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Bundesverwaltungsgericht 29.02.2012 D-1038/2012

February 29, 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,004 words·~5 min·3

Summary

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 14. Februar 2012

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­1038/2012/sed Urteil   v om   2 9 .   Februar   2012 Besetzung Einzelrichterin Contessina Theis, mit Zustimmung von Richterin Regula Schenker Senn;   Gerichtsschreiberin Claudia Jorns Morgenegg. Parteien A._______, geboren am (…), Nigeria,  Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  (Dublin­Verfahren);  Verfügung des BFM vom 14. Februar 2012 / N (…).

D­1038/2012 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  das BFM mit  Verfügung  vom  14.  Februar  2012  –  eröffnet  am  20.  Februar 2012 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  vom 26.  Januar  2012 nicht  eintrat,  die Wegweisung  nach  Italien  verfügte,  den  Beschwerdeführer  –  unter  Androhung  von  Zwangsmitteln im Unterlassungsfall – aufforderte, die Schweiz spätestens  am  Tag  nach  Ablauf  der  Beschwerdefrist  zu  verlassen,  feststellte,  der  Kanton  B._______  sei  verpflichtet,  die  Wegweisungsverfügung  zu  vollziehen,  dem Beschwerdeführer  die  editionspflichtigen  Akten  gemäss  Aktenverzeichnis aushändigte, und feststellte, eine allfällige Beschwerde  gegen die vorliegende Verfügung habe keine aufschiebende Wirkung, dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  23.  Februar  2012  (Poststempel)  gegen  diese  Verfügung  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhob  und  beantragte,  die  Verfügung  des  BFM  sei  aufzuheben,  dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  24.  Februar  2012  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung,  dass  das  Bundesverwaltungsgericht  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  in  der  Regel  –  so  auch  vorliegend  –  endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  des Bundesgesetzes  vom 20. Dezember 1968 über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48  Abs. 1 VwVG), dass  die Beschwerde  in Englisch  und  somit  nicht  in  einer Amtssprache  des Bundes abgefasst ist, jedoch aus prozessökonomischen Gründen auf 

D­1038/2012 die  Ansetzung  einer  Frist  zur  Beschwerdeverbesserung  respektive  auf  eine Übersetzung verzichtet werden kann, da sich aus der  in englischer  Sprache  verfassten  Eingabe  genügend  klare  Rechtsbegehren  mit  entsprechender Begründung entnehmen lassen,  dass der Entscheid des Gerichts jedoch in deutscher Sprache ergeht (vgl.  Art. 33a Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG), dass  auf  die  demnach  form­  und  im  Übrigen  fristgerecht  eingereichte  Beschwerde einzutreten  ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 105 AsylG  i.V.m. Art. 37 VGG und 52 Abs. 1 VwVG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  respektive  einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG),  und es  sich,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2  AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  auf  einen  Schriftenwechsel  verzichtet wurde, dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  einschliesslich  Missbrauch  und  Überschreitung  des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass gestützt auf die einleitenden Bestimmungen sowie Art. 1 Abs. 1 des  Abkommens  vom  26. Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die  Prüfung  eines  in  einem  Mitgliedstaat  oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin­Assoziierungsabkommen  [DAA,  SR 0.142.392.68])  i.V.m.  Art. 29a  Abs. 1  der  Asylverordnung 1  vom  11. August  1999  über  Verfahrensfragen  (AsylV 1,  SR  142.311)  die  Prüfung  der  staatsvertraglichen  Zuständigkeit  zur  (materiellen)  Behandlung  eines  Asylgesuches  nach  den  Kriterien  der  Verordnung  Nr. 343/2003  des 

D­1038/2012 Rates  vom  18. Februar  2003  zur  Festlegung  von  Kriterien  und  Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines  von  einem  Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags zuständig ist (Dublin­II­VO), zu erfolgen hat, dass  Art. 34  Abs. 2  Bst. d  AsylG  im  Weiteren  voraussetzt,  dass  der  staatsvertraglich  zuständige  Staat  einer  Übernahme  der  asylsuchenden  Person zugestimmt hat (vgl. Art. 29a Abs. 2 AsylV 1),  dass  gemäss  Art. 3  Abs. 1  Dublin­II­VO  die  Mitgliedstaaten  jeden  Asylantrag prüfen, den ein Drittstaatsangehöriger an der Grenze oder im  Hoheitsgebiet  eines  Mitgliedstaates  stellt,  wobei  der  Antrag  von  einem  einzigen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III  Dublin­II­VO als zuständiger Staat bestimmt wird, dass  das  Verfahren  zur  Bestimmung  des  zuständigen  Mitgliedstaates  eingeleitet  wird,  sobald  ein  Asylantrag  erstmals  in  einem  Mitgliedstaat  gestellt  wurde  (Art. 4  Abs. 1  Dublin­II­VO),  wobei  die  Kriterien  in  der  in  Kapitel III der Dublin­II­VO genannten Rangfolge (vgl. Art. 5­14 Dublin­II­ VO) anzuwenden sind sowie von der Situation zum Zeitpunkt, in dem der  Asylbewerber  erstmals  einen  Antrag  in  einem  Mitgliedstaat  stellt,  auszugehen ist (Art. 5 Abs. 1 und 2 Dublin­II­VO), dass  den  vorinstanzlichen  Akten  entnommen  werden  kann,  dass  der  Beschwerdeführer in C._______ (Italien) am 4. Mai 2011 ein Asylgesuch  eingereicht  hat  und  entsprechend  in  der  EURODAC­Datenbank  erfasst  worden ist (vgl. act. A4/1, act. A5/2 S. 1),   dass somit die erste Asylantragsstellung gemäss Art. 4 Abs. 1 Dublin­II­ VO in Italien erfolgte,  dass  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Befragung  durch  das  BFM  vom  1.  Februar  2012  bestätigte,  am  4.  Mai  2011  in  Italien  um  Asyl  nachgesucht  zu  haben  und  ergänzte,  die  italienischen Behörden  hätten  einen negativen Asylentscheid getroffen (vgl. act. A7/10 S. 4 und 6),  dass das BFM gestützt auf diesen Sachverhalt zu Recht unter Anrufung  von Art. 16 Abs. 1 Dublin­II­VO die italienischen Behörden am 27. Januar  2012  um  Wiederaufnahme  des  –  am  26.  Januar  2012  illegal  in  die  Schweiz eingereisten (vgl. act. A7/10 S. 6) – Beschwerdeführers ersuchte  (vgl. act. A12/5 S. 1),

D­1038/2012 dass die italienischen Behörden die zweiwöchige Frist zur Stellungnahme  (vgl.  Art.  20  Abs.  1  Bst.  b  Dublin­II­VO)  bis  zum  11.  Februar  2012  ungenutzt verstreichen liessen (vgl. act. A/14/1, act. A15/2 S. 2), weshalb  angesichts  der  Verfristung  eine  stillschweigende  Zusage  zur  Rückübernahme des Beschwerdeführers aus Art. 20 Abs. 1 Bst. c Dublin­ II­VO vorliegt, dass  der  vom  Beschwerdeführer  erwähnte  Erhalt  eines  negativen  Asylentscheides in Italien einer Überstellung dorthin nicht entgegensteht,  da  aufgrund  dieser  blossen  Behauptung  nicht  bereits  von  einem  abgeschlossenen  Asyl­  und  Wegweisungsverfahren  und  mithin  nicht  davon  auszugehen  ist,  Italien  habe  bereits  konkrete  Vollzugsvorkehrungen im Sinne von Art. 16 Abs. 4 Dublin­II­VO getroffen  und umgesetzt,  dass  demzufolge  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  zu  Recht  Italien  als  für  die  Durchführung  des  Asylverfahrens  zuständig  erachtet  hat, dass  es  im  Weiteren  zutreffend  aufgezeigt  hat,  weshalb  die  vom  Beschwerdeführer hauptsächlich geltend gemachten Einwände, in Italien  gebe  es  keine  Unterkunft  und  kein  Geld  zur  Bestreitung  des  Lebensunterhalts  (vgl.  act.  A7/10,  S. 7),  an  der  Zuständigkeit  Italiens  grundsätzlich nichts zu ändern vermögen,  dass  der  Beschwerdeführer  weder  im  Rahmen  des  vorinstanzlichen  Verfahrens noch in seiner Rechtsmittelschrift die Zuständigkeit Italiens  explizit bestreitet,  sondern sich  im Wesentlichen erneut darauf beruft,  bei  einer  Rücküberstellung  nach  Italien  keine  Unterkunft  und  keine  Nahrung zu erhalten und unter unmenschlichen Bedingungen leben zu  müssen,  dass  er  zudem  im  Rahmen  des  Beschwerdeverfahrens  erstmals  gel­ tend macht, unter ernsthaften gesundheitlichen Problemen zu leiden,  dass  nach  Art. 3  Abs. 2  Dublin­II­VO  die  Schweiz  ein  Asylgesuch  materiell  prüfen  kann,  auch  wenn  nach  den  in  der  Verordnung  vorgesehenen  Kriterien  grundsätzlich  ein  anderer  Staat  zuständig  ist  (Selbsteintrittsrecht), 

D­1038/2012 dass  diese  Bestimmung  nicht  direkt  anwendbar  ist,  sondern  nur  in  Verbindung mit einer anderen Norm des nationalen oder  internationalen  Rechts angerufen werden kann (vgl. BVGE 2010/45 E. 5 S. 635 f.), dass ein Selbsteintritt etwa auch dann gerechtfertigt erscheint, wenn die  Rückkehr der gesuchstellenden Person in den zuständigen Mitgliedsstaat  eine  konkrete  Existenzgefährdung,  beispielsweise  aus  medizinischen  Gründen, zur Folge hätte,  dass  denn  auch  Art. 29a  Abs. 3  AsylV 1  vorsieht,  dass  das  BFM  aus  humanitären Gründen das Asylgesuch auch dann behandeln kann, wenn  die Prüfung ergeben hat, dass ein anderer Staat dafür zuständig ist,  dass  Italien  –  wie  die  Schweiz  –  unter  anderem  Signatarstaat  des  Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge  (FK,  SR 0.142.30)  und  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der Menschenrechte  und Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  ist,  das  Übereinkommen  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  ratifiziert  hat  und  keine  konkreten  Hin­ weise  dafür  bestehen,  Italien würde  sich  nicht  an  die  sich  daraus  re­ sultierenden Verpflichtungen halten, dass  Italien  als  nach  Art. 3  Abs. 1  Dublin­II­VO  zuständiger  Staat  gehalten  ist,  unter  anderem  die  Richtlinie  2005/85/EG  des  Rates  vom  1. Dezember  2005  über  Mindestnormen  für  Verfahren  in  den  Mitgliedstaaten  zur  Zuerkennung  und  Aberkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  (sog.  Verfahrensrichtlinie)  und  die  Richtlinie  2003/9/EG  des  Rates  vom  27. Januar  2003  zur  Festlegung  von  Mindestnormen  für  die  Aufnahme  von Asylbewerbern  in Mitgliedstaaten  (sog. Aufnahmerichtlinie) anzuwenden respektive umzusetzen, dass  Dublin­Rückkehrende  betreffend  Unterbringung  von  den  italie­ nischen Behörden  in der Regel bevorzugt behandelt werden und sich  zudem  –  neben  den  staatlichen  Strukturen  –  auch  zahlreiche  private  Hilfsorganisationen der Betreuung von Asylsuchenden annehmen, dass aufgrund des medizinischen Standards in Italien zudem adäquate  Möglichkeiten  für  eine  allfällige  Behandlung  der  vom  Beschwerde­ führer  erstmals  auf  Beschwerdeebene  geltend  gemachten  –  und  angeblich  bis  anhin  bereits  in  Italien  medikamentös  behandelten –  Magenprobleme zur Verfügung stehen, 

D­1038/2012 dass deshalb auf die Einforderung eines Arztberichts – soweit sich der  Beschwerdeführer, wie von ihm in der Beschwerde in Aussicht gestellt,  zwischenzeitlich in ärztliche Behandlung begeben hat – im Sinne einer  antizipierten  Beweiswürdigung  (vgl.  BVGE  2008/24  E.  7.2  S.  356,  ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  Handbücher  für  die  Anwaltspraxis,  Band X, Basel 2008, Rz. 3.144 S. 165) verzichtet werden kann, zumal  davon ausgegangen werden kann, ein allfälliger medizinischer Bericht  werde  keine  Erkenntnisse  zu  Tage  fördern,  welche  diesbezüglich  zu  einer anderen Beurteilung führen könnten, dass unter diesen Umständen keine konkreten Anhaltspunkte dafür er­ sichtlich  sind,  die  darauf  hindeuten,  der  Beschwerdeführer  würde  im  Falle einer Rückkehr nach Italien in eine existenzielle Notlage geraten,  dass die Einwände in der Beschwerde somit zu keiner von derjenigen des  BFM abweichenden Beurteilung führen können, dass  auch  sonst  keine  Gründe  vorliegen,  die  einen  Selbsteintritt  der  Schweiz gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO nahegelegt hätten, dass  das  BFM  demzufolge  zu  Recht  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs. 2  Bst. d  AsylG  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eingetreten ist, dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E. 9  S. 737),  weshalb  die  verfügte Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht, dass es sich beim Dublin­Verfahren um ein Überstellungsverfahren in den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuches  zuständigen  Staat  handelt,  weshalb  das  Fehlen  von  Wegweisungsvollzugshindernissen  regelmässig  bereits  Voraussetzung (und nicht erst Regelfolge) des gestützt auf Art. 34 Abs. 2  Bst. d  AsylG  erfolgenden  Nichteintretensentscheides  ist  (vgl.  BVGE  2010/45 E. 10.2 S. 645),  dass mithin allfällige völkerrechtliche und humanitäre Vollzugshindernisse  im  Rahmen  der  eventuellen  Anwendung  der  sogenannten 

D­1038/2012 Souveränitätsklausel  (Art. 3  Abs. 2  Dublin­II­VO  i.V.m.  Art. 29a  Abs. 3  AsylV 1) zu prüfen sind und folglich kein Raum für Ersatzmassnahmen im  Sinne  von  Art. 44  Abs. 2  AsylG  i.V.m.  Art. 83  Abs.  1­4  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und  Ausländer (AuG, SR 142.20) besteht, dass das BFM in diesem Sinne den Vollzug der Wegweisung nach Italien  zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet hat,  dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG),  dass die Beschwerde demzufolge abzuweisen ist,  dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.–  (Art. 1­3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1  und 5 VwVG).  (Dispositiv nächste Seite)

D­1038/2012 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Contessina Theis Claudia Jorns Morgenegg Versand:

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