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Bundesverwaltungsgericht 08.02.2012 D-3909/2011

February 8, 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,874 words·~9 min·1

Summary

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung | Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 16. Juni 2011

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­3909/2011 Urteil   v om   8 .   Februar   2012 Besetzung Richter Fulvio Haefeli (Vorsitz), Richter Thomas Wespi, Richter Robert Galliker; Gerichtsschreiberin Ulrike Raemy. Parteien A._______, geboren (…), Eritrea,  (angeblich) vertreten durch B._______,  geboren (…), Eritrea,  Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;  Verfügung des BFM vom 16. Juni 2011 / N _______.

D­3909/2011 Sachverhalt: A.  Der rubrizierte angebliche Vertreter, welcher mit Entscheid des BFM vom  6. Mai 2009 unter Zuerkennung seiner Flüchtlingseigenschaft Asyl in der  Schweiz erhielt, reichte mit Eingabe vom 5. April 2011 (Eingangsstempel  BFM)  beim  BFM  im  Namen  der  Beschwerdeführerin  ein  schriftliches  Asylgesuch  ein,  ohne  hierzu  eine  Vertretungsvollmacht  vorzulegen.  Er  beantragte  im  Namen  der  Beschwerdeführerin  sinngemäss  die  Gewährung von Asyl und ersuchte um die Bewilligung der Einreise in die  Schweiz. In der Begründung machte er im Wesentlichen eine Verfolgung  seiner  Ehefrau  in  Eritrea  beziehungsweise  eine  begründete  Furcht  vor  Verfolgung  durch  die  dortigen  Behörden  sowie  den  unzumutbaren  Aufenthalt  in  Äthiopien  geltend.  Sie  hätten  am  10.  November  2010  geheiratet und seine Ehefrau wolle bei ihm in der Schweiz leben. B.  B.a. Mit  Zwischenverfügung  vom  18.  Mai  2011  erklärte  das  BFM  dem  Vertreter die Anhandnahme des Asylgesuches. Die Schweizer Vertretung  in  Addis  Abeba  (Äthiopien)  sei  aufgrund  des  begrenzten  Personalbestandes  sowie  fehlender  Voraussetzungen  im  sicherheitstechnischen  und  räumlichen  Bereich  nicht  in  der  Lage,  Befragungen von Asylbewerbern durchzuführen. Da das Asylgesuch der  Beschwerdeführerin aus dem Ausland noch einige Fragen offen gelassen  habe,  wurde  deren  Vertreter  ersucht,  zur  Vervollständigung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  eine  ergänzende  Stellungnahme  zu  verschiedenen Punkten bis zum 7. Juni 2011 einzureichen. B.b. Der  Vertreter  der  Beschwerdeführerin  liess  sich  mit  Eingabe  vom  25. Mai 2011 (Eingangsstempel BFM) fristgerecht vernehmen.  C.  Mit Verfügung  vom 16.  Juni  2011 – eröffnet  am 18.  Juni  2011 –  lehnte  das  BFM  das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin  ab  und  verweigerte  deren Einreise in die Schweiz. Zur  Begründung  führte  das  BFM  im  Wesentlichen  aus,  die  Beschwerdeführerin  sei  eritreische  Staatsangehörige.  Ihr  Vater  sei  von  den Militärbehörden gesucht worden. In diesem Zusammenhang sei  ihre  Mutter  im  März  2010  einen  Monat  lang  inhaftiert  worden.  Die  Beschwerdeführerin  habe  in  diesem  Zeitraum  die  Schule  unterbrochen, 

D­3909/2011 um  für  ihre  Geschwister  zu  sorgen.  Danach  sei  sie  nicht  mehr  zum  Unterricht  zugelassen worden. Kurz danach sei  sie  für  den Militärdienst  aufgeboten worden. Sie habe  jedoch keinen Militärdienst  leisten wollen.  Deshalb  sei  sie  am  28. Juli  2010  aus  Eritrea  ausgereist  und  habe  sich  zuerst im Flüchtlingscamp C._______ aufgehalten und lebe nun in Addis  Abeba (Äthiopien). Gemäss Art. 20 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31)  bewillige das Bundesamt Asylsuchenden die Einreise in die Schweiz zur  Abklärung des Sachverhalts, wenn ihnen nicht zugemutet werden könne,  im Wohnsitz­ oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder  in ein anderes Land  auszureisen.  Art.  20  AsylG  halte  fest,  dass  einem  Gesuchsteller  die  Einreise  bewilligt  werden  könne,  wenn  er  glaubhaft  mache,  dass  eine  unmittelbare Gefahr für Leib, Leben oder Freiheit aus einem Grund nach  Art 3 AsylG bestehe.  Die  Abklärung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  erfordere  vorliegend  nicht  die  Anwesenheit  der  Beschwerdeführerin  in  der  Schweiz.  Wie  nachfolgend  darzulegen  sei,  könne  aufgrund  des  vollständig  erstellten  Sachverhalts  davon  ausgegangen  werden,  dass  keine  unmittelbare  Gefährdung vorliege, die eine sofortige Einreise der Beschwerdeführerin  als notwendig erscheinen liesse. Die Erteilung einer Einreisebewilligung nach Art. 20 Abs. 2 und 3  i.V.m.  Art.  3  AsylG  sei  grundsätzlich  an  restriktive  Voraussetzungen  geknüpft.  Den  Asylbehörden  komme  dabei  ein  weiter  Ermessensspielraum  zu.  Neben der erforderlichen Gefährdung  im Sinne von Art. 3 AsylG sei mit  Blick auf den Ausschlussgrund von Art. 52 Abs. 2 AsylG namentlich die  Beziehungsnähe  zur  Schweiz  und  zu  anderen  Staaten,  die  praktische  Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit einer anderweitigen Schutzsuche  sowie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs­  und  Assimilationsmöglichkeiten  in  Betracht  zu  ziehen.  Ausschlaggebend  sei  mit  anderen Worten  die  Schutzbedürftigkeit  der  betreffenden Personen,  d.h. die Beantwortung der Frage, ob eine Gefährdung im Sinne von Art. 3  AsylG  glaubhaft  erscheine  und  der  Verbleib  am  Aufenthaltsort  für  die  Dauer  der  Sachverhaltsabklärung  zugemutet  werden  könne,  beziehungsweise ob den betreffenden Personen – ohne näherer Prüfung  einer allfälligen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG – zuzumuten sei,  sich  in einem anderen Staat um Aufnahme zu bemühen  (vgl. Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  E­1561/2008  unter  Hinweis  auf  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 

D­3909/2011 Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  1997  Nr. 15  E. 2.f  S. 131 f., EMARK 2004 Nr. 20 E. 3 S. 130 F., EMARK 2004 Nr. 21 E. 2  S. 136 f.; EMARK 2005 Nr. 19 E. 4 S. 174 f.).  Hielten  sich  Asylgesuchsteller  in  einem  Drittstaat  auf,  werde  im  Sinne  einer Regelvermutung davon ausgegangen, dass die betreffende Person  in diesem Drittstaat anderweitig Schutz gefunden habe, was in der Regel  zur  Ablehnung  des  Asylgesuches  und  der  Verweigerung  der  Einreisebewilligung  führe  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  E­ 7996/2008 Vom 10. Dezember 2009 E. 2.2). Es seien jedoch die Kriterien  zu  prüfen,  welche  die  Zufluchtnahme  in  diesen  Drittstaat  als  zumutbar  erscheinen liessen, und diese seien mit einer allfälligen Beziehungsnähe  zur  Schweiz  abzuwägen.  Es  gelte  also  zu  prüfen,  ob  es  aufgrund  der  gesamten Umstände geboten erscheine, dass es gerade die Schweiz sei,  die einer Person den erforderlichen Schutz gewähren solle (vgl. EMARK  2004 Nr. 21, E. 4, EMARK 1997 Nr. 15 E. 2.f). Die  Ausführungen  in  der  Stellungnahme  vom  25.  Mai  2011  (Eingangsstempel  BFM)  liessen  darauf  schliessen,  dass  die  Beschwerdeführerin in Eritrea ernstzunehmende Schwierigkeiten mit den  heimatlichen Behörden gehabt habe. Es  bleibe  demnach  im  Folgenden  zu  prüfen,  ob  einer  Asylgewährung  durch  die  Schweiz  der  Ausschlussgrund  von  Art.  52  Abs.  2  AsylG  entgegenstehe. Danach könne einer Person das Asyl verweigert werden,  wenn es  ihr  zugemutet werden  könne,  sich  in einem anderen Staat  um  Aufnahme zu bemühen. Die Beschwerdeführerin befinde sich seit August  2010  in  Äthiopien  und  sei  dort  vom  UNHCR  als  Flüchtling  registriert  worden. Es könne demnach davon ausgegangen werden, dass ihr damit  Schutz und Aufenthalt gewährt worden sei. In  der  oben  erwähnten  Stellungnahme  sei  denn  auch  trotz  entsprechender  Aufforderung  in  der  Zwischenverfügung  vom  18.  Mai  2011 nichts  geltend gemacht worden, wonach ein weiterer Verbleib  der  Beschwerdeführerin  in  Äthiopien  nicht  möglich  beziehungsweise  nicht  zumutbar sein sollte. Gemäss  gesicherten  Kenntnissen  des  BFM  befänden  sich  noch  immer  zahlreiche  eritreische  Flüchtlinge  und  Asylbewerber  in  Äthiopien.  Vor  diesem  Hintergrund  sei  nicht  zu  verkennen,  dass  die  Lage  vor  Ort  für  diese Menschen wie  auch  für  die Beschwerdeführerin  nicht  einfach  sei. 

D­3909/2011 Dennoch bestünden keine konkreten Anhaltspunkte für die Annahme, ein  weiterer  Verbleib  in  Äthiopien  sei  für  die  Beschwerdeführerin  schlechterdings nicht zumutbar oder nicht möglich.  Nach dem Gesagten benötige die Beschwerdeführerin  den zusätzlichen  subsidiären Schutz der Schweiz nicht (Art. 52 Abs. 2 AsylG). Vielmehr sei  es ihr zuzumuten, vorderhand in Äthiopien zu verbleiben.  Wenn  die  Einreise  gestützt  auf  die  oben  erwähnten  Bestimmungen  (Art. 20  AsylG  i.V.m.  Art.  3  AsylG  sowie  Art.  52  Abs.  2  AsylG)  nicht  bewilligt  werde,  bleibe  gemäss  ständiger  Praxis  des  BFM  in  einem  zweiten  Schritt  zu  prüfen,  ob  aufgrund  von  Beziehungen  zu  in  der  Schweiz  lebenden  Familienangehörigen  allenfalls  die  Voraussetzungen  für einen Familiennachzug erfüllt seien (Art. 51 AsylG). Eine Beurteilung  des  vorliegenden  Gesuches  im  Rahmen  des  Familiennachzuges  führe  indessen zu keinem anderen Ergebnis.  Die Frage der Familienzusammenführung werde in erster Linie in Art. 51  AsylG  unter  der Rubrik  "Familienasyl"  geregelt. Gemäss Art.  51 Abs.  1  AsylG hätten Ehegatten und minderjährigen Kindern von  in der Schweiz  lebenden  Flüchtlingen,  Anspruch  auf  Familienzusammenführung.  In  Art. 51  Abs.  4  AsylG werde  zudem  präzisiert,  dass  die Gewährung  der  Familienzusammenführung  nur  möglich  sei,  wenn  die  in  der  Schweiz  anwesenden  Personen  vor  ihrer  Ausreise  in  einem  gemeinsamen  Haushalt  mit  dem  Mitglied  ihrer  Familie,  für  das  die  Familienzusammenführung  verlangt  wird,  zusammengelebt  hätten.  Eine  Trennung durch Flucht setze eine Familienverbindung voraus, die bereits  vor der Flucht bestanden habe. Den  Akten  seien  vorliegend  keine  Anhaltspunkte  dafür  zu  entnehmen,  dass die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann vor dessen Ausreise eine  eheähnliche Gemeinschaft gelebt hätten. Der Ehemann habe  im Verlauf  seines Asylverfahrens seine Ehefrau nie erwähnt, und vielmehr erklärt, er  sei  ledig.  Die  Beschwerdeführerin  ihrerseits  habe  offensichtlich  bis  zu  ihrer Ausreise nach Äthiopien bei ihrer Familie gelebt, und sich denn auch  erst am 10. November 2010 dort verheiratet. Nach  dem  Gesagten  sei  der  Beschwerdeführerin  die  Einreise  in  die  Schweiz zu verweigern und das Asylgesuch abzulehnen. D.  Mit  undatierter  Eingabe  (Poststempel  vom  8.  Juli  2011),  die  als 

D­3909/2011 Beschwerde  gegen  die  vorinstanzliche  Verfügung  entgegengenommen  wurde, ersuchte der Vertreter der Beschwerdeführerin um Mitwirkung bei  einer positiven Lösung. E.  E.a. Mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 15. Juli  2011  teilte der  Instruktionsrichter  dem Vertreter  der Beschwerdeführerin  mit,  dass  das  vorliegenden  Beschwerdeverfahren  prima  facie  aussichtslos  erscheine, weil  sich  die Erwägungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  als  zutreffend  erweisen  dürften.  Im  Falle  der  Beschwerdeführerin  dürften  namentlich  die  Voraussetzungen  für  eine  asylrechtliche  Zusammenführung  nach  Art.  51  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG, SR 142.31)  nicht  gegeben  sein. Gleichzeitig wies  er den Vertreter der Beschwerdeführerin auf die Möglichkeit hin, sich bei  der zuständigen kantonalen Behörde nach den Voraussetzungen für den  ausländerrechtlichen  Familiennachzug  der  Beschwerdeführerin  zu  erkundigen,  der  sich  auf  die  Bestimmungen  des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR  142.20) stützen würde, und ein entsprechendes Gesuch bei diesem Amt  einzureichen.  Zudem  forderte  er  den  Vertreter  der  Beschwerdeführerin  unter Hinweis  auf  die Säumnisfolge  auf,  bis  zum 2.  August  2011  einen  Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.– zu leisten.  E.b.  Der  Vertreter  der  Beschwerdeführerin  leistete  den  einverlangten  Kostenvorschuss fristgerecht. F.  Mit Eingabe vom 15. Dezember 2011 (Poststempel) machte der Vertreter  im Wesentlichen geltend, die Beschwerdeführerin habe in Äthiopien eine  Menge Probleme. Da sie dort ohne Aufenthaltstitel  lebe, könne sie nicht  rechtzeitig  medizinische  Hilfe  in  Anspruch  nehmen.  Sie  leide  an  einer  mentalen Depression sowie an Diabetes mellitus und sei mittlerweile  im  dritten Monat schwanger. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 

D­3909/2011 1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6  AsylG). 1.3. Die Beschwerde  ist  fristgereicht eingereicht und zumindest  insoweit  auch  formgerecht,  als  sie  Begehren,  Begründung  und  Unterschrift  des  angeblichen  Vertreters  enthält.  Auf  die  Beschwerde  ist  daher  insofern  einzutreten (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 52 VwVG). Vorliegend  stellen  sich  indessen  nicht  nur  Fragen  hinsichtlich  der  Vertretungsbefugnis  des  keine  Vertretungsvollmacht  vorlegenden  rubrizierten  Vertreters,  sondern  bereits  hinsichtlich  der  Vertretungszugänglichkeit  eines  Asylgesuchs  und  der  Beschwerdelegitimation  überhaupt.  Mithin  ist  im  Sinne  der  Legitimationsvoraussetzungen  (Art. 48  Abs. 1  VwVG)  zu  klären,  ob  die  Beschwerdeführerin  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  überhaupt  teilgenommen  hat,  entsprechend  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  ist  und  somit  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  haben  kann.  Diese  Fragen  werden nachstehend in E. 3. zu erörtern sein. 2.  Der Umstand, dass das Asylgesuch nicht entsprechend dem Wortlaut  in  Art.  19 Abs.  1  und Art.  20 AsylG  bei  einer  schweizerischen Vertretung,  sondern direkt beim BFM eingereicht wurde, ist nicht massgebend (vgl. in  dieser Hinsicht die weiterhin Geltung beanspruchende Praxis der ARK in  EMARK  1997  Nr.  15  E.  2b,  die  sich  zwar  auf  den  damaligen  Art.  13a 

D­3909/2011 AsylG  bezieht,  jedoch  auch  nach  geltendem  Asylgesetz  massgeblich  bleibt).  Insofern  wurde  daher  das  vorliegende  Asylgesuch  zu Recht  als  Asylgesuch aus dem Ausland anhand genommen. 3.  3.1. Die  Bundesverfassung  gewährleistet  das  Recht  auf  Vertretung  als  Teilgehalt  des  Anspruchs  auf  rechtliches  Gehör  (Art.  29  Abs.  2  der  Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April  1999  [BV,  SR  101];  HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht, 5. Aufl., Zürich 2006, Rz. 1704 mit Hinweisen). Für das  Verwaltungsverfahren  und  damit  auch  für  das Asylverfahren  gilt  Art.  11  VwVG, welche Bestimmung mittels Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG auch für  das Asylbeschwerdeverfahren Anwendung findet. Gemäss Art. 11 Abs. 1  VwVG kann sich eine Partei, wenn sie nicht  persönlich  zu handeln hat,  auf  jeder  Stufe  des  Verfahrens  vertreten  oder,  soweit  die  Dringlichkeit  einer  amtlichen  Untersuchung  es  nicht  ausschliesst,  verbeiständen  lassen. Die Behörde kann den Vertreter auffordern, sich durch schriftliche  Vollmacht  auszuweisen  (Art.  11  Abs.  2  VwVG).  Solange  die  Partei  die  Vollmacht  nicht  widerruft,  macht  die  Behörde  ihre  Mitteilungen  an  den  Vertreter (Art. 11 Abs. 3 VwVG). Beim  angeblichen  Verhältnis  zwischen  dem  Vertreter  und  der  Beschwerdeführerin  handelt  es  sich  um  eine  gewillkürte  Vertretung,  zumal  aus  der  Heirat  kein  gesetzliches  Vertretungsrecht  erwächst.  Das  Schweizer Eherecht kann somit nicht zur Begründung einer gesetzlichen  Vertretungsbefugnis herangezogen werden: Der diesbezüglich  relevante  Art. 166 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907  (ZGB,  SR 210)  stellt  im  Wortlaut  und  mangels  anderslautender  Auslegungsergebnisse  in  Literatur  (vgl.  PETER  TUOR/BERNHARD  SCHNYDER/JÖRG  SCHMID/ALEXANDRA  RUMO­JUNGO,  Das  Schweizerische  Zivilgesetzbuch,  13.  Aufl.,  Zürich  2009,  S.  326  f.;  BERNHARD  ISENRING/MARTIN A. KESSLER,  in: Basler Kommentar zum ZGB I, 4. Aufl.,  Basel 2010, S. 990 ff.) und Praxis klar, dass es um eine (bloss unechte)  Vertretung  der  ehelichen  Gemeinschaft  durch  den  einen  oder  anderen  Ehepartner  und  einzig  für  familiäre  Bedürfnisse  geht  (welche  Solidarhaftung  begründet),  nicht  aber  um  eine  (echte)  Vertretung  des  einen  durch  den  anderen.  Die  gewillkürte  Vertretung  einer  Partei  durch  einen  frei  bestimmten  Dritten  ist  unter  Vorbehalt  des  Erfordernis  des  persönlichen  Handelns  jederzeit  möglich.  Die  Rechtsbeziehungen  zwischen  dem  gewillkürten  Vertreter  und  dem  Vertretenen  werden 

D­3909/2011 grundsätzlich  vom  Privatrecht  bestimmt  (vorab  durch  Art. 32  ff.  des  Obligationenrechts  vom  30. März  1911  [OR,  SR  220]).  Die  Bestellung  eines Vertreters erfolgt durch dessen Bevollmächtigung. Dabei handelt es  sich  um  ein  einseitiges  empfangsbedürftiges  Rechtsgeschäft,  das  dem  Vertreter  die Befugnis  verschafft,  den Vertretenen Dritten gegenüber  zu  vertreten.  Die Wirkungen  der  Vertretung  bestehen  darin,  dass  die  vom  Vertreter  im Namen der vertretenen Partei vorgenommenen Handlungen  oder  Unterlassungen  unmittelbar  für  oder  gegen  die  vertretene  Partei  gelten,  wie  wenn  sie  selbst  gehandelt  hätte.  Der  Umfang  der  Vertretungsbefugnis  richtet  sich  nach  der  erteilten  Vollmacht.  Das  verfassungsmässige Recht  auf  Vertretung  (Art.  29 Abs.  2  BV)  gilt  nicht  absolut. Eine Einschränkung  ist unter Wahrung der Verhältnismässigkeit  zulässig,  wenn  sachliche  Gründe  es  rechtfertigen.  So  sind  Verfahrenshandlungen  von  der  Möglichkeit  der  Vertretung  ausgenommen, die eine persönliche Mitwirkung des oder der Vertretenen  erfordern,  entweder  weil  es  gesetzlich  vorgeschrieben  ist  oder  weil  die  Verfahrenshandlungen der Natur der Sache nach nur von ihm ausgehen  können (vgl. zum Ganzen das in der Materie des Steuerrechts ergangene  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­4355/2007  vom  20. November  2009 E. 3, mit weiterführenden Hinweisen). 3.2.  Festzustellen  ist  zunächst,  dass  der  angebliche  Vertreter  im  gesamten  bisherigen Verfahren  nie  eine Vertretungsvollmacht  vorgelegt  hat und er hierzu vom BFM auch nie aufgefordert wurde. Bei der Frage  über  die  Vertretungsbefugnis  geht  es  um  die  Prüfung  der  Verfahrensvoraussetzungen.  Konkret  geht  es  darum,  ob  das  Stellen  eines Asylgesuchs vertretungszugänglich ist. 3.3.  3.3.1.  Das  Gericht  hält  vorab  fest,  dass  die  Beschwerdeführerin  im  ganzen  bisherigen  Verfahren  und  insbesondere  im  gesamten  erstinstanzlichen  Verfahren  nie  persönlich  aufgetreten  ist,  sei  dies  beispielsweise  als  Verfasserin  ihres  eigenen  Asylgesuchs,  als  Direktbeteiligte an einer Befragung oder Anhörung oder in anderer Weise.  Vielmehr hat stets der Vertreter für sie gehandelt. Angesichts dessen und  in  Berücksichtigung  des  zuvor  unter  E.  3.2.  Erwogenen  sind  nicht  unerhebliche  Zweifel  angebracht,  ob  die  Beschwerdeführerin  überhaupt  jemals  als  Asylgesuchstellerin  an  die  schweizerischen  Behörden  herangetreten  ist  und  –  bejahendenfalls  –  ob  die  schriftlich  geltend  gemachten  Verfolgungsgründe  tatsächlich  die  ihrigen  sind. 

D­3909/2011 Entsprechende  Zweifel  sind  daher  auch  unter  dem  Aspekt  eines  potenziellen  Missbrauchs  des  Asylrechts  angebracht.  Zu  denken  ist  beispielsweise  an  die  Möglichkeit,  dass  die  sich  Vertretungsbefugnis  anmassenden  Personen  unter  dem  Titel  Asyl  in  Umgehung  der  asylrechtlichen und ausländerrechtlichen Bestimmungen die Einreise von  Ausländerinnen  und Ausländern  in  die Schweiz  erwirken  könnten,  ohne  dass  die  ausländische Person  überhaupt Verfolgungsgründe  geltend  zu  machen gedenkt, geschweige denn hat. 3.3.2. Gemäss Art. 11 Abs. 1 VwVG kann sich eine Partei, wenn sie nicht  persönlich  zu  handeln  hat,  auf  jeder  Stufe  des  Verfahrens  vertreten  lassen.  Als  Einschränkung  sind,  wie  oben  (E.  3.1.)  gesehen,  Verfahrenshandlungen  von  der  Möglichkeit  der  Vertretung  ausgenommen, die eine persönliche Mitwirkung des oder der Vertretenen  erfordern,  entweder  weil  es  gesetzlich  vorgeschrieben  ist  (z.B.  die  Anhörung zu den Asylgründen nach Art. 29 AsylG) oder – etwa betreffend  die  Mitwirkung  bei  daktyloskopischen  Erhebungen  –  weil  die  Verfahrenshandlungen der Natur der Sache nach nur von ihm ausgehen  können. Gemäss  langjähriger  asylrechtlicher  Praxis  gilt  die  Einreichung  eines  Asylgesuches  als  sogenannt  „relativ  höchstpersönliches  Recht”  (vgl.  EMARK 1996 Nr. 5). Als höchstpersönliches Recht steht es einer Person  um  ihrer  selbst  Willen,  zum  Schutz  ihrer  Grundrechte  zu  und  kann  gemäss Art. 19 Abs. 2 ZGB von einer urteilsfähigen unmündigen Person  allein, ohne Zustimmung ihres gesetzlichen Vertreters, ausgeübt werden  (vgl. EMARK 1996 Nr. 3 E. 2c; 1996 Nr. 4 E. 2d; 1996 Nr. 5 E. 4b). Die  Ausübung  eines  höchstpersönlichen  Rechts  setzt  somit  lediglich  die  Urteilsfähigkeit, nicht aber die Mündigkeit einer für sich selbst handelnden  Person  voraus.  Als  relativ  höchstpersönliches  Recht  lässt  das  Stellen  eines Asylgesuches  indessen (im Gegensatz zu den sogenannt „absolut  höchstpersönlichen  Rechten”)  eine  Vertretung  insofern  zu,  als  für  eine  urteilsunfähige  Person  ein  Asylgesuch  auch  durch  ihren  gesetzlichen  Vertreter eingereicht werden kann  (vgl. EMARK 1996 Nr. 4 E. 2d; 1996  Nr. 5 E. 4c­e). Demgegenüber verpflichtet ein höchstpersönliches Recht –  sei  dieses  nun  relativer  oder  absoluter  Natur  –  dessen  urteilsfähigen  unmündigen  Träger  grundsätzlich  auch,  dieses  selbständig,  also  ohne  Hilfe  eines  allfälligen  gesetzlichen  Vertreters,  geltend  zu  machen  (vgl.  beispielsweise  HEINZ  HAUSHERR/REGINA  E.  AEBI­MÜLLER,  Das  Personenrecht  des  Schweizerischen  Zivilgesetzbuches,  2.  Aufl.,  Bern 

D­3909/2011 2008,  Rz.  07.24,  S. 68).  Dies  muss  somit  erst  recht  auf  urteilsfähige  Mündige zutreffen. Nach dem Gesagten  setzt  die  Initiierung eines Asylverfahrens  aus dem  Ausland  durch  die  urteilsfähige  (mündige  oder  unmündige)  Person  prinzipiell  einen  persönlichen  Antrag  derselben  voraus  (vgl.  zur  Publikation  vorgesehenes  Urteil  BVGE  E­3162/2011  vom  6.  Dezember  2011 E. 4.3.2.,  sowie  im Grundsatz auch die Urteile D­239/2010 vom 4.  Juni  2010  [E.  3],  E­1147/2010  vom  5. März  2010  [S.  6  f.],  D­591/2009  vom 24. Februar 2009 [E. 4] oder E­490/2009 vom 23. Februar 2009 [S. 5  f.]  des  Bundesverwaltungsgerichts).  Fehlt  ein  solcher,  ist  eine  Mangelbehebung indes nicht zwangsläufig ausgeschlossen. Eine Heilung  kann  beispielsweise  dadurch  erfolgen,  dass  der  Inhalt  eines  vertretungsweise eingereichten Asylgesuchs anlässlich einer mündlichen  Anhörung  oder  durch  Einreichung  einer  persönlich  verfassten  oder  zumindest unterzeichneten Stellungnahme zum Fragenkatalog des BFM  im  Falle  des  Verzichts  auf  eine  Befragung  (vgl.  vorliegend  die  Aktenstücke  B2  und  B4)  bestätigt  wird.  So  würde  es  stossend  erscheinen, wenn Personen, die sich im Zustand schwerer Krankheit oder  Todesgefahr  befinden,  das  Stellen  eines  Asylgesuchs  durch  einen  Vertreter  aufgrund  des  abstrakten  Kriteriums  mangelnder  Höchstpersönlichkeit  verwehrt wäre. Auch  in  solchen Konstellationen  ist  aber  zwingend  eine  spätere  Heilung  des  Mangels  vor  Ergehen  eines  erstinstanzlichen  Asylentscheides  nötig,  beispielsweise  mittels  persönlicher  "Absegnung" des seitens Dritter eingereichten Asylgesuchs  durch den Gesuchsteller  vor  der Asylbehörde nach dessen Entkommen  aus  der  Todesgefahr.  Im  vorliegenden  Fall  ist  die  Beschwerdeführerin  aber  im  ganzen  bisherigen  Verfahren  und  insbesondere  im  gesamten  erstinstanzlichen Verfahren nie in irgendeiner Weise persönlich vor einer  schweizerischen  Asylbehörde  im  In­  oder  Ausland  aufgetreten.  Somit  steht  für  das  Bundesverwaltungsgericht  aufgrund  der  sich  präsentierenden Aktenlage nicht fest, ob sie überhaupt ein ihrer Intention  entsprechendes  Asylgesuch  stellen  wollte  und  will.  Damit  bleibt  zudem  unklar,  ob  sie  selber  überhaupt  als Gesuchstellerin  am  vorinstanzlichen  Verfahren  teilgenommen  hat  und  dadurch  die  Legitimationsvoraussetzungen  (Art. 48  Abs. 1  VwVG)  zur  Beschwerdeführung  erfüllt.  Die  angefochtene  Verfügung  hätte  aufgrund  des  sich  in  jenem  Zeitpunkt  präsentierenden  Abklärungsstandes  hinsichtlich  der  Erfüllung  der  Verfahrensvoraussetzungen  nicht  ergehen  dürfen  und  ist  daher  aufzuheben.  Es  bleibt  dem BFM  überlassen,  über  das weitere Vorgehen zu befinden; das heisst, es hat zu entscheiden, ob 

D­3909/2011 es  das  Asylverfahren  unter  Behebung  der  festgestellten Mängel  wieder  aufzunehmen und gegebenenfalls einer neuen Entscheidung zuzuführen  gedenkt, oder ob es dem angeblichen Vertreter eine Mitteilung betreffend  die  Nichtanhandnahme  des  Asylgesuchs  infolge  fehlender  höchstpersönlicher Einreichung zu machen hat. 3.3.3.  Aus  dem  Erwogenen  wird  nunmehr  klar,  dass  sich  die  nachgelagerte  Frage,  ob  der  angebliche  Vertreter  überhaupt  zur  Beschwerdeführung  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  befugt  ist,  vorliegend  gar  nicht  stellt.  Dementsprechend  hatte  das  Gericht  keine  Veranlassung,  eine  gültige  Vollmacht  nachzufordern,  denn  deren  Nachreichung  hätte  den  Mangel  eines  nicht  höchstpersönlichen  Auftretens  der  Beschwerdeführerin  im  Zusammenhang  mit  ihrem  erstinstanzlichen Asylgesuch nicht beheben können. 3.4.  Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  das  Bundesamt  die  Höchstpersönlichkeit des Rechts zum Stellen eines Asylgesuchs verkennt  und – unbesehen der ungenügend abgeklärten Vertretungsbefugnis des  angeblichen Vertreters – mithin eine Verfügung erlassen hat, die mangels  zureichender  Prüfung  der  Verfahrensvoraussetzungen  nicht  hätte  ergehen dürfen.  4.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt  sowie  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  und unvollständig feststellt (Art. 106 AsylG). Die angefochtene Verfügung  ist daher von Amtes wegen aufzuheben. Die Sache geht zurück an das  BFM  zur  Wiederaufnahme  oder  allenfalls  Beendigung  des  erstinstanzlichen Asylverfahrens. 5.  5.1.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  weder  der  Beschwerdeführerin,  noch  deren  angeblichem Vertreter  noch  dem BFM  Kosten aufzuerlegen  (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG), und der am 19. Juli  2011  geleistete  Kostenvorschuss  im  Betrag  von  Fr.  600  .–  ist  der  Beschwerdeführerin zurück zu erstatten. 5.2.  Anlass  zur  Ausrichtung  einer  Parteientschädigung  nach  Art.  64  VwVG  besteht  ungeachtet  der  Frage,  ob  durch  die  Beschwerdeführung  überhaupt  notwendige  und  verhältnismässig  hohe  Kosten  entstanden  sind,  nicht:  Zwar  ist  die  Beschwerde  führende  Partei  mit  ihrem  Antrag 

D­3909/2011 betreffend  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  scheinbar  durchgedrungen.  Ein  Obsiegen  liegt  damit  aber  nicht  vor,  da  die  Kassation  einzig  auf  einer  Rechtsanwendung  von  Amtes  wegen  durch  das  Bundesverwaltungsgericht  beruht  und  in  keiner  Weise  durch  den  Beschwerdeinhalt  motiviert  ist.  Die  sinngemässen  Anträge  Gewährung  des  Asyls  und  Einreisebewilligung  sind  aufgrund  der  aus  formellen  Gründen erfolgten Kassation gar nicht zur Beurteilung gelangt. (Dispositiv nächste Seite)

D­3909/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die angefochtene Verfügung wird aufgehoben. Die Sache geht zurück an  das  BFM  zur  Wiederaufnahme  oder  allenfalls  Beendigung  des  erstinstanzlichen Asylverfahrens. 2.  Es werden  keine Verfahrenskosten  auferlegt,  und  der  am 19.  Juli  2011  geleistete Kostenvorschuss im Betrag von Fr. 600.­­ wird zurückerstattet. 3.  Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 4.  Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und das BFM. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Fulvio Haefeli Ulrike Raemy Versand:

D-3909/2011 — Bundesverwaltungsgericht 08.02.2012 D-3909/2011 — Swissrulings