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Bundesverwaltungsgericht 24.02.2012 D-186/2012

February 24, 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,074 words·~5 min·1

Summary

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung | Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 28. November 2011

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­186/2012 Urteil   v om   2 4 .   Februar   2012 Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli, mit Zustimmung von Richter Markus König;   Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig. Parteien A._______, geboren (…), und dessen Kinder B._______, Geburtsdatum unbekannt, C._______, Geburtsdatum unbekannt, D._______, Geburtsdatum unbekannt, E._______, Geburtsdatum unbekannt, Eritrea,  c/o schweizerische Vertretung in Khartoum, Beschwerdeführende,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz. Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 28. November 2011 / N _______.

D­186/2012 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  20.  Januar  2011  (Eingangsstempel der schweizerischen Vertretung in Khartoum) um Asyl  nachsuchte, dass er zur Begründung im Wesentlichen geltend machte, er sei im Jahr  1974 der E.L.F. (Eritrean Liberation Front) beigetreten, dass  die  Mitglieder  der  E.L.F.  sich  an  die  sudanesische  Grenze  zurückgezogen  und  ihre  Waffen  den  sudanesischen  Behörden  abgegeben hätten,  nachdem sie  im Jahr 1981 von der E.P.L.F.  (Eritrea  People's Liberation Front) besiegt worden seien, dass  er  seither  als  Flüchtling  im  Sudan  lebe,  dort  geheiratet  und  eine  Familie gegründet habe, dass eine seiner Töchter und die Ehefrau  in den Jahren 2008 und 2009  gestorben  seien,  weil  er  sich  ihre medizinische  Behandlung  nicht  habe  leisten können, dass  das  Leben  als  Flüchtling  im  Sudan  schlecht  sei,  weil  die  Bewegungsfreiheit auf bestimmte Gebiete beschränkt sei, dass es für ihn wegen seines zunehmenden Alters ausserdem schwierig  werde, ein Einkommen zu erzielen, dass  er  sich  im  Sudan  mit  der  Familie  nicht  mehr  sicher  fühle,  da  Entführungen von eritreischen Flüchtlingen bekannt seien, dass er aufgrund des Umstands, dass er als Mitglied der E.L.F. gegen die  eritreische Regierung opponiere, sich vor Verfolgung und Tötung fürchte, dass  seine  Familie  bei  einer  Rückkehr  ins  Heimatland  aufgrund  seiner  politischen Aktivitäten ebenso in Gefahr geriete, dass  er  schliesslich  vermeiden  wolle,  dass  die  volljährigen  Kinder  in  Eritrea  in den Militärdienst eingezogen würden, da dieser unbefristet sei  und es dort zu sexuellem Missbrauch komme, dass  er  sich  für  sie  einen  friedlichen  Ort  wünsche,  wo  all  ihre  Rechte  respektiert würden,

D­186/2012 dass das BFM dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 30. Mai 2011  mitteilte,  die  schweizerische  Vertretung  in  Khartoum  sei  gemäss  ihrem  Schreiben  vom  23.  März  2010  aufgrund  des  begrenzten  Personalbestandes  sowie  fehlender  Voraussetzungen  im  sicherheitstechnischen  und  räumlichen  Bereich  nicht mehr  in  der  Lage,  Befragungen von Asylsuchenden durchzuführen, dass  die  Argumente  der  Botschaft  betreffend  sicherheitstechnische,  strukturelle  (bauliche)  und  kapazitätsmässige  Aspekte  (signifikanter  Zuwachs der Asylgesuche vor Ort)  für das BFM sachlich begründet und  überzeugend seien, dass  das  Bundesamt  dem  Beschwerdeführer  somit  unter  Hinweis  auf  seine  Mitwirkungspflicht  im  Sinne  von  Art.  8  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  Gelegenheit  gab,  sich  zwecks  Vervollständigung des  rechtserheblichen Sachverhalts zu verschiedenen  konkreten Fragen innert Frist schriftlich zu äussern, dass  der  Beschwerdeführer  eine  entsprechende  Stellungnahme  bei  der  schweizerischen Vertretung in Khartoum (Eingangsstempel vom 27. Juni  2011) fristgemäss einreichte, dass er darin zusätzlich zum bereits bekannten Sachverhalt insbesondere  ausführte, sein Schwiegersohn lebe in der Schweiz, dass er im Sudan nie einem Flüchtlingslager des UNHCR (United Nations  High Commissioner for Refugees) zugewiesen worden sei, dass er keine Festanstellung habe, sondern als Tagelöhner arbeite, dass  es  aufgrund  des  Flüchtlingsstatus  und  der  damit  verbundenen  eingeschränkten  Bewegungsfreiheit  nicht  möglich  sei,  innerhalb  des  Landes unbehindert einer Arbeit nachzugehen, dass  selbst  bei  vorhandenen  Beschäftigungsmöglichkeiten  die  Entlöhnung zur Deckung der Grundbedürfnisse nicht ausreichen würde, dass als Beweismittel folgende Dokumente in Kopie eingereicht wurden: – der sudanesische Flüchtlingsausweis des Beschwerdeführers,

D­186/2012 – ein  Informationsschreiben  des  UNHCR  an  den  Beschwerdeführer  vom 23. November 2002 betreffend Aufrechterhaltung seines Flücht­ lingsstatus und – eine Übersetzung desselben Schreibens, dass das BFM das Asylgesuch der Beschwerdeführenden mit Verfügung  vom 28. November 2011 – eröffnet am 8. Dezember 2011 – ablehnte und  ihnen die Einreise in die Schweiz verweigerte, dass  zur  Begründung  angeführt  wurde,  aufgrund  des  vollständig  erstellten Sachverhalts könne vorliegend davon ausgegangen werden, es  bestehe  keine  unmittelbare  Gefährdung,  welche  die  Einreise  in  die  Schweiz erfordern würde, dass die Schilderungen im Asylgesuch und in der Stellungnahme darauf  schliessen  liessen,  die  Schwierigkeiten  des  Beschwerdeführers mit  den  eritreischen Behörden seien asylbeachtlich, dass  sich  laut  Bericht  des  "United  States  Committee  for  Refugees  and  Immigrants,  World  Refugee  Survey  2009  –  Sudan"  vom  17.  Juni  2009  rund  165'800  eritreische  Flüchtlinge  und  Asylsuchende  im  Sudan  befänden, dass vor diesem Hintergrund zwar nicht zu verkennen sei, dass die Lage  vor  Ort  für  diese  Menschen  schwierig  sei,  indessen  keine  konkreten  Anhaltspunkte  zur Annahme bestünden, ein weiterer Verbleib  im Sudan  wäre in casu unzumutbar oder unmöglich, dass  die  Befürchtung  des  Beschwerdeführers,  nach  Eritrea  verschleppt  zu werden, unbegründet sei, dass das Bundesamt namentlich mit  der  schweizerischen Vertretung  im  Sudan über sehr gute Informationen über die Lage vor Ort verfüge, dass  gemäss  gesicherten  Erkenntnissen  das  Risiko  einer  Deportation  oder  Verschleppung  für  Eritreer,  die  im  Sudan  vom  UNHCR  als  Flüchtlinge anerkannt seien, sich als gering erweise, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  in  vergleichbaren  Fällen  bezüglich  der  Situation  eritreischer  Flüchtlinge  und  Asylsuchender  im  Sudan  zum  Schluss gekommen sei, es komme teilweise zur Deportierung eritreischer 

D­186/2012 Asylsuchender  und  Flüchtlinge  durch  die  sudanesischen  Behörden,  die  Rückführungen würden aber nicht flächendeckend erfolgen,  dass  das  Gericht  die  vorinstanzlichen  Ablehnungen  von  Asylgesuchen  aus  dem  Sudan  bestätige  und  die  Beschwerden  als  offensichtlich  unbegründet abweise (vgl. Urteil D­2047/2010 vom 29. April 2010 sowie D­7225/2010 vom 14. Februar 2011), dass  das  Leben  in  F._______  für  eritreische  Flüchtlinge  gewiss  nicht  einfach  sei,  sich  den  Angaben  des  Beschwerdeführers  jedoch  nicht  entnehmen lasse, er würde in akuter Not leben, dass er vielmehr  immer wieder eine Arbeit gefunden habe, um sich und  seine Familie zu versorgen, dass seine Kinder erwachsen und in erwerbsfähigem Alter seien, weshalb  auch angenommen werden dürfe, er könne auf deren Hilfe zählen, dass es zudem im Sudan eine grosse eritreische Diaspora gebe, die  für  ihre Landsleute bereitstehe und weitgehend Unterstützung biete, dass  Flüchtlinge  im  Sudan,  die  sich  vom  UNHCR  registrieren  liessen,  einem  Flüchtlingslager  zugeteilt  würden,  weshalb  es  dem  Beschwerdeführer schliesslich zuzumuten sei, sich einem solchen Lager  zuweisen  zu  lassen,  um  dort  die  notwendige  Grundversorgung  zu  erhalten, dass  er  nach  dem  Gesagten  den  zusätzlichen  subsidiären  Schutz  der  Schweiz gemäss Art. 52 Abs. 2 AsylG nicht benötige, dass daher ein Verbleib im Sudan zumutbar sei, dass  auch  eine  Beurteilung  des  Asylgesuchs  im  Rahmen  des  Familiennachzugs  im  Sinne  von  Art.  51  AsylG  zu  keinem  anderen  Ergebnis führe, dass nach Art. 51 Abs. 2 AsylG andere nahe Angehörige (als die in Abs.  1  erwähnten  Mitglieder  der  Kernfamilie)  Familienasyl  erhielten,  wenn  besondere Umstände für die Familienvereinigung sprechen würden, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  im  Urteil  D­395/2009  vom  12.  Mai  2009 zum Schluss gekommen sei, unter den Begriff der "anderen nahen 

D­186/2012 Angehörigen"  fielen  beispielsweise  die  Geschwister,  Grosseltern  und  Pflegekinder (vgl. a.a.O., S. 7), dass ferner ausgeführt worden sei, auch unter nahen Verwandten könne  auf  das  zusätzliche  Erfordernis  der  "engen  Beziehung"  nicht  verzichtet  werden (vgl. a.a.O., S. 16), dass der Beschwerdeführer  nicht  zur Kernfamilie  seines  in der Schweiz  lebenden  Schwiegersohns  gehöre,  weshalb  eine  enge  Beziehung  zwischen ihnen nicht zu vermuten sei, dass auch aus seinen Eingaben keine besonderen Umstände ersichtlich  seien,  die  dazu  führen  würden,  ausnahmsweise  von  einer  engen  Beziehung auszugehen, dass  demzufolge  die  Einreise  in  die  Schweiz  und  das  Asylgesuch  abzulehnen seien, dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Eingabe  vom  22.  Dezember  2011  (Eingangsstempel  der  schweizerischen  Vertretung  in  Khartoum)  gegen  diese  Verfügung  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhoben  und dabei beantragten, es sei ihnen Asyl zu gewähren und die Einreise in  die Schweiz zu bewilligen, dass  der  Beschwerdeführer  auf  Beschwerdeebene  unter  Angabe  des  Namens, der Adresse und Telefonnummer erstmals geltend machte, sein  Neffe (Sohn der Schwester) lebe in der Schweiz, dass  er  zur  Untermauerung  der  Vorbringen  folgende  Beweismittel  in  Kopie ins Recht legte: – seinen Parteimitgliederausweis, – das  bereits  mit  der  Stellungnahme  vom  27.  Juni  2011  eingereichte  Informationsschreiben des UNHCR und – zwei  Exemplare  der  Übersetzung  desselben  Schreibens  (mit  hand­ schriftlicher  Angabe  der  Namen  seiner  Ehefrau  und  der  fünf  Kinder  sowie deren Geburtsdaten auf dem einen Exemplar), dass auf die Begründung der Beschwerde – soweit entscheidrelevant – in  den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird,

D­186/2012 und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  eine  solche  Ausnahme  in  casu  nicht  vorliegt,  weshalb  das  Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG  richtet,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und  Art. 6 AsylG), dass  die  Beschwerdeführenden  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  sind  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und  Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass Parteieingaben in Verfahren vor den Behörden des Bundes in einer  Amtssprache  –  in  der  Regel  Deutsch,  Französisch  oder  Italienisch –  abzufassen  sind  (Art.  70  Abs.  1  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  [BV,  SR  101]  und Art. 33a Abs. 1 VwVG), dass  die  Beschwerdeschrift  vom  22.  Dezember  2011  in  englischer  Sprache eingereicht wurde, dass auf die Ansetzung einer Frist zur Beschwerdeverbesserung  jedoch  aus  prozessökonomischen  Gründen  verzichtet  wird,  da  die  Rechtsmitteleingabe  verständlich  ist,  so  dass  ohne  weiteres  darüber  befunden werden kann,

D­186/2012 dass  das  vorliegende  Urteil  indessen  in  deutscher  Sprache  ergeht (Art. 33a Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG), dass auf die  frist­ und  formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten  ist  (Art. 108  Abs. 2  und  Art.  105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und  Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),  dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass  das  Bundesamt  ein  im  Ausland  gestelltes  Asylgesuch  ablehnen  kann, wenn die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen  kann, oder  ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann  (Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG), dass  das  Bundesamt  Asylsuchenden  die  Einreise  in  die  Schweiz  zur  Abklärung  des  Sachverhalts  bewilligt,  wenn  ihnen  nicht  zugemutet  werden kann,  im Wohnsitz­ oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder  in ein  anderes Land auszureisen (Art. 20 Abs. 2 AsylG), dass  die  Voraussetzungen  zur  Erteilung  der  Einreisebewilligung  grundsätzlich  restriktiv  zu  handhaben  sind,  wobei  den  Behörden  ein  weiter  Ermessensspielraum  zukommt,  indem  neben  der  erforderlichen  Gefährdung  im Sinne  von Art.  3 AsylG  namentlich  die Beziehungsnähe  zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutzgewährung durch einen anderen  Staat,  die  Beziehungsnähe  zu  anderen  Staaten,  die  praktische  Möglichkeit  und  objektive  Zumutbarkeit  zur  anderweitigen  Schutzsuche  sowie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs­  und  Assimilationsmöglichkeiten  in Betracht  zu ziehen sind  (vgl. die weiterhin  gültige  Praxis  gemäss  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 

D­186/2012 Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1997 Nr. 15, insbes. S.  131 ff., EMARK 2005 Nr. 19 E. 4 S. 174 ff.), dass der Beschwerdeführer den Akten zufolge auch heute noch Mitglied  bei der E.L.F. ist, wobei er sich an Parteiveranstaltungen offen gegen die  eritreische Regierung auflehnt, dass  angesichts  dessen  nicht  auszuschliessen  ist,  er  hätte  bei  einer  Rückkehr  nach  Eritrea  asylrelevante  Verfolgungsmassnahmen  zu  gewärtigen, dass der Beschwerdeführer jedoch angab, er lebe seit dem Jahr 1981 als  Flüchtling im Sudan, dass  der UNHCR  ihm mit  Schreiben  vom 23. November  2002 mitteilte,  sein Flüchtlingsstatus bleibe aufrechterhalten, dass er sich somit vom UNHCR einem Flüchtlingscamp zuweisen lassen  kann, dass es auch seinen Kindern, welche gemäss seinen Angaben ebenfalls  in  F._______  leben  und  den  Flüchtlingsstatus  geniessen  (vgl.  Stellungnahme vom 27. Juni 2011, Akte A5), zuzumuten  ist, sich einem  solchen  Camp  zuweisen  zu  lassen,  sollten  sie  ihren  derzeitigen  Aufenthaltsort als untragbar erachten, dass  die  Situation  für  eritreische  Flüchtlinge  im  Sudan  anerkanntermassen  generell  schwierig  ist  (vgl.  die  Auskunft  der  SFH­ Länderanalyse vom 16. Juni 2011 zu Eritrea: Familiennachzug über den  Sudan in die Schweiz), dass das Bundesverwaltungsgericht jedoch in Übereinstimmung mit dem  BFM  davon  ausgeht,  das  Risiko  einer  Deportation  oder  Verschleppung  für im Sudan vom UNHCR als Flüchtlinge anerkannte Eritreer sei gering, dass  die  Befürchtung  des  Beschwerdeführers, mit  seinen Kindern  nach  Eritrea entführt und dort wegen seines politischen Engagements verfolgt  zu werden, infolgedessen als unbegründet zu erachten ist, dass schliesslich  in F._______ eine grosse eritreische Diaspora besteht,  deren  Hilfe  die  Beschwerdeführenden  bei  Bedarf  in  Anspruch  nehmen  könnten,

D­186/2012 dass  ihnen angesichts der Sachlage zuzumuten  ist, weiterhin  im Sudan  zu verbleiben, dass  auch  eine  Beurteilung  des  Asylgesuchs  unter  dem Gesichtspunkt  des  Familienasyls  im  Sinne  von  Art.  51  AsylG  zu  keiner  anderen  Einschätzung führen kann, dass  der  Beschwerdeführer  nicht  zur  Kernfamilie  seines  am  15.  September 2011  in der Schweiz als Flüchtling anerkannten angeblichen  Neffen (G._______, Verfahren N _______) zählt, dass demnach eine enge Beziehung  zwischen diesen beiden Personen  nicht zu vermuten ist, dass darüber hinaus der Rechtsmitteleingabe keine besonderen Gründe  zu entnehmen sind, die dazu  führen würden, ausnahmsweise von einer  engen Beziehung auszugehen, dass  dasselbe  übereinstimmend  mit  der  Vorinstanz  auch  für  den  erwähnten Schwiegersohn gilt, dass bei dieser Sachlage darauf verzichtet werden kann, auf die weiteren  Ausführungen  in  den  Eingaben  des  Beschwerdeführers  und  die  damit  eingereichten  Beweismittel  näher  einzugehen,  da  dies  zu  keiner  veränderten Betrachtungsweise führen würde, dass das BFM insgesamt zu Recht die Einreise in die Schweiz verweigert  und das Asylgesuch abgelehnt hat, dass  die  angefochtene  Verfügung  demnach  Bundesrecht  nicht  verletzt,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  richtig  und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106 AsylG), weshalb  die Beschwerde  abzuweisen  ist, dass  bei  diesem Ausgang  des Verfahrens  dessen Kosten  grundsätzlich  den Beschwerdeführenden aufzuerlegen wären (Art. 63 Abs. 1 VwVG), dass  es  sich  vorliegend  jedoch  aus  prozessökonomischen  Gründen  rechtfertigt,  in  Anwendung  von  Art.  6  Bst.  b  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE, SR 173.320.2) auf die Erhebung von  Verfahrenskosten zu verzichten.

D­186/2012 (Dispositiv nächste Seite) Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.   Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.  3.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die  schweizerische Vertretung in Khartoum. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Fulvio Haefeli Karin Schnidrig Versand:

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