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Bundesverwaltungsgericht 18.01.2012 D-177/2012

January 18, 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,167 words·~6 min·2

Summary

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 23. Dezember 2011

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­177/2012 law/joc Urteil   v om   1 8 .   J a nua r   2012 Besetzung Einzelrichter Walter Lang, mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi;  Gerichtsschreiberin Claudia Jorns Morgenegg. Parteien A._______, geboren am (…), Eritrea,  (…),   Beschwerdeführerin,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin­ Verfahren);  Verfügung des BFM vom 23. Dezember 2011 / N (..).

D­177/2012 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  23.  Dezember  2011  –  eröffnet  am  4. Januar  2012  –  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs. 2  Bst. d  des  Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin  vom  15. November  2011  nicht  eintrat,  die  Wegweisung  nach  Malta  verfügte,  die  Beschwerdeführerin  –  unter  Androhung  von  Zwangsmitteln  im  Unterlassungsfall  –  aufforderte,  die  Schweiz  spätestens  am  Tag  nach  Ablauf  der  Beschwerdefrist  zu  verlassen,  feststellte,  der  Kanton  B._______  sei  verpflichtet,  die  Wegweisungsverfügung  zu  vollziehen,  der  Beschwerdeführerin  die  editionspflichtigen  Akten  gemäss  Aktenverzeichnis  aushändigte,  und  feststellte,  eine  allfällige  Beschwerde  gegen  die  vorliegende  Verfügung  habe keine aufschiebende Wirkung, dass  die  Beschwerdeführerin  mit  Eingabe  vom  11. Januar  2011  gegen  diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und  beantragte, die Verfügung sei aufzuheben und das BFM sei anzuweisen,  sein  Recht  zum  Selbsteintritt  auszuüben  und  sich  für  das  vorliegende  Verfahren für zuständig zu erklären,  dass  sie  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  beantragte,  es  sei  im  Sinne  vorsorglicher Massnahmen der Beschwerde  die  aufschiebende Wirkung  zu erteilen und die Vollzugsbehörden anzuweisen, von der Überstellung  nach  Malta  abzusehen,  bis  das  Bundesverwaltungsgericht  über  die  aufschiebende Wirkung der Beschwerde entschieden habe,  dass  sie  ferner  beantragte,  es  sei  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses zu verzichten und die unentgeltliche Rechtspflege zu  gewähren,  dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  12. Januar  2012  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung,  dass  das  Bundesverwaltungsgericht  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  in  der  Regel  –  so  auch  vorliegend  –  endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  des Bundesgesetzes  vom 20. Dezember 1968 über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet 

D­177/2012 (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  die  Beschwerdeführerin  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten  ist  (Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 105 AsylG  i.V.m. Art. 37 VGG  und Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  respektive  einer  zweiten  Richterin  entschieden wird  (Art. 111  Bst. e  AsylG)  und  es  sich,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2  AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  auf  einen  Schriftenwechsel  verzichtet wurde, dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  einschliesslich  Missbrauch  und  Überschreitung  des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass gestützt auf die einleitenden Bestimmungen sowie Art. 1 Abs. 1 des  Abkommens  vom  26. Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die  Prüfung  eines  in  einem  Mitgliedstaat  oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin­Assoziierungsabkommen  [DAA,  SR 0.142.392.68])  i.V.m. Art. 29a Abs. 1 der Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen vom  11. August  1999  (AsylV 1,  SR 142.311)  die  Prüfung  der 

D­177/2012 staatsvertraglichen  Zuständigkeit  zur  (materiellen)  Behandlung  eines  Asylgesuches  nach  den  Kriterien  der  Verordnung  Nr. 343/2003  des  Rates  vom  18. Februar  2003  zur  Festlegung  von  Kriterien  und  Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines  von  einem  Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags zuständig ist (Dublin­II­VO) zu erfolgen hat, dass  Art. 34  Abs. 2  Bst. d  AsylG  im  Weiteren  voraussetzt,  dass  der  staatsvertraglich  zuständige  Staat  einer  Übernahme  der  asylsuchenden  Person zugestimmt hat (vgl. Art. 29a Abs. 2 AsylV 1), dass  gemäss  Art. 3  Abs. 1  Dublin­II­VO  die  Mitgliedstaaten  jeden  Asylantrag prüfen, den ein Drittstaatsangehöriger an der Grenze oder im  Hoheitsgebiet  eines  Mitgliedstaates  stellt,  wobei  der  Antrag  von  einem  einzigen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III  Dublin­II­VO als zuständiger Staat bestimmt wird, dass  das  Verfahren  zur  Bestimmung  des  zuständigen  Mitgliedstaates  eingeleitet  wird,  sobald  ein  Asylantrag  erstmals  in  einem  Mitgliedstaat  gestellt  wurde  (Art. 4  Abs. 1  Dublin­II­VO),  wobei  die  Kriterien  in  der  in  Kapitel III der Dublin­II­VO genannten Rangfolge (vgl. Art. 5­14 Dublin­II­ VO) anzuwenden sind sowie von der Situation zum Zeitpunkt, in dem der  Asylbewerber  erstmals  einen  Antrag  in  einem  Mitgliedstaat  stellt,  auszugehen ist (Art. 5 Abs. 1 und 2 Dublin­II­VO), dass den Akten entnommen werden kann, dass die Beschwerdeführerin  am  8. April  2011  in  Malta  ein  Asylgesuch  eingereicht  hat  und  entsprechend  in  der  EURODAC­Datenbank  erfasst  worden  ist  (vgl.  act.  A4/1, act. A5/1), dass somit die erste Asylantragsstellung gemäss Art. 4 Abs. 1 Dublin­II­ VO in Malta erfolgte,  dass  das  BFM   gestützt  auf  diesen  Sachverhalt  unter  Anrufung  von  Art. 16 Dublin­II­VO die maltesischen Behörden am 21. November 2011  um Wiederaufnahme der – am 15. November 2011 illegal in die Schweiz  eingereisten  (vgl.  act. A7/10  S.  7)  –  Beschwerdeführerin  ersuchte  (vgl.  act. A12/5 S. 4), dass die maltesischen Behörden mit Schreiben vom 5. Dezember 2011  unter  Hinweis  auf  Art. 6  Abs. 2  der  Richtlinie  2008/115/EG  des  Europäischen  Parlamentes  und  des  Rates  vom  16. Dezember  2008 

D­177/2012 über  gemeinsame  Normen  und  Verfahren  in  den  Mitgliedstaaten  zur  Rückführung  illegal  aufhältiger  Drittstaatsangehöriger  einer  Über­ nahme der Beschwerdeführerin zustimmten,  dass  diese  Bestimmung  unter  anderem  besagt,  dass  Drittstaatsangehörige,  die  sich  illegal  im  Hoheitsgebiet  eines  Mitgliedstaats aufhalten und Inhaber eines gültigen Aufenthaltstitels oder  einer  sonstigen  Aufenthaltsberechtigung  eines  anderen  Mitgliedstaats  sind, zu verpflichten sind, sich unverzüglich  in das Hoheitsgebiet dieses  anderen Mitgliedstaats zu begeben,  dass  die  Beschwerdeführerin  dem  BFM  gegenüber  angab,  sie  habe  in  Malta  im Mai  2011  ein  "Subsidiarpapier"  erhalten  (vgl.  act.  A7/10 S. 5),  und  in  der Beschwerde  erklärt,  in Malta  subsidiären Schutz  erhalten  zu  haben,  dass – unbesehen der Frage, ob erwähnte Richtlinie vom 16. Dezember  2008 zwischen Malta und der Schweiz Gültigkeit beansprucht – aufgrund  dieses  Sachverhaltes  davon  auszugehen  ist,  dass  das  erste  Ersuchen  der Beschwerdeführerin um Asyl  in Malta abgelehnt,  ihr  indessen durch  die Asylbehörden von Malta ein subsidiärer Schutzstatus und damit eine  Aufenthaltsberechtigung  im Sinne  von Art. 2 Bst. j Dublin­II­VO  in Malta  zugesprochen wurde,  dass  das  BFM  demnach  die maltesischen  Behörden  zu  Recht  gestützt  auf  Art. 16  Dublin­II­VO  um  Wiederaufnahme  der  Beschwerdeführerin  ersuchte  und Malta  zudem – wie  erwähnt  –  am 5. Dezember  2011 und  somit  innert der  in Art. 20 Abs. 1 Bst. b Dublin­II­VO vorgesehenen Frist  einer Wiederaufnahme der Beschwerdeführerin zustimmte,  dass  das  BFM  demzufolge  in  der  angefochtenen  Verfügung  zu  Recht  Malta  als  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  zuständig erachtet hat,  dass  es  im  Weiteren  zutreffend  ausgeführt  hat,  die  von  der  Beschwerdeführerin gegen eine Überstellung nach Malta im Rahmen des  ihr  am  28. November  2011  gewährten  rechtlichen  Gehörs  geltend  gemachten  Einwände,  wonach  sie  psychische  Probleme  habe,  da  sie  ohne  ihre  in  Eritrea  wohnhaften  Kinder  nicht  leben  könne  und  ihr  der  Familiennachzug ihrer Kinder verweigert worden sei (vgl. act. A7/10 S. 5  und 8),  ändere an der Zumutbarkeit  der Wegweisung und damit  an der  Zuständigkeit Maltas nichts, 

D­177/2012 dass  in  der  Beschwerde  die  grundsätzliche  Zuständigkeit  Maltas  nicht  bestritten wird, sondern die bereits im vorinstanzlichen Verfahren geltend  gemachten Einwände wiederholt werden und geltend gemacht wird,  die  Schweiz solle von ihrem Selbsteintrittsrecht Gebrauch machen,  dass sie unter Hinweis auf eine beigelegte Analyse der Schweizerischen  Flüchtlingshilfe  (SFH)  vom  November  2011  ausführt,  anders  als  anerkannte Flüchtlinge hätten Personen mit subsidiärem Schutz in Malta  kein  Recht  auf  Familiennachzug  und man  habe  ihr  mündlich mitgeteilt,  dass  sie  ihre  in  Eritrea  lebenden  Kinder  und  ihren  in  Libyen  sich  aufhaltenden Sohn nicht nachziehen könne,  dass in der Schweiz jedoch ein Nachzug möglich wäre und sie ohne ihre  Kinder nicht leben könne und es ihr daher psychisch sehr schlecht gehe,  dass sie  zudem gemäss erwähnter Analyse der SFH als alleinstehende  Frau  und  damit  als  verletzliche  Person  zu  erachten  sei,  weshalb  eine  Überstellung nach Malta nicht zumutbar sei,  dass  nach  Art. 3  Abs. 2  Dublin­II­VO  die  Schweiz  ein  Asylgesuch  materiell  prüfen  kann,  auch  wenn  nach  den  in  der  Verordnung  vorgesehenen  Kriterien  ein  anderer  Staat  zuständig  ist  (Selbsteintrittsrecht),  dass  diese  Bestimmung  nicht  direkt  anwendbar  ist,  sondern  nur  in  Verbindung mit einer anderen Norm des nationalen oder  internationalen  Rechts angerufen werden kann (vgl. BVGE 2010/45 E. 5 S. 635 f.), dass ein Selbsteintritt etwa auch dann gerechtfertigt erscheint, wenn die  Rückkehr der gesuchstellenden Person in den zuständigen Mitgliedsstaat  eine  konkrete  Existenzgefährdung,  beispielsweise  aus  medizinischen  Gründen, zur Folge hätte,  dass  denn  auch  Art. 29a  Abs. 3  AsylV 1  vorsieht,  dass  das  BFM  aus  humanitären Gründen das Asylgesuch auch dann behandeln kann, wenn  die Prüfung ergeben hat, dass ein anderer Staat dafür zuständig ist,  dass  Malta  –  wie  die  Schweiz  –  unter  anderem  Signatarstaat  des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK, SR 0.142.30), der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  und  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  oder  andere 

D­177/2012 grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK, SR 0.105) ist,  dass  vorliegend  keine  konkreten Hinweise dafür  bestehen, Malta würde  sich  im Rahmen  des  Asylverfahrens nicht  an  die  daraus  resultierenden  Verpflichtungen halten,  dass  die  nicht  näher  umschriebenen  und  nicht  belegten  psychischen  Probleme  der Beschwerdeführerin  – wie  vom BFM  zutreffend  erkannt –  einer  Wegweisung  der  Beschwerdeführerin  nach  Malta  nicht  entgegenstehen,  da  die  medizinische  Versorgung  in  Malta  als  gewährleistet zu erachten  ist und somit allfällige psychische Leiden dort  behandelbar wären,  dass in der angeblichen – als solche nicht belegten – Weigerung Maltas,  ihre  in  Eritrea  und  Libyen  lebenden  Kinder  nachziehen  zu  können,  die  Rückschaffung  nach  Malta  ebenfalls  nicht  als  unter  humanitären  Gesichtspunkten  unzumutbar  erscheinen  lässt,  zumal  es  der  Beschwerdeführerin  frei  steht,  bei  einer  allfälligen  asyl­  oder  ausländerrechtlich  begründeten  Ablehnung  eines  entsprechenden  Gesuches die übergeordneten maltesischen Behörden oder  letztlich den  Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anzurufen,  dass die Beschwerdeführerin in Malta über eine Halbschwester und einen  weiteren  Verwandten  verfügt,  wobei  sie  sich  bei  letzterem  in  Malta  mehrere  Monate  aufhalten  konnte  und  ihre  Halbschwester  ihr  für  ihre  Reise in die Schweiz finanzielle Unterstützung zukommen liess (vgl. act.  A7/10 S. 5 ff.),  dass  sie  aufgrund  dieses  Beziehungsnetzes  bei  einer  Rückkehr  nach  Malta nicht auf sich allein gestellt sein wird,  dass  schliesslich  darauf  hinzuweisen  ist,  dass  nach  Kenntnis  des  Gerichts  eine  Person  mit  Schutzstatus  nach  einer  Überstellung  nach  Malta  ihren  Status  dort  im  Regelfall  nicht  verliert  und  die  Beschwerdeführerin  damit  grundsätzlich  auch  weiterhin  über  Bewegungsfreiheit  verfügt,  womit  sie  sich  nach  einer  Überstellung  zu  ihren Verwandten in Malta begeben könnte,   dass die Einwände in der Beschwerde somit zu keiner von derjenigen des  BFM abweichenden Beurteilung führen können,

D­177/2012 dass  auch  sonst  keine  Gründe  vorliegen,  die  einen  Selbsteintritt  der  Schweiz gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO nahegelegt hätten,  dass  das  BFM  demzufolge  zu  Recht  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs. 2  Bst. d  AsylG  auf  das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin  nicht  eingetreten ist, dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK] 2001 Nr. 21), weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen steht, dass es sich beim Dublin­Verfahren um ein Überstellungsverfahren in den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuches  zuständigen  Staat  handelt,  weshalb  das  Fehlen  von  Wegweisungsvollzugshindernissen  regelmässig  bereits  Voraussetzung (und nicht erst Regelfolge) des gestützt auf Art. 34 Abs. 2  Bst. d  AsylG  erfolgenden  Nichteintretensentscheides  ist  (vgl.  BVGE  2010/45 E. 10.2 S. 645),  dass mithin allfällige völkerrechtliche und humanitäre Vollzugshindernisse  im  Rahmen  der  eventuellen  Anwendung  der  sogenannten  Souveränitätsklausel  (Art. 3  Abs. 2  Dublin­II­VO  i.V.m.  Art. 29a  Abs. 3  AsylV 1) zu prüfen sind,  dass  folglich  kein  Raum  für  Ersatzmassnahmen  im  Sinne  von  Art. 44  Abs. 2  AsylG  i.V.m.  Art. 83  Abs.  1­4  des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR 142.20) besteht, dass das BFM in diesem Sinne den Vollzug der Wegweisung nach Malta  zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet hat,  dass  es  der  Beschwerdeführerin  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG),  dass die Beschwerde demnach abzuweisen ist, 

D­177/2012 dass aufgrund des direkten Entscheids  in der Hauptsache die Gesuche  um  Gewährung  der  aufschiebenden  Wirkung  und  um  Verzicht  auf  die  Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden sind, dass  auch  der  Antrag  auf  Anordnung  vorsorglicher Massnahmen  durch  das  Bundesverwaltungsgericht  –  solche  können  nur  für  die  Dauer  des  Beschwerdeverfahrens  Wirkung  entfalten  –  infolge  des  direkten  Entscheides in der Hauptsache gegenstandslos geworden ist,  dass  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen ist, da das Begehren – wie sich  aus  den  vorstehenden  Erwägungen  ergibt  –  als  aussichtslos  zu  bezeichnen  ist,  weshalb  die  kumulativen  Voraussetzungen  für  die  Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nicht erfüllt sind, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.–  (Art. 1­3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]) der Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1  und 5 VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

D­177/2012 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  der  Beschwerdeführerin  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführerin,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Walter Lang Claudia Jorns Morgenegg Versand:

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