Bedürftigkeit  (eine  entsprechende  Bestätigung  liegt  der  Beschwerde  nicht  bei)  abzuweisen  ist,  da  die  gestellten Rechtsbegehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen  ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen waren,  dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.–  (Art. 1­3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,                      SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1  VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

E­4208/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird  abgewiesen. 3.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.−  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  an  das  BFM  und  an  das  (…) C._______. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Bruno Huber Jonas Tschan Versand:

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