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Bundesverwaltungsgericht 07.02.2012 D-2295/2011

February 7, 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,246 words·~11 min·2

Summary

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 18. März 2011

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­2295/2011/sed Urteil   v om   7 .   Februar   2012 Besetzung Richter Martin Zoller (Vorsitz), Richter Robert Galliker,  Richter Hans Schürch;    Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr. Parteien A._______, geboren am (…), Nepal,   vertreten durch lic. iur. Thomas Zajac, Advokat, (…) Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 18. März 2011 / N (…).

D­2295/2011 Sachverhalt: A.  Der  Beschwerdeführer  suchte  am  6. Oktober  2008  in  der  Schweiz  um  Asyl nach. A.a Im Rahmen der Erstbefragung im Empfangs­ und Verfahrenszentrum  B._______ vom 22. Oktober 2008 und der Anhörung nach Art. 29 Abs. 1  des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) durch das BFM  vom 11. Dezember 2008 machte er  im Wesentlichen geltend, er gehöre  dem  Volksstamm  der  C._______  an  und  sei  das  einzige  Kind  einer  hinduistischen und eines buddhistischen C._______; er sei Hindu. Seinen  Vater  habe  er  nie  gesehen  und  seine Mutter  sei  gestorben,  als  er  (…)  Jahre  alt  gewesen  sei.  Im  Jahr  1989  habe  er  seinen  Geburtsort  D._______  im Distrikt E._______ verlassen. Von 1990 bis 2008 habe er  in  F._______  an  der  Grenze  zu  G._______  gelebt  und  dort  in  einem  Gästehaus  als  (Beruf)  gearbeitet.  Er  habe  sich  vergeblich  um  die  Ausstellung  nepalesischer Ausweispapiere  bemüht.  In  den  Jahren 1995  und  1996  sei  er  zwei  Mal  erfolglos  in  das  Heimatdorf  seines  Vaters –  H._______  im  E._______­Distrikt  –  gereist,  um  den  Namen  seines  Grossvaters  ausfindig  zu  machen.  Er  habe  auch  in  D._______  und  im  Distriktbüro  in  E._______  wegen  der  Ausstellung  von  Papieren  vorgesprochen,  sei  jedoch  überall  aufgefordert  worden,  eine  Familienurkunde  einzureichen.  Da  er  kein  solches  Dokument  habe  vorweisen können, habe er keine Papiere erhalten. Deshalb habe er auch  kein  Bankkonto  eröffnen  können.  Dies  sei  mühsam  gewesen,  da  er  seinen Verdienst  so  immer zu Hause habe aufbewahren oder Kollegen,  die über ein Bankkonto verfügt hätten, anvertrauen müssen. Im Jahr 2000  (vgl. vorinstanzliche Akten A1 S. 3) beziehungsweise 2002  (vgl. A9 S. 9  F89 und S. 13 F124) habe er eine aus D._______ stammende Buddhistin  geheiratet. Sie hätten (drei Kinder). Er sei von seiner Ehefrau und deren  Familie  geschlagen  und  beschimpft  worden.  Nach  der  Geburt  seines  Sohnes am (Datum) habe er keinen Urlaub erhalten, da sein Chef krank  gewesen  sei.  Seine  Ehefrau  habe  ihn  daraufhin  verlassen,  da  sie  ihn  fälschlicherweise verdächtigt habe, mit einer anderen Frau ein Verhältnis  zu  haben.  Er  habe  zwar  die Polizei  kontaktiert,  diese  habe  jedoch  kein  Interesse  an  seinen  Problemen  gezeigt.  Mit  der  Hilfe  eines  (…)  Geschäftsmanns,  den  er  im  Gästehaus  kennengelernt  habe,  habe  er  versucht,  in  I._______  Identitätspapiere  zu  erhalten.  Er  sei  zwischen  2001  und  2005  drei  Mal  dorthin  gereist.  Beim  ersten  Mal  sei  er  als  buddhistischer Mönch verkleidet  gewesen.  In einem Büro  seien  ihm die 

D­2295/2011 Fingerabdrücke genommen worden. Daraufhin  sei  ihm ein  (…) Ausweis  ausgehändigt worden. Bei der zweiten Einreise im Jahr 2002 hätten ihm  (…)  Beamte  den  Ausweis  aus  einem  ihm  unbekannten  Grund  jedoch  wieder  abgenommen.  Im  Jahr  2005  sei  er  letztmals  nach  I._______  gereist. Da er ohne Identitätspapiere nach dem Bruch mit seiner Familie  nicht  mehr  in  Nepal  habe  leben  können,  habe  er  sich  zur  Ausreise  entschlossen.  Er  habe  Nepal  am  25. September  2008  in  Richtung  G._______ verlassen. Von J._______ aus sei er am 29. September 2008  mit  einem  gefälschten  nepalesischen  Pass  via  K._______  nach  L._______ geflogen. Der Schlepper  habe  ihn dann mit  dem Auto  in die  Schweiz gebracht. A.b Bezüglich der weiteren Aussagen beziehungsweise der Einzelheiten  des rechtserheblichen Sachverhalts wird auf die Protokolle bei den Akten  verwiesen (vgl. A1 und A9). B.  B.a Mit  Verfügung  vom  18. März  2011  –  eröffnet  am  22. März  2011 –  stellte  das  BFM  fest,  dass  der  Beschwerdeführer  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfülle.  Es  lehnte  das  Asylgesuch  ab  und  ordnete die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz sowie  den Wegweisungsvollzug an. B.b  Zur  Begründung  führte  das  BFM  im  Wesentlichen  aus,  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  hielten  den  Anforderungen  an  die  Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG und  teilweise auch  jenen an  die Glaubhaftigkeit  gemäss Art. 7  AsylG  nicht  stand. Die Vorbringen  im  Zusammenhang mit der Papierlosigkeit seien asylrechtlich nicht relevant.  Die  diesbezüglichen  Benachteiligungen  seien  die  Folge  gesetzlicher  Bestimmungen, die eine grosse Anzahl Personen betreffe. Ein Leben  in  Nepal werde dadurch nicht in unzumutbarer Weise erschwert. Hinsichtlich  der  familiären Spannungen sei es nachvollziehbar, dass sich die Polizei  nicht  in  jede  familiäre  Auseinandersetzung  einmische.  Es  lasse  sich  daraus  jedoch  nicht  ableiten,  dass  der  Beschwerdeführer  bei  einer  Eskalation  der  Situation  keine  angemessene  Unterstützung  erhalten  hätte.  Es  seien  auch  keine  Anhaltspunkte  dafür  vorhanden,  dass  die  Schikanen  seitens  der  Familie  der  Ehefrau  aus  asylrechtlich  relevanten  Gründen  erfolgt  wären.  Abgesehen  davon  hätte  sich  der  Beschwerdeführer  allfälligen  Übergriffen  mittels  Wohnsitznahme  an  einem  anderen  Ort  in  Nepal  entziehen  können,  was  angesichts  seines  überall ausübbaren Berufs auch realisierbar gewesen wäre. Er sei daher 

D­2295/2011 nicht  auf  den  Schutz  der  Schweiz  angewiesen.  Im  Übrigen  bestünden  beträchtliche  Zweifel  an  der  Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen  des  Beschwerdeführers.  So  könne  ihm  das  Fehlen  nepalesischer  Identitätspapiere  nicht  geglaubt werden.  Zwar  habe  eine  grosse Anzahl  Nepalesen die  im  "Citizenship Act"  von 1964  festgelegten Kriterien zum  Erwerb  der  nepalesischen  Staatsangehörigkeit  nicht  erfüllen  können,  jedoch  sei  im  Jahr  2006  ein  neuer  "Citizenship  Act"  erlassen  worden,  gemäss welchem jede Person, die vor Mitte April 1990 in Nepal geboren  worden  sei  und  seither  dort  gelebt  habe,  als  Nepali  zu  gelten  habe.  Entsprechende Anträge hätten bis zwei Jahre nach dem Inkrafttreten des  besagten "Citizenship Acts" eingereicht werden können. Die Bevölkerung  sei  darüber  in  allen  Distrikten  des  Landes  in  einer  grossangelegten  Kampagne  informiert  worden.  Etwa  2,6 Millionen  Menschen  hätten  von  dieser Möglichkeit Gebrauch  gemacht.  Aus  den Akten  gehe  indes  nicht  hervor,  dass  sich  der  Beschwerdeführer  im  Rahmen  dieser  für  ihn  vorteilhaften  Bestimmungen  auch  um  den  Erhalt  der  nepalesischen  Staatsangehörigkeit bemüht hätte. Diese Unterlassung entspreche jedoch  nicht dem Verhalten einer Person, die unter der Schriftenlosigkeit gelitten  habe.  Weiter  sei  nicht  einzusehen,  weshalb  die  Trennung  von  der  Ehefrau  zu  einer  Einschränkung  seiner  Lebens­  und  Aufenthaltsmöglichkeiten  hätte  führen  sollen,  habe  er  sich  doch  bereits  von  1990  an  –  mithin  schon  zehn  Jahre  vor  der  Eheschliessung  –  an  seinem  Arbeitsort  in  F._______  aufgehalten.  Der  Beschwerdeführer  erfülle  deshalb  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht.  Das  Asylgesuch  sei  abzulehnen und die Wegweisung anzuordnen. Der Wegweisungsvollzug  sei zulässig, zumutbar und möglich. Der Kampf der Maoisten gegen die  Regierung  und  den  König  sei  mit  dem  Friedensabkommen  vom  21. November  2006  zu  Ende  gegangen  und  es  sei  eine  Übergangsregierung  geschaffen  worden.  Zwar  sei  die  innenpolitische  Situation  noch  nicht  stabil,  aber  die  Lage  habe  sich  seit  Einleitung  des  Friedensprozesses  wesentlich  verändert.  Der  (…)  und  gesunde  Beschwerdeführer  verfüge  mit  (Aufzählung  Verwandte)  in  D._______  über  ein  familiäres  Beziehungsnetz.  Zudem  sei  nach  achtzehnjähriger  Berufstätigkeit  in  F._______  auch  dort  von  einem  tragfähigen  sozialen  Netz auszugehen.  C.  C.a Mit  Eingabe  vom  19. April  2011  erhob  der  Beschwerdeführer  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde,  worin  um  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung  und  um  Gutheissung  des  Asylgesuchs,  eventualiter um Gewährung vorübergehenden Schutzes, subeventualiter 

D­2295/2011 um Rückweisung der Sache zur weiteren Sachverhaltsabklärung, ersucht  wurde.  C.b Der Beschwerdeführer  brachte  im Wesentlichen  vor,  er  sei  im  Jahr  2009 zum Christentum konvertiert. Am (Datum) sei er getauft worden, wie  der beiliegende Taufschein der "(…)" in B._______ belege. Als Konvertit  habe  er  in Nepal mit  ernsthaften Nachteilen  im Sinne  von Art. 3  Abs. 2  AsylG zu rechnen. Hindus würden keine Andersgläubigen dulden. Da die  Konvertierung  als  Beleidigung  des  Hinduismus  betrachtet  werde,  müssten  Konvertiten  mit  weit  stärkeren  Repressalien  rechnen  als  ursprüngliche  Andersgläubige,  wie  der  beiliegende  Bericht  der  Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte zeige.  D.  Mit  Eingabe  vom  26. April  2011  reichte  der  Beschwerdeführer  ein  weiteres Bestätigungsschreiben der "(…)" in B._______ vom (Datum) ein.  E.  Mit  Zwischenverfügung  vom 26. April  2011  stellte  der  Instruktionsrichter  fest,  dass  der  Beschwerdeführer  den  Ausgang  des  Verfahrens  in  der  Schweiz  abwarten  könne.  Gleichzeitig  erhob  er  einen  Kostenvorschuss  von  Fr. 600.–,  zahlbar  bis  zum  11. Mai  2011,  ansonsten  auf  die  Beschwerde nicht eingetreten werde.  F.  Am 28. April 2011 wurde der Kostenvorschuss geleistet.  G.  In  seiner  Vernehmlassung  vom  3. Juni  2011  beantragte  das  BFM  die  Abweisung  der  Beschwerde.  Diese  enthalte  keine  neuen  erheblichen  Tatsachen  oder  Beweismittel,  die  eine  Änderung  seines  Standpunkts  rechtfertigen  könnten.  Der  Beschwerdeführer  habe  den  Erwägungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  nichts  entgegenzusetzen.  Die  neu  vorgebrachte  Konvertierung  zum  Christentum  vermöge  am  Entscheid  vom 16. (recte 18.)  März 2011 nichts zu ändern. Es treffe zwar zu, dass  Christen  in Nepal – wie Buddhisten und Muslime – eine Minorität seien,  doch wachse  die  christliche Gemeinde  stetig. Wie  die  Angehörigen  der  anderen  religiösen  Minderheiten  seien  auch  Christen  gewissen  Anfechtungen und Benachteiligungen ausgesetzt, aber sie könnten ihren  Glauben  frei ausüben. Allfällige Übergriffe extremistischer Hindus hätten  in der Regel einen kriminellen Hintergrund. Die blosse Zugehörigkeit zum 

D­2295/2011 Christentum sei nicht geeignet, eine Furcht vor asylrelevanter Verfolgung  zu begründen.  H.  In  seiner  Replik  vom  20. Juli  2011  brachte  der  Beschwerdeführer  im  Wesentlichen vor, Christen könnten  in Nepal  ihren Glauben keineswegs  frei ausüben, ansonsten sie keinen Benachteiligungen und Anfechtungen  ausgesetzt  wären.  Die  Vorinstanz  verkenne  zudem,  dass  es  einen  erheblichen Unterschied mache, ob man seit jeher christlichen Glaubens  sei,  oder  erst  später  konvertiert  sei.  Konvertiten  müssten  mit  massiver  Unterdrückung,  Verfolgung  und  gar  Tötung  rechnen.  Seine  nächsten  Angehörigen  und  Freunde  hätten  sich  teils  aus  religiösen Motiven,  teils  aber  auch  aus  Angst  vor  den  Reaktionen  von  Hindus  von  ihm  abgewendet.  Er  habe  als  Konvertit  begründete  Furcht  vor  ernsthaften  Nachteilen, weshalb ihm Asyl zu gewähren sei.  Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).  1.2.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Beschwerdeführer  hat  am  vorinstanzlichen  Verfahren  teilgenommen,  ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 

D­2295/2011 (Art. 108  Abs. 1  AsylG  sowie  Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 37  VGG  und  Art. 48  Abs. 1  und  Art. 52  VwVG).  Auf  die  Beschwerde  ist  somit  einzutreten.  2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).  3.  3.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person  anerkannt,  wenn  sie  in  ihrem  Heimatstaat  oder  im  Land,  im  dem  sie  zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete  Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte  Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder  Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck  bewirken (Art. 3 AsylG).  3.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich  widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7  AsylG).  Entscheidend  ist,  ob  eine  Gesamtwürdigung  der  Vorbringen  ergibt,  dass  die  Gründe,  die  für  die  Richtigkeit  der  Sachverhaltsdarstellung  des  Gesuchstellers  sprechen,  überwiegen  oder  nicht  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  [vormaligen]  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2004  Nr. 1  E. 5  S. 4  ff.).  3.3.  Für  die  Beurteilung  der  Flüchtlingseigenschaft  ist  nicht  nur  der  Zeitpunkt der Ausreise aus dem Heimatland, sondern auch die Situation  im Zeitpunkt des Asylentscheids massgebend  (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4  S. 38;  EMARK  2005  Nr. 18).  Wer  sich  darauf  beruft,  dass  durch  sein  Verhalten  nach  der  Ausreise  eine  Gefährdungssituation  erst  geschafft  worden  sei,  macht  subjektive  Nachfluchtgründe  geltend.  Sind  diese 

D­2295/2011 nachgewiesen  oder  zumindest  glaubhaft  gemacht,  begründen  sie  zwar  die  Flüchtlingseigenschaft  im  Sinne  von  Art. 3  AsylG,  führen  jedoch  gemäss Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unabhängig davon, ob  sie missbräuchlich oder nicht missbräuchlich gesetzt wurden. Stattdessen  werden  Personen,  die  subjektive  Nachfluchtgründe  nachweisen  oder  glaubhaft  machen  können,  als  Flüchtlinge  vorläufig  aufgenommen  (vgl.  BVGE 2009/28 E. 7.1 S. 352).  4.  Das  BFM  erachtete  die  geltend  gemachten  Ausreisegründe  des  Beschwerdeführers,  wonach  ihm  einerseits  die  Beschaffung  nepalesischer  Ausweispapiere  nicht  möglich  gewesen  sei,  weshalb  er  kein  Bankkonto  habe  eröffnen  können,  und  er  andererseits  nach  dem  Bruch  mit  seiner  Ehefrau,  deren  Familie  ihn  schlecht  behandelt  habe,  nicht mehr  in Nepal  habe  leben  können,  als  den Anforderungen  an  die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss Art. 3 AsylG und  teils  auch  jenen an die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art. 7  AsylG  nicht  genügend.  Dieser  Einschätzung  ist  beizupflichten.  Zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  kann  vorab  auf  die  nicht  zu  beanstandenden  Ausführungen  in  der  angefochtenen  Verfügung,  denen  der  Beschwerdeführer  in  den  Rechtsmitteleingaben nichts entgegensetzte, verwiesen werden.  4.1. Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer geltend gemachten familiären  Streitigkeiten ist festzustellen, dass eine Verfolgung durch nichtstaatliche  Akteure grundsätzlich flüchtlingsrechtlich relevant sein kann, wenn es der  betroffenen  Person  nicht  möglich  ist,  davor  im  Heimatstaat  adäquaten  Schutz  zu  finden. Der  Schutz  ist  dann  als  ausreichend  zu  qualifizieren,  wenn  die  betroffene  Person  effektiv  Zugang  zu  einer  funktionierenden  Infrastruktur hat und ihr deren Inanspruchnahme zumutbar ist, wobei von  einem  Staat  nicht  erwartet  werden  kann,  dass  er  jederzeit  präventiv  in  alle  Lebensbereiche  seiner  Bürger  eingreifen  kann  (vgl.  EMARK  2006  Nr. 18). Unabhängig von der Frage, ob in diesem Sinne eine begründete  Furcht vor Verfolgung besteht, hängt die Flüchtlingseigenschaft davon ab,  ob  der  geltend  gemachten Verfolgung  ein  flüchtlingsrechtlich  relevantes  Motiv  gemäss  Art. 3  Abs. 1  AsylG  (Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe,  politische  Anschauungen)  zugrunde  liegt.  Die  familiären  Probleme  des  Beschwerdeführers vermögen keine asylrechtlich relevante Verfolgung im  Sinne  von  Art. 3  AsylG  zu  begründen,  zumal  keine  Anhaltspunkte  vorliegen, dass die Übergriffe von Seiten der Ehefrau und deren Familie  (Beschimpfungen, Schläge) aus asylerheblichen Gründen gemäss Art. 3 

D­2295/2011 Abs. 1  AsylG  erfolgt  wären.  Zudem  ist  für  die  Anerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  nach  Lehre  und  Praxis  erforderlich,  dass  die  asylsuchende  Person  ernsthafte  Nachteile  von  bestimmter  Intensität  erlitten hat (vgl. EMARK 2005 Nr. 21 E. 7 S. 193). Den Beschimpfungen  und Schlägen fehlt es an der geforderten Intensität. Bei allfälligen schwer  wiegenden  Übergriffen  stünde  dem  Beschwerdeführer  die  Möglichkeit  offen, sich schutzsuchend an die nepalesischen Behörden zu wenden. Es  liegen keine Hinweise vor, dass diese nicht fähig oder willens wären, bei  schwerer  häuslicher  Gewalt  einzuschreiten.  Die  Asylrelevanz  dieser  Verfolgungsvorbringen  ist  deshalb  zu  verneinen.  Aber  auch  mit  dem  Verweis  auf  die  schwierige  Lage  papierloser  Nepalesen  vermag  der  Beschwerdeführer den Anforderungen an eine asylbeachtlich begründete,  individuelle  Verfolgung  im  Sinne  von  Art. 3  AsylG  nicht  zu  genügen.  Unannehmlichkeiten  wie  die  Unmöglichkeit,  ein  Bankkonto  zu  eröffnen,  stellen  keine  Nachteile  im  Sinne  von  Art. 3  AsylG  dar.  Zudem  ist  nicht  ersichtlich,  weshalb  es  dem  Beschwerdeführer,  der  sich  in  den  Jahren  1995  und  1996  vergeblich  um  die  Ausstellung  von  Identitätspapieren  bemüht  habe,  nicht  zumutbar  gewesen  wäre,  ab  dem  Jahr  2006  die  Registrierung  als  nepalesischer  Staatsangehöriger  gemäss  dem  für  ihn  vorteilhaften  neuen  "Citizenship  Act"  von  2006  zu  beantragen.  Schliesslich  sind  auch  keine  Gründe  erkennbar,  weshalb  die  Trennung  von  der  Ehefrau  im  Jahr  2008  einen  weiteren  Verbleib  des  Beschwerdeführers in Nepal verunmöglicht hätte, hat er doch bereits von  1990 bis zur Ausreise  im September 2008 – mithin schon  lange vor der  Eheschliessung und auch danach noch – ohne nennenswerte Probleme  allein  in  F._______  gewohnt  und  gearbeitet.  Der  Beschwerdeführer  konnte  mithin  für  den  Zeitpunkt  seiner  Ausreise  aus  Nepal  keine  asylrechtlich relevante Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG nachweisen  oder zumindest glaubhaft machen. Das BFM hat das Asylgesuch damit in  diesem Kontext zu Recht abgelehnt. 4.2. Auf Beschwerdeebene machte der Beschwerdeführer das Vorliegen  subjektiver Nachfluchtgründe geltend, indem er vorbrachte, er sei im Jahr  2009  zum  Christentum  konvertiert  und  müsse  deshalb  in  Nepal  mit  ernsthaften Nachteilen  im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG rechnen. Es  ist  mithin zu prüfen, ob der Beschwerdeführer aufgrund der  in der Schweiz  erfolgten  Konvertierung  die  Voraussetzungen  für  die  Zuerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft erfüllt.  4.2.1. Eine Person,  die  subjektive Nachfluchtgründe  geltend macht,  hat  begründeten  Anlass  zur  Furcht  vor  künftiger  Verfolgung,  wenn  der 

D­2295/2011 Heimat­  oder Herkunftsstaat mit  erheblicher Wahrscheinlichkeit  von den  Aktivitäten  im  Ausland  erfahren  hat  und  die  Person  deshalb  bei  einer  Rückkehr  in  flüchtlingsrechtlich  relevanter  Weise  im  Sinne  von  Art. 3  AsylG  verfolgt  würde.  Die  Anforderungen  an  den  Nachweis  einer  begründeten Furcht bleiben dabei massgeblich (Art. 3 und 7 AsylG).  4.2.2.  Christen  stellen,  wie  Muslime  und  Buddhisten,  zwar  eine  Minderheit  in  Nepal  dar  und  offensive Missionstätigkeiten  sind  verpönt,  jedoch  reicht  die Zugehörigkeit  zu dieser Minderheit  für  sich allein nicht  aus,  um  eine  tatsächliche Gefährdung  des  Beschwerdeführers  im  Falle  einer  Rückkehr  als  wahrscheinlich  erscheinen  zu  lassen.  Das  nepalesische  Parlament  hat  sich  nach  der  Entmachtung  des  Königs  im  Frühling  2006 ausdrücklich  zum Säkularismus bekannt;  der Hinduismus  ist  nicht  mehr  wie  früher  Staatsreligion.  Es  liegen  denn  auch  keine  konkreten  Anhaltspunkte  dafür  vor,  dass  der  Beschwerdeführer  als  Mitglied der christlichen Glaubensgemeinschaft befürchten müsste, einer  zukünftigen Verfolgung  seitens  der  nepalesischen Behörden  ausgesetzt  zu  sein.  Es  müssten  konkrete  Anhaltspunkte  –  nicht  nur  die  abstrakte  oder  rein  theoretische  Möglichkeit  –  dafür  vorliegen,  dass  der  Beschwerdeführer mit der Konvertierung das Interesse auf sich gezogen  hat, und dass deswegen ein reales Verfolgungsinteresse besteht. Dies ist  nicht  der  Fall.  Es  kann  zwar  nicht  ausgeschlossen werden,  dass  er  bei  einer  Rückkehr  bei  Bekanntwerden  des  Glaubenswechsels  im  privaten  Bereich mit  Intoleranz  konfrontiert  sein  könnte,  jedoch  ist  aufgrund  des  Gesagten  nicht  davon  auszugehen,  dass  die  Behörden  nicht  willens  wären,  ihm  bei  allfälligen  Übergriffen  Schutz  zu  gewähren.  Nach  dem  Gesagten  ist  das  Subeventualbegehren,  es  sei  das  Verfahren  infolge  Vorliegens  eines  echten  Novums  zur  Sachverhaltsabklärung  und  zur  erneuten  Befragung  des  Beschwerdeführers  zurückzuweisen,  abzuweisen.  4.2.3.  Der  Beschwerdeführer  erfüllt  damit  die  Voraussetzungen  für  die  Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG auch unter  dem  Aspekt  subjektiver  Nachfluchtgründe  gemäss  Art. 54  AsylG  nicht.  Die Abweisung des Asylgesuchs erfolgte mithin zu Recht.  5.  Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so  verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den  Vollzug  an  (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche  Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen 

D­2295/2011 Anspruch auf Erteilung einer  solchen. Die Wegweisung wurde daher  zu  Recht angeordnet (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733, BVGE 2008/34 E. 9.2  S. 510).  6.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht  möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005 über  die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG,  SR 142.20]). 6.1. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen  der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in  den Heimat­, Herkunfts­ oder  in einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83  Abs. 3 AuG).  6.1.1. Keine  Person  darf  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs.1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).  Dieses flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot schützt nur Personen,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  im  Sinne  von  Art. 3  AsylG  respektive  Art. 1A FK erfüllen.  Da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  kann  das  in  Art. 5  AsylG  verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Rückschiebungsverbots  vorliegend  nicht  zur  Anwendung  gelangen.  Der  Vollzug der Wegweisung nach Nepal ist demnach unter dem Aspekt von  Art. 5 AsylG rechtmässig.  6.1.2. Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  in  einen  Staat 

D­2295/2011 ausgeschafft  werden,  in  dem  ihm  Folter  oder  eine  andere  Art  unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung droht.  Weder  aus  den Aussagen  des Beschwerdeführers  noch  aus  den Akten  ergeben  sich  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall  einer  Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit  einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofs  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­ Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefährdung ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im  Falle  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen würde  (vgl. EGMR  [Grosse Kammer], Saadi gegen  Italien, Urteil  vom  28. Februar  2008,  Beschwerde  Nr. 37201/06,  §§ 124 ­ 127,  mit  weiteren  Hinweisen).  Dies  ist  vorliegend  nicht  der  Fall.  Auch  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  in  Nepal  lässt  den  Wegweisungsvollzugs nicht als unzulässig erscheinen.  6.2. Gemäss Art. 83  Abs. 4  AuG  kann  der  Vollzug  der Wegweisung  für  Ausländerinnen  und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren  (vgl. BVGE  2009/51  E. 5.5  S. 748,  BVGE  2009/41  E. 7.1  S. 576  f.;  Botschaft  zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom  8. März  2002, BBl 2002 3818).  6.2.1. Nach  dem  Friedensabkommen  zwischen  der  Regierung  und  den  Maoisten  vom 21. November  2006,  der Wahl  der  verfassungsgebenden  Versammlung  vom  10. April  2008  und  der  Abschaffung  der  Monarchie  und  Neugestaltung  des  Landes  als  Republik  durch  die  verfassungsgebende  Versammlung  am  28. Mai  2008  ist  die  allgemeine  Lage  in  Nepal  nicht  von  kriegerischen  Auseinandersetzungen  oder  allgemeiner Gewalt  gezeichnet,  aufgrund derer die Bevölkerung konkret  gefährdet  wäre  und  eine  Rückführung  dorthin  als  generell  unzumutbar  betrachtet werden müsste.  6.2.2. In den Akten finden sich auch keine konkreten Anhaltspunkte dafür,  dass  der  Beschwerdeführer  aus  individuellen  Gründen  wirtschaftlicher,  sozialer  oder  gesundheitlicher  Natur  bei  einer  Rückkehr  nach  Nepal  in 

D­2295/2011 eine  existenzbedrohende  Situation  geraten  würde.  Der  –  soweit  aktenkundig – gesunde Beschwerdeführer hat bis zu seiner Ausreise  im  September  2008  immer  in  Nepal  gelebt  und  ist  somit  mit  den  dortigen  Verhältnissen  bestens  vertraut.  Er  verfügt  im  Heimatland  über  Angehörige  ([Aufzählung  Verwandte]  in  D._______)  und  einen  breiten  Freundeskreis  (vgl.  A9  S. 7  F59).  Zudem  bilden  die  langjährige  Berufserfahrung als (Beruf) in einem Gästehaus in F._______ und die in  der  Schweiz  gewonnenen  Erfahrungen  im  (Gewerbe)  gute  Voraussetzungen  für  einen  Wiedereinstieg  in  den  heimatlichen  Arbeitsmarkt.  Es  ist  somit  nicht  davon  auszugehen,  der  Beschwerdeführer  würde  bei  einer  Rückkehr  nach  Nepal  in  eine  seine  Existenz vernichtende Situation geraten, die als konkrete Gefährdung im  Sinne der zu beachtenden Bestimmungen zu werten wäre (Art. 83 Abs. 4  AuG).  6.2.3. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich daher  in genereller und  individueller Hinsicht als zumutbar.  6.3. Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, bei der Beschaffung  allenfalls  benötigter  Reisepapiere mitzuwirken  (Art. 8  Abs. 4  AsylG;  vgl.  dazu  auch  BVGE  2008/34  E. 12  S. 513  f.),  weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).  6.4.  Der  durch  die  Vorinstanz  verfügte  Wegweisungsvollzug  ist  zu  bestätigen  und  eine  Anordnung  er  vorläufigen  Aufnahme  des  Beschwerdeführers fällt damit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 ­ 4 AuG).  7.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die  Beschwerde ist somit abzuweisen.  8.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  dessen  Kosten  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  und  5  VwVG).  Sie  sind  auf  Fr. 600.–  festzusetzen  (Art. 1­3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  und  mit  dem  in  gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen. 

D­2295/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Sie  sind  durch  den  in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kostenvorschuss gedeckt und werden mit diesem verrechnet.  3.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Martin Zoller Susanne Burgherr Versand:

D-2295/2011 — Bundesverwaltungsgericht 07.02.2012 D-2295/2011 — Swissrulings