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Bundesverwaltungsgericht 29.02.2012 E-10/2012

February 29, 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,380 words·~7 min·2

Summary

Nichteintreten auf Asylgesuch (Papierlosigkeit) und Wegweisung | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 13. Dezember 2011

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­10/2012 Urteil   v om   2 9 .   Februar   2012 Besetzung Einzelrichter Kurt Gysi, mit Zustimmung von Richter François Badoud;   Gerichtsschreiber Christoph Berger. Parteien A._______, geboren am (…), Bangladesch,   vertreten durch Hans Werner Meier, Rechtsanwalt,  (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 13. Dezember 2011 / N (…).

E­10/2012 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  der  Beschwerdeführer  eigenen  Angaben  zufolge  sein  Heimatland  am  9.  April  2011  auf  dem  Luftweg  mit  einem  nicht  auf  seine  Identität  lautenden Reisepass  verliess  und  nach  einem  viertägigen  Aufenthalt  in  Italien am 13. April 2011 auf dem Landweg in die Schweiz gelangte, wo  er gleichentags um Asyl nachsuchte, dass  er  anlässlich  der  Kurzbefragung  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  Kreuzlingen  vom  19.  April  2011  sowie  der  Anhörung vom       11. August 2011 durch das BFM zur Begründung des  Asylgesuchs im Wesentlichen geltend machte, als Mitglied des Komitees  der  Chattra­Dol  (Studenten­Flügel  der  Bangladesh  Nationalist  Party  [BNP])  habe  er  am  20.  Januar  2011  bei  einer  Veranstaltung  in  seinem  College mitgeholfen, bei der es darum gegangen sei, neue Studenten zu  begrüssen, dass  im  Verlaufe  der  Veranstaltung  Anhänger  der  regierenden  Awami­ League zusammen mit Schlägertypen die anwesenden Leute angegriffen  und  mehrere  Personen  mit  Schusswaffen  verletzt  hätten,  wobei  zwei  davon tagsdarauf ihren Verletzungen erlegen seien, dass der Beschwerdeführer mit fünf oder sechs anderen Personen wegen  illegalen Waffenbesitzes und von der gegnerischen Partei wegen Mordes  angezeigt worden sei, dass sich der Beschwerdeführer in der Folge bei einer Tante aufgehalten  habe,  deren  Mann  vergeblich  versucht  habe,  die  Angelegenheit  zu  regeln, dass  die  Polizei  und  auch  Leute  der  gegnerischen  Partei  den  Beschwerdeführer gesucht hätten, dass sein Vater an seiner Stelle ein bis zwei Tage auf den Polizeiposten  gebracht worden sei und die Polizei Druck auf ihn ausgeübt habe, dass  die  Polizei  am  1.  oder  2.  März  2011  bei  seiner  Tante  nach  dem  Beschwerdeführer  gesucht  habe,  während  er  sich  zu  diesem  Zeitpunkt  auf dem Basar aufgehalten habe,  dass  ihn  einer  seiner  Neffen  auf  dem  Basar  vor  der  Suche  der  Polizei  habe warnen können,

E­10/2012 dass er sich nach Dhaka habe absetzen können und ein Onkel sowie ein  Parteikollege seine Ausreise aus dem Heimatland vorbereitet hätten, dass seine Verwandten und seine Partei in dieser Zeit wiederum erfolglos  versucht hätten, für ihn den Vorfall vom 20. Januar 2011 zu lösen, dass  bezüglich  der  Ausführungen  des Beschwerdeführers  im Einzelnen  auf die Akten zu verweisen ist, dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  13.  Dezember  2011  –  eröffnet  am      22.  Dezember  2011  –  in  Anwendung  von  Art. 32  Abs.  2  Bst.  a  des  Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Vollzug  anordnete, dass das BFM zur Begründung des Nichteintretens auf das Asylgesuch  zusammenfassend  festhielt,  der  Beschwerdeführer  habe  innert  48  Stunden  nach  Gesuchseinreichung  ohne  entschuldbare  Gründe  keine  Reise­ oder  Identitätspapiere abgegeben und erfülle die Anforderungen,  die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art.  7  AsylG  nachzuweisen  oder  zumindest glaubhaft zu machen, nicht, dass  bezüglich  der  Begründung  des  BFM  im  Einzelnen  auf  die  angefochtene  Verfügung  und  ­  soweit  entscheidwesentlich  ­  auf  die  nachfolgenden Erwägungen verwiesen wird, dass  gemäss  Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  AsylG  auf  das  Asylgesuch  nicht  einzutreten sei, dass  dem  Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch  in  der  Regel  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  folge  und  der  Vollzug  der  Wegweisung  zulässig, zumutbar und möglich sei, dass der Beschwerdeführer mit Rechtsmitteleingabe vom 29. Dezember  2011 beantragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben, auf das  Asylgesuch  und  die  Beschwerde  einzutreten,  das  Asylgesuch  gutzuheissen  und  den  Beschwerdeführer  als  Flüchtling  anzuerkennen,  eventuell sei er vorläufig aufzunehmen, dass  er  zudem  beantragte,  der  Beschwerde  sei  die  aufschiebende  Wirkung zu belassen oder beizugeben,

E­10/2012 dass  er  in  prozessualer  Hinsicht  im  Weiteren  um  Fristansetzung  von       25 Tagen zur Ergänzung der Beschwerde ersuchte, dass  er  schliesslich  beantragte,  es  sei  ihm  kein  Kostenvorschuss  aufzuerlegen  und  die  unentgeltliche  Rechtspflege  sowie  die  unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu gewähren, dass auf die Begründung der Rechtsbegehren, soweit  für den Entscheid  wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird, dass das Bundesverwaltungsgericht mit Verfügung  vom 4.  Januar  2012  den Eingang der Beschwerde bestätigte, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Zwischenverfügung  vom  11.  Januar  2012  das  Gesuch  um  Ansetzung  einer  Frist  zur  Beschwerdeverbesserung  abwies,  den  Beschwerdeführer  jedoch  darauf  hinwies,  es  stehe  ihm  offen,  sich  im  Rahmen  von  Art.  32  Abs.  2  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  innert  nützlicher  Frist  zu  äussern, dass mit gleicher Zwischenverfügung festgestellt wurde, der vorliegenden  Beschwerde komme von Gesetzes wegen die aufschiebende Wirkung zu  und der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung auch nicht entzogen  worden, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  gleichzeitig  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  und  unentgeltliche  Rechtsverbeiständung  sowie  um  Verzicht  auf  die  Auferlegung  eines  Kostenvorschusses abwies und den Beschwerdeführer aufforderte, innert  Frist einen Kostenvorschuss zu leisten, dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  19.  Januar  2012  eine  Unterstützungsbestätigung  einreichte  und  um  Ratenzahlung  des  Kostenvorschusses  ersuchte,  der  einverlangte  Kostenvorschuss  im  Betrage von   Fr. 600.– jedoch innert Frist vollumfänglich geleistet wurde, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM 

E­10/2012 entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass ein Auslieferungsersuchen  im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG  vorliegend  nicht  Gegenstand  des  Verfahrens  bildet,  weshalb  das  Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG  richtet,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und  Art. 6 AsylG), dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer  selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass  indessen  im Falle  des Nichteintretens  auf  ein Asylgesuch gemäss  Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  AsylG  über  das  Nichtbestehen  der  Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, soweit 

E­10/2012 dies  im  Rahmen  einer  summarischen  Prüfung  möglich  ist  (vgl.  BVGE  2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.), dass  dementsprechend  in  einem  diesbezüglichen  Beschwerdeverfahren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen  Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozessgegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73), dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs  materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  volle Kognition zukommt, dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel mit der Vorinstanz verzichtet wurde, dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende den  Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs  Reise­ oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG), dass  diese  Bestimmung  jedoch  keine  Anwendung  findet,  wenn  Asylsuchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus  entschuldbaren Gründen nicht  in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG),  auf Grund der Anhörung  sowie  gestützt  auf Art.  3  und Art.  7 AsylG die  Flüchtlingseigenschaft festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG) oder  sich auf Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  nötig  sind  (Art.  32  Abs.  3  Bst.  c  AsylG), dass  entschuldbare  Gründe  im  Sinne  von  Art.  32  Abs.  3  Bst.  a  AsylG  dann vorliegen, wenn die asylsuchende Person glaubhaft macht, dass sie  ohne  ihre  im  Heimatland  zurückgelassenen  Papiere  in  die  Schweiz  gereist  ist  und  sich  umgehend  und  ernsthaft  darum  bemüht,  die  zurückgelassenen  Papiere  innert  angemessener  Frist  zu  beschaffen  (BVGE 2010/2), 

E­10/2012 dass  der  Beschwerdeführer  keine  Reise­  oder  Identitätspapiere  eingereicht hat, dass  das  Gericht  aufgrund  der  Aktenlage  in  Übereinstimmung  mit  der  angefochtenen Verfügung des BFM zum Schluss  kommt,  er  habe dafür  keine entschuldbaren und überzeugenden Gründe vorgebracht, sondern  vielmehr  davon  auszugehen  ist,  er  würde  bewusst  die  Abgabe  rechtsgenüglicher  Reise­oder  Identitätspapiere  vorenthalten,  um  einen  allfälligen Wegweisungsvollzug zu erschweren oder zu verhindern, dass die Erwägungen des BFM in der angefochtenen Verfügung den vom  Beschwerdeführer  vorgebrachten  Sachverhalt  mit  hinreichender  Begründungsdichte  in den rechtserheblichen Aspekten  in ausgewogener  und überzeugender Form beurteilen und zu bestätigen sind, dass  etwa  der  Einwand  in  der  Rechtsmitteleingabe,  es  sei  dem  Beschwerdeführer in der Zeit zwischen der Asylgesuchseinreichung vom   13.  April  2011  und  der  Befragung  im  EVZ  vom  19.  April  2011  nicht  möglich  gewesen,  Verbindungen  nach  Bangladesch  erfolgreich  herzustellen  und  er  habe  sich  nach  der  Befragung  um  seine  Papiere  bemüht,  aufgrund  der  Aktenlage  unbehelflich  ist,  einen  entschuldbaren  Grund  für  das  Nichteinreichen  von  Reise­  oder  Identitätspapieren  darzulegen, dass zudem entgegen der in der Rechtsmitteleingabe vertretenen Ansicht  die  eingereichten  Schulzeugnisse  die  Identität  des  Beschwerdeführers  nicht hinreichend glaubhaft zu machen vermögen und diesen schulischen  Unterlagen  zudem  in  entscheidwesentlicher  Hinsicht  ohnehin  keine  Bedeutung  zukommt,  da  sie  offenkundig  keine  rechtsgenüglichen  Identitätspapiere darstellen, dass  auch  die  weiteren  Entgegnungen  in  der  Rechtsmitteleingabe  als  nicht stichhaltig erscheinen, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  aufgrund  der  nicht  überzeugenden  Ausführungen  des  Beschwerdeführers  sowie  der  gesamten  Aktenlage  davon  ausgeht,  er  habe  bei  seiner  Ausreise  aus  seinem  Heimatland  authentische  Identitäts­  und  Reisepapiere  besessen,  welche  er  jedoch  innert  48  Stunden  und  bis  heute  in  Verletzung  seiner  gesetzlichen  Mitwirkungspflicht  (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. b AsylG) den schweizerischen  Behörde nicht aushändigte,

E­10/2012 dass das BFM  im Weiteren aufgrund der Aktenlage zu Recht weder die  Flüchtlingseigenschaft festgestellt noch zusätzliche Abklärungen zu deren  Feststellung  beziehungsweise  zur  Feststellung  von  Wegweisungsvollzugshindernissen als erforderlich erachtet hat, dass auf die  zutreffenden Erwägungen  in der angefochtenen Verfügung  der Vorinstanz verwiesen werden kann, dass  das  BFM  insbesondere  zu  Recht  ausführte,  es  sei  nicht  nachvollziehbar,  ob  der  Beschwerdeführer  von  der  Chattro­Liga  überhaupt angezeigt und von der Polizei gesucht worden sei, dass  er  diesbezüglich  bis  zum  Entscheiddatum  den  Nachweis  schuldig  geblieben sei, obwohl er genügend Zeit dazu gehabt hätte, dass  dem BFM umso mehr  zuzustimmen  ist,  als  der Beschwerdeführer  anlässlich  der  Anhörung  vom  11.  August  2011  vorbrachte,  es  seien  Anzeigeschriften  vorhanden,  die  ihm  so  schnell  als  möglich  zugestellt  würden (Akten BFM A17/17 F14, F18 und F19), dass auch diesbezüglich  in der Rechtsmitteleingabe nichts Stichhaltiges  entgegnet wird, dass  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  zudem  zu  Recht  feststellte,  es  bleibe  nicht  nachvollziehbar,  weshalb  gerade  der  Beschwerdeführer  als  allenfalls  einfaches  Mitglied  der  Chattro­Dal  von  der  Polizei  wegen Waffenbesitzes  und  Mordes  hätte  angezeigt  werden  sollen, dass die diesbezüglichen Entgegnungen in der Rechtsmitteleingabe sich  als  blosse  Gegenbehauptungen  ausnehmen  und  nicht  zu  überzeugen  vermögen, dass mit dem BFM auch einig zu gehen  ist, dass der Beschwerdeführer  den  Angriff  anlässlich  der  Veranstaltung  vom  20.  Januar  2011  nicht  substanziiert  aus  seiner  Sicht  beschreiben  konnte  und  sich  zudem  teilweise widersprach (A17/17 F130), dass im vorliegenden Verfahren aufgrund der Aktenlage in Beachtung der  im Urteil BVGE 2007/8 festgelegten Richtlinien (E. 5.7) unter Verzicht auf  zusätzliche tatbeständliche oder rechtliche Abklärungen im Rahmen einer  bloss  summarischen  Prüfung  der  Schluss  gezogen  werden  kann,  dass  der  Beschwerdeführer  offensichtlich  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht 

E­10/2012 glaubhaft zu machen vermochte, und einem Vollzug seiner Wegweisung  keine Hindernisse entgegenstehen (Art. 32 Abs. 3 Bstn. b und c AsylG), dass  im Übrigen  festzustellen  ist,  dass  sich  der Beschwerdeführer  trotz  dem Hinweis  in  der  Zwischenverfügung  des Bundesverwaltungsgerichts  vom 11. Januar 2012 auf Art. 32 Abs. 2 VwVG weder weiter vernehmen  liess  noch  sachdienliche  Beweismittel  nachreichte  oder  zumindest  darzutun bestrebt war, sich um solche bemüht zu haben, dass  das  BFM  demnach  in  Anwendung  von  Art. 32  Abs.  2  Bst.  a  und  Abs. 3 AsylG zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht  eingetreten ist, dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung  aus der Schweiz zur Folge hat  (Art. 44 Abs. 1 AsylG), der Kanton keine  Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung  einer solchen besteht (BVGE 2009/50 E. 9 S. 733), weshalb die verfügte  Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und  demnach vom BFM zu Recht angeordnet wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG), dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen, wenn  der  strikte  Beweis möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen  (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht,  2. Aufl.,  Basel 2009, Rz. 11.148), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 

E­10/2012 (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser  massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist,  da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen  Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet  und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im  Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  die  dem  Beschwerdeführer im Heimat­ oder Herkunftsland droht, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass  weder  die  allgemeine  Lage  in  Bangladesch  noch  individuelle  Gründe  einem  Vollzug  der  Wegweisung  entgegenstehen  und  der  Beschwerdeführer über eine gute Schulbildung verfügt, dass nichts auf eine konkrete Gefährdung  im Falle einer Rückkehr nach  Bangladesch  schliessen  lässt,  weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend auch zumutbar ist, dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen  (Art.  83  Abs.  2  AuG),  und  es  dem  Beschwerdeführer  obliegt,  bei  der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art. 8 Abs. 4 AsylG und BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ff.), dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.–      (Art.  16  Abs.  1  Bst.  a  VGG  i.V.m.  Art.  1­3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63  Abs. 1  VwVG)  und  mit 

E­10/2012 Zwischenverfügung  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  11.  Januar  2012 das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und  um unentgeltliche Rechtsverbeiständung abgewiesen wurde, dass keine Veranlassung besteht, darauf zurückzukommen, dass  die  Verfahrenskosten  durch  den  geleisteten  Kostenvorschuss  im  gleichen Betrag gedeckt und mit diesen zu verrechnen sind. (Dispositiv nächste Seite)

E­10/2012 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Sie  sind  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  gedeckt  und  werden mit diesem verrechnet. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Kurt Gysi Christoph Berger Versand:

E-10/2012 — Bundesverwaltungsgericht 29.02.2012 E-10/2012 — Swissrulings