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Bundesverwaltungsgericht 20.01.2012 D-5262/2009

January 20, 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,974 words·~10 min·1

Summary

Asyl und Wegweisung | Vollzug der Wegweisung; Verfügung des BFM vom 21. Juli 2009

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­5262/2009 Urteil   v om   2 0 .   J a nua r   2012 Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richterin Jenny de Coulon Scuntaro,  Richterin Nina Spälti Giannakitsas,    Gerichtsschreiberin Corinne Krüger. Parteien A._______, geboren am (…), B._______, geboren am (…), C._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch lic. iur. Claudia Tamuk, Caritas Schweiz, (…),  Beschwerdeführende,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Vollzug der Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 21. Juli 2009 / N (…).

D­5262/2009 Sachverhalt: A.  Die  Beschwerdeführenden,  ethnische  Tamilen  aus  dem  Distrikt  D._______  (Nordprovinz),  verliessen  ihren  Heimatstaat  nach  eigenen  Angaben am 20. Juli 2008. Am 24. September 2008 reisten sie in einem  Auto  in  die Schweiz  ein  und  ersuchten  am gleichen Tag  im Empfangs­  und Verfahrenszentrum (EVZ) E._______ um Asyl. Am 3. Oktober 2008  wurden sie ins Transitzentrum F._______ transferiert. Dort wurden sie am  15.  Oktober  2008  summarisch  zu  ihren  Personalien,  zu  ihren  Ausreisegründen  sowie  zu  ihrem  Reiseweg  befragt.  Am  10.  Juli  2009  führte  das  BFM  mit  den  Beschwerdeführenden  eine  einlässliche  Anhörung zu ihren Asylgründen durch. B.  Zur  Begründung  ihrer  Asylgesuche  machten  die  Beschwerdeführenden  geltend, sie hätten seit ihrer Heirat im Jahr 2001 in G._______ im Distrikt  D._______  gelebt.  Der  Beschwerdeführer  habe  seit  einigen  Jahren  als  Tuktukfahrer  gearbeitet.  Sie  seien  ausgereist,  weil  sie  seit  2005  bzw.  2007  immer  wieder  von  irgendwelchen  Leuten  belästigt,  bedroht  und  auch geschlagen worden seien. Manchmal sei der Beschwerdeführer von  diesen  Leuten  aufgefordert  worden,  sie  auch  während  der  Ausgangssperre mit  dem Tuktuk  zu befördern. Sie  seien nachts  zu  ihm  nach  Hause  gekommen  und  hätten  ihn  mitgenommen.  Diese  Leute  hätten  vermutlich etwas mit  der Polizei  zu  tun gehabt,  da  sich während  der Ausgangssperre sonst niemand so frei bewegen könne wie diese. Ein  Freund  bzw.  zwei  Freunde  von  ihm  seien  in  ähnlicher  Weise  belästigt  worden und 2006 bzw. Anfang 2007 verschwunden. Aus Angst, dass ihn  dasselbe  Schicksal  treffen  könnte,  hätten  sie  beschlossen,  ihren  Heimatstaat zu verlassen.  Im Juni 2008 seien sie von einem Agenten  in  ein Haus in H._______ gebracht worden. Am 20. Juli 2008 hätten sie ihr  Heimatland  auf  einem  Frachtschiff  verlassen  und  seien  über  ihnen  unbekannte  Länder  am  24. September  2008  in  die  Schweiz  eingereist.  Anlässlich  der  einlässlichen  Anhörung  machte  der  Beschwerdeführer  ausserdem geltend, sein jüngerer Bruder sei Mitglied der LTTE. Deshalb  seien  nach  seiner  Flucht  in  die  Schweiz  Leute  bei  seinen  Nachbarn  gewesen und hätten sich nach ihm und seinem Aufenthaltsort erkundigt.  Sie  hätten  wissen  wollen,  ob  er  seinen  Bruder  versteckt  habe.  Schliesslich  erklärte  der  Beschwerdeführer,  weil  er  in  der  Friedenszeit  Ende  2003  zur  Erinnerung  der  gefallenen  LTTE­Soldaten  Öllampen 

D­5262/2009 gekauft  habe,  sei  er  von  der  Polizei  und  Mitgliedern  der  Anti­LTTE­ Bewegung mitgenommen und geschlagen worden. C.  Mit  Verfügung  vom  21.  Juli  2009  stellte  das  BFM  fest,  die  Beschwerdeführenden  erfüllten  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  und  lehnte ihre Asylgesuche ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus  der  Schweiz  und  ordnete  deren  Vollzug  an.  Die  Vorinstanz  begründete  ihre  Verfügung  im  Wesentlichen  damit,  dass  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführenden  nicht  asylrelevant  seien,  weshalb  ihre  Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse. Den Vollzug der Wegweisung  nach  Sri  Lanka  erachtete  die  Vorinstanz  für  zulässig,  zumutbar  und  möglich. D.  Mit  Eingabe  vom  20.  August  2009  liessen  die  Beschwerdeführenden  durch  ihre  Rechtsvertreterin  gegen  diesen  Entscheid  Beschwerde  erheben  und  beantragen,  es  seien  die  Ziffern  3  bis  5  des  Entscheides  vom  21. Juli  2009  aufzuheben,  es  sei  die  Unzulässigkeit  und  Unzumutbarkeit  des  Vollzugs  der Wegweisung  festzustellen  und  es  sei  ihnen  als  Folge  davon  von  Amtes  wegen  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  liessen  sie  zudem  beantragen, es sei ihnen die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. E.  Mit  Zwischenverfügung  vom  26.  August  2009  verfügte  der  Instruktionsrichter,  die Beschwerdeführenden könnten den Ausgang des  Verfahrens  in  der  Schweiz  abwarten.  Gleichzeitig  forderte  er  sie  auf,  innert  30  Tagen  ab  Erhalt  der  Verfügung  rechtsgenügliche  Ausweisdokumente  im  Original  nachzureichen  und  verfügte,  dass  über  das Gesuch um Gewährung der  unentgeltlichen Rechtspflege  zu einem  späteren  Zeitpunkt  befunden  werde.  Auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses wurde verzichtet. F.  Am 28. September 2009  reichte die Rechtsvertreterin die  Identitätskarte  der Beschwerdeführerin  zusammen mit  dem Original­Briefumschlag  aus  Sri Lanka zu den Akten. G.  Am 6. Oktober 2009  liess sich das BFM schriftlich zur Beschwerde vom 

D­5262/2009 20.  August  2009  vernehmen  und  beantragte  deren  Abweisung.  Es  erklärte,  die  Beschwerdeschrift  enthalte  keine  neuen  erheblichen  Tatsachen  oder  Beweismittel,  welche  eine  Änderung  seines  Standpunktes  rechtfertigen  könnten.  Die  Vernehmlassung  wurde  den  Beschwerdeführenden  am  9.  Oktober  2009  zur  Kenntnisnahme  zugestellt. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]). 1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6  AsylG). 1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Die  Beschwerdeführenden  haben  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  und  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung.  Sie  sind  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 2 AsylG, Art. 48 Abs. 1  sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 

D­5262/2009 oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3.  Die Beschwerde  richtet sich allein gegen den Vollzug der angeordneten  Wegweisung. Gegenstand des Beschwerdeverfahrens bildet somit einzig  die  Frage,  ob  das  BFM  den  Vollzug  der  Wegweisung  zu  Recht  angeordnet  hat  oder  ob  anstelle  des  Vollzugs  die  vorläufige  Aufnahme  anzuordnen ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 des Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005 über  die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG,  SR 142.20]).  4.  4.1.  4.1.1. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder  nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG). 4.1.2. Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner  Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte  Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 4.2.  4.2.1.  Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des  Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 4.2.2. So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land  gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 4.2.3. Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des 

D­5262/2009 Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 4.2.4. Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  zutreffend  darauf hin, dass das Prinzip des  flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement  nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den  Beschwerdeführenden  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der  in Art. 5  AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  der  Beschwerdeführenden nach Sri Lanka ist demnach unter dem Aspekt von  Art. 5 AsylG rechtmässig. 4.2.5.  Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  der  Beschwerdeführenden noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie  für  den  Fall  einer  Ausschaffung  nach  Sri  Lanka  dort  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  einer  nach Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wären.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des UN­Anti­Folterausschusses müssten die Beschwerdeführenden eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft  machen,  dass  ihnen  im  Fall  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen würde  (vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom  28. Februar  2008,  Beschwerde  Nr. 37201/06,  §§ 124 – 127,  mit  weiteren  Hinweisen).  Auch  die  allgemeine  Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug zum  heutigen  Zeitpunkt  klarerweise  nicht  als  unzulässig  erscheinen.  Nach  dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl­  als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 4.3.  4.3.1.   Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen  und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren.

D­5262/2009 4.3.2.  Das  BFM  führte  in  seiner  Verfügung  vom  21.  Juli  2009  zur  Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung aus, der Krieg zwischen der  srilankischen  Regierung  und  der  separatistischen  Liberation  Tigers  of  Tamil  Eelam  (LTTE)  sei  im  Mai  2009  mit  der  Niederlage  der  LTTE  zu  Ende  gegangen.  Damit  befinde  sich  das  gesamte  Land  erstmals  seit  1983 wieder unter Regierungskontrolle. Der dem Bürgerkrieg zu Grunde  liegende Konflikt, wie beispielsweise die Frage der regionalen Autonomie  für  die  tamilische Minderheit  im  Norden  und  Osten  des  Landes,  bleibe  vorerst  ungelöst.  Zudem  habe  sich  die  Sicherheits­  und  Menschenrechtslage  namentlich  im  Norden  aber  auch  im  Osten  des  Landes nicht massgeblich verändert. Unter diesen Umständen erscheine  der  Vollzug  der Wegweisung  der  Beschwerdeführenden  in  den  Norden  Sri  Lankas nicht  zumutbar. Gestützt auf die mit  der Staatsangehörigkeit  verbundene  Niederlassungsfreiheit  der  Beschwerdeführenden  könnten  sie jedoch in einem anderen Teil  ihres Heimatlandes ­ beispielsweise im  Grossraum  Colombo  –  Wohnsitz  nehmen.  Zwar  gebe  es  auch  im  Südwesten  Sri  Lankas  und  insbesondere  im  Grossraum  Colombo  sehr  strenge Sicherheitskontrollen. Es sei aber davon auszugehen, dass sich  in  dieser  Region  die  Sicherheitslage  mit  Beendigung  des  Krieges  stabilisieren  und  allmählich  verbessern  werde.  Insgesamt  bestehe  im  Süden  und Westen  des  Landes  keine  Situation  allgemeiner  Gewalt  im  Sinne  von  Art.  83  Abs.  4  AuG.  Der  Vollzug  der Wegweisung  sei  unter  diesen Umständen nicht generell als unzumutbar zu bezeichnen.  4.3.3.  Das  BFM  führte  weiter  aus,  die  Eltern  des  Beschwerdeführers  lebten  gemäss  seinen  Angaben  in  I._______,  Distrikt  D._______,  Nordprovinz. Seine eigenen Geschwister und diejenigen der Eltern seien  alle  nach  J._______  gegangen.  Der  Beschwerdeführer  wisse  nicht,  wo  sie  jetzt  seien. Manche  seien  beim  Tsunami  umgekommen.  Verwandte  hätten ihnen die Reise finanziert und organisiert, deren Namen habe der  Beschwerdeführer  aber  nicht  nennen wollen. Zwei  der  drei Geschwister  der  Beschwerdeführerin  lebten  offenbar  noch  bei  den  Eltern,  eine  Schwester  lebe  in K._______, Nordprovinz. Die Geschwister  ihrer Eltern  lebten ebenfalls  in  I._______,  ausser  einem Onkel  in  London und einer  Tante  in  Italien. Einen Teil der Reise habe ein Onkel  ihres Mannes und  andere Bekannte bezahlt. Der Beschwerdeführer sei ein junger gesunder  Mann  und  habe  Arbeitserfahrung  als  Fahrer  und  Maurer.  Bezüglich  anderer  individueller  Gründe,  die  gegen  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  sprächen,  stehe  fest,  dass  die  Beschwerdeführenden nur  unglaubhafte  und unsubstanziierte Aussagen  zum  angeblichen  Fehlen  des  Beziehungsnetzes,  Unmöglichkeit  der 

D­5262/2009 Kontaktaufnahme  mit  der  Familie  im  Norden,  zur  Unfähigkeit  der  Einreichung ihrer Identitätskarten und zu ihren übrigen Lebensumständen  zu machen vermocht hätten, weswegen unter Hinweis auf die Verletzung  der  Mitwirkungs­  und  Wahrheitspflicht  am  Vollzug  der  Wegweisung  festgehalten werde. Zudem lebten Verwandte der Beschwerdeführenden  im Ausland bzw. hätten  ihnen die Ausreise aus Sri  Lanka  finanziert. Es  sei  ihnen  im  Rahmen  der  Verwandtenunterstützungspflicht  zuzumuten,  die Beschwerdeführenden bei  ihrer Rückkehr nach Sri Lanka bei Bedarf  auch  dort  finanziell  zu  unterstützen.  Folglich  erachtete  das  BFM  eine  Rückkehr der Beschwerdeführenden in den Heimatstaat als zumutbar. 4.3.4.  Demgegenüber  führte  die  Rechtsvertreterin  der  Beschwerdeführenden  in  der Rechtsmitteleingabe  im Wesentlichen aus,  obwohl  der  Bürgerkrieg  in  Sri  Lanka  offiziell  beendet  sei,  herrsche  in  praktisch allen Gebieten nach wie vor eine allgemeine Lage der Gewalt.  Das BFM habe in seiner Verfügung auch zu Recht festgestellt, dass der  Wegweisungsvollzug  der  Beschwerdeführenden  in  ihre  Heimatregion  D._______  unzumutbar  sei.  Gemäss  dem  letzten  Grundsatzurteil  des  Bundesverwaltungsgerichts vom 14. Februar 2008  (E­2775/2007) werde  festgestellt,  dass  Tamilen  nur  in  Colombo  oder  in  anderen  von  der  Regierung kontrollierten Gebieten im Süden des Landes eine zumutbare  Fluchtalternative  hätten  und  dies  auch  nur  dann,  wenn  "besonders  begünstigende, d.h. positive individuelle Umstände" vorliegen, namentlich  ein  tragfähiges  Familien­  oder  sonstiges Beziehungsnetz,  die  konkreten  Möglichkeiten  der  Sicherung  des  Existenzminimums  sowie  die  Wohnsituation.  4.3.5.  Die  Rechtsvertreterin  machte  weiter  geltend,  die  Beschwerdeführenden stammten aus G._______, Distrikt D._______. Sie  hätten  nie  im  Grossraum  Colombo  gelebt,  hätten  sich  lediglich  einige  Tage  versteckt  durch  einen  Schlepper  unmittelbar  vor  der  Ausreise  in  H._______  aufgehalten.  Im  Grossraum  Colombo  würden  die  Beschwerdeführenden  über  kein  Beziehungsnetz  verfügen.  Ihre  Verwandten  lebten  alle  entweder  im  Distrikt  D._______  oder  im  J._______­Gebiet,  ausser  einem  Onkel  in  London  und  einer  Tante  in  Italien. Bei den Beschwerdeführenden handle es sich um ein Ehepaar mit  einem  Kleinkind.  Die  Ehefrau  sei  Hausfrau  und  habe  keine  spezielle  Ausbildung. Der Ehemann habe ebenfalls nur sehr geringe Schulbildung.  Er  halte  sich  und  seine  Familie  als  Tuktuk­Fahrer  und  Gelegenheitsarbeiter  knapp  über  Wasser.  Die  Beschwerdeführenden  würden  zudem  über  keine  Singhalesisch­Kenntnisse  verfügen.  Eine 

D­5262/2009 Integration  im  Grossraum  Colombo  dürfte  unter  diesen  Umständen  scheitern.  Weder  würde  ihnen  dort  Wohnraum  zur  Verfügung  stehen,  noch könnten sie eine Arbeit finden, welche ihre Existenz sichern würde.  Entgegen der Auffassung der Vorinstanz sei nicht damit zu rechnen, dass  die Beschwerdeführenden von Verwandten  finanziell unterstützt würden.  Bereits  zur  Finanzierung  der  Ausreise  hätten  sich  die  Beschwerdeführenden massiv  verschuldet.  Die  Verwandten,  die  sie  bei  der Bezahlung des Schleppers unterstützt hätten, hätten Land verkaufen  müssen. Keiner der Verwandten sei  so  vermögend, dass er die Familie  längerfristig  in  einem  Rahmen  unterstützen  könnte,  der  ihre  Existenz  sichern könnte. Die meisten Familienmitglieder seien  intern Vertriebene,  einige zudem durch den Tsunami schwer getroffen.  In den Kriegswirren  sei  der  Kontakt  zu  vielen  Verwandten  abgebrochen  und  die  Beschwerdeführenden wüssten nicht so genau, wo sie sich aufhielten. Im  Ausland befänden sich nur ein Onkel und eine Tante, also nicht Mitglieder  der Kernfamilie  der Beschwerdeführenden. Diese hätten  keinen Kontakt  zu  ihnen.  Mit  einer  Unterstützung  durch  den  Onkel  und  die  Tante  sei  deswegen  nicht  zu  rechnen.  Selbst  wenn  die  finanzielle  Existenz  der  Beschwerdeführenden  durch  Verwandte  gesichert  wäre,  so  würde  dies  die  fehlenden Beziehungen  im Grossraum Colombo  sowie  die  fehlende  Bildung und Berufserfahrung nicht wettmachen,  so dass der Grossraum  Colombo  für  die  Beschwerdeführenden  auch  dann  keine  zumutbare  Fluchtalternative darstellen würde.  4.3.6.  Die  Rechtsvertreterin  hielt  schliesslich  fest,  dem  Argument,  die  Beschwerdeführenden  hätten  ihre  Mitwirkungspflicht  verletzt,  könne  sodann keine Folge geschenkt werden. Über ihre Verwandten und deren  Aufenthaltsort  hätten  die  Beschwerdeführenden  anlässlich  ihrer  Anhörungen  so  gut  wie  möglich  Auskunft  gegeben.  Sie  hätten  zudem  ihrer  Geburtsurkunden,  welche  in  D._______  ausgestellt  worden  seien,  zu  den  Akten  gegeben.  Es  dürfe  dabei  nicht  ausser  Acht  gelassen  werden,  dass  die  Kontaktaufnahme  in  die  Nordprovinzen  Sri  Lankas  wegen  den  Folgen  des  jahrzehntelangen  Bürgerkrieges  und  vor  allem  äusserst heftigen Gefechten in der Endphase stark erschwert sei. 4.3.7. Das Bundesverwaltungsgericht  nahm  im publizierten Urteil  BVGE  2008/2  vom  14.  Februar  2008  zur  Frage  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  abgewiesener  Asylsuchender  tamilischer  Ethnie  eine Lageanalyse vor. Gemäss der diesbezüglich festgelegten Praxis galt  der Vollzug der Wegweisung in die Nordprovinz und in die Ostprovinz als  unzumutbar  (a.a.O.  E.  6).  Eine  innerstaatliche  Aufenthaltsalternative  im 

D­5262/2009 Süden des Landes  konnte  für  srilankische Staatsangehörige  tamilischer  Ethnie  indes  als  zumutbar  erachtet  werden,  wenn  besonders  begünstigende Faktoren – wie ein  tragfähiges Beziehungsnetz und eine  konkrete Unterkunftsmöglichkeit  –  vorlagen, wobei mitzuberücksichtigen  war,  dass  je  kürzer  die  vorangegangene  Aufenthaltsdauer  in  Colombo  und je länger der Auslandaufenthalt war, desto höhere Anforderungen an  das  Vorliegen  der  obgenannten  Kriterien  galten  (a.a.O.  E.  7.6.1  und  E.7.6.2). Wie  in diesem Urteil  festgehalten, waren die Muslime  (die sich  selbst  als  eigenständige   Ethnie  definieren)  von  den  Auseinandersetzungen  im  Norden  und  Osten  der  Insel  nicht  weniger  stark betroffen als die tamilische Bevölkerung. 4.3.8.  Mit  dem  zur  Publikation  vorgesehenen  Grundsatzurteil  E­6220/2006  vom  27.  Oktober  2011  aktualisierte  das  Bundesverwaltungsgericht  die  letztmals  mit  erwähntem  BVGE  2008/2  definierte Lageanalyse Sri Lankas und passte die Wegweisungspraxis an.  Hinsichtlich des Wegweisungsvollzugs hält das Gericht  fest, dass dieser  in das gesamte Gebiet der Ostprovinz grundsätzlich zumutbar ist (a.a. O.  E.  13.1).   Auch  der  Wegweisungsvollzug  in  die  Nordprovinz  –  mit  Ausnahme  des  J._______­Gebiets  –  ist  grundsätzlich  zumutbar,  wobei  sich  eine  zurückhaltende  Beurteilung  der  individuellen  Zumutbarkeitskriterien  sowie  eine  Berücksichtigung  des  zeitlichen  Elementes aufdrängt  (a.a.O. E. 13.2.1). Weiterhin als unzumutbar muss  der  Wegweisungsvollzug,  übereinstimmend  mit  dem  BFM,  für  das  J._______­Gebiet gelten, welches zu Beginn des Jahres 2008 noch von  den  LTTE  kontrolliert  wurde  und  in welchem  sich  in  der  Folge  bis  zum  endgültigen Sieg über die LTTE die Kriegshandlungen abgespielt haben  (a.a.O. E. 13.2.2). Für Personen, die aus dem übrigen Staatsgebiet von  Sri  Lanka  (d.h.  die  Provinzen  North  Central,  North  Western,  Central,  Western  [namentlich  der  Grossraum  Colombo],  Southern,  Sabarugamuwa  und  die  Uva­Provinz)  stammen  und  dorthin  zurückkehren,  ist  der  Wegweisungsvollzug  grundsätzlich  zumutbar  (a.a.O. E.13.3). 4.3.9. Der Beschwerdeführer wurde im Jahr 1980 in L._______ im Distrikt  D._______  geboren.  1985  zog  seine  Familie  nach  I._______  /  D._______.  1996  flüchteten  sie  nach  M._______  und  kehrten  im  Jahr  2002  nach  G._______  /  D._______  zurück.  Die  Beschwerdeführerin  wurde  1980  in  I._______  geboren  und  hielt  sich  mit  ihrer  Familie  von  1995 bis 2002 in N._______ / J._______ auf. Im Jahr 2001 heirateten die  Beschwerdeführenden  und  lebten  seither  zusammen  in  G._______  im 

D­5262/2009 Distrikt  D._______.  Im  Jahr  2006  wurde  ihre  gemeinsame  Tochter  geboren. Eine Rückkehr nach D._______ ist nach neuer Rechtsprechung  grundsätzlich  als  zumutbar  zu  betrachten,  wobei  aber  eine  sorgfältige,  zurückhaltende  Beurteilung  der  individuellen  Zumutbarkeitskriterien  vorzunehmen  ist. Das bedeutet, dass den sozio­ökonomischen und den  medizinischen  Aspekten,  dem  Kindeswohl  und  auch  dem  zeitlichen  Element gebührend Rechnung zu tragen sind. 4.3.10.  Aus  den  Verfahrensakten  gehen  keine  konkreten  Anzeichen  hervor, dass sich die Lebensumstände der Beschwerdeführenden seit der  Ausreise  vor  dreieinhalb  Jahren massgeblich  verändert  haben  könnten.  Auch  ist  die  Dauer  ihrer  Abwesenheit  aus  dem  Heimatstaat  nicht  übermässig lang, so dass sie bei einer Rückkehr keine Probleme mit der  Reintegration  haben  sollten.  Die  Eltern  des  Beschwerdeführers  leben  noch immer in I._______ / D._______, seine drei Geschwister sollen sich  gemäss  eigenen  Angaben  im  J._______­Gebiet  aufhalten  (A1/11,  S.  3;  A16/15,  S.  3).  Die  Eltern,  zwei  erwachsene  Geschwister  und  weitere  Onkel und Tanten der Beschwerdeführerin  leben ebenfalls  in  I._______.  Eine  Schwester  der  Beschwerdeführerin  lebt  ihn  K._______  in  der  Nordprovinz  (A2/1,  S.  3).  Die  Beschwerdeführenden  verfügen  somit  in  ihrem  Heimatstaat  über  ein  tragfähiges  familiäres  Beziehungsnetz,  welches  ihnen  eine  soziale  Wiedereingliederung  in  ihren  Heimatstaat  ermöglichen wird. Auch ist die gemeinsame Tochter mit fünf Jahren noch  in  einem  Alter,  in  dem  es  ihr  problemlos  gelingen  sollte,  sich  in  ihrem  Heimatstaat zu reintegrieren. 4.3.11. Die Beschwerdeführenden sind jung und – soweit aus den Akten  zu entnehmen – gesund. Sie verfügen beide über eine 8 bzw. 11­jährige  solide  Schulbildung  (A1/11,  S.  2;  A2/11,  S.  2).  Der  Beschwerdeführer  verfügt zudem über mehrjährige Arbeitserfahrung. Er hat von ca. 2002 bis  2007  (vgl.  A1/11,  S.  2;  A15/12,  S.  5;  A16/15,  S.  7)  als  Tuktukfahrer  gearbeitet.  Ausserdem  hat  er  immer  wieder  verschiedene  Aushilfsarbeiten  wie  z.B.  als  Maurer  übernommen  (vgl.  zum  Ganzen  A1/11,  S.  2;  A2/11,  S.  2  und  A16/15,  S.  8).  Es  ist  davon  auszugehen,  dass  der  Beschwerdeführer  im  Heimatstaat  auch  wieder  Arbeit  finden  wird und damit für seine Familie aufkommen kann.  4.3.12. Gemäss  Angaben  der  Beschwerdeführenden  haben  sie  für  die  Ausreise  aus  Sri  Lanka  finanzielle  Unterstützung  von  Verwandten  erhalten.  Dies  bestätigt,  dass  die  Beschwerdeführenden  in  ihrem  Heimatstaat über ein bestehendes und gut funktionierendes Familiennetz 

D­5262/2009 mit  grosser  Unterstützungsbereitschaft  verfügen,  welches  ihnen  bei  der  Rückkehr und der Reintegration behilflich sein kann. Bei dieser Sachlage  ist  davon  auszugehen,  dass  die  Beschwerdeführenden  nach  ihrer  Rückkehr mit vorübergehender – nicht dauerhafter wie in der Beschwerde  verneint  –  (finanzieller)  Hilfe  von  Angehörigen  eine  eigene  Existenz  aufbauen können. Aus diesen Gründen  ist davon auszugehen, dass die  Beschwerdeführenden  zusätzlich  zu  dem  bestehenden  Beziehungsnetz  über  die  notwendigen  Voraussetzungen  verfügen,  die  ihnen  eine  wirtschaftliche Wiedereingliederung  in  ihrem  Heimatstaat  und  die  damit  einhergehende Existenzsicherung ermöglichen. 4.3.13. Nach  dem  Gesagten  erweist  sich  der  Vollzug  der Wegweisung  auch als zumutbar. 4.4.  Schliesslich  obliegt  es  den  Beschwerdeführenden,  sich  bei  der  zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG  und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist  (Art. 83  Abs. 2  AuG). 4.5. Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den Wegweisungsvollzug  zu  Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten  fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83  Abs. 1 – 4 AuG). 5.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die  Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 6.  In  der  Instruktionsverfügung vom 26. August  2009 wurde der Entscheid  über  das  Gesuch  um Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  auf  einen  späteren  Zeitpunkt  verschoben.  Dieser  Entscheid  ist  nun  nachzuholen.  Das  vorliegende  Beschwerdeverfahren  konnte  zum  Zeitpunkt  der  Beschwerdeeinreichung  aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  nicht  als  aussichtslos  bezeichnet  werden.  Der  Beschwerdeführer  ist  allerdings  seit  einem  Jahr  in  der  Schweiz  erwerbstätig. Folglich dürfte keine Bedürftigkeit im Sinne von Art. 65 Abs. 

D­5262/2009 1  VwVG  vorliegen.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  ist  daher  abzuweisen.  Die  Verfahrenskosten  sind  den  Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf  insgesamt  Fr. 600.–  festzusetzen  (Art.  1  –  3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite)

D­5262/2009 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die Verfahrenskosten von Fr. 600.­­ werden  in Abweisung des Gesuchs  um  unentgeltliche  Rechtspflege  den  Beschwerdeführenden  auferlegt.  Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten der  Gerichtskasse zu überweisen. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Corinne Krüger Versand:

D-5262/2009 — Bundesverwaltungsgericht 20.01.2012 D-5262/2009 — Swissrulings