Skip to content

Bundesverwaltungsgericht 14.02.2012 D-729/2012

February 14, 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,122 words·~6 min·5

Summary

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 2. Februar 2012

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­729/2012 Urteil   v om   1 4 .   Februar   2012 Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli, mit Zustimmung von Richterin Contessina Theis; Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig. Parteien A._______, geboren (…), alias B._______, geboren (…), Niger,  (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin­Verfahren);  Verfügung des BFM vom 2. Februar 2012 / N _______.

D­729/2012 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer sein Heimatland eigenen Angaben zufolge im  Jahr 2006 in Richtung C._______ verliess, dass er in D._______ als Autoelektriker gearbeitet habe, im Mai 2011 von  dort ausgereist sei und am 5. Mai 2011 E._______ erreicht habe, dass  er  von  der  Küstenwache  gerettet  worden  sei,  nachdem  er  mit  anderen auf dem Meer die Orientierung verloren habe, dass man  ihn per Schiff  in ein Lager überwiesen habe, wo er zwei oder  drei Wochen geblieben sei, dass  er  anschliessend nach F._______ gebracht worden  sei, wo  er  ein  Asylgesuch  eingereicht  und  eine Aufenthaltsbewilligung  für  drei Monate  erhalten habe, dass er nach Ablauf der Bewilligung am 6. Oktober 2011  in G._______  befragt worden sei und einen negativen Entscheid erhalten habe, dass er einen Anwalt aufgesucht habe, der ihm mitgeteilt habe, er werde  einen Rekurs einreichen, dass  er  das  Asylzentrum  in  G._______  am  10.  Januar  2012  verlassen  habe, mit dem Zug nach F._______ und weiter  im Bus nach H._______  gereist sei, dass  der  Beschwerdeführer  am  10.  Januar  2012  illegal  in  die  Schweiz  gelangte,  wo  er  gleichentags  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  I._______ um Asyl nachsuchte, dass  das  BFM  dem  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Befragung  zur  Person am 16.  Januar  2012 das  rechtliche Gehör  zum bevorstehenden  Nichteintretensentscheid,  zur Zuständigkeit  Italiens  für die Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  beziehungsweise  zu  einer  allfälligen Wegweisung dorthin gewährte und  ihm Gelegenheit  gab,  sich  dazu zu äussern, dass  er  in  diesem  Zusammenhang  erklärte,  Gott  habe  ihm  gesagt,  er  solle in die Schweiz kommen,

D­729/2012 dass er nicht nach Italien zurückkehren möchte, da die Behandlung in der  Schweiz gut sei, dass er  in  Italien gegrüsst habe,  jedoch selbst von niemandem gegrüsst  worden sei, dass das BFM gestützt auf einen Eurodac­Treffer am 13. Januar 2012 an  Italien  ein  Ersuchen  um  Übernahme  des  Beschwerdeführers  im  Sinne  von Art.  16 Abs. 1 Bst.  c der Verordnung  [EG] Nr. 343/2003 des Rates  vom 18. Februar 2003 (Dublin­II­Verordnung) zur Festlegung der Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines von einem Drittstaatsangehörigen in einem Mitgliedstaat gestellten  Asylantrags zuständig ist, stellte (vgl. A12), dass  die  italienischen  Behörden  jedoch  innerhalb  der  festgelegten  Frist  zum Übernahmeersuchen keine Stellung nahmen, dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  2.  Februar  2012  –  eröffnet  am 6.  Februar  2012  –  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs.  2  Bst.  d  des  Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  vom  10.  Januar  2012  nicht  eintrat,  die  Wegweisung  nach  Italien  verfügte,  den  Beschwerdeführer  –  unter  Androhung  von  Zwangsmitteln  im  Unterlassungsfall  –  aufforderte,  die  Schweiz  spätestens  am  Tag  nach  Ablauf  der  Beschwerdefrist  zu  verlassen,  den  Kanton  J._______  verpflichtete,  die  Wegweisungsverfügung  zu  vollziehen,  dem  Beschwerdeführer  die  editionspflichtigen  Akten  gemäss  Aktenverzeichnis  aushändigte,  und  feststellte,  eine  allfällige  Beschwerde  gegen  die  Verfügung  habe  keine  aufschiebende Wirkung, dass  der  Beschwerdeführer  gegen  diese  Verfügung mit  Telefaxeingabe  vom 8. Februar 2012 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob  und dabei beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, dass  festzustellen  sei,  die  vorsorgliche Rückführung  in  ein  Drittland  sei  unzulässig,  unzumutbar  und  unmöglich,  und  er  könne  sich  bis  zum  Abschluss des Asylverfahrens in der Schweiz aufhalten, dass  seine  Flüchtlingseigenschaft  anzuerkennen  und  ihm  Asyl  zu  gewähren sei,

D­729/2012 dass  die  Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit  und  Unzulässigkeit  des  Wegweisungsvollzugs  festzustellen  und  die  vorläufige  Aufnahme  anzuordnen sei, dass die  unentgeltliche Prozessführung  zu gewähren,  auf  die Erhebung  eines  Kostenvorschusses  zu  verzichten  und  ihm  eine  amtliche  Rechtsvertretung beizuordnen sei, dass  eventualiter  die  aufschiebende  Wirkung  der  Beschwerde  wiederherzustellen (recte: zu erteilen) sei, dass  das  Original  der  Beschwerde  am  9.  Februar  2012  beim  Bundesverwaltungsgericht einging, dass  als  Beweismittel  Kopien  diverser  Dokumente  der  italienischen  Behörden  (Aufenthaltsbewilligung  vom  28.  Juni  2011,  Vorladung  vom  29. September 2011, Anhörungsprotokoll vom 6. Oktober 2011, negativer  Asylentscheid  vom  6.  Oktober  2011  und  Protokoll  betreffend  Entscheidmitteilung vom 14. Dezember 2011) und das Protokoll der beim  BFM durchgeführten Befragung vom 16. Januar 2012 eingereicht wurden, dass  auf  die  Beschwerdebegründung,  soweit  entscheidrelevant,  in  den  Erwägungen eingegangen wird, dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  9.  Februar  2012  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), dass  der  zuständige  Instruktionsrichter  des  Bundesverwaltungsgerichts  den  Vollzug  der Wegweisung  gestützt  auf  Art.  56  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021) mit Verfügung vom 13. Februar 2012 vorsorglich aussetzte, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 

D­729/2012 17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  eine  solche  Ausnahme  in  casu  nicht  vorliegt,  weshalb  das  Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde –  unter  Vorbehalt  der  nachfolgenden  Erwägungen  –  einzutreten  ist  (Art. 108 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass  im vorliegenden Beschwerdeverfahren einzig zu prüfen  ist, ob das  BFM  gestützt  auf  Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eingetreten  ist  und  die  Voraussetzungen einer Rückführung nach  Italien  (Drittstaat)  im Rahmen  der Dublin­II­Verordnung als gegeben erachtet hat, dass  daher  auf  die  Rechtsbegehren  betreffend  Rückführung  in  ein  Drittland,  Verbleib  in  der  Schweiz  bis  zum  Verfahrensabschluss,  Flüchtlingseigenschaft und Asyl nicht einzutreten ist, dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer  selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

D­729/2012 dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs  materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  volle Kognition zukommt, dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass man den Beschwerdeführer gemäss dem Eurodac­Treffer am 8. Mai  2011  in  K._______  aufgriff  und  er  am  19.  Mai  2011  in  F._______  ein  Asylgesuch einreichte, dass  er  eigenen  Angaben  zufolge  und  gemäss  dem  eingereichten  Beweismittel in Italien über eine Aufenthaltsbewilligung mit Gültigkeit vom  28. Juni 2011 bis zum 27. September 2011 verfügte, dass  im  Weiteren  angesichts  des  Umstands,  wonach  die  italienischen  Behörden  es  unterliessen,  sich  innert  Frist  zu  einer  Übernahme  des  Beschwerdeführers  vernehmen  zu  lassen,  davon  auszugehen  ist,  dem  Ersuchen  des  BFM  vom  13.  Januar  2012  sei  zugestimmt  worden (Art. 20 Abs. 1 Bst. c Dublin­II­Verordnung), dass  das  BFM  bei  dieser  Sachlage  zu  Recht  von  der  Zuständigkeit  Italiens für die Durchführung des Asylverfahrens ausging, dass der Beschwerdeführer  in der Rechtsmitteleingabe  im Wesentlichen  geltend macht, im Asylzentrum in G._______ sei es für ihn sehr schwierig  gewesen, da es zu viel Lärm gehabt und zu einer Schlägerei unter den  Bewohnern gekommen sei, dass er medizinisch nicht gut behandelt worden sei,

D­729/2012 dass man ihm in Italien gesagt habe, wenn er wieder zurückkomme, dürfe  er nicht mehr im Zentrum bleiben, dass  er  Italien  nicht  habe  verlassen  wollen,  jedoch  dazu  gezwungen  worden sei, dass weder die bei der Gewährung des rechtlichen Gehörs geäusserten  Einwände noch die auf Beschwerdeebene geltend gemachten Vorbringen  an  der  Zuständigkeit  Italiens  für  die  Durchführung  des  Asylverfahrens  etwas  ändern  können  und  auch  keinen  Anlass  zur  Ausübung  des  Selbsteintrittsrechts der Schweiz (Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­Verordnung, Art.  29a  Abs. 3  der  Asylverordnung  1  vom  11.  August  1999  über  Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]) begründen, dass auch sonst keine Gründe zur Ausübung des Selbsteintrittsrechts der  Schweiz  (Art.  3  Abs.  2  Dublin­II­Verordnung)  ersichtlich  sind,  zumal  Italien  Signatarstaat  des  Abkommens  vom  28.  Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR  0.142.30),  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  und  des  Übereinkommens  vom  10.  Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder  erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) ist, und sich aus  den Akten  keine  konkreten Hinweise ergeben, wonach  Italien  sich nicht  an  die  daraus  resultierenden  massgebenden  völkerrechtlichen  Bestimmungen,  insbesondere  an  das  Rückschiebungsverbot  oder  die  einschlägigen Normen der EMRK, halten würde, dass  der  Beschwerdeführer  vielmehr  den  italienischen  Behörden  übergeben wird, die damit die Möglichkeit haben, sich um ihn gebührend  zu kümmern und sein Asylverfahren durchzuführen, dass  Italien  im  Übrigen  an  die  Richtlinie  2003/9/EG  des  Rates  vom 27.  Januar  2003  zur  Festlegung  von Mindestnormen  für  die  Aufnahme  von Asylsuchenden in den Mitgliedstaaten (Aufnahmerichtlinie) gebunden  ist  und  demnach  dafür  besorgt  sein  muss,  den  Asylsuchenden  ein  menschenwürdiges Leben zu ermöglichen, dass  infolgedessen  seine  Befürchtung,  vom  Asylzentrum  nicht  aufgenommen zu werden, unbegründet ist, dass nach dem Gesagten keine konkreten Anhaltspunkte dafür ersichtlich  sind,  der Beschwerdeführer würde  im Falle  einer Rückkehr  nach  Italien 

D­729/2012 wegen der dortigen Aufenthaltsbedingungen in eine existenzielle Notlage  geraten, dass  Dublin­Rückkehrende  und  verletzliche  Personen  betreffend  Unterbringung  von  den  italienischen  Behörden  bevorzugt  behandelt  werden  und  sich  neben  den  staatlichen  Strukturen  auch  zahlreiche  private  Hilfsorganisationen  der  Betreuung  von  Asylsuchenden  und  Flüchtlingen annehmen, dass  der  Beschwerdeführer  in  Italien  schliesslich  behördlichen  Schutz  gegen  allfällige  Schwierigkeiten  mit  Drittpersonen  beanspruchen  kann,  weshalb  sein  in  der Beschwerde  geltend  gemachtes Vorbringen,  es  sei  im Asylzentrum zu einer Schlägerei gekommen, nicht zu einem Verbleib  in der Schweiz zu führen vermag, dass  davon  auszugehen  ist,  Italien  komme  seinen  Verpflichtungen  im  Rahmen der Dublin­II­Verordnung auch in medizinischer Hinsicht nach,  dass  der  Beschwerdeführer  somit  die  Möglichkeit  hat,  sich  zwecks  Behandlung allfälliger gesundheitlicher Probleme an das dafür zuständige  medizinische Personal zu wenden, dass schliesslich auch die als Beweismittel eingereichten Dokumente zu  keiner anderen Einschätzung zu  führen vermögen, weshalb darauf nicht  näher einzugehen ist, dass  das  BFM  angesichts  der  gesamten  Umstände  zu  Recht  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers nicht eingetreten ist, dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  EMARK 2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und  demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, dass  im  Rahmen  des  Dublin­Verfahrens,  bei  dem  es  sich  um  ein  Überstellungsverfahren  in  den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuchs  zuständigen  Staat  handelt,  systembedingt  kein  Raum  bleibt  für  Ersatzmassnahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 

D­729/2012 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen  und Ausländer (AuG, SR 142.20), dass  die  Prüfung  von  allfälligen  Wegweisungshindernissen  vielmehr  bereits  im  Rahmen  des  Nichteintretensentscheides  selber  stattzufinden  hat, namentlich unter dem Blickwinkel der Souveränitätsklausel von Art. 3  Abs.  2  Dublin­II­Verordnung  i.V.m.  Art.  29a  Abs.  3  AsylV  1,  welche  jedoch, wie vorstehend erwähnt, nicht zur Anwendung gelangen, dass  der  vom  Bundesamt  verfügte  Wegweisungsvollzug  nach  Italien  demnach zu bestätigen ist, dass  es  dem  Beschwerdeführer  somit  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, soweit darauf einzutreten ist, dass  mit  dem  Urteil  in  der  Hauptsache  die  Gesuche  um  Erteilung  der  aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde  und  um  Verzicht  auf  die  Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden sind, dass  sich  die  Beschwerde  aufgrund  vorstehender  Erwägungen  als  aussichtslos  erweist,  weshalb  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  VwVG  unbesehen  einer allfälligen Bedürftigkeit des Beschwerdeführers abzuweisen ist, dass  das  Gesuch  um  Beiordnung  einer  amtlichen  Rechtsvertretung  gemäss Art. 65 Abs. 2 VwVG wegen Nichterfüllens der Voraussetzungen  von Art. 65 Abs. 1 VwVG ebenfalls abzuweisen ist, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.–  (Art. 1 ­  3  des Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1  und 5 VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

D­729/2012 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2.  Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne  von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG werden abgewiesen. 3.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Fulvio Haefeli Karin Schnidrig Versand:

D-729/2012 — Bundesverwaltungsgericht 14.02.2012 D-729/2012 — Swissrulings