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Bundesverwaltungsgericht 31.10.2011 D-4979/2011

October 31, 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,314 words·~12 min·1

Summary

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 16. August 2011

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­4979/2011 Urteil   v om   3 1 .   O k t ob e r   2011 Besetzung Einzelrichter Robert Galliker, mit Zustimmung von Richter Martin Zoller; Gerichtsschreiber Matthias Jaggi. Parteien A._______, geboren (…), Bosnien und Herzegowina,  (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 16. August 2011 / N (…).

D­4979/2011 Sachverhalt: A.  Eigenen  Angaben  zufolge  verliess  der  Beschwerdeführer  am  19.  Mai  2011  seinen  Heimatstaat  und  gelangte  am  15.  Juni  2011  unter  Umgehung der Grenzkontrolle in die Schweiz, wo er am 21. Juni 2011 im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  B._______  um  Asyl  nachsuchte. Dazu wurde er am 5.  Juli  2011  im EVZ B._______ befragt  (Kurzbefragung)  und  am  28.  Juli  2011  am  selben  Ort  angehört  (Anhörung). Zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  machte  der  Beschwerdeführer  im  Wesentlichen  geltend,  er  sei  ethnischer  Serbe,  stamme  aus  der  Gemeinde  C._______  und  habe  ab  seinem  fünften  Lebensjahr  in  D._______  gelebt.  Er  habe  sich  geweigert,  am  Bosnienkrieg  teilzunehmen, weswegen  er mehrmals  festgenommen  und  an  die  Front  geschickt worden sei, von wo er jeweils die Flucht ergriffen habe. Am 27.  Juli  1995  habe  ihn  der  serbische  Offizier  E._______  zu  Hause  aufgesucht, um ihn erneut wegen Dienstverweigerung festzunehmen und  an  die  Front  zu  schicken.  Er   habe  sich  geweigert  und  E._______  erschossen.  In  der  Folge  sei  er  vom Militärgericht  in  F._______ wegen  Mordes  an  E._______  zu  fünfzehn  Jahren Gefängnis  verurteilt  worden.  Im Gefängnis sei er misshandelt und erniedrigt worden. Deswegen habe  er  viele  Briefe  an  das  IKRK,  an  humanitäre  Organisationen  sowie  die  SFOR (Stabilisierungskräfte) geschrieben. Diese Briefe seien  jedoch nie  angekommen, da die Gefängnisleitung sie nie weitergeleitet habe. Noch  während seiner Gefängniszeit habe er von verschiedenen Mitgefangenen  gehört,  dass  sich  die  Söhne  und  die  Brüder  von  E._______  an  ihm  rächen wollten, weshalb er sich nach seiner bedingten Entlassung am 28.  März  2008  in  das  Dorf  G._______  begeben  habe,  wo  ihn  Freunde  unterstützt hätten. Vom Staat – namentlich vom Sozialamt und vom Amt  für  Vertriebene  –  habe  er  keine  Unterstützung  erhalten.  Er  sei  wegen  seiner  Kriegsdienstverweigerung  und  des  begangenen  Mordes  an  E._______  von  seiner  Umgebung  schikaniert  und  provoziert  worden,  woraufhin  er  mit  der  Hilfe  eines  Freundes  am  1.  Februar  2009  nach  Deutschland  gereist  sei,  wo  er  während  neun  Monaten  legal  als  (…)  gearbeitet habe. Anschliessend sei er nach F._______ zurückgekehrt, wo  er  von  seinen  Ersparnissen  gelebt  habe.  In  F._______  sei  er  erneut –  auch  von  den  Behörden  –  benachteiligt  und  diskriminiert  worden.  Niemand  sei  bereit  gewesen,  seine  Wiedereingliederung  in  die  Gesellschaft zu unterstützen. Am 5. Oktober 2010 habe er sich per Brief 

D­4979/2011 hilfesuchend  an  den Präsidenten M. D.  der Republika Srpska  gewandt,  jedoch  nie  eine  Antwort  erhalten.  Er  habe  seine  Menschenrechte  in  seinem Heimatstaat nicht verwirklichen können. So sei er beispielsweise  von  den Behörden  beschimpft  und  provoziert  worden,  als  er Mitte  April  2011  einen  biometrischen  Pass  beantragt  habe.  Erst  mit  Hilfe  eines  Anwalts sei es  ihm gelungen, den Pass zu erhalten.  Im März oder April  2010 habe er von einem Bekannten letztmals gehört, dass die Söhne von  E._______ sich an  ihm rächen wollten. Persönlich sei er  ihnen noch nie  begegnet.  Weil  er  die  Schikanen  und  den  daraus  resultierenden  psychischen  Druck  nicht  mehr  ausgehalten  habe,  habe  er  sein  Heimatland am 19. Mai 2011 verlassen und sei via Kroatien und Italien in  die  Schweiz  gelangt.  Bezüglich  der  weiteren  Aussagen  des  Beschwerdeführers wird auf die Akten verwiesen.  Im  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  reichte  der  Beschwerdeführer  die  folgenden  Dokumente  zu  den  Akten:  Eine  Identitätskarte,  eine  Anmeldung bei der Meldebehörde in H._______ vom 6. Februar 2009 (in  Kopie), einen Antrag auf Zustimmung zum Aufenthaltstitel (in Kopie), ein  Urteil des Obersten Gerichts der Republika Srpska vom 10. März 1999 (in  Kopie,  inklusive  teilweiser  deutscher  Übersetzung),  zwei  Ablehnungen  von  Begnadigungsgesuchen  durch  das  Justizministerium  der  Republika  Srpska  vom  4.  Juli  2003  beziehungsweise  5.  Januar  2007  (teilweise  in  Kopie,  inklusive  deutscher  Übersetzung),  eine  Bestätigung  des  Gefängnisses  von  I._______  vom 31. August  2005  (inklusive  deutscher  Übersetzung), ein Entlassungsschreiben des Gefängnisses in F._______  vom 24. März 2008 (inklusive deutscher Übersetzung), ein Schreiben des  Justizministeriums  der  Republika  Srpska  bezüglich  Freilassung  unter  Auflagen  vom  1.  Februar  2008  (inklusive  teilweiser  deutscher  Übersetzung)  sowie  ein  Hilfegesuch  an  den  Präsidenten  M.  D.  vom  5.  Oktober 2010 (inklusive teilweiser deutscher Übersetzung). B.  Mit  Verfügung  vom  16.  August  2011  –  eröffnet  am  18.  August  2011 –  stellte  das  BFM  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft nicht, und  lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig  verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz und deren Vollzug.  Als  Begründung  führte  die  Vorinstanz  im  Wesentlichen  aus,  der  Beschwerdeführer bringe vor, den serbischen Offizier E._______ getötet  zu haben und daraufhin zu  fünfzehn Jahren Gefängnis verurteilt worden  zu sein, während der er regelmässig physisch und psychisch misshandelt 

D­4979/2011 worden  sei.  Hierzu  sei  zunächst  festzustellen,  dass  es  sich  bei  der  vorliegenden  Gefängnisstrafe  um  eine  staatliche  Massnahme  zu  rechtsstaatlich  legitimen  Zwecken  handle.  Es  sei  die  Pflicht  der  staatlichen  Organe  beim  Vorliegen  eines  strafrechtlichen  Tatbestandes  jedem  Verdacht  nachzugehen  und  die  erforderlichen  Abklärungen  und  Massnahmen  vorzunehmen.  Die  diesbezüglichen  Vorbringen  des  Beschwerdeführers seien somit nicht asylrelevant. Abgesehen davon sei  an  dieser  Stelle  anzumerken,  dass  der  Beschwerdeführer  bei  der  Schilderung des Tathergangs ein wesentliches Detail ausgelassen habe:  So  gehe  aus  dem  eingereichten  Urteil  des  Obersten  Gerichts  der  Republika Srpska vom 10. März 1999 hervor, dass nicht nur er, sondern  auch  die  Frau  von  E._______  des  Mordes  angeklagt  und  verurteilt  worden  sei. Der Beschwerdeführer  bestätige  zwar,  dass  es  sich  hierbei  um  die  Frau  von  E._______  handle,  er  habe  jedoch  nicht  schlüssig  darzulegen  vermocht,  weswegen  er  dieses  zentrale  Detail  bis  anhin  in  seiner  Erzählung  verschwiegen  habe.  Aufgrund  seiner  ausweichenden  Erklärungsversuche sei davon auszugehen, dass es sich hierbei um ein  Beziehungsdelikt  gehandelt  habe.  Im Übrigen  sei  festzustellen,  dass  es  sich  bei  den  geltend  gemachten  Misshandlungen  durch  das  Gefängnispersonal  während  der  Inhaftierung  um  Amtsmissbrauch  einzelner  Beamter  handle.  Derartige  Verfehlungen  von  Behördenvertretern würden vom bosnisch­herzegowinischen Staat weder  unterstützt noch gebilligt.  In solchen Fällen könne der Beschwerdeführer  für  die  Geltendmachung  seines  Schutzanspruchs  an  die  Polizei  verwiesen werden. Sollte die Polizei tatsächlich nicht aktiv werden, habe  der  Beschwerdeführer  die  Möglichkeit,  den  Rechtsweg  zu  beschreiten.  Nötigenfalls  könne  er  dazu  die  Unterstützung  einer  rechtskundigen  Person  beanspruchen,  so  zum  Beispiel  seines  Anwalts.  Dem  Beschwerdeführer  sei  vorzuwerfen,  sich  seit  seiner  Entlassung  diesbezüglich  nicht  an  die  Behörden  gewandt  zu  haben.  Er  habe  zwar  geltend  gemacht,  sich  an  eine  internationale  Organisation  gewandt  zu  haben,  die  sich  nicht  mehr  bei  ihm  gemeldet  habe.  Auf  Nachfrage  hin  habe  er  den Namen der  angeblichen Organisation  jedoch  nicht  nennen  können  und  seinen  Aussagen  sei  nicht  zu  entnehmen,  dass  er  sich  erneut  bei  ihr  gemeldet  habe,  um  sich  nach  dem  Stand  der  Dinge  zu  erkundigen.  Hinsichtlich  der  angeblichen  Drohungen  seitens  der  Familienmitglieder  des getöteten Offiziers sei ebenfalls von Übergriffen Dritter auszugehen.  Im  Übrigen  beruhten  die  Behauptungen  des  Beschwerdeführers,  im  Heimatstaat  von  den  Brüdern  und  Söhnen  des  getöteten  Offiziers 

D­4979/2011 gesucht  zu  werden,  letztlich  nur  auf  rapportierten  Aussagen  anderer  Mitgefangener  und  eines  Nachbarn,  welche  durch  keine  konkreten  Indizien  untermauert  würden,  weshalb  keine  hinreichenden  Anhaltspunkte  für  eine  tatsächliche  Suche  nach  seiner  Person  bestünden. Diese Schlussfolgerung werde dadurch untermauert, dass der  Beschwerdeführer  die  angeblichen  Gespräche  mit  den  Mitgefangenen  und  dem  Nachbarn  nicht  substanziiert  habe  wiedergeben  können.  Abgesehen davon wolle er letztmals im März beziehungsweise April 2010  vom Nachbarn erfahren haben, dass die Söhne  ihm etwas hätten antun  wollten.  Eigenen  Angaben  zufolge  sei  ihm  jedoch  seither  und  bis  zu  seiner Ausreise  am 19. Mai  2011 nichts  passiert, weswegen  vorliegend  kein zeitlicher Kausalzusammenhang gegeben sei.  Der  Beschwerdeführer  habe  zahlreiche  Beweismittel  zu  den  Akten  gereicht, die folgendermassen zu würdigen seien: Die Anmeldung bei der  Meldebehörde  sowie  der  Antrag  auf  Zustimmung  zum  Aufenthaltstitel  bestätigten lediglich seinen Aufenthalt in Deutschland, der vom BFM nicht  angezweifelt  werde,  weswegen  nicht  näher  darauf  eingegangen  werde.  Das  Urteil  des  Obersten  Gerichts  der  Republika  Srpska  vom  10.  März  1999  sei  aus  rechtsstaatlicher  Sicht  nicht  zu  beanstanden.  Hinsichtlich  der  Ablehnungen  seiner  Begnadigungsgesuche  habe  es  der  Beschwerdeführer  unterlassen  konkret  Stellung  zu  nehmen,  weswegen  davon  auszugehen  sei,  dass  diese  Urteile  aus  rechtsstaatlicher  Sicht  nicht  zu  beanstanden  seien.  Die  Bestätigung  des  Gefängnisses  von  I._______ vom 31. August 2005 beziehe sich lediglich auf die Dauer der  Gefängnisstrafe,  die  vom  Beschwerdeführer  nicht  beanstandet  worden  sei.  Das  Entlassungsschreiben  des  Gefängnisses  in  F._______  sowie  das  Schreiben  des  Justizministeriums  der  Republika  Srpska  bezüglich  Freilassung  unter  Auflagen  bezögen  sich  auf  die  Freilassung  des  Beschwerdeführers aus dem Gefängnis.  Die  vom  Beschwerdeführer  geltend  gemachten  Schikanen  und  Provokationen  seitens  der  Bevölkerung  seien  verständlicherweise  als  unangenehm  und  belastend  einzustufen.  Sie  würden  jedoch  in  ihrer  Intensität  keine  Zwangssituation  begründen,  der  sich  der  Beschwerdeführer  nur  durch  Flucht  ins  Ausland  entziehen  könne.  Dasselbe gelte für die Provokationen seitens der Behördenmitglieder. Als  Beispiel  einer  letzten  solchen Schikane  habe  der Beschwerdeführer  die  Ausstellung  seines  biometrischen  Passes  genannt.  Eigenen  Angaben  zufolge habe er diesen jedoch mit Hilfe seines Anwalts erhalten können,  weshalb vorliegend nicht von einer unzumutbaren Situation auszugehen 

D­4979/2011 sei.  Demzufolge  sei  dieses  Vorbringen  als  nicht  asylbeachtlich  zu  qualifizieren.  Ausserdem  wäre  es  dem  Beschwerdeführer  zuzumuten,  sich  dem  Gerede  und  den  Provokationen  der  lokalen  Bevölkerung  in  F._______  durch  einen  Wegzug  in  einen  anderen  Teil  seines  Heimatlandes  zu  entziehen.  Entgegen  den  Behauptungen  des  Beschwerdeführers,  wonach  er  nicht  nach  D._______  zurückkehren  könne, könnten gemäss Erkenntnissen des BFM Vertriebene heutzutage  wirksam  in  die  Föderation  Bosnien  und  Herzegowina  zurückkehren.  Es  wäre  dem Beschwerdeführer  zuzumuten,  dies  zumindest  zu  versuchen.  Sein  Gegenargument,  wonach  die  Lebensbedingungen  dort  nicht  ausreichend wären, vermöchten keine Asylrelevanz zu entfalten.  Hinsichtlich  des  Asylvorbringens  des  Beschwerdeführers,  wonach  er  in  seinem Heimatstaat seine Menschenrechte nicht verwirklichen könne, sei  zunächst  festzuhalten,  dass  seine  diesbezüglichen  Aussagen  Klarheit  darüber  vermissen  liessen,  in  welchen  Menschenrechten  er  konkret  verletzt worden sein wolle. In seinem Brief an den Präsidenten M. D. der  Republika Srpska  schreibe  er  zwar,  dass  er  seit  seiner Entlassung  aus  dem  Gefängnis  auf  der  Strasse  lebe  und  keine  Arbeit  fände.  Ferner  erwähne er,  dass  das Sozialamt  ihm  lediglich  eine  einmalige  finanzielle  Hilfe  angeboten  habe.  Gemäss  Erkenntnissen  des  BFM  bestehe  in  Bosnien  und  Herzegowina  die  unabhängige  Institution  des  Ombudsmannes  für  Menschenrechte,  welche  mit  dem  Friedensabkommen von Dayton im Jahre 1995 errichtet worden sei. Jede  natürliche  oder  juristische  Person  habe  die  Möglichkeit,  sich  an  ihn  zu  richten.  Der  Beschwerdeführer  habe  auf  entsprechende  Nachfrage  hin  zugegeben, sich nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis nicht an den  Ombudsmann  gewandt  zu  haben,  weil  er  nicht  dazu  gekommen  sei.  Somit wäre es dem Beschwerdeführer zuzumuten, sein Anliegen an den  Ombudsmann  zu  richten.  Demzufolge  sei  dieses  Vorbringen  als  nicht  asylbeachtlich  zu  qualifizieren.  Die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  hielten  somit  den  Anforderungen  an  die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art.  3  des  Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  nicht  stand. Überdies sei der Vollzug der Wegweisung als zulässig, zumutbar  und  möglich  zu  bezeichnen.  Für  die  weitere  Begründung  wird  auf  die  vorinstanzliche Verfügung verwiesen.  C.  Mit  Beschwerde  vom  9.  September  2011  (Poststempel)  an  das  Bundesverwaltungsgericht  beantragte  der  Beschwerdeführer,  die  Verfügung  des  BFM  sei  aufzuheben,  es  sei  die  Flüchtlingseigenschaft 

D­4979/2011 anzuerkennen  und  es  sei  Asyl  zu  gewähren.  Zudem  sei  festzustellen,  dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  unzulässig,  unzumutbar  und  unmöglich  sei  und  die  vorläufige  Aufnahme  anzuordnen  sei.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  ersuchte  der  Beschwerdeführer  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung,  um  Beiordnung  einer  amtlichen  Rechtsvertretung  sowie  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses.  Eventualiter  sei  die  aufschiebende  Wirkung  wiederherzustellen.  Zudem  sei  die  zuständige  Behörde  vorsorglich  anzuweisen,  die  Kontaktaufnahme mit  den  Behörden  des Heimat­  oder  Herkunftsstaates  sowie  jegliche  Datenweitergabe  an  dieselben  zu  unterlassen.  Eventualiter  sei  er  bei  bereits  erfolgter  Datenweitergabe  darüber in einer separaten Verfügung zu informieren. Auf die Begründung  der  Beschwerde  wird,  soweit  für  den  Entscheid  wesentlich,  in  den  Erwägungen eingegangen. Mit  der  Rechtsmittelschrift  reichte  der  Beschwerdeführer  eine  Fürsorgebestätigung vom 7. September 2011 zu den Akten.  D.  Mit  Zwischenverfügung  des  Instruktionsrichters  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  23.  September  2011  wurde  dem  Beschwerdeführer mitgeteilt, dass er den Ausgang des Verfahrens in der  Schweiz  abwarten  könne.  Gleichzeitig  wies  der  Instruktionsrichter  die  Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von  Art. 65 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021)  sowie  um  Erlass  des  Kostenvorschusses  ab  und  verfügte,  dass  der  Beschwerdeführer  einen  Kostenvorschuss  von  Fr. 600.–  bis  zum  7.  Oktober  2011  zu  bezahlen  habe. Der einverlangte Kostenvorschuss ging am 5. Oktober 2011 bei der  Gerichtskasse ein.  Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den  Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme  im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 

D­4979/2011 ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]). 1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6  AsylG). 1.3.    Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht  (Art.  108  Abs. 1 AsylG, Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 VwVG). Der  Beschwerdeführer  ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise Änderung; er ist daher zur Einreichung der Beschwerde  legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG).  Auf  die  Beschwerde  ist  somit  –  unter  Vorbehalt  der  nachstehenden  Ausführungen (E. 1.4.) – einzutreten. 1.4.  Der  Beschwerde  kommt  von  Gesetzes  wegen  aufschiebende  Wirkung  zu  (Art.  55  Abs.  1  VwVG),  und  das  BFM  hat  in  der  angefochtenen Verfügung einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende  Wirkung nicht  entzogen  (vgl. Art.  55 Abs.  2 VwVG). Demzufolge  ist  auf  das  Eventualbegehren  um  Wiederherstellung  der  aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde  mangels  Rechtsschutzinteresses  nicht  einzutreten 2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3.  Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art.  111  Bst.  e  AsylG).  Wie  nachstehend  aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um  eine  solche,  weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art.  111a Abs. 2 AsylG).

D­4979/2011 Gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die  Durchführung des Schriftenwechsels verzichtet. 4.  4.1.  Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person  anerkannt,  wenn  sie  in  ihrem  Heimatstaat  oder  im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer Rasse, Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete  Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte  Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder  Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck  bewirken (Art. 3 AsylG). 4.2. Nach  Lehre  und  Rechtsprechung  erfüllt  eine  asylsuchende  Person  die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, wenn sie Nachteile  von  bestimmter  Intensität  erlitten  hat  beziehungsweise  solche  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in  absehbarer  Zukunft  befürchten  muss, sofern  ihr die Nachteile gezielt und aufgrund bestimmter,  in Art. 3  Abs.  1  AsylG  aufgezählter  Verfolgungsmotive  zugefügt  worden  sind  respektive zugefügt zu werden drohen. Begründete Furcht vor Verfolgung  im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG liegt vor, wenn ein konkreter Anlass zur  Annahme  besteht,  Letztere  hätte  sich  –  aus  der  Sicht  im  Zeitpunkt  der  Ausreise  –  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in  absehbarer  Zeit  verwirklicht oder werde sich – auch aus heutiger Sicht – mit ebensolcher  Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft verwirklichen. Es müssen damit  hinreichende Anhaltspunkte für eine konkrete Bedrohung vorhanden sein,  die  bei  jedem  Menschen  in  vergleichbarer  Lage  Furcht  vor  Verfolgung  und  damit  den  Entschluss  zur  Flucht  hervorrufen  würden.  Die  erlittene  Verfolgung oder die begründete Furcht vor zukünftiger Verfolgung muss  zudem  sachlich  und  zeitlich  kausal  für  die  Ausreise  aus  dem  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  und  grundsätzlich  auch  im  Zeitpunkt  des  Asylentscheides noch aktuell sein. Zudem muss feststehen, dass die von  einer  Verfolgung  bedrohte  Person  über  keine  innerstaatliche  Fluchtalternative  verfügt  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK] 2005 Nr. 21 E. 7.1.  ff.  S. 193 f. und dort zitierte Urteile). 5. 

D­4979/2011 5.1. Nach Prüfung der Akten durch das Gericht ist – in Übereinstimmung  mit  der  Vorinstanz  –  festzustellen,  dass  die  Asylvorbringen  des  Beschwerdeführers nicht asylrelevant sind, weshalb diesbezüglich vorab  auf  die  ausführlichen  und  zutreffenden  vorinstanzlichen Erwägungen  zu  verweisen  ist  (vgl.  Ziffer  I,  Bst.  B.  vorstehend).  Die  Vorbringen  in  der  Rechtsmittelschrift  sind  nicht  geeignet,  eine  Änderung  der  vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken, zumal diesen keine stichhaltigen  Entgegnungen  zu  entnehmen  sind.  Beispielsweise  ist  der  Behauptung  des  Beschwerdeführers  in  der  Rechtsmittelschrift,  wonach  er  ein  Kriegsflüchtling  sei,  entgegenzuhalten,  dass  der  Bosnienkrieg  seit  1995  beendet  ist  und  der  Beschwerdeführer  nicht  vorbringt,  sein  Heimatland  aufgrund  des  Krieges  verlassen  zu  haben.  Gegen  eine  asylrelevante  Verfolgung des Beschwerdeführers  in Bosnien und Herzegowina spricht  im Übrigen der Umstand, dass er Ende 2009 freiwillig von Deutschland in  sein Heimatland  zurückkehrte  (Akten BFM A 11/17, S.  3).  Es  ist  davon  auszugehen, dass er bereits in Deutschland um Asyl ersucht hätte, hätte  er  in  Bosnien  und  Herzegowina  tatsächlich  ernsthafte  Nachteile  zu  befürchten gehabt.  5.2. Zusammenfassend ist festzustellen, dass es dem Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu machen,  dass er  in der Heimat ernsthafte Nachteile gemäss Art.  3 AsylG erlitten  hat oder solche bei der Ausreise zu befürchten hatte oder im Falle einer  Rückkehr  nach  Bosnien  und  Herzegowina  befürchten  müsste.  Der  Beschwerdeführer  vermag  mit  seinen  Beschwerdevorbringen  zu  keiner  anderen  Betrachtungsweise  zu  führen,  weshalb  es  sich  erübrigt,  weiter  darauf  einzugehen.  Das  BFM  hat  demnach  zu  Recht  die  Flüchtlingseigenschaft  des  Beschwerdeführers  verneint  und  das  Asylgesuch abgelehnt. 6.  6.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht  ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und  ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit  der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 6.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche  Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44  Abs. 1 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9).

D­4979/2011 7.  7.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder  nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG,  SR 142.20]). Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner  Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte  Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser,  Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 7.2.  7.2.1.  Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des  Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  in  einen  Drittstaat  entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus  einem  Grund  nach  Art.  3  Abs.  1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art.  5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli  1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101),  Art.  3  des  Übereinkommens  vom  10.  Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art.  3  der  Konvention  vom  4.  November  1950  zum Schutze  der Menschenrechte  und Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 7.2.2. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  kann  das  in  Art.  5  AsylG  verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non­

D­4979/2011 Refoulements  im vorliegenden Verfahren keine Anwendung  finden. Eine  Rückkehr  des  Beschwerdeführers  nach  Bosnien  und  Herzegowina  ist  demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers  noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall  einer  Ausschaffung  nach  Bosnien  und  Herzegowina  dort  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  einer nach Art.  3 EMRK oder Art.  1 FoK verbotenen  Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft  machen,  dass  ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung  drohen würde (vgl. EGMR, [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil  vom  28.  Februar  2008,  Beschwerde  Nr.  37201/06,  §§  124­127,  mit  weiteren  Hinweisen).  Aufgrund  der  Akten  sowie  der  vorstehenden  Erwägungen  im  Asylpunkt  ist  indessen  nicht  davon  auszugehen,  dass  dem Beschwerdeführer im Falle einer Rückschiebung in sein Heimatland  eine  derartige  Gefahr  droht.  Auch  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  in  Bosnien  und  Herzegowina  lässt  den  Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht  als  unzulässig  erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl  im Sinne der asyl­ als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 7.3.  7.3.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug  für Ausländerinnen  und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art.  83 Abs.  7  AuG  –  die  vorläufige Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März  2002, BBl 2002 3818). 7.3.2.  Nach  Einschätzung  des  Bundesverwaltungsgerichts  ist  zum  heutigen Zeitpunkt nicht von einer allgemeinen Situation der Gewalt oder  von  kriegerischen  oder  bürgerkriegsähnlichen  Verhältnissen  in  Bosnien  und  Herzegowina  auszugehen,  welche  für  den  Beschwerdeführer  bei  einer Rückkehr eine konkrete Gefährdung darstellen würden.

D­4979/2011 7.3.3. Auch aufgrund der persönlichen Situation des Beschwerdeführers  sind  keine  Gründe  ersichtlich,  die  gegen  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs sprechen. Der Beschwerdeführer verfügt über eine  gute  Ausbildung  ((…)  und  (…))  sowie  jahrelange  Berufserfahrung,  weshalb  anzunehmen  ist,  er  könne  sich  in  seiner  Heimat  wieder  wirtschaftlich  integrieren.  Soweit  er  in  der  Rechtsmittelschrift  geltend  macht,  seine Nieren und seine Leber seien beschädigt,  ist  festzuhalten,  dass diesbezüglich bis heute kein Arztbericht zu den Akten ging, weshalb  diese  gesundheitlichen  Probleme  nicht  belegt  sind.  Daher  ist  davon  auszugehen,  dass  der  Beschwerdeführer  unter  keinen  gravierenden  gesundheitlichen  Problemen  leidet,  weswegen  einer  Rückkehr  in  sein  Heimatland  auch  keine  medizinischen  Gründe  entgegenstehen.  Dafür  spricht  auch  seine Aussage  in  der  Beschwerde, wonach  er  trotz  seiner  gesundheitlichen  Beschwerden  arbeitsfähig  sei.  Zudem  leben  gemäss  seinen Angaben seine Mutter, seine beiden Brüder, seine beiden Kinder  sowie  mehrere  Freunde  in  Bosnien  und  Herzegowina.  Vor  diesem  Hintergrund  ist  davon  auszugehen,  dass  er  in  seiner  Heimat  über  ein  soziales  Beziehungsnetz  verfügt,  welches  ihm  eine  Reintegration  erleichtern kann. Blosse soziale und wirtschaftliche Schwierigkeiten, von  denen die ansässige Bevölkerung im Allgemeinen betroffen ist, genügen  nicht,  um  eine  konkrete  Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  83  Abs.  4  AuG  darzustellen (vgl. BVGE 2008/34 E. 11.2.2). Nach dem Gesagten ist der  Vollzug der Wegweisung somit auch als zumutbar zu bezeichnen. 7.3.4.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (Art.  8  Abs.  4  AsylG),  weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist  (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.4.  Insgesamt  ist  der  durch  die  Vorinstanz  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen. Die Vorinstanz hat den Vollzug zu Recht als  zulässig,  zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten  fällt eine  Anordnung der  vorläufigen Aufnahme ausser Betracht  (Art.  83 Abs.  1­4  AuG). 8.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 

D­4979/2011 Beschwerde  ist  nach  dem  Gesagten  abzuweisen,  soweit  darauf  einzutreten ist.  9.  Mit  dem  negativen  Entscheid  in  der  Hauptsache  wird  der  Antrag  um  vorsorgliche  Anweisung  an  die  zuständige  Behörde,  die  Kontaktaufnahme mit  den Behörden des Heimat­  oder Herkunftsstaates  sowie  jegliche  Datenweitergabe  an  diese  zu  unterlassen,  gegenstandslos. Hinsichtlich des Eventualbegehrens um Information des  Beschwerdeführers  in  einer  separaten  Verfügung  im  Falle  einer  bereits  erfolgten  Datenweitergabe  ist  festzustellen,  dass  gemäss  Akten  keine  Daten  an  die  heimatlichen  Behörden  weitergegeben  wurden,  weshalb  sich  auch  dieser  Antrag  mangels  Rechtsschutzinteresse  als  gegenstandslos erweist. 10.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  und  5  VwVG),  auf  insgesamt  Fr.  600.–  festzusetzen  (Art.  1­3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  und  mit  dem  am  5.  Oktober  2011  in  derselben  Höhe  geleisteten  Kostenvorschuss  zu  verrechnen.

D­4979/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.­­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt und mit dem am 5. Oktober 2011  in gleicher Höhe geleisteten  Kostenvorschuss verrechnet. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Robert Galliker Matthias Jaggi Versand:

D-4979/2011 — Bundesverwaltungsgericht 31.10.2011 D-4979/2011 — Swissrulings